Project Gutenberg's Der Tod des Tizian / Idylle, by Hugo von Hofmannsthal

This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions
whatsoever.  You may copy it, give it away or re-use it under the terms
of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at
www.gutenberg.org.  If you are not located in the United States, you'll
have to check the laws of the country where you are located before using
this ebook.



Title: Der Tod des Tizian / Idylle
       Zwei Dichtungen

Author: Hugo von Hofmannsthal

Release Date: October 31, 2019 [EBook #60603]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TOD DES TIZIAN / IDYLLE ***




Produced by Norbert H. Langkau, Jens Sadowski, and the
Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net









                          Der Tod des Tizian.
                                 Idylle


                            Zwei Dichtungen
                                  von
                         Hugo von Hofmannsthal


                       Im Insel-Verlag zu Leipzig




                           Der Tod des Tizian


                            Bruchstck. 1892


                           Dramatis Personae

DER PROLOG, ein Page

FILIPPO POMPONIO VECELLIO, genannt TIZIANELLO, des Meisters Sohn

GIOCONDO

DESIDERIO

GIANINO (er ist 16 Jahre alt und sehr schn)

BATISTA

ANTONIO

PARIS

LAVINIA, eine Tochter des Meisters

CASSANDRA

LISA

   Spielt im Jahre 1576, da Tizian neunundneunzigjhrig starb. Die
    Szene ist auf der Terrasse von Tizians Villa, nahe bei Venedig.


                                 PROLOG

   Der Prolog, ein Page, tritt zwischen dem Vorhang hervor, grt
   artig, setzt sich auf die Rampe und lt die Beine (er trgt rosa
       Seidenstrmpfe und mattgelbe Schuhe) ins Orchester hngen.

   Das Stck, ihr klugen Herrn und hbschen Damen,
   Das sie heut abend vor euch spielen wollen,
   Hab ich gelesen.
   Mein Freund, der Dichter, hat mirs selbst gegeben.

   Ich stieg einmal die groe Treppe nieder
   In unserm Schlo, da hngen alte Bilder
   Mit schnen Wappen, klingenden Devisen,
   Bei denen mir so viel Gedanken kommen
   Und eine Trunkenheit von fremden Dingen,
   Da mir zuweilen ist, als mt ich weinen ...
   Da blieb ich stehn bei des Infanten Bild --
   Er ist sehr jung und bla und frh verstorben ...
   Ich seh ihm hnlich -- sagen sie -- und drum
   Lieb ich ihn auch und bleib dort immer stehn
   Und ziehe meinen Dolch und seh ihn an
   Und lchle trb: denn so ist er gemalt:
   Traurig und lchelnd und mit einem Dolch ...
   Und wenn es ringsum still und dmmrig ist,
   So trum ich dann, ich wre der Infant,
   Der lngst verstorbne traurige Infant ...
   Da schreckt mich auf ein leises, leichtes Gehen,
   Und aus dem Erker tritt mein Freund, der Dichter.
   Und kt mich seltsam lchelnd auf die Stirn
   Und sagt, und beinah ernst ist seine Stimme:

   Schauspieler deiner selbstgeschaffnen Trume,
   Ich wei, mein Freund, da sie dich Lgner nennen
   Und dich verachten, die dich nicht verstehen,
   Doch ich versteh dich, o mein Zwillingsbruder.
   Und seltsam lchelnd ging er leise fort,
   Und spter hat er mir sein Stck geschenkt.

   Mir hats gefallen, zwar ists nicht so hbsch
   Wie Lieder, die das Volk im Sommer singt,
   Wie hbsche Frauen, wie ein Kind, das lacht,
   Und wie Jasmin in einer Delfter Vase ...
   Doch mir gefllts, weils hnlich ist wie ich:
   Vom jungen Ahnen hat es seine Farben
   Und hat den Schmelz der ungelebten Dinge;
   Altkluger Weisheit voll und frhen Zweifels,
   Mit einer groen Sehnsucht doch, die fragt.

   Wie man zuweilen beim Vorbergehen
   Von einem Kpfchen das Profil erhascht, --
   Sie lehnt kokett verborgen in der Snfte,
   Man kennt sie nicht, man hat sie kaum gesehen
   (Wer wei, man htte sie vielleicht geliebt,
   Wer wei, man kennt sie nicht und liebt sie doch) --
   Inzwischen malt man sich in hellen Trumen
   Die Snfte aus, die hbsche weie Snfte,
   Und drinnen duftig zwischen rosa Seide
   Das blonde Kpfchen, kaum im Flug gesehn,
   Vielleicht ganz falsch, was tuts ... die Seele wills ...
   So, dnkt mich, ist das Leben hier gemalt
   Mit unerfahrnen Farben des Verlangens
   Und stillem Durst, der sich in Trumen wiegt.


   Sptsommermittag. Auf Polstern und Teppichen lagern auf den
   Stufen, die rings zur Rampe fhren, Desiderio, Antonio, Batista
   und Paris. Alle schweigen, der Wind bewegt leise den Vorhang der
   Tr. Tizianello und Gianino kommen nach einer Weile aus der Tr
   rechts. Desiderio, Antonio, Batista und Paris treten ihnen
   besorgt und fragend entgegen und drngen sich an sie. Nach einer
                             kleinen Pause:

                                 PARIS

   Nicht gut?

                                GIANINO

                         mit erstickter Stimme

             Sehr schlecht.

                 Zu Tizianello, der in Trnen ausbricht

                           Mein armer lieber Pippo!

                                BATISTA

   Er schlft?

                                GIANINO

              Nein, er ist wach und phantasiert
   Und hat die Staffelei begehrt.

                                ANTONIO

                                 Allein
   Man darf sie ihm nicht geben, nicht wahr, nein?

                                GIANINO

   Ja, sagt der Arzt, wir sollen ihn nicht qulen
   Und geben, was er will, in seine Hnde.

