The Project Gutenberg EBook of Kindheit, by Leonhard Frank

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Title: Kindheit

Author: Leonhard Frank

Release Date: May 1, 2014 [EBook #45548]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK KINDHEIT ***




Produced by Jens Sadowski








LEONHARD FRANK: KINDHEIT


Endlich beschlo der Gymnasiast Jrgen Kolbenreiher: >Wenn noch ein Auto
kommt, bevor die Turmuhr fnf schlgt, gehe ich hinein und kaufe mir die
Broschre . . . Ehrenwort?<

Ehrenwort! sagte er heftig zu sich selbst und las zum fnfzigsten Male
den Titel der philosophischen Abhandlung. Das Geldstck in seiner Hand war
na. Der Blick zuckte fortwhrend von der Broschre zum Zifferblatt. Der
Zeiger stand knapp vor fnf.

Da sauste das Auto um die Ecke, am Buchladen vorbei, und war weg. Die Uhr
hatte noch nicht geschlagen. Jrgen wollte eintreten.

Und nahm seinen Schritt zgernd wieder zurck. >Was wird mein Vater sagen,
wenn ich sie kaufe? . . . Und was wrde er sagen, wenn er wte, da ich
sie kaufen will und dazu den Mut nicht habe? . . . Oder wrde er wieder
verchtlich lcheln, wenn ich jetzt kurz entschlossen in den Laden ginge?<

Die Finger vor dem Leibe ineinander verkrampft, kmpfte er weiter, las den
Titel, sah, wie der groe Zeiger einen letzten Sprung machte. Und fhlte,
whrend er sich Feiger Schuft! feiger Schuft! schimpfte, da sein Wille
hinter der Stirn zu Nebel wurde. Das Phantom des Vaters stand neben ihm.

Das Werk rasselte und schlug. Der Nebel verschwand. Und Jrgen dachte: >Es
ist brigens ganz gleich; ich kanns auch jetzt noch tun. Aber sofort!
. . . Hat der Buchhndler eben gelchelt? ber mich?<

Der stand im Trrahmen und blickte gelangweilt ber die gepflegte,
sonnendurchwirkte Anlage weg, in der die kreisenden Rasenspritzen
Regenbogen schlugen.

>Solange er unter der Tr steht, kann ich ja nicht hinein.<

Der Buchhndler ghnte, trat ghnend in seinen Laden zurck.

>Jetzt! . . . Wenn ich den Mut jetzt nicht aufbringe, wird das Leben auch
in Zukunft mit mir machen, was es will. Das ist klar.<

Bei der Kirche erschien Karl Lenz, ein Mitschler Jrgens.

>Jetzt kann ich doch wieder nicht hinein<, dachte Jrgen, ging mit Karl
Lenz durch die Anlagen, sah abwesend eine Bonne an.

Die gestrkten Rcke strotzten, und der elegante Kinderwagen federte von
selbst auf dem gewalzten Sandwege am Tulpenrondell vorber.

Knapp hinter dem Kinderwagen, das frischbackige Gesicht stolz erhoben, ritt
in verhaltenem Trab ein kleines Mdchen im Knierckchen auf ihrem
Steckenpferd, so da die langen, schn gewlbten, nackten Schenkel sichtbar
waren. Die Gruppe machte sofort halt, als der im Wagen strampelnde Sugling
die Hand nach dem zu hoch hngenden Hampelmann ausstreckte.

Das Mdchen ritt, die Locken schttelnd, in gezhmter Pferdeungeduld feurig
an der Stelle weiter. Und sah, Brust vorgestreckt, ber den abgerissenen,
abgezehrten, blutleeren Proletarierjungen weg, der sich aus der
Fabrikgegend in die Sonne verirrt hatte und, das Drama der Armut im Blick,
offenen Mundes den Reichtum bestaunte.

Beim Erblicken des Jungen wurde Jrgen breitstrmend durchzogen von einer
ihm ganz neuartigen Empfindung, die alle andern Gefhle in ihm auffra.
>Wie darf das sein, da solche Kinder in Schmutz und Not hineingeboren
werden, whrend andere -- wie jene ohne Verdienst und Schuld -- im sonnigen
Kinderzimmer eintreffen, wo alle Pflege, Hausarzt und Amme schon warten?<

Mit einem Blick nagelte die Bonne den zgernd folgenden Jungen fest, der
stehen blieb und zusah, wie das Mdchen geradeswegs ins Leben hineinritt.

Jrgen konnte die Augen nicht abwenden von dem Jungen, der seine Augen von
dem glnzenden Mdchen erst losri, als er sich beobachtet fhlte. Dunkel
fragend sah er empor zu Jrgen, den mit Wucht die Empfindung traf, soeben
Zeuge eines ungeheueren Menschheitsverbrechens geworden zu sein.

