The Project Gutenberg EBook of Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre
wirtschaftliche Bedeutung fr das Mutterland, by Diedrich Westermann

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Title: Die Nutzpflanzen unserer Kolonien und ihre wirtschaftliche Bedeutung fr das Mutterland

Author: Diedrich Westermann

Illustrator: Bock K.

Release Date: August 3, 2013 [EBook #43392]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE NUTZPFLANZEN UNSERER KOLONIEN ***




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  | Anmerkungen zur Transkription                                  |
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  | Kursiver Text ist als _kursiv_ markiert, gesperrter Text als   |
  | ~gesperrt~, und Fettdruch als $fett$. Brche sind als 1/2      |
  | dargestellt, bei Zahlenangaben bedeutet 2-1/2 soviel wie 2,5   |
  | (und nicht 1,5).                                               |
  |                                                                |
  | Die Druckermarken "FRSTER & BORRIES. ZWICKAU" auf Seiten      |
  | mit Illustrationen sind nicht bernommen worden.               |
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  | Folgende Inkonsistenzen wurden belassen, da beide              |
  | Schreibweisen blich waren:                                    |
  |                                                                |
  | Catechu-Bestnde -- Catechubestnde                            |
  | Clitandra-Arten -- Clitandraarten                              |
  | Eingeborenen -- Eingebornen                                    |
  | Marschall-Inseln -- Marschallinseln                            |
  | Nutzprodukt-Werte -- Nutzproduktwerte                          |
  | Sdsee-Inseln -- Sdseeinseln                                  |
  | Uganda-Bahn -- Ugandabahn                                      |
  | Yucatan -- Yukatan                                             |
  | zugute -- zu gute                                              |
  |                                                                |
  | Im Text wurden folgende nderungen vorgenommen:                |
  |                                                                |
  | S. 13 "kommen ... fort" in "kommen ... vor" gendert.          |
  | S. 19 "garkeine" in "gar keine" gendert.                      |
  | S. 19 "vonseiten" in "von seiten" gendert.                    |
  | S. 21 "arrowroot" in "Arrowroot" gendert.                     |
  | S. 21 "Marantacea arundinacea" in "Maranta arundinacea"        |
  |        gendert.                                               |
  | S. 24 "Kiautschu" in "Kiautschou" gendert.                    |
  | S. 26 "an" hinter "bauen ... Kakao" eingefgt.                 |
  | S. 28 "Kaffeernte" in "Kaffeeernte" gendert.                  |
  | S. 33 "(siehe nchste Seite)" entfernt.                        |
  | S. 35 "(siehe nchste Seite)" entfernt.                        |
  | S. 39 "(siehe nchste Seite)" entfernt.                        |
  | S. 44 "Mariannen" in "Marianen" gendert.                      |
  | S. 49 "Marschallinseln" in "Marshallinseln" gendert.          |
  | S. 58 "kolonialwirtschaftliche Komit" in                      |
  |    59 "Kolonialwirtschaftliche Komitee" gendert.              |
  | S. 59 "" in "" gendert.                                     |
  | S. 63 "(siehe nchste Seite.)" entfernt.                       |
  | S. 64 "S. guineenis" in "S. guineensis" gendert.              |
  | S. 65 "(siehe nchste Seite.)" entfernt.                       |
  | S. 82 "Sumpfflanzen" in "Sumpfpflanzen" gendert.              |
  | S. 84 "wichstigste" in "wichtigste" gendert.                  |
  | S. 85 "Von hieraus" in "Von hier aus" gendert.                |
  | S. 86 "Strophantussamen" in "Strophanthussamen" gendert.      |
  | S. 87 "Teakkholz" in "Teakholz" gendert.                      |
  | S. 92 "Marschall-Inseln" in "Marshall-Inseln" gendert.        |
  | S. 94 "Strophantus" in "Strophanthus" gendert.                |
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                           D. Westermann

                 Die Nutzpflanzen unserer Kolonien




Alle statistischen Angaben des Buches werden durch einen alljhrlich
auszugebenden Nachtrag ergnzt und so stets auf dem Laufenden erhalten
bleiben. Dieser Nachtrag ist gegen Einsendung von 20 Pfg. von der
Verlagshandlung zu beziehen.




                        Die Nutzpflanzen
                        unserer Kolonien

            und ihre wirtschaftliche Bedeutung fr das
                           Mutterland

                              von

                         D. Westermann.

      Mit 36 farbigen Tafeln, grtenteils nach der Natur
              gezeichnet, von ~K. Bock~.

                         [Illustration]

                          Berlin 1909.
                 Dietrich Reimer (Ernst Vohsen).


                    Alle Rechte vorbehalten.


            Druck von J. J. ~Augustin~ in Glckstadt.




Inhalts-Verzeichnis.


                                                                   Seite

  Verzeichnis der Tafeln                                               6

  Einleitung                                                           7

     I. Getreide                                                      13

    II. Knollenfrchte                                                19

   III. Sdfrchte                                                    22

    IV. Genumittel und Gewrze                                       25

     V. lfrchte                                                     45

    VI. Faserpflanzen                                                 56

   VII. Kautschuk liefernde Pflanzen                                  69

        bersicht ber die Erzeugung und den Verbrauch des
           Kautschuk                                                  77

  VIII. Klebegummi liefernde Pflanzen                                 79

    IX. Guttapercha                                                   80

     X. Gerbhlzer                                                    81

    XI. Arzneipflanzen                                                83

   XII. Nutzhlzer                                                    86

  Zusammenfassende Darstellung unserer wichtigsten kolonialen
         Nutzpflanzen und ihrer Werte                                 88

  Zusammenstellung der pflanzlichen Nutzproduktwerte nach ihren
         Erzeugungslndern                                            88

  Anhang: Die Ausfuhr von Tieren und tierischen Stoffen, Mineralien
           usw.                                                       89

  Zusammenstellung der Gesamtausfuhr unserer Kolonien                 91

  Deutschlands Bedarf an kolonialen Rohstoffen im Jahre
           1906                                                       93

  Register der Nutzpflanzen                                           94




Verzeichnis der Tafeln.


                               Seite

  Tafel 1. Mais                   14

    "   2. Reis                   16

    "   3. Sorghum                18

    "   4. Jams                   20

    "   5. Batate                 22

    "   6. Banane                 24

    "   7. Kakao                  26

    "   8. Kaffee                 28

    "   9. Tee                    30

    "  10. Kolanu                32

    "  11. Vanille                34

    "  12. Zimt                   36

    "  13. Zuckerrohr             38

    "  14. Pfeffer                40

    "  15. Ingwer                 42

    "  16. Tabak                  44

    "  17. lpalme                46

    "  18. Kokospalme             48

    "  19. Schibutter             50

    "  20. Erdnu                 52

    "  21. Sesam                  54

    "  22. Telfairia pedata       56

    "  23. Baumwolle              58

    "  24. Kapok                  60

    "  25. Sisalagave             62

    "  26. Sansevierahanf         64

    "  27. Jute                   66

    "  28. Ramie                  68

    "  29. Kickxia                70

    "  30. Manihot Glaziovii      72

    "  31. Gummibaum              74

    "  32. Hevea                  76

    "  33. Guttapercha            80

    "  34. Mangroven              82

    "  35. Cinchonarinde          84

    "  36. Strophanthus           86




Einleitung.


Die vorliegende Schrift verfolgt das Ziel, in weiteren Kreisen unseres
Volkes Verstndnis und Interesse fr den volkswirtschaftlichen Wert
unserer Kolonien zu wecken. Vor allem mchte sie auch der Jugend einen
Einblick geben in die weiten Gebiete neuer Arbeit und nationaler
Aufgaben, vor die wir durch den Erwerb berseeischer Besitzungen
gestellt werden. Zu dem Zweck ist das fr unsere Kolonien wichtigste
Arbeitsgebiet, der Anbau und die Gewinnung pflanzlicher Erzeugnisse, in
den Vordergrund gestellt und ausfhrlicher behandelt worden. Es war
natrlich unmglich und lag auch gar nicht im Rahmen dieses volkstmlich
gehaltenen Buches, alle in unseren Schutzgebieten vorkommenden
Nutzpflanzen zu besprechen. Es konnte sich nur darum handeln, die zur
Zeit wichtigsten Gewchse zu behandeln, und zwar in erster Linie die fr
Ausfuhr in Betracht kommenden, dann aber auch solche, denen fr die
Ernhrung der Eingeborenen eine hervorragende Bedeutung zukommt. Da das
Buch vor allem die wirtschaftliche Bedeutung unserer Kolonialgewchse
darstellen soll, so sind diese nicht nur nach der botanischen Seite hin
kurz beschrieben, sondern es wird auch auf die Wachstumsbedingungen, den
Anbau, die Kultur und insbesondere auch auf die Verarbeitung und
Verwendung der pflanzlichen Erzeugnisse eingegangen. Soweit mglich sind
auch die jhrliche Gesamterzeugung, die "Welternte" und der
Gesamtverbrauch sowie die Werte beider angegeben worden. Besondere
Rcksicht ist jedoch, der Absicht des Buches entsprechend, auf den
Verbrauch und die Erzeugung Deutschlands und seiner Kolonien genommen.

Im zweiten Teil werden die tierischen, mineralischen und gewerblichen
Erzeugnisse zusammenfassend dargestellt, so da auf diese Weise eine
Gesamt-bersicht ber den derzeitigen wirtschaftlichen Wert unserer
berseeischen Besitzungen ermglicht wird.

Als einen besonderen Vorzug wird man die ~Bilder~ ansehen drfen, die
den Text erst lebendig machen und eine anschauliche Vorstellung der
Pflanze und ihres Wachstums vermitteln.

Die aus dem Buche sich ergebenden Tatsachen bieten dem Kolonialfreund
einige allgemeine, gewi nicht bedeutungslose Lehren, von denen folgende
kurz genannt seien:

1. Der Wert unserer Kolonien beruht in erster Linie in ihren
Bodengewchsen. Der Anbau und die Pflege der nutzbaren Pflanzen wird
deshalb stets die vornehmste Beschftigung ihrer Bewohner sein. Es gilt
in dieser Zeit des Anfanges vor allem, durch immer neue Versuche
diejenigen Nutzpflanzen herauszufinden, die dem Produzenten mglichst
stete und sichere Ertrge versprechen.

2. Der weitaus grte Teil aller Ausfuhrgter wird durch die Arbeit der
Eingeborenen geschafften. Dies ist um so bemerkenswerter, als die Lnder
im Vergleich mit Europa nur sehr dnn bevlkert sind und die Eingebornen
eben erst heraustreten aus ihrer jahrtausendelangen finsteren
Abgeschlossenheit, die kein groer Gedanke je erleuchtete. Sie standen
bislang unter dem Willkrregiment kleinlich selbstschtiger Huptlinge
und skrupelloser Zauberpriester, deren stets argwhnische Eifersucht
jeden Fortschritt im Keime erstickte. Jahrhunderte hindurch waren
Sklavenfang und Sklavenausfuhr die einzige fr das Ausland in Betracht
kommende wirtschaftliche Bettigung dieser Vlker. Die deutsche
Herrschaft, deren Streben es ist, jedem Eingebornen Schutz und Recht zu
gewhren und sein allseitiges Wohl zu frdern, wird sich auch darin als
segensreich erweisen, da sie die Krfte der Bevlkerung, geistige
sowohl wie krperliche, frei macht und steigert fr eine Arbeit, die der
Gesamtheit wie dem Einzelnen zugute kommt. Tatschlich haben wir schon
jetzt in weiten Gebieten unserer Kolonien eine ackerbautreibende
Bevlkerung, die Verstndnis und Willigkeit zeigt, ihren Ackerbaubetrieb
zu vergrern und zu verbessern. Aus amtlichen Berichten geht hervor,
da die Eingebornen vielerorts tatschlich nur darauf warten, neue,
ihnen bisher unbekannte Nutzpflanzen anzubauen, und die bisherigen
Ergebnisse der Eingebornenkulturen ermutigen vollauf zum Weiterschreiten
auf diesem Wege. Unser eignes Interesse fordert, die Eingebornen in
ihrem Streben nach wirtschaftlichem Fortschritt zu untersttzen, und da
wo es noch nicht vorhanden ist, zu wecken, ihnen durch Anleitung und
Unterricht, durch berlassung von geeignetem Saatgut sowie durch
Sicherung eines regelmigen und angemessen bezahlten Absatzes ihrer
Erzeugnisse zu helfen und Mut zu machen.

Dabei soll durchaus zugegeben werden, da es stets auch solche Gewchse
geben wird, die wenigstens fr absehbare Zeit durch den Anbau auf
europisch geleiteten Pflanzungen bessere Ertrge liefern.

3. Ein unbedingtes Erfordernis fr den Aufschwung des wirtschaftlichen
Lebens ist der Bau von Eisenbahnen. Ohne sie ist es einfach unmglich,
die Erzeugnisse der Arbeit an die Kste und damit in den Handel zu
bringen. Die Eingebornen haben bisher in den seltensten Fllen ber
ihren eigenen Bedarf hinaus Anbau getrieben aus dem einfachen Grunde,
weil sie nichts absetzen konnten. Bei dem Transport aus dem Innern bis
an die Hfen bersteigen bei den meisten Erzeugnissen die
Verschickungskosten den ganzen Wert der Ware; das mu natrlich jeden
Arbeitseifer hindern. Hierin wird nur durch die Eisenbahn Wandel
geschafft. Was die Eisenbahn tatschlich wirkt, das sehe man aus der
Steigerung der Togo-Ausfuhr 1907 in Mais, Erdnssen und Elfenbein.