                               TIZIANELLO

                              ausbrechend

   Heut oder morgen ists ja doch zu Ende!

                                GIANINO

   Er darf uns lnger, sagt er, nicht verhehlen ...

                                 PARIS

   Nein, sterben, sterben kann der Meister nicht!
   Da lgt der Arzt, er wei nicht, was er spricht.

                               DESIDERIO

   Der Tizian sterben, der das Leben schafft!
   Wer htte dann zum Leben Recht und Kraft?

                                BATISTA

   Doch wei er selbst nicht, wie es um ihn steht?

                               TIZIANELLO

   Im Fieber malt er an dem neuen Bild,
   In atemloser Hast, unheimlich, wild;
   Die Mdchen sind bei ihm und mssen stehn,
   Uns aber hie er aus dem Zimmer gehn.

                                ANTONIO

   Kann er denn malen? Hat er denn die Kraft?

                               TIZIANELLO

   Mit einer rtselhaften Leidenschaft,
   Die ich beim Malen nie an ihm gekannt,
   Von einem martervollen Zwang gebannt --

   Ein Page kommt aus der Tr rechts, hinter ihm Diener; alle
                              erschrecken.

                       TIZIANELLO, GIANINO, PARIS

   Was ist?

                                  PAGE

           Nichts, nichts. Der Meister hat befohlen,
   Da wir vom Gartensaal die Bilder holen.

                               TIZIANELLO

   Was will er denn?

                                  PAGE

                    Er sagt, er mu sie sehen ...
   Die alten, die erbrmlichen, die bleichen,
   Mit seinem neuen, das er malt, vergleichen ...
   Sehr schwere Dinge seien ihm jetzt klar,
   Es komme ihm ein unerhrt Verstehen,
   Da er bis jetzt ein matter Stmper war ...
   Soll man ihm folgen?

                               TIZIANELLO

                       Gehet, gehet, eilt!
   Ihn martert jeder Pulsschlag, den ihr weilt.

   Die Diener sind indessen ber die Bhne gegangen, an der Treppe
   holt sie der Page ein. Tizianello geht auf den Fuspitzen, leise den
   Vorhang aufhebend, hinein. Die andern gehen unruhig auf und
                                nieder.

                                ANTONIO

                                halblaut

   Wie frchterlich, dies letzte, wie unsglich ...
   Der Gttliche, der Meister, lallend, klglich ...

                                GIANINO

   Er sprach schon frher, was ich nicht verstand,
   Gebietend ausgestreckt die blasse Hand ...
   Dann sah er uns mit groen Augen an
   Und schrie laut auf: Es lebt der groe Pan.
   Und vieles mehr, mir wars, als ob er strebte,
   Das schwindende Vermgen zu gestalten,
   Mit berstarken Formeln festzuhalten,
   Sich selber zu beweisen, da er lebte,
   Mit starkem Wort, indes die Stimme bebte.

                               TIZIANELLO

                             zurckkommend

   Jetzt ist er wieder ruhig, und es strahlt
   Aus seiner Blsse, und er malt und malt.
   In seinen Augen ist ein guter Schimmer.
   Und mit den Mdchen plaudert er wie immer.

                                ANTONIO

   So legen wir uns auf die Stufen nieder
   Und hoffen bis zum nchsten Schlimmern wieder.

   Sie lagern sich auf den Stufen. Tizianello spielt mit Gianinos
                   Haar, die Augen halb geschlossen.

                                BATISTA

                             halb fr sich

   Das Schlimmre ... dann das Schlimmste endlich ... nein.
   Das Schlimmste kommt, wenn gar nichts Schlimmres mehr,
   Das tote, taube, drre Weitersein ...
   Heut ist es noch, als obs undenkbar wr ...
   Und wird doch morgen sein.

                                 Pause.

                                GIANINO

                             Ich bin so md.

                                 PARIS

   Das macht die Luft, die schwle, und der Sd.

                               TIZIANELLO

                                lchelnd

   Der Arme hat die ganze Nacht gewacht!

                                GIANINO

                          auf den Arm gesttzt

   Ja, du ... die erste, die ich ganz durchwacht.
   Doch woher weit denn dus?

                               TIZIANELLO

                             Ich fhlt es ja,
   Erst war dein stilles Atmen meinem nah,
   Dann standst du auf und saest auf den Stufen ...

                                GIANINO

   Mir wars, als ginge durch die blaue Nacht,
   Die atmende, ein rtselhaftes Rufen.
   Und nirgends war ein Schlaf in der Natur.
   Mit Atemholen tief und feuchten Lippen,
   So lag sie, horchend in das groe Dunkel,
   Und lauschte auf geheimer Dinge Spur.
   Und sickernd, rieselnd kam das Sterngefunkel
   Hernieder auf die weiche, wache Flur.
   Und alle Frchte, schweren Blutes, schwollen
   Im gelben Mond und seinem Glanz, dem vollen,
   Und alle Brunnen glnzten seinem Ziehn.
   Und es erwachten schwere Harmonien.
   Und wo die Wolkenschatten hastig glitten,
   War wie ein Laut von weichen, nackten Tritten ...
   Leis stand ich auf -- ich war an dich geschmiegt --

             Er steht erzhlend auf, zu Tizianello geneigt

   Da schwebte durch die Nacht ein ses Tnen,
   Als hrte man die Flte leise sthnen,
   Die in der Hand aus Marmor sinnend wiegt
   Der Faun, der da im schwarzen Lorbeer steht
   Gleich nebenan, beim Nachtviolenbeet.
   Ich sah ihn stehen, still und marmorn leuchten;
   Und um ihn her im silbrig-blauen Feuchten,
   Wo sich die offenen Granaten wiegen,
   Da sah ich deutlich viele Bienen fliegen
   Und viele saugen, auf das Rot gesunken,
   Von nchtgem Duft und reifem Safte trunken.
   Und wie des Dunkels leiser Atemzug
   Den Duft des Gartens um die Stirn mir trug,
   Da schien es mir wie das Vorberschweifen
   Von einem weichen, wogenden Gewand
   Und die Berhrung einer warmen Hand.
   In weien, seidig-weien Mondesstreifen
   War liebestoller Mcken dichter Tanz,
   Und auf dem Teiche lag ein weicher Glanz
   Und pltscherte und blinkte auf und nieder.
   Ich wei es heut nicht, obs die Schwne waren,
   Ob badender Najaden weie Glieder,
   Und wie ein ser Duft von Frauenhaaren
   Vermischte sich dem Duft der Aloe ...
   Und was da war, ist mir in eins verflossen:
   In _eine_ berstarke, schwere Pracht,
   Die Sinne stumm und Worte sinnlos macht.

