*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 79113 *** #################################################################### Anmerkungen zur Transkription Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1924 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Die Abbildungen sind nicht nummeriert, zur Orientierung wurden daher in den Bildunterschriften die zugehörigen Seitenzahlen der Buchversion beibehalten. Besondere Schriftvarianten werden im vorliegenden Text mit Hilfe der folgenden Symbole gekennzeichnet: gesperrt: +Pluszeichen+ Antiqua: ~Tilden~ #################################################################### Die Schöne Heimat Bilder aus Deutschland [Illustration] Mit 122 Bildseiten. 188. bis 215. Tausend. 1924. Karl Robert Langewiesche·Verlag·Königstein im Taunus & Leipzig Das an anderer Stelle gesagte wiederholend, sei auch hier zunächst ausgesprochen, daß dies +Buch nicht ein methodisch geordnetes Herbarium, sondern ein frei gebundener Blumenstrauß sein will+. Es wendet sich nicht an den Verstand, sondern hofft ohne Empfindsamkeit zum Herzen zu sprechen. Aufgabe und Absicht war also nicht, alles Einzelne anzudeuten, sondern vielmehr +Deutschland als Einheit+ zu zeigen. Als +Die+ Einheit freilich, die es ist: voll eines unerhörten Reichtums verschiedenster Einzelformen. Daß dabei jedermann manches vermissen wird, was +ihm grade+, aus Gründen persönlicher Neigung und Erinnerung, oder aus Liebe zur engeren Heimat besonders wichtig erscheint, ist schlechthin unvermeidlich. Der Anordnung und Reihenfolge der Bilder lag etwa der Gedanke einer Reise zugrunde, welche im Nordwesten beginnend, in großen Kurven durch Deutschland hindurchführt. Es gibt aber im Einzelnen große Abweichungen. Wichtiger als das Einhalten irgendwelcher geographischer Linien schien der gute Zusammenklang nah benachbarter Bildseiten, sonderlich der einander gegenüberstehenden. Zum Schluß sei ein Wort Friedrich Ratzels auch dieser neuen Auflage des Buches wieder zugegeben, ein Wort, das heute freilich einen anderen und ernsteren Klang hat, als in jenem Herbst 1915, als es der +ersten+ Auflage zugegeben wurde: „+Wir müssen wissen: unser Land ist nicht das größte, nicht das fruchtbarste, nicht das sonnig heiterste Europas. Aber es ist groß genug, für ein Volk, das entschlossen ist, nichts davon zu verlieren; es ist reich genug, ausdauernde Arbeit zu lohnen; es ist schön genug, Liebe und treueste Anhänglichkeit zu verdienen; es ist mit Einem Worte ein Land, worin ein tüchtiges Volk große und glückliche Geschicke vollenden kann; vorausgesetzt, daß es sich und sein Land zusammenhält.+“ [Illustration] Titelbild: Die Loreley nach Aufnahme von Karl Richarz. ~Alle Rechte vorbehalten. * Druck von Emil Herrmann senior in Leipzig. * Printed in Germany.~ Denen/ die ihre und unsere Heimat verteidigt haben [Illustration] Zum Eingang: „Der ich gebot von Jericho den Mauern: Stürzt ein! und sie gedachten nicht zu stehen; Meint ihr, wenn meines Odems Stürme wehen, Die Burgen eurer Feinde werden dauern? Der ich ließ über den erstaunten Schauern Die Sonne Gibeons nicht untergehen: Kann ich nicht auch sie lassen auferstehen Für euch aus eurer Nacht verzagtem Trauern? Der ich das Riesenhaupt der Philistäer Traf in die Stirn, als meiner Rache Schleudern Ich in die Hand gab einem Hirtenknaben. Je höh’r ein Haupt, je meinen Blitzen näher! — Ich will aus meinen Wolken so sie schleudern, Daß fällt, was soll, und ihr sollt Friede haben.