4. Unsere Kolonien werden in immer steigendem Mae Bedeutung fr das
heimatliche Wirtschaftsleben erlangen. Wenn ihre Ausfuhr im Verhltnis
zum Bedarf Deutschlands jetzt noch gering ist, so hat das wenig zu
sagen. Man bedenke, da wir in den Anfngen stehen und vielerorts ber
die Zeit des mhsamen und kostspieligen Versuchens kaum hinaus sind. Die
wichtigsten Volkskulturen der Eingebornen: Baumwolle, Mais, Erdnsse,
Reis fangen gerade jetzt erst an, einen frher nicht erhofften
Aufschwung zu nehmen. Ebenso sind die Pflanzungen der Europer zum
groen Teil noch nicht alt genug, um ertragsfhig zu sein. Dieser
Zeitpunkt wird bei manchen erst in Jahren eintreten.

5. Besonders beachtenswert ist, da schon jetzt ber 63% der gesamten
Ausfuhr aus unsern Kolonien nach Deutschland gehen, also direkt dem
deutschen Wirtschaftsleben zugute kommen. Mit dem Ausbau des
Eisenbahnnetzes wird dieser Prozentsatz noch steigen; heute ist den
Produzenten oft keine Gelegenheit geboten, ihre Erzeugnisse an einen
deutschen Hafen zu bringen, so wird z. B. ein groer Teil der in
Deutsch-Ostafrika gewonnenen Gter, besonders die Eingebornenprodukte,
mittels der Ugandabahn befrdert und gelangt in den englischen Verkehr.
Es kann natrlich nicht unser Ziel sein, die Erzeugnisse unserer
Kolonien ausschlielich nach Deutschland zu leiten, sondern sie mssen
sich ihr Absatzgebiet in freiem Wettbewerbe auf dem Weltmarkt suchen.
Aber die statistisch nachgewiesene Tatsache ist doch bedeutsam, da alle
berseeischen Besitzungen europischer Staaten den grten Teil ihrer
Erzeugnisse an ihr Mutterland absetzen, da also auch in dieser
unmittelbaren Weise die Werte der Kolonien dem Mutterlande zu gute
kommen.

Deutschland fhrt jhrlich fr mehr als zwei Milliarden Mark
Tropenprodukte ein. Auf dieser Zufuhr auswrtiger Rohstoffe beruht zum
guten Teil das Blhen unseres Handels und unserer Industrie, sie geben
vielen Tausenden von Arbeitern, Kaufleuten und Industriellen
Beschftigung und spielen berhaupt in unserm wirtschaftlichen Leben
eine so wichtige Rolle, da wir ohne sie gar nicht weiter bestehen
knnten. Es kann uns deshalb nicht gleichgltig sein, ob wir fr den
Bezug dieser Produkte auf andere Lnder und deren Willigkeit angewiesen
sind, oder ob wir uns in den Stand setzen, wenn auch nicht alle, so doch
einen bedeutenden Teil dieses Bedarfes aus unsern eigenen Besitzungen zu
ziehen und so auch in diesem Stck unabhngig und selbstbestimmend
dazustehen. Dies ist kein unerreichbares Ziel, sondern es wird ein
natrliches Ergebnis der sich schon jetzt anbahnenden Entwicklung sein.
Wir brauchen an die Entwicklungsmglichkeit unserer Kolonien nicht mehr
zu glauben, sondern wir sehen sie vor Augen.

Haben unsere kolonialen Besitzungen diese groe nationale Bedeutung, so
drfen sie auch das Interesse aller Volkskreise beanspruchen. Und die
Beschftigung mit kolonialen Dingen ist auch fr den nicht unmittelbar
Beteiligten in mancher Weise gewinnbringend. Sie lenkt den Blick aus der
eigenen Enge hinaus in einen weiten Kreis neuer Aufgaben, sie gibt
Verstndnis fr die Arbeit der ganzen Welt und zeigt, wie die Interessen
der Vlker es verlangen, freinander und miteinander zu arbeiten, weil
keines das andere entbehren kann, sie lehrt bisher Unverstandenes
verstehen und gewhrt das beglckende Bewutsein, da auch das deutsche
Volk in allen seinen Teilen mithelfen soll, die Lnder und Vlker
jenseits der Meere zu entwickeln, sie einzufhren in den Weltverkehr und
so ihre Krfte nutzbar zu machen zum Besten unseres Vaterlandes und der
Menschheit.

       *       *       *       *       *

Herr Professor Dr. Volkens, Direktor der Botanischen Zentralstelle fr
die Kolonien am Kniglichen Botanischen Garten und Museum zu Dahlem bei
Berlin, hatte die Freundlichkeit, alle botanischen Angaben des Textes
durchzusehen, wodurch dieser manche wertvolle Berichtigung und
Ergnzung erhielt. Auch wurde fr die Anfertigung der Illustrationen das
gesamte in Betracht kommende Material des Botanischen Gartens und
Museums bereitwillig zur Verfgung gestellt. Fr diese Hilfe und das
freundliche Entgegenkommen sei Herrn Professor Volkens auch an dieser
Stelle aufrichtig gedankt.

Als Hilfsmittel haben mir folgende Verffentlichungen gedient:

    ~Semler~, H. Die tropische Agrikultur. Zweite Auflage. Wismar 1900.

    ~Fesca~, M. Der Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen. Berlin
    1904.

    ~Engler~, A. Die Pflanzenwelt Ostafrikas. Berlin 1895.

    Der Tropenpflanzer. Jahrgang 1907 und 1908.

    Jahresbericht ber die Entwicklung der Schutzgebiete in Afrika und
    der Sdsee im Jahre 1906/7. Berlin 1908.

    Statistisches Jahrbuch. Berlin 1908.




I. Getreide.


Mais

(Tafel 1).

Der Mais ist eine der am weitesten verbreiteten Getreidearten. Seine
Heimat ist das tropische Amerika, er wird aber gegenwrtig in allen
Erdteilen angebaut. Der Mais, auch Welschkorn oder trkischer Weizen
genannt, gehrt zur Familie der Grser; sein Halm wird bis zu 6 m lang.
Aus den Blattwinkeln wachsen je 2-3 kolbenartige weibliche hren hervor;
die mnnlichen hren, groe, pyramidenfrmige Rispen, bilden sich an der
Spitze des Halmes.

Obwohl ursprnglich eine tropische Pflanze, hat sich der Mais doch auch
dem gemigten Klima angepat. Die grokrnigen Arten kommen allerdings
nur in warmen Gegenden vor. -- Die Maiskrner dienen in erster Linie als
Viehfutter, aber in vielen Lndern bilden sie auch eine wichtige
Menschennahrung. Die halbreifen Kolben werden gekocht oder gerstet, und
so die Krner gegessen, oder der Mais wird zermahlen und gebacken.

Der weitaus grte Teil des Weltbedarfes an Mais wird in den Vereinigten
Staaten von Nordamerika geerntet. Sie erzeugen jhrlich etwa 2400
Millionen bushels (ein bushel = 25,4 kg), das sind fast 80% der gesamten
Welternte.

Bei der hervorragenden Bedeutung, die der Mais fr unsere Viehzucht hat,
ist es natrlich eine auerordentlich wichtige Frage, ob unsere Kolonien
uns wenigstens einen bedeutenden Bruchteil unseres Maisbedarfes liefern
knnen. -- In Togo und Ostafrika wird dies Getreide seit langem angebaut
und bildet in manchen Gegenden eines der Hauptnahrungsmittel der
Eingeborenen. Nach Kamerun, Sdwestafrika und den Sdseeinseln ist er
erst in neurer Zeit gelangt, doch brgert er sich auch hier schon ein.
Die Regierung sucht mglichst solche Spielarten einzufhren, die sich
dem Klima und Boden anpassen und sichere Ernten liefern. In der Regel
wird Mais jhrlich zweimal geerntet. Der Anbau des Maises geschieht nur
durch die Eingeborenen, nicht in europischen Pflanzungsbetrieben. Einen
groen Aufschwung hat die Maiskultur in Togo seit Erffnung des
Eisenbahnbetriebes genommen. Als die Eingeborenen sahen, da sie ihr
Korn im Lande zu einem annehmbaren Preise verkaufen konnten, gingen sie
mit Eifer daran, grere Mengen fr den Absatz an die Europer
anzubauen. Je weiter der Eisenbahnbau vorschreitet, desto erfreulicher
wird sich die Ausfuhr heben, und zwar nicht nur in Togo, sondern ebenso
in Ostafrika und Kamerun.

Togo fhrte im Jahre 1905 an Mais aus: 9366000 kg im Werte von 566000
Mk.

1907 war die Ausfuhr auf fast 20 Millionen kg im Werte von 1199000 Mk.
gestiegen, also ein groartiger Aufschwung, der fast allein der
Erffnung der Eisenbahn Lome-Palime zu danken ist. Auch Ostafrika fhrte
1907 fr fast 21000 Mk. Mais aus.

Seinen Hauptbedarf an Mais bezieht Deutschland heute aus Nordamerika,
nmlich fr 50397000 Mk. und aus Argentinien fr 22951000 Mk.

Die gesamte Maiseinfuhr Deutschlands im Jahre 1906 hat einen Wert von
112700000 Mk.

[Illustration: Tafel 1.

Mais (_Zea mays_).

a) Ganze Pflanze: oben Rispe der Staubblten, unten Kolben mit
Stempelblten, 1/15 nat. Gr.

b) Reifer Fruchtkolben, 1/4 nat. Gr.]


Reis

(Tafel 2).

Der Reis gehrt ebenfalls zu den Grsern. Sein Halm wird etwa einen
Meter hoch, die Bltter erreichen eine Lnge von 30 cm. Die einzelnen
hren des Bltenstandes bilden zusammen eine Rispe. Die Heimat des
Reises ist wahrscheinlich das tropische Australien und Afrika. Angebaut
wurde er dagegen zuerst im sdlichen Asien: Indien oder China. In diesen
beiden Lndern bildet ja bis heute der Reis eines der wichtigsten
Nahrungsmittel.

Fr die Kultur unterscheidet man zwei Hauptarten: den Sumpfreis und den
Bergreis. Ersterer verlangt stark wasserhaltigen Boden, dagegen trockne,
warme Luft; letzterer gedeiht umgekehrt in wasserarmem Erdreich, bedarf
aber groer Luftfeuchtigkeit. -- In der Reiserzeugung steht Asien
obenan, und hier wiederum ist es Indien, das die erste Stelle einnimmt,
Dreiviertel der gesamten Welternte an Reis kommen aus Indien. Auch von
Java, Hinterindien und gypten wird viel Reis ausgefhrt.

In Deutsch-Ostafrika, Togo und wahrscheinlich auch im Hinterland von
Kamerun ist die Reiskultur den Eingeborenen von altersher bekannt. In
Togo gedeiht nur der Bergreis, Ostafrika bietet besonders in seinen
Fluniederungen auch dem Sumpfreis gnstige Wachstumsbedingungen; so
wird hier ein ganz vorzglicher Reis angebaut, der in seiner Qualitt
entschieden ber dem aus Indien eingefhrten steht. Die Eingebornen
verstehen sich gut auf die Kultur des Reises, und es ist ganz
zweifellos, da sie den Anbau bedeutend ausdehnen werden, sobald ihnen
eine Absatzmglichkeit geboten wird. Die bisherige kleine Ausfuhr (1907:
141000 Mk.) geht ber die englische Uganda-Bahn. Nicht einmal das
Kstengebiet kann mit einheimischem Reis versorgt werden, sondern erhlt
seinen Bedarf aus Indien, das dadurch jhrlich riesige Summen aus
unserer Kolonie zieht, die mit Vorteil im Lande bleiben knnten. --
Durch die jetzt geplanten Bahnbauten werden groe Reisgebiete
erschlossen, in denen eine fleiige, ackerbautreibende Bevlkerung
wohnt; und wir drfen mit Sicherheit hoffen, da nach Erffnung des
Bahnbetriebes die Reisproduktion in Deutsch-Ostafrika sich schnell heben
wird, so da sie nicht nur den inlndischen Bedarf deckt, sondern auch
auf den Weltmarkt gelangen kann.

Auch Togo wird Reis ausfhren knnen, sobald die jetzt im Bau begriffene
Bahn nach Atakpame fertig ist.

In Kamerun hat die Regierung an die Eingebornen Reissaat verteilen
lassen, um die Kultur dieses Getreides einzufhren. Die Versuche sind
durchaus gelungen, und die Eingebornen fangen an, dem Reisbau grere
Beachtung zuzuwenden.

Deutschlands gesamte Reiseinfuhr betrug im Jahre 1906: 53300000 Mk.

  Deutsch-Ostafrika fhrte aus 1906 fr 127000 Mk.
                               1907  "  141000 "

[Illustration: Tafel 2.

Reis (_Oryza sativa_).

a) Ganze Pflanze, 1/6 nat. Gr.

b) Rispe mit reifen Krnern, 4/5 nat. Gr.]


Sorghum

(Tafel 3).

Das Sorghum ist ein sehr hohes Gras mit starkem Halm, der bis zu sieben
Meter Lnge erreicht. Der Bltenstand bildet, je nach der Spielart,
entweder eine Rispe wie beim Hafer oder er ist kolbenartig, also dem
Mais hnlich. Die Krner sind 4-5 mm lang und 3-5 mm breit. Sie besitzen
je nach der Sorte verschiedene Frbung von fast wei bis rot, dunkelgelb
und schwarz.

Das Sorghum liefert fr einen groen Teil der Menschheit die tgliche
Nahrung. Es ist ber weite Teile Asiens und Afrikas verbreitet. Die 300
Millionen Bewohner Indiens und die 360 Millionen Chinas nhren sich
vorzugsweise von Sorghumkorn, nicht in erster Linie von Reis, wie man
frher annahm. Ebenso findet sich das Sorghum durch fast ganz Afrika in
vielen Spielarten. Es dient hier sowohl Menschen als Vieh zur Nahrung.
Wegen seiner groen Verbreitung und seines massenhaften Verbrauches in
Afrika hat es auch die Namen Negerkorn, Mohrenhirse, Kafferkorn,
Guineakorn. Die arabische Bezeichnung ist Durra.

