The Project Gutenberg eBook, Die Schdigung der Rasse, by Felix A. (Felix
Aaron) Theilhaber


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Title: Die Schdigung der Rasse
       durch soziales und wirtschaftliches Aufsteigen bewiesen an den Berliner Juden


Author: Felix A. (Felix Aaron) Theilhaber



Release Date: November 16, 2013  [eBook #44197]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1


***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE SCHDIGUNG DER RASSE***


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Gekrnte Preis-Arbeit der Gesellschaft fr Rassenhygiene

DIE SCHDIGUNG DER RASSE

durch soziales und wirtschaftliches Aufsteigen
bewiesen an den Berliner Juden

von


DR. FELIX A. THEILHABER







1914
Verlegt bei Louis Lamm in Berlin

Sonderabdruck aus Archiv fr Rassen- und Gesellschafts-Biologie.
1913. 1/2. Heft.
Druck und Verlag von B. G. #Teubner# in Leipzig.




Zum Preisausschreiben: Bringt das materielle und soziale Aufsteigen
den Familien Gefahren in rassenhygienischer Beziehung?

      #Dargelegt an der Entwicklung der Judenheit von Berlin#.
      Von
      Dr. FELIX A. THEILHABER in Berlin.

Man wird nicht behaupten knnen, da die jdische Religion oder die in
der jdischen Masse fortlebenden Ideen rassenhygienischen Gefahren
besonderen Vorschub geleistet htten. Bis in die Mitte des 19.
Jahrhunderts pflegten die deutschen Juden in ihrer berwiegenden
Majoritt die nationalreligisen Vorschriften, die allzu bekannt sind,
als da man sie hier anfhren mte. Im brigen bietet ein vor kurzem
erschienenes Werk Die Hygiene der Juden einen bedeutsamen berblick
ber die ganze hierein bezgliche Gesetzgebung.[1]

Die Konstatierung, da jdisches Milieu und Neomalthusianismus die
grellsten Gegenstze bedeuten, mu deshalb zur Voraussetzung dienen,
damit die in Spterem dargelegten Befunde um so schrfer zutage treten.
Denn es lag sicher nicht in dem Reiz, den das Judentum als solches
ausbte, wenn gerade die Juden zur uersten Beschrnkung ihres
Nachwuchses schreiten. Nirgends in der Welt war die Familie bei allen
Gliedern einer Rasse, die einen hohen kulturellen Standard of life
einnahm, so stabilisiert und die Erzeugung eines ordentlichen, aber
auch ziffernmig starken Nachwuchses so sehr als Ideal festgelegt als
bei ihnen. Und es ist sicher keine bloe Behauptung, da die Juden der
Erhaltung ihrer Art enorme Opfer gebracht haben, da sie fr die Ehe,
fr Kinder und fr ein Heim einen liebevollen Sinn besaen. Es kann
auch kaum in ihren #biologischen# Qualitten liegen, wenn die durch
viele Jahrhunderte hindurch ungeschwchte Zeugungsfhigkeit so
urpltzlich zum Erlschen neigt. Denn da ihr vlkisches Massiv nicht
so stark geschwcht war, dafr zeugt die Kraft, mit der sie sich in
Berlin bis auf unseren Tag auf allen Lebensgebieten durchzusetzen
wuten.

Die meist aus dem Osten Preuens stammenden Kleinstadtjuden, haben sich
rasch in Berlin emporzuarbeiten verstanden. Ich erinnere an ihre
Arbeit an der Brse, in der Berliner Konfektion, in der Lederbranche,
Schuhfabrikation usw. Namen wie Rathenau, des Grnders der Allgemeinen
Elektrizittsgesellschaft, James Simon, des Baumwollenknigs,
Bleichrder und anderer entheben uns einer deutlicheren Illustration.
Ebenso knnte der Beweis fr ihre Energie, mit der sie sich im
politischen Leben (Freisinn und Sozialdemokratie) wie auch in allen
anderen Zweigen unserer Kultur, so in den akademischen Berufen
durchzusetzen verstanden, erbracht werden.

Ihre krperliche Widerstandskraft spiegelt sich wohl am besten in der
Sterblichkeits- und Krankheitsstatistik wieder, die absolut nicht den
Beweis zult, da die Hauptmasse der Bevlkerung physisch zur vollen
Entartung neigt. Deshalb wird ein Nachlassen ihrer Fruchtbarkeit weder
auf die rein #jdischen# Werte in ihren geistigen Vorstellungen, noch
auf die jdischen Przeptoren ihres Blutes zu schreiben sein. Es ist
nicht Zeugungsunfhigkeit, sondern Unlust und berechnender Wille,
Resultate des Zeugens hintanzuhalten. Sie sind die Opfer der
Verhltnisse, in die sie sich strzten.

      Tabelle I. #Bevlkerungsstand#.

 ++======================================++
 ||     #Es gab Juden in Berlin#         ||
 || Jahr || absolute Zahl | relative Zahl||
 ++======++===============+==============++
 || 1816 ||     3,373     |     2,0 %    ||
 || 1820 ||     3,632     |      --      ||
 || 1825 ||     4,024     |      --      ||
 || 1830 ||     4,689     |      --      ||
 || 1835 ||     5,465     |      --      ||
 || 1840 ||     6,207     |     1,96     ||
 || 1845 ||     8,286     |      --      ||
 || 1850 ||    10,037     |      --      ||
 || 1855 ||    11,481     |      --      ||
 || 1860 ||    17,075     |     3,46     ||
 || 1865 ||    24,189     |     3,93     ||
 || 1871 ||    36,105     |     4,36     ||
 || 1875 ||    45,464     |     4,71     ||
 || 1880 ||    53,916     |     4,80     ||
 || 1885 ||    64,355     |     4,90     ||
 || 1890 ||    79,286     |     5,02     ||
 || 1895 ||    86,152     |    ~5,13~    ||
 || 1900 ||    92,206     |     4,88     ||
 || 1905 ||    98,893     |     4,85     ||
 || 1910 ||    92,013     |     4,38     ||
 ||                                      ||
 ||            Gro-Berlin               ||
 ||                                      ||
 || 1900 ||   108,044     |    ~4,35~    ||
 || 1910 ||   143,975     |    ~3,86~    ||
 ++======++===============+==============++

      Tabelle Ib. #Auslndische Juden in Berlin#.

   absolute Zahl          in % der jd. Bevlk.
 1890       5,077                  6,9
 1900      11,651                 12,6
 1905      18,316                 18,5

Gro-Berlin zhlt heute 150000 Juden; das ist mehr als ein Drittel der
preuischen Juden berhaupt. Vor knapp hundert Jahren traf man in
Berlin 3000 Juden an. Wie die Vermehrung vor sich gegangen ist, darber
unterrichtet am besten Tabelle I, die wir anbei bringen. Die Zunahme
der jdischen Bevlkerung in Berlin datiert zum allergrten Teil aus
der Einwanderung kleinstdtischer Juden des Ostens; seit neuerer Zeit
auch von auerhalb des Deutschen Reiches, aus Ruland und Galizien.
Schon eine oberflchliche bersicht ber die Entwicklung der Geburten
bei den Berliner Juden zeigt einen deutlichen Niedergang. Whrend zu
Beginn des vorigen Jahrhunderts die Geburten 27% betrugen, sank diese
Ziffer in letzter Zeit auf 16[2] und noch darunter. Dabei war die
jdische Bevlkerung zu Beginn des vorigen Jahrhunderts materiell und
geistig zum Teil auch schon auf einer hohen Stufe. Allgemein bekannt
ist ja das Milieu jener Berliner Juden aus den Schilderungen Heines,
Varnhagens und anderer. Die Berliner Juden vor 100 Jahren hatten schon
eine auffallend geringe Geburtenziffer gegenber der jdischen
Allgemeinheit. Die Natalitt der preuischen Juden jener Zeit
bezifferte sich nmlich auf ca. 33-350/00 und blieb mit
Bercksichtigung der geringeren Kindersterblichkeit hinter der enormen
Fruchtbarkeit der brigen Bevlkerung nicht zurck. Die Natalitt der
grostdtischen Israeliten betrgt heute also die Hlfte der alten
Fruchtbarkeit, ja nicht einmal diese. Dabei ist aber zu
bercksichtigen, da die Einwanderung in den Grostdten eine so starke
Besetzung der Altersschichten im zeugungsfhigen Alter bedingt, da
diese Altersklassen fast doppelt so stark vertreten sind, als es bei
normalem Bevlkerungsaufbau der Fall wre. Wir mten also in den
Grostdten gegenber den Durchschnittsziffern, die wir fr das Reich
bekommen, hhere Werte der Nativitt bekommen. Wenn also z.B. eine
gesunde Fruchtbarkeit, wie sie frher bei den preuischen Juden
geherrscht hat, 33 war, so mten wir bei ganz analoger Fruchtbarkeit
bei einem Bevlkerungsaufbau, der dem der Berliner Juden entspricht,
45-50 haben. In Wahrheit aber betrgt ihre Fruchtbarkeit nicht einmal
den dritten Teil dieser Ziffer.

      Tabelle IIa. #Bevlkerungsbewegung#.

 ++===================================================================++
 ||              In Berlin wurden Juden im Durchschnitt               ||
 || im Jahre  || #geboren# | in Promille | #verstarben# | in Promille ||
 ++===========++===========+=============+==============+=============++
 || 1816-1820 ||     92    |    27,0     |      85      |     25,7    ||
 || 1821-1830 ||    100    |    24,8     |      90      |     21,8    ||
 || 1831-1840 ||    137    |    24,7     |     130      |     23,6    ||
 || 1841-1850 ||    254    |    25,1     |     179      |     21,4    ||
 || 1851-1860 ||    373    |    28,3     |     244      |     18,7    ||
 || 1861-1870 ||    719    |    29,0     |     441      |     17,9    ||
 || 1871-1875 ||   1141    |    27,5     |     601      |     15,3    ||
 || 1876-1880 ||   1455[3] |    26,0     |     762      |     15,3    ||
 || 1881-1890 ||   1550    |    22,0     |     982      |     15,28   ||
 || 1891-1900 ||  ~1771~   |   ~18,0~    |   ~1313~[4]  |    ~15,23~  ||
 || 1901-1910 ||  ~1582~   |   ~16,0~    |   ~1312~[4]  |    ~13,6~   ||
 ||  ~1911~   ||  ~1302~   |   ~14,16~   |   ~1243~[5]  |    ~13,5~   ||
 ++===========++===========+=============+==============+=============++

Schon die Tabelle III zeigt die Bevlkerungsbewegung; wir finden in ihr
eine Tabelle, in der der gesamte biologische jdische Nachwuchs
ziffernmig belegt ist. Derselbe setzt sich zusammen aus den Geburten
aus jdischen Ehen, aus Geburten unehelicher Mtter und dann aus
Mischehen, deren Kinder zur Hlfte dem jdischen Nachwuchs zugezhlt
wurden (wobei auf die sptere Zugehrigkeit dieses Nachwuchses zum
jdischen Glauben kein Gewicht gelegt wurde; es tritt nmlich kaum ein
Viertel der Kinder aus Mischehen in den jdischen Religionsverband
ein). Diese Tabelle III ergibt, da der absolute Zuwachs in den
neunziger Jahren die Hhe berschritten hat, und seitdem auffllig
rasch und bedeutend sinkt; whrend er zu Beginn der achtziger Jahre
1500 Partus praeter propter zhlte, stieg die Ziffer 1890 auf 1727,
1900 war sie auf 1649 gesunken, 1910 ist sie geringer als im Jahre 1880
und betrgt nur noch 1306. #Dabei haben sich die eheschlieenden
jdischen Personen mehr als um das Doppelte vermehrt.#

      Tabelle III. #Bevlkerungsbewegung#
      (gekrzt) siehe die ausfhrliche Tabelle III.