>Sollte nicht schon das allein jeden Menschen veranlassen, Rebell zu
werden?< . . . Wir geben ihm unser Taschengeld, Karl.

So einem Ferkel? . . . Von meinem Taschengeld habe ich berhaupt nichts
mehr.

Der Junge blickte seine kotverklebten, skrofulsen Beine an, beschmt empor
zu Jrgen, der fhlte, wie in seinem Gehirn wieder die Entschlufhigkeit
unvermittelt erlosch, da der Schulkamerad ihn grinsend beobachtete. >Ein
Ferkel, du hast recht<, wollte er schon sagen.

Und legte, pltzlich durchstoen von einem Kraftstrom und im Tiefsten
berhrt von der Ahnung, da wilde Rechtlosigkeit das Leben der Armen
bestimmte, sein Taschengeld in die Hand des Proletarierjungen.

Der gewaltige Vorgang in seinem Innern: seine erste bewute Handlung der
Liebe lste ein schmerzhaft schweres Glck aus. Ein mit Jubel geladener
Schrei wollte aus seiner Brust heraus. So strzte er davon, whrend Karl
Lenz in den Konditorladen eintrat.

                   *       *       *       *       *

Es war drckend still im Hause. Unbeweglich sa Jrgen in seinem Zimmer vor
dem blauen Schulheft und grbelte darber nach, ob es einen Gott gbe.

Pltzlich hingen in der Dmmerung die hellen Gesichter der Schulkameraden,
grinsten hhnisch. Und die Tante sagt: >Nein, so einen unselbstndigen
Jungen, wie du einer bist, gibts nicht mehr. Ein Unglck fr deinen Vater.<

Preisgegeben lie er sich von den Geistern der Verachtung weiterqulen,
stellte ihnen entgegen: >Ich habe doch gestern zum Professor gesagt:
Abraham, der seinen Sohn schlachten wollte, kann unmglich ein guter Mensch
gewesen sein. Ein furchtbarer Vater. Meiner Ansicht nach drfte Gott so
einen Befehl auch gar nicht geben.<

Fragt die Tante sehr erstaunt: >Was, das hast du gewagt?<

Und Jrgen lt sich sofort vom Professor, der geantwortet hatte: >Wie
kommen Sie zu dieser unerlaubten, strflichen Ansicht!< bei der Tante in
Schutz nehmen: >Ihr Neffe hat gar nicht so unrecht. Er hat fters solche
erstaunlich eigenwilligen Ansichten.<

Sagt die Tante erfreut zum Vater: >Da ist er ja gar keine Schande fr die
Familie.<

Und der Vater sagt: >Entschuldige, da ich dich ein schmhliches Etwas
genannt habe . . . Wie konnte ich dich nur so verchtlich und gleichgltig
behandeln. Unbegreiflich.< Jrgen lchelte bescheiden.

Die Tr des nebenan liegenden Bibliothekzimmers wurde nach dem Gange zu
geffnet. Und Jrgen hrte, wie der Vater, der krank im Lehnsessel sa, zu
Herrn Philippi, einem alten Freund des Hauses, sagte: Ich werde ihn in ein
Bureau stecken. Er taugt zu nichts anderem. Tlpelhaft und feig ist er.

Jrgen drehte, als stnde er vor dem Vater, Kopf und Schultern gedemtigt
seitwrts und hob die Brauen, da die Stirn Falten bekam.

Niemand kennt die Mglichkeiten, die in einem so jungen Menschen liegen.
Niemand kennt das Ma einer unfertigen Seele, sagte Herr Philippi. Die
Brillenglser in seinem vertrockneten Geiergesicht funkelten.

Auf dem Gange fing ihn die Tante ab. Wie gehts ihm? Wie gehts meinem
Bruder?

Schwermtig, meine Liebe. Herr Philippi wollte fortstelzen.

Sie erwischte ihn noch am rmel. Da dieser bedeutende Mann so einen Sohn
haben mu. Wir schmen uns seiner . . . Heute sagte der Vater zu ihm: Du
kommst in ein Bureau. Das ist das Beste fr dich . . . Und das ist auch
meine Meinung.

Zornig blickte Herr Philippi in die harten Augen des alten Mdchens. Dann
erziehen wohl Sie ihn, falls Ihr Bruder sterben sollte? . . . Kann ich mit
Jrgen sprechen?

Ja, ich erziehe ihn. Sprechen? Nein, jetzt nicht. Er schreibt gerade
seinen deutschen Aufsatz: >Die Bedeutung der Tinte im Dienste des
Kaufmanns< . . . Sprechen knnen Sie ihn jetzt nicht. Der Stundenplan mu
streng eingehalten werden.

Da ist er also jetzt schon im Bureau? Herr Philippi deutete zur Wand: Da
fehlen nur noch die Regale.

