The Project Gutenberg EBook of Die Sge, by Franz Feldhaus

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Title: Die Sge
       Ein Rckblick auf vier Jahrtausende

Author: Franz Feldhaus

Release Date: June 2, 2019 [EBook #59659]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE SGE ***




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                               DIE SGE

                        EIN RCKBLICK AUF VIER
                             JAHRTAUSENDE

                                  VON

                           FRANZ M. FELDHAUS

                               INGENIEUR

                     HERAUSGEGEBEN UND VERLEGT VON

                   J. D. DOMINICUS & SOEHNE G.M.B.H.

                             BERLIN SW. 68
                        REMSCHEID-VIERINGHAUSEN


                          NACHDRUCK VERBOTEN

                            Copyright 1921
                by J. D. Dominicus & Soehne G. m. b. H.
                           Berlin-Remscheid




                               DIE SGE

                        EIN RCKBLICK AUF VIER
                             JAHRTAUSENDE

                                  VON

                           FRANZ M. FELDHAUS

                               INGENIEUR

                                  MIT
                 66 ABBILDUNGEN NACH ALTEN ORIGINALEN

                            [Illustration]

                     HERAUSGEGEBEN UND VERLEGT VON

                 J. D. DOMINICUS & SOEHNE G. M. B. H.

                             BERLIN SW. 68
                      UND REMSCHEID-VIERINGHAUSEN




Wo der Mensch vor vielen hundert Jahrtausenden seine werkttige
Laufbahn begann, nahm er den Dorn des Waldes, den spitzigen Stein
und den scharf gebrochenen Knochen eines verendeten Tieres, um zu
schaben, zu bohren, zu gltten. Es gab keine Werkleute und keine
Werkstattsregeln. Tastend mute jeder Urmensch den Widerstand der
Materie zu berwinden suchen. Was gab es auch viel zu tun? -- Die
ersten Menschen trugen Waffen und Werkzeuge noch als Gaben der
Natur bei sich: muskulse Kiefer mit starken Zhnen, lange Arme mit
kraftvollen Hnden und einen gedrungenen Krperbau auf Fen, die den
Hnden gleich gebrauchsfhig waren. Keine Sorge um Wohnung, Kleidung
und Gert. Nur ein kleines Hirn, das die Listen des Tieres und die
widrigen Naturgewalten berlisten wollte.

Hunderte von Jahrtausenden, Zeiten von einer Ausdehnung, gegen die die
paar tausend Jahre unserer Kultur winzig sind, muten vergehen, bis die
Urmenschen sich Arbeitsmethoden zu eigen machten. Von da ab bewahrten
sie in ihren Hhlen den spitzen Stein als Bohrer, den knolligen als
Hammer, den scharfkantigen als Schneidewerkzeug. Und dann begann der
Wettkampf, denn wer das schrfste Messer hatte, bekam vom gefallenen
Wild das grte Stck. Und neben dem Hunger waren es Habsucht und Geiz
und Selbstsucht und Roheit, die unsere Ur-Urvter zur Verbesserung
ihrer Lebensbedingungen trieben und sie zur Erzeugung neuer Werke mit
immer neuen Werk-Zeugen zwangen.

So finden wir denn in den ltesten sichtbaren Siedelungen der
Menschen tief unter der heutigen Erdoberflche rohe steinerne xte,
steinerne Schaber, steinerne Messer, steinerne Bohrer und Pfrieme,
steinerne Pfeilspitzen, kncherne Nadeln, Angelhaken und Harpunen, und
Schleifsteine fr solche Knochenwerkzeuge. Funde dieser Art, aus der
sogenannten lteren Steinzeit, sind zum Teil weit ber 25000 Jahre alt.

In der jngeren Steinzeit, die in Mitteleuropa zwischen 5000 bis 2000
Jahre vor unserer Zeitrechnung liegt, werden die steinernen Waffen
und Werkzeuge in ihren Arten nicht nur vermehrt, sondern an den
Arbeitskanten und auf den Oberflchen auch sorgsam geschliffen und
poliert. Wir werden bald hren, wie die jngere Steinzeit mit Sge und
Sgemaschine zu schaffen wute.

       *       *       *       *       *

Ehe wir uns die Entwicklung der Sge von vier Jahrtausenden ansehen,
mssen wir uns darber klar werden, da man wohl bis zur Hlfte dieser
Zeit die Sge recht gut entbehren konnte. Der vor einigen Jahren
verstorbene Sdseeforscher Finsch zeigte mir einmal, als ich ihn in
seinem Braunschweiger Museum besuchte, wie die von fremder Kultur
unberhrten Sdseevlker ein Stck Holz zerteilen: sie schaben mit
einem scharfen Stein, der in einem Handgriff befestigt ist, in das Holz
gemchlich eine Rinne. Dann drehen sie das Holz um und arbeiten sich
mit dem scharfen steinernen Zahn noch einmal in das Holzstck hinein.
Je nach der Dicke des Holzes wird die Arbeit mit dem Steinzahn so
lange fortgesetzt, bis der Eingeborene das Stck mit wuchtigem Schlag
zwischen den beiden Rinnen zu Bruch bringen kann.

Ich sehe nicht ein, weshalb man diese Technik nicht sgen nennen
soll, stt doch ein scharfer Zahn nach und nach eine Rinne in ein
Werkstck. Wir tun heute beim Sgen nichts anderes, nur fgen wir
im Werkzeug viele Zhne aneinander und lassen diese mit grerer
Geschwindigkeit durch das Material hindurchgehen.

Wir werden aber noch von den Rmern und weit spter von den Nordlndern
hren, da man in Zeiten groen Holzreichtums gar nicht an ein Zersgen
der Stmme dachte, sondern die Bretter mit der Axt heraushaute.

[Illustration: Steinerne Sge, um 3500 vor Chr.]

Wie die Sge in der lteren Steinzeit aussah, erkennen wir an einem
(s.Abb.) schnen, handgroen Stck einer bei Flensburg gefundenen
Sge aus Feuerstein, die sich im Museum fr Vlkerkunde in Berlin
befindet. Es ist deutlich zu erkennen, da die schwach gebogene Kante
dieses Stcks absichtlich gezhnt ist.[1]

Eine hlzerne Schftung solcher steinernen Sgen ist erst aus der
jngeren Steinzeit bekannt. Auch Schftungen aus Horn kommen damals
vor.[2]

Diese gezhnten steinernen Sgen wurden zur Zerteilung von Holz
benutzt. Wollte man Steine zerteilen, dann benutzte man ein aus dem
Holz herausgespaltenes dnnes Brett, das man unter Zugabe von scharfem
Sand schleifend ber den Stein bewegte.

[Illustration: Rekonstruierte Sgemaschine fr Steine, um 3500 vor Chr.]

Wir haben aus der jngeren Steinzeit, als man die steinernen Waffen und
Werkzeuge an ihren Oberflchen sorgsam schliff, wiederholt Steinbrocken
gefunden, die eigentmliche Sgeschnitte aufweisen. Sgt man mit einer
steinernen oder hlzernen Sge, dann wird der Schnitt am Anfang und
am Ende gewhnlich tiefer in das Material hineingehen, als in der
Mitte des Werkstckes. Der Schnitt wird um so mehr konvex verlaufen,
je ungebter oder sorgloser die menschliche Hand arbeitet. Bei den
aufgefundenen Steinbrocken verluft der Schnitt aber konkav, d.h. er
hat in der Mitte des Werkstcks seine tiefste Stelle. Das lt sich
erklren, wenn man eine besondere Sgemaschine annimmt. An der gleichen
Fundstelle sind die in den Steinen liegenden Bogen stets die gleichen.
Mithin ging die Sge in einer Fhrung mit gleichbleibendem Radius
(s.Abb.). Der Straburger Archologe Robert Forrer hat an Hand solcher
Steinfunde eine Sgemaschine rekonstruiert, wie sie rund ums Jahr 3500
vor unserer Zeitrechnung benutzt wurde. Sie entspricht im Aufbau einer
gleichzeitigen Steinbohrmaschine.[3] Wir erkennen auf einem Grundbrett
A eine Sule B, sie trgt auf einem Holzzapfen oben in einer Bindung
einen wagerecht liegenden Hebel C. Damit dieser Hebel nicht seitlich
ausweichen kann, wird er von zwei Balken E, die oben durch Bindung im
ntigen Abstand gehalten werden, gefhrt. Auf den Hebel ist ein Stein
D gebunden, um beim Sgen einen gleichmigen Druck zu geben. Der
schon erwhnte Sgearm F trgt unten in einem Schlitz die steinerne
oder hlzerne Sge. Wird sie ber den darunterliegenden Werkstein
hinweggefhrt, dann entsteht -- bei hlzernen Sgen unter Hinzugabe von
Sand -- der Sgeschnitt. Selten wird man diesen Schnitt tief in den
Stein hineingefhrt haben. Dann drehte man den Stein um und sgte von
der anderen Seite einen gleichen Schnitt, so da man den Stein zwischen
den beiden Schnitten zerschlagen konnte.[4]

[Illustration: Bronzene Sgebltter aus gypten.]

Die ltesten metallenen Sgen, die wir kennen, stammen aus gypten.[5]
Es sind winzige Bruchstcke von bronzenen Sgeblttern, teils mit
feiner, teils mit grober Zahnung. Zwei Originale aus Fayum in gypten
sind auf Seite 8 abgebildet. Das Sgeblatt mit von Loch zu Loch 560
mm, die Bgelsge am Blatt innerhalb der Bgel 690 mm.

Wie man mit Bronzesgen arbeitete, erkennen wir aus den Reliefs der
berhmten Grabkammern eines gyptischen Totenpriesters, namens Ti, der
ums Jahr 2700 v. Chr. bei Sakarah in gypten beigesetzt wurde. Es ist
eine lange Reihe von Handwerkern bei den verschiedensten Verrichtungen
dargestellt, so auch die hier wiedergegebenen Sger (Seite 10).[6]

Rechts hockt der Mann, der mit der linken Hand ein Brett hlt und es
mit der bronzenen Sge zersgt. Links sgt ein Mann stehend. Das Brett
ist hier an einem krzeren Pfahl angebunden. In der Bindung steckt
ein Hebel, der durch einen, an einem Seil hngenden Stein beschwert
ist. Hier ist die Darstellung wohl ungenau, denn der Stein wrde den
Sgeschnitt zusammenpressen. Vermutlich mssen zwei verschiedene
Bindungen vorhanden gewesen sein. Die eine hielt das Brett an einem
Pfahl fest, whrend die andere den kleinen Hebel hielt. Dieser war wohl
am unteren Ende zugespitzt, steckte mit dieser Schneide im Sgeschnitt
und ffnete ihn beim Fortschreiten der Sge immer mehr. Auch auf
anderen gyptischen Darstellungen ist der sgende Holzarbeiter zu
sehen, so z.B. auf Seite 9, die eine Malerei aus dem Grab des Rekhmara
von etwa 1450 v. Chr. zeigt.[7]

[Illustration: gyptischer Tischler, sgend. Links Holzklotz, darauf
Deixel. Um 1450 vor Chr.]

[Illustration: gyptische Holzarbeiter. Links Sger stehend, rechts
hockend. Um 2700 vor Chr.]

Etwa um's Jahr 2100 v. Chr. lernte man in Europa die Bearbeitung des
Kupfers kennen, und man fertigte daraus Werkzeuge und Waffen. Bald
wurde das Kupfer durch Mischung mit Zinn von der widerstandsfhigeren
Bronze abgelst und Waffen, Werkzeuge, Gert und Schmuck wurden
von einer ausgedehnten Bronzeindustrie in erstaunlicher Vollendung
hergestellt.

[Illustration: Unterteil einer steinernen Guform fr 4 bronzene Sgen,
aus Skane in Schweden, um 1500 vor Chr.]

Wie die Sgen der Bronzezeit um's Jahr 1500 v. Chr. aussahen, wissen
wir nicht nur aus Funden von Sgen, sondern auch aus Funden von
steinernen Guformen (Seite 11). Vergleicht man die in schweizerischen
Pfahlbauten gefundenen Sgen mit denen der Nordlnder, dann mu man zu
der Annahme kommen, da man in Mitteleuropa damals kleine Bronzesgen
in Form gerader Stichsgen verwendete. Das Blatt verjngt sich zur
Spitze hin nur wenig. An einem Ende hat es ein Loch, um es im Handgriff
festzuhalten. Ein Exemplar aus dem Pfahlbau Mringen, das sich jetzt
im Landesmuseum zu Zrich befindet, ist 140 mm lang und an den Zhnen
nicht ganz 2 mm breit.