 ++======++===================+==================++
 ||      ||    Insgesamter    |    Insgesamt     ||
 ||      ||     #Nachwuchs    |    #jdische     ||
 ||      ||     von Juden#    |  eheschlieende  ||
 || Jahr || (aus reinen Ehen, |     Personen#    ||
 ||      ||  von unehelichen  |  (rein jdische  ||
 ||      ||   Mttern und    |  Ehen und  von  ||
 ||      ||  aus Mischehen)   |    Mischehen)    ||
 ++======++===================+==================++
 || 1879 ||      ~1401~       |      ~680~       ||
 || 1880 ||       1492        |       780        ||
 || 1881 ||       1495        |       826        ||
 || 1882 ||       1481        |       898        ||
 || 1883 ||       1479        |       865        ||
 || 1884 ||       1535        |       938        ||
 || 1885 ||       1536        |       985        ||
 || 1886 ||       1459        |       994        ||
 || 1887 ||       1565        |       967        ||
 || 1888 ||       1545        |      1094        ||
 || 1889 ||       1677        |      1208        ||
 || 1890 ||       1727        |      1254        ||
 || 1891 ||       1740        |      1190        ||
 || 1892 ||       1772        |      1213        ||
 || 1893 ||      ~1795~       |     ~1210~       ||
 || 1894 ||       1760        |      1197        ||
 || 1895 ||       1694        |      1279        ||
 || 1896 ||       1635        |      1279        ||
 || 1897 ||       1672        |      1488        ||
 || 1898 ||       1666        |      1374        ||
 || 1899 ||       1659        |      1471        ||
 || 1900 ||       1649        |      1409        ||
 || 1901 ||       1658        |      1441        ||
 || 1902 ||       1757        |      1435        ||
 || 1903 ||       1597        |      1406        ||
 || 1904 ||       1662        |      1504        ||
 || 1905 ||       1630        |      1533        ||
 || 1906 ||       1743        |      1524        ||
 || 1907 ||       1556        |     ~1562~       ||
 || 1908 ||       1500        |      1451        ||
 || 1909 ||       1409        |      1433        ||
 || 1910 ||      ~1306~       |     ~1429~       ||
 ++======++===================+==================++

Unsere Aufgabe mu es sein, darzutun, da die Abnahme der Fruchtbarkeit
wirklich nicht anders zu erklren ist als aus rein sozial-konomischen
Momenten, bzw. da die Bevlkerungsbewegungen, die Wanderungen usw. und
anderes, was mit dem Bevlkerungsaufbau zusammenhngt, nicht als
Ursache der Minderfruchtbarkeit angesehen werden kann. Eine Auszhlung
der Frauen im gebrfhigen Alter ergab deren im Jahre 1880 19600, 1895
25000 und 1905 28000; sie bildeten im Jahre 1905 29% der
Gesamtbevlkerung, ein so gnstiges Resultat der Fertilitt, wie es
kaum besser gedacht werden kann. Der Bevlkerungsaufbau wrde also, wie
schon anfangs betont wurde, gerade eine enorme Vermehrung zulassen.

      Tabelle III. #Jdische Bevlkerung in Berlin.#

 ++======++==============================================================++
 ||      ||Eheliche                                                      ||
 ||      ||Geburten der Juden                                            ||
 ||      ||                                                              ||
 ||      ||      |Unehel.                                                ||
 ||      ||      |jdische Geburten                                      ||
 ||      ||      |                                                       ||
 ||      ||      |      |Mischehengeburten                               ||
 ||      ||      |      |                                                ||
 ||      ||      |      |            |Jdische Ehen                      ||
 ||      ||      |      |            |                                   ||
 ||      ||      |      |            |       |Mischehen                  ||
 ||      ||      |      |            |       |                           ||
 ||      ||      |      |            |       |       #Insgesamter        ||
 ||      ||      |      |            |       |       |biolog. jd.       ||
 ||      ||      |      |            |       |       |Nachwuchs#         ||
 ||      ||      |      |            |       |       |                   ||
 ||      ||      |      |            |       |       |        #Insgesamt ||
 ||      ||      |      |            |       |       |        | jd.     ||
 ||      ||      |      |            |       |       |        | eheschl. ||
 || Jahr ||      |      |            |       |       |        |Personen# ||
 ||      ||      |      |            |       |       |        |          ||
 ++======++======+======+============+=======+=======+========+==========++
 || 1875 || 1370 |  67  | ca. 125[6] |  289  |  134  |  1470  |    712   ||
 || 1876 || 1394 |  64  |  "  130[6] |  282  |  141  |  1490  |    705   ||
 || 1877 || 1366 |  77  |  "  135[6] |  317  |  130  |  1485  |    764   ||
 || 1878 || 1456 |  74  |  "  140[6] |  250  |  152  |  1566  |    652   ||
 || 1879 || 1245 |  78  |     149    |  259  |  162  |  1401  |    680   ||
 || 1880 || 1345 |  75  |     144    |  311  |  158  |  1492  |    780   ||
 || 1881 || 1313 |  83  |     159    |  329  |  168  |  1495  |    826   ||
 || 1882 || 1320 |  85  |     173    |  343  |  212  |  1481  |    898   ||
 || 1883 || 1294 |  93  |     185    |  353  |  159  |  1479  |    865   ||
 || 1884 || 1368 |  77  |     177    |  379  |  180  |  1535  |    938   ||
 || 1885 || 1379 |  70  |     175    |  400  |  185  |  1530  |    985   ||
 || 1886 || 1288 |  71  |     201    |  424  |  146  |  1459  |    994   ||
 || 1887 || 1383 |  82  |     198    |  400  |  167  |  1565  |    967   ||
 || 1888 || 1370 |  68  |     214    |  464  |  166  |  1545  |   1094   ||
 || 1889 || 1490 |  79  |     217    |  534  |  140  |  1677  |   1208   ||
 || 1890 || 1528 |  90  |     218    |  544  |  166  |  1727  |   1254   ||
 || 1891 || 1540 |  74  |     253    |  523  |  144  |  1740  |   1190   ||
 || 1892 || 1587 |  79  |     212    |  578  |  157  |  1772  |   1213   ||
 || 1893 || 1573 |  62  |     200    |  573  |  164  |  1735  |   1210   ||
 || 1894 || 1572 |  78  |     219    |  525  |  147  |  1760  |   1197   ||
 || 1895 || 1519 |  79  |     192    |  555  |  169  |  1694  |   1279   ||
 || 1896 || 1438 |  95  |     204    |  539  |  201  |  1635  |   1279   ||
 || 1897 || 1362 | 101  |     219    |  644  |  200  |  1672  |   1488   ||
 || 1898 || 1476 |  90  |     200    |  585  |  204  |  1666  |   1374   ||
 || 1899 || 1470 |  90  |     202    |  621  |  209  |  1659  |   1471   ||
 || 1900 || 1455 |  76  |     237    |  594  |  221  |  1649  |   1409   ||
 || 1901 || 1452 |  97  |     218    |  620  |  201  |  1658  |   1441   ||
 || 1902 || 1548 | 101  |     232    |  615  |  202  |  1757  |   1435   ||
 || 1903 || 1409 |  85  |     207    |  597  |  212  |  1597  |   1406   ||
 || 1904 || 1458 |  85  |     218    |  629  |  246  |  1662  |   1504   ||
 || 1905 || 1407 | 100  |     246    |  624  |  285  |  1630  |   1533   ||
 || 1906 || 1502 | 122  |     243    |  627  |  270  |  1743  |   1524   ||
 || 1907 || 1341 | 111  |     208    |  638  |  286  |  1556  |   1562   ||
 || 1908 || 1270 | 125  |     230    |  585  |  281  |  1500  |   1451   ||
 || 1909 || 1198 | 104  |     214    |  565  |  303  |  1409  |   1433   ||
 || 1910 || 1108 |  99  |     198    |  577  |  275  |  1306  |   1429   ||
 || 1911 || 1095 | 119  |     205[7] |  570  |  298  |  1302  |   1438   ||
 ++======++======+======+============+=======+=======+========+==========++

      [Diagramm: #Eheschlieung und Geburtlichkeit der Berliner Juden#
      (1875-1911).
      (Absolute Zahlen.)]

      Tabelle IV. #Jdischer Nachwuchs und Eheschlieungsziffer.#

                   Geschlossene      geborene Kinder  #Es treffen Geburten
                   rein jdische         in rein           auf geschl.
                      Ehen           jdischen Ehen           Ehen#

 a)     1875-81       2037                9389                 4,6
        1882-91       4364               13960                 3,2
        1892-1901     6449               15004                 2,3
        1902-11       6027               13336                 2,21

                    jdisch-           geborene         Es treffen Geburten
                  christliche          Kinder in          auf geschlossene
                      Ehen            Mischehen[8]           Mischehen

 b)     1875-81       1045                 982                 1,0
        1882-91       1665                2011                 1,2
        1892-1901     1873                2103                 1,1
        1902-11       2658                2201                 0,8

                  Insgesamt von     Insgesamt Kinder    #Es treffen Kinder
                     Juden         aus Ehen von Juden       auf Ehen
                  geschl. Ehen[8]   (auch Mischehen)       von Juden#

 a) + b)1875-81       3082               10371                 3,3
        1882-91       6029               15971                 2,65
        1892-1901     8322               17107                 2,06
        1902-11      ~8685~             ~15537~               ~1,8~

      Tabelle XIV. #Bevlkerungsaufbau der Berliner Juden.#

 ++===========================++===================================++
 ||                           ||            #Im Jahre#             ||
 ||                           ||  1871  |  1880  |  1900  |  1905  ||
 ++===========================++========+========+========+========++
 ||  0-10 Jahre alt waren     || 20,0 % | 22,0 % | 14,8 % | 14,4 % ||
 || 11-20   "    "    "       || 20,9 " | 16,5 " | 15,3 " | 16,1 " ||
 || 21-30   "    "    "       || 22,4 " | 22,0 " | 21,05" | 21,1 " ||
 || 31-40   "    "    "       || 14,9 " | 16,3 " | 17,6 " | 17,55" ||
 || 41-50   "    "    "       ||  9,7 " | 10,1 " | 13,6 " | 13,55" ||
 || 51-60   "    "    "       ||  7,0 " |  6,8 " |  9,3 " |  9,1 " ||
 || 61 usw. "    "    "       ||  5,1 " |  6,3 " |  8,1 " |  7,98" ||
 ++---------------------------++--------+--------+--------+--------++
 ||   Zusammen                ||100,0 % |100,0 % |100,0 % | 100,0 %||
 ++===========================++========+========+========+========++

      Tabelle VII.

                      #Es standen im#         #davon#
                   #Fruchtbarkeitsalter#   #verheiratet#        #in %#

                      [1895]  [1900]     [1895]   [1900]    [1895]   [1900]
 jdische Mnner
 (20-25 Jahre alt)    24,432  27,110     11,711   12,862     48,3     47,4
 jdische Frauen
 (15-50 Jahre alt)    25,075  27,082     12,267   12,942     48,8     47,8
                      ----------------------------------------------------
                      49,507  54,192     23,978   25,804     48,6     47,6

      Tabelle VIIb. #Zahl der jdischen Frauen im gebrfhigen Alter in
      Berlin# (15-50 Jahre).