Das Sorghum nimmt mit trockenem, mageren Boden vorlieb und eignet sich
deshalb vorzglicher als irgend eine andere Pflanze zum Anbau in solchen
tropischen und halbtropischen Gegenden, wo auf eine krzere Regenzeit
eine langanhaltende Trockenzeit folgt.

Eine Spielart des Sorghum, das sogenannte Zuckersorghum, dient hnlich
wie Zuckerrohr zur Zuckergewinnung und wird zu dem Zweck besonders in
Nordamerika kultiviert.

In unsern afrikanischen Tropenkolonien wird das Sorghum berall angebaut
und spielt als Brot- und Futterkorn im Haushalt der Eingebornen eine
wichtige Rolle. Aus den Krnern wird auch ein Bier gebraut. -- Auf den
europischen Markt gelangt das Sorghum nicht oder nur in geringen
Mengen. Im Jahre 1907 fhrte allerdings Deutsch-Ostafrika fr 28400 Mk.
Sorghum aus, wohl meist in Nachbarlnder.

~Anmerkung.~ Von manchen wird das Sorghum den Hirsearten zugezhlt.
Neuerdings versteht man jedoch unter Hirse nur die kleinkrnigen
Getreidearten, von denen brigens auch verschiedene Sorten in unsern
Kolonien angebaut werden, z. B. die sog. Negerhirse (Duchn, Pennisetum
spicatum), Eleusine, Panicum und andere.

[Illustration: Tafel 3.

Sorghum (_Andropogon Sorghum_).

1/15 nat. Gr.]




II. Knollenfrchte.


Maniok.

Der Maniok, auch Kassada, Kassava genannt, ist ein Knollengewchs aus
der Familie der Wolfsmilchpflanzen (Euphorbiaceen). Die Maniokstaude
wird 1-2 m hoch, hat meist mehrfach verstelte, sprde, holzige Stengel,
fingerfrmig geteilte oder 3lappige Bltter und rispig gestellte,
unscheinbare Blten. Die Wurzelknollen sind denen der Georgine hnlich,
sie stehen in Bscheln beisammen, erreichen eine Lnge von 30-40 cm und
werden bis 5 kg schwer. Roh enthalten die meisten Sorten einen uerst
giftigen Saft, sind also ungeniebar.

Die Heimat des Maniok ist Sdamerika. In Brasilien werden sieben
verschiedene Arten angebaut. Von ihrem Stammlande aus hat sich die
Pflanze ber einen groen Teil des tropischen Asien und auch nach Afrika
verbreitet, nach letzterem Erdteil wahrscheinlich durch die
Kolonisationsttigkeit der Portugiesen im 16. und 17. Jahrhundert.

Der Maniok ist mit geringem Boden zufrieden, verlangt nur wenige, fast
gar keine Pflege und wird deshalb berall in den Tropen gern angebaut.
Auch in unsern ost- und westafrikanischen Kolonien ist er stark
verbreitet und bildet ein wichtiges Nahrungsmittel.

Seine Verwendung ist eine mannigfaltige: durch Kochen, auch schon durch
sorgfltiges Auswaschen, wird der Giftsaft entfernt, und so kann die
Knolle in der verschiedensten Zubereitung genossen werden. In einem
groen Teil Sdamerikas ersetzt sie unsere Kartoffeln. Auch backt man
aus ihnen Brot oder Kuchen oder geniet das Mehl in Wasser verrhrt. Vor
allem liefern aber die Wurzeln eine ausgezeichnete Strke, die von
Amerika und besonders von Hinterasien aus als ein wertvolles Produkt
unter dem Namen Tapiokamehl, Manioksago, Brasilianisches Arrowroot auf
den Weltmarkt kommt.

Unsere Kolonien produzieren Maniok fast nur fr den Eigenbedarf, weil
von seiten der Europer bis jetzt keine Nachfrage nach diesem Artikel
besteht. Togo hat immerhin im Jahre 1906 schon 250000 kg im Werte von
fast 22000 Mk. ausgefhrt.


Jams

(Tafel 4).

Die Jamsarten gehren zur Familie der Dioscoreen. Ihre Heimat ist das
sdliche Asien, das tropische Afrika und Amerika. Es sind
Kletterpflanzen mit krautartigem Stengel, spiralstndigen, herzfrmigen
Blttern und groen, fleischigen Wurzelknollen, die bis 50 kg schwer
werden knnen.

Als Saatgut dienen vielfach kleine Knollen, die nicht unterirdisch,
sondern in den Blattwinkeln entwickelt werden. Bald nach dem Keimen wird
an die junge Pflanze ein Stock, spter eine lange Stange gesteckt, woran
der dickbuschige Stengel sich emporrankt. Der Jams verlangt einen guten,
humusreichen Boden, mehrmaliges Hacken und Jten sowie tiefgrndiges
Lockern des Bodens um die sich bildenden Knollen herum.

Aber trotz dieser Mhen schtzen die Eingebornen besonders in Westafrika
den Jams hoch als das beste Nahrungsmittel. Die Knollen sind im
Geschmack den Kartoffeln hnlich und haben auch annhernd den gleichen
Nhrwert. Sie werden geschlt, zerschnitten, gekocht und in Pfeffer
getunkt gegessen, oder man stampft sie nach dem Kochen in Holzmrsern
und formt sie dann zu Kugeln; so bilden sie den in ganz Westafrika
bekannten "Fufu", der mit Pfeffer- oder Palmlsuppe genossen die
delikateste Speise der Neger ausmacht und auch von Europern gern
gegessen wird.

Der Jams kommt, wie Maniok, fr unsere Kolonien in erster Linie als
Volksnahrung in Betracht; Togo fhrte zwar 1906 fr 7500 Mk. aus, aber
im Handel ber die Binnengrenze. Trotzdem wird er in der
wirtschaftlichen Entwicklung eine bedeutende Stellung einnehmen; im
Innenhandel von Togo spielt er schon jetzt eine wichtige Rolle; dies
wird nach Erffnung der neuen Eisenbahn noch mehr der Fall sein; es ist
nicht ausgeschlossen, da in absehbarer Zeit groe Landschaften sich
ausschlielich auf die Kultur hochwertiger Erzeugnisse wie Baumwolle,
Mais, lpalmprodukte etc. beschrnken und dafr ihren Bedarf an Jams aus
dem fr Ausfuhrprodukte weniger gnstigen Norden beziehen werden.

[Illustration: Tafel 4.

Jams (_Dioscorea spec._).

a) Oberer Teil einer Pflanze, 1/4 nat. Gr.

b) Wurzelknollen, 1/4 nat. Gr.]


Pfeilwurz.

Pfeilwurz oder Arrowroot nennt man ein Strkemehl, das aus den
Wurzelstcken verschiedener Pflanzen aus der Familie der Marantaceen
gewonnen wird. Die beste Pfeilwurz liefert Maranta arundinacea; sie ist
eine bis 3 m hohe Staude mit geradem, schlankem Stengel und langen,
oval-lanzettlichen Blttern. Der fleischige Wurzelstock verzweigt sich
im Boden, seine einzelnen Glieder, "Finger" genannt, werden 25-45 cm
lang.

Die Pfeilwurz wird im tropischen Amerika, in Ostindien, Afrika und
Australien kultiviert. Besonders in Sdafrika hat sich in neuerer Zeit
der Anbau sehr gehoben. Auch Westafrika, wie Liberia, Sierra Leone,
Lagos produzieren Arrowroot.

In Deutsch-Ost- und Westafrika wie auch auf den Sdseeinseln sind Klima
und Boden fr die Anpflanzung der Pfeilwurz oder fr die weitere
Ausdehnung der Kultur geeignet. In Togo und Kamerun gibt es verschiedene
wildwachsende Cannaarten, die ebenfalls Arrowroot liefern.

Die Erzeugung und der Verbrauch an Pfeilwurz ist ein bedeutender, die
Bermudas-Inseln z. B. fhren jhrlich etwa 25000 kg aus, St. Vincent
22000 Fa, Natal bis zu 300000 kg, Queensland bis 15000 kg, Tahiti mit
Nachbarinseln 25000 kg. Die besten Sorten kosten im Grohandel eine Mark
das Kilo.

~Anmerkung.~ Der Name Pfeilwurz ist bersetzung des englischen
Arrowroot, und dies ist dem indianischen Wort araruta "Wurzelmehl"
nachgebildet. Der Name "Pfeilwurz" ist also ganz irrefhrend.


Batate

(Tafel 5).

Eine fr die Ernhrung der Eingebornen in den Tropen wichtige Pflanze
ist die ~Skartoffel~ oder ~Batate~ (Ipomoea batatas). Die Pflanze hat
lange, auf dem Boden kriechende Stengel, tief eingeschnittene Bltter
und lange, spindelfrmige, an den Enden spitze Knollen, die ein in den
Tropen und Halbtropen sehr geschtztes Nahrungsmittel liefern. Die
Heimat der Batate ist das tropische Amerika, sie wird aber heute auch in
Afrika, Asien und auf den Sdseeinseln vielfach angebaut.


Kawa-Wurzel

(Piper methysticum)

Ist eine in Indien und auf den Sdseeinseln vorkommende Pfefferart, aus
deren Wurzeln die Eingebornen ein berauschendes Getrnk bereiten. Die
weichen Wurzelstcke werden zu Brei zerkaut und dieser mit Wasser
bergossen. Die Mischung lt man gren; sie liefert den Bewohnern
mancher Sdseeinseln ein begehrtes Getrnk. Die Kawa-Wurzel kommt wild
vor, wird aber auch von den Eingebornen angebaut. Samoa hat im letzten
Jahre nicht nur seinen eigenen Bedarf gedeckt, sondern auch noch 16900
kg im Werte von 25400 Mk. nach den Nachbarinseln ausfhren knnen.




III. Sdfrchte.


Dattelpalme.

Die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) bildet einen schlanken, bis 20 m
hohen Stamm; einzelne Exemplare sollen sogar eine Hhe bis zu 40 m
erreichen. Die Krone besteht aus 40-80 Wedelblttern, die bis zu 4 m
lang werden. Meist bildet sich in jedem Jahr ein neues Blatt, whrend
ein altes abstirbt; dies fllt nicht ab, wird aber, wenn die Bume sich
in Kultur befinden, von Menschenhand entfernt. Die Blten der
Dattelpalme sind eingeschlechtig, es sind also mnnliche und weibliche
Bume zu unterscheiden. Die Bltenstnde beider Bume bilden Rispen,
jede Rispe enthlt beim mnnlichen Baum etwa 12 000 Blten, beim
weiblichen 100-200 Fruchtanstze.

[Illustration: Tafel 5.

Batate (_Ipomoea batatas_).

Erdboden durchschnitten, um die Knollen zu zeigen, 1/5 nat. Gr.]

Die Dattelpalme wird von altersher im nrdlichen Afrika und im
sdwestlichen Asien angebaut; hier ist deshalb wohl ihre Heimat zu
suchen. Sie gedeiht berall auf trocknen Gebieten der Subtropen, bringt
aber nur in besonders bevorzugten Gebieten schmackhafte Frchte. Die
Fortpflanzung geschieht selten durch Samen, in der Regel durch
Wurzelschlinge. Im 6.-8. Jahre blht der Baum zum erstenmal, aber erst
im 20. Jahre liefert er volle Ertrge; diese knnen bis zum 70. oder 80.
Jahre andauern; von da an wird der Ertrag geringer und im Alter von 100
Jahren stirbt der Baum ab. Als Durchschnittsernte rechnet man auf einen
Baum 50 kg jhrlich.

Der Nutzen der Dattelpalme ist ein mannigfaltiger. Die Frchte dienen in
den Anbaulndern den Eingebornen roh, getrocknet oder gekocht als
Hauptnahrung; in Krbe gepret oder in Sand gegraben knnen sie zwei
Jahre aufbewahrt werden; selbst in der brennenden Sonnenhitze verderben
sie nicht. Deshalb bilden Datteln auf den Karawanenreisen ein
unentbehrliches Proviantmittel. Auch nach Europa werden jhrlich groe
Mengen ausgefhrt. -- Aus den Frchten wird durch Pressen der
Dattelhonig gewonnen, der gegoren ein weinartiges Getrnk darstellt; ein
solches erhlt man auch aus dem Stamm durch Anzapfen. Die Herzbltter
liefern den wohlschmeckenden Palmkohl; aus den Wedeln fertigt man Gewebe
und Taue, die widerstandsfhig gegen Salzwasser sind und deshalb in der
Schiffahrt Verwendung finden.

Auer in ihrer Heimat wird die Dattelpalme jetzt auch in Mexiko,
Kalifornien, Australien und Sdafrika kultiviert. Von unsern Kolonien
kommen fr ihren Anbau in erster Linie Sdwestafrika, Togo und Ostafrika
in Betracht; in einigen Gegenden Sdwestafrikas kommt sie ganz
vorzglich fort und liefert auch befriedigende Ernten, selbst noch in
Hhe bis 1000 m.


Banane

(Tafel 6).

Dieser Pflanze begegnet man unter zwei Namen, Banane und Pisang, die als
je besondere Art unterschieden werden, und zwar pflegt man unter Banane
die kleinfrchtige, roh genossene und unter Pisang die grbere,
grofrchtige Sorte zu verstehen. Diese Unterscheidung ist botanisch
unrichtig. Beide Pflanzen sind nur Spielarten derselben Gattung Musa
sapientum.