Die nordischen Sgen haben eine eigenartige Form, die sich sowohl an
gefundenen Originalstcken, wie auch an Guformen findet. Ihre Lnge
schwankt zwischen 12 und 18 cm. Hcker am Rcken mssen zu einer bisher
nicht bekannten Art der Schftung gedient haben[8].

Die Bronzesge ging auch in den griechischen Kulturkreis ber. Auf
Seite 12 ist eine feine, bronzene Knochensge mit angegossenem Griff
abgebildet, wie sie ums Jahr 200 v. Chr. von griechischen rzten
bei Amputationen benutzt wurde. Die ganze Lnge dieses zu Ephesos
gefundenen Stckes mit 205 mm[9].

Die rmischen Schriftsteller verlegten die Erfindung der Sge in die
Zeit, da der sagenhafte Daedalos zu Athen lebte. Und sie erzhlen:
Thalos, ein junger griechischer Knstler, der bei Daedalos in der
Lehre war, fand einst die Kinnlade einer Schlange, die er spielend
an einem Holz hin- und herrieb. Da bemerkte er, da die Zhne in das
Holz einschnitten und das Holz sich so teilen lie. Dies brachte ihn
auf den Gedanken, ein Werkzeug zu machen, das die Schrfe der Zhne
der Schlange nachahmte. Er nahm also ein Stck Metall, schnitt nach
dem Muster der kleinen, kurzen und eng bei einanderstehenden Zhne der
Schlange Zacken hinein und so entstand die erste Sge. Der Erfinder
soll damals erst 12 Jahre alt gewesen sein. Daedalos sei auf seinen
Lehrling wegen dieser Erfindung so neidisch geworden, da er den Thalos
von der Burg zu Athen hinabstrzte und deshalb flchtig werden mute.
Daedalos ging nach der Insel Kreta, wo er das berhmte Labyrinth gebaut
haben soll. Doch er hat indessen die kerkernde Kreta, wohin ihn
lange verbannt das Geschick. Und, gelockt von der Liebe der Heimat,
war er umschlossen vom Meer. So werde denn Land und Gewsser, rief
er, gesperrt, doch ffnet der Himmel sich: dort sei die Laufbahn!
Und wir wissen, da die Sage uns vom Flug des Daedalos und des Ikaros
berichtet, noch ehe wir Kunde von einem menschlichen Flugversuch
haben[10].

Daedalos wird im Altertum mit einer Sge in der Hand abgebildet
(Seite 13). Hier sehen wir ihn mit diesem Werkzeug vor der von ihm
angefertigten hlzernen Kuh, die er fr die Gattin des Knigs Minos
lebenswahr gebildet hatte[11].

Betrachten wir die Darstellungen von Sgen auf Bildwerken des
Altertums, dann drfen wir nicht allzuviel technische Kritik aufwenden,
denn der Knstler ging damals -- und geht noch heute -- bei der
Gestaltung realer Dinge von sthetischen Gesichtspunkten aus. Und dann
mssen wir beachten, da die feinen Einzelheiten einer Sge, zumal
die Zahnform, auf bildlichen Darstellungen leicht verloren gehen und
auch von den Altertumsforschern, die die antiken Denkmler ehemals
abzeichneten, wohl nicht allzu sorgsam wiedergegeben worden sind.

[Illustration: Griechische medizinische Bronzesge (Griff gekrzt), um
200 v. Chr.]

[Illustration: Daedalos mit der Sge. Antikes Relief.]

Wie schlecht die Archologen technische Dinge sehen knnen, erkennen
wir aus der Betrachtung eines alten Gemmenbildes (Seite 15), das einen
Herkules mit der Sge darstellen soll. Tatschlich hat Herkules das
Lwenfell hinter sich. An seinem linken Arm sehen wir es deutlich nach
unten hngend. Die am Fell sitzenden Krallen des Lwen sind als vier
Zier-Kugeln gezeichnet. Die gleichen Kugeln erkennen wir unten an der
Sge, die nichts anderes, als die zottige Fell-Kante ist! So hat also
dieser Herkules gar keine Sge bei sich. Das Original der Gemme wrde,
wenn man es ohne Vorurteil anshe, sicherlich eine viel ungezwungenere
Form der Fellkante und wohl auch der Krallen des Felles zeigen. Die
in Florenz erhaltene Gemme soll etruskisch sein[12]. Es htte den
Altertumskennern doch auffallen mssen, da Herkules mit der Sge
auftritt. Ich wte nicht, bei welcher seiner Taten er sie benutzt
haben sollte.

[Illustration: Zwei Sger. Rmisches Alabaster-Relief.]

[Illustration: Herkules, angeblich mit Sge. Antike Gemme.]

Es sind noch manche andere Zeichnungen der Archologen von Werkzeugen,
Gerten und Maschinen falsch gedeutet worden[12a].

Im Museum zu Volterra in Italien befindet sich eine rmische
Alabastervase (Seite 14), auf der man sieht, wie zwei Mnner einen
aufrechtstehenden Balken zersgen[13]. Und das gleiche Museum besitzt
eine Vase aus Tuffstein, auf der die Handhabung einer rmischen
Rahmensge klarer zu sehen ist (Seite 16)[14].

[Illustration: Zwei Sger. Rmisches Relief um's Jahr 325 nach Chr.]

Auf einem Altarstein aus der Zeit des rmischen Kaisers Domitianus,
der von 81 bis 96 regierte, sind unter verschiedenen Werkzeugen eine
Rahmensge und eine Schrotsge abgebildet (Seite 20). An beiden erkennt
man deutlich die stark geneigte Dreiecksverzahnung und den gewlbten
Rcken des Sgeblattes. Die Rahmensge ist mit Ngeln in den Rahmen
eingehangen. Das Blatt konnte also nicht, wie bei uns, gedreht werden.
Die Schrotsge ist an den Enden verstrkt und lnglich durchlocht[15].

Dieser Altarstein wird im Capitolinischen Museum der Stadt Rom
aufbewahrt.

[Illustration: Rmische Sger. Tuffstein-Relief.]

Im Jahre 1883 fand man in Deneuvre (Departement Meurthe-et-Moselle)
einen Stein mit dem hier neben wiedergegebenen Relief. Da man
gleichzeitig eine Mnze des rmischen Kaisers Constantinus fand,
kann man diese Darstellung auf etwa 325 nach Chr. datieren. Wir sehen
in einer Nische die Darstellung eines auf gespreizten Beinen stehenden
Sgebockes. Auf ihm liegt -- was an dem arg beschdigten Stein nicht
mehr sichtbar ist -- das zu sgende Bord. Ein Sger steht auf dem
Bock, der andere darunter. Die Sge ist so stark beschdigt, da sie
nicht mehr in den Einzelheiten zu erkennen ist. Ja, das ber dem Bord
herausragende Stck der Sge verluft wesentlich anders, als das unten
sichtbare[16].

[Illustration: Bronzene rmische Stichsge.]

Die Altertumswissenschaft hat diese Darstellung bisher stets fr
eine Sge gehalten, und obwohl ich wegen des eigenartigen Verlaufs
des Sgeblattes erhebliche technische Bedenken habe, gebe ich die
Darstellung hier wieder. Ich wte keine andere Erklrung fr sie.
Vielleicht ist der obere Teil des Sgeblattes so weggebrochen, da man
den Bruch nicht mehr erkennen kann, die helle Bruchstelle unterhalb der
Hnde des oberen Sgers kann ja auch zum Hintergrund gehren.

[Illustration: Bruchstck eines rmischen Sgeblattes um 250 nach Chr.]

Funde rmischer Sgen bieten im Vergleich zu den bisher besprochenen
Darstellungen auf Denkmlern nichts Neues. Meist kamen nur die
Sgebltter, und auch diese nur bruchstckweise, zu Tage. Eine in Rom
gefundene Bronzesge mit Heft ist hier auf Seite 17 abgebildet[17].

[Illustration: Primitive rmische Sge um 250 nach Chr.]

Diesseits der Alpen fand man im Rmerkastell Saalburg die hier auf
Seite 17 bis 18 abgebildeten Sgen aus Eisen. Das auf Seite 17 (unten)
dargestellte Stck ist das eine Ende von einem Blatt einer Rahmensge.
Wir sehen rechts die se zum Einhngen des Blattes. Der dritte
Fund auf Seite 18 (oben) beglaubigt, da der rmische Kulturkreis
fr Schrotsgen eine Verzahnung kannte, die auf jedem Zahn eine Art
Vorschneider trgt[18].

[Illustration: Eisernes rmisches Sgeblatt mit Vorschneidern an den
Zhnen um 250 nach Chr.]

Auffallend ist, da man auf der Saalburg wohl erhaltene hlzerne Arme
zu Rahmensgen fand [19], die eine recht ungnstige Anordnung der
Spannung zeigen. Unser Mittelbaum ist hier so beiseite gerckt worden,
da bis zur Spannkordel , bis zu den Nieten des Sgeblattes etwa 
Abstand ist. Bedingt wurde diese Anordnung dadurch, da die Rmer,
wie wir auch auf Seite 19 sehen, drehbare Hefte zur Verdrehung der
Sgebltter nicht kannten.

[Illustration: Rmische Rahmensge um 250 nach Chr.]

Bei den Sgen der Saalburg lt sich deutlich nachweisen, da die
Sgezhne geschrnkt wurden. An einem messerartigen Werkzeug der
Saalburg findet sich nahe am Heft ein Einschnitt, der in seiner Weite
und Tiefe den Einschnitten unserer Schrnkeisen entspricht[20]. Man
nimmt an, da es sich um ein Schnitzmesser eines Tischlers handelt, der
den Einschnitt zum Schrnken der Sgen verwendete.

In den Pfahlbauten zu Wollishofen am Zricher See fand man ein Stck
von einem Sgeblatt, das hinter einer Reihe von Zhnen eine eigenartige
Strichteilung enthlt. Es scheint so, als ob der Handwerker sich
ehemals diese Teilung zuerst gemacht habe, um danach die Zhne in
gleichen Abstnden einfeilen zu knnen. Die Wiedergabe der Photographie
(siehe unten) ist leider nicht so deutlich wie das Originalstck, das
sich im rmisch-germanischen Zentralmuseum in Mainz befindet.[21]

[Illustration: Fragment einer feinen Sge aus dem Pfahlbau zu
Wollishofen am Zricher See.]

Das rmische Altertum kannte neben diesen verschiedenartig gezahnten
Sgen fr Holz die ungezahnte Sge fr Stein. Plinius, der Verfasser
der rmischen Naturgeschichte, berichtet ums Jahr 77 unserer
Zeitrechnung[22] ber den Marmor: das Schneiden geschieht durch Sand
und nur scheinbar durch Eisen, denn die Sge drckt in sehr schmaler
Linie auf den Sand, wlzt denselben durch Hin- und Hergehen, und
schneidet so unmittelbar durch die Bewegung. Das ist die gleiche
Technik des Steinsgens, die wir noch heute ausfhren.

Die groen Sklavenmassen des Altertums verrichteten alle, auch die
schwierigsten und eintnigsten Arbeiten, und so kam es, da die
Maschine nur da einzugreifen brauchte, wo der Sklavenarm nicht zufassen
konnte. Das Altertum kannte Windrder, Wasserrder und Gpel, aber es
verwendete sie nur selten, weil Mhlen, Pumpen und andere Maschinen von
Sklaven bewegt wurden.

Eine der wenigen Nachrichten ber Wasserkraftanlagen des Altertums
bezieht sich auf Sgemhlen. Der rmische Dichter Ausonius besingt ums
Jahr 369 n. Chr. in seinem Mosel-Gedicht (Vers 361) mit wenigen Worten,
da man an der Roer Steinsgen durch Wasserrder betreibe.

[Illustration: Zwei Sgen auf einem rmischen Altarstein. Um 90 nach
Chr.]

Diese Nachricht von einem mechanischen Sgewerk bleibt aber lange
vereinzelt.