                                      1880    1895    1900    1905

 Zahl                                19641   25075   27110   28734
 in % der Juden                       27,5    29,0    29,4    29,0
 #Jd. Fruchtbarkeitsziffer#[9]     ~100,8~  ~67,5~  ~60,8~  ~56,8~

      Zahl der jdischen Mnner im zeugungsfhigen Alter in Berlin

 1895 ... 24432            1900 ... 27082            1905 ... 29402

Es ist doch wohl nicht zu leugnen, da der Schlu logisch ist, dort, wo
es immer mehr Ehen gibt, mten wir auch mehr Kinder finden; bei den
Juden aber finden wir das Faktum, da die Kinderzahl absolut etwas
abgenommen hat, trotzdem sich die Ehen vervielfltigten. Ja sogar die
unehelichen jdischen Geburten treten quantitativ etwas strker in den
Vordergrund. Daraus kann man wohl schon jetzt den Schlu ziehen, da
die jdische Bevlkerung sicherlich ein greres Kontingent von
Menschen in der Fruchtbarkeitsperiode in unserer Zeit aufzuweisen hat
als in frheren Jahrzehnten, was auch die Auszhlung der Jdinnen im
gebrfhigen Alter ergibt. In der Tabelle V ist nun ein berblick
gegeben, wie sich die drei Rubriken vermehrten. #Die jdische
Bevlkerung Berlins hat sich in den letzten 35 Jahren um 102%
gesteigert, die der eheschlieenden um 100% und die der Geborenen um
minus 11,1% verndert.# In der Gegenberstellung dieser drei Werte
tritt die Tendenz der Entwicklung so klar zutage, da es nur die
Tatsachen abschwchen hiee, wenn wir auf die Ungeheuerlichkeit der
Ziffern eingehen wollten.

      Tabelle V. #Bevlkerungsentwicklung in Berlin.#[10]

 ++======================================================================++
 ||                     Die jd.    |   Die jdischen   |  Die Geburten  ||
 ||                   Bevlkerung   |  Eheschlieenden  |   der Juden    ||
 ||                   nahm zu in %  |       in %        |      in %      ||
 ||=================================+===================+================||
 || 1880 gegen 1875     + 15,7      |     +  9,1        |     +  1,5     ||
 || 1885   "   1880     + 19,3      |     + 13,5        |     +  3,0     ||
 || 1890   "   1885     + 23,2      |     + 27,5        |     + 11,0     ||
 || 1895   "   1890     +  8,7      |     +  2,0        |     -  2,0     ||
 || 1900   "   1895     +  7,0      |     + 10,2        |     -  2,2     ||
 || 1905   "   1900     +  7,2      |     +  8,8        |     -  1,5     ||
 || 1910   "   1905     -  7,5      |     -  6,8        |     -  2,0     ||
 ||---------------------------------+-------------------+----------------||
 || 1910 gegen 1875     +102,4      |     +100,7        |     - 11,1     ||
 ++======================================================================++

Eine andere Beleuchtung der Frage ergibt auch die Eruierung der
#unfruchtbaren Ehen#, sowie der Zahl der Menschen, die im
zeugungsfhigen Alter keine Ehe schlieen. #Unfruchtbar waren mehr wie
25% der Ehen#, (wenn ich die geschlossenen Ehen des Jahres 1909 mit den
Erstgeburten des Jahres 1910 zusammenbrachte, so fand ich, da nicht
dieselbe Anzahl Erstgeburten, die bei einer Fruchtbarkeit aller Ehen
anzunehmen war, sich vorfand, sondern da nur auf je 100 Eheschlieende
70% Kinder kamen. Bei der allgemeinen Bevlkerung gab es 30% sterile
Ehen, bei den Mischehen sogar 39%).[11]

Schon in den siebziger Jahren zeigte es sich, da die Juden nicht nur
viel spter, sondern auch seltener heirateten, und jetzt (1905) liegen
die Verhltnisse so, da die Juden in der Zeit, wo sie die Hhe ihrer
Eheschlieungsziffer erreichen, #noch ber ein Viertel ihrer
Bevlkerung# Unverheiratete besitzen.

      Tabelle VIIa.

 ++=====================================================================++
 ||                      #Es waren verheiratet in Berlin von je 100#    ||
 ||                  ||  mnnl.   |  weibl.   |  mnnl.    |  weibl.    ||
 ||                  ||  Juden    |  Juden    |  Juden     |  Juden     ||
 ||                  ||  [1895]   |  [1895]   |  [1900]    |  [1900]    ||
 |+==================++===========+===========+============+============+|
 || bis 20 Jahre alt ||   0,05    |   0,9     |   --       |   0,9      ||
 ||  "  25   "    "  ||   2,0     |  21,4     |   3,3      |  21,5      ||
 ||  "  30   "    "  ||  20,6     |  52,9     |  10,0      |  52,7      ||
 ||  "  35   "    "  ||  47,0     |  65,5     |  43,7      |  66,0      ||
 ||  "  40   "    "  ||  70,0     |  71,3     |  57,4      |  69,8      ||
 ||  "  45   "    "  ||  78,0     |  73,0     |  78,3      |  68,1      ||
 ||  "  50   "    "  ||  82,6     |  68,3     |  82,0      |  67,1      ||
 ||  "  55   "    "  ||  83,7     |  62,7     |  68,6      |  54,6      ||
 ||  "  60   "    "  ||  81,2     |  50,6     |  66,9      |  52,7      ||
 ++=====================================================================++

Setzen wir das Mosaik zusammen! #Dann bleibt unter hundert Juden ein
Viertel ehelos und ein weiteres Viertel kinderlos. Von der knappen
Hlfte der Bevlkerung, die sich vermehrt, haben fast zwei Drittel nur
ein und zwei Kinder, und nur ein Drittel mehr als diese; d.h. die
Hlfte der ganzen jdischen Bevlkerung kommt zeitlebens fr die
Vermehrung berhaupt nicht in Frage, sie ist total unfruchtbar; mehr
als ein Viertel liefert einen viel zu geringen Zuwachs und
nur ein Viertel liefert die Kinderzahl, die einer gesunden
Bevlkerungsvermehrung entspricht.#

Aber die Berliner Juden wrden ein noch viel traurigeres Bild ihres
Zuwachses aufzeigen, wenn sie nicht die auslndische Zuwanderung
besen. Es ist behauptet worden (#Segall# im Deutschen Reich), da
die osteuropischen Juden fr die Erhaltung des deutschen Judentums
nicht in Frage kmen, da es sich meist um alte Leute handelte, die vor
den Pogromen geflohen seien. Das entspricht nicht den Tatsachen; sowohl
die Erhebungen ber die Mnchner Juden, die Standesmter wie die
allgemeine Empirie bezeugen es uns, da diese Einwanderung sich von
anderen nicht unterscheidet. Wie berall wandern vornehmlich die
jugendlichen Elemente aus, und so treffen wir gerade in Berlin tausende
stlicher Juden, die sich hier eine Existenz zu grnden suchen. Sie
sind stark vertreten als Hndler, weniger als Hausierer, ferner als
Handwerker, in der Zigarettenindustrie, Eierbranche usw. Unter ihnen
sind relativ viele Arbeiter oder wenigstens proletarische Elemente, und
sowohl dieser Umstand, als auch die religisen Anschauungen, die sie in
der Heimat vor sich gesehen haben, beeinflussen ihre Fruchtbarkeit. Sie
bilden schon 17% der eheschlieenden Berliner Juden. Dank dem
freundlichen Entgegenkommen der Berliner Polizeidirektion wurden von
ihr die Geburtsorte der jdischen Vter der Mehrgeborenen untersucht,
und da ergab sich das Faktum, da 48% #der mehrgeborenen# (ber
fnftgeborenen) #Kinder von auslndischen Juden abstammten.# ~Also,
ohne die auslndischen Juden wre der Zuwachs an jdischen Kindern noch
geringer.~ Diese Konstatierung lt sich wohl kaum widerlegen.

       *       *       *       *       *

Trotz alledem knnte der allgemeine berblick irgendwelche
Erscheinungen nicht bercksichtigen, die die biotischen Verhltnisse in
gnstigerem Lichte erscheinen lassen mten. Deshalb ist es ntig, die
Geburtlichkeit nach jeder Richtung zu durchforschen, d. h. nicht nur
die Geburtenzahl, sondern auch die Gebrfhigkeit bzw. die
Fruchtbarkeit. Die Berechnung, wie viele Kinder in jedem Jahrzehnt auf
die Ehe treffen, ist ungengend. In der Tabelle IV haben wir eine
derartige Berechnung angestellt und sind zu dem Resultat gekommen, da
heute das reinste #Zweikindersystem# bei den Juden durchgefhrt ist.
Besser kann der Beweis fr diese These in der Tabelle VI gefhrt
werden. Die Resultate der Tabelle VI sind unangreifbar. Hier haben wir
die ehelichen Geburten, gegliedert nach der Reihenfolge; und zwar waren
von je hundert die Erstgeborenen, die Zweitgeborenen, Drittgeborenen
usw. ausgezhlt.[12]

      Tabelle VI. #Eheliche Fruchtbarkeit in Berlin.#[12]

 ++======================================================================++
 ||               ||        Von je 100 Geburten entfallen auf die        ||
 ||               ||[Erstgeboren.]                                       ||
 ||               ||                                                     ||
 ||               ||        |[Zweitgeboren.]                             ||
 ||               ||        |                                            ||
 ||               ||        |        |[Drittgeboren.]                    ||
 ||               ||        |        |                                   ||
 ||               ||        |        |        |[4-6.-geboren.]           ||
 ||               ||        |        |        |                          ||
 ||               ||        |        |        |        |[Mehrgeboren.]   ||
 ||               ||        |        |        |        |                 ||
 ||   Im Jahre    ||        |        |        |        |        |[Zu-    ||
 ||               ||        |        |        |        |        |sammen] ||
 |+===============++========+========+========+========+========+========+|
 ||               ||        |        |        |        |        |        ||
 ||bei d. allgem. ||        |        |        |        |        |        ||
 ||Bevlkerung    ||        |        |        |        |        |        ||
 ||    1880       ||  18    |  20    |  18    |  32    |  12    |   100  ||
 ||    1886       ||  23    |  20    |  16    |  27    |  14    |   100  ||
 ||    1896       ||  27    |  23    |  17    |  23    |  10    |   100  ||
 ||    1906       ||  33    |  24    |  15    |  24    |   8    |   100  ||
 ||    1910       ||  34,4  |  26,6  |  16,0  |  17,0  |   6,0  |   100  ||
 ||               ||        |        |        |        |        |        ||
 ||bei den Juden  ||        |        |        |        |        |        ||
 ||    1910       ||  34,7  |  30,5  |  15,4  |  15,9  |   3,5  |   100  ||
 ||               ||        |        |        |        |        |        ||
 ||bei den        ||        |        |        |        |        |        ||
 ||Mischehen      ||        |        |        |        |        |        ||
 ||    1910       ||  42,3  |  27,7  |  13,0  |  15,9  |   3,0  |   100  ||
 ++======================================================================++

 #100 im Jahre 1909 geschlossenen Ehen entsprachen Erstgeborene bei
 den Juden 70%.# (565 Eheschlieungen und 385 Erstgeburten.)

[Diagramm: #Die Geborenen nach der Geburtenfolge# (unter je 100
Geborenen). Vergleich Juden 1910, allgemeine Bevlkerung 1910, Mischehen
1910 und allgemeine Bevlkerung 1880.]

