Die Loreley, gewaltige Felsenmasse am rechten Ufer des Rheins,
unweit St. Goarshausen. 132 Meter über dem Strombett. Die uralte
Loreley-Sage durch Brentano (1800) und später durch das Lied Heinrich
Heines zu neuem Leben erweckt.
5. Das Hamburger Bismarckdenkmal Hugo Lederers, 1906 vollendet.
Nach den furchtbaren Schöpfungen der achtziger und neunziger Jahre
das erste wieder würdige und eigenlebendige Großdenkmal des neueren
Deutschland.
6. Der Bremer „Roland“: das größeste und bedeutendste der erhalten
gebliebenen Deutschen Rolandsbilder. Die jetzige Figur aus 1404.
Vermutlich nach einem ältern Holz-Vorbild. Schild aus dem Anfang des
16. Jahrh.
7. „Der Mönch“: schroffer, etwa 55 Meter hoher Einzelfels an der
Südostspitze Helgolands, gleich dem gesamten Helgoländer Oberland aus
Schichten roten harten Tons und weißen Sandsteins gebildet.
9. Die Lüneburger Heide, heute eins der beliebtesten Wanderziele,
früher eine der unbekanntesten, ja verrufensten Gegenden Deutschlands
— Noch im 18. Jahrh. nannte ein französischer Reiseschriftsteller,
die harmlosen schwarzen Heidschnucken „un peuple sauvage de
Westfalie“.
12. u. a. Das Sauerland (Süderland), südlicher, gebirgiger Teil der
Provinz Westfalen, zwischen Sieg, Möhne und Ruhr. Der „kahle Asten“
auf dem „Winterberger Plateau“ bildet die höchste Erhebung.
17. Die Kirche rechts ist Neubau aus 1817 an Stelle der alten
Kollegialkirche. Links daneben das ansehnliche schlanke, spätgotische
Rathaus des alten, schon 1142 als Marktflecken genannten und schon
1228 befestigten, klevischen Städtchens.
19. Das Bild zeigt den mächtigen Neubau der Hohenzollernbrücke,
dahinter den romanischen Turm von Groß St. Martin. Rechts die
Silhouette des Doms.
20. Dortmund. Heute mit Essen zu den Mittelpunkten der
rheinisch-westfälischen Industrie zählend, bewahrt die Stadt in ihrer
Mitte noch die Architektur-Denkmale einer langen Vergangenheit. 899
zuerst erwähnt, seit 1220 freie Reichsstadt.
21. Düsseldorf. Marktplatz mit altem Rathausflügel (jetzige
Gestalt aus 1790) und dem eigentlichen Wahrzeichen der Stadt, dem
Reiterstandbild des Kurfürsten Johann Wilhelm („Jan Wellm“), von
Grupello, 1703 bis 1711 errichtet.
22. Bezeichnender Landschaftsausschnitt aus dem Rheintal zwischen
Boppard und St. Goar. Im Hintergrund, über der jetzt durch den Strom
geteilten Hochfläche, welche das einstige Strombett bildete, die
ansteigenden Höhen des Hunsrücks.
23. Blick vom Süd-Abhange der „Wolkenburg“ auf Honnef, Nonnenwerth,
Rolandseck und Rheinlauf bis Remagen.
24. Das Bild zeigt die Stelle des vielgewundenen Mosellaufes, wo der
Fluß in langer Schleife den Bergrücken der Marienburg fast inselartig
einschließt.
26. Das Weinfelder Maar, gleich den andern „Maaren“ der vulkanischen
Eifel ein ausgebrannter in sich zusammengesunkener Krater, ist
das einsamste und herbste unter ihnen. Kirche und Friedhof vom
untergegangenen Dorf Weinfelden.
28. Karden. Alter Ort. Stiftskirche S. Kastor teils spätromanisch,
teils frühgotisch.
30. Burg Eltz, im einem Seitental der Mosel. Nachweislich seit 1157
im Besitz desselben Geschlechts, nie zerstört oder verfallen, nach
dem 16. Jahrh. baulich nicht mehr verändert, vor dem Brande von 1920
kaum durch Restauration berührt.