Im Gotischen ist eine Benennung fr das Sgewerkzeug nicht nachweisbar.
Im Altnordischen heit das Werkzeug sog, im Angelschsischen saga
und sagu und im Althochdeutschen schrieb man saga und sega.
Moritz Heyne, der ausgezeichnete Kenner der deutschen Vergangenheit,
glaubt[23], da das alte, unvollkommene, heimische Sgewerkzeug, wie es
uns aus Funden der Stein- und Bronzezeit bekannt ist, nach rmischen
Vorbildern in Deutschland zu einem leistungsfhigen Instrument fr
die Bauleute wurde. Ich kann dieser Ansicht nicht beistimmen. Sie
ist eine rein philologische. Wir wissen ja nicht einmal lckenlos,
was die Rmer an Sgen hatten. Ein paar Textstellen und die wenigen
zufllig erhaltenen, hier auf Seite 13 bis 19 abgebildeten groen
Sgen sind uns bekannt. Jeder Tag kann uns einen neuen Fund, ein neues
Relief bringen und uns mit neuen Formen bekannt machen. Alles, was
wir heute ber Geschichte der Technik schreiben, ist von dem zufllig
erhaltenen Material abhngig und deshalb bin ich sehr vorsichtig, etwas
Wahrscheinliches fr etwas unbeugsam Sicheres auszugeben.

Neben dem gemeingermanischen Wort saga findet sich im
Angelschsischen auch die Bezeichnung snde. Die Sge ist
ethymologisch mit andern schneidenden Instrumenten verwandt. So heit
die Sense im Althochdeutschen segansa, die Pflugschar seh, die
Sichel sihhila und das Messer sahs. Ursprnglich gehen diese Worte
auf die lateinische Bezeichnung fr schneiden = secare zurck.
Bemerkenswert ist, da man im Althochdeutschen unter einer Saga oder
Sega auch eine Feile verstand.

[Illustration: Symbolische Sge, Malerei des 10. Jahrhunderts, aus
einer Bibel zu Paris.]

In einer lateinischen Bibel des 10. Jahrhunderts ist eine groe Sge
abgebildet, die einem Heiligen durch den Kopf gezogen wird. Die
Zeichnung ist wohl ungenau, weil an dem Rahmen keine Spannung fr das
Sgeblatt zu sehen ist.[24].

Eine frhe mittelalterliche Malerei des Sgens findet sich in einer
kostbaren Bilderhandschrift im Kloster Monte-Cassino in Italien. Die
Handschrift ist im Jahre 1023 entstanden, enthlt eine bersicht
ber das menschliche Wissen und Knnen und ist mit vielen Malereien
geziert. Wir sehen hier unten zwei Arbeiter, nach damaliger Sitte
wenig bekleidet, beim Sgen. Das Bild gehrt zum Abschnitt ber den
Marmor und soll darstellen, wie eine Sule aus buntem Marmor in
Platten zersgt wird. Wir sehen unten die hlzerne Befestigung der
Sule, oben aber eine Rahmensge, wie sie die Tischler benutzen[24a].
Der Maler hat nicht bedacht, da man Steine mit einer ungezhnten Sge
zerteilt.

[Illustration: Rahmensge ohne drehbares Sgeblatt. Malerei aus dem
Jahre 1023.]

Eine einzhnige Sge wird uns ums Jahr 1100 von einem Mnch Namens
Theophilus beschrieben, der ein umfangreiches Buch mit Anweisungen fr
die Herstellung aller mglichen kirchlichen Gerte verfate. In dem
Abschnitt ber das Tauschieren beschreibt Theophilus eine Maschine, die
ich hier mit aller Vorsicht rekonstruiert habe. Beim Tauschieren ritzt
man das zu verzierende Eisen nach einer aufgetragenen Zeichnung ein
und hmmert in dieser Ritz silberne oder goldene Fden. Der Ritz mu
mglichst gleichmig werden, sonst wird die Verzierung unansehnlich.

Theophilus sagt[25]:.... .... Wenn du also das Eisen bearbeitet und
daraus Sporen oder andere Gertschaften .... gemacht hast und sie
mit Gold oder Silber schmcken willst, so nimm reinstes Silber und
mache es durch Hmmern sehr dnn. Theophilus spricht also hier von
der Verzierung durch Tauschieren. Man mu zur Anbringung der dnnen
Silberstreifen Einschnitte in das Eisen machen. Dies soll mittels
folgender Maschine geschehen: Dann habe eine Maschine aus Eichenholz,
einen Fu im Durchmesser und gedrechselt. Sie sei am Umfang dnn und in
der Mitte auf jeder Seite dicker, hier sei ihr ein anderes gekrmmtes
Holz, daran sie sich drehen lt, durchgesteckt. Diesem sei an einem
Ende ein anderes gebogenes Stck Holz angefgt, mit welchem (das
Ganze) herum bewegt wird. Hast du dieses Rad nun zwischen zwei Sulen
gestellt, so mache an dem Umfang desselben Einschnitte gleich Stufen,
die nach rckwrts gekehrt sind. Die Sulen, zwischen denen das Rad
liegt, seien fest und der Breite nach am Gestell befestigt, so da das
gekrmmte Holz zur Rechten stehe. Noch befinde sich zur Linken vorn
neben dem Rad eine Sule, an der ein dnnes Holz angebracht sei, und
zwar so, da es auf das Rad zu liegen komme, und es habe an der Spitze
ein dnnes Stck Stahl, so lang und breit, wie der Nagel eines Daumens.
Dies (Stck Stahl sei) in einem Loch fest eingefgt und sehr scharf,
soda bei der Umdrehung des Rades, whrend das Holz immer von Stufe zu
Stufe fllt, der so in zuckende Bewegung gebrachte Stahl, was in seine
Nhe gebracht wird, schneidet (incidat). Wenn du nun einen Sporn....
hast, so stelle ihn auf brennende Kohlen, bis er schwarz wird, wenn er
kalt wurde, halte ihn in der Linken und drehe das Rad mit der Rechten,
nhere ihn dem Stahl, schneide mit Sorgfalt berall.... Unklar ist die
Textstelle von Theophilus nur dort, wo er zum zweiten Mal von einem
gekrmmten Holz spricht. Mindestens ist die zweite Krmmung nicht
notwendig, und ich habe sie deshalb in der Rekonstruktion durch einen
geraden Kurbelgriff ersetzt.

[Illustration: Rekonstruktion einer einzhnigen Sge, die man auch als
Meielmaschine ansprechen kann. Nach der Beschreibung von Theophilus,
etwa aus dem Jahr 1100.]

[Illustration: Selbstttig arbeitendes Sgewerk mit Wasserradbetrieb.
Reiseskizze um 1245.]

Ein selbstttig arbeitendes Sgewerk mit Wasserkraft wird von dem
um 1245 wirkenden franzsischen Ingenieur Wilars entworfen (unten).
Bei der Skizze steht nur vermerkt: Auf diese Art macht man eine
Sge, um selbstttig zu sgen. Um die Skizze besser verstndlich zu
machen, habe ich Buchstaben eingefgt: _a_ stellt den Bach dar, der
das unterschlgige Wasserrad _b_ treibt, auf dessen Wellbaum die vier
Daumen _c_ sitzen. Diese drcken die Hebel _d_ und mit ihnen die Sge
_e_ nieder, die durch den federnden Baum _f_ wieder hochgezogen wird,
_g_ ist der in den Fhrungen _h_ gleitende Balken, den das Zackenrad
_i_ gegen die Sge vorschiebt.

[Illustration: Symbolische Sge, mit der ein Herz zersgt wird.
Stickerei um 1350-1400.]

Diese Zeichnung des Wilars ist ein interessantes Beispiel fr die
Projektionsart des Mittelalters, die einen noch so komplizierten
Apparat in einer einzigen Ebene klar und deutlich darzustellen
imstande ist. Im ersten Moment vermutet wohl niemand in dem hoch
oben schwebenden Rad ein Wasserrad, doch wenn man sich in diese
Darstellungsart hineingelebt hat, gewinnt auch der Laie hieraus
schneller ein Verstndnis von einer Maschine, als aus unserer
dreiseitigen Projektionsart. Ebensoviel Grozgigkeit wie Wilars und
viele seiner Nachfolger in diesen Darstellungen bekunden, ebensoviele
Fehler und Unmglichkeiten bergen sie darinnen. Es wrde hier z.B.
nach der Stellung der Schaufeln am Rad _b_ der zu sgende Balken _g_
durch das Zackenrad _i_ von der Sge weg statt gegen sie bewegt werden.
Es mte das Transportrad _i_ im Gegensatz zum Wasserrad _b_ viel
kleiner sein. Es mte endlich das Hebelwerk _d_ genauer angegeben
werden.

Wilars war ein weitgereister franzsischer Architekt und Ingenieur, der
in einem uns erhalten gebliebenen Skizzenbuch verschiedene Maschinen,
Brcken und Bauwerke aufgezeichnet hat[26], die er auf seinen Reisen
kennen gelernt.

Das lteste in Deutschland beglaubigte Sgewerk mit Wasserbetrieb war
die Hanrey-Mhle in Augsburg, die fr das Jahr 1322 nachweisbar ist[27].

Soweit sich die Chroniken der deutschen Stdte bersehen lassen,
wird erst weit ber hundert Jahre spter von einer andern deutschen
Sgemhle aus Breslau berichtet, die im Jahr 1427 in einer
Pacht-Abrechnung genannt wird[28]. 1490 kaufte Erfurt einen Wald, um
eine Sgemhle darin anzulegen[29].

Eine prchtige Stickerei in Seide und Gold (Seite 25), die aus dem
Besitz der Grafen von Champagne stammt, wird im Schatz der Kathedrale
zu Troyes aufbewahrt[30]. Die Kleidung der Figuren lt darauf
schlieen, da dieses Stck, das wohl ein Geldbeutel oder Klingelbeutel
gewesen ist, aus der Zeit von 1350-1400 stammt. Zwei Frauen sgen
mit einer Rahmensge ein menschliches Herz. Es soll sinnbildlich
dargestellt werden, da die Frauen den Mnnerherzen blutige Schmerzen
bereiten. Rettend kommt aus einem Wolkengebilde eine Hand mit einem
Beil, um die Sge zu zerschlagen. Vom Himmel her kommt also den
irdischen Liebesschmerzen die einzige Rettung.

Der Nrnberger Brger Konrad Mendel stiftete 1380 ein Asyl fr zwlf
alte, jedoch gesunde arme Handwerker. Jedes Mitglied der Brderschaft
portrtierte man in arbeitender Stellung in Hausbchern[31] der
Stiftung. So besitzen wir von 1380 bis 1797 ber 300 sehr wertvolle
Bilder von arbeitenden Nrnberger Handwerkern. Leider ist eines der
Portrtbcher, das von 1549 bis 1791 reicht, verschollen.

Unter den ersten 12 Brdern ist als fnfter ein Sger abgebildet.
Das Blatt ist aber leider stark beschdigt, denn es ist seit langer
Zeit das erste Blatt des Buches, weil die vier voraufgehenden Bltter
weggerissen sind. So hatte es keinen Zweck, die Bruchstcke dieses
Bildes photographieren zu lassen. Eine Beischrift zu dem Bilde sagt:
Der fnft bruder hyess Hans vnd was ein Seger.

[Illustration: Rahmensge mit drehbarem Sgeblatt. Nrnberger Malerei
von etwa 1398.]

Ums Jahr 1398 wurde im Mendelschen Stiftungsbuch der 47. Bruder der
Stiftung, Karl Schreyner, portrtiert (Seite 27). Wir sehen ihn an
einer der damals gebruchlichen sehr einfachen Hobelbnke bei der
Arbeit. Die Bank hat noch keine Schraubklemmen, sondern nur Lcher zum
Einschlagen hlzerner Bankpflcke. Im Vordergrund steht eine Truhe
und daneben ein kleiner Schrank. An der Wand der Werksttte hngt eine
schn geschweifte Rahmensge.

[Illustration: Rahmensge mit drehbarem Sgeblatt. Malerei vom Jahr
1444.]

Eine hnliche Sge sehen wir beim 136. Bruder der Mendelschen Stiftung,
der 1444 starb (Seite 28).

[Illustration: Sgen franzsischer Zimmerleute aus dem Jahr 1460.]