Die Banane ist eine bis 6 m hohe Staude mit weichem, aus den
Blattscheiden gebildetem Stamm, der auf der Spitze eine palmenartige
Blattkrone trgt. Die prchtigen, groen Bltter werden bis 4 m lang und
1/3-1/2 m breit. Die Blten sitzen an einem langen, meist hngenden
Kolben.

Die Bananenstaude bringt nur ~ein~ Fruchtbschel hervor, das aber mit
seinen Frchten 30-50 kg schwer wird und 60-100 Einzelfrchte enthlt.
Nachdem die Frucht gereift ist, stirbt die Pflanze ab. Die Banane
pflanzt sich nur durch Stecklinge fort. Die Samenbildung ist durch die
langjhrige knstliche Kultur, bei der alles Gewicht nur auf die
mglichst reiche Entwicklung des Fruchtfleisches gelegt wird, ganz
unterdrckt worden.

Die Heimat der Banane ist die asiatische Inselwelt; sie wird aber wegen
ihrer vorzglichen Frchte jetzt fast im gesamten Tropengebiet angebaut.
In manchen Gegenden Afrikas nhrt sich die Bevlkerung beinahe
ausschlielich von Bananen; auch in Mittel- und Sdamerika wie auf den
Sdseeinseln bilden sie ein wichtiges Nahrungsmittel. Bis in die neueste
Zeit war die Banane in Europa wenig bekannt, weil es wegen der geringen
Haltbarkeit der reifen Frchte nicht gelingen wollte, sie in
ansehnlichem Zustande auf den europischen Markt zu bringen. Infolge der
verbesserten Transportverhltnisse ist dieser belstand fast ganz
gehoben, und die Bananenausfuhr ist bedeutend gestiegen. Allein die
Vereinigten Staaten von Nordamerika fhren jhrlich fr fast 20
Millionen Mark Bananen ein.

Die Frchte werden roh, gerstet oder gekocht genossen. Die unreifen
Bananen liefern ein Mehl, aus dem man Bananenbrot backt. Aus einer der
Banane verwandten Art, der Musa textilis, gewinnt man eine
ausgezeichnete Faser, die als ~Manilahanf~ in den Handel kommt; sie wird
besonders von den Philippinen in groen Mengen ausgefhrt.

Unsere smtlichen Kolonien mit Ausnahme von Sdwestafrika und Kiautschou
erzeugen Bananen in bedeutenden Mengen, und die Kultur dieser Pflanze
kann noch weiter ausgedehnt werden, zumal sie wenig Arbeit erfordert und
den Eingebornen seit langem bekannt ist. Die Ausfuhr nach Europa ist
wegen der weiten Entfernung natrlich schwierig, doch drfte die
Gewinnung von Bananenmehl in grerem Mastabe aussichtsreich sein.
Manilahanf wird schon, wenn auch noch in kleineren Mengen, aus unseren
Kolonien nach Europa verschifft.

~Weitere Sdfrchte~, die in unsern Kolonien gedeihen und fr die
Zukunft vielleicht grere Bedeutung erlangen werden, sind u. a. Ananas,
Apfelsinen, Limonen, Zitronen.

[Illustration: Tafel 6.

Banane (_Musa sapientum_).

a) Baum mit Fruchtstand, 1/60 nat. Gr.

b) Einzelne Frucht, 1/4 nat. Gr.

c) Abgeschlte Frucht, 1/4 nat. Gr.]




IV. Genumittel und Gewrze.


Kakao

(Tafel 7).

Der Kakaobaum, zur Gattung Theobroma gehrig, ist eine im tropischen
Amerika heimische Pflanze. Er wird 6-10, selten bis 15 m hoch. Der Baum
treibt das ganze Jahr hindurch Blten und Frchte, die aus dem Stamm und
den lteren Zweigen unmittelbar hervorsprieen. Die Frchte haben die
Form einer Gurke, sind aber nicht ganz so gro; jede Frucht enthlt etwa
30-60 Samen, die Kakaobohnen.

Der Kakaobaum ist in seinem Gedeihen auf den engeren Tropengrtel
beschrnkt. Er verlangt starke, gleichmige Wrme, fruchtbaren,
tiefgrndigen Boden und reichliche Feuchtigkeit. Seine Kultur erfordert
sorgfltige Pflege: Beschattung des jungen Baumes, Reinhaltung des
Bodens, Abschneiden des berflssigen Holzes, Dngung etc. Etwa vom 3.
Jahr an treibt der Baum Blten, doch soll man diese ausbrechen, weil
durch ein zu frhes Fruchttragen der Baum geschwcht wrde. Erst vom
6.-8. Jahr an kann man ernten, im 10.-12. Jahr treten die vollen Ertrge
ein, die bis zum 30.-40. Jahr andauern. -- Fr die Erzeugung von Kakao
kommen hauptschlich Amerika und Asien mit den Inseln, neuerdings auch
Afrika in immer steigendem Mae in Betracht.

Die reifen Frchte werden gepflckt, die Bohnen herausgenommen und in
Schuppen oder Gruben zum Gren ausgeschttet. Die Grung hat den Zweck,
das anhaftende Fruchtfleisch zu zerstren und die in den Bohnen
enthaltenen Bitterstoffe zu entfernen. Darauf werden die Bohnen
gewaschen und zum Drren ausgebreitet. Sind sie gehrig getrocknet, so
gelangen sie zur Verschiffung. In groen Mhlen werden schlielich die
Kakaobohnen gemahlen und dienen dann zur Herstellung des allbekannten
Getrnkes. Ein Teil wird zur Schokoladenbereitung verwendet. Die Bohnen
liefern ferner ein Fett, die Kakaobutter, die in der Medizin vielfache
Anwendung findet.

Von unsern Kolonien kommen hauptschlich Kamerun, die Sdseeinseln und
Togo fr die Kakaokultur in Betracht. Der Anbau geschieht meistens durch
europisch geleitete Pflanzungsbetriebe, doch bauen z. B. in Togo auch
die Eingebornen selbstndig Kakao an, noch bedeutender ist die
Kakaokultur der Neger auf der Goldkste, von wo sie nach Togo gekommen
ist; dort erzeugte sie 1906 einen Wert von 6000000 Mk., und nach einer
migen Berechnung glaubt man in den nchsten Jahren das 3-5 fache
dieser Summe zu erreichen.

Deutschland verbrauchte im Jahre 1906 an Kakaobohnen fr 41000000 Mk.

Die Ausfuhr unserer Kolonien betrug

  1906:  Kamerun  1167000 Mk.   1907: 2704000 Mk.
    "    Samoa     101000  "      "    116000  "
    "    Togo       22000  "      "     51000  "
         ----------------------------------------
        Zusammen  1290000 Mk.   1907: 2871000 Mk.

[Illustration: Tafel 7.

Kakao (_Theobroma Cacao_).

a) Teil eines Baumes, 1/8 nat. Gr.

b) Frucht, geffnet, um die Samen, die "Kakaobohnen" zu zeigen,
1/5 nat. Gr.

c) Gerstete Kakaobohne, 4/5 nat. Gr.]


Kaffee

(Tafel 8).

Die Heimat des Kaffeebaumes ist Afrika. Angebaut werden fast
ausschlielich zwei Arten, der sogenannte arabische, der aber aus
Abessinien stammt und der Liberia-Kaffee aus Westafrika. Der
liberianische Kaffeebaum ist derber und grer als der arabische,
letzterer liefert dagegen die feineren, besser bezahlten Bohnen. Der
erstere wird bis zu 15 m, letzterer hchstens 5-6 m hoch. Der
liberianische blht fast das ganze Jahr hindurch, der arabische hat
jhrlich nur eine Bltenperiode, die sich allerdings durch drei Monate
hinzieht. Der arabische Kaffee ist besser fr hhere, der liberianische
besser fr tiefere Lagen geeignet.

Die Frucht des Kaffeebaumes hat die Form einer Kirsche, unreif ist sie
grn gefrbt, spter rot. Jede Beere enthlt zwei Bohnen. Sind die
Frchte reif, so werden sie gepflckt, die Bohnen herausgeschlt,
getrocknet und dann in den Handel gebracht.

Das Hauptanbaugebiet fr Kaffee liegt in den Tropen. Der Baum verlangt
guten Boden, eine gleichmige Wrme und Feuchtigkeit. Eine direkte
Sonnenbestrahlung ist ihm in tieferen Lagen schdlich, deshalb lt man
bei Anlage von Kaffeekulturen in gewissen Abstnden die Urwaldbume
stehen, oder wo solche nicht vorhanden sind, pflanzt man eigene
Schattenbume an. Auch weiterhin verlangt der Baum sorgfltige Pflege.
Im dritten oder vierten Jahr ihres Alters beginnen die Bume zu tragen,
den Vollertrag liefern sie vom 6.-8. Jahr an. Im Alter von 18-20 Jahren
pflegt der Ernteertrag zurckzugehen; dann mssen die Bume durch
Neuanpflanzung ersetzt werden. Der Baum liefert im Durchschnitt jhrlich
1-1/2 - 2 kg Kaffee.

Die grten Kaffeepflanzungen haben Sd- und Mittelamerika, Westindien
und die Sundainseln, unter denen besonders Java hervorragt. Den groen
Hauptanteil an der Welternte liefert Brasilien, dessen Ausfuhr jhrlich
fast 390 Millionen Mark erreicht, ihm folgen Venezuela mit 48 Mill. und
Niederlndisch Ostindien mit 45 Mill. Mark.

Unsere Kolonien bringen noch keine groen Ernten auf den Markt, da die
Kulturen teilweise noch zu jung sind. Besonders die Landschaft Usambara
in Ostafrika und die Sdseeinseln bieten Aussicht, in Zukunft einen
bedeutenderen Teil unseres Kaffeebedarfes zu decken. In Ostafrika fhren
auch die Eingebornen des Seengebiets selbst angebauten Kaffee aus, und
zwar betrgt diese Ausfuhr ein Drittel der ganzen Kaffeeernte des
Landes. Auch in Kamerun (z. B. in Ossidinge) sind neuerdings grere
Anpflanzungen von Liberia-Kaffee gemacht worden.

Deutschlands gesamte Einfuhr an Kaffee betrug 1906 170000000 Mk. Die
Ausfuhr aus Ostafrika erreichte 1906 einen Wert von 423000 Mk., 1907
540000 Mk.

[Illustration: Tafel 8.

Kaffee (_Coffea arabica_).

a) Zweig mit Blten, 2/5 nat. Gr.

b) Zweig mit Frchten, 2/5 nat. Gr.

c) Frucht, halb vom Fruchtfleisch befreit, um die "Bohnen" zu zeigen,
4/5 nat. Gr.]


Tee

(Tafel 9).

Es gibt zwei verschiedene Arten der Teepflanze, von denen die eine
stattliche Bume bildet, die andere strauchartig ist. Der Assam-Tee ist
ein Baum, der eine Hhe bis zu 15 m erreicht. Die Bltter der
Teepflanzen sind meist lederartig glnzend und dunkelgrn, die Blte ist
wei. Die Frchte bilden eine Kapsel mit drei Fchern, deren jedes einen
runden Samen enthlt.

Die Heimat des Tees ist das sdstliche Asien, hier, in China und
Japan, wird er auch seit den ltesten Zeiten angebaut. Er gedeiht in
subtropischem und tropischem Klima. Die Tropenhitze bringt allerdings
die Bltter zu grerer Entwicklung, lt sie aber nicht die gleiche
Gte erreichen wie im subtropischen Gebiet. Ausgezeichnet kommt dagegen
die Teepflanze fort in tropischen Berglndern, die gengende Luft- und
Bodenfeuchtigkeit gewhren.

Die Fortpflanzung geschieht durch Samen. Im Alter von 3-5 Jahren fangen
die Strucher an, Ertrge zu liefern. Vollernten erhlt man etwa vom 10.
Jahr ab. Bei manchen Arten nimmt der Vollertrag schon vom 15. Jahr an
wieder ab, andere liefern aber bis zum Alter von 30-40 Jahren und noch
lnger gute Ertrge. In Japan soll es Teestrucher geben, die ber 300
Jahre alt sind.

Zur Teebereitung dienen nur die Bltter. Diese knnen mit Ausnahme des
Winters oder der Trockenzeit fast das ganze Jahr hindurch gepflckt
werden. Je jnger und zarter die geernteten Bltter sind, desto besseren
Tee liefern sie. Auf einen Hektar Teepflanzung rechnet man
durchschnittlich eine Ernte von 3000 kg Teeblttern jhrlich, auf den
besten Pflanzungen erntet man sogar bis 10000 kg. -- Die gepflckten
Bltter lt man zunchst in Schuppen welken; darauf werden sie, frher
allgemein mit der Hand, neuerdings auch in Maschinen, gerollt. Von den
gerollten Blttern formt man Blle, die man in Kasten legt und durch die
Sonnenhitze gren lt. Dadurch erhalten sie den bekannten aromatischen
Geruch. Nach dem Gren mssen alle Bltter noch einmal gerollt werden,
und dann lt man sie in der Sonne oder auch in fen trocknen. Nach dem
Trocknen ist der Tee zur Verpackung und zum Versand fertig.

Die grten Teepflanzungen finden sich in Ceylon, China, Japan, Hinter-
und Vorderindien und den Sundainseln. Auch in Deutsch-Ostafrika und in
Kamerun sind kleine Anbauversuche gemacht worden.

Deutschlands jhrlicher Bedarf an Tee betrgt etwa 4000 Tonnen im Werte
von fast 8 Millionen Mark.

[Illustration: Tafel 9.

Tee (_Thea chinensis_).

Zweig mit Blten und Frucht, 3/5 nat. Gr.]


Kolanu

(Tafel 10).