                                ANTONIO

   Beneidenswerter, der das noch erlebt
   Und solche Dinge in das Dunkel webt!

                                GIANINO

   Ich war in halbem Traum bis dort gegangen,
   Wo man die Stadt sieht, wie sie drunten ruht,
   Sich flsternd schmieget in das Kleid von Prangen,
   Das Mond um ihren Schlaf gemacht und Flut.
   Ihr Lispeln weht manchmal der Nachtwind her,
   So geisterhaft, verlschend leisen Klang,
   Beklemmend seltsam und verlockend bang.
   Ich hrt es oft, doch niemals dacht ich mehr ...
   Da aber hab ich pltzlich viel gefhlt:
   Ich ahnt in ihrem steinern stillen Schweigen,
   Vom blauen Strom der Nacht emporgesplt,
   Des roten Bluts bacchantisch wilden Reigen,
   Um ihre Dcher sah ich Phosphor glimmen,
   Den Widerschein geheimer Dinge schwimmen.
   Und schwindelnd berkams mich auf einmal:
   Wohl schlief die Stadt: es wacht der Rausch, die Qual,
   Der Ha, der Geist, das Blut: das Leben wacht.
   Das Leben, das lebendige, allmchtge --
   Man kann es haben und doch sein' vergessen! ...

                     Er hlt einen Augenblick inne.

   Und alles das hat mich so md gemacht:
   Es war so viel in dieser einen Nacht.

                               DESIDERIO

                        an der Rampe, zu Gianino

   Siehst du die Stadt, wie jetzt sie drunten ruht?
   Gehllt in Duft und goldne Abendglut
   Und rosig helles Gelb und helles Grau,
   Zu ihren Fen schwarzer Schatten Blau,
   In Schnheit lockend, feuchtverklrter Reinheit?
   Allein in diesem Duft, dem ahnungsvollen,
   Da wohnt die Hlichkeit und die Gemeinheit,
   Und bei den Tieren wohnen dort die Tollen;
   Und was die Ferne weise dir verhllt,
   Ist ekelhaft und trb und schal erfllt
   Von Wesen, die die Schnheit nicht erkennen
   Und ihre Welt mit unsren Worten nennen ...
   Denn unsre Wonne oder unsre Pein
   Hat mit der ihren nur das Wort gemein ...
   Und liegen wir in tiefem Schlaf befangen,
   So gleicht der unsre ihrem Schlafe nicht:
   Da schlafen Purpurblten, goldne Schlangen,
   Da schlft ein Berg, in dem Titanen hmmern --
   Sie aber schlafen, wie die Austern dmmern.

                                ANTONIO

                           halb aufgerichtet

   Darum umgeben Gitter, hohe, schlanke,
   Den Garten, den der Meister lie erbauen,
   Darum durch ppig blumendes Geranke
   Soll man das Auen ahnen mehr als schauen.

                                 PARIS

                                 ebenso

   Das ist die Lehre der verschlungnen Gnge.

                                BATISTA

                                 ebenso

   Das ist die groe Kunst des Hintergrundes
   Und das Geheimnis zweifelhafter Lichter.

                               TIZIANELLO

                        mit geschlossenen Augen

   Das macht so schn die halbverwehten Klnge,
   So schn die dunklen Worte toter Dichter
   Und alle Dinge, denen wir entsagen.

                                 PARIS

   Das ist der Zauber auf versunknen Tagen
   Und ist der Quell des grenzenlosen Schnen,
   Denn wir ersticken, wo wir uns gewhnen.

      Alle verstummen. Pause. Tizianello weint leise vor sich hin.

                                GIANINO

                              schmeichelnd

   Du darfst dich nicht so trostlos drein versenken,
   Nicht unaufhrlich an das eine denken.

                               TIZIANELLO

                            traurig lchelnd

   Als ob der Schmerz denn etwas andres wr
   Als dieses ewige Dran-denken-mssen,
   Bis es am Ende farblos wird und leer ...
   So la mich nur in den Gedanken whlen,
   Denn von den Leiden und von den Genssen
   Hab lngst ich abgestreift das bunte Kleid,
   Das um sie webt die Unbefangenheit,
   Und einfach hab ich schon verlernt zu fhlen.

                                 Pause.

                                GIANINO

   Wo nur Giocondo bleibt?

                               TIZIANELLO

                          Lang vor dem Morgen
   -- Ihr schlieft noch -- schlich er leise durch die Pforte,
   Auf blasser Stirn den Ku der Liebessorgen
   Und auf den Lippen eiferschtge Worte ...

   Pagen tragen zwei Bilder ber die Bhne (die Venus mit den Blumen
   und das groe Bacchanal); die Schler erheben sich und stehen,
   solange die Bilder vorbergetragen werden, mit gesenktem Kopf,
        das Barett in der Hand. Nach einer Pause (alle stehen):

                               DESIDERIO

   Wer lebt nach ihm, ein Knstler und Lebendger,
   Im Geiste herrlich und der Dinge Bndger
   Und in der Einfalt weise wie das Kind?