Hren Sie! Die Tante stellte sich zu einer langen Erzhlung zurecht.
Jrgen war schon als ganz kleiner Junge so ngstlich, da er nicht einmal
zu sprechen wagte. Wir alle glaubten, er sei stumm geboren. Eines Tages --
er war vier Jahre alt, es war auf dem Geflgelmarkt -- sagte er pltzlich:
>Hhnchen<. Das war sein erstes Wort. Nicht etwa >Papa<, wie bei andern
Kindern. Bewahre! >Hhnchen<, sagte er und lockte: >Bi bi bi bi bi<, so mit
Zeigefinger und Daumen. Sollte mans fr mglich halten? Diese
Unselbstndigkeit! Sie sah erwartungsvoll zu ihm auf, weil er sie am
gehkelten Spitzenkragen gepackt hielt und noch immer nicht sprach. Da
schttelte er sie krftig und sagte: Bi bi bi bi bi! Adieu!

Abweisend blickte sie ihm nach, horchte dann einige Minuten lang streng an
Jrgens Tr.

Der sa glhend am Tisch und schrieb, da er anderes Papier nicht gleich
gefunden hatte, eine lange Abhandlung mit vielen Beweisen, da es einen
Gott nicht geben knne, ins Schulheft. Folglich bin ich Atheist. Dann
erst qulte er sich den deutschen Aufsatz ab.

Und bergab das Heft am Montag dem Professor, der die Beweise fr das
Nichtexistieren Gottes fand und sie dem Religionslehrer schickte.

Das Ereignis wurde zu einer Professorenkonferenz und hatte nur deshalb
keine schlimmen Folgen fr Jrgen, weil die Tante pltzlich an der
Stirnseite des Konferenztisches stand und die Lehrerrunde sprengte: Herr
Kolbenreiher hat sich soeben aus unbekannten Grnden erschossen . . . Mein
Bruder war ein bedeutender Mann.

Ihre Hand wanderte: wurde mitleidig geschttelt. Der Schrecken der
Professoren war ehrlich.

Aber mit seinem Sohne mssen die Herren halt viel Geduld haben . . . Mit
viel Geduld und Strenge gehts vielleicht.

Daran solle es nicht fehlen. Vom Rektor wurde sie hinausbegleitet. Jrgens
schwankende Seele . . . Seine Unsicherheit, vernahmen die
Zurckbleibenden.

Folglich bin ich Atheist. Der Religionslehrer ri die Augen auf. Bin ich
Atheist, schreibt der Junge. Und gestern diese Geschichte mit Abraham!

Der Mathematikprofessor beruhigte ihn: Das Leben wird dem Burschen diese
Gedanken schon abschleifen . . . Gut und schnell auffassen tut er ja. Man
rgte noch seine auerordentliche Faulheit und erklrte die Konferenz fr
geschlossen.

Der Rektor schttelte schweigend die Hand der Tante. Furchtsam und
unbeachtet stand Jrgen daneben. Und ging dann, vor Schuldgefhl
vornberhngend, mit der aufrechten Tante nach Hause, wo Weihrauchwolken
standen.

Am Arm zog sie den willenlos Folgenden ins Sterbezimmer, in dem der Vater,
bekrnzt und kerzenumstanden, schon auf der Bahre lag, schlug das Kreuz und
benutzte den Endschwung gleich dazu, auf des Toten Gesicht zu deuten: An
dir hat er keine Freude gehabt. Das kannst du jetzt in deinem ganzen Leben
nicht mehr gutmachen . . . Bete! Drei Vaterunser! Und dann komm und i.

Das Gewicht des Hauses legte sich auf den gekrmmten Rcken. Die still
brennenden Kerzen beleuchteten des Vaters Gesicht, das in Unzufriedenheit
erstarrt war, als habe ihn auch der Tod ungeheuer betrogen.

Lange kmpfte Jrgen mit sich; endlich versuchte er, das wchserne Gesicht
im Blick, die gefalteten, toten Hnde zu berhren. Und wich zurck, als er
das bekannte Lcheln der Verachtung zu sehen glaubte.

Ganz langsam kniete er nieder, um die befohlenen drei Vaterunser zu beten.
Kein Wort fiel ihm ein. Seine flehende Hand wollte die uerste Spitze des
Leintuches berhren. Und sank kraftlos zurck.

Der Tote lag unberhrbar, in ungeheuerer Macht.

Da drehte sich ein Stachelrad brennend schmerzhaft in Jrgens Kopf und
schleuderte die Worte ab: Na, du schmhliches Etwas!

Na, du schmhliches Etwas! wiederholte Jrgen verchtlich und wandte, irr
blickend, Kopf und Schultern gedemtigt weg, weil er glaubte, nicht er,
sondern der Tote habe gesagt: >Na, du schmhliches Etwas!<

Die Macht des Toten vor sich, die Macht der Tante hinter sich, kniete er
ausgeliefert und verloren, schief und trnenlos im Zimmer.