Die Kolanu stammt von dem zur Familie der Sterculiaceen gehrenden
Kolabaume, dessen Heimat das tropische Westafrika ist. Der Baum wird
10-18 m hoch. Die rispenfrmig stehenden Blten entspringen wie beim
Kakao oft unmittelbar aus dem Stamm oder aus lteren Zweigen. Aus den
weiblichen Blten bilden sich die aus 4-6 Kapseln bestehenden Frchte,
die um den Fruchtstiel sternfrmig angeordnet sind. Jede Kapsel enthlt
bis zu sechs Samen oder Nsse. Diese erreichen fast die Gre einer
Kastanie; ihre Farbe ist gelbbraun oder rtlich.

Der Kolabaum kommt in Westafrika wild vor, wird aber auch seit langem
von den Eingebornen angebaut und hochgeschtzt wegen seiner Frchte, die
als bestes Mittel gegen Hunger, Durst und Mdigkeit gekaut werden. Auf
ihren langen, oft Monate dauernden Handelsreisen durch unbewohnte
Gebiete wrden die Eingebornen ohne die Kolanu, deren Genu fr lange
Zeit das Gefhl von Hunger und Durst unterdrckt und vor Ermdung
schtzt, nicht auskommen.

Diese ihre erfrischenden Eigenschaften verdankt die Kolanu vor allem
ihrem hohen Gehalt an Coffen und Theobromin, der sogar strker ist als
beim Kaffee; aber auch wirkliche Nhrstoffe wie Strke, Zucker, Eiwei
besitzt die Kolanu in betrchtlichem Mae.

Als Kaffee-Ersatz eignet sich Kola trotz seines hohen Coffen-Gehaltes
nicht, da beim Rsten die Hlfte des Coffen verloren geht.
Hauptschlich findet es Verwendung in der Heilkunde zur Herstellung von
Kola-Pillen, Pastillen, Tinkturen, Extrakten, Kola-Wein und
Kola-Likren. Als Zusatz zum Kakao wird es in der Schokoladefabrikation
benutzt. Auch wird seine Einfhrung in die Armee versucht als
Strkungsmittel bei anstrengenden Mrschen und Gefechten.

Den grten Kolahandel betreibt das Hinterland der Goldkste, vor allem
die Landschaft Gondja. Von hier aus geht die Kolanu in alle Lnder des
Sudan, kommt jedoch selten oder gar nicht nach Europa. -- Durch
Negersklaven ist der Kolabaum auch nach Amerika verpflanzt worden. Dort
wird er jetzt, besonders auf den Antillen, vielfach und mit gutem
Erfolge angebaut. Der Baum liefert vom 8.-10. Jahre an volle Ertrge,
das ist etwa 4000 Nsse jhrlich; auf dieser Hhe hlt er sich bis zum
50. Jahre. Westindische Pflanzer sind der Ansicht, da, wenn der Preis
der Kolanu nur die Hlfte des Kaffeepreises erreiche, die Kolapflanzung
die eintrglichere sei.

In Deutsch-Togo und Kamerun wird der Kolabaum von den Eingebornen
kultiviert, der grere Teil der Ernte bleibt aber im Lande oder geht
ber die Binnengrenze. Seit einigen Jahren haben auch Europer in unsern
Kolonien Kola-Pflanzungen angelegt, und es ist wahrscheinlich, da die
Ausfuhr der Kolanu, die im Jahre 1907 in Kamerun schon einen Wert von
21000 Mk. darstellte, in der Zukunft bedeutend steigen wird.

[Illustration: Tafel 10.

Kolanu (_Cola acuminata_).

a) Zweig mit Blten, 1/3 nat. Gr.

b) Zweig mit jungen Frchten, 1/4 nat. Gr.

c) Reife Frucht, 1/4 nat. Gr.

d) Same, 1/3 nat. Gr.]


Vanille

(Tafel 11).

Die Vanille ist eine Kletterpflanze aus der Familie der Orchideen; ihre
Heimat ist das tropische Amerika. Die Pflanze rankt an Bumen empor und
bildet an diesen Wurzeln, die sie der Rinde des Baumes anlegt. Der Stamm
ist 2-3 cm dick, die Bltter sind lang, dunkelgrn und fleischig. Die
groen, traubenfrmig gestellten Blten sind gelblichrot und
wohlriechend. Die Befruchtung der Vanilleblten geschieht in Amerika
durch ein Insekt, in anderen Erdgebieten, wo dieses Insekt fehlt, mu
sie knstlich herbeigefhrt werden: Man bertrgt den Bltenstaub auf
die weibliche Blte mit Hilfe eines spitzen Hlzchens. Aus den
weiblichen Blten entstehen 20-30 cm lange, zylindrische Schotenfrchte,
die mit einer groen Zahl beraus kleiner, schwarzer Samenkrner gefllt
sind. Die Fruchtschoten werden gepflckt und getrocknet und bilden dann
das bekannte Gewrz Vanille.

Der Vanillestrauch gedeiht fast nur in tropischen Gebieten mit mglichst
gleichmiger Wrme. Sein Anbau erfordert groe Sorgfalt und viele
Arbeit. -- Als Ertrag rechnet man gewhnlich 100-200 kg marktfhiger
Ware auf den Hektar. Am ltesten und auch heute noch bedeutend ist die
Vanillekultur in Mexiko; doch ist die Hauptbezugsquelle jetzt die Insel
Runion, auf der die Pflanze erst in neuerer Zeit eingefhrt ist und
ausgezeichnete Ertrge bringt. Die Ausfuhr betrgt hier jhrlich 100000
kg, in Mexiko etwa 60000 kg. Das Kilogramm hat im Grohandel einen Wert
von 8-10 Mk.

In Deutsch-Ostafrika, Kamerun, Togo und Samoa sind ebenfalls
Anbauversuche gemacht, die besonders fr Ostafrika aussichtsreich
erscheinen. Obgleich hier die Kulturen noch ganz in den Anfngen sind,
lieferte das Jahr 1906 doch schon eine Ernte von 196 kg im Werte von
4500 Mk.

[Illustration: Tafel 11.

Vanille (_Vanilla planifolia_).

a) Zweig mit Blten, 1/4 nat. Gr.

b) Schotenfrmige Frucht, 1/3 nat. Gr.]


Zimt

(Tafel 12).

Die Heimat des Zimtbaumes ist Ceylon (Cinnamomum ceylanicum). Der Baum
wird bis 10 m hoch; die ste sind knotig und stehen fast wagerecht, die
Rinde graubraun, innen gelblichrot. Fast alle Teile des Baumes sind dem
Menschen ntzlich: Aus den Wurzeln kann Kampfer gewonnen werden, das
Holz wird in der Tischlerei verwendet, die Bltter und Blten liefern
ein Parfm, die Wurzelschlinge Spazierstcke; das wichtigste ist aber
die Rinde: sie gibt uns das bekannte Gewrz. Zur Gewinnung der Rinde
werden die Bume im Alter von 3-4 Jahren etwa 10-15 cm ber dem Boden
abgeschnitten; die Rinde wird dann vom Stamm geschlt, getrocknet,
zubereitet und in alle Welt verschickt. Die abgeschnittenen Baumstmpfe
treiben neue Schlinge, die in 1-1/2 bis 2 Jahren wieder geschnitten
werden knnen. So bleibt der Baum eine Reihe von Jahren hindurch
tragfhig.

Die grten Zimtkulturen hat Ceylon. Von hier wird fast der gesamte
Zimtbedarf der Erde gedeckt. Die Ausfuhr Ceylons betrug 1896 ber drei
Millionen Pfund.

In Deutsch-Ostafrika und Kamerun hat man Anbauversuche mit Zimtbumen
gemacht. Diese gedeihen gut, haben aber bis jetzt keine nennenswerten
Ertrge gebracht.

[Illustration: Tafel 12.

Zimt (_Cinnamomum ceylanicum_).

a) Zweig, 1/5 nat. Gr.

b) Zweigstck mit abgeschlter Rinde, 4/5 nat. Gr.

c) "Zimtstange", d. i. getrocknete Rinde, 4/5 nat. Gr.]


Zuckerrohr

(Tafel 13).

Das Zuckerrohr ist ein 3-6 m hohes Gras mit starken, knotigen Halmen,
die 3-5 cm Durchmesser haben. Die Blte bildet eine Rispe; in
kultiviertem Zustande kommt die Pflanze selten zur Blte; das Bemhen
des Pflanzers geht dahin, das Blhen und Samentragen berhaupt zu
unterdrcken, damit die brigen Teile der Pflanze sich um so krftiger
entwickeln knnen. Die Fortpflanzung geschieht durch Stecklinge, die aus
dem Halm geschnitten werden.

Das Zuckerrohr gedeiht am besten in feuchtwarmem Klima; sehr geeignet
sind fr den Anbau Inseln und Kstenstrecken. Es kommt in tropischem und
subtropischem, zum Teil sogar noch in gemigtem Klima fort.

Zur Zuckerbereitung dienen nur die Halme; diese schneidet man, wenn das
Rohr reif ist, am Grunde ab; die Bltter werden ebenfalls entfernt und
darauf die Stengel in Bndel gebunden und in die Fabrik gefahren, wo sie
auf groen Mhlen zermahlen und der Saft ausgepret wird. Dieser Saft
wird nun auf das sorgfltigste gereinigt, gekocht und zuletzt
kristallisiert.

Die grten Zuckerrohr-Pflanzungen sind in Amerika (Nord, Mittel und
Sd) und Westindien, ferner im sdlichen Asien, den Sundainseln,
Australien, gypten und Mauritius. -- In unsern afrikanischen Kolonien
wird Zuckerrohr ganz allgemein von den Eingebornen zum eignen Gebrauch
angebaut. In Ostafrika, besonders am unteren Pangani, hat diese Kultur
schon frher unter dem Einflu der Araber eine grere Ausdehnung
angenommen; es gab dort eine ganze Anzahl kleinerer Zuckerfabriken. In
den letzten Jahren ist die Fabrikation und damit auch der Anbau
zurckgegangen, weil die Araber den Verlust der unbezahlten
Sklavenarbeit nicht verschmerzen knnen und sie zur Anstellung freier
Arbeiter weder Energie noch Kapital besitzen. Es ist aber denkbar, da
die Zuckerindustrie hier einen neuen Aufschwung nimmt, wenn sie in
europische Hnde gelangt. Im Jahre 1906 fhrte Ostafrika Rohrzucker aus
im Werte von 70000 Mk., 1907 38000 Mk., 1903 dagegen noch fr 200000 Mk.

Die Gesamteinfuhr Deutschlands an Rohrzucker ist schwer festzustellen,
da in den Statistiken Rohr- und Rbenzucker nicht getrennt werden. Die
Weltproduktion an Rohrzucker betrgt jhrl. an 3400000 Tonnen ( 1000
kg), davon erzeugt Amerika 2100000, Asien 762000, Afrika 334000 Tonnen.

[Illustration: Tafel 13.

Zuckerrohr (_Saccharum officinarum_).

a) Bltenlose Kulturform, 1/25 nat. Gr.

b) Blhende Pflanze, 1/35 nat. Gr.]


Pfeffer

(Tafel 14).

Es gibt 10-12 verschiedene Gewrzpflanzen, die alle den gemeinsamen
Namen Pfeffer tragen. Die meisten derselben sind Strucher, teils
freistehend, teils kletternd. Die in Europa am meisten zur Verwendung
kommenden Arten sind der weie und der schwarze Pfeffer, beide das
Produkt derselben Pflanze (Piper nigrum), ersterer geschlt, letzterer
ungeschlt; diese beiden werden auch "gewhnlicher Pfeffer"
genannt -- und der rote Pfeffer (spanischer Pfeffer, Cayennepfeffer,
Capsicum). Der gewhnliche Pfeffer wird hauptschlich in Indien und auf
den Sundainseln angebaut. Diese Lnder bringen jhrlich ber 30
Millionen Kilo Pfeffer auf den Weltmarkt.

Der rote Pfeffer ist auch in den deutsch-afrikanischen Kolonien berall
anzutreffen und wird von den Eingebornen, die gern stark gepfefferte
Speisen essen, fleiig gebaut. Man ist von seiten der Europer der
planmigen Kultur in grerem Umfange noch nicht nher getreten; diese
drfte aber lohnend sein, da der Pfefferstrauch leicht fortkommt und
fast keine Pflege verlangt. In Sansibar hat sich seit lnger als 30
Jahren eine Ausfuhr in diesem Artikel entwickelt. Auch von Sierra Leone
in Westafrika werden jhrlich gegen 10000 Pfund Pfeffer verschifft.

Neben dem roten Pfeffer kommen in unsern afrikanischen Kolonien noch der
Malagettapfeffer (Paradieskrner, Guineakrner), der Aschantipfeffer und
Xylopia aethiopica, ein Baumpfeffer, vor, die alle fr den auswrtigen
Handel noch Bedeutung erlangen knnen. -- In neuerer Zeit versucht man
auch den indischen Pfeffer auf den Karolineninseln anzubauen.

Deutschland verbraucht jhrlich fr fast 7 Millionen Mark Pfeffer.

[Illustration: Tafel 14.

Pfeffer (_Piper nigrum_).

Teil einer Pflanze, an einem Baumstamm emporkletternd, 4/5 nat. Gr.]


Ingwer

(Tafel 15).

Ingwer wird gewonnen aus den Wurzelstcken einer Pflanze der Gattung
Zingiber, deren Heimat Ostindien ist. Von den Indiern wird die Pflanze
auch seit unvordenklichen Zeiten kultiviert.

Der knotige Wurzelstock wird etwa daumendick und ist in frischem
Zustande fleischig. Die Stengel erreichen eine Hhe von 1-2 m; sie sind
schilfartig und mit zwei Reihen langer, gerader Bltter besetzt. Die
Blten sind klein, wei mit roten Streifen.