31. Limburg an der Lahn, altes Städtchen, berühmt durch seinen schon
909 gegründeten, im jetzigen Bau aus 1213–1242 stammenden Dom, einer
der gewaltigsten Schöpfungen des Übergangsstils. Auf steilem Fels
über der Lahn.
32. Saarbrücken. Sehr alte Stadt mit 1793 durch die Franzosen
ausgebranntem Schloß. Jetzt zusammen mit der am andern Ufer
gegenüberliegenden Schwesterstadt St. Johann Mittelpunkt des
industriellen Lebens des Saargebiets.
34. Der Rheingau. Der berühmteste Weingarten Deutschlands, mit
mildestem Klima. Zwischen flachen, überaus fruchtbaren Ufern fließt
der Strom breit dahin, bevor er bei Bingen in das plötzlich verengte
Tal des Mittelrheins tritt.
37. Der Turm des Krönungsdomes über den Dächern der Altstadt. Der
1415 begonnene Westturm „sollte durch Pracht und Größe wettmachen,
daß die Kirchenarchitektur Frankfurts hinter dem zurückgeblieben
war, was dem Rang und Selbstbewußtsein der blühenden Reichsstadt
angemessen gewesen wäre“ [Dehio].
39. Die Katharinenkirche bei Oppenheim, auf steilem Hügelrand über
der Rheinebene. Bauteile der verschiedensten Zeiten aneinander
geschoben.
40. Das Heidelberger Schloß wurde wahrscheinlich im Anfang des 13.
Jahrh. begonnen und bis zum Anfange des 17. Jahrh. ausgebaut. Seine
Zerstörung ist das Werk der Franzosen: 1689 und namentlich 1693.
Seitdem Ruine, nach Umfang und Lage die großartigste und schönste in
Deutschland.
42. Das Straßburger Münster: Krypta, Chor und Querschiff noch in
romanischen Formen. Erst im Langhaus, um 1250 begonnen, schon 1275
vollendet, ist die Gotik zur Herrschaft gelangt. Fassade 1277
begonnen, sie ist das Werk Meister Erwins, der bis 1318 den Bau
leitete. Die höheren Teile der Fassade und die Türme gehören jedoch
nicht mehr Erwin an. Abschluß des Werks durch den wundersamen
durchbrochenen Helm: 1439 Johannes Hültz aus Köln.
43. Altbreisach, inmitten der Oberrhein-Ebene, auf steilem Fels
erbaut. Auf dem höchsten Punkt: Stephansmünster. Romanischer Bau mit
gotischen Einzelteilen.
46. Das Freiburger Münster, aus rotem im Sonnenschein prächtig
strahlenden Sandstein: „von Grund auff biß an den höchsten Gipffel
geführt mit eitel Quadern und gebildeten Steinen, desgleichen man in
Teutschen Landen nicht findet nach dem Turm zu Straszburg. Die Heyden
hetten ihn vor zeiten vnder die Sieben Wunderwerk gezehlt, wo sie ein
sollich Werck gefunden hetten.“
47. Zwingenberg am Neckar. Die Burg stammt aus dem Anfang des 15.
Jahrhunderts. Der Fernblick zeigt das typische Landschaftsbild
des Neckartals in seinem schönsten Teile, zwischen Heilbronn und
Heidelberg.
49. St. Märgen, 1118 als Chorherrenstift gegründet, über dem
Höllental, 890 Meter hoch gelegen. Kirche von 1725.
51. Säckingen am Oberrhein. Die zweitürmige Stiftskirche von 1726.
Gedeckte Holzbrücke zum Schweizer Ufer. Rechts neben der Brücke das
Scheffelhaus.
52. Ellwangen, alte Stadt im württembergischen Jagstkreise. Bis 1460
gefürstete Reichsabtei.
54. Die Schwäbische Alb (oder „Schwäb. Jura“). Kalkfels-Waldgebirge
zwischen Schwarzwald–Neckar–Donau, das Herz des Schwabenlandes.
Die Wiege der neueren Geologie und Paläontologie. Großer
Fossilienreichtum.
55. Komburg („Groß-Komburg“), ehem. festes Kloster der Benediktiner.
Im 11. Jahrh. gegründet durch Umwandlung einer gräflichen Burg.