“ Friedrich Rückert. [Illustration: ~v. Seggern, Hamburg.~ Bismarck.] [Illustration: Bremen: Der Roland. ~Uraufnahme des Verlages.~ 6] [Illustration: Helgoland: „Der Mönch“. ~Hans Breuer, Hamburg.~ 7] [Illustration: Aus dem Hamburger Hafen. ~Peter Oettel, Berlin.~ 8] [Illustration: Aus der Lüneburger Heide. ~E. Linde: „Die Lüneburger Heide.“~ 9] [Illustration: Dorfstraße auf einer Friesischen Insel. ~Hans Breuer, Hamburg.~ 10] [Illustration: Im Worpsweder Moor. ~Robert Liep, Leipzig.~ 11] [Illustration: Sauerländische Gebirgslandschaft: Blick auf den Kahlen Astenberg. ~Gerd Bischoff, Iserlohn.~ 12] [Illustration: „Thesing’s Mühle“ bei Gütersloh i. W. ~Direktor Walter Bartels, Gütersloh i. W.~ 13] [Illustration: Sauerland: Blick von der Hochfläche des Kahlen Asten nach Süden. ~Dr. Pückelmann, Barmen.~ 14] [Illustration: Im Hönnetal bei Iserlohn. ~Gerd Bischoff, Iserlohn.~ 15] [Illustration: Im Lennetal bei Plettenberg. ~Josef Grobbel, Plettenberg.~ 16] [Illustration: Rees am Niederrhein. ~Dr. Quedenfeldt, Wien.~ 17] [Illustration: Der Niederrhein bei Düsseldorf. ~Dr. Quedenfeldt, Wien.~ 18] [Illustration: Köln am Rhein, Abendansicht. ~Hermann Jansen, Köln.~ 19] [Illustration: Dortmund, Der Marktplatz im Winter. ~Friedrich Schmieding, Dortmund.~ 20] [Illustration: Düsseldorf, Marktplatz mit „Jan Wellem“-Denkmal. ~Eugen Coubillier, Köln.~ 21] [Illustration: Kirschblüte am Mittelrhein (Kestert). ~W. Fülle, Barmen.~ 22] [Illustration: Blick vom Siebengebirge auf Rhein und Eifel. ~Karl Richarz, Königswinter.~ 23] [Illustration: Der Moselumlauf bei der Marienburg. ~Karl Richarz, Königswinter~ 24] [Illustration: Das Ahrtal bei Altenahr. ~Karl Richarz, Königswinter.~ 25] [Illustration: Das Weinfelder Maar in der Eifel. ~Hauptschriftleiter Weber, Berlin.~ 26] [Illustration: Blick ins Rheintal bei Oberwesel. ~Neue Photogr. Ges.~ 27] [Illustration: Karden an der Mosel. ~Dr. Quedenfeldt, Wien.~ 28] [Illustration: Dietkirchen an der Lahn. ~Staatliche Bildstelle, Berlin.~ 29] [Illustration: Burg Eltz nächst der Mosel. ~Dr. Keller, Koblenz.~ 30] [Illustration: Limburg an der Lahn. ~Neue Photogr. Ges.~ 31] [Illustration: Saarbrücken im Morgennebel. Gefährdet. Versailles 1919. 32] [Illustration: Stadt und Kloster Amorbach im Odenwald. ~A. Fahr, Amorbach.~ 33] [Illustration: Abend im Rheingau. ~Frau Stefanie Langewiesche, Königstein i. T.~ 34] [Illustration: Ruine Ehrenfels bei Aßmannshausen am Rhein. ~Reg.-Baumeister Wildeman, Bonn.~ 35] [Illustration: Im Moselbogen bei Beilstein. ~August Rupp, Berlin.~ 36] [Illustration: Frankfurt am Main. ~Kunstverlag Jacobs, Frankfurt a. M.~ 37] [Illustration: Endingen am Kaiserstuhl. ~Lektor Ferrars, Freiburg.~ 38] [Illustration: Die Katharinenkirche bei Oppenheim. ~Reg.-Baumeister Wildeman, Bonn.~ 39] [Illustration: Heidelberg, Blick auf Schloß, Stadt und Rheinebene. ~Max Kögel, Heidelberg.~ 40] [Illustration: Horb am Neckar. ~A. v. d. Trappen, Stuttgart.~ 41] [Illustration: Straßburg im Elsaß. Verloren. Versailles 1919. 42] [Illustration: Alt-Breisach am Oberrhein. ~Bad. Denkm. Archiv, Karlsruhe.