Zwei interessante Sgen sind auf einem militrischen Zimmerplatz zu
sehen, der im Jahr 1460 in einer franzsischen Bilderhandschrift
sorgfltig dargestellt ist. Die in der Nationalbibliothek zu Brssel
befindliche Handschrift verherrlicht die Taten Karls des Groen[32].
Auf einem der Bilder (oben) ist ein Brckenbau zu sehen, der von
den Soldaten Karls des Groen vor einer feindlichen Festung
ausgefhrt wird. Die an der Brcke arbeitenden Werkleute sind durch
eine Plankenwand gegen die feindlichen Geschosse, die damals keine
groe Reichweite hatten, geschtzt. Hinter der Brcke steht --
anscheinend auf Pontons -- ein sogenannter Wandelturm, von dem aus die
Bedeckungsmannschaft der Handwerker den Feind in der Festung beschieen
kann.

[Illustration: Der Prophet Jesaias mit der Sge. Kupferstich des 15.
Jahrhunderts.]

Am Ufer sehen wir werkttiges Leben: es wird alles hergerichtet, was
zum Bau notwendig ist. Im Hintergrund, am Wald, werden die gefllten
Bume von Zimmerleuten zugerichtet und im Vordergrund zu Konstruktionen
zusammengesetzt.

Auf zwei Bcken liegt ein schweres Bord, das von zwei Mann zersgt
wird. Beachtenswert sind an der hier abgebildeten Sge die beiden
voneinander verschiedenen Handgriffe. Der obere sitzt an zwei schrg
stehenden Eisen in der Verlngerung des Rahmens, der untere auf dem
Querholz des Rahmens.

Ein Vergleich mit der Preisliste einer heutigen franzsischen
Sgen-Fabrik ergab, da diese Form der Sge noch in Frankreich zu
finden ist. Es ist beachtenswert, wie sich die Formen der Werkzeuge
oft Jahrhunderte lang unverndert erhalten. Rechts im Vordergrunde
sehen wir neben dem Mann, der ein Loch in das Geblk bohrt, eine der im
Mittelalter beliebt gewesenen schwertfrmigen Stichsgen. Bei diesen
Sgen stehen die Zhne immer auf Sto und die Zahnkante ist bauchig.
Der Griff ist so lang, da er mit beiden Hnden erfat werden kann.
Griff und Sgeblatt sind durch einen runden Schutzteller von einander
getrennt.

[Illustration: Bohr-Sge aus dem Dresdner Zeughaus. Etwa von 1640.]

Die Sge ist das Symbol des Propheten Jesaias, den wir hier (Seite 30)
mit einer mchtigen Trecksge mit rundem Rcken sehen. Die technisch
wie knstlerisch gleich wertvolle Darstellung ist von einem unbekannten
Meister in der zweiten Hlfte des 15. Jahrhunderts in Kupfer gestochen
worden[33].

In den Ingenieur-Handschriften, die im Mittelalter vor Erfindung des
Buchdrucks fr Stdte und Burgen zu Verteidigungszwecken geschrieben
wurden, wird die Sge als notwendiges Werkzeug hufig erwhnt.

Da wir die Zeiten verlassen, die man als Mittelalter bezeichnet, wren
einige Spielformen von Sgen zu besprechen.

Im Zeughaus zu Schwarzburg in Thringen wird ein Schwert aufbewahrt,
das an einer Kante der Klinge eine starke Sge trgt. Die Klinge ist
108 cm lang, nahe der Spitze befindet sich ein Loch. Hier zog man ein
Seil durch, um einen zweiten Mann an der Sge anfassen zu lassen.
Diese eigenartige Verbindung von Waffe und Werkzeug soll ums Jahr 1490
entstanden sein.

Im Germanischen National-Museum zu Nrnberg wird ein Kriegswerkzeug
aufbewahrt, das man Bohr-Sge nennen knnte (Seite 31). Es besteht
aus einem starken hlzernen Stiel von 120 cm Lnge, der an einem Ende
mit einer krftigen Eisentlle versehen ist. Aus dieser Tlle lt sich
ein vierkantiges Werkzeug herausziehen und durch ein eingeschobenes
Eisen feststellen. Oben trgt das Werkzeug einen Bohrer und darunter
eine krftige Sge. Man nherte sich mit diesem Stck einem feindlichen
Tor, bohrte dieses an und sgte dann schnell das Schlo oder die
Schlonieten heraus. Die ausgezogene Sge hat eine Lnge von 28 cm.
Diese Bohrsge stammt aus dem Dresdner Zeughaus und ist, wenn man eine
Datierung versuchen soll, wohl ums Jahr 1640 entstanden[34].

Seilsgen waren bei den Bewohnern der Landenge von Panama in Gebrauch,
ehe die Europer nach Amerika kamen. Die Einwohner machen Seile von
einem gewissen Kraute, welches von ihnen Neqvon oder Henechen genennet
wird, und solche Bltter hat, die einer Distel hnlich sehen, mit
denen sie so, wie wir mit dem Hanff oder Flachs, umzugehen pflegen,
und sie nicht allein zum binden brauchen, sondern auch Eisen damit zu
schneiden: Denn sie ziehen diese Stricke wie eine Sge hin und her,
und thun das rauhe Ende auf die Stelle, wodurch sie schneiden wollen.
Der Berichterstatter verga hier zu sagen, ob die Eingeborenen mit den
Pflanzenfasern allein mhsam sgten, oder ob sie Corund, Schmirgel oder
etwas hnliches hinzufgten[35].

Im Jahr 1709 sgte ein Italiener, der in Kassel ansssig war,
Mosaik-Steine mit einer zrtern Sge, von doppeltem bereinander
gedrehtem Drat[36].

Der Kuriositt halber sei hier ein Versuch angefhrt, den man 1850
machte: Papierscheiben von 6 Zoll Durchmesser, die mit einer
Umfangs-Geschwindigkeit von 500 Fu per Secunde rotiren, schleifen
von englischen Feilen an den entgegengehaltenen Stellen den Hieb
augenblicklich ab[37].

[Illustration: Zwei Metallsgen und eine trkische Sge des Kurfrsten
August von Sachsen von etwa 1570.]

Als trkische Sgen bezeichnet man heute diejenigen, deren spitze
Sgezhne auf das Sgeheft hin stehen. Diese Sgen schneiden also
nicht beim Sto, sondern beim Zug. Das Wort trkisch hat nach alter
berlieferung die Bedeutung weit hinten, im Orient. Und in der Tat:
irgendwo im Orient liegt eine Grenzlinie, jenseits der verschiedene
technische Bewegungen entgegengesetzt den Bewegungen bei uns verlaufen.
Einige Beispiele: die weisende Spitze der Nadel im Kompa ist bei den
Chinesen und Japanern die nach Sden zeigende, das Hobeleisen steht
mit der Schneide gegen den Arbeiter hin, man dreht die Schraube nach
links hinein und nach rechts hinaus. So sgt man auch jenseits dieser
noch unbekannten Grenzlinie im Orient ziehend, nicht stoend. Dies ist
besonders bei den Chinesen und den Japanern der Fall.

[Illustration: Prchtig verziertes groes Sgeblatt aus dem Besitz des
Kurfrsten August von Sachsen. Um 1570.]

Die lteste mir bekannte Sge dieser Art wird im Historischen Museum
zu Dresden aufbewahrt (Abbildung Seite 33 unten). Sie stammt aus dem
Besitz des Churfrsten Vater August von etwa 1570.

Als ostindische Sgen wurden die beim Zurckziehen wirkenden
Sgebltter im Jahr 1834 in unserer technischen Literatur bekannt, und
es wurde dabei darauf hingewiesen, da das Sgeblatt hier viel dnner
sein knne. Mithin sge man mit einer ostindischen Sge leichter, als
mit einer europischen[38].

[Illustration: Sge mit M-Zhnen. Skizze von Leonardo da Vinci, um
1488-1497.]

Mgen die Sgezhne auf Zug oder Sto gestellt sein, immer bedingen
sie Verlust an Zeit, weil man die Sge der Zahnstellung entgegen
wieder zurckbringen mu. Es war deshalb eine bedeutsame Erfindung,
die Sgezhne so anzuordnen, da sie sowohl beim Zug als auch
beim Sto wirkten. Man knnte glauben, diese Erfindung sei eine
absichtliche Vereinigung unserer stoenden Sge mit der ziehenden
Sge der Orientalen. Solche Schlsse aber darf man in der Geschichte
der Erfindungen nicht machen. Aus Abbildungen des Altertums und des
Mittelalters und aus den wenigen gefundenen Stcken ist nicht zu
ersehen, welche Gestaltung die Zhne hatten. Man kann nur annehmen,
da die Formgebung bei jedem Meister, der Sgen machte, eine
willkrliche war. Der erste, von dem wir mit Sicherheit wissen, da
er M-frmige Zhne bewut verwandte, war Leonardo da Vinci, der
vielseitige italienische Knstler und Generalingenieur[39]. Aus den
tausenden Skizzen, die Leonardo aus seiner technischen Praxis, wie
auch als Erfinder hinterlassen hat, besitzen wir in einem kleinen,
zu Paris aufbewahrten Notizbuch die hier (Seite 35) wiedergegebene
Skizze, unter der die Worte stehen: Doppelte Sge, die ziehend und
stoend operiert. Dieses Notizheft Leonardos stammt aus den Jahren
1488-1497[40].

[Illustration: Sgewerk mit Handbetrieb und Drehbank. Skizzen von
Leonardo da Vinci ums Jahr 1500.]

Leonardo da Vinci beschftigte sich auch mit der Konstruktion von
Sgewerken. Den Antrieb zu einem solchen skizziert er dicht neben dem
frhsten bekannten Entwurf zu einer Drehbank mit Tretvorrichtung (Seite
35). Die Drehbank stt mit dem Spindelstock-Balken und dem Futritt an
das Schwungrad des Sgewerks, es ist also nicht schwer, die Zeichnungen
der beiden Maschinen auseinander zu halten. Die Sge sitzt in einem
Rahmen und wird oben und unten von je einer Kurbel gefat. Unten trgt
die Kurbelachse eine Schwungscheibe, und wir mssen annehmen, da die
beiden Kurbelachsen irgendwie zwangslufig verbunden waren. Der Antrieb
der unteren Kurbel erfolgt mittelst einer am Ausgang des Mittelalters
gebruchlichen Hand-Schubstange.

Eine Reihe kleiner Skizzen von Leonardos Hand bezieht sich auf
Sgewerke, doch diese Skizzen sind nur flchtig ausgefhrt und stark
vergilbt. Da sie nichts Bemerkenswertes bieten, lohnt sich die
Wiedergabe nicht[41].

Da man in holzreichen Lndern die Axt der Sge vorzog, lesen wir in
der Natrlichen Historie von Norwegen, die 1753 erschien. Es heit
dort: Vor der Mitte des 16. Jahrhunderts behaute man jeden Stamm und
spaltete ihn mit der Axt in zwei Planken, da er jetzt sieben bis acht
Bretter gibt, da denn das meiste Holz in Sphne zersplittert wird.
Dieses geschieht noch an einigen Orten, wo keine Sgewerke in der Nhe
sind, insonderheit auf Sudener und im Amte Nordland, wo sehr viele
Jagden und Bte aus lauter dergleichen gehauenen Brettern gebauet
werden, die zwar doppelt so stark sind, aber auch allzuviele Stmme
kosten[42].

Mit der Angabe, da man bis ums Jahr 1550 in Norwegen hauptschlich mit
der Axt arbeitete, stimmt die Nachricht berein, da erst um 1530 das
erste Sgewerk in Norwegen angelegt wurde[43].

Den spteren Kaiser Maximilian sehen wir in seiner Jugend mit einer
groen Sge in der Hand auf einem Holzschnitt von Hans Scheuflein aus
dem Jahre 1514 (Seite 37). Der junge Frst ist hier als Lehrling der
Zimmerleute dargestellt[44].

Auer dem Propheten Jesaias (Seite 30) wird der Apostel Simon -- nicht
zu verwechseln mit Simon Petrus -- mit der Sge dargestellt, ja, er ist
auch der Schutzpatron der Sger, denn es wird von ihm berichtet, da er
auf einer Missionsreise in Persien von fanatischen Priestern lebendig
in Stcke zersgt worden sei[45]. Der groe Meister Lucas Cranach
der ltere hat 1539 in einer Serie Das Symbolum..... der zwelff
Aposteln[46] den Martyrertod des Simon grausig dargestellt (Seite 38).

Die Werkzeuge des Zimmermanns, darunter auch 2 Sgen, sind sehr
deutlich auf einem Holzschnitt dargestellt (Seite 39), der im Jahre
1546 in einem Buch ber die Perspektive erschien.[47]

[Illustration: Der jugendliche Maximilian als Zimmermann mit der Sge.
Holzschnitt von 1514.]