Jetzt bist du eine Doppelwaise, sagte die Tante am Abend zu ihm und
ergriff seine Hand.

Tagsber versuchte Jrgen gar nicht mehr, Ordnung in seine Gefhle zu
bringen. In die Trume schickte die vergewaltigte Seele drohende Ungeheuer.
Der Vater stand immer daneben.

Und wenn ihn der qualenerfllte Schlaf entlie, empfing ihn die Tante,
schttelte verchtlich den Kopf und gab ihm Briefe mit an die Professoren,
in denen sie fr den seinem bedeutenden Vater leider nicht nachgeschlagenen
Sohn um Nachsicht bat.

In diesem, von Familie und Schule gebildeten lckenlosen Kreis der Notzucht
taumelte Jrgen so weltverloren herum, da Herr Philippi sich veranlat
sah, behutsam und energisch zu lgen.

In der schon gewohnheitsmigen Erwartung, wieder gedemtigt zu werden,
drehte Jrgen Kopf und Schultern weg.

. . . Da fllt mir ein: Sie glauben vermutlich immer noch, Ihr Vater habe
nicht viel von Ihnen gehalten? Selbst wenn es so wre, drften Sie ihm das
weiter nicht nachtragen. Er war ein alter, kranker Mann, der den Glauben an
das Schne und Gute eingebt hatte. So einer ist leicht blind und
ungerecht.

Als habe der Vater gesprochen, war der Knabenkopf immer tiefer gesunken.

>Der Vater ist tot . . . Seine Autoritt lebt<, dachte Herr Philippi. Und
log: Ich habe Ihnen etwas von Ihrem Vater auszurichten. Kurz vor seinem
Tode war ich bei ihm. Er sa im Sessel, Sie wissen ja, sa wie immer im
Sessel und blickte zum Fenster hinaus auf einen vorberfliegenden
Vogelschwarm . . . Es waren Staren, dichtete Herr Philippi. Pltzlich
sagte Ihr Vater nachdenklich: >Meinem Jrgen habe ich zeitlebens furchtbar
unrecht getan. Warum eigentlich? Das ist mir ein Rtsel.< . . . Er wute es
nmlich tatschlich selbst nicht . . . >Denn ich bin mir ja in Wirklichkeit
ganz klar darber, da Jrgen ein< -- wie sagte er doch -- >ein
ausgezeichneter und sogar sehr kluger Junge ist . . . Das mu man ihm bei
Gelegenheit einmal sagen.<

Es gelang Herrn Philippi, wie ein Knabe zu lcheln, als er auch die
Autoritt der Tante zu erschlagen versuchte: Und dieses alte Mdchen, Ihre
Tante! Aus der brauchen Sie sich natrlich gar nichts zu machen. So eine
vertrocknete Schachtel ist ja ganz ahnungslos! Das ist brigens die volle
Wahrheit . . . Besuchen Sie mich einmal.

>Diese geachteten Brger sagen sich: Wir lassen unsere Kinder nicht
hungern, nicht arbeiten; wir asphaltieren ihnen mit teueren Kleidern, mit
reichlichem Essen und hherem Unterricht eine breite, glatte Strae ins
Leben . . . Die psychischen Ungeheuer, die sie in die Seelen stoen, zhlen
nicht. Da fallen die allerhand Autoritten ber so einen Jungen her, nehmen
ihm, auch wenn er beim Spiel mit Sand mehr Phantasie und Geist offenbart
als sie in ihrem ganzen Leben, seine Selbstndigkeit und wundern sich dann
ber seine Unselbstndigkeit<, dachte der Alte auf der Strae,

whrend Jrgen vor der Tante stand. Sie blickte beim Sprechen ins
Vorgrtchen hinaus, steil aufgerichtet. Ich habe alles gehrt. Du hast
keine Zeit, diesen Herrn Philippi zu besuchen. Deine Schularbeiten sind
wichtiger. In meinen Hnden liegt deine Erziehung.

Ein Automat sagte: So eine vertrocknete Schachtel! Du bist ja vollkommen
ahnungslos . . . Das ist brigens die volle Wahrheit.

Und die Tante schnellte entsetzt herum. Auch Jrgens Mund blieb in
bergroem Schrecken geffnet. Was hast du gesagt? Wiederhole, was du eben
gesagt hast.

Das habe doch ich nicht gesagt. Sein Tonfall der berzeugung ri der
Tante die Emprung ins Gesicht. Du leugnest, was ich mit meinen Ohren
gehrt habe?

Jrgen, berzeugt diese Worte nicht gesprochen zu haben, bekam irrblickende
Augen.

Das werde ich morgen dem Herrn Rektor schriftlich mitteilen. Du bergibst
ihm den Brief. Und jetzt . . . Pfui!