~ 43] [Illustration: Schwarzwald: Blick auf den Titisee. ~Neue Photogr. Ges.~ 44] [Illustration: Stuttgart. Blick auf die Stadt. ~Hofkunsthandlung L. Schaller, Stuttgart.~ 45] [Illustration: Der Münsterplatz in Freiburg i. Br. ~Neue Photogr. Ges.~ 46] [Illustration: Blick von Schloß Zwingenberg ins Neckartal. ~Bad. Denkm. Archiv, Karlsruhe.~ 47] [Illustration: Rappoltsweiler im Elsaß. Verloren. Versailles 1919. 48] [Illustration: St. Märgen im Schwarzwald. ~Dr. Schottelius, Freiburg i. Br.~ 49] [Illustration: Schloßpark in Karlsruhe. ~Bad. Denkm. Archiv, Karlsruhe.~ 50] [Illustration: Blick auf Säckingen. ~Karl Gersbach, Säckingen.~ 51] [Illustration: Blick auf Ellwangen. ~K. Wiedmayer, Ellwangen.~ 52] [Illustration: Weiden in Oberfranken. ~Baurat Strobel, Dortmund.~ 53] [Illustration: Dorf auf der Schwäbischen Alb. ~Schwäb. Albverein.~ 54] [Illustration: Blick auf Kloster Komburg bei Schwäbisch Hall. ~Bad. Denkm. Archiv, Karlsruhe.~ 55] [Illustration: St. Georg in Oberzell. Insel Reichenau. Bodensee. ~Bad. Denkm. Archiv, Karlsruhe.~ 56] [Illustration: Blick auf Ulm an der Donau. ~L. Schaller, Stuttgart.~ 57] [Illustration: Dinkelsbühl in Franken. ~Dr. Stoedtner, Berlin.~ 58] [Illustration: Blick auf Rothenburg ob der Tauber. ~August Rupp, Berlin.~ 59] [Illustration: Blick auf Lindau im Bodensee. ~Kilophot. Ges., Wien.~ 60] [Illustration: Das Taubertal nächst Rothenburg. ~H. W. Müller, Hamburg.~ 61] [Illustration: Blick auf Starnberger See, Alpenkette und Zugspitze. Aufziehendes Gewitter. ~L. Wörsching, Starnberg.~ 62] [Illustration: Blick auf Frauenchiemsee. ~Kilophot. Ges., Wien.~ 63] [Illustration: Blick vom „Oberhaus“ bei Passau. ~A. Adolphs, Passau.~ 64] [Illustration: München, Blick auf Marienplatz, Rathaus und Frauenkirche. ~Erna M. Kollstede, München.~ 65] [Illustration: Der Eibsee mit der Zugspitze. ~R. Rudolphi, Garmisch.~ 66] [Illustration: Kloster Neustadt im Maintal. ~Wilhelm Schäfer, Lohr a. M.~ 67] [Illustration: Regensburg. ~Susanne Hohmann, Darmstadt.~ 68] [Illustration: Nürnberg. An der Stadtmauer. ~Cristoph Müller, Nürnberg.~ 69] [Illustration: Das Maintal bei Miltenberg. ~Rud. Lichtenberg, Osnabrück.~ 70] [Illustration: Rothenfels am Main. ~Wilhelm Schäfer, Lohr a. M.~ 71] [Illustration: Mühle im Spessart. ~Wilhelm Schäfer, Lohr a. M.~ 72] [Illustration: Die Wasserkuppe mit Abtsroda. ~D. Schottelius, Freiburg i. B.~ 73] [Illustration: Aus dem Park von Veitshöchheim. ~K. Gundermann, Würzburg.~ 74] [Illustration: Bamberg. Blick auf den Michaelsberg. ~Folkwang-Verlag, München.~ 75] [Illustration: An der Tauber bei Neuhaus. ~A. v. d. Trappen, Stuttgart.~ 76] [Illustration: Blick ins Wesertal bei Höxter. ~H. Lorch, Dortmund.~ 77] [Illustration: Auf der Hohen Rhön. ~Prof. Hossfeld, Eisenach.~ 78] [Illustration: Das Haunetal in der Rhön. ~Dr. Stoedtner, Berlin.~ 79] [Illustration: Aus Waldeck. ~Staatliche Bildstelle, Berlin.~ 80] [Illustration: Blick auf das Süntelgebirge. ~Dir. Dr. Reißert, „Das Weserbergland.“~ 81] [Illustration: Harzlandschaft bei Lauterberg. ~Neue Photogr. Ges.~ 82] [Illustration: Waldmühle im Harz. ~Bernhard Hertig, Leopoldshall.~ 83] [Illustration: Weimar, Goethes Gartenhaus. ~Karl Schwier, Weimar.~ 84] [Illustration: Dorf Lauenstein in Thüringen. ~H. W. Müller, Hamburg.~ 85] [Illustration: Blick auf die Wartburg. ~Dr. Stoedtner, Berlin.