                                ANTONIO

   Wer ist, der seiner Weihe freudig traut?

                                BATISTA

   Wer ist, dem nicht vor seinem Wissen graut?

                                 PARIS

   Wer will uns sagen, ob wir Knstler sind?

                                GIANINO

   Er hat den regungslosen Wald belebt:
   Und wo die braunen Weiher murmelnd liegen
   Und Efeuranken sich an Buchen schmiegen,
   Da hat er Gtter in das Nichts gewebt:
   Den Satyr, der die Syrinx tnend hebt,
   Bis alle Dinge in Verlangen schwellen
   Und Hirten sich den Hirtinnen gesellen ...

                                BATISTA

   Er hat den Wolken, die vorberschweben,
   Den wesenlosen, einen Sinn gegeben:
   Der blassen, weien schleierhaftes Dehnen
   Gedeutet in ein blasses, ses Sehnen;
   Der mchtgen goldumrandet schwarzes Wallen
   Und runde, graue, die sich lachend ballen,
   Und rosig silberne, die abends ziehn:
   Sie haben Seele, haben Sinn durch ihn.
   Er hat aus Klippen, nackten, fahlen, bleichen,
   Aus grner Wogen brandend weiem Schumen,
   Aus schwarzer Haine regungslosem Trumen
   Und aus der Trauer blitzgetroffner Eichen
   Ein Menschliches gemacht, das wir verstehen,
   Und uns gelehrt, den Geist der Nacht zu sehen.

                                 PARIS

   Er hat uns aufgeweckt aus halber Nacht
   Und unsre Seelen licht und reich gemacht
   Und uns gewiesen, jedes Tages Flieen
   Und Fluten als ein Schauspiel zu genieen,
   Die Schnheit aller Formen zu verstehen
   Und unsrem eignen Leben zuzusehen.
   Die Frauen und die Blumen und die Wellen
   Und Seide, Gold und bunter Steine Strahl
   Und hohe Brcken und das Frhlingstal
   Mit blonden Nymphen an kristallnen Quellen,
   Und was ein jeder nur zu trumen liebt
   Und was uns wachend Herrliches umgibt:
   Hat seine groe Schnheit erst empfangen,
   Seit es durch _seine_ Seele durchgegangen.

                                ANTONIO

   Was fr die schlanke Schnheit Reigentanz,
   Was Fackelschein fr bunten Maskenkranz,
   Was fr die Seele, die im Schlafe liegt,
   Musik, die wogend sie in Rhythmen wiegt,
   Und was der Spiegel fr die junge Frau
   Und fr die Blten Sonne, licht und lau:
   Ein Auge, ein harmonisch Element,
   In dem die Schnheit erst sich selbst erkennt --
   Das fand Natur in seines Wesens Strahl.
   Erweck uns, mach aus uns ein Bacchanal!
   Rief alles Lebende, das ihn ersehnte
   Und seinem Blick sich stumm entgegendehnte.

   Whrend Antonio spricht, sind die drei Mdchen leise aus der Tr
   getreten und zuhrend stehengeblieben; nur Tizianello, der zerstreut
   und teilnahmlos abseits rechts steht, scheint sie zu bemerken.
   Lavinia trgt das blonde Haar im Goldnetz und das reiche Kostm
   einer venezianischen Patrizierin. Cassandra und Lisa, etwa neunzehn-
   und siebzehnjhrig, tragen beide ein einfaches, kaum stilisiertes
   Peplum aus weiem, anschmiegendem, flutendem Byssus; nackte Arme
   mit goldenen Schlangenreifen; Sandalen, Grtel aus Goldstoff.
   Cassandra ist aschblond, grazis. Lisa hat eine gelbe Rosenknospe
   im schwarzen Haar. Irgend etwas an ihr erinnert ans Knabenhafte,
   wie irgend etwas an Gianino ans Mdchenhafte erinnert. Hinter
   ihnen tritt ein Page aus der Tr, der einen getriebenen silbernen
                       Weinkrug und Becher trgt.

                                ANTONIO

   Da uns die fernen Bume lieblich sind,
   Die trumerischen, dort im Abendwind ...

                                 PARIS

   Und da wir Schnheit sehen in der Flucht
   Der weien Segel in der blauen Bucht ...

                               TIZIANELLO

   zu den Mdchen, die er mit einer leichten Verbeugung begrt hat;
                       alle andern drehen sich um

   Und da wir eures Haares Duft und Schein
   Und eurer Formen mattes Elfenbein
   Und goldne Grtel, die euch weich umwinden,
   So wie Musik und wie ein Glck empfinden --
   Das macht: Er lehrte uns die Dinge sehen ...

                                 bitter

   Und das wird man da drunten nie verstehen!

                                GIANINO

                             zu den Mdchen

   Ist er allein? Soll niemand zu ihm gehen?

                                LAVINIA

   Bleibt alle hier. Er will jetzt niemand sehen.

                               DESIDERIO

   Vom Schaffen beben ihm der Seele Saiten,
   Und jeder Laut beleidigt die geweihten!

                               TIZIANELLO

   O, km ihm jetzt der Tod, mit sanftem Neigen,
   In dieser schnen Trunkenheit, im Schweigen!

                                 PARIS

   Allein das Bild? Vollendet er das Bild?

                                ANTONIO

   Was wird es werden?

                                BATISTA

                      Kann man es erkennen?

                                LAVINIA

   Wir werden ihnen unsre Haltung nennen.
   Ich bin die Gttin Venus, diese war
   So schn, da ihre Schnheit trunken machte.

                               CASSANDRA

   Mich malte er, wie ich verstohlen lachte,
   Von vielen Kssen feucht das offne Haar.