Um's Jahr 1550 berreichte der Nrnberger Mechaniker Hanns Lobsinger
den Stadtvtern ein handschriftliches Verzeichnis seiner mechanischen
Erfindungen. Es ist nicht verffentlicht worden und neuerdings auch
im Original verschwunden. Aus einem lteren Auszug wissen wir aber,
da Lobsinger eine ganze Reihe bedeutsamer Erfindungen machte und
da einige von ihnen der Zeit um Jahrhunderte vorauseilten. So
fertigte er auch Maschinen, in welchen ein Rad den Marmor oder andere
Steine, welche man sonsten mit einer kupffern Sgen sehr langsam
durcharbeitete, ziemlich frderlich durchschneiden muste[48]. Demnach
verwendete Lobsinger schon vor 350 Jahren in Nrnberg die ungezahnte
Kreissge zum Steinschneiden. Diese Erfindung ist um so erstaunlicher,
als doch unsere heutige Kreissge fr Steine (Seite 62) erst im Jahre
1833 in England erfunden wurde[49]. Sonderbar nur, da Lobsinger
nicht auf den Gedanken kam, die Scheibe zu zahnen, um Holz damit zu
schneiden. Die Kreissge fr Holz wurde, wie wir noch hren, erst 1793
erfunden.

[Illustration: Die Sge als Marterinstrument. Holzschnitt von Lucas
Cranach, 1539; nach der im Mittelalter gebruchlichen Strafe des
Zersgens fr Landesverrter.]

[Illustration: Zimmermannssgen. Holzschnitt von 1546.]

Jacques Besson, Ingenieur des Knigs von Frankreich, und der Nachfolger
Leonardo da Vincis in diesem Amte, hat ums Jahr 1565 eine Reihe von
Maschinen gezeichnet. Nach seinem Tode (1569) wurden diese Zeichnungen
mit einem kurzen Text im Jahr 1578 zum ersten Mal verffentlicht. Und
spter sind sie wiederholt neu gedruckt worden und auch in andern
Lndern erschienen[50].

[Illustration: Gatter-Sgewerk. Kupferstich aus dem Maschinenbuch von
Besson 1578.]

Zwei recht umstndlich gebaute Sgewerke von Besson (Seite 40 und 41)
sind fr uns interessant, wegen der Zahnstellung und der Zahnform.
Besson hngt in den Gatterrahmen, der bei ihm schon aus Eisen
konstruiert ist (Seite 40) das erste Sgeblatt mit den Zahnspitzen nach
unten, das zweite mit den Zahnspitzen nach oben, das dritte wieder nach
unten und das vierte wieder nach oben. So will er erreichen, da das
Gatter beim Auf- wie beim Niedergang in je zwei Schnitten gleichmig
belastet ist.

In einem andern Sgewerk (Seite 41) hngt Besson zwei Sgebltter in
den Gatterrahmen ein, und er gibt den Zhnen eine Form, die man als
ein umgedrehtes M bezeichnen kann. Er erhlt dadurch ein Sgeblatt, das
in beiden Richtungen schneidet.

[Illustration: Gatter-Sgewerk. Die Sgebltter mit M-Zhnen. Nach
Besson. 1578.]

In dem Portrtbuch der Landauerschen Handwerkerstiftung in
Nrnberg wird im Jahr 1571 ein Tischler abgebildet (Seite 42), in
dessen Werkstatt wir eine Rahmensge sehen. Die Form hat sich so
herausgebildet, wie sie noch heute meist zu finden ist. Zwanzig Jahre
spter wird einer der Landauerschen Brder, der nach der bildlichen
Darstellung ein Sger war, als Schalenschrodter bezeichnet. Das Wort
bezeichnet einen Handwerker, der mit der Schrotsge Bretter sgt, die
hauptschlich zum Verschalen der Dcher verwendet wurden. Wir mssen
bedenken, da die Huser des Kleinbrgers damals noch mit Holz gedeckt
waren. Die Landauersche Stiftung, die von 1510 bis 1806 bestand,
nahm hnlich der Mendelschen (Seite 26) zwlf alte, arme Nrnberger
Handwerker auf[51].

[Illustration: Sge eines Tischlers. Nrnberger Malerei von 1571.]

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts mehren sich die gedruckten Anweisungen
zum Maschinenbau. Es sind groe Tafelwerke, in denen die Ingenieure
verschiedener Lnder ihre Konstruktionen zeichnerisch niedergelegt
und erlutert haben. In einer Handschrift zu einem solchen spter
gedruckten Maschinenbuch ist das hier auf Seite 43 dargestellte
Sgewerk um 1580 von dem deutschen Ingenieur Strada gezeichnet
worden[52].

[Illustration: Sgewerk, Handzeichnung von Strada, um 1580.]

Agostino Ramelli, Ingenieur des Knigs von Frankreich, verffentlichte
1588 in einem solchen Werk mehrere Sgegatter an denen die
gleichschenklig, dreieckige Form der Sgezhne mit zwischenliegenden
Unterbrechungen auffllt (Seite 44)[53]. Da der Handwerker sich damals
auch noch einfache Sgewerke zu bauen wute, erkennen wir aus zwei
Bildern, die der Italiener Veranzio um 1600 hinterlassen hat (Seite 45
und 46). Einmal ist eine Sge fr Holz, das andere Mal eine Gattersge
fr Stein dargestellt[54].

[Illustration: Sgewerk nach einem Kupferstich aus dem Maschinenbuch
von Ramelli 1588. Zwischen den Sgezhnen sieht man Unterbrechungen.]

Der Antrieb der Sgewerke geschah, wie wir sehen, entweder von Hand
oder durch Wasserkraft. Im Jahr 1592 gab der Hollnder Cornelisz van
Uitgeest den Windrad-Antrieb fr Sgewerke an und seitdem haben sich
die sogenannten Wind-Sgemhlen besonders in Holland bis auf den
heutigen Tag erhalten. Im Jahr 1633 errichtete ein Hollnder in der
Nhe von London eine solche Mhle mit Windradbetrieb. Sie ging aber
wieder ein und wurde spter wiederholt neu errichtet. Es erhoben aber
gegen diese Maschinen die Arbeiter Einspruch und zerstrten sie im
Jahr 1768[55]. Auffallend spt finde ich den Antrieb eines Sgewerks
durch Gpel. Es war die Konstruktion des als Nationalkonom bekannten
Gelehrten Johann Joachim Becher. Er ging dabei von wirtschaftlichen
Gesichtspunkten aus und betrieb das Sgewerk durch Ochsen, die man
in den Wald verfuhren kan / zu den Bumen selbst; denn man kan mit
leichterer Mhe / die geschnittenen Bretter verfhren / als gantze
Bume[56]. Erst 1857 hat man diesen Gedanken praktisch verwirklicht
(Seite 64).

[Illustration: Einfaches Gatter-Sgewerk, nach Veranzio, ums Jahr 1600.]

Im Jahr 1589 finde ich den ersten Hinweis auf eine gezahnte Sge
aus Metall, die Metall schneiden kann. Giambattista della Porta,
ein vermgender Edelmann aus Neapel, der lange Reisen im Ausland
gemacht hatte, verfate in zweiter Auflage im Jahr 1589 ein Buch,
darin er alles das sammelte, was er im Gegensatz zu der Masse seiner
Zeitgenossen als Natrliche Magie ansah. So erklrte er eine ganze
Reihe von physikalischen und technischen Vorgngen und zeigte durch
Experimente, da hier keinerlei Zauber und Hexerei vorkomme. Bei dieser
Gelegenheit erwhnt er eine gehrtete Sge aus dem Stahl, die so
krftig sei, da sie Eisen schneide. Dies ist sicherlich eine der
frhsten, wenn nicht die frhste Nachricht von einer Kaltsge.

[Illustration: Einfache Steinlage, nach Veranzio, um 1600.]

Porta sagt in der gleichen Stelle auch, da man Eisen unter Beifgung
von Schmirgel und l mit einem Kupferdraht schneiden knne[57].

Portas Vorschlag scheint in dem betriebsamen England nicht unbeachtet
geblieben zu sein; denn am 11. Dezember 1618 erwarb Bewis Bulwer eines
der ersten britischen Patente auf eine Sgemaschine zum Zersgen von
Eisenbarren. Er wollte aus den abgesgten Streifen Ngel herstellen[58].

[Illustration: Sge zum Zerkleinern von Brasilholz, Ausschnitt eines
Kupferstiches von 1613.]

Besondere Sgen hatte man frher, um das sehr harte, als Farbholz
geschtzte Brasilholz zu zerkleinern. Den Namen hat dieses Holz nicht
von Brasilien, sondern es war schon Jahrhunderte vor der Entdeckung
dieses Landes in Europa bekannt und hie lignum bresilium oder
lignum braxillii[59]. In Nrnberg bildeten die Brasilholzstoer oder
Prisilgstoer ein eigenes Gewerbe[60].

[Illustration: Strflinge, Brasilholz sgend, Kupferstich von 1663.]

Das Zersgen dieses harten Holzes geschah im 17. Jahrhundert und
spter in den Zuchthusern, d.h. in den Anstalten, in denen
verwahrloste Jugendliche, Landstreicher und Dirnen wieder zum
ordentlichen Lebenswandel erzogen werden sollten. Von unsern heutigen
Zuchthusern unterschieden sich diese Anstalten also sehr. Auf
einem niederlndischen Kupferstich vom Jahr 1613 ist das Sgen des
Brasilholzes deutlich zu erkennen (Seite 46). An einem langen Eisen,
das mit Handhaben versehen ist, sind zwei starke Sgebltter seitlich
in Knopfschlitzen befestigt und oben durch zwei Paar Eisenbgel
gehalten. Zwei Strflinge ziehen diese Doppelsge ber das in einem
Bock eingespannte Farbholz, das dadurch in kleine Stcke zerteilt wird,
hinweg[61].

[Illustration: Portrt von Adam Wybe, Erfinder der Eissge, im Jahr
1637. Das Portrt von 1644.]

Auch gemeingefhrliche Verbrecher, die man fesseln mute, wurden
(Seite 47) mit dem Sgen von Brasilholz in ihrer Zelle beschftigt.
Hier hat die Sge im Jahr 1663, wenn die Zeichnung richtig ist, drei
nebeneinander liegende Bltter[62].

[Illustration: Nrnberger Tischler mit leichter Rahmensge. Malerei von
1679.]

Die Eissge scheint eine deutsche Erfindung zu sein; denn der aus
den Niederlanden stammende Ingenieur Adam Wybe (Seite 48) erhielt im
Jahr 1637 von der Stadt Danzig ein Patent auf seine Erfindung Eis
zu schneiden. Wybe hat diese Erfindung bis zu seinem Tod mit Vorteil
ausgenutzt. Aus den noch vorhandenen Akten[63] lie sich aber nicht
ersehen, welcher Art die Konstruktion dieser Eissge war. Dieser
Wybe wurde spter, 1644, berhmt durch seine groe Anlage einer
Seilschwebebahn, die bei den Danziger Festungsbauten zur Wegschaffung
groer Erdmassen lange in Betrieb war[64].

Ein sehr ausdrucksvolles Portrt eines Schreiners aus dem
Landauer'schen Bruderhaus (vgl. Seite 49) ist hier aus dem Jahre 1679
abgebildet[65].

Das Wappen der Nrnberger Sger ist in einer mit Hunderten von Wappen
gezierten Handschrift abgebildet, die alle Ordnungen der Nrnberger
Handwerker, die um 1680 in Gltigkeit waren, enthlt (Seite 50). Die
Sger fhren ein aufrechtstehendes, bauchiges, blaues Sgeblatt im
Wappen[66].

[Illustration: Sge im Wappen der Nrnberger Sger, Malerei um 1680.]

Die Werkstatt eines Sgemachers bildet im Jahre 1698 Christoff Weigel
in einer Zusammenstellung der wichtigsten Handwerke ab[67]. Die Verse
bei dem Bild stammen von dem berhmten Kanzelredner Abraham a Sancta
Clara, der wegen seiner drastischen Vergleiche bekannt war. Wir
sehen, wie der Eberschmied dabei ist, die Zhne einer groen Sge
einzufeilen. Neben ihm liegen eigentmlich geformte, lange Sgebltter,
Meiel und Bohrer; denn auer Sgen macht der Eberschmied besondere
Bohrer. An der Wand hngen Rahmensgen und eine Metallsge mit Griff.
Auen am Fensterkreuz hat der Meister eine Sge ausgehangen, um Kufer
anzulocken. Eigentliche Auslagen, Schaufenster, gab es damals bei
Handwerkern nicht immer.