~ 86] [Illustration: Am Westflügel des Hauptbahnhofs in Leipzig. ~Baurat Strobel, Dortmund.~ 87] [Illustration: Aus Rudolstadt. ~Baurat Strobel, Dortmund.~ 88] [Illustration: Blick auf Pirna. ~Otto Ehrhardt, Koswig.~ 89] [Illustration: Winter im Riesengebirge. ~Baumeister Igel, Dresden.~ 90] [Illustration: Blick auf die „Schneegrube“ im Winter. ~Dr. Kuhfahl, Dresden.~ 91] [Illustration: Dresden. Elbansicht. ~Dr. Stoedtner, Berlin.~ 92] [Illustration: Blick auf Dorf und Schloß Weesenstein. ~Brockmann’s Nachf., Dresden.~ 93] [Illustration: Sächsische Schweiz: Die Schrammsteine. ~Dr. Trenkler & Co., Leipzig.~ 94] [Illustration: Aus der Sächsischen Schweiz. ~Otto Ehrhardt, Koswig.~ 95] [Illustration: Bei Eilenburg. ~Rob. Liep, Leipzig.~ 96] [Illustration: Schlesische Landschaft mit Kloster Grüssau. ~Staatliche Bildstelle, Berlin.~ 97] [Illustration: Winterabend im Riesengebirge. ~Dr. Kuhfahl, Dresden.~ 98] [Illustration: Schlesische Oderlandschaft mit Kloster Leubus. ~Staatliche Bildstelle, Berlin.~ 99] [Illustration: Winternacht bei Meißen a. d. Elbe. ~Nenke & Ostermaier, Dresden.~ 100] [Illustration: Breslau. Am Ring. Blick auf die Elisabethkirche. ~Ed. v. Delden, Breslau.~ 101] [Illustration: Berlin. Denkmal Friedrichs des Großen. ~Fedor Grünthal, Berlin.~ 102] [Illustration: Berlin. Reichstag und Siegessäule. ~August Rupp, Berlin.~ 103] [Illustration: Sanssouci. ~Fedor Grünthal, Berlin.~ 104] [Illustration: Blick auf die Havel und den Grunewald. ~Professor Jaeger, Berlin.~ 105] [Illustration: Wismar von der See aus. ~Karl Schomacker, Wismar.~ 106] [Illustration: Tangermünde. Elbansicht bei hohem Wasserstand. ~Staatliche Bildstelle, Berlin.~ 107] [Illustration: Blick auf das Odertal bei Schwedt. ~Lehrer Bethke, Stettin.~ 108] [Illustration: An der Stadtmauer in Konitz. Verloren. Versailles 1919. 109] [Illustration: Karwitz in Pommern. ~Otto Bruns, Friedenau.~ 110] [Illustration: Landschaft an der unteren Weichsel. Verloren. Versailles 1919. 111] [Illustration: Aus dem Stettiner Hafen. ~Dr. Stoedtner, Berlin.~ 112] [Illustration: Auf Rügen. ~W. Titzenthaler, Berlin.~ 113] [Illustration: Danzig, Blick auf Marienkirche und Rathausturm. ~W. Titzenthaler, Berlin.~ 114] [Illustration: Blick auf Stralsund. ~W. Titzenthaler, Berlin.~ 115] [Illustration: Rügen, Blick auf die Hagen’sche Wiek. ~Dr. Stoedtner, Berlin.~ 116] [Illustration: Achterwasser bei Zinnowitz. ~Carl Niemann, Zinnowitz.~ 117] [Illustration: Die Marienburg, Gesamtansicht von Norden. ~Uraufnahme des Verlages.~ 118] [Illustration: Nikolaiken in Masuren. ~Gottheil u. Sohn, Königsberg.~ 119] [Illustration: Ostpreußen. Dorf und Fluß Nemonien. ~Folkwang-Verlag, München.~ 120] [Illustration: Die Masurischen Seen bei Lötzen. ~Hermann Schultz, Königsberg i. Pr.~ 121] [Illustration: Der Bäringsee in Ostpreußen. ~J. Castensen, Osterode.~ 122] [Illustration: Ostseestrand bei Georgenswalde (Samland). ~Helene Michelau, Königsberg, Pr.~ 123] [Illustration: Blick ins Ermland bei Mehlsack. ~Hermann Schulz, Königsberg i. Pr.~ 124] [Illustration: Oberländischer Kanal mit Rötlofsee, Ostpreußen. ~Hermann Schulz, Königsberg i. Pr.~ 125] [Illustration: Thorn. An der Jakobikirche. Verloren. Versailles 1919. 