Wie steht es nun mit der ehelichen Fruchtbarkeit? Nach dem Werke von
#Gruber# und #Rdin# lt sich die eheliche Fruchtbarkeit der
allgemeinen Berliner Bevlkerung gut berblicken. Es trafen auf hundert
eheliche Geburten Erstgeburten im Jahre 1880 18 Kinder, 1886 23, 1896
27, 1906 33 und 1910 (eigene Auszhlung) 34,4. Mehr als sechs Geborene
waren in denselben Zeitrumen 12%, dann 14, 10, 8 und 6%, Wir sehen
also, da die Berliner Bevlkerung die Kinderzahl rationalisiert, es
gibt immer weniger Ehen, in denen Mehrgeburten vorkommen, der berblick
ber die Tabelle VI beweist dieses zur Genge. Die Juden haben nach
Auszhlungen, die ich vermge des Entgegenkommens des Berliner
Statistischen Amtes (Prof. Dr. #Silbergleit#) vornehmen durfte, und
wofr ich auch an dieser Stelle danken mchte, Erstgeborene in 34,7%,
Zweitgeborene in 30,5%, Drittgeborene in 15%, #mehr als Sechstgeborene
nur# 3%. Die Mischehen sind, wie dieselbe Tabelle zeigt, noch mehr
darauf zugeschnitten, Mehrgeburten zu vermeiden. Oder, wenn wir auf je
100 Erstgeburten die Mehrgeburten berechnen, hatten nur 44 Mtter
Drittgeburten, ebensoviele Viert- und Sechstgeborene. Whrend bei der
allgemeinen Bevlkerung 1880 auf je 100 Erstgeborene noch 66,7 Siebent-
und Mehrgeborene trafen, kamen 1910 bei den Juden nur noch 9
Siebent- und Mehrgeborene auf 100 Erstgeborene. Damit ist der
Unterschied zwischen der schon niedrigen Fruchtbarkeit der allgemeinen
Bevlkerung Berlins von 1880 und der der heutigen Juden wohl am besten
charakterisiert.

      Tabelle XIII. #Geburtenhufigkeit.#

 ++======================================================================++
 ||                          ||  Auf je 100  |  Auf je 100 Erstgeborene  ||
 ||                          ||   eheliche   |    (ehel. u. unehel.)     ||
 ||                          || Erstgeborene |   berhaupt kamen 1910    ||
 ||                          ||  kamen 1880  |                           ||
 ||                          ||              |             |             ||
 ||                          ||   bei der    |             |             ||
 ||                          ||  Berliner    |   bei der   |   bei der   ||
 ||                          ||   allgem.    |   allgem.   |  jdischen  ||
 ||                          || Bevlkerung  | Bevlkerung | Bevlkerung ||
 |+==========================++==============+=============+=============+|
 ||Zweitgeborene             ||    111,0     |    77,2     |    87,0     ||
 ||Drittgeborene             ||    100,0     |    45,0     |    44,0     ||
 ||Viert- bis Sechstgeborene ||    177,7     |    55,0     |    46,0     ||
 ||Siebent- u. Mehrgeborene  ||     66,7     |    23,0     |     9,5     ||
 ++======================================================================++

      #Genaue Detaillierung der Berliner Geburtlichkeit.#

 ++================================================++
 ||                |    Auf je 100 Erstgeburten    ||
 ||                |          kamen 1910           ||
 ||                |                               ||
 ||                |                               ||
 ||                |  bei der allge-     bei der   ||
 ||                |     meinen         jdischen  ||
 ||                |   Bevlkerung     Bevlkerung ||
 |+================+===============================++
 ||Zweitgeborene   |      77,2            87,0     ||
 ||Drittgeborene   |      45,0            44,0     ||
 ||Viertgeborene   |      28,0            23,0     ||
 ||Fnftgeborene   |      17,0            15,0     ||
 ||Sechstgeborene  |      10,5             7,8     ||
 ||Siebentgeborene |       7,4             2,5     ||
 ||Achtgeborene    |       5,2             2,6     ||
 ||Neuntgeborene   |       3,3             2,0     ||
 ||Zehntgeborene   |       2,2             0,5     ||
 ||Elft- und Mehr- |                               ||
 || geborene       |       4,5             2,0     ||
 ++================================================++

[Diagramm: #Die soziale Stellung.# Unter je 100 Eheschlieenden waren:
Ca. 9 Akademiker, 2 Fabrikanten, 38 selbstndige Kaufleute, 35 kaufm.
Angestellte, 6 Handwerker, 10 Arbeiter.]

Danach tritt also klar zutage, da in den Ehen eine enorme Umwlzung
der Fruchtbarkeit sich vollzogen hat.

[Diagramm: Unter 100 Erstgeborenen trafen auf: Akademiker 9,
Fabrikanten 2,5, selbstndige Kaufleute 42, kaufm. Angestellte 22,5,
selbst. Handwerker 8, Arbeiter 16.]

Ich versuchte aber die Konstruktion der Natalitt noch weiter zu
ergrnden, bestimmte den Prozentsatz, den die einzelnen Berufe an der
Eheschlieung und an der Vermehrung nahmen, #danach gab es Akademiker
unter den Heiratenden knapp# 10%; diese hatten einen entsprechenden
Prozentsatz unter den erstgeborenen Kindern, unter den mehr als
Drittgeborenen aber nur 1,4%, und es ist wohl auch kein Wunder oder
Zufall, da der einzige Akademiker, der mehr als sechs Kinder hatte (im
Jahre 1910) ein aus dem Auslande stammender Rabbiner war, wie berhaupt
bei den Rabbinern die Mehrgeburten noch vielfach vorkommen. Auch die
selbstndigen Kaufleute wiesen ebenso wie die Handelsangestellten eine
immer schwcher werdende Beteiligung an den Mehrgeburten auf. #Die
Arbeiter, die unter den Eheschlieenden dieselbe Zahl wie die
Akademiker aufwiesen (10%)#, waren in 34% der Flle Vter der Kinder,
die Viertgeborene und mehr waren. #Es zeigt sich also auch hier, da
das Proletariat die Art erhlt.#

[Diagramm: Unter 100 jdischen Mehrgeborenen trafen auf: Akademiker 1,
Fabrikanten 3, selbst. Kaufleute 33, kaufm. Angestellte 13, selbst.
Handwerker 17, Arbeiter 33.]

      Tabelle XII. #Soziale Stellung der jdischen Vter#
      der 1910 in Berlin in jdischen Ehen geborenen Kinder.

 ++======================================================================++
 ||                     ||Akademiker Fabrikanten Bankiers                ||
 ||                     ||     |Selbstndige Kaufleute                   ||
 ||                     ||     |      |Kaufm. Angestellte, subalterne    ||
 ||                     ||     |      |Beamte                            ||
 ||                     ||     |      |     |Selbstndige Handwerker     ||
 ||                     ||     |      |     |     |Arbeiter              ||
 ||                     ||     |      |     |     |     |Insgesamt|      ||
 ||                     ||     |      |     |     |     |         | in% ||
 |+=====================++=====+======+=====+=====+=====+=========+======+|
 ||Von den              ||     |      |     |     |     |         |      ||
 ||    Erstgeborenen    ||  48 |  166 |  85 |  25 |  61 |  386    | 34,7 ||
 || "  Zweitgeborenen   ||  29 |  146 |  78 |  22 |  61 |  336    | 30,5 ||
 || "  Drittgeborenen   ||  18 |   66 |  26 |  18 |  42 |  170    | 15,4 ||
 || "  Viertgeborenen   ||   4 |   34 |   9 |  11 |  29 |   87    |  8,0 ||
 || "  Fnftgeborenen   ||   4 |   21 |   8 |   8 |  18 |   59    |  5,2 ||
 || "  Sechstgeborenen  ||   1 |   10 |   6 |   3 |  10 |   30    |  2,7 ||
 || "  Siebentgeborenen ||   1 |    7 |   8 |   8 |  16 |   40[13]|  3,5 ||
 |+---------------------++-----|------+-----+-----+-----+---------+------+|
 ||   Insgesamt         || 105 |  430 | 220 |  95 | 237 | 1107    | 100,0||
 ||                     ||     |      |     |     |     |         |      ||
 ||Reprs. Geburten     || 297 | 1023 | 496 | 300 | 735 |         |      ||
 ++======================================================================++

      Tabelle XII. #Beteiligung der Berufe an den Geburten in %.#
      (Juden, Berlin 1910).

 ++======================================================================++
 ||               ||                 Die Vter waren                     ||
 ||               ||-----------------------------------------------------+|
 ||               ||Akademiker                                           ||
 ||               ||       |Bankiers Fabrikanten                         ||
 ||               ||       |     |Kaufleute                              ||
 ||    Von den    ||       |     |      |Angest. Kaufleute               ||
 ||               ||       |     |      |      |Selbst. Handwerker       ||
 ||               ||       |     |      |      |      |Arbeiter          ||
 ||               ||       |     |      |      |      |        |Insgesamt||
 |+===============++=======+=====+======+======+======+========+=========+|
 ||Erstgeborenen  || ~9,3~ | 2,3 | 42,2 | 22,2 |  7,2 | ~16,8~ |  100,0  ||
 ||Zweitgeborenen ||  4,9  | 3,5 | 43,3 | 22,2 |  7,1 |  19,0  |  100,0  ||
 ||Drittgeborenen ||  6,9  | 3,9 | 38,1 | 14,5 | 11,9 |  25,3  |  100,0  ||
 ||Viert- u.      ||       |     |      |      |      |        |         ||
 || Mehrgeboren   || ~1,4~ | 2,8 | 33,3 | 14,35| 14,35| ~33,8~ |  100,0  ||
 ++======================================================================++

      Tabelle VIII. #Eheschlieende in %.#

 Von den 1909 eheschlieenden Juden waren

 #Berufsverteilung:#  Aka-             Selbst.    Angest.   Hand-
                   demiker  Fabrik.  Kaufleute  Kaufleute  werker  Arbeiter

 von den rein
  jd. Ehen        9,5[14]    2,0      37,4       35,6       5,6      9,5
 von den Mischehen 8,5                 22,0       34,5       3,0     29,0


 #Herkunft:#           aus Berlin    aus brigem    Ausland
                                     Deutschland
   in jdischen Ehen      295           643           184        1122
     in %                  26,2          57,4          16,4
   in Mischehen            87           171            31         289
     in %                  30,0          59,2          10,8
                  ----------------------------------------------------
         zusammen         382           814           215        1411


       Akademiker     Selbst.     Angestellte     Selbst.       Arbeiter.
                    Kaufleute.     Kaufleute    Handwerker.
 +----------------+-------------+-------------+-------------+-------------+----+
 | :                     :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :   oo Erstgeborene   :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :   oo                :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :                     :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :   xx mehr als       :      :      :      :      :      :      :      :    |
 45:   xx   Drittgeb.    :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :                     :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  42% :      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 40:..     :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      : 40-|
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 35:..     :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo      :      :      :      :      :      :      :    |
 | :       :      :  ooooo  33% :      :      :      :      :      :  33,8%    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 30:..     :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx 30-|
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 25:..     :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx      :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  22% :      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :      :  xxxxx    |
 20:..     :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :      :  xxxxx 20-|
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :      :  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :  16,8%  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :  ooooo  xxxxx    |
 15:..     :      :  ooooo  xxxxx  ooooo      :      :      :  ooooo  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo  14% :      :  14% :  ooooo  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx      :  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx      :  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :       :      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx      :  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 10:..     :      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx      :  xxxxx  ooooo  xxxxx 10-|
 | :   9,3%       :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx      :  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx      :  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx   7% :  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 |5:.. ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo      :  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 | :   ooooo  1,4%   ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 |0:   ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx  ooooo  xxxxx    |
 +-----------------------------------------------------------------------------+
      Geburten aus jdischen Ehen (1910 in Berlin) nach dem Stande des
      Vaters.