Der Ingwer gedeiht in den Tropen; hohe Sonnenwrme, starke
Luftfeuchtigkeit und ein lockerer Boden sagen ihm am besten zu. Die
Fortpflanzung geschieht wie bei der Kartoffel durch den Wurzelstock, der
zu diesem Zweck in kleine Stcke zerschnitten wird; jedes Stck, das mit
Augen versehen sein mu, liefert eine neue Pflanze. Diese braucht 9-10
Monate, bis sie ausgewachsen ist. Dann werden die Wurzelknollen
ausgegraben oder -gepflgt, gereinigt und auf mannigfache Art verwendet.
Die Wurzeln smtlicher Ingwerarten dienen als Arznei und Gewrz und
bilden in steigendem Mae einen Ausfuhrartikel nach Europa. Der
gezuckerte Ingwer, eine bekannte Delikatesse, wird aus den noch weichen,
halbreifen Knollen gewonnen. Diese werden, nachdem sie gereinigt sind,
ganz weich gekocht, 2-3 Tage in kaltes, frisches Wasser gelegt und
darauf mit kochendem Sirup zweimal nacheinander bergossen. Sind die
Stcke gehrig getrocknet, so werden sie verpackt und gelangen in den
Handel.

Noch viel grer ist aber der Verbrauch an Ingwer in den
Erzeugungslndern; er steht dort als Gewrz im Range meist dem Pfeffer
gleich. In Sdasien gilt der Ingwer fr so unentbehrlich wie das
tgliche Brot, da man dort glaubt, die inneren Organe des menschlichen
Krpers knnten ihre Ttigkeit nicht ausben, ohne tglich durch den
Genu von Ingwer gestrkt zu werden.

Das Hauptproduktionsland fr Ingwer ist Britisch-Indien, das jhrlich
ber 10 Millionen Pfund ausfhrt (Wert etwa 2500000 Rupien). Von Indien
hat sich aber die Kultur fast auf alle Tropengebiete ausgedehnt. So
brachte Jamaica 1897 1234000 Pfd. im Wert von 660000 Mk. hervor. Auch im
tropischen Afrika wird Ingwer vielfach von den Eingebornen angebaut und
gedeiht vorzglich. Nicht selten trifft man ihn verwildert an. Sierra
Leone fhrte in den achtziger Jahren noch 1500000 Pfund aus; in den
letzten Jahren ist die Ausfuhr hier gesunken. England, das den Ingwer in
erster Linie zur Herstellung des Ingwerbieres verwendet, fhrt jhrlich
mehr als 100000 Zentner Ingwer ein im Werte von etwa 3500000 Mk.,
Hamburg etwa 633000 kg.

Man darf hofften, da auch in unsern deutschen afrikanischen Kolonien
die Ingwerkultur bald in grerem Mastabe aufgenommen wird, da sie gute
Aussichten bietet. In Ostafrika ist durch Versuche festgestellt worden,
da sie durchaus befriedigende Qualitten liefert.

[Illustration: Tafel 15.

Ingwer (_Zingiber officinale_).

a) Ganze Pflanze, 1/4 nat. Gr.

b) Wurzelstock, 4/5 nat. Gr.]


Tabak

(Tafel 16).

Es gibt etwa fnfzig verschiedene Arten der zur Familie der Solanaceen
gehrigen Tabakpflanze. Die meisten von ihnen sind in Amerika heimisch.
Fr den Anbau des Tabaks kommen aber eigentlich nur zwei Arten in
Betracht: der rtlich blhende echte oder gemeine Tabak (Nicotiana
tabacum), auch amerikanischer Tabak genannt, und der gelblich blhende
Bauerntabak (Nicotiana rustica), auch syrischer Tabak geheien, weil er
in diesem Lande am besten gedeiht und sehr viel angebaut wird. Aus
diesen beiden Arten haben sich aber wieder durch Verschiedenheit von
Klima und Boden eine ganze Reihe von Spielarten herausgebildet.

In Amerika und Europa wird fast nur der gemeine oder echte Tabak
angebaut. Dies ist eine einjhrige Pflanze mit geradem Stengel, der bis
2 m lang wird. Die lanzettlichen Bltter sind oben dunkel-, unten
hellgrn; am Fue des Stengels werden sie bis 50 cm lang und 10-15 cm
breit, nach oben hin verkleinern sie sich. Jede Pflanze hat etwa 10-20
Bltter. Die Blten sind trichterfrmig und stehen in Rispen.

Der Tabak gedeiht in der tropischen und auch in den wrmeren Teilen der
gemigten Zone. Er bedarf einer mglichst gleichmigen
Luftfeuchtigkeit; starke Regenflle schaden der Entwicklung der Bltter;
ebenso ist ihm stehendes Wasser sehr nachteilig. Der Boden mu deshalb
leicht durchlssig sein. Die Fortpflanzung geschieht durch Samen, die in
Beete gest und deren Pflnzlinge spter aufs Feld verpflanzt werden.
Der Anbau des Tabaks erfordert groe Sorgfalt und Pflege. Das Wertvolle
der Tabakpflanze sind ihre Bltter; auf deren gnstige Entwicklung mu
deshalb alle Mhe verwendet werden. Die reifen Bltter oder die ganzen
Pflanzen werden abgeschnitten, in Bndel gebunden und getrocknet,
entweder an der freien Luft oder durch Feuerwrme in Trockenhusern.
Dann werden die Bltter vom Stengel abgebrochen und dabei zugleich nach
ihrer Qualitt sortiert. Die sortierten Bltter werden wieder je zu
kleinen Bndeln vereinigt und so zum Gren in geschlossenen Rumen zu
greren Haufen aufeinander geschichtet. Nachdem darauf die Bndel
wieder gelftet und abgetrocknet sind, sind sie fertig zum Verpacken in
Fsser und zum Versand. Fr Deutschland ist Bremen ein Haupthandelsort
fr Tabak. In Bremen und Umgegend gibt es die grten Tabak- und
Zigarrenfabriken Europas.

Der Verbrauch von Tabak und dementsprechend auch sein Anbau ist ein
ganz bedeutender. Mitte der achtziger Jahre betrug die Gesamterzeugung
an Tabak auf der ganzen Erde 542000000 kg, davon entfallen auf
die Vereinigten Staaten von Nordamerika 222 Millionen, auf
Britisch-Ostindien 170 Millionen kg (Deutschland 40 Millionen kg).
Deutschland fhrte 1906 fr 102 Millionen Mk. unbearbeiteter
Tabakbltter ein. Auf den Kopf der Bevlkerung kommen bei uns jhrlich
fast 2 kg Tabak.

In den deutschen Kolonien wird Tabak vielfach von den Eingebornen
angebaut, allerdings nicht einmal soviel, da er ihren eigenen Bedarf
deckt. Aber auch die Europer haben seine Kultur in grerem Mastabe in
die Hand zu nehmen versucht. Aus Ostafrika wurden 1906 28800 kg im Werte
von 27500 Mk. (1907 fr 60000 Mk.) nach Sansibar ausgefhrt, die aber
zumeist von Eingebornen fr Eingeborne erzeugt wurden. In Kamerun werden
gegenwrtig Kulturversuche mit Havana-Tabak gemacht. Auf Neu-Guinea gab
es Tabakpflanzungen greren Umfangs; da aber die Arbeiterverhltnisse
ungnstige waren, sind sie zum grten Teil wieder eingegangen. Die
Ausfuhr ist bis jetzt gering. So verschiffte Samoa 1906 683 kg im Werte
von 2049 Mk. (1907 fr 3000 Mk.), die Westkarolinen 90 kg (290 Mk.),
1907 1500 kg (3000 Mk.), die Marianen 616 kg (903 Mk.); zusammen aus den
deutschen Kolonien 30189 kg im Werte von 30742 Mk. (1907: 67000 Mk.).

[Illustration: Tafel 16.

Tabak (_Nicotiana tabacum_).]




V. lfrchte.


lpalme

(Tafel 17).

Die lpalme (Elaeis guineensis) ist ein fr weite Strecken Westafrikas
charakteristischer Baum. Sie wird 10-20 m hoch und hat eine schne,
breite Krone aus Fiederblttern. Die Bltter oder Wedel, deren 20-25 an
einem Baum sitzen, erreichen eine Lnge von 4-6 m, die einzelnen Fieder
sind bis 1 m lang. Die absterbenden Wedel fallen vom Baum ab, lassen
aber eine Narbe zurck. Jeder Baum trgt mnnliche und weibliche
Bltenkolben. Der Fruchtstand sieht einer riesigen Traube nicht
unhnlich, er wird bis 50 kg schwer und enthlt 1500-2000 rote oder
rotbraune Frchte, die in ihrem Innern einen harten Kern in Gestalt
einer Haselnu bergen. Die Palmfrucht besteht aus dem ueren faserigen
Fruchtfleisch, der Kern entspricht dem unserer Pflaumen. -- Im 6. bis 8.
Jahre seines Alters beginnt der Baum zu tragen, etwa mit dem 10. Jahre
erreicht er seine volle Tragkraft, die bis zum 40.-50. Jahre anhlt.

Sind die Palmnsse reif, so wird der ganze Fruchtstand abgehauen, die
einzelnen Frchte werden ausgebrochen und deren ueres Fleisch wird
getrennt. Dies geschieht, indem sie in Wasser gekocht oder durch Liegen
in der Sonne erweicht und darauf in Mrsern gestampft werden. Hierbei
lst sich das Fleisch von dem Kern und zugleich tritt das l, das in
dem Fruchtfleisch enthalten ist, heraus. Dies l (Palml) wird teils
von den Eingebornen im Haushalt verwendet, teils an die europischen
Faktoreien verkauft. Aber auch die brig bleibenden Kerne enthalten ein
l (Palmkernl), das sogar noch wertvoller ist als das des Fleisches.
Dies wird von den Eingebornen auf sehr primitive Weise durch Aufklopfen
der Kerne und Auspressen des Samens gewonnen; der weitaus grte Teil
der Kerne gelangt aber in den europischen Handel. Die lgewinnung aus
diesen geschieht dann in Europa mittels eigens dazu konstruierter
Maschinen. Neuerdings bewirkt man mancherorts auch das Abschlen
des Fruchtfleisches durch Maschinen, die in Afrika an den
Produktionsmittelpunkten aufgestellt werden.

Der Verbrauch an Palml in der heimischen Industrie ist ein ganz
bedeutender. Es wird hauptschlich verwendet zur Seifen- und
Kerzenbereitung und zur Herstellung von Kunstbutter.

Die Abflle bei der lbereitung, Palmkuchen genannt, geben ein
ausgezeichnetes Viehfutter. In ihren Heimatlndern bildet die lpalme
fr die Eingebornen eine der wichtigsten Pflanzen. Das l dient ihnen
als Speise (Palmlsuppe), zur Beleuchtung, zum Einreiben des Krpers,
als Arznei, aus dem Stamm gewinnen sie Palmwein, die Blattrippen liefern
Material fr den Hausbau, zur Bedachung, zur Herstellung von Tren und
Fenstern, aus den Blttern werden Krbe geflochten.

Die Heimat der lpalme ist das tropische Westafrika. Ihre
Verbreitung erstreckt sich von Senegambien bis an die Nordgrenze
Deutsch-Sdwestafrikas. Man findet sie auerdem, wenn auch nicht in so
groen Bestnden, im inneren Sudan und in Ostafrika. In Westafrika
bildet sie mancherorts weit sich erstreckende Wlder. Eigentlich
angebaut wird sie selten; in der Regel beschrnken sich die Eingebornen
darauf, vor Beginn der Regenzeit die berflssigen Wedel mit dem
Buschmesser zu entfernen und die ganze Krone durch Ausbrennen von
Ungeziefer etc. zu reinigen. Doch werden in Gegenden, wo die Palme nicht
so hufig ist oder wo sie sich stark zu verringern droht, von den
Eingebornen Saatbeete angelegt und die jungen Pflnzlinge im
beschatteten Buschwalde ausgepflanzt.

Unsere Kolonien Togo und Kamerun besitzen in ihren ausgedehnten
lpalmwaldungen einen groen Reichtum. Die ganze lgewinnung ist bis
jetzt ausschlielich ein Produkt der Eingebornenarbeit; die Ttigkeit
des Europers beschrnkt sich darauf, das l und die Kerne den Negern
abzukaufen. Da aber, wie schon erwhnt, zur Gewinnung des Palmweines
wenigstens in groen Teilen Westafrikas die Palmen gefllt werden, droht
in absehbarer Zeit eine erhebliche Verringerung der Bestnde. Um dem zu
begegnen, will die Regierung den Baum jetzt an geeigneten Stellen
anpflanzen. Zur Hebung der Ausfuhr dieses wertvollen Artikels ist noch
wichtiger der Bau von Eisenbahnen, da aus Mangel an Befrderungsmitteln
groe Mengen Kerne im Innern der Kolonien zugrunde gehen. Deutschland
fhrte an Produkten der lpalme ein im Jahre 1906:

[Illustration: Tafel 17.

lpalme (_Elaeis guineensis_).

a) Jngere Palme, 1/50 nat. Gr.

b) Fruchtstand mit reifen Frchten, 1/13 nat. Gr.

c) Reife Frucht, 4/5 nat. Gr.

d) Der noch von der Steinschicht, die oben zwei Keimlcher zeigt,
umgebene Kern, 4/5 nat. Gr.]

            Palml     fr  3765000 Mk.
            Palmkernl  "    103000  "
            Palmkerne   "  34301000  "
            -------------------------
            Zusammen       38169000 Mk.

(Davon wurden wieder ausgefhrt nach anderen europischen Lndern und
Nordamerika an Palmkernl fr 11 Millionen Mk.).