Bei der Beschreibung der Arbeiten des Messingbrenners, des heutigen
Gelbgieers, erwhnt Weigel sogar Gattersgen fr Metall: so gieen
sie (Messing) zu groen Tafeln und Platten, welche nachgehends durch
den Messing-Schneider oder Sger auf einem Werk-Tisch, gleich den
Holtz-Schneide-Mhlen fest gemachet zu ein- zwei- auch wohl drey
Finger breiten Schienen, Zainen oder Stben zerschnitten oder gesget
werden[68].

[Illustration: Der Eberschmied, Neberschmied oder Bohrerschmied, der
auch Sgebltter fr Holz und Metall angefertigt. Kupferstich von 1698.]

Schiller hat sich in Wallensteins Lager die ergtzlich polternde
Redeweise des Abraham a Sancta Clara zum Vorbild fr seinen
Kapuzinerpater genommen. Hier ein Beispiel, wie Abraham in der
Barockzeit beim Sg-Mller erbaulich schrieb: Ich wei eine Sau /
die hat keine Augen / keinen Rssel / keinen Kopff / keine Fe / und
ist doch eine Sau / das ist wunderbarlich; Ich wei eine Sau / die
hat keine Haut / keine Brsten / kein Fleisch / kein Speck / ist doch
eine Sau / das ist seltzsam; Ich wei eine Sau / die lebt nicht / und
frit doch mehr als eine gantze Heerde Su / das ist achtlich. Dann
erzhlt er unmittelbar von allerhand Flssen des Altertums und der
neueren Zeit und sagt dann pltzlich: Savus auf Deutsch die Sau / ein
vornehmer Flu in Sclavonien. Diese Sau hat kein Maul / lebt nicht /
und frit doch viel / da beist sie ein Stuck Acker hinweg / dort eine
Reyh Wiesen / anderwrts ein groe Gesttt / an einem Ort ein halbes
Dorff / unterhalb eine gantze Au: Ey du grobe Sau! Anfnglich sei
diese Sau ganz klein, spter aber werde es eine gromchtige Sau. So
werde auch kein Mensch auf einmal eine grobe Sau / eine unzchtige
Sau. Also msse man sich vor den kleinen Snden hten, wenn man nicht
in die groen fallen wolle. Zu seiner berschrift, dem Sgemller,
schwenkt Abraham nach dieser Betrachtung virtuos mit dem Satz: Wann
die Sg einmahl recht ankommt und das Wasser treibt / ists gewi /
da es bey Vorigem bleibt. Von da ab erzhlt er alles mgliche ber
die Sgemhle, wo man sie anlegen soll, und was man drauf schneidet.
Pltzlich schwenkt er wieder in geistliche Betrachtungen ab und
schliet dann das Kapitel mit den Worten: Der Sg-Mller gewohne sich
gleich im Anfang zum Guten / so wird man von ihm sagen knnen / da er
allezeit bey demselben verbleiben wird[69].

[Illustration: Die Sgen des Bleistiftmachers. Kupferstich von 1711.]

Die Sge eines verschwundenen Handwerks ist auf Seite 52 abgebildet.
Sie ruht in einem Bgel zwischen Werktisch und Sitzbank des
Bleiweischneiders. Dieser Handwerker zerschnitt den Graphit --
damals Bleiwei genannt -- zu feinen Stbchen, die man in Holz fate.
Es ist also der Ahne unserer heutigen Bleistiftfabrikanten[70].

Eine reichverzierte, mit knstlichem Eisenschnitt versehene Bgelsge
mit Metallsgeblatt befindet sich im Kunstgewerbemuseum zu Berlin
(Seite 54). Sie stammt etwa aus dem Jahr 1700[71].

Es ist mir aufgefallen, da die Sgemhle den Zeichnern und Malern
sehr selten und recht spt eine Anregung gab; denn man findet die
Mahlmhle fr Brotgetreide seit dem Mittelalter in einer endlosen Zahl
von Darstellungen, niemals aber die Sgemhle. Die frhste mir bisher
bekannt gewordene Darstellung einer solchen auf einem Kunstblatt stammt
aus dem Jahr 1701 und auch hier ist sie mit der Wassermhle und der
Windmhle zusammen in der gleichen Landschaft zu sehen[72]. (Seite 55).

[Illustration: Bgelsge fr Metall, der Bgel in reicher,
durchbrochener Eisenschnitt-Arbeit. Kunstgewerbe-Museum zu Berlin. Um
1700.]

An einer recht versteckten Stelle fand ich, da ein eiserner Spanndraht
anstelle des Spannstrickes bei der Rahmensge ums Jahr 1700 von einem
Niederlnder erfunden wurde. Der Frankfurter Patrizier[73] v. Uffenbach
besuchte im Jahr 1710 den Amsterdamer Mechaniker Metz und sah bei ihm
Sgen, welche ein Gestell wie die gemeine Holz-Sgen hatten, auer
da an statt des Stricks ein eiserner Drat mit einer Schraube an einer
Seite daran war. Man hat diese Rahmensgen, wie so manches andere
Werkzeug, bisher irrtmlich fr eine amerikanische Erfindung gehalten.

[Illustration: Sgemhle. Kupferstich von 1701.]

[Illustration: Sge in der Hand einer mit ihren eigenen Werkzeugen
eingekleideten Wagnersfrau. Kolorierter Kupferstich um 1730.]

Ums Jahr 1695 erschienen in Paris Abbildungen von Handwerkern, die
im damaligen barocken Geschmack mit ihren eigenen Werkzeugen oder
Fabrikaten bekleidet waren. Man fand an solchen Bildern Geschmack
und es kamen bis etwa 1730 mehrere Serien solcher Kunstbltter der
mit ihren eigenen Arbeiten und Werckzeugen eingekleideten Knstlern,
Handwerckern und Professionen heraus. Hier ist auf Seite 56 die
Frau des Wagners dargestellt, die in der rechten Hand eine groe Sge
hlt. Die Schnecken des Haares, die Puffrmel und die Krinoline sind
aus Wagenrdern gebildet und rings um den Reifrock herum hngen alle
mglichen Werkzeuge[74].

[Illustration: Laubsge. Franzsischer Kupferstich von 1763.]

Der Laubsgen-Bgel wird 1763 in dem gewaltigen franzsischen Werk
abgebildet, das eine Reihe von Gelehrten, die Encyclopdisten, ber
alle die bis dahin unbeachtet gebliebenen Gebiete des menschlichen
Wissens verfate. Sie wollten das zur menschlichen Ttigkeit
Notwendige, bis in die kleinsten Einzelheiten wissenschaftlich ebenso
sorgfltig behandeln, wie man seit Jahrhunderten die Einzelheiten der
reinen Geisteswissenschaften behandelt hatte. So entstand unter dem
Titel Encyclopdie ein Werk von 34 Foliobnden mit ber 3000 groen
Kupfertafeln. Jedes einzelne Gewerbe, jedes Handwerk wird sorgsam
beschrieben und alle seine Maschinen und Werkzeuge werden bis in die
Einzelheiten abgebildet. Hier sehen wir oben die Laubsge samt der
Spannvorrichtung. Sie wurde damals von den Schachtelmachern benutzt[75].

Die Rahmensge des franzsischen Schachtelmachers hatte ums Jahr 1750
die auf Seite 58 angegebene Form[75].

Der erste, der den spter so beraus fruchtbar gewordenen Plan
hatte, Papier aus Holz herzustellen, der Regensburger Prediger Jacob
Christian Schffer, erfand 1768 eine originelle Sgemaschine (Seite
59). Der alte Herr hatte wohl selbst ein Bedrfnis, sich zwischen
den anstrengenden gelehrten Arbeiten Bewegung zu verschaffen. So lie
er sich von dem Regensburger Tischler Simmerding die hier abgebildete
Maschine bauen, probierte sie aus und schrieb flugs ein Buch darber.
In einem groen, geschweiften und verzierten Gestell hngt an einem
Pendel eine Rahmensge. Legt man auf zwei Konsolen ein Stck Holz, dann
kann man im Wohn- oder Arbeitszimmer zur Leibesbewegung fr Gelehrte
und Krnkliche ntzlich Brennholz sgen[76].

[Illustration: Rahmensge eines franzsischen Schachtelmachers.
Kupferstich von 1763.]

Die soeben auf Seite 57 erwhnte Encyclopdie wurde von dem Berliner
Gelehrten Johann Georg Krnitz fr die deutschen Verhltnisse passend
bersetzt und ergnzt. So entstand das grte bisher in Deutschland
berhaupt erschienene, zusammenhngende Werk, ein Lexikon, das von A
bis Z 242 Bnde umfat. Im 10. Band dieses Riesenwerkes steht auch eine
Nachricht von der Eissge: Um das Eis eines Grabens oder Flusses zu
durchschneiden und zu ffnen, bedient man sich einer Maschine, entweder
in Gestalt eines Pfluges, oder in Gestalt einer Sge, welche von
Menschen in Bewegung gesetzt wird[77].

Im 34. Band sagt Krnitz, da man in der Geschtzgieerei die
angegossenen Trichter nach dem Erkalten mit einer groen Sge,
welche von 4 oder 5 Menschen an ihrem eisernen Bogen gefhrt wird
abschneide[78]. Hier wird also eine Bgelsge zum Metallschneiden in
recht betrchtlichen Abmessungen verwendet.

Wir hrten auf Seite 38, da der Nrnberger Mechaniker Lobsinger ums
Jahr 1550 die Kreissge zum Schneiden von Stein erfunden hatte. Die
Kreissge fr Holz und Metall ist eine Erfindung von Samuel Bentham in
Westminster. Er nahm am 23. April 1793 das britische Patent Nr. 1951.
Der Antrieb sollte durch Dampfkraft erfolgen und die Beschreibung
lt, obwohl sie ohne Zeichnung eingereicht wurde, erkennen, da ein
kreisrundes, gezahntes Sgeblatt zwischen zwei Flanschen eingespannt,
nach einer Richtung hin umluft. Die Sge soll rohe Werkstcke, wie
sie aus der Gieerei oder aus der Schmiede kommen mit geraden Kanten
versehen. Die Auflage fr das Werkstck lt sich gegen die Sge
vorschieben und hoch und tief verstellen. Die Sgebltter sollen
entweder aus Stahl oder aus Eisen mit aufgeschweitem Stahlkranz
bestehen. Grere Bltter werden aus einem eisernen Stammblatt mit
angesetzten Ringausschnitten hergestellt[79].

[Illustration: Reich verzierte Sgemaschine, die im Zimmer zur
Leibesbewegung benutzt wurde. Kupferstich von 1768.]

In der Literatur ist die Angabe verbreitet, die Kreissgen seien die
Erfindung eines Deutschen namens Gervinus. Trotz vieler Mhe habe ich
nichts ber einen Mann dieses Namens und ber diese seine angebliche
Erfindung feststellen knnen. Nach einer andern Lesart sollen die
Kreissgen zum Zersgen von Eis im 18. Jahrhundert im Uralgebirge[80]
verwendet worden sein. Mir erscheint diese Nachricht, obwohl keine
Quelle dafr angegeben wird, glaubhaft, weil man im Ural auch
frhzeitig rotierende Steinfrser benutzte[81].

Im Jahr 1799 lie sich L. C. A. Albert in Paris die gezahnte Kreissge
als scie sans fin patentieren. Sie ist, wie wir unten erkennen, aus
mehreren Segmenten zusammengesetzt[82]. Die Erfindung wurde alsbald
auch in Deutschland bekannt gemacht[83].

Die franzsische Bezeichnung Sge ohne Ende hat oberflchliche
Beobachter veranlat[84], die Albertsche Kreissge fr das zu halten,
was der Franzose heute darunter versteht: fr eine Bandsge.

Im Jahre 1801 erfand Marc Isambard Brunel die Kronsge, die aus einem
zum Vollkreis gebogenen Sgeblatt besteht und mit der gezahnten Kante
kreisfrmige und bogenfrmige Ausschnitte aus Holz macht[85].