56. Insel Reichenau, ehemals Sitz der berühmten Benediktinerabtei
in Oberzell, Mittelzell und Unterzell. Die zugehörige romanische
Säulenbasilika St. Georg in Oberzell (9.–10. Jahrh.) enthält die
ältesten erhalten gebliebenen kirchlichen Wandgemälde Deutschlands.
(10. Jahrhundert.)
57. Ulm. Stadtbild. Das Münster 1377 begonnen, bis um Anfang des 15.
Jahrh. fortgeführt, am Ende des 19. ausgebaut. Vom Turm gehört nur das
(dunklere) Viereck den früheren Bauperioden an.
58. Dinkelsbühl. Ehemalige freie Reichsstadt. Das Stadtbild ist durch
typischen Wert und Vollständigkeit der Erhaltung eine Merkwürdigkeit
ersten Ranges.
59. Rothenburg, auf dem Westrande einer steil zur Tauber abfallenden
Hochebene. 942 bereits als Stadt genannt, 1172–1803 freie Reichsstadt.
64. Passau. Blick von der alten Festung Oberhaus auf den Zusammenfluß
von Donau, Inn und Ilz. Links unten die Häuser der „Ilzstadt“.
65. München: Die Frauenkirche, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrh.
von Jörg Ganghofer erbaut. Die Mariensäule von 1638. Ursprünglich für
den Hochaltar der Frauenkirche bestimmt. — Das „gotische“ (!) Rathaus
um 1900 erbaut.
68. Regensburg. Stadtansicht vom oberen Wörth aus. Dom St. Peter,
1275 begonnen, nach mehrfachen Unterbrechungen 1524 bis auf die Türme
vollendet. Diese (101 Meter hoch), erst 1859–1869 vollendet.
70. Miltenberg, malerisches altes Städtchen im mittleren Maintal,
ausgezeichnet durch zahlreiche Fachwerkhäuser der Renaissance.
71. Rothenfels, altes Mainstädtchen mit Schloß der Fürsten
Löwenstein-Wertheim, jetzt Hauptquartier einer der
Jugendbewegungsgruppen.
73. Die große Wasserkuppe, 950 Meter, höchster Gipfel des
Rhöngebirges. Dieses, vulkanischen Ursprungs, trägt auf den meist
durchaus kahlen Hochflächen einen rauhen und unwirtlichen Charakter.
74. Veitshöchheim. Garten des fürstbischöflichen (würzburgischen)
Lustschlosses. 1763–1775. Mit reichster plastischer Dekoration.
75. Auf dem Michaelsberg weithin sichtbar wirkungsvoll vereinigt,
die von Kaiser Heinrich II. gestiftete Benediktiner-Abtei und die
zweitürmige Michaelskirche: ursprünglich romanische Pfeilerbasilika.
81. Der Süntel, Teil des Weserberglandes nördlich von Hameln. In der
hohen Egge bis 440 Meter ansteigend.
84. Goethes Gartenhaus im Schloßpark zu Weimar. 1776 bis 1783 von
Goethe bewohnt: „Übermütig sieht’s nicht aus, hohes Dach und niederes
Haus“ ....
86. Die Wartburg, wahrscheinlich 1070 gegründet, im 13. und 14.
Jahrh. Residenz der Landgrafen von Thüringen. Im 18. Jahrh. in der
Hauptsache völlig verfallen. Erneuerung und großenteils völlige
Neuerbauung 1838–1887.
87. Blick von der „Promenade“ auf den Westflügel des neuen Leipziger
Hauptbahnhofs, des größten Bahnhofes Europas.
89. Pirna, südlich von Dresden am Ende des Elbdurchbruchs gelegen.
Die Stadtkirche St. Marien 1502 bis 1546.
92. Elbansicht von Dresden. Die Stadtsilhouette, vom jenseitigen Ufer
gesehen, beherrscht durch die Kuppel der Frauenkirche links, die
Hofkirche, den Turm des königl. Schlosses, das Opernhaus und (leider)
rechts den Turm des neuen Fernheizwerkes.
94. Die Schrammsteine (425 Meter), im Mittelpunkt der sächsischen
Schweiz steil über dem Elbtal.