Die deutschen Juden besitzen aber nur ein geringes Proletariat, von
ihren Ehen (1909) trafen auf die Akademiker 54, selbstndige Kaufleute
und Fabrikanten 223, angestellte Kaufleute und mittlere Beamte 201,
Handwerker (Meister) gab es nur 32 und Arbeiter 54 Ehen (davon etwa die
Hlfte Auslnder). Es ist mig, dagegen den allgemeinen
Bevlkerungsaufbau anzufhren. Heutzutage wei jeder Mensch, wie die
Verhltnisse liegen, da der vierte Stand im geraden umgekehrten Sinne
bei der allgemeinen Bevlkerung vertreten ist wie bei den Juden. Man
kann zu demselben Resultat gelangen, wenn man die in einer anderen
Tabelle zusammengestellte Steuerkraft der Juden berblickt. Auch
danach sind es verhltnismig ganz geringe Prozentteile, die das
Durchschnittseinkommen der Berliner teilen. Das Gros der Berliner Juden
ist viel wohlhabender.

      Tabelle XV. #Der Volkswohlstand der Berliner Juden.#

 ++======================================================================++
 ||         ||        #Das Steuersoll der Stadt Berlin betrug#           ||
 ||         ||                                                           ||
 ||         ||                |   bei den    |               |           ||
 ||         || bei den Evang. |   Kathol.    | bei den Juden | insgesamt ||
 |+---------++----------------+--------------+---------------+-----------+|
 || 1893    ||    10289746    |    774026    |    5981109    |  18383880 ||
 || 1895    ||    11456605    |    776970    |    5929431    |  18676552 ||
 || 1896    ||    13362106    |    931148    |    6604113    |  21648640 ||
 || 1897    ||    14893327    |   1042407    |    6807013    |  23157360 ||
 || 1898    ||    15340352    |   1120153    |    7432049    |  24789021 ||
 || 1899    ||    16388329    |   1203518    |    8005008    |  26573415 ||
 || 1900    ||    17338444    |   1290293    |    8769963    |  28423937 ||
 || 1901    ||    18344994    |   1400452    |    9208286    |  30023389 ||
 || 1902/03 ||    18715000    |   1450000    |    9165000    |           ||
 || 1903/04 ||    18812477    |   1497754    |    9220890    |  30620433 ||
 || 1904/05 ||    19005042    |   1589443    |    9554392    |  31568882 ||
 || 1905/06 ||                |   1641917    |   10517535    |  34182931 ||
 ++======================================================================++

      Tabelle XV.

 ++============================================================++
 || In % partizipierten also an dem #Einkommensoll# in Berlin  ||
 ||                                                            ||
 ||        || Die Evangel. | Die Kath. | Die Juden | Insgesamt ||
 |+--------++--------------+-----------+-----------+-----------+|
 || 1892   ||     56,0     |    4,1    |   32,5    |   100,0   ||
 || 1895   ||     61,3     |    4,2    |   31,7    |   100,0   ||
 || 1896   ||     61,7     |    4,3    |   30,5    |   100,0   ||
 || 1897   ||     62,2     |    4,5    |   29,4    |   100,0   ||
 || 1898   ||     61,9     |    4,5    |   30,0    |   100,0   ||
 || 1899   ||     61,7     |    4,5    |   30,1    |   100,0   ||
 || 1900   ||     61,0     |    4,5    |   30,9    |   100,0   ||
 || 1901   ||     61,1     |    4,7    |   30,7    |   100,0   ||
 || 02/03  ||     61,5     |    4,8    |   30,1    |   100,0   ||
 || 03/04  ||     61,4     |    4,9    |   30,1    |   100,0   ||
 || 04/05  ||     61,2     |    5,0    |   30,3    |   100,0   ||
 || 05/06  ||     60,9     |    4,8    |   30,8    |   100,0   ||
 ++============================================================++

      #Zahl der Steuerpflichtigen.#

 ++===============================================++
 ||      ber 21 Mark Steuern bezahlten:          ||
 ||       || Evangel. | Kath. | Juden | Insgesamt ||
 |+=======++==========+=======+=======+===========+|
 || 1895  ||   86252  |  7641 | 19044 |           ||
 || 1896  ||   95729  |  8419 | 20819 |           ||
 || 1897  ||  104152  |  9141 | 21285 |           ||
 || 1898  ||  106489  |  9381 | 21821 |  141988   ||
 || 1899  ||  112909  | 10172 | 23162 |  150610   ||
 || 1900  ||  118710  | 10848 | 24411 |  158279   ||
 || 1901  ||  127765  | 11903 | 25884 |  169829   ||
 || 03/04 ||  138882  | 13909 | 27958 |  185070   ||
 || 04/05 ||  144797  | 14729 | 29049 |  193088   ||
 || 05/06 ||  156590  | 14756 | 29426 |  206128   ||
 ||                                               ||
 ||     In % der Steuerpflichtigen (Zensiten)     ||
 ||                                               ||
 || 1895  ||    74,6  |   6,6 |  16,5 |   100,0   ||
 || 1896  ||    74,6  |   6,5 |  16,1 |   100,0   ||
 || 1897  ||    75,0  |   6,6 |  15,3 |   100,0   ||
 || 1898  ||          |       |       |           ||
 || 1899  ||    75,0  |   6,8 |  15,4 |   100,0   ||
 || 1900  ||    75,0  |   6,8 |  15,4 |   100,0   ||
 || 1901  ||    75,2  |   7,0 |  15,2 |   100,0   ||
 || 03/04 ||    75,0  |   7,5 |  15,0 |   100,0   ||
 || 04/05 ||          |       |       |           ||
 || 05/06 ||    76,0  |   7,2 |  14,3 |   100,0   ||
 ++===============================================++

      Tabelle XV.

 ++===========================================================++
 ||     Pro Kopf versteuerten (in Mark) durchschnittlich:     ||
 ||                                                           ||
 ||        || Evangelische | Katholiken | Juden   | Insgesamt ||
 |+--------++--------------+------------+---------+-----------+|
 || 1896   ||     138,1    |   110,6    |  317,2  |   166,9   ||
 || 1897   ||     138,2    |   114,0    |  319,8  |   166,8   ||
 || 1898   ||     144,0    |   120,0    |  340,6  |   174,6   ||
 || 1899   ||     145,2    |   118,3    |  345,6  |   176,4   ||
 || 1900   ||     146,1    |   118,9    |  359,3  |   179,6   ||
 || 1901   ||     143,6    |   117,7    |  355,4  |   176,8   ||
 || 02/03  ||     140,0    |   110,0    |  340,3  |   171,8   ||
 || 03/04  ||     135,5    |   107,7    |  329,8  |   165,5   ||
 || 04/05  ||     133,4    |   108,0    |  329,0  |   163,4   ||
 || 05/06  ||     132,9    |   111,3    |  357,4  |   165,8   ||
 ++===========================================================++

[Diagramme: #Beteiligung der Juden in Berlin#

 1. an der Gesamtbevlkerung    2. unter den Zensiten   3. am Steuersoll
                                  (= Steuerzahler        (Gesamtsumme
                                    ber 21 M.)           der Steuer)

          _5_%                        _14-16%_            _30-32%_]

Es waren noch einige Fragen, die hier einschlgig sind und denen eine
gewisse Beweiskraft zukommt, anzufhren. Danach waren von den ber 15
Jahr verstorbenen Juden nach meinen Auszhlungen in den letzten Jahren
(1905-1909) knapp ein Fnftel ledig. Die Behauptung, da ein Teil der
jdischen Bevlkerung nicht mehr Anteil an der Fortpflanzung nimmt,
wird auch hierdurch gesttzt. Andererseits hat die Kindersterblichkeit
und besonders die Suglingssterblichkeit, die schon bei den Israeliten
Deutschlands, besonders aber Berlins vor 100 Jahren eine sehr
glckliche genannt werden kann, in unserer Zeit einen so hervorragenden
Stand erreicht, da sie schlechterdings nicht mehr viel herabgesetzt
werden kann. Es trafen auf hundert Geburten im Jahre 1910 nur noch 13,5
gestorbene 0-15 Jahre alte Kinder. Das ist ein so gnstiges Resultat,
wie ich mich nicht erinnere, anderswo angetroffen zu haben.[15] Da
diese Sterblichkeit nur die in Berlin geborenen Kinder betrifft, bewies
eine von mir diesbezglich vorgenommene Auszhlung. Es waren von den
1909 gestorbenen jdischen Kindern nur drei Kinder auerhalb Berlins in
Deutschland und 13 im Auslande geboren. Da ja auch einzelne Berliner
Familien verziehen, so kann man wohl sagen, da das Resultat
einwandsfrei die Sterblichkeit der Berliner jdischen Jugend
wiedergibt. Aber auch die verstorbenen Erwachsenen wurden nicht
ungnstig von der Beteiligung auslndischer Juden beeinflut, wir haben
gesehen, da dieselben sich an den Eheschlieungen mit 17% beteiligen,
an der Mortalitt beluft sich ihr Anteil auf 19%.

Gerade die hervorragende Verbesserung der Mortalitt bezeugt das
soziale Aufsteigen der Juden. Diese beraus sympathische Erscheinung
braucht nicht fortzudauern, da es fraglich ist, ob der grostdtische
Nachwuchs aus den modernen Ehen, in welche angealterte Mnner
Geschlechtskrankheiten, Nervenleiden, Alkoholismus usw. mit sich
bringen, dieselbe Lebensdauer erreichen werden. Der soziale Aufstieg
bedingt noch keine konstante Verbesserung der Vitalitt. Kommunale,
nationale oder religise Vorkehrungen mssen wachthalten, da die
sozial gnstig gestellten Klassen nicht degenerieren.

      Tabelle IIb. #Jdische Sterblichkeit#

             der Suglinge   in % der    der Kinder     in % der
            (unter 1 Jahr)   Geburten   (0-15 Jahre)    Geburten

 1816-20          16           17,4         nicht ermittelbar
 1821-30          17           17,0           "        "
 1831-40          23           16,8           "        "
 1841-50          43           16,8           "        "
 1851-60          61           16,3           "        "
 1861-66         125           19,0           "        "
 1880-84           nicht ermittelbar        1895          26,9
 1885-89             "        "             1770          22,0
 1890-94             "        "             1741          21,6
 1895-99             "        "             1473          19,0
 1900-04             "        "             1349          17,0
 1905-09             "        "             1183          16,0
   [1910             "        "                           13,5[16]]

      Tabelle IIc. #Es starben# ~ledige~ #Juden in Berlin ber 15 Jahre:#

 1905              197
 1906              190
 1907              231
 1908              186
 1909              202
                 ------
 zusammen         1006

      Tabelle IId. #Sterblichkeit und Herkunft bei der jdischen
      Bevlkerung Berlins.#

 Unter 100 verstorbenen Juden waren
                       von den Kindern  ber 15 Jahre alt    zusammen

 geboren in Berlin      152 (90%)       83 (10,5 %)      235 (24,6 %)
 sonst in Deutschland     3  (1%)      553 (70,2 %)      556 (68,1 %)
 im Ausland              13   (8 %)      153 (19,3 %)      166 (17,3 %)

Der Umstand, da trotz des erheblichen Zuzuges tausender fremder Juden
die Besetzung der oberen Altersklassen, wie sich aus der Tabelle ber
den Bevlkerungsaufbau ergibt, abgenommen hat, gibt zu dem Bedenken
Anla, das auch schon anderweitig bezglich der Lebenskraft der
deutschen Juden ausgesprochen worden ist: es knne unter den
grostdtischen Juden die sprichwrtlich bekannte Lebensdauer
herabgesetzt werden. Eine Durchforschung der Krankheitsursachen der
Verstorbenen pro 1910 ergab eine unheimliche Anzahl von Gehirn- und
Herzschlag und Nierenleiden bei den jngeren Leuten. Zuckerkrank waren
unter den 1000 verstorbenen Erwachsenen allein gegen 80, fr die
luetische Infizierung sprach der Umstand, da allein 18 an Tabes
zugrunde gingen, wobei die in den stdtischen Anstalten untergebrachten
Tabiker in Buch usw. leider nicht mehr in Anrechnung gebracht werden
knnen. Wer daher auf eine durchgreifende Besserung der
Mortalittsverhltnisse der Grostadtjuden rechnet, kann in dieser
Hoffnung leicht getuscht werden. Ja, es liegt wohl eher Grund zur
Annahme vor, da eine Verschlechterung der Mortalitt in nchster Zeit
zu erwarten ist.[17]

       *       *       *       *       *

Es ist hier nicht der Platz, eingehend ber die Geburtenberechnung zu
sprechen. Schon #Prinzing# hat darauf hingewiesen, da die Berechnung
der Geburten auf je tausend der Bevlkerung ein falsches Verfahren
darstellt. Die Ausscheidung der Geburten nach der Reihe, die sie
einnehmen, kennzeichnet bedeutend besser den Fruchtbarkeitsstand. Eine
Bilanz lt sich aber nur folgendermaen ziehen:

Wir nehmen 1000 Frauen im gebrfhigen Alter (15-50 Jahre), ohne dabei
zu bercksichtigen, ob sie ledig oder verheiratet sind. Und wir stellen
demgegenber den entsprechenden Geburtenprozentsatz ein; in unserem
Falle haben wir 1905 28734 gebrfhige Jdinnen. Dieselben mssen, um
die Rasse zu erhalten, innerhalb 35 Jahren so viel Kinder zeugen, da
diese imstande sind, nach Abzug der Kindersterblichkeit spter die
28700 Frauen und die dazu gehrigen Mnner zu ersetzen.