Im Jahr 1806 werden in den vornehmen Husern der Englnder groe
Vorlegemesser gebruchlich, die am Rcken scharfe Sgezhne haben, um
die Knochen der groen englischen Braten zu zersgen[86].

Im Jahr 1807 erfand der englische Ingenieur William Newberry die
Bandsge[87]. Ob er sie im gleichen Jahr, wie man gelegentlich
liest[88], auch gebaut hat, ist nicht nachweisbar.

[Illustration: Kreissge. Patentzeichnung von 1799.]

Und im Jahre 1808 ist die Erfindung der Furnierholzsge fr England zu
verzeichnen. Der Erfinder ist der soeben genannte berhmte englische
Ingenieur Brunel[89].

Eine verschwundene Erscheinung im Straenbild ist der Sgenausrufer.
Er durchzog ehemals, wie viele andere Ausrufer, die groen Stdte und
pries seine Ware durch einen melodischen Gesang an. Jahrhundertelang
gab es fast fr jede Gruppe von verwandten Gegenstnden solche
Straenausrufer, die ihre eigenen Melodien riefen, denn durch den
Tonfall konnten sie sich von der Strae aus besser kenntlich machen,
als durch ihre meist in fremdem Dialekt stehende Aussprache. Die
Sgenverkufer kamen aus Thringen, aus Westfalen und aus der
damaligen Grafschaft Henneberg in Franken. Ein nach Hamburg kommender
Sgenhndler ist im Jahr 1808 abgebildet (Seite 61). Er ruft singend:
Sagen koop![90].

[Illustration: Hamburger Sgenhndler, Kupferstich von 1808.]

Aus einem Brief vom 27. Juli 1821 erfahren wir etwas ber die ersten
Anfnge der deutschen Gustahlindustrie zur Sgenfabrikation. Friedrich
Krupp schrieb damals an eine Remscheider Firma, er bte sie recht bald
die bewuten fertig gewordenen Sgen zu bersenden, denn in circa
8 Tagen wnsche ich dieselben einem hohen Beamten, der alsbald von
Berlin hier eintreffen wird, als Muster vorlegen zu knnen[91]. Krupp
bittet, in dem Begleitbrief zu bemerken, da diese Sgen von seinem
Gustahl gefertigt seien. Er will diesen Brief dem hohen Beamten zeigen
und deshalb soll der Brief so eingerichtet sein, da ich ihn darf
lesen lassen und mich auch auf Ihnen als Sachkenner beziehen kann.
Weiter erfahren wir aus dem Briefe, da man sich ber die Hrte des
zu verwendenden deutschen Gustahles noch nicht einig war. Krupp
wnschte einen mglichst harten Gustahl zu verwenden, der nur nicht so
sprde sein durfte, da die Zhne beim Schrnken abbrechen.

[Illustration: Steinsge nach der Patentzeichnung von 1833 (vgl. hier
Seite 38-39).]

Eine selbstndige Sgenindustrie gab es in Deutschland damals noch
nicht. Die Eisenwaren-Fabriken machten schlecht und recht Sgen mit
anderen Werkzeugen zusammen. Das ersieht man am besten aus einer
Zeichenrolle vom Jahr 1765, in die auf Anordnung des Kurfrsten Karl
Theodor v. Berg die Warenzeichen der im Bergischen Land ttigen
Handwerker niedergelegt -- meist in Siegellack abgedruckt -- sind.
Da manche Handwerker angaben, wie lange ihre Vorfahren diese Zeichen
schon fhrten und fr welche Gegenstnde sie die Zeichen verwendeten,
kann man die bergische Sgenfabrikation bis etwa zum Jahr 1600
zurckfhren. Hundert Jahre spter -- um 1700 -- sind schon viele
Werkzeugmacher in dieser Industrie beschftigt. Heute sind in Remscheid
eine Anzahl Fabriken ausschlielich mit der Herstellung von Sgen
beschftigt. Unter ihnen ist die im Jahr 1822 -- also vor 100 Jahren --
gegrndete, im Besitz der Firma J.D.Dominicus & Soehne befindliche
Fabrik eine der ltesten. Das lteste deutsche Fabriken- und
Manufacturen-Address-Lexicon von J.C.Gdicke (erschienen 1799) kennt
selbstndige Sgenfabriken nicht. Es sagt: Sgebltter, mehrartige,
lange, dnne, auf einer Seite mit Zhnen versehene Werkzeuge, so die
Eisenfabriken nach Gewicht, Dutzenden oder Stcken in den Handel
bringen.

[Illustration: Eissge, aus der Illustr. Zeitung, 1858.]

Eine Sge, die sowohl wegen der Antriebsart, als auch wegen ihrer
Wirkungsweise fr die Zeit, da sie aufkam, originell ist, stammt
vom Erfinder des Dampfhammers, vom englischen Ingenieur Nasmyth.
Dieser ausgezeichnete Konstrukteur setzte 1849 eine ungezahnte,
weiche, kreisfrmige Stahlscheibe auf die Welle einer Dampfturbine.
Er erhielt also eine Umdrehungsgeschwindigkeit von mehreren tausend
Drehungen in der Minute. Nherte man dieser Rundsge Schmiedeeisen,
ungehrteten oder gehrteten Stahl, hartes Messing oder andere Metalle,
dann entstand eine breite Schnittfuge, aus der die Metallteilchen in
glhendem Zustand als gewaltige Funkengarbe herausschossen. Man hat
diese Sgen Schnellreibsgen genannt[92].

[Illustration: Transportables Dampfsgewerk, 1857.]

Besonders starke Sgebltter wurden zu den Ausrstungen der
Polarexpeditionen des vergangenen Jahrhunderts angefertigt. So sehen
wir auf Seite 63 ein Bildchen von der Expedition des Northstar, der
in den 40er Jahren in das Polarmeer gefahren ist, um den verschollenen
Nordpolfahrer Franklin aufzusuchen. Man hatte diese Sge mitgenommen,
um das Schiff, wenn es ins Eis eingefroren war, heraussgen zu knnen.
Das Blatt hatte eine Lnge von 20 Fu. Es wurde, wie wir sehen, an
einem Strick gezogen und unten im Wasser durch ein Gewicht beschwert.

Ein transportables Dampfsgewerk (unten), das man im Wald aufstellte,
wurde 1857 auf der Wiener Ausstellung bekannt. Das Gerst der Maschine
wird zwischen zwei Bumen befestigt. Auf diese Weise wollte man Zeit
und Arbeit ersparen und auch den Holzverlust, den die Axtarbeit mit
sich bringt, vermeiden. Der Erfinder dieser Maschine war der schsische
Ingenieur Ludwig Zeschke[93].

[Illustration: Transportables Handsgewerk, 1861.]

Sgen dieser Art wurden, wie wir auf Seite 45 lasen, um 1675 von dem
deutschen Nationalkonom Becher angegeben. Neuerdings wurden sie wohl
durch den Pariser Mechaniker Mourey wieder in Erinnerung gebracht[94].

Im Jahr 1861 kam in Amerika eine transportable Sge auf, die von
Hamilton erfunden war. Mit ihr konnte man nicht nur Bume fllen,
sondern -- nachdem man das Blatt senkrecht gestellt hatte -- auch in
kurze Stcke sgen. Der Antrieb erfolgte durch Kurbeldrehung (Seite
65)[95].

[Illustration: Der Sgemann, Museum in Celle.]

Die Bandsge fr Metall wurde von der Firma Panhard & Levassor in
Paris im Jahr 1866 zuerst versucht und zwei Jahre spter in Havre
ausgestellt. Ein Jahr vorher hatten die Englnder Schnittproben
an Panzerplatten, die mit der Bandsge ausgefhrt waren, in Paris
ausgestellt[96].

[Illustration: Spottbild auf den schrillen Ton beim Feilen der Sgen,
1864.]

Zum Schlu etwas Humoristisches.

In der Lneburger Heide hatten die Bauern ehemals in der Kinderstube
den Sgemann. Es ist eine vom Dorfschmied aus Eisenblech hergestellte
Figur, die man (Seite 66) mit zwei scharfen Spitzen neben die Wiege
des Kindes auf die Kante einer Truhe oder eines Stuhles setzte. Der
blecherne Mann hlt eine gewaltige Sge, an der unten ein Stck Blei
befestigt ist. Stt man die Sge an, dann schwingt der Sgemann lange
Zeit, das Kind sieht ihm aufmerksam zu und vergit das Weinen[97].

[Illustration:

    Es fllt durch der Sgen und Aexte Gewalt,
    Der frische, frhliche freie Wald;
    Was Wunder, wenn endlich der Baum sich rcht
    Und seinen Mrder in Stcken sgt.
      Verkehrt ist die Welt!

Spottbild von 1852.]

Da das Schleifen der Sgezhne einen blen Ton gibt, illustriert ein
englisches Spottbild aus dem Jahr 1864 (Seite 67). Der Meister, der die
Sge kreischend schleift, sieht neidisch zu dem singenden Pfau empor,
dessen Tne die Schnheit des Sgetons fast zu bertreffen vermgen[98].

Zum Schlubild auf Seite 68 ist nichts zu sagen; es ist eine der
trefflichen Karikaturen, die selbst deutlich genug reden[99].

[Illustration]




LITERATUR-NACHWEIS


[1] Museum fr Vlkerkunde Berlin, Prhistorische Abteilung II, 3948.

[2] R. Forrer, Reallexikon der prhistorischen Altertmer, Berlin 1907,
S. 669.

[3] R. Forrer, Reallexikon der prhistorischen Altertmer, Berlin 1907,
Taf. 29, F.M.Feldhaus, Technik der Vorzeit, Leipzig 1914, Abb. 94.

[4] Forrer, ebenda, S. 780; Feldhaus, ebenda, Abb. 871.

[5] W. M. Flinders Petrie, Tools and Weapons, London, 1917, Taf. 51.

[6] G. Steindorff, Das Grab des Ti, Leipzig 1913, Taf. 133.

[7] P. E. Newberry, Life of Rekhmara, Westminster 1900.

[8] R. Forrer, Reallexikon der prhistorischen Altertmer, Berlin 1907,
Fig. 237, 530 und 531.

[9] Original in der Sammlung Meyer-Steineg in Jena (Meyer-Steineg,
Chirurgische Instrumente des Altertums, Jena 1912, S. 46).

[10] Ovid, Metamorphosen, Buch 8; Seneca, Epistolae 90; Plinius,
historia naturalis, Buch 7, Kap. 57.

[11] Daremberg et Saglio, Dictionnaire des antiquits, Paris 1877 ff,
Artikel: Daedalos.

[12] A. F. Gorius, Museum Etruscum, Bd. 1, Florenz 1737, Taf. 199.

[12a] Einen gyptischen Schmelzofen sah man lange als einen
Glasblserofen an (F.M.Feldhaus, Technik der Vorzeit 1914, Sp.449).
Ein gyptisches Bild des Seilers bei der Arbeit wird noch ganz
phantastisch erklrt (Geschichtsbltter fr Technik, Bd.2, 1915,
S.32). Die Darstellung eines Blasbalges in einer Goldschmiedewerkstatt
wird als goldene Schssel ausgegeben (ebenda, S.35). Laienhafte
Ansichten von der antiken Technik und auch von der Sge im Altertum
verffentlichte 1919 Albert Neuburger in seinem Buch ber die Technik
des Altertums.

[13] Antichi Monumenti, Florenz 1810, Taf. 49.

[14] Ebenda.

[15] Museum Capitolinum, Rom 1782, Taf. 15.

[16] Journal de la Socit d'Archologie Lorraine, Nancy 1888, S. 83.

[17] Dictionnaire des antiquits von Daremberg und Saglio, Paris 1877
bis 1904, Fig. 6375.

[18] L. Jacobi, Rmerkastell Saalburg, Homburg 1897, Taf. 34, Fig. 6;
ebenda Seite 209, Nr.28, Taf.34, Fig.5.

[19] Jacobi, ebenda, Seite 209, Nr. 26.

[20] Jacobi, ebenda, Taf. 37, Fig. 12; Der Limes, Band 10, Taf. 9, Fig.
19.

[21] Inventar-Nr. 8627.

[22] Plinius, Historia naturalis, Buch 36, Kap. 9.

[23] Moritz Heyne, Das altdeutsche Handwerk, Straburg 1908, S. 10 11.