Erst nachdem die Tante schon drauen war, fhlte Jrgen ein paar Tropfen
auf seinem Gesichte kalt werden, und wute, da sie ihn angespuckt hatte.

Hitze und Klte wechselten einige Male schnell in seinem Krper. Er trat
ans Fenster, sah ins Grtchen hinaus. Die farbigen Glaskugeln steckten
still und de auf den grnen Stangen. Aus dem Nachbarsgarten klangen
Sonntagnachmittagsgerusche herber. Abgerissene Worte. Jemand spielte
Ziehharmonika.

Ein wilder Schrei sa Jrgen im Halse. Er hob die linke Schulter, die
rechte, rhythmisch die Beine. Die Bewegungen wurden zu einem gedrckten
Tanz.

Am andern Morgen schlich er, eine Stunde frher als gewhnlich, ohne Brief,
geduckt aus dem Hause, begann pltzlich zu laufen, rannte, galoppierte weit
aus der Stadt hinaus, quer ber Schollencker, Hgel an und ab, bis vor das
schwarze Tunnelloch im Berg und glotzte bld hinein, kehrte um und kam,
verschwitzt und keuchend, noch rechtzeitig im Schulzimmer an, wo der
Professor eben mit dem steilgestellten Bleistift auf den Katheder klopfte.

Die Blicke der sechzig Augenpaare trafen beim Bleistift zusammen, der in
dieser Stellung immer etwas Auergewhnliches bedeutete. Der Professor zog
die Stille hinaus. Jeder lauerte: >Wen trifft es?<

Leo Seidel! . . . Sie wissen, da Ihr Vater Sie leider aus dem Gymnasium
herausnehmen mu. Umstnde halber . . . Euer bisheriger Schulkamerad
verlt euch heute. Er mu verdienen . . . Leo Seidel, Armut ist keine
Schande.

Der Sohn des Brieftrgers starrte beschmt ins Tintenfa.

Auch ein Hausdiener kann sich heraufarbeiten . . . In Amerika, zum
Beispiel, soll das fters vorkommen, sagte der Professor und lchelte.
Diesen Vormittag bleiben Sie noch in unserer Mitte, zeigte er mit einer
Handbewegung ber die ganze Klasse weg. Und deutete mit dem Daumen zur Tr:
Dann treten Sie in Ihren neuen Pflichtenkreis ein.

Kreisende Rasenspritzen. Sonne. Hinter dem eleganten Kinderwagen reitet das
Mdchen auf dem Steckenpferd in gezhmter Ungeduld durch das Klassenzimmer.
Offenen Mundes starrte er den abgezehrten Proletarierjungen an.

Wollen Sie etwas sagen, Kolbenreiher? . . . Nun? Heraus damit!

Die bergroe Erregung fra Jrgens ganze Kraft auf. Seine gelhmten Lippen
stammelten: Ich wollte sagen, da . . . ich nichts sagen wollte.

Karl Lenz! . . . Sie haben vorhin Fingerhakeln gebt; erklren Sie uns
jetzt den Flaschenzug. Auf dem Katheder stand ein kleines Modell. Nichts?
. . . Setzen Sie sich. Und lassen Sie sichs von Leo Seidel erklren.

Whrend hinten das Duell der Fingerhakelnden ausgetragen wurde und der
Professor mit den kleinen Bleigewichten des Modells spielte, erklrte die
einsame Stimme Leo Seidels das Gesetz des Flaschenzuges.

Und Jrgen, mit Wucht getroffen von dem Gefhle, da die Menschheit hier
einen Menschen geschndet hatte, litt unertrglich unter der Feigheit,
seine Meinung nicht geuert zu haben, brllte in Gedanken: >Nur weil
Seidels Vater arm ist? Das ist gemein. Gemein! . . . Alles ist gemein.<
Glotzte besinnungslos den Professor an,

bis der ihm zurief: Kolbenreiher, wo werden Flaschenzge gebraucht?

. . . Flaschenzge?

Aber gewi, Flaschenzge! Nun? . . . Leo Seidel, sagen Sie es ihm.

Zum Beispiel am Neubau. Da kann ein einzelner Arbeiter mit einem
Flaschenzug . . .

Mit Hilfe!

. . . mit Hilfe eines Flaschenzuges Lasten in die Hhe winden, die zehnmal
schwerer als der Arbeiter sind. Infolge der bersetzung!

Infolge der bersetzung, sollte Jrgen wiederholen, hatte aber
berrumpelung gesagt.

Die ganze Klasse durfte lachen. Lachte noch auf dem Nachhausewege, wo alle
sich von Leo Seidel, der vielleicht schon morgen einen Handwagen durch die
Stadt schieben mute, abgesondert hielten.

Auch Jrgen, gelhmt, wagte nicht, ihn zu begleiten. Nur in Gedanken trat
er mit khner Ritterlichkeit zu ihm. >Ich frchte die Meinung der andern
nicht.< Lie sich von Seidel verehren.