Die Ausfuhr unserer Kolonien betrug 1906 aus

  a. Kamerun:
      Palmkerne 2000000 Mk. 1907: 2854000 Mk.
      Palml    1000000  "  1907: 1328000  "
  b. Togo:
      Palmkerne  680000 Mk. 1907:  981000 Mk.
      Palml     180000  "  1907:  418000  "
      --------------------------------------
      Zusammen  3860000 Mk. 1907: 5581000 Mk.


Kokospalme

(Tafel 18).

Die Kokospalme (Cocos nucifera) ist wie die lpalme ein Baum der Tropen.
Ihre Heimat ist wahrscheinlich das sdliche Amerika; sie hat sich aber
von da fast ber das ganze Tropengebiet verbreitet, sehr oft wohl ohne
Zutun der Menschen; da sie nmlich am besten am Meeresufer gedeiht und
daher hier auch am hufigsten vorkommt, werden ihre Frchte leicht durch
die Meeresstrmung an fremde Gestade getrieben und pflanzen sich dort
fort. Ein warmes, sonniges Seeklima sagt der Kokospalme am besten zu.
Besonders auf den Inseln der Sdsee wchst sie ausgezeichnet. Doch
gedeiht sie auch gut an den Ksten Sdamerikas und des tropischen Asien
und Afrika. Im Binnenlande ist ihr Anbau selten eintrglich.

Die Kokospalme hat einen bis 20 m langen, schlanken Stamm, der aber
meist von der starken Seebrise etwas gebeugt ist. Die Blattwedel und die
einzelnen Blattfiedern sind strker als die der lpalme. Mnnliche und
weibliche Blten sitzen an demselben Bltenstande. Aus den weiblichen
entwickeln sich die Frchte, die ausgewachsen manchmal kopfgro sind.
Die Kokospalme zeigt oft an demselben Baum gleichzeitig fast alle
Entwicklungsstufen der Fruchtbildung von der Blte bis zur
ausgewachsenen Nu. Die Frucht besteht aus einer glnzend grnen Haut,
einem dicken, faserigen Gewebe und der steinharten, eigentlichen Nu;
in ihr findet sich anfangs ein dnnmilchiger Saft, aus dem sich mit dem
Reifwerden das harte Samenfleisch bildet.

Die Eingebornen der Tropen pflanzen die Kokospalme gern in oder bei
ihren Drfern an, meist aber in kleineren Bestnden, seltener als
grere Pflanzungen. Diese werden in der Regel von Europern angelegt.
-- Die Aussaat geschieht durch Nsse, die in der Regel zuerst in
Saatbeete gelegt werden. Die Pflanze gebraucht 7 bis 10 Jahre, bis sie
anfngt, Frchte zu tragen. Die volle Tragfhigkeit tritt meistens erst
im 12. Jahre ein und dauert bis zum 60.-80. Jahre. Jhrlich 4-6 mal
werden die Nsse geerntet. Auf einen Baum rechnet man jhrlich 60-80
Nsse.

Die Verwendung der Kokosnu ist eine sehr mannigfaltige. Die Milch der
jungen Frchte ist ein erfrischendes Getrnk; das Nhrgewebe der reifen
Nu ist nicht nur fr die Eingebornen ein wichtiges Nahrungsmittel,
sondern auch ein bedeutender Handelsartikel. Zur Gewinnung desselben
wird der harte Kern von der Faserhlle der Frucht befreit,
aufgeschlagen, das innere weie Fleisch heraus- und in Stcke
geschnitten. Die getrockneten Stcke heien Kopra. Sie bildet einen
bedeutenden Ausfuhrgegenstand. Die Kopra wird in europischen Fabriken
zu Brei zermahlen und dann aus diesem l und Fett gepret.

Kokosl wird wie Palml hauptschlich zur Herstellung von Kerzen und
Seifen verwendet. Kokosseife ist die einzige, die auch im Seewasser
schumt; sie ist deshalb bei Seeleuten sehr beliebt. Ein Teil des Fettes
kommt als Kokosbutter und Palmin in den Handel und wird namentlich zum
Backen als Ersatz fr die teure Milchbutter verwendet. Die Rckstnde
bei der lgewinnung bilden als Kokoskuchen ein vorzgliches
Futtermittel. Aus der harten Schale der Nu schnitzen die Eingebornen
Trinkgefe und allerlei Ziergerte. Auch in Europa werden sie vielfach
zu Drechslerarbeiten verwendet. Die dicke, faserige Hlle der Nu wird
in der Industrie auf mannigfache Weise verwertet, zu Tauen, Matten,
Lufern, Teppichen, Brsten, Besen, Pinseln etc. Das Holz der alten
Bume ist zur Herstellung feiner Mbel sehr geschtzt und wird besonders
nach England viel eingefhrt.

[Illustration: Tafel 18.

Kokospalme (_Cocos nucifera_).

a) Palme mit Frchten.

b) Ganze Frucht, geffnet, um die dnne Auen-, die faserige Mittel- und
die hier nicht geffnete, steinharte Innenschicht der Fruchtschale zu
zeigen, 1/8 nat. Gr.

c) Kern, durchschnitten, von der steinharten Innenschicht der
Fruchtschale umgeben; der Kern umschliet hohlkugelfrmig die
Kokosmilch.]

In allen unsern Tropenkolonien wird die Kokospalme angebaut. Die
grten und wertvollsten Bestnde besitzen die Sdsee-Inseln, wo sich
neben den groen Besitzungen der Eingebornen auch europisch
geleitete Kokospflanzungen befinden. Auch an den Kstenstrichen
Deutsch-Ostafrikas, Togos und Kameruns gedeiht die Kokospalme, sie wird
hier aber fast nur von Eingebornen kultiviert, in ganz unbedeutenden
Mengen auf europischen Pflanzungen; fast die ganze Kopraausfuhr
Ostafrikas und Togos sind Eingebornenprodukt. In Ostafrika sind
allerdings ziemlich bedeutende europische Kopraplantagen, sie werden
aber nicht vergrert.

Die Ausfuhr unserer Kolonien im Jahre 1906 zeigt folgende bersicht:

  Samoa            9600000 kg = 2900000 Mk. 1907 = 1560000 Mk.
  Ostkarolinen      625700 "  =  123700  "  1907 =   79000  "
  Westkarolinen     348400 "  =   78000  "  1907 =  116000  "
  Palau             117000 "  =   32900  "  1907 =          "
  Marianen          112400 "  =   33700  "  1907 =          "
  Marshallinseln   2847000 "  =  569000  "  1907 =  407000  "
  Bismarckarch.    4193000 "  = 1375000  "  1907 = 1522000  "
  K. Wilhelmsland   197000 "  =   43300  "  1907 =  285000  "
  D.-Ostafrika     3842000 "  = 1087000  "  1907 = 1345000  "
  Togo               28000 "  =    7500  "  1907 =   11000  "
    Auerdem im ganzen Nsse
    fr reichlich                  6000  "  1907 =    5000  "
                            -----------------------------------
                      Zusammen  6256100 Mk. 1907 = 5350000 Mk.

Die Gesamteinfuhr Deutschlands an Kopra betrug 16878000 Mk.; also knnen
wir schon jetzt mehr als ein Drittel unseres Koprabedarfes aus unsern
eigenen Kolonien decken.


Schibutter

(Tafel 19).

Der Schibaum (Butyrospermum Parkii) ist im Sudan heimisch. Hier findet
er sich vom uersten Westen -- Senegambien -- bis an die Ufer des Nil,
meist im lichten Buschwald. Der Stamm ist rauh, reich verstelt und hat
eine breite, aber nicht dichte Krone. Die Frucht hat die Form einer
Pflaume. Die uere Schicht besteht aus einem weichen, wohlschmeckenden
Fleisch, das von den Eingebornen gern gegessen wird. Unter dem Fleisch
liegt der von einer hellgelb-braunen Schale eingeschlossene Kern; er ist
in seiner Form der Eichel hnlich, aber grer. Der Hauptwert der
Pflanze beruht eben in diesem Kern, der einen sehr reichen Fettgehalt
besitzt. Dies Fett ist die "Schibutter", von den Franzosen Karit oder
Galam genannt.

Die reifen Frchte werden von den Eingebornen gepflckt. Durch Klopfen
wird die Schale abgetrennt; darauf zerstampft und kocht man die Kerne,
wobei das Fett sich sondert und von der Flssigkeit abgeschpft werden
kann. Die Eingebornen Afrikas gebrauchen das Fett im Haushalt zum
Backen, Kochen, Einreiben des Krpers etc. In der europischen Industrie
dient es zur Herstellung von Kerzen und Seife. Es ist hierzu so geeignet
wie das Palml, vor dem es noch den Vorzug hat, da es nicht gebleicht
zu werden braucht.

In Togo und Kamerun kommt der Schibaum in den Steppen berall wild vor.
Die Eingebornen bauen ihn nicht an, weil die wilden Bestnde ihrem
Bedarf vollstndig gengen. Der Absatz an die europischen Faktoreien
lohnt sich in den meisten Fllen schlecht, weil der Baum vorzugsweise im
Innern vorkommt und der Transport an die Kste durch Trger viel zu
teuer ist. Es ist sehr wahrscheinlich, da mit den besseren
Transportmitteln und der strkeren Nachfrage auch das Angebot an
Schinssen sich steigern wrde. Der Anbau des Baumes wrde den
Eingebornen keine Schwierigkeiten machen, zumal er mit sparsamem Boden
und geringer Feuchtigkeit vorlieb nimmt.

Die Ausfuhr betrug 1906 aus Togo 42333 kg, Wert 28534 Mk., aus
Deutsch-Ostafrika fr etwa 200 Mk.

[Illustration: Tafel 19.

Schibutter _(Butyrospermum Parkii)_.

a) Zweig mit Blten, 1/4 nat. Gr.

b) Frucht, 4/5 nat. Gr.

c) Geffnete Frucht, Fruchtfleisch und Kern zeigend, 4/5 nat. Gr.]


Erdnu

(Tafel 20).

Die Erdnu (Arachis hypogaea) gehrt zur Familie der Leguminosen; ihre
Heimat ist wahrscheinlich Brasilien, sie wird aber seit Jahrhunderten in
fast allen tropischen Lndern angebaut.

Die Erdnupflanze bildet ein niedriges, sich am Boden ausbreitendes
Kraut mit dreizhligen Blttern und gelber Blte. Sobald diese
abgefallen ist, wchst der Bltenstiel, an dessen Ende der Fruchtknoten
sitzt, in den Erdboden hinein, wo sich dann die Frucht bildet. Diese
besteht aus einer in der Mitte etwas eingeschnrten Hlle mit
netzartiger Oberflche, in der zwei fast bohnengroe Samen liegen.

Die Erdnu wird von den Eingebornen der meisten Tropenlnder fleiig
angebaut, da sie ein wichtiges Nahrungsmittel bildet. Sie ist mit
magerem, selbst sandigem Boden zufrieden und gedeiht auch ohne groe
Feuchtigkeit. Man pflanzt sie gewhnlich im Beginn der Regenzeit. Die
jungen Pflanzen mssen von Unkraut freigehalten werden. Bei der Ernte
wird der Boden leicht mit der Hacke oder einem andern Gert gelockert
und die Wurzeln mit den anhngenden Frchten vorsichtig ausgehoben.

Die Samen oder "Nsse" werden gerstet, gekocht oder gemahlen und
gebacken von den Eingebornen gegessen. In den europischen Handel kommen
sie wegen des ausgezeichneten les, das sie enthalten. Dieses dient in
erster Linie zur Seifebereitung, daneben findet ein groer Teil als
Speisel Verwendung, meist mit Olivenl gemischt, dessen herber
Geschmack durch das milde Erdnul gelindert wird. Dies gemischte
Speisel kommt unter dem Namen Olivenl oder Tafell in den Handel. In
der Regel werden die Erdnsse dreimal ausgepret. Die erste Pressung
liefert das feinste Tafell, die zweite l zur Seifebereitung, die
dritte Schmierl. Die Rckstnde bilden dann noch als lkuchen oder
Futterkuchen ein nahrhaftes Viehfutter. Auch das Erdnustroh wird vom
Vieh sehr gern gefressen.

Der europische Grohandel bezieht seinen Bedarf an Erdnssen zum
weitaus grten Teil aus Westafrika, erst in 2. Linie kommen Ostindien
und Sdamerika fr die Ausfuhr in Betracht. Bemerkenswert ist die
Tatsache, da fast die gesamte Erdnukultur Westafrikas in den Hnden
der Eingebornen liegt, also ein Erzeugnis freiwilliger und selbstndiger
Negerarbeit ist. Um welche Summen es sich dabei handelt, zeigen folgende
Zahlen: 1837 betrug die Erdnuausfuhr aus Senegambien 670000 kg, 1897
76000000 kg im Werte von etwa 15000000 Mk. Sierra Leone verschifft
jhrlich etwa 30000 kg, Oberguinea etwa 10000000 kg (1840: 1200 kg).

In Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika ist der Anbau der Erdnu seit
langem bekannt, und es ist zweifellos, da ihre Kultur wegen der
geringen Anbauschwierigkeiten und der groen Ergiebigkeit binnen kurzem
einen bedeutenden Aufschwung nehmen wird. So haben sich im letzten Jahre
in Togo die Anpflanzungen der Eingebornen fast vervierfacht, und es ist
fr dies Jahr schon eine bedeutende Ausfuhr von dort zu erwarten. -- In
den deutschen Kolonien ist brigens auch der Anbau der Erdnsse
ausschlielich Volkskultur der Eingebornen.