126] Anmerkungen zu einzelnen Bildern Die Loreley, gewaltige Felsenmasse am rechten Ufer des Rheins, unweit St. Goarshausen. 132 Meter über dem Strombett. Die uralte Loreley-Sage durch Brentano (1800) und später durch das Lied Heinrich Heines zu neuem Leben erweckt. 5. Das Hamburger Bismarckdenkmal Hugo Lederers, 1906 vollendet. Nach den furchtbaren Schöpfungen der achtziger und neunziger Jahre das erste wieder würdige und eigenlebendige Großdenkmal des neueren Deutschland. 6. Der Bremer „Roland“: das größeste und bedeutendste der erhalten gebliebenen Deutschen Rolandsbilder. Die jetzige Figur aus 1404. Vermutlich nach einem ältern Holz-Vorbild. Schild aus dem Anfang des 16. Jahrh. 7. „Der Mönch“: schroffer, etwa 55 Meter hoher Einzelfels an der Südostspitze Helgolands, gleich dem gesamten Helgoländer Oberland aus Schichten roten harten Tons und weißen Sandsteins gebildet. 9. Die Lüneburger Heide, heute eins der beliebtesten Wanderziele, früher eine der unbekanntesten, ja verrufensten Gegenden Deutschlands — Noch im 18. Jahrh. nannte ein französischer Reiseschriftsteller, die harmlosen schwarzen Heidschnucken „un peuple sauvage de Westfalie“. 12. u. a. Das Sauerland (Süderland), südlicher, gebirgiger Teil der Provinz Westfalen, zwischen Sieg, Möhne und Ruhr. Der „kahle Asten“ auf dem „Winterberger Plateau“ bildet die höchste Erhebung. 17. Die Kirche rechts ist Neubau aus 1817 an Stelle der alten Kollegialkirche. Links daneben das ansehnliche schlanke, spätgotische Rathaus des alten, schon 1142 als Marktflecken genannten und schon 1228 befestigten, klevischen Städtchens. 19. Das Bild zeigt den mächtigen Neubau der Hohenzollernbrücke, dahinter den romanischen Turm von Groß St. Martin. Rechts die Silhouette des Doms. 20. Dortmund. Heute mit Essen zu den Mittelpunkten der rheinisch-westfälischen Industrie zählend, bewahrt die Stadt in ihrer Mitte noch die Architektur-Denkmale einer langen Vergangenheit. 899 zuerst erwähnt, seit 1220 freie Reichsstadt. 21. Düsseldorf. Marktplatz mit altem Rathausflügel (jetzige Gestalt aus 1790) und dem eigentlichen Wahrzeichen der Stadt, dem Reiterstandbild des Kurfürsten Johann Wilhelm („Jan Wellm“), von Grupello, 1703 bis 1711 errichtet. 22. Bezeichnender Landschaftsausschnitt aus dem Rheintal zwischen Boppard und St. Goar. Im Hintergrund, über der jetzt durch den Strom geteilten Hochfläche, welche das einstige Strombett bildete, die ansteigenden Höhen des Hunsrücks. 23. Blick vom Süd-Abhange der „Wolkenburg“ auf Honnef, Nonnenwerth, Rolandseck und Rheinlauf bis Remagen. 24. Das Bild zeigt die Stelle des vielgewundenen Mosellaufes, wo der Fluß in langer Schleife den Bergrücken der Marienburg fast inselartig einschließt. 26. Das Weinfelder Maar, gleich den andern „Maaren“ der vulkanischen Eifel ein ausgebrannter in sich zusammengesunkener Krater, ist das einsamste und herbste unter ihnen. Kirche und Friedhof vom untergegangenen Dorf Weinfelden. 28. Karden. Alter Ort. Stiftskirche S. Kastor teils spätromanisch, teils frühgotisch. 30. Burg Eltz, im einem Seitental der Mosel. Nachweislich seit 1157 im Besitz desselben Geschlechts, nie zerstört oder verfallen, nach dem 16. Jahrh. baulich nicht mehr verändert, vor dem Brande von 1920 kaum durch Restauration berührt. 