Beim Mittagessen beachtete ihn die gefhrlich schweigende Tante nicht.
Schickte das Dienstmdchen, mit dem Befehl, Jrgen habe den Brief am
nchsten Morgen dem Herrn Professor zu bergeben.

Erst nachmittags konnte Jrgen so viel Entschlukraft finden, Seidel zu
besuchen. In der Kellerstube stand der Armeleutegeruch, der das Vorhaben
des schwindschtigen Brieftrgers, den Sohn studieren zu lassen, als schwer
ausfhrbar erscheinen lie. Seidel sa still am Fenster und sah hinaus in
seiner Kindheit stinkenden Hof, in dem nie etwas schn gewesen war, auer
einem Bschel Lwenzahn, der jedes Jahr kmmerlich und zh in der
gepflasterten Ecke blhte. Qual und Scham drehten Seidels Kopf und
Schultern zur Seite, so da er pltzlich Jrgen glich,

der sich im selben Moment zum erstenmal in seinem Leben frei fhlte. Er
reichte Seidel eine in Leder gebundene Weltgeschichte, konnte scherzen: In
der biblischen Geschichte steht zwar: Gehe hin, verkaufe alles, was du
hast, und . . . Aber deshalb gebe ich dir das Buch nicht. Denn ich glaube
ja gar nicht an Gott.

Die fahle Mutter lag im Bett. Der Sugling, wegen dessen unerwnschter
Ankunft der Vater den Sohn aus dem Gymnasium hatte nehmen mssen, begann zu
schreien. Die Bettlade knackte. Vier Kinder, in verschiedenen Gren,
bleich und blutleer, standen reglos da, mit groen Augen.

Hast eine schne Weltgeschichte. Zum Andenken an mich. Hast eine Freude
. . . mit hundertsiebenunddreiig Illustrationen.

Ohne den Blick zu erheben, sagte Seidel, da er voraussichtlich bald der
Klassenfnfte geworden wre.

Und Jrgen rief: Also nur deshalb, weil dein Vater kein Geld hat, mut du
Hausdiener werden, anstatt vielleicht . . . Minister. Das ist ja! Alles was
recht ist.

Mein Gott, was redet ihr Buben. Die Wchnerin spuckte in den Napf. Was
ihr redet.

Jrgen hatte das flieende Gefhl, endlich lieben zu drfen. Allmhlich
redete er sich in Zorn hinein. Absolut! Das ist malos ungerecht. Gemein
ist das. Einfach hundsgemein! Wahrhaftig, das sage ich jedem, ders hren
will. Auch Seidel hatte rotgefleckte Wangen bekommen.

Die Mutter beruhigte den Sugling. Und zu den Knaben: Mein Gott, das sind
ja lauter Dummheiten.

Auf der Strae: >Herr Philippi knnte Seidel den weiteren Besuch des
Gymnasiums leicht ermglichen. Er ist reich.<

Nehmen wir an, sagte Herr Philippi, es sei schon von vornherein eine
Dummheit gewesen von dem schwindschtigen Brieftrger mit der groen
Familie, seinen Sohn ins Gymnasium zu schicken.

Wenn Leo Seidel doch gescheit ist! . . . Postdirektor werden kann. Wer
kanns wissen?

Ganz recht, wer kanns wissen. Man mu sich schon berlegen, ob man
Hoffnungen wecken soll, denen von vornherein die Armut schwer im Wege liegt
. . . Da erffnen sich verschiedenerlei wste Perspektiven.

Ich wrde Seidel aber doch helfen, wenn ich Sie wre sagte Jrgen ganz
langsam.

Und alt lchelnd Herr Philippi: Und ich, ich habe nicht den Mut dazu.

>Hilf doch, sonst bin ich verloren<, schrie eine Stimme verzweifelt in
Jrgen. Sie wrden auch mir . . . Es wre auch fr mich gut.

>Wei schon, um was es sich handelt<, dachte der Alte und schickte Jrgen
barsch fort, rief ihn noch einmal zurck. Zwischen Abweisung und Gte
schwankend: Du gehst jetzt nach Hause, verstehst du, nach Hause . . . und
hltsts aus. Hltst alles aus! Verschwinde!

Die Tante ging selbst zum Brieftrger, holte die Weltgeschichte zurck. Und
einen Tag spter stand die ganze Begebenheit auf den Gesichtern der
Mitschler. Die Lcke, die Seidel hinterlassen hatte, war durch Vorrcken
ausgefllt worden.

Jetzt trgt er Backsteine an einem Neubau. Karl Lenz machte das
Backsteintragen vor, krmmte den Rcken, chzte.

Und so las er Robollen auf. Ein anderer tat, als habe er einen Besen in
der Hand, und log: Ich sah, wie Seidel die Strae kehrte . . . Die
frischen Robollen kehrte er zusammen.