Es fhrten aus 1906:

          Ostafrika 2800000 kg -- 377000 Mk.
          Togo        88000 "  --  11000  "
          Kamerun      3000 "  --    200  "
                            -----------------
                      Zusammen    388200 Mk.

In Togo ist auch die Ausfuhr dieses Produktes im Jahr 1907 ganz
bedeutend gestiegen, und zwar auf 338000 kg im Wert von fast 40000 Mk.

Die Erdnueinfuhr Deutschlands ist nicht sehr bedeutend, fast die
gesamte Ernte wird nach Sdfrankreich (Marseille) geschickt und von dort
das gewonnene l oder die lprodukte weiter in den Handel gebracht.

[Illustration: Tafel 20.

Erdnu (_Arachis hypogaea_).

a) Pflanze mit Blten und Frchten, 1/4 nat. Gr.

b) Frucht, 4/5 nat. Gr.

c) Zwei Samen, 4/5 nat. Gr.]


Sesam

(Tafel 21).

Sesam ist eine Pflanze, die unserm Fingerhut hnlich sieht. Sie erreicht
eine Hhe von etwa einem Meter, hat abwechselnd stehende, lngliche
Bltter und kleine, weie oder rtliche Blten, aus denen sich eine
zweifcherige Fruchtkapsel mit zahlreichen Samen entwickelt. Die Samen
sind klein, platt und je nach der Abart wei, gelb, rot, braun oder
schwarz.

Das Sesam ist eine uralte Kulturpflanze, die seit unvordenklichen Zeiten
in Indien angebaut wird. Auch in Vorderasien, China und in Ostafrika
bildet sie eine wichtige Nutzpflanze. Auerdem kommt sie in Westafrika
vor und neuerdings sogar in Amerika. Sie hat also fast das ganze Gebiet
der Tropen und Halbtropen erobert. Sesam gedeiht am besten in mglichst
gleichmig warmem Klima auf leichtem, lehmig-sandigem Boden. Sein Anbau
erfordert keine groe Mhe und bringt in der Regel reiche Ertrge. Die
ganze Kultur der Pflanze liegt in den Hnden der Eingebornen.

Die Samen werden in den Anbaulndern der Pflanze als Brotkorn benutzt,
oder es wird das in ihnen enthaltene l ausgepret und im Haushalt als
Speisel und zur Beleuchtung verwendet. Fr den europischen Handel
kommt nur das Sesaml in Betracht. Meistens wird der Samen nach Europa
verschifft und hier erst das l ausgepret. Der weitaus grte Teil der
Ernte geht nach Marseille; hier befinden sich groe Sesampressen, in
denen das l gewonnen wird. -- Das Sesaml findet Verwendung bei der
Kunstbutterbereitung, der Seifenfabrikation und als Verschnitt des
Olivenls. Die Rckstnde liefern Viehfutter.

Ostindien fhrt jhrlich gegen 2 Millionen Zentner Sesamsamen und 300000
Gallonen Sesaml aus; auch die Ausfuhr aus China und Vorderindien ist
betrchtlich. Daneben ist noch die Produktion Westafrikas von Bedeutung,
namentlich in Senegambien und dem Hinterland von Lagos. Letztere Stadt
fhrte in den neunziger Jahren jhrlich bis zu 700000 kg im Wert von
100000 Mk. aus.

Ostafrika scheint bis jetzt die einzige deutsche Kolonie zu sein, in der
Sesam in grerer Menge angebaut wird, und zwar hauptschlich in den
Bezirken Lindi und Daressalam. Der Anbau geschieht nur durch Eingeborne.
1906 fhrte Ostafrika aus: 532000 kg im Wert von 113000 Mk. Die Ernte
des Jahres 1904 hatte einen Wert von mehr als 374000 Mk. (1907: 131000
Mk.).

Deutschlands gesamte Sesameinfuhr betrgt jhrlich 61500000 Tonnen mit
15 Millionen Mark Wert.

[Illustration: Tafel 21.

Sesam (_Sesamum indicum_).

a) Teil einer Pflanze.

b) Frucht.]


Telfairia pedata (Talerkrbis)

(Tafel 22).

Im tropischen Ostafrika kommt eine riesige Schlingpflanze vor, die sich
an den Bumen des Urwaldes emporrankt. Ihre Frucht hat die Form eines
langen Krbis; in der Frucht liegen, von einer netzartigen Schale
umgeben, runde, platte Samen in Talergre (daher der Name
Talerkrbis). Diese Samen enthalten 59 Prozent guten Tafells. Von den
Eingebornen wird die Pflanze angebaut; die Samen werden roh, gerstet
oder gekocht gegessen; sie enthalten auer dem l viel Eiwei, sind also
hervorragend nahrhaft. Auch in Togo existiert eine verwandte Pflanze mit
hnlichen Frchten.

Die Telfairia wrde, in greren Mengen angebaut, einen sehr wertvollen
Ausfuhrartikel bilden. Zurzeit scheitert ihre Einfhrung in die
europische Industrie daran, da es noch keine Maschine zum Schlen der
Samen gibt, und Schlmaschinen wiederum knnen erst dann gebaut werden,
wenn eine grere, dauernde Anfuhr auf den Markt gesichert ist.




VI. Faserpflanzen.


Baumwolle

(Tafel 23).

Die Baumwolle ist eine der wichtigsten tropischen Kulturpflanzen, da sie
in der Weltindustrie in ungeheuren Mengen verbraucht wird; es ist
deshalb fr eine tropische Kolonie und fr deren Mutterland von groer
wirtschaftlicher Bedeutung, ob Baumwolle in ihr gedeiht oder nicht.

Die Baumwolle gehrt zur Familie der Malvaceen. Ihre Heimat ist das
tropische Asien, Afrika und Amerika. Die Pflanze bildet in der Regel
eine Staude, seltener kommt sie baumartig vor. Der behaarte Stamm ist
reich verstelt, die Bltter sind breit und gelappt, die Blten gelb
oder rtlich, manchmal auch wei. Die Frucht bildet eine Kapsel, die bei
der Reife aufspringt. Sie enthlt schwarze, runde Samen und um diese und
diesen anhngend einen Ballen weicher, meist weier oder gelber Haare,
die Baumwolle, die beim Platzen der Fruchtkapsel dick hervorquellen.

[Illustration: Tafel 22.

Telfairia occidentalis.

a) Oberer Teil einer ganz jungen Pflanze, die Form der Bltter zeigend,
1/4 nat. Gr.

b) Frucht, 1/14 nat. Gr.

c) Same, von der netzartigen Schale befreit, 4/5 nat. Gr.]

Am besten gedeiht die Baumwolle in Niederungen oder im Flachlande mit
gleichmig warmem, nicht zu trockenem Klima. Der Boden darf nicht zu
schwer, mu vielmehr durchlssig sein; Lehmboden sowie eine dicke
Humusschicht sind ihr nachteilig, dagegen verlangt sie einen mglichst
hohen Bodengehalt an Kieselsure. -- Die Fortpflanzung geschieht durch
Samen, die man entweder in Saatbeete oder sogleich auf das Feld st. Es
gibt ein- und mehrjhrige Sorten; letztere tragen 3-5 Jahre, bevor sie
erneuert werden mssen. Durch den Einflu des Klimas und der knstlichen
Zchtung haben sich eine Menge von Spielarten der Baumwolle
herausgebildet, und es ist fr den Pflanzer von grter Wichtigkeit, die
fr sein Feld geeigneten Sorten herauszufinden. Neben dieser richtigen
Artenauswahl spielt die sorgfltige Pflege -- Dngung des Bodens,
Freihaltung der Pflanzen von Unkraut und von Schdlingen -- beim
Gelingen der Pflanzung eine groe Rolle. -- Etwa 2-3 Monate nach dem
Blhen reifen die Kapseln. Jetzt mu die Baumwolle sofort gepflckt
werden. Die nchste Arbeit ist das Entkernen; in einfachster Weise
geschieht dies durch Auszupfen mit der Hand; doch haben selbst die Neger
Afrikas schon eine Vorrichtung erfunden, mittels der das Entfernen der
Samen rascher von statten geht. In europischen Betrieben geschieht das
Entkernen mit der Entkrnungs- oder Ginmaschine, die an den
Mittelpunkten der Baumwollerzeugung, den "Ginstationen" aufgestellt
werden. Die gereinigte Baumwolle wird dann in Ballen gepret und ist
damit fr den Versand fertig. Die weitere Verwendung der Baumwolle zu
Geweben der mannigfachsten Art ist allgemein bekannt. Ein Hauptort fr
den europischen Baumwollgrohandel ist Bremen. Hier und in der Umgegend
gibt es auch groe Baumwollspinnereien und -Webereien.

Die Baumwollernte der ganzen Welt beluft sich auf 3300 Millionen kg im
Werte von etwa 2700 Millionen Mk. Das weitaus bedeutendste Land fr
Baumwollerzeugung ist Nordamerika, besonders die sdlichen der
Vereinigten Staaten; sie liefern nicht weniger als 62,5% der Welternte;
ihm folgen Ostindien mit 15%, China mit fast 8% und gypten mit 7,3%.
Afrika auer gypten liefert 2,1%. -- Der Baumwollverbrauch Deutschlands
stellte fr 1906 einen Wert von 480 Millionen Mark dar.

Von den deutschen Kolonien bieten Ostafrika, Kamerun und Togo,
vielleicht auch Teile der Sdsee-Inseln und der Norden Sdwestafrikas
Aussichten fr den Anbau der Baumwolle. In Ostafrika wird vorzugsweise
in den Bezirken Kilwa, Bagamojo (Rufidji) und Sadani, ferner in Muansa
Baumwolle gepflanzt. In Togo ist die sdliche Kstengegend ungeeignet,
die besten Erfolge haben bis jetzt die Bezirke Misahhe, Atakpame und
Kratschi erzielt, doch wird auch weiter im Norden die Baumwolle von den
Eingebornen angebaut. berhaupt ist sowohl in Ost- als in Westafrika die
Kultur der Baumwolle seit alters bekannt. Die Neger pflanzen sie aber
nicht nur fr ihren eignen Bedarf, sondern fast die gesamte Ausfuhr aus
den Kolonien stammt bis jetzt von den Pflanzungen der Eingebornen. Aus
Togo und Ostafrika wird auerdem bereinstimmend berichtet, da die
Neger ihre Baumwollfelder bestndig vergrern und da in manchen
Gegenden, die sonst keinen Baumwollbau kannten, sich dieser neuerdings
einfhrt. Es ist deshalb zu begren, da die Regierung und das
Kolonialwirtschaftliche Komitee sich bemhen, durch Unterricht und
Anleitung der Eingebornen deren Anbaumethoden zu verbessern, ihnen
diejenigen Arten zugnglich zu machen, die in ihrem Lande reiche und
sichere Ertrge versprechen, und fr lohnenden Absatz zu sorgen. In Togo
hat man mit diesem Vorgehen schon gute Erfolge erzielt: Die
Baumwollkultur der Eingebornen hat sich in den letzten Jahren zwar
langsam, aber stetig gehoben. So wurden z. B. 1904/5 519 Ballen, 1905/6
857, 1906/7 1200 Ballen ausgefhrt, das ist eine Steigerung von 60-1/2%.
(1902: 14000 kg, 1907: 301000 kg.)

Daneben bestehen in Togo und seit neuester Zeit in grerem Umfange in
Ostafrika europisch geleitete Baumwollpflanzungen, die aber bis jetzt
keine bedeutenden Betrge abwerfen.

[Illustration: Tafel 23.

Baumwolle (_Gossypium herbaceum_).

1/8 nat. Gr.]

Unsere koloniale Ausfuhr betrug 1907:

          Deutsch-Ostafrika 1800 Ballen
          Togo              1205    "
          Kamerun              2    "
                            ---------------------
                            3007 Ballen  250 kg.

Das ist ein Wert von etwa 700000 Mk., allerdings ein fast
verschwindender Bruchteil der Gesamtsumme von 480 Millionen Mk., die
Deutschland jhrlich fr Baumwolle ausgibt. Bedenkt man aber, da 1902
unsere Kolonien erst 82 Ballen hervorbrachten, in diesen fnf Jahren
also eine vierzigfache Steigerung erreicht wurde, so ist diese Leistung
doch schon achtungswert. Deutschland wird allerdings wohl kaum jemals im
Stande sein, seinen ganzen Baumwollbedarf aus eigenen Gebieten zu
decken, aber doch wird es in energischer, auch durch schlechtere
Erntejahre nicht entmutigter Fortfhrung dieser Kultur wenigstens eine
gewisse Unabhngigkeit von den Willkrlichkeiten des amerikanischen
Marktes erlangen knnen.

Nach der Berechnung des Kolonialwirtschaftlichen Komitees kann
allerdings durch Einfhrung der Pflugkultur und berhaupt eines in jeder
Hinsicht intensiven Landwirtschaftsbetriebes der Ertrag unserer
kolonialen Baumwollkultur bis auf jhrlich 2-1/2 Millionen Ballen
gesteigert werden. Das wre sogar noch 1 Millionen Ballen mehr, als wir
berhaupt verbrauchen. Diese Berechnung ist zweifellos allzu
optimistisch.


Baumwollsaat.

Die Samen der Baumwollpflanzen werden auf lmhlen gemahlen, wodurch aus
ihnen das Baumwollsaatl gewonnen wird, das in immer steigendem Mae in
der Industrie Verwendung findet. Es dient hauptschlich zur Herstellung
von Kunstbutter und Seife, aber auch, besonders in Nordamerika, als
Speisel; das dort unter dem Namen Olivenl verkaufte Tafell besteht zu
90% aus Baumwollsaatl.

Deutschland fhrt jhrlich fr 25-30 Millionen Mk. Baumwollsaatl ein,
zumeist aus Amerika.


Kapok

(Tafel 24).