                                  LISA

   Ich halte eine Puppe in den Hnden,
   Die ganz verhllt ist und verschleiert ganz,
   Und sehe sie mir scheu verlangend an:
   Denn diese Puppe ist der groe Pan,
   Ein Gott,
   Der das Geheimnis ist von allem Leben.
   Den halt ich in den Armen wie ein Kind.
   Doch ringsum fhl ich rtselhaftes Weben,
   Und mich verwirrt der laue Abendwind.

                                LAVINIA

   Mich spiegelt still und wonnevoll der Teich.

                               CASSANDRA

   Mir kt den Fu der Rasen khl und weich.

                                  LISA

   Schwergolden glht die Sonne, die sich wendet:
   Das ist das Bild, und morgen ists vollendet.

                                LAVINIA

   Indes er so dem Leben Leben gab,
   Sprach er mit Ruhe viel von seinem Grab.
   Im blulich bebenden schwarzgrnen Hain
   Am weien Strand will er begraben sein:
   Wo dichtverschlungen viele Pflanzen stehen,
   Gedankenlos im Werden und Vergehen,
   Und alle Dinge ihrer selbst vergessen,
   Und wo am Meere, das sich trumend regt,
   Der leise Puls des stummen Lebens schlgt.

                                 PARIS

   Er will im Unbewuten untersinken,
   Und wir, wir sollen seine Seele trinken
   In des lebendgen Lebens lichtem Wein,
   Und wo wir Schnheit sehen, wird Er sein!

                               DESIDERIO

   Er aber hat die Schnheit stets gesehen,
   Und jeder Augenblick war ihm Erfllung,
   Indessen wir zu schaffen nicht verstehen
   Und hilflos harren mssen der Enthllung ...
   Und unsre Gegenwart ist trb und leer,
   Kommt uns die Weihe nicht von auen her.
   Ja, htte der nicht seine Liebessorgen,
   Die ihm mit Rot und Schwarz das Heute frben.
   Und htte jener nicht den Traum von morgen
   Mit leuchtender Erwartung, Glck zu werben,
   Und htte jeder nicht ein heimlich Bangen
   Von irgend etwas und ein still Verlangen
   Nach irgend etwas und Erregung viel
   Mit innrer Lichter buntem Farbenspiel
   Und irgend etwas, das zu kommen sumt,
   Wovon die Seele ihm phantastisch trumt,
   Und irgend etwas, das zu Ende geht,
   Wovon ein Schmerz verklrend ihn durchweht --:
   So lebten wir in Dmmerung dahin,
   Und unser Leben htte keinen Sinn ...

   Die aber wie der Meister sind, die gehen,
   Und Schnheit wird und Sinn, wohin sie sehen.




                                 Idylle


                     Nach einem antiken Vasenbild:
                  Zentaur mit verwundeter Frau am Rand
                             eines Flusses.


   Der Schauplatz im Bcklinschen Stil. Eine offene Dorfschmiede.
   Dahinter das Haus, im Hintergrunde ein Flu. Der Schmied an der
   Arbeit, sein Weib mig an die Tre gelehnt, die von der Schmiede
   ins Haus fhrt. Auf dem Boden spielt ein blondes kleines Kind mit
   einer zahmen Krabbe. In einer Nische ein Weinschlauch, ein paar
                   frische Feigen und Melonenschalen.

                              DER SCHMIED

   Wohin verlieren dir die sinnenden Gedanken sich,
   Indes du schweigend mir das Werk, feindselig fast,
   Mit solchen Lippen, leise zuckenden, beschaust?

                                DIE FRAU

   Im bltenweien, kleinen Garten sa ich oft,
   Den Blick aufs vterliche Handwerk hingewandt,
   Das nette Werk des Tpfers: wie der Scheibe da,
   Der surrenden im Kreis, die edle Form entstieg,
   Im stillen Werden einer zarten Blume gleich,
   Mit khlem Glanz des Elfenbeins. Darauf erschuf
   Der Vater Henkel, mit Akanthusblatt geziert,
   Und ein Akanthus-, ein Olivenkranz wohl auch
   Umlief als dunkelroter Schmuck des Kruges Rand.
   Den schnen Krper dann belebte er mit Reigenkranz
   Der Horen, der vorberschwebend lebenspendenden.
   Er schuf, gestreckt auf knigliche Ruhebank,
   Der Phdra wundervollen Leib, von Sehnsucht matt,
   Und drber flatternd Eros, der mit ser Qual die Glieder fllt.
   Gewaltgen Krgen liebte er ein Bacchusfest
   Zum Schmuck zu geben, wo der Purpurtraubensaft
   Aufsprhte unter der Mnade nacktem Fu
   Und fliegend Haar und Thyrsusschwung die Luft erfllt.
   Auf Totenurnen war Persephoneias hohes Bild,
   Die mit den seelenlosen, roten Augen schaut
   Und, Blumen des Vergessens, Mohn, im heiligen Haar,
   Das lebenfremde, asphodelische Gefilde tritt.
   Des Redens wr kein Ende, zhlt ich alle auf,
   Die gttlichen, an deren schnem Leben ich
   -- Zum zweiten Male lebend, was gebildet war --,
   An deren Gram und Ha und Liebeslust
   Und wechselndem Erlebnis jeder Art
   Ich also Anteil hatte, ich, ein Kind,
   Die mir mit halbverstandener Gefhle Hauch
   Anrhrten meiner Seele tiefstes Saitenspiel,
   Da mir zuweilen war, als htte ich im Schlaf
   Die stets verborgenen Mysterien durchirrt
   Von Lust und Leid, Erkennende mit wachem Aug,
   Davon, an dieses Sonnenlicht zurckgekehrt,
   Mir mahnendes Gedenken andern Lebens bleibt
   Und eine Fremde, Ausgeschlone aus mir macht
   In dieser nhrenden, lebendgen Luft der Welt.