[24] M. Viollet le Duc, Dictionnaire du Mobilier, Bd. 2, Paris 1871,
S.529; M.Heyne, Das altdeutsche Handwerk, Straburg 1908, Abb. 6.

[24a] Miniature dell' anno 1023, Montecassino 1896, Buch 17, Kap. 5,
Taf. 119.

[25] Quellenschriften fr Kunstgeschichte, Bd. 7, Wien 1874.

[26] J. B. A. Lassus, Album de Villard de Honnecourt, Paris 1858,
Blatt 22v (nach dem Manuskript der Nationalbibliothek zu Paris); vgl.
ber Wilars: F.M.Feldhaus, in der Zeitschrift des sterreichischen
Ingenieur- und Architektenvereins zu Wien, 1906, Nr.30.

[27] J. Beckmann, Beytrge zur Geschichte der Erfindungen, Bd. 2,
Leipzig 1788, S. 268.

[28] Ebenda, S. 270.

[29] Ebenda, S. 271.

[30] N. X. Willemin, Monuments Franais, Paris 1814, Tafel 114.
Willemin sagt, da dieses Stck auf Knig Thibaut IV., den Groen,
Grafen der Champagne zurckgehe. Dieser starb im Jahr 1253. Dieser
Annahme aber widerspricht der ganze Stil der Darstellung und auch die
Kostme gehren der zweiten Hlfte des 14. Jahrh. an.

[31] Handschrift Amb. 217 des Stdtischen Archivs zu Nrnberg;
F.M.Feldhaus, Technik der Vorzeit, 1914, S. 702.

[32] Cronicques de Charlemaine, Ausgabe Brssel 1909, Taf. 95.

[33] P. Lacroix, Arts, Paris 1871, S. 333.

[34] Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum, Band 1, Nrnberg
1886, S. 46.

[35] Zedler, Universallexicon, Leipzig 1740, Bd. 26, Sp. 483.

[36] Uffenbach, Reisen, Bd. 1, 1753, S. 52.

[37] Notizblatt des sterreichischen Ingenieur-Vereins 1850, Nr. 4.

[38] Dingler, Polytechnisches Journal, Bd. 52, 1834, S. 464.

[39] Les manuscrits de Lonard de Vinci publi en fac-simil avec
transcription littrale etc. par M. Charles Ravaisson-Mollien, Paris,
A. Quantin, 1881/1890: Manuskript B, Blatt 66 b.

[40] Die bedeutsamen technischen Leistungen dieses Mannes fat
zusammen: F.M.Feldhaus, Leonardo der Techniker, Jena 1913.

[41] Il codice atlantico di Leonardo da Vinci nella Biblioteca
Ambrosiana di Milano, riprodotto e pubblicato dalla Regia Accademia dei
Lincei etc. Trascrizione diplomatica e critica di Giovanni Piumati.
Ulrico Hoepli, Milano 1894/1904. Blatt 381Rb.

[42] Pontoppidam, Historie von Norwegen, Kopenhagen 1753, I, S. 244.

[43] N. Cragii, Historia regis Christiani III., Kopenhagen 1737, S.
293.

[44] Wei Kunig, Blatt 21 (auf ber 200 Holzschnitten wurden in den
Jahren 1514 bis 1516 die Taten des Kaisers Maximilian dargestellt. Der
Abdruck geschah aber erst 1775).

[45] Wetzer und Welte, Kirchen-Lexikon, Freiburg 1853, Bd. 10, S. 153,
D.H.Kerler, Die Patronate der Heiligen, Ulm 1905, S. 299.

[46] Wittenberg 1539.

[47] Rodler, Perspectiva, Frankfurt 1546. Blatt F V.

[48] Doppelmayr, Nachrichten von Nrnbergischen Knstlern, 1730, S.
293, Geschichtsbltter fr Technik und Industrie, Bd. 4, Berlin 1917,
S.208, F.M.Feldhaus, Technik der Vorzeit, Leipzig 1914, Sp.632.

[49] Britisches Patent von G. W. Wildes vom 15. 4. 1833, Nr.6411,
Repert. of Patents Inventions 1834, S.215, Dingler, Pol. Journal
Bd.54, 1834, S.329.

[50] J. Besson, Theatrum instrumentorum, Lyon 1578, Taf. 13 und 14.

[51] Stdtisches Archiv Nrnberg, Handschrift Amb. fol. 279, Blatt49.

[52] Jacopo de Strada, Variae ac faciles molendina, Handschrift der
Technischen Hochschule zu Charlottenburg, Nr. 15555, Blatt 46, gedruckt
unter dem Titel Knstlicher Abri allerhand Wassermhlen, Frankfurt
1617.

[53] Ramelli, Le machine, Paris 1588, Blatt 136.

[54] Veranzio, Machinae novae, Venedig, um 1600, Blatt 44.

[55] J. Beckmann, Beytrge zur Geschichte der Erfindungen, Bd. 2, 1788,
S. 275.

[56] J. J. Becher, Nrrische Weiheit, 1682, S. 55.

[57] Porta, Magia naturalis, Neapel 1589, Buch 13, 5, 2.

[58] Britisches Patent Nr. 10.

[59] Heraklius, De coloribus Romanorum, Ausgabe von A. Ilg, Wien 1873,
Buch 3, Kap. 34 u. 35.

[60] Handschrift Amb. 279 des Stdtischen Archivs zu Nrnberg, Blatt 63.

[61] Kupferstich Het Tuchthuys, gestochen von H. Allard, vergl.:
Zeitschrift fr Strafrechtswissenschaft, Bd.26, 1906, Taf. 2.

[62] Zeitschrift fr Strafrechtswissenschaft, Bd. 26, 1906, Taf. 3.

[63] Akten des Danziger Stadtarchivs, Abt. 12, Nr. 69, S. 66,
Mitteilungen des westpreuischen Geschichtsvereins, Bd.8, 1909, S.84,
Geschichtsbltter fr Technik und Industrie, Bd.4, Berlin 1917, S.209.

[64] F. M. Feldhaus, Ruhmesbltter der Technik, Leipzig 1910, Abb.204.

[65] Landauersches Stiftungsbuch: Stadtarchiv Nrnberg, Amb. fol.279,
Blatt 142A.

[66] Handschrift 952 des Germanischen Museums zu Nrnberg.

[67] Weigel, Abbildung Der Gemein-Ntzlichen Haupt-Stnde, Von denen
Regenten ... Bi auf alle Knstler Und Handwercker, Regensburg 1698,
S.360. Spter erschien der Kupferstich in: Abraham a Sancta Clara,
Etwas fr Alle / Das ist: Eine kurtze Beschreibung allerley Stands-,
Ambts- und Gewerbs-Persohnen..., Wrzburg, Bd.2, 1711, S.432.

[68] Weigel, Haupt-Stnde, Regensburg 1698, S. 354 und 356, Abraham a
Sancta Clara, Etwas fr Alle, Bd.3, Wrzburg 1711, S.352.

[69] Abraham a Sancta Clara, Etwas fr Alle, Dritter Theil, Wrzburg
1711, Seite 521.

[70] Abraham a Sancta Clara, Etwas fr Alle, Bd. 2, Wrzburg 1711,
S.109.

[71] Inventar 98, 83.

[72] Georgica curiosa, Nrnberg 1701, Bd. 1, S. 98.

[73] Z. C. v. Uffenbach, Reisen, Frankfurt 1754, Bd. 3, S.537.

[74] Martin Engelbrecht, Assemblage nouveau des Manouvries habilles.
Neuerffnete Sammlung der mit ihren eigenen Arbeiten und Werckzeugen
eingekleideten Knstlern, Handwerckern und Professionen, Augsburg um
1730, Blatt22.

[75] Diderot et d' Alembert, Encyclopdie, Bd. 2, der Planches, Paris
1763.

[76] Schffer, Sgmaschine, Regensburg 1769, Taf. 2.

[77] J. G. Krnitz, Encyklopdie, Bd. 10, Berlin 1777, S. 491.

[78] Ebenda, Bd. 34, Berlin 1785, S. 284.

[79] Repertory of arts, London, Bd. 10, 1799, S. 229; Die
Werkzeugmaschine, Zeitschrift fr praktischen Maschinenbau, Berlin
1919, Bd.23, S.315.

[80] Ludwig Beck, Geschichte des Eisens, Bd. 3, Braunschweig 1897,
S.477.

[81] F. M. Feldhaus, Ein russischer Stein-Frser mit verlegbarer
Antriebswelle, in: Geschichtsbltter fr Technik und Industrie, Berlin
1919, Band6, S.88.

[82] Franzsisches Patent vom 12. September 1799, Nr. 355, abgedruckt
in den Brevets, Bd. 11, S. 121.

[83] Journal fr Fabrik 1799, Bd. 17, S. 431; 1801, Bd. 20, S.256;
1802, Bd.23, S. 390 mit Tafel.

[84] Die Werkzeugmaschine, Zeitschrift fr praktischen Maschinenbau,
1919, Bd. 23, S. 257.

[85] Britisches Patent Nr. 2478 vom 10. Februar 1801.

[86] Englische Miscellen, herausgegeben von J. C. Httner, Tbingen,
Bd. 24, 1806, S. 125.

[87] Britisches Patent Nr. 3105 vom 30. Januar 1808.

[88] Die Werkzeugmaschine, Zeitschrift fr praktischen Maschinenbau,
Berlin 1919, Bd. 23, S. 257.

[89] Britisches Patent Nr. 3116 vom 14. Mrz 1808.

[90] Suhr, Der Ausruf in Hamburg, Hamburg 1808, Taf. 56.

[91] W. Berdrow, Friedrich Krupp, Essen 1915, S. 249.

[92] Die Werkzeugmaschine, Zeitschrift fr praktischen Maschinenbau,
Berlin 1920, Bd. 24, S. 237.

[93] Illustrierte Zeitung, Leipzig 1858, S. 65.

[94] Franzsisches Patent Nr. 1007 vom 3. August 1822.

[95] Illustrierte Zeitung, Leipzig 1862, S. 65.

[96] Die Werkzeugmaschine, Zeitschrift fr praktischen Maschinenbau,
Berlin 1919, Bd. 23, S. 257.

[97] Original im Museum zu Celle.

[98] Punch, London 1864, Bd. 46, S. 167.

[99] Fliegende Bltter 1852, Bd. 16, S. 13.

[Illustration]


DRUCK VON J. S. PREUSS, BERLIN S. 14, DRESDENER STRASSE 43.




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  | Anmerkungen zur Transkription                                  |
  |                                                                |
  | Inkonsistenzen wurden beibehalten, wenn beide Schreibweisen    |
  | gebruchlich waren, wie:                                       |
  |                                                                |
  | anderen -- andern                                              |
  | Bohr-Sge -- Bohrsge                                          |
  | gezahnten -- gezhnten                                         |
  | Kunstgewerbe-Museum -- Kunstgewerbemuseum                      |
  | Landauer'schen -- Landauerschen                                |
  | Monte-Cassino -- Montecassino                                  |
  | National-Museum -- Nationalmuseum                              |
  | Stein-Frser -- Steinfrser                                    |
  | Stckes -- Stcks                                              |
  | Werkstckes -- Werkstcks                                      |
  |                                                                |
  | Interpunktion wurde ohne Erwhnung korrigiert.                 |
  | Im Text wurden folgende nderungen vorgenommen:                |
  |                                                                |
  | S.  9 Sgenblatt in Sgeblatt gendert.                    |
  | S. 15 Deneuve in Deneuvre gendert.                        |
  | S. 37 bereichte in berreichte gendert.                  |
  | S. 40 Jaques Besson in Jacques Besson gendert.            |
  | S. 49/50 Wyebe in Wybe gendert.                           |
  | S. 69 Live in Life gendert.                               |
  | S. 70 Rmerkartell in Rmerkastell gendert.               |
  | S. 70 Thibaule VI. in Thibaut IV. gendert.                |
  | S. 70 SP. 483 in Sp. 483 gendert.                         |
  | S. 71 Perspectiua in Perspectiva gendert.                 |
  | S. 71 Wrtzburg in Wrzburg gendert.                      |
  | S. 71 Weissheit in Weiheit gendert.                      |
  | S. 72 Samlung in Sammlung gendert.                        |
  |                                                                |
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The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
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Lake City, UT 84116, (801) 596-1887. Email contact links and up to
date contact information can be found at the Foundation's web site and
official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:

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    Chief Executive and Director
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