97. Cistercienserkloster Grüssau, 1292 gegründet. Die Marienkirche
1727–1735 in reichem Barock. Im Hintergrund Riesengebirge.
99. Leubus, die Mutter der schlesischen Cistercienserklöster,
gegründet etwa um 1280. Jetzige Klostergebäude zwischen 1680
und 1740. Der sogenannte „Fürstensaal“ der prächtigste Festsaal
Schlesiens.
100. Meißen. Um 930 gegründet, bis 1090 Sitz der Markgrafen von
Meißen. In erhöhter Lage an der Elbe unterhalb Dresdens. Der Dom
aus dem 13. und 14. Jahrh. Moderner Turmausbau. Die „Albrechtsburg“
1471–1483 von einem westfälischen Meister erbaut.
101. Elisabethkirche: Gegründet 1245. Neubau Ende des 14.
Jahrhunderts, Turm erst um 1450.
102. Das Rauch’sche Denkmal Friedrich d. Gr. wurde 1851 enthüllt.
13,5 Meter hoch. Dahinter das Palais Wilhelms I. 1834–1836 von
Langhans erbaut.
104. Sanssouci. Blick vom Haupteingang auf das Schloß. Schloß
und Park Sanssouci 1745–1747 von G. W. v. Knobelsdorff nach den
Grundideen Friedrichs II.
108. Blick auf das Tal der unteren Oder bei Schwedt. Gebiet des stark
gewundenen Durchbruchs des Stromes durch die Hügel des „baltischen
Höhenzuges“.
109. Konitz. Reste einer bescheidenen Befestigung. Im Bilde links die
Pfarrkirche, gotischer Backsteinbau, von etwa 1350 an langsam erbaut.
Rechts die barocke Kirche des ehem. Jesuitenklosters, 1742.
113. 116. Rügen, größte deutsche Insel, südwestlich durch den
Strelasund von Vorpommern getrennt. Tiefeinschneidende Meeresbuchten
zerreißen das Land in zahlreiche, oft nur durch schmale Landzungen
verbundene Halbinseln.
114. Danzig, schon 997 erwähnt, 1308–1466 unter Botmäßigkeit des
deutschen Ordens. Dann bis ins 18. Jahrh. freie Stadt unter dem
Schutze Polens. Unter den größeren norddeutschen Städten hat Danzig
sich, neben Lübeck, am meisten ein bestimmtes geschichtliches Gepräge
bewahrt. Die Marienkirche, 1400 bis 1502 in mächtigen Verhältnissen
erbaut, „überragt mit ihrem kolossalen Westturm und ihren 10
schlanken Giebeltürmchen wie eine Festung die Häuser der Stadt“.
115. Stralsund, 1209 gegründet, schon im 14. Jahrh. neben Lübeck
wichtigste Hansastadt der Ostsee. 1648 bis 1815 schwedisch. Die
Nikolaikirche (links) und die Jacobikirche (rechts) bedeutende
Backsteinbauten vorwiegend a. d. 14. Jahrh.
118. 1230 begann der deutsche Ritterorden seinen Kampf, durch den
die Ostmark deutscher Kultur gewonnen wurde. Planmäßig schritt die
Eroberung vor; jede besetzte Strecke wurde durch Anlage einer Burg
gesichert, um die sich Städte mit deutschen Kolonisten ansiedelten.
So entstand um 1380 Marienburg, anfangs nur Sitz eines
Ordenskomturs. Nachdem aber 1309 die Hochmeister-Residenz hierher
verlegt war, wurde die Burg bald erweitert. 1324–1335 erhielt das
Hochschloß im wesentlichen seine jetzige (vielfach erneuerte) Gestalt.
119. u. a. Die Provinz Ostpreußen, in ihrer südlichen Hälfte von der
„Ostpreußischen Seenplatte“ durchzogen, bietet große Abwechslung
von Hügelland und ebenen Flächen. Der Landrücken der Seenplatte, in
seinem höchsten Gipfel bis 313 Meter ansteigend, dacht sich nach
Süden zu einem ebenen, sumpf- und waldreichen Landstrich ab.
126. Baubeginn der Jakobikirche 1309. Sehr lange Bauzeit.