31. Limburg an der Lahn, altes Städtchen, berühmt durch seinen schon 909 gegründeten, im jetzigen Bau aus 1213–1242 stammenden Dom, einer der gewaltigsten Schöpfungen des Übergangsstils. Auf steilem Fels über der Lahn. 32. Saarbrücken. Sehr alte Stadt mit 1793 durch die Franzosen ausgebranntem Schloß. Jetzt zusammen mit der am andern Ufer gegenüberliegenden Schwesterstadt St. Johann Mittelpunkt des industriellen Lebens des Saargebiets. 34. Der Rheingau. Der berühmteste Weingarten Deutschlands, mit mildestem Klima. Zwischen flachen, überaus fruchtbaren Ufern fließt der Strom breit dahin, bevor er bei Bingen in das plötzlich verengte Tal des Mittelrheins tritt. 37. Der Turm des Krönungsdomes über den Dächern der Altstadt. Der 1415 begonnene Westturm „sollte durch Pracht und Größe wettmachen, daß die Kirchenarchitektur Frankfurts hinter dem zurückgeblieben war, was dem Rang und Selbstbewußtsein der blühenden Reichsstadt angemessen gewesen wäre“ [Dehio]. 39. Die Katharinenkirche bei Oppenheim, auf steilem Hügelrand über der Rheinebene. Bauteile der verschiedensten Zeiten aneinander geschoben. 40. Das Heidelberger Schloß wurde wahrscheinlich im Anfang des 13. Jahrh. begonnen und bis zum Anfange des 17. Jahrh. ausgebaut. Seine Zerstörung ist das Werk der Franzosen: 1689 und namentlich 1693. Seitdem Ruine, nach Umfang und Lage die großartigste und schönste in Deutschland. 42. Das Straßburger Münster: Krypta, Chor und Querschiff noch in romanischen Formen. Erst im Langhaus, um 1250 begonnen, schon 1275 vollendet, ist die Gotik zur Herrschaft gelangt. Fassade 1277 begonnen, sie ist das Werk Meister Erwins, der bis 1318 den Bau leitete. Die höheren Teile der Fassade und die Türme gehören jedoch nicht mehr Erwin an. Abschluß des Werks durch den wundersamen durchbrochenen Helm: 1439 Johannes Hültz aus Köln. 43. Altbreisach, inmitten der Oberrhein-Ebene, auf steilem Fels erbaut. Auf dem höchsten Punkt: Stephansmünster. Romanischer Bau mit gotischen Einzelteilen. 46. Das Freiburger Münster, aus rotem im Sonnenschein prächtig strahlenden Sandstein: „von Grund auff biß an den höchsten Gipffel geführt mit eitel Quadern und gebildeten Steinen, desgleichen man in Teutschen Landen nicht findet nach dem Turm zu Straszburg. Die Heyden hetten ihn vor zeiten vnder die Sieben Wunderwerk gezehlt, wo sie ein sollich Werck gefunden hetten.“ 47. Zwingenberg am Neckar. Die Burg stammt aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts. Der Fernblick zeigt das typische Landschaftsbild des Neckartals in seinem schönsten Teile, zwischen Heilbronn und Heidelberg. 49. St. Märgen, 1118 als Chorherrenstift gegründet, über dem Höllental, 890 Meter hoch gelegen. Kirche von 1725. 51. Säckingen am Oberrhein. Die zweitürmige Stiftskirche von 1726. Gedeckte Holzbrücke zum Schweizer Ufer. Rechts neben der Brücke das Scheffelhaus. 52. Ellwangen, alte Stadt im württembergischen Jagstkreise. Bis 1460 gefürstete Reichsabtei. 54. Die Schwäbische Alb (oder „Schwäb. Jura“). Kalkfels-Waldgebirge zwischen Schwarzwald–Neckar–Donau, das Herz des Schwabenlandes. Die Wiege der neueren Geologie und Paläontologie. Großer Fossilienreichtum. 55. Komburg („Groß-Komburg“), ehem. festes Kloster der Benediktiner. Im 11. Jahrh. gegründet durch Umwandlung einer gräflichen Burg. 56. Insel Reichenau, ehemals Sitz der berühmten Benediktinerabtei in Oberzell, Mittelzell und Unterzell. Die zugehörige romanische Säulenbasilika St. Georg in Oberzell (9.