Die Fruchtbarkeitsziffer lt sich also leicht bestimmen, und zwar aus
dem Fruchtbarkeitsfaktor, der erstens 1:35 der im Fruchtbarkeitsalter
stehenden Frauen darstellt und zweitens aus dem Prozent der im
Unfruchtbarkeitsalter sterbenden Personen besteht. Nehmen wir an, 1000
gebrfhige Frauen haben nur pro Jahr 1:35 Geburten = 59,20/00. Dann
wird natrlich diese Zahl nicht gengen, die Bevlkerung zu ersetzen,
denn von diesen 590/00 gehen noch etwelche ab, die im Kindesalter
sterben, und hochgerechnet 50 erreichen nach 15 Jahren das gebrfhige
Alter. Also durch diese tausend gebrfhigen Frauen werden pro Jahr zu
wenig Kinder das Licht der Welt erblicken. Die Zahl 590/00 stellt
einen Idealwert dar, der ausdrckt, da ohne Kindersterblichkeit
diese Ziffer gengen wrde, eine Bevlkerung zu erhalten. Der
#adquate Fruchtbarkeitswert wre bei der jdischen Bevlkerung ca.
72 Geburten auf 1000 gebrfhige Frauen#.[18]

Es kann an dieser Stelle nicht so sehr auf die Theorie dieser neuen
Berechnungsmethode eingegangen werden, es wrde sonst den Gang unserer
Ausfhrungen zu sehr aufhalten, aber es mag gestattet sein zu bemerken,
da die Methode bekannten Statistikern vorgefhrt und als richtig
befunden worden ist.

Wenn wir nun die #Fruchtbarkeits#ziffer fr Berlin studieren, so finden
wir, da dieselbe betrug:

    pro 1000 gebrfhige Frauen in #Berlin#         in #Preuen# (Land)

 jdische Bevlkerung     allgemeine Bevlkerung

 1880           100,8     1885             105,0         }
 1895            67,5     1895              95,8         } 150-160
 1900            60,8     1900              84,3         }
 1905            56,8     1905              75,6         }

Im Jahre 1910 sind die im gebrfhigen Alter stehenden Jdinnen noch
nicht ausgezhlt, eine genaue Berechnung lt sich noch nicht
aufstellen. Da aber im allgemeinen die im gebrfhigen Alter stehenden
Jdinnen wie frher ca. 29% der Gesamtbevlkerung ausmachen drften, so
drfte die Fruchtbarkeitsziffer 50 betragen.

[Diagramm: #Fruchtbarkeitstabelle.# Vergleich adquat. Fruchbarkeitswert
der Juden, wirkliche jdische Fruchtbarkeit und Fruchtbarkeit der
allgemeinen Berliner Bevlkerung.]

Also schon im Jahre 1895 gengte die Fruchtbarkeitsziffer der Berliner
Juden dem Adquatwert nicht, #im Jahre 1905 war sie um 20% zu
gering# und 1910 hatte sie wahrscheinlich sich auf 30% verringert. Wir
stehen also vor der Tatsache, da schon heute die jdische Bevlkerung
Berlins #nur so viele Kinder in die Welt setzt, um# ~zwei Drittel~ #der
bestehenden Familien zu ersetzen; der andere Teil fllt schon nach
einer Generation aus#.

Es fragt sich nun, ob wir auf Grund des Studiums der heutigen
Verhltnisse die Fruchtbarkeit der nchsten Jahre voraussagen knnen,
ob die Fruchtbarkeit in den Jahren 1913, 1914, 1915 sinken wird und
mu.

Eine Berechnung, die noch anderweitig, soviel wir wissen, auch nicht
gebt wurde, aber auf die wir nicht das Anrecht der Autorschaft erheben
wollen, falls dieselbe doch schon irgendwo angewandt wurde, ist
folgende:

Wir haben die gebrfhigen Frauen als diejenigen bezeichnet, die 15-50
Jahre alt sind, und dementsprechend mchten wir das zeugungsfhige
Alter der Mnner fr statistische Zwecke auf 20-55 Jahre festsetzen.
(Einige Ausnahmen, die sowohl Geburten von Mdchen unter 15 Jahren oder
Frauen ber 50 Jahre und die Mnner ber 55 betreffen, glauben wir
ruhig vernachlssigen zu knnen). Whrend nun bei den alten Juden die
Unverheirateten in dem zeugungs- bzw. gebrfhigen Alter auf Grund
hundertfltiger berlieferung eine Seltenheit darstellen, und whrend
auch noch bei der allgemeinen Bevlkerung in der frheren Zeit der
Ledige zur Minderheit gehrte, haben sich bei den Berliner Juden
folgende Verhltnisse herausgebildet: Es waren von den Mnnern (20-55
Jahre alt) 1895 verheiratet 48,4%, bei den Frauen 48,8%. Fnf Jahre
spter war der Prozentsatz schon wesentlich gesunken, er betrug 47,4
bzw. 47,8%. Also nicht einmal die Hlfte der geschlechtsreifen Juden
ist verheiratet. Da wir wissen, da die auereheliche Fortpflanzung
bei den Juden keine nennenswerte Rolle spielt, so knnen wir schon
daraus schlieen, da die volle Zeugungsfhigkeit nicht ausgebt werden
kann. (Bei der allgemeinen Bevlkerung liegen die Verhltnisse noch
wesentlich besser, wie unsere Berechnungen zeigen, siehe Tabelle VII.)

Was wissen wir nun von der Fortpflanzung der verheirateten Juden?
Betrachten wir einmal zuerst die Eheschlieungen. Eine persnlich
vorgenommene Auszhlung der eheschlieenden Juden Berlins ergab
folgende Verhltnisse: Wir treffen unter den Heiratenden (1909) 64
Akademiker, etwa 200 selbstndige Kaufleute und ebensoviele bei ihnen
Angestellte, 33 Handwerker und 57 Arbeiter (bei den rein jdischen
Ehen). Bei den Mischehen 24 Akademiker, 56 selbststndige und 116
angestellte Kaufleute, 10 Handwerker, 80 Arbeiter. Wir ersehen daraus,
da die Arbeiter bei den rein jdischen Ehen ebensoviele wie die
Akademiker waren, beide je 10%, das berwiegende Kontingent stellten
die Kaufleute. In den rein jdischen Ehen haben die Akademiker fast nur
berufslose Frauen erwhlt, die Kaufleute meist; bei den Angestellten
waren berufslose und berufsttige Jdinnen in fast gleicher Zahl
vertreten, bei den Arbeitern berwog die vorher berufsttige Frau.

      Tabelle XIa. #Berufsstellung der heiratenden Juden#.

      1. In #jdischen# Ehen (1910)

 ++===========================================================================++
 ||           ||                            Frauen                            ||
 |+-----------++--------------------------------------------------------------+|
 ||           ||Selbst. Berufe, Geschftsinhaberinnen und Besitzerinnen       ||
 ||           ||  |Lehrerinnen                                                ||
 ||           ||  |     |Direktricen                                          ||
 ||           ||  |     |    |Kontoristinnen                                  ||
 ||           ||  |     |    |    |Nherinnen, Schneiderinn.                  ||
 ||           ||  |     |    |    |    |Verkuferinnen                        ||
 ||           ||  |     |    |    |    |    |Wirtschafter. Dienstmdch.        ||
 ||  Mnner   ||  |     |    |    |    |    |    |Arbeiterinnen               ||
 ||           ||  |     |    |    |    |    |    |      ||Insgesamt mit Beruf ||
 ||           ||  |     |    |    |    |    |    |      ||     |Ohne Beruf    ||
 ||           ||  |     |    |    |    |    |    |      ||     |     |Zusammen||
 |+===========++==+=====+====+====+====+====+====+======++=====+=====+========+|
 ||Akademiker ||--| 3   | -- | -- | -- | -- | -- | 1[20]||   4 |  60 |   64   ||
 ||Selbst.    ||10| 4   |  4 | 13 | 12 | 13 |  2 | 1    ||  59 | 153 |  212   ||
 || Kaufleute ||  |     |    |    |    |    |    |      ||     |     |        ||
 ||Angest.    ||10| 2   |  6 | 27 | 16 | 27 | -- | 1    ||  89 | 108 |  197   ||
 || Kaufleute ||  |     |    |    |    |    |    |      ||     |     |        ||
 ||Handwerker ||--|--   | -- |  3 |  5 |  2 | -- | 2    ||  12 |  21 |   33   ||
 ||Arbeiter   ||--|2[19]| -- |  2 | 18 |  5 |  8 | 5    ||  40 |  17 |   57   ||
 |+-----------++--+-----+----+----+----+----+----+---- -++-----+-----+--------+|
 || zusammen  ||20|11   | 10 | 45 | 51 | 47 | 10 |10    ||~204~|~359~|  563   ||
 ++===========================================================================++

      Tabelle XIb. #Berufsstellung der heiratenden Juden#.

      2. In #Mischehen# (Berlin 1910).

 ++======================================================================++
 ||          ||                          Frauen                          ||
 |+----------++----------------------------------------------------------+|
 ||          ||Geschftsinhaberinnen                                     ||
 ||          ||    |Lehrerinnen Schauspieler.                            ||
 ||          ||    |      |Buchhalterinnen                               ||
 ||          ||    |      |    |Verkuferinnen                           ||
 ||          ||    |      |    |    |Schneiderinnen                      ||
 ||          ||    |      |    |    |    |Wirtschafterinnen              ||
 ||  Mnner  ||    |      |    |    |    |    |Arbeiterinnen             ||
 ||          ||    |      |    |    |    |    |    ||Insgesamt mit Beruf ||
 ||          ||    |      |    |    |    |    |    ||     |Ohne Beruf[21]||
 ||          ||    |      |    |    |    |    |    ||     |     |Zusammen||
 |+==========++====+======+====+====+====+====+====++=====+=====+========+|
 ||Akademiker|| -- | 2    |  2 |  1 |  2 | -- | -- ||   7 |  17 |   34   ||
 ||Kaufleute ||  3 | 1    |  2 |  8 | 14 |  5 |  1 ||  34 |  22 |   56   ||
 ||Angest.   ||    |      |    |    |    |    |    ||     |     |        ||
 || Kaufleute||  3 | 6[22]| 22 | 13 | 22 |  4 |  3 ||  73 |  43 |  116   ||
 ||Handwerker|| -- | --   | -- |  1 |  6 |  1 |  1 ||   9 |   1 |   10   ||
 ||Arbeiter  ||  1 | 1[23]|  8 | 17 | 26 |  9 | 19 ||  71 |   9 |   80   ||
 |+----------++----+------+----+----+----+----+----++-----+-----+--------+|
 || zusammen ||  8 | 7    | 34 | 40 | 70 | 19 | 24 ||~194~| ~92~|        ||
 ++======================================================================++

 Bei den Mischehen waren die Gattinnen 116 Jdinnen, davon 37 berufslos,
                                       120 Christinnen, davon 31 berufslos.