                              DER SCHMIED

   Den Sinn des Seins verwirrte allzu vieler Miggang
   Dem schn gesinnten, gern vertrumten Kind, mich dnkt.
   Und jene Ehrfurcht fehlte, die zu trennen wei,
   Was Gttern ziemt, was Menschen! Wie Semele dies,
   Die tricht fordernde, vergehend erst begriff.
   Des Gatten Handwerk lerne heilig halten du,
   Das aus des mtterlichen Grundes Eingeweiden stammt
   Und, sich die hundertarmig Ungebndigte,
   Die Flamme, unterwerfend, klug und kraftvoll wirkt.

                                DIE FRAU

   Die Flamme anzusehen, lockts mich immer neu,
   Die wechselnde, mit heiem Hauch berauschende.

                              DER SCHMIED

   Vielmehr erfreue Anblick dich des Werks!
   Die Waffen sieh, der Pflugschar heilige Hrte auch,
   Und dieses Beil, das wilde Bume uns zur Htte fgt.
   So schafft der Schmied, was alles andre schaffen soll.
   Wo duftig aufgeworfne Scholle Samen trinkt
   Und gelbes Korn der Sichel dann entgegenquillt,
   Wo zwischen stillen Stmmen nach dem scheuen Wild
   Der Pfeil hinschwirrt und tdlich in den Nacken schlgt,
   Wo harter Huf von Rossen staubaufwirbelnd drhnt
   Und rasche Rder rollen zwischen Stadt und Stadt,
   Wo der gewaltig klirrende, der Mnnerstreit
   Die hohe liederwerte Mnnlichkeit enthllt:
   Da wirk ich fort und halt umwunden so die Welt
   Mit starken Spuren meines Tuens, weil es tchtig ist.

                                 Pause.

                                DIE FRAU

   Zentauren seh ich einen nahen, Jngling noch,
   Ein schner Gott mir scheinend, wenn auch halb ein Tier,
   Und aus dem Hain, entlang dem Ufer, traben her.

                              DER ZENTAUR

          einen Speer in der Hand, den er dem Schmied hinhlt

   Find ich dem stumpfgewordnen Speere Heilung hier
   Und neue Spitze der geschwungnen Wucht? Verknd!

                              DER SCHMIED

   Ob deinesgleichen auch, dich selber sah ich nie.

                              DER ZENTAUR

   Zum ersten Male lockte mir den Lauf
   Nach eurem Dorf Bedrfnis, das du kennst.

                              DER SCHMIED

                                            Ihm soll
   In kurzem abgeholfen sein. Indes erzhlst
   Du, wenn du dir den Dank der Frau verdienen willst,
   Von fremden Wundern, die du wohl gesehn, wovon
   Hieher nicht Kunde dringt, wenn nicht ein Wandrer kommt.

                                DIE FRAU

   Ich reiche dir zuerst den vollen Schlauch: er ist
   Mit khlem, suerlichem Apfelwein gefllt,
   Denn andrer ist uns nicht. Das nchste Drsten stillt
   Wohl etwa weit von hier aus berer Schale dir
   Mit heierm Safte eine schnre Frau als ich.

   Sie hat den Wein aus dem Schlauch in eine irdene Trinkschale
                   gegossen, die er langsam schlrft.

                              DER ZENTAUR

   Die allgemeinen Straen zog ich nicht und mied
   Der Hafenpltze vielvermengendes Gewhl,
   Wo einer leicht von Schiffern bunte Mr erfhrt.
   Die den Heiden whlte ich zum Tagesweg,
   Flamingos nur und schwarze Stiere strend auf,
   Und stampfte nachts das Heidekraut dahin im Duft,
   Das hyazinthne Dunkel ber mir.
   Zuweilen kam ich wandernd einem Hain vorbei,
   Wo sich, zu flchtig eigensinnger Lust gewillt,
   Aus einem Schwarme von Najaden eine mir
   Fr eine Strecke Wegs gesellte, die ich dann
   An einen jungen Satyr wiederum verlor,
   Der syrinxblasend, lockend wo am Wege sa.

                                DIE FRAU

   Unsglich reizend dnkt dies Ungebundne mir.

                              DER SCHMIED

   Die Waldgebornen kennen Scham und Treue nicht,
   Die erst das Haus verlangen und bewahren lehrt.

                                DIE FRAU

   Ward dir, dem Fltenspiel des Pan zu lauschen? Sag!

                              DER ZENTAUR

   In einem stillen Kesseltal ward mirs beschert.
   Da wogte mit dem schwlen Abendwind herab
   Vom Rand der Felsen rtselhaftestes Getn,
   So tief aufwhlend wie vereinter Drang
   Von allem Tiefsten, was die Seele je durchbebt,
   Als flg mein Ich im Wirbel fortgerissen mir
   Durch tausendfach verschiedne Trunkenheit hindurch.

                              DER SCHMIED

   Verbotenes la lieber unberedet sein!

                                DIE FRAU

   La immerhin, was regt die Seele schner auf?

                              DER SCHMIED

   Das Leben zeitigt selbst den hhern Herzensschlag,
   Wie reife Frucht vom Zweige sich erfreulich lst.
   Und nicht zu andern Schauern sind geboren wir,
   Als uns das Schicksal ber unsre Lebenswelle haucht.

                              DER ZENTAUR

   So blieb die wunderbare Kunst dir unbekannt,
   Die Gtter ben: unter Menschen Mensch,
   Zu andern Zeiten aufzugehn im Sturmeshauch,
   Und ein Delphin zu pltschern wiederum im Na
   Und therkreisend einzusaugen Adlerlust?
   Du kennst, mich dnkt, nur wenig von der Welt, mein Freund.