Vorsichtig und ngstlich nherte Jrgen sich dem Gelchter, stimmte ein,
ohne zu wissen, weshalb die andern lachten.

Braucht Seidel zum Sammeln der Robollen eine Weltgeschichte? Alle sahen
Jrgen erwartungsvoll an, hielten das Lachen noch zurck.

Da erlachte Jrgen sich die Hochachtung seiner Mitschler: Zum Robollen
. . . sammeln braucht man, wei Gott, keine Weltgeschichte.

Sie waren zufrieden, nahmen ihn auf. Jrgen sagte noch: Zu Hause bei ihm
. . . Er hielt sich die Nase zu. Und jetzt dazu noch Robollen. Alle
hielten sich die Nase zu.

Pltzlich wich aller Druck von ihm, bei dem Gefhl, nicht mehr allein zu
stehen. Und Jrgen nahm sich vor, von nun an immer und in allem so zu sein
wie die andern. Das wrde das Leben leicht machen.

Am andern Morgen sa Leo Seidel wieder an seinem Platz, in einem neuen
Anzug, das Gesicht verschlossen.

Warum, warum habe ich das getan? Unablssig fragte sich Jrgen, weshalb
er seine guten Gefhle selbst hingerichtet hatte. Er sa wie ein
Verunglckter in einer furchtbaren Blutlache, aus der sich zu erheben ihm
unmglich zu sein schien. Gleich eingesperrten Tieren versuchten seine
guten Gefhle auszubrechen und sanken geschlagen in die endlose Tiefe
seiner Seele zurck. So bewegte sich sein Krper selbstttig nach Hause,
ins Wohnzimmer.

Erst lies mir aus der Zeitung vor. Dann gehst du an deine Schularbeiten.
Die Tante stickte weiter am Stramintischlufer: >An Gottes Segen ist alles
gelegen<. Mit dem Schnabel hielt diese, von Rosengirlanden durchzogene
Wortkette ein Papagei, der noch unfertig in der Mitte sa.

Der Satz -- im Reichstag sei wieder ein Antrag zur Einfhrung einer hohen
Vermgenssteuer gestellt worden -- kam automatisch aus Jrgens Mund. >Ich
allein habe zu Seidel gehalten, habe mit Herrn Philippi gesprochen. Jetzt
darf er das Gymnasium weiter besuchen. Ich! Ich habe das veranlat. Hilfe!
Ich!<

>Jawohl, Jrgen ist der Beste von euch allen. Hat zu mir gehalten. Der hat
Mut. Hat mich gerettet. Ihr habt mich verraten.<

>Und ich? . . . Ich auch!< Jrgen sah die Tante irr an. Wie schrecklich.

Was denn? Das ist doch einstweilen nur ein Antrag. Lies weiter. Zuerst die
Todesanzeigen!

Man mu gut sein . . . So lange gut sein, bis man etwas Schlechtes gar
nicht mehr zu tun vermag.

Merke dir das, sagte die Tante und zog dem Papagei einen grnen Faden
durch das Auge.

>Weshalb hat Herr Philippi mir nicht gesagt, da er Seidel helfen werde?
Dann wre ich vielleicht nicht so furchtbar gemein gewesen . . . Jetzt ist
alles verloren.<

Jrgen bemerkte nicht, da die Tante vom Dienstmdchen gerufen wurde; er
berschrie noch eine Weile seine qualvolle Ohnmacht mit den Worten: Gott
dem Allmchtigen hat es gefallen . . ., blickte die Nadel an, die im
Papageienauge steckte, den Faden, der lang und grn herunterhing,
umklammerte in Gedanken mit beiden Hnden ein Messer und drckte es langsam
in seine Brust.

Entwurzelt taumelte er beim Unterricht mit, mute schon nach einigen Wochen
Leo Seidel weichen, der sich bald zum Primus in die Hhe arbeitete und, da
er vorsichtig und schwer angreifbar strebte, von der ganzen Klasse
gefrchtet wurde.

Nur das eine Ziel im Kopfe, sein Studium zu beenden, ertrug Seidel stoisch
die Demtigungen der Armut und verachtete kein Mittel, wenn es ihm dazu
verhalf, Klassenerster zu bleiben. Wer sein eigentlicher Retter war, erfuhr
er nie. Auch dann nicht, als er sich vorbergehend mit der ganzen Klasse
gegen Jrgen verband und von der Weltgeschichte sprach, die er bei sich zu
Hause absolut nicht finden knne.

                   *       *       *       *       *

Als das Nervenfieber lebensgefhrlich zu werden drohte, mute der Hausarzt
die Behandlung dem Spezialisten berlassen, dem es auch nicht gelang, mit
Eisbeuteln Jrgens vergewaltigte Seele zu heilen: das Gespenst des Vaters
zu vertreiben, die Macht der Professoren und der Tante zu brechen.