–10. Jahrh.) enthält die ältesten erhalten gebliebenen kirchlichen Wandgemälde Deutschlands. (10. Jahrhundert.) 57. Ulm. Stadtbild. Das Münster 1377 begonnen, bis um Anfang des 15. Jahrh. fortgeführt, am Ende des 19. ausgebaut. Vom Turm gehört nur das (dunklere) Viereck den früheren Bauperioden an. 58. Dinkelsbühl. Ehemalige freie Reichsstadt. Das Stadtbild ist durch typischen Wert und Vollständigkeit der Erhaltung eine Merkwürdigkeit ersten Ranges. 59. Rothenburg, auf dem Westrande einer steil zur Tauber abfallenden Hochebene. 942 bereits als Stadt genannt, 1172–1803 freie Reichsstadt. 64. Passau. Blick von der alten Festung Oberhaus auf den Zusammenfluß von Donau, Inn und Ilz. Links unten die Häuser der „Ilzstadt“. 65. München: Die Frauenkirche, in der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. von Jörg Ganghofer erbaut. Die Mariensäule von 1638. Ursprünglich für den Hochaltar der Frauenkirche bestimmt. — Das „gotische“ (!) Rathaus um 1900 erbaut. 68. Regensburg. Stadtansicht vom oberen Wörth aus. Dom St. Peter, 1275 begonnen, nach mehrfachen Unterbrechungen 1524 bis auf die Türme vollendet. Diese (101 Meter hoch), erst 1859–1869 vollendet. 70. Miltenberg, malerisches altes Städtchen im mittleren Maintal, ausgezeichnet durch zahlreiche Fachwerkhäuser der Renaissance. 71. Rothenfels, altes Mainstädtchen mit Schloß der Fürsten Löwenstein-Wertheim, jetzt Hauptquartier einer der Jugendbewegungsgruppen. 73. Die große Wasserkuppe, 950 Meter, höchster Gipfel des Rhöngebirges. Dieses, vulkanischen Ursprungs, trägt auf den meist durchaus kahlen Hochflächen einen rauhen und unwirtlichen Charakter. 74. Veitshöchheim. Garten des fürstbischöflichen (würzburgischen) Lustschlosses. 1763–1775. Mit reichster plastischer Dekoration. 75. Auf dem Michaelsberg weithin sichtbar wirkungsvoll vereinigt, die von Kaiser Heinrich II. gestiftete Benediktiner-Abtei und die zweitürmige Michaelskirche: ursprünglich romanische Pfeilerbasilika. 81. Der Süntel, Teil des Weserberglandes nördlich von Hameln. In der hohen Egge bis 440 Meter ansteigend. 84. Goethes Gartenhaus im Schloßpark zu Weimar. 1776 bis 1783 von Goethe bewohnt: „Übermütig sieht’s nicht aus, hohes Dach und niederes Haus“ .... 86. Die Wartburg, wahrscheinlich 1070 gegründet, im 13. und 14. Jahrh. Residenz der Landgrafen von Thüringen. Im 18. Jahrh. in der Hauptsache völlig verfallen. Erneuerung und großenteils völlige Neuerbauung 1838–1887. 87. Blick von der „Promenade“ auf den Westflügel des neuen Leipziger Hauptbahnhofs, des größten Bahnhofes Europas. 89. Pirna, südlich von Dresden am Ende des Elbdurchbruchs gelegen. Die Stadtkirche St. Marien 1502 bis 1546. 92. Elbansicht von Dresden. Die Stadtsilhouette, vom jenseitigen Ufer gesehen, beherrscht durch die Kuppel der Frauenkirche links, die Hofkirche, den Turm des königl. Schlosses, das Opernhaus und (leider) rechts den Turm des neuen Fernheizwerkes. 94. Die Schrammsteine (425 Meter), im Mittelpunkt der sächsischen Schweiz steil über dem Elbtal. 97. Cistercienserkloster Grüssau, 1292 gegründet. Die Marienkirche 1727–1735 in reichem Barock. Im Hintergrund Riesengebirge. 