                              DER SCHMIED

   Die ganze kenn ich, kennend meinen Kreis,
   Maloses nicht verlangend, noch begierig ich,
   Die flchtge Flut zu ballen in der hohlen Hand.
   Den Bach, der deine Wiege schaukelte, erkennen lern,
   Den Nachbarbaum, der dir die Frchte an der Sonne reift
   Und dufterfllten lauen Schatten niedergiet,
   Das khle grne Gras, es trats dein Fu als Kind.
   Die alten Eltern tratens, leise frierende,
   Und die Geliebte trats, da quollen duftend auf
   Die Veilchen, schmiegend unter ihre Sohlen sich;
   Das Haus begreif, in dem du lebst und sterben sollst,
   Und dann, ein Wirkender, begreif dich selber ehrfurchtsvoll,
   An diesen hast du mehr, als du erfassen kannst --
   Den Wanderliebenden, ich halt ihn lnger nicht, allein
   Der letzten Glttung noch bedarfs, die Feile fehlt,
   Ich finde sie und schaffe dir das letzte noch.

                           Er geht ins Haus.

                                DIE FRAU

   Dich fhrt wohl nimmermehr der Weg hieher zurck.
   Hinstampfend durch die hyazinthne Nacht, berauscht,
   Vergissest meiner du am Wege, frcht ich, bald,
   Die deiner, frcht ich, nicht so bald vergessen kann.

                              DER ZENTAUR

   Du irrst: verdammt von dir zu scheiden, wrs,
   Als schlgen sich die Gitter drhnend hinter mir
   Von aller Liebe dufterflltem Garten zu.
   Doch kommst du, wie ich meine, mir Gefhrtin mit,
   So trag ich solchen hohen Reiz als Beute fort,
   Wie nie die hohe Aphrodite ausgegossen hat,
   Die allbelebende, auf Meer und wilde Flut.

                                DIE FRAU

   Wie knnt ich Gatten, Haus und Kind verlassen hier?

                              DER ZENTAUR

   Was sorgst du lang, um was du schnell vergessen hast?

                                DIE FRAU

   Er kommt zurck, und schnell zerronnen ist der Traum!

                              DER ZENTAUR

   Mit nichten, da doch Lust und Weg noch offen steht.
   Mit festen Fingern greif mir ins Gelock und klammre dich,
   Am Rcken ruhend, mir an Arm und Nacken an!

   Sie schwingt sich auf seinen Rcken, und er strmt hell schreiend
   zum Flu hinunter, das Kind erschrickt und bricht in klgliches
   Weinen aus. Der Schmied tritt aus dem Haus. Eben strzt sich der
   Zentaur in das aufrauschende Wasser des Flusses. Sein bronzener
   Oberkrper und die Gestalt der Frau zeichnen sich scharf auf der
   abendlich vergoldeten Wasserflche ab. Der Schmied wird sie
   gewahr; in der Hand den Speer des Zentauren, luft er ans Ufer
   hinab und schleudert, weit vorgebeugt, den Speer, der mit zitterndem
   Schaft einen Augenblick im Rcken der Frau stecken bleibt, bis
   diese mit einem gellenden Schrei die Locken des Zentauren fahren
   lt und mit ausgebreiteten Armen rcklings ins Wasser strzt.
   Der Zentaur fngt die Sterbende in seinen Armen auf und trgt sie
        hocherhoben stromabwrts, dem andern Ufer zuschwimmend.


                          11. bis 30. Tausend
                          Druck von Breitkopf
                         und Hrtel in Leipzig


                     Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigert.





End of the Project Gutenberg EBook of Der Tod des Tizian / Idylle, by 
Hugo von Hofmannsthal

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER TOD DES TIZIAN / IDYLLE ***

***** This file should be named 60603-8.txt or 60603-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        http://www.gutenberg.org/6/0/6/0/60603/

Produced by Norbert H. Langkau, Jens Sadowski, and the
Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net


Updated editions will replace the previous one--the old editions will
be renamed.

Creating the works from print editions not protected by U.S. copyright
law means that no one owns a United States copyright in these works,
so the Foundation (and you!) can copy and distribute it in the United
States without permission and without paying copyright
royalties. Special rules, set forth in the General Terms of Use part
of this license, apply to copying and distributing Project
Gutenberg-tm electronic works to protect the PROJECT GUTENBERG-tm
concept and trademark. Project Gutenberg is a registered trademark,
and may not be used if you charge for the eBooks, unless you receive
specific permission. If you do not charge anything for copies of this
eBook, complying with the rules is very easy. You may use this eBook
for nearly any purpose such as creation of derivative works, reports,
performances and research. They may be modified and printed and given
away--you may do practically ANYTHING in the United States with eBooks
not protected by U.S. copyright law. Redistribution is subject to the
trademark license, especially commercial redistribution.

START: FULL LICENSE

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full
Project Gutenberg-tm License available with this file or online at
www.gutenberg.org/license.

Section 1. General Terms of Use and Redistributing Project
Gutenberg-tm electronic works

1.A. By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement. If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or
destroy all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your
possession. If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a
Project Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound
by the terms of this agreement, you may obtain a refund from the
person or entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph
1.E.8.

1.B. "Project Gutenberg" is a registered trademark. It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement. There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement. See
paragraph 1.C below. There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this
agreement and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm
electronic works. See paragraph 1.E below.

1.C. The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the
Foundation" or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection
of Project Gutenberg-tm electronic works. Nearly all the individual
works in the collection are in the public domain in the United
States. If an individual work is unprotected by copyright law in the
United States and you are located in the United States, we do not
claim a right to prevent you from copying, distributing, performing,
displaying or creating derivative works based on the work as long as
all references to Project Gutenberg are removed. Of course, we hope
that you will support the Project Gutenberg-tm mission of promoting
free access to electronic works by freely sharing Project Gutenberg-tm
works in compliance with the terms of this agreement for keeping the
Project Gutenberg-tm name associated with the work. You can easily
comply with the terms of this agreement by keeping this work in the
same format with its attached full Project Gutenberg-tm License when
you share it without charge with others.