Ein anderes Bild zeigt die Eheschlieung in Mischehen. Whrend die
Brute in den jdischen Ehen fast 2/3 der Flle berufslos waren, hatten
sie in den Mischehen viermal so hufig vorher einen Beruf ausben
mssen. Da aber erfahrungsgem (nach Statistiken Dr. #Segalls# u.a.)
die Mehrzahl der Jdinnen Berlins im heiratsfhigen Alter erwerbsttig
ist, so mag der Schlu auch aus der Statistik zu ziehen sein, da der
Jude die berufslose Frau whlt, d.h. diejenige, die wohlhabend ist und
ihn materiell untersttzen kann, vorzieht. Fr ein gut Teil der
jdischen Mdchen, die nicht auf derartige wirtschaftliche Vorteile
rechnen knnen, erffnen sich unangenehme Perspektiven.[24]

Wo Ehen nach dem Gesichtspunkte des wirtschaftlichen Vorteiles
geschlossen werden, wird es nicht ausbleiben, da der Kindersegen unter
demselben Gesichtswinkel betrachtet wird. Und ebenso wie eine
mittellose Frau eine starke Belastung des Budgets (und keine
Verbesserung der materiellen Leistungsfhigkeit) bedingt, so wirkt ein
numerisch starker Nachwuchs in derselben Linie. Wo ein starker sozialer
Auftrieb besteht, kommt die Frhehe und die Liebesheirat zu
kurz. Diese Erscheinungen korrespondieren gewissermaen mit der
Geburtenbeschrnkung.

Das Alter der jdischen Eheschlieenden im Jahre 1909 ist auf der
Tabelle IX wiedergegeben, diese Tabelle ist so bersichtlich, da wohl
kaum ein ausfhrlicher Kommentar dazu gehrt. Beachtenswert ist nicht
allein das spte Alter der heiratenden Akademiker und Kaufleute,
vielmehr noch das hhere Brautalter #der# Jdinnen, die Handwerker und
Arbeiter heiraten. Entsprechend dem spten Alter der Heiratenden stellt
sich auch die erste Geburt bei ihnen spt ein, und es ist doch ganz
klar, da eine Bevlkerung, die mit durchschnittlich 30 Jahren
heiratet, eine viel geringere Fruchtbarkeit haben mu als eine
andere, die frher zur Ehe schreitet; denn wenn wir z.B. das
Durchschnittsalter der jdischen Ehen, bei denen 8 und 9 Kinder
vorkamen, betrachten, so war dasselbe 40 bis 42 Jahre. Da natrlich
Ehen, die mit 30 Jahren geschlossen werden, in 10 Jahren kaum 8-9
Kinder bekommen, ist fast selbstverstndlich, aber es bedarf
berhaupt nicht langer Erklrungen fr die Tatsache, da eine
Grostadtbevlkerung, bei der die Mnner durchschnittlich ber 30 Jahre
alt sind, wenn sie heiraten, eine geringe Kinderzahl besitzen wird, und
es ist ganz selbstverstndlich, da bei dem grostdtischen Milieu das
spte Alter der Eheschlieenden doppelt ins Gewicht fllt. Nun bezeugen
die Ehen, in denen im Jahre 1910 noch mehr als sechs Kinder vorkamen,
nicht die #heutigen# Verhltnisse, sie sind, soweit sie nicht Auslnder
betreffen, durchschnittlich vor 20 Jahren geschlossen worden und der
damaligen Sitte entsprechend noch frher denn jetzt. Wir gehen wohl
nicht zu weit, wenn wir behaupten, da von den heute geschlossenen Ehen
eine geringere Fruchtbarkeit ausgehen wird, als wir sie bei den Ehen
konstatieren konnten, die vor 20 Jahren geschlossen wurden. Es wurde
schon betont, da das Durchschnittsalter der Eheschlieenden heute ein
viel spteres ist, und ein Blick auf unsere Tabellen zeigt die enorme
Verschiebung. 1873 waren bis zum 30. Lebensjahr 55% aller Heiratenden
schon in die Ehe getreten, bei den Frauen gab es 10%, die schon bis zum
20. Lebensjahr dem Manne folgten, whrend es heute knapp 2% sind. Und
wenn wir auf 1871 zurckgehen, so waren es 60% mnnliche Juden, die bis
zum 30. Jahre heirateten, und 20% weibliche, die vor dem 20. Lebensjahr
Gattinnen wurden. Leider besitzen wir keine Statistik, wieviel Prozent
der Juden vom 20.-40. Lebensjahre aus Berlin stammen. Wir gehen wohl
kaum zu weit, wenn wir behaupten, da die in Berlin geborenen Juden nur
zum geringen Teil auswandern. Wenn wir dagegen die Ziffer der Eheleute,
die aus Berlin stammen, ansehen, so mssen wir wohl sie als zu gering
bezeichnen. So fanden wir 1910 nur 382 geborene Berliner, die eine Ehe
schlossen.[25] Die Betrachtung der Totenscheine, wonach gerade ein
hoher Prozentsatz der ledigen Juden in hherem Alter aus Berlin
stammte, besttigt die Behauptung, da die eingesessene Berliner
jdische Bevlkerung die geringste Tendenz zur Heirat und Fortpflanzung
besitzt. Von den kinderreichen Familien, die ich anllich einer neuen
Geburt im Jahre 1910 auszhlte, waren nur 6% der Vter aus Berlin.

[Diagramm: #Das Alter der jdischen Eheschlieenden.# Durchschnittsalter
der heiratenden mnnlichen und weiblichen Juden nach Berufen.]

      Tabelle IX.

      #Alter der heiratenden Juden in Berlin# (1910).

 ==========================================================================
        | Akadem. | Kaufleute |  Angest.  | Selbst. | Arbeiter | Im Durch-
        |         |           | Kaufleute | Handw.  |          |  schnitt
 =======+=========+===========+===========+=========+==========+===========
 Mnner |  32,3   |   31,8    |   29,7    |  31,1   |  26,6    |   30,4
 Frauen |  22,0   |   23,8    |   25,7    |  26,0   |  26,3    |   24,3

                #Alter der Eltern bei jdischen Geburten#

 #bei der ersten Geburt#

 Mnner |  33,3   |   33,1    |   31,2    |  32,5   |   27,7   |   32,05
 Frauen |  25,4   |   26,8    |   25,8    |  24,3   |   25,3   |   26,25

   bei den Geburten in jdischen Ehen        bei den Geburten in Mischehen

                     Mnner   Frauen                       Mnner   Frauen
      II. Geburt      33,1     28,6             I. Geburt   29,5     26,0
     III.   "         34,4     30,4            II.   "      30,1     26,7
      IV.   "         34,6     31,1           III.   "      33,0     30,0
       V.   "         36,8     34,0            IV.   "      32,4     29,0
      VI.   "         37,0     34,6             V.   "      32,6     32,3
     VII.   "         38,3     34,8            VI.   "      36,5     34,4
    VIII.   "         40,3     37,9                         usw.
      IX.   "         42,0     37,4
       X.   "         43,4     39,5
                      usw.

      Tabelle X.

      #Alter der unehelichen Mtter# (Jdinnen 1910)

 Jahre   17/19  20/22  23/25  26/28  29/31  33/35  36/38  39/41  42 usw.
          14     28     21     14     12      6      1      4      1

        #Beruf der unehelichen  Mtter# (Jdinnen in Berlin 1910).

       Berufslos (davon 2 frher               Schneiderin               19
       Ehefrauen)                       17     Verkuferin               15
       Selbstndiger Beruf (Studentin,         Arbeiterin                13
       Sngerin, Lehrerin usw.)          5     Buchhalterin               6
       Hndlerin usw.                    4     Aufwrterin                4
       Wirtschafterin                   14     usw. (Artistin, Masseuse,
       Dienstmdchen                     7     Kellnerin)                 3

Aus all dem mag hervorgehen, da die Abnahme der Fruchtbarkeit bei den
Berliner Juden eine evidente ist. Die verschiedentlichsten Methoden
ergaben immer dasselbe Resultat. Und es ist wohl kaum diese enorme
Unterproduktion auf irgendwelche zufllige Zu- oder Abwanderung,
Infertilitt usw. zurckzufhren. Im Gegenteil, gerade die
auslndischen Juden, die schon knapp ein Fnftel der Berliner Juden
betragen, verschleiern etwas den tiefen Stand der einheimischen
Natalitt.

~Zusammenfassung~: Die harmonische Entwicklung der jdischen
Fruchtbarkeit von der Flle zur Armut, stellt sich also nicht als das
Werk des Zufalls, sondern als die Anpassung an das Leben dar. Das
Sexualleben des Menschen wird beeinflut von dem Ideengehalt der Zeit,
besonders aber von den wirtschaftlichen Verhltnissen, so da man ruhig
behaupten kann, da es fr groe Massen auch in diesen Dingen keine
Zuflligkeiten gibt.

Die Bedeutung des Wohlstandes ist an der Hand der Tafeln ber Beruf und
Geburtlichkeit deutlich gezeigt worden. Aber auch die Steuerstatistik
zeigt uns den enormen Aufschwung der Juden. Fr alle Berliner wird die
Tatsache unbestritten sein, da die wohlhabenden Juden nach
Charlottenburg, Wilmersdorf, Schneberg, Grunewald abstrmen, da
gerade die reichsten sich taufen lassen oder ihre Tchter Christen
verheiraten. Trotzdem hielten sich die Juden, d. h. der in Berlin
bleibende Rest bzw. die Zugewanderten nicht nur auf der Hhe, sondern
sie haben es fertig gebracht, die durchschnittlich pro Kopf versteuerte
Summe von 317 M. (1892) auf 355 M. (1905) emporzubringen, bzw. nach 13
Jahren statt 6 Millionen Steuern 10 Millionen beizutragen. Man wird
gewi die einzelnen Ziffern gerade wegen der groen Wanderungen sehr
abwgen mssen -- und es ist hier nicht der Raum, das Kapitel der
Steuerkraft der Berliner Konfessionen abzuhandeln -- aber nicht nur der
Umstand, da die Juden #allein# ihre Steuersumme zu heben verstanden,
gibt zu bedenken.[26] Bei einer Bevlkerung von knapp 100000 Seelen
hatten die Juden 29426 Steuerzahler, die ber 1500 M. vereinnahmten.
Und die Tatsache, da in einer Rasse 1/3 aller Personen einschl. Frauen
und Kinder usw. eine so hohe Steuer bezahlten, gibt uns das Recht zur
Behauptung, da die Berliner Juden exzeptionell wirtschaftlich #rasch
aufsteigen#.

Die Katholiken waren 1905 222700 Personen stark, die Juden 98909. Unter
den Steuerpflichtigen (ber 21 M.) waren die Juden mit 29000
Zensiten, die Katholiken mit 14700 vertreten. Allerdings ist der
verschiedentliche Bevlkerungsaufbau zu bercksichtigen. Trotzdem
bleibt eine ungeheuere Differenz zwischen den Juden, von denen 30% ber
21 M. versteuerten, und den Katholiken, bei denen es 6,6% waren.