99. Leubus, die Mutter der schlesischen Cistercienserklöster, gegründet etwa um 1280. Jetzige Klostergebäude zwischen 1680 und 1740. Der sogenannte „Fürstensaal“ der prächtigste Festsaal Schlesiens. 100. Meißen. Um 930 gegründet, bis 1090 Sitz der Markgrafen von Meißen. In erhöhter Lage an der Elbe unterhalb Dresdens. Der Dom aus dem 13. und 14. Jahrh. Moderner Turmausbau. Die „Albrechtsburg“ 1471–1483 von einem westfälischen Meister erbaut. 101. Elisabethkirche: Gegründet 1245. Neubau Ende des 14. Jahrhunderts, Turm erst um 1450. 102. Das Rauch’sche Denkmal Friedrich d. Gr. wurde 1851 enthüllt. 13,5 Meter hoch. Dahinter das Palais Wilhelms I. 1834–1836 von Langhans erbaut. 104. Sanssouci. Blick vom Haupteingang auf das Schloß. Schloß und Park Sanssouci 1745–1747 von G. W. v. Knobelsdorff nach den Grundideen Friedrichs II. 108. Blick auf das Tal der unteren Oder bei Schwedt. Gebiet des stark gewundenen Durchbruchs des Stromes durch die Hügel des „baltischen Höhenzuges“. 109. Konitz. Reste einer bescheidenen Befestigung. Im Bilde links die Pfarrkirche, gotischer Backsteinbau, von etwa 1350 an langsam erbaut. Rechts die barocke Kirche des ehem. Jesuitenklosters, 1742. 113. 116. Rügen, größte deutsche Insel, südwestlich durch den Strelasund von Vorpommern getrennt. Tiefeinschneidende Meeresbuchten zerreißen das Land in zahlreiche, oft nur durch schmale Landzungen verbundene Halbinseln. 114. Danzig, schon 997 erwähnt, 1308–1466 unter Botmäßigkeit des deutschen Ordens. Dann bis ins 18. Jahrh. freie Stadt unter dem Schutze Polens. Unter den größeren norddeutschen Städten hat Danzig sich, neben Lübeck, am meisten ein bestimmtes geschichtliches Gepräge bewahrt. Die Marienkirche, 1400 bis 1502 in mächtigen Verhältnissen erbaut, „überragt mit ihrem kolossalen Westturm und ihren 10 schlanken Giebeltürmchen wie eine Festung die Häuser der Stadt“. 115. Stralsund, 1209 gegründet, schon im 14. Jahrh. neben Lübeck wichtigste Hansastadt der Ostsee. 1648 bis 1815 schwedisch. Die Nikolaikirche (links) und die Jacobikirche (rechts) bedeutende Backsteinbauten vorwiegend a. d. 14. Jahrh. 118. 1230 begann der deutsche Ritterorden seinen Kampf, durch den die Ostmark deutscher Kultur gewonnen wurde. Planmäßig schritt die Eroberung vor; jede besetzte Strecke wurde durch Anlage einer Burg gesichert, um die sich Städte mit deutschen Kolonisten ansiedelten. So entstand um 1380 +Marienburg+, anfangs nur Sitz eines Ordenskomturs. Nachdem aber 1309 die Hochmeister-Residenz hierher verlegt war, wurde die Burg bald erweitert. 1324–1335 erhielt das Hochschloß im wesentlichen seine jetzige (vielfach erneuerte) Gestalt. 119. u. a. Die Provinz Ostpreußen, in ihrer südlichen Hälfte von der „Ostpreußischen Seenplatte“ durchzogen, bietet große Abwechslung von Hügelland und ebenen Flächen. Der Landrücken der Seenplatte, in seinem höchsten Gipfel bis 313 Meter ansteigend, dacht sich nach Süden zu einem ebenen, sumpf- und waldreichen Landstrich ab. 126. Baubeginn der Jakobikirche 1309. Sehr lange Bauzeit. „Blaue Bücher“ über alte Deutsche Baukunst: Deutsche Dome des Mittelalters Deutsche Burgen und feste Schlösser Große Bürgerbauten aus vier Jahrhunderten Deutscher Barock Die groß. Baumstr. d. 18. Jahrh. Tore, Türme und Brunnen Deutsche Innenräume Herbst 1924 *** END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK 79113 ***