1.D. The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work. Copyright laws in most countries are
in a constant state of change. If you are outside the United States,
check the laws of your country in addition to the terms of this
agreement before downloading, copying, displaying, performing,
distributing or creating derivative works based on this work or any
other Project Gutenberg-tm work. The Foundation makes no
representations concerning the copyright status of any work in any
country outside the United States.

1.E. Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1. The following sentence, with active links to, or other
immediate access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear
prominently whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work
on which the phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the
phrase "Project Gutenberg" is associated) is accessed, displayed,
performed, viewed, copied or distributed:

  This eBook is for the use of anyone anywhere in the United States and
  most other parts of the world at no cost and with almost no
  restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it
  under the terms of the Project Gutenberg License included with this
  eBook or online at www.gutenberg.org. If you are not located in the
  United States, you'll have to check the laws of the country where you
  are located before using this ebook.

1.E.2. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is
derived from texts not protected by U.S. copyright law (does not
contain a notice indicating that it is posted with permission of the
copyright holder), the work can be copied and distributed to anyone in
the United States without paying any fees or charges. If you are
redistributing or providing access to a work with the phrase "Project
Gutenberg" associated with or appearing on the work, you must comply
either with the requirements of paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 or
obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg-tm
trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.3. If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any
additional terms imposed by the copyright holder. Additional terms
will be linked to the Project Gutenberg-tm License for all works
posted with the permission of the copyright holder found at the
beginning of this work.

1.E.4. Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5. Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6. You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including
any word processing or hypertext form. However, if you provide access
to or distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format
other than "Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official
version posted on the official Project Gutenberg-tm web site
(www.gutenberg.org), you must, at no additional cost, fee or expense
to the user, provide a copy, a means of exporting a copy, or a means
of obtaining a copy upon request, of the work in its original "Plain
Vanilla ASCII" or other form. Any alternate format must include the
full Project Gutenberg-tm License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7. Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8. You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works
provided that

* You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
  the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
  you already use to calculate your applicable taxes. The fee is owed
  to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he has
  agreed to donate royalties under this paragraph to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation. Royalty payments must be paid
  within 60 days following each date on which you prepare (or are
  legally required to prepare) your periodic tax returns. Royalty
  payments should be clearly marked as such and sent to the Project
  Gutenberg Literary Archive Foundation at the address specified in
  Section 4, "Information about donations to the Project Gutenberg
  Literary Archive Foundation."

* You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
  you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
  does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
  License. You must require such a user to return or destroy all
  copies of the works possessed in a physical medium and discontinue
  all use of and all access to other copies of Project Gutenberg-tm
  works.

* You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of
  any money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
  electronic work is discovered and reported to you within 90 days of
  receipt of the work.

* You comply with all other terms of this agreement for free
  distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9. If you wish to charge a fee or distribute a Project
Gutenberg-tm electronic work or group of works on different terms than
are set forth in this agreement, you must obtain permission in writing
from both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and The
Project Gutenberg Trademark LLC, the owner of the Project Gutenberg-tm
trademark. Contact the Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1. Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
works not protected by U.S. copyright law in creating the Project
Gutenberg-tm collection. Despite these efforts, Project Gutenberg-tm
electronic works, and the medium on which they may be stored, may
contain "Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate
or corrupt data, transcription errors, a copyright or other
intellectual property infringement, a defective or damaged disk or
other medium, a computer virus, or computer codes that damage or
cannot be read by your equipment.

1.F.2. LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees. YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3. YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3. LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from. If you
received the work on a physical medium, you must return the medium
with your written explanation. The person or entity that provided you
with the defective work may elect to provide a replacement copy in
lieu of a refund. If you received the work electronically, the person
or entity providing it to you may choose to give you a second
opportunity to receive the work electronically in lieu of a refund. If
the second copy is also defective, you may demand a refund in writing
without further opportunities to fix the problem.

1.F.4. Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO
OTHER WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT
LIMITED TO WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5. Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of
damages. If any disclaimer or limitation set forth in this agreement
violates the law of the state applicable to this agreement, the
agreement shall be interpreted to make the maximum disclaimer or
limitation permitted by the applicable state law. The invalidity or
unenforceability of any provision of this agreement shall not void the
remaining provisions.

1.F.6. INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in
accordance with this agreement, and any volunteers associated with the
production, promotion and distribution of Project Gutenberg-tm
electronic works, harmless from all liability, costs and expenses,
including legal fees, that arise directly or indirectly from any of
the following which you do or cause to occur: (a) distribution of this
or any Project Gutenberg-tm work, (b) alteration, modification, or
additions or deletions to any Project Gutenberg-tm work, and (c) any
Defect you cause.

Section 2. Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of
computers including obsolete, old, middle-aged and new computers. It
exists because of the efforts of hundreds of volunteers and donations
from people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come. In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future
generations. To learn more about the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation and how your efforts and donations can help, see
Sections 3 and 4 and the Foundation information page at
www.gutenberg.org Section 3. Information about the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service. The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541. Contributions to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation are tax deductible to the full extent permitted by
U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is in Fairbanks, Alaska, with the
mailing address: PO Box 750175, Fairbanks, AK 99775, but its
volunteers and employees are scattered throughout numerous
locations. Its business office is located at 809 North 1500 West, Salt
Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
date contact information can be found at the Foundation's web site and
official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

    Dr. Gregory B. Newby
    Chief Executive and Director
    gbnewby@pglaf.org

Section 4. Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment. Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States. Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements. We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance. To SEND
DONATIONS or determine the status of compliance for any particular
state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses. Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations. To
donate, please visit: www.gutenberg.org/donate

Section 5. General Information About Project Gutenberg-tm electronic works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project
Gutenberg-tm concept of a library of electronic works that could be
freely shared with anyone. For forty years, he produced and
distributed Project Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of
volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as not protected by copyright in
the U.S. unless a copyright notice is included. Thus, we do not
necessarily keep eBooks in compliance with any particular paper
edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search
facility: www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.