Die Bedeutung des Wohlstandes und des Vorganges, da an Stelle der nach
den Vororten ziehenden reichen Juden rmere Massen wirtschaftlich
emporsteigen, findet #eben einen Ausdruck in dem Bestreben, durch
Hintanhaltung der Familie konomisch zu erstarken#.

Es wird schwer halten, den Zusammenhang dieser Dinge abzuleugnen.

So wird es der nchsten Zeit vorbehalten sein, neue Gesetze, welche die
Vermehrung einer Bevlkerung bedingen, auszufinden, da die alten, die
#Malthus# und andere aufstellten, keine Erklrung fr die neuen
Bevlkerungsvorgnge mehr abgeben knnen. Das Beispiel der Berliner
Juden wird aber nicht nur theoretisch eine gewisse Bedeutung haben,
sondern vor allem auch praktisch durch den Hinweis darauf, da die
allgemeine Berliner Bevlkerung mit ihrer Unterfrchtigkeit den Juden
nachzog.

Wir kommen somit nach all dem Gesagten zu folgendem Schlu:

#Unter unsern heutigen sozialen Verhltnissen bringt das materielle und
soziale Aufsteigen bzw. der intensive Wunsch nach konomischen Mitteln
und gesellschaftlicher Stellung den beteiligten Familien schwerste
Gefahren in rassenhygienischer Bedeutung.#

       *       *       *       *       *

[Smtliche Zahlen sind, soweit keine Quellen angegeben sind, berechnet
bzw. zitiert nach den Publikationen des Statistischen Amtes der Stadt
Berlin bzw. des Knigreiches Preuen; da in den Tabellen fast jede Zahl
einem anderen Bande entnommen wurde, ist eine Zitierung unmglich.

Die Statistiken ber die Eheschlieungen, Geburten, Todesflle sind
eigene Zhlungen des Urmaterials, die von mir auf dem Statistischen Amt
der Stadt Berlin unter gtiger Genehmigung des Herrn Direktors
vorgenommen wurden.

Die Kurven wurden nach Angabe des Verfassers von Herrn Bach
gezeichnet.]




Fussnoten:

[1] Nach dem jdischen Gesetz hatten alle Juden zu Beginn der
Geschlechtsreife zu heiraten. Jede Inhibierung der Konzeption war
streng verpnt. Frhe Heirat und reicher Kindersegen galten als
besonders gottgefllig.

[2] Weiteres Material in dieser Frage habe ich auch in dem Buche Der
Untergang der deutschen Juden (Reinhard, Mnchen) und besonders im
sterilen Berlin (Berlin 1913, Marquardt) niedergelegt.

[3] Von hier ab ist der jdische Nachwuchs berechnet aus

      a) den Kindern der jdischen Ehen,
      b) den Kindern von unehelichen jdischen Mttern,
      c) der Hlfte aller Geburten aus Mischehen.

[4] Infolge der Taufbewegung ist diese Ziffer zu gering. Es wrden
hierher eigentlich auch die gestorbenen getauften Juden gehren, da
diese ja in der Spalte der geborenen Juden figurierten. Darnach wre
die Summe der verstorbenen Juden um etwa 200 grer.

[5] In ausfhrlichen Berechnungen in der Mediz. Reform (Nr. I v. 1913),
sowie in dem Buche Das sterile Berlin und in einer demnchst
erscheinenden Arbeit im Archiv zur soz. Hygiene habe ich nachgewiesen,
da je nach der Kindersterblichkeit und dem Bevlkerungsaufbau die
Geburtenziffer 20-30 0/00 betragen mu, um die Art zu erhalten. Eine
Geburtenziffer unter 20 0/00 ist bei normaler Besetzung der
Altersklassen unterfrchtig. Zum Vergleiche einige Geburtenziffern des
Jahres 1910:

      In Rumnien 39,80/00, in Deutschland 29,80/00, in Frankreich
      19,70/00. Fr #Groberlin# betrgt die Geburtenziffer der Juden
      sogar nur noch 120/00.

[6] Durch Interpolation. Diese Ziffern liegen nicht vor.

[7] Davon von jdischen Mttern 88. Der biologische jdische Nachwuchs
dieses Jahres ist die Ziffer, die die Geburten aller jdischen Mtter,
sei es aus jdischen Ehen, Mischehen oder unehelichen, wiedergibt.

[8] Siehe Tabelle III. Die Zahlen betreffen nur den jdischen Teil der
Eheschlieenden, bzw. bei den Kindern wurde nur die Hlfte der Kinder
aus Mischehen den Juden zugezhlt.

[9] Als Fruchtbarkeitsziffer ist hier die Zahl der Geburten verstanden,
die auf 1000 gebrfhige Frauen (15-50 Jahre alt) kommt.

[10] Eine solche Tabelle lt allerdings nicht die momentane
Fruchtbarkeit hervortreten, welche die eben geschlossenen Ehen
anstreben, denn wenn z.B. Ehen, die vor 10 Jahren geschlossen wurden,
noch mehr Kinder wnschten als die eben geschlossenen, so drcken jene
der Tabelle ihren Siegel auf. Wir werden also, da die vor 10 Jahren
geschlossenen Ehen zu unserer Zeit ihre Mehrgeburten haben werden, die
Fruchtbarkeit einer frheren Periode antreffen.

[11] Nach den Verffentlichungen des Statistischen Amtes Berlin gab es
1905 sogar 41% kinderlose Mischehen. Die Zahl der spter legitimierten
ursprnglich unehelich Geborenen wurde bercksichtigt.

[12] Siehe #Gruber# u. #Rdin#, Fortpflanzung, Vererbung, Rassenhygiene,
Lehmanns Verlag, S. 164 und #Theilhaber#, Das sterile Berlin.

[13] Darunter: Achtgeborene 9, Neuntgeborene 7, Zehntgeborene
2, Elftgeborene 3, Zwlftgeborene 2, Dreizehntgeborene 1,
Vierzehntgeborene 1, Fnfzehntgeborene 1.

[14] Von den 54 Akademikern, die 1910 heirateten, waren 22 rzte, 13
Juristen, 6 Ingenieure, 2 Apotheker, 2 Rabbiner, 5 versch.

[15] Siehe #Prinzing#, Handbuch d. mediz. Statistik 1906.

[16] Die Zahl der 1910 in Berlin gestorbenen Juden von 0-30 Jahren war
246 = 19% der geborenen. In Berlin hatte die allgemeine Bevlkerung
eine Sterblichkeit der Altersklassen

  0-15 Jahre von 10,310 = 23,3 aller Geburten } = 29,4 der Geborenen.
 16-30 Jahre von  2,803 =  6,1   "      "     }

[17] Auch die Verseuchung der jdischen Grostadtjugend mit
Geschlechtskrankheiten ist notorisch. Die sogenannten hher stehenden
Berufe, die die Juden anstreben, gewhren erst spt ein standesgemes
Einkommen, so da tatschlich ein groer Teil der jdischen jungen
Leute, auch wenn er will, nicht frher heiraten kann. Die Folge ist die
Ausbreitung der Syphilis und der Gonorrhe unter den Juden, zweier
Krankheiten, die bei ihnen frher selten zu treffen waren.

[18] Es starben nmlich 1905-09 auf je hundert Geborene berechnet bis
zum 15. Lebensjahr ca. 16% der Geborenen. 1910 waren es nur 13,5%.
Gestorbene Juden in Altersklassen 15-29 gab es 1910 5,5%. Da, wie wir
spter sehen werden, die Fruchtbarkeit bei den Juden und Jdinnen
durchschnittlich in das Ende der 20er, hauptschlich aber zu Beginn der
30er Jahre zu setzen ist, so knnen wir statistisch sagen, da die vor
dem 30. Lebensjahr sterbenden Personen durchschnittlich an der
Vermehrung nicht mehr teilgenommen haben. Wir erhalten also fr die
neueste Zeit das Ergebnis, da von je 100 geborenen Juden 19-20 zu frh
sterben. Bei der allgemeinen Bevlkerung von Berlin waren es 1905 33%
der Geborenen, die bis zum 30. Jahre starben. In das Verhltnis gesetzt
zu den 59 Geburten, die wir als das Geburtenminimum pro 1000
gebrfhige Frauen berechnet haben, mssen wir also bei der jdischen
Bevlkerung entsprechend 12-14, bei der allgemeinen Bevlkerung etwa 20
Geburten hinzuzhlen, um diejenige Geburtenziffer zu bekommen, die
imstande ist, die Bevlkerung zu ersetzen.

      #Theoretisches Beispiel der Methode.#

Um 1000 gebrfhige Frauen nebst 1000 entsprechenden Mnnern zu
ersetzen, bedrfte es eigentlich nur 59 Geburten pro Jahr. Da aber nach
dem Stand der Sterblichkeit ein Teil der Geborenen nicht mehr in das
gebrfhige Alter gelangt, so mssen wir diese Geburten um die
Mortalittsziffer bereichern. Wir nehmen an, da noch 21 Geburten pro
Jahr mehr sein mssen, damit wirklich 59 das 30. Lebensjahr erreichen.

Wenn also diese 1000 gebrfhigen Frauen pro Jahr 80 Geburten haben, so
werden davon in einem spteren Zeitraum wieder je 1000 gebrfhige und
zeugungstchtige Mnner und Frauen gewhrleistet. Oder mathematisch
ausgedrckt 1000 gebrfhige Frauen zwischen 15-50 Jahren mssen
Geburten haben:

 1000  ~2~ (wegen der Mnner)
          geteilt: 35 (wegen der 35 Jahre, siehe 15-50 Jahre)
 + _x_.

_x_ ist der Sterblichkeitsquotient derer, die vor dem zeugungsfhigen
Alter sterben. Eine Bevlkerung, die pro Jahr z.B. 100 als
Fruchtbarkeitsziffer aufweist, hat bei einem Adquatfruchtbarkeitswert
von 80 einen Geburtenberschu von 20! Der Adquatwert des
Fruchtbarkeitswertes der allgemeinen Berliner Bevlkerung von 1905 war
80, 1900 wegen der greren Kindersterblichkeit ca. 85.

Wie unsere Tabelle zeigt, hat unsere allgemeine Berliner Bevlkerung
1900 ungefhr ihre Lebenserhaltung. Adquatwert und wirkliche
Fruchtbarkeit waren gleich, 1905 war die Fruchtbarkeit schon zu gering!
Die Berechnungen ber den Status der Berliner Bevlkerung in exakter
Form sollen in einer gesonderten Arbeit behandelt werden.

[19] Eine Artistin.

[20] Eine Verwandte.

[21] Einschl. 4 geschiedene Frauen.

[22] Einschl. 4 Schauspieler und Schauspielerinnen.

[23] Eine Krankenschwester.

[24] Siehe diesbezglich die Behandlung dieses Themas in Die Neue
Generation 1912, Augustheft: Das Eheproblem bei den Juden, worin die
Ursachen der Ehelosigkeit, Sptehe usw. ausfhrlich abgehandelt ist.

[25] Es kamen aber auf die heiratsfhigen Jahre durchschnittlich 1000
in Berlin geborene Juden.

[26] Die Steuersumme der brigen Bevlkerung sank sogar.




      *      *      *      *      *      *




Anmerkungen zur Transkription:

Folgende Fehler wurden korrigiert:

S. 72 Tabelle IV: "Es treffen Geburten auf ge-geschl. Ehen"
berflssiges ge- entfernt;

S. 77 "Zweitgeborene in 30,5" Prozentzeichen nach 30,5 hinzugefgt;

S. 91 "sonders als die Anpassung" sonders korrigiert zu sondern.

Alles andere, auch Fehler bei den Werten in Tabellen, wurde aus dem
Original bernommen.



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