Erst nach Wochen war des Kranken Gefhlskathedrale wieder so weit in
Ordnung, da er eines Morgens beim Erwachen sich allen Eindrcken, bsen
und guten, weich darbieten konnte.

Die Tante schob die auf dem Nachtkstchen stehenden Medizinflaschen zur
Seite, schlug ihr Haushaltungsbuch auf, in das sie des toten Vaters
Letztwillige Verfgungen ber Jrgen geschrieben hatte, und begann das
viele Seiten lange Erziehungsprogramm abzulesen.

Die Worte tropften glhend in den Ausgelieferten hinein.

. . . Und deshalb nehme ich mir das heilige Versprechen ab, den Sohn,
Jrgen Kolbenreiher, nach dem Willen seines unvergessenen Vaters zu
erziehen und ihn Subalternbeamter werden zu lassen, da er, nach meines
seligen Bruders Meinung, die Fhigkeit zu etwas Grerem nicht hat . . . So
ists, Jrgen, siehst du. Nun werde mir bald wieder gesund . . . Wenn du
auch nicht so bist, wie du sein knntest, ich habe dich doch lieb. Sie sah
ihn freundlich an, streichelte seine nassen Haare und rief erschrocken: Du
hast ja wieder Fieber.

Wangen und Augen glhten. Die rechte Gesichtshlfte lachte.

Die rzte wurden geholt. Eisbeutel aufgelegt. Der Rckfall war kurz und
heftig.

Jrgen verlie das Bett als verschlossener Jngling, dessen frherer Wille,
sich durch die Wirrnisse der Jugend durchzufressen, unterbunden war. Die
Tante uerte oft ihre Zufriedenheit. Denn nur wenn sie ihn etwas fragte,
antwortete er, je nach Wunsch Ja oder Nein. Niemals Nein, wenn ein Ja
erwartet wurde.

Seine grenzenlose Nachgiebigkeit lieferte ihn allen, selbst viel jngeren
Schlern, aus. Krperlich wuchs er gleichsam ber sich selbst hinaus, wurde
sehr lang und stark.

Das Lernen fr das bevorstehende Examen verschob er von Tag zu Tag, fuhr
Schlittschuh, fluaufwrts.

Die eisbrechenden Schiffer schimpften ihm wtend nach, da hier das
Schlittschuhlaufen uerst lebensgefhrlich war, der vielen, groen,
quadratischen Wasserlcher wegen.

In dem Gefhle, durch eine krperliche Kraftleistung, durch groe
Schnelligkeit seine seelische Gebundenheit lsen zu knnen, sauste Jrgen
an den unverhofft sich auftuenden grnen Wasserlchern vorbei, bis die
Nacht ihn berraschte.

Schnurgerade fhrte die Landstrae zur Stadt zurck; der Flu dagegen zog
einen mchtigen Bogen, so da Jrgen zu Fu schneller nach Hause gekommen
wre, als auf dem Eise.

Der geheime Todeswunsch, der ihm das imaginre Messer in die Hand gegeben
hatte, veranlate ihn auch jetzt, blind in die Gefahr hineinzurennen.

Die Fischer waren schon lange nach Hanse gegangen. Jrgen stand dunkel in
der unwirklichen Helligkeit, die das Eis ausstrahlte. Zehn Schritte von ihm
entfernt war tiefschwarze Nacht. Das Eis knackte leise. Tierische Laute
stie Jrgen aus, whrend er als schwarzer rechter Winkel stadtwrts
sauste.

War er knapp an einem Wasserloch vorbeigeglitten, dann klang sein wilder
Schrei der Genugtuung in die Einsamkeit.

Nher der Stadt mehrten sich die Wasserlcher, links und rechts von ihm,
manchmal unerwartet dicht vor ihm.

Angespannt und stumm geworden, zog er seine Bogen um den Tod herum.

Blickte zur Stadt, die sich wie eine ferne Verheiung lichtglitzernd vor
ihm auftat.

Und glitschte glatt ins weiche Wasserloch: unter die Eisdecke.

Der Vater, die Tante, die Professoren drckten und schoben ihn immer tiefer
hinunter. >Eifrig und eigentlich gutmtig<, dachte Jrgen. >Das sollten sie
aber nicht tun . . . Zum Steckenpferd mten sie auch Luft geben . . .
Haben aber selbst keine Luft.<

Hundert grne Vter, wellig verzogen, schlingerten vom Grunde empor, um
Jrgen herum. >Auch ertrunken? So oft ertrunken?< dachte er noch. >. . .
Luft!<




Anmerkungen zur Transkription


Quelle: Insel-Almanach auf das Jahr 1919, Insel-Verlag Leipzig, 1919,
S. 45-63.






End of the Project Gutenberg EBook of Kindheit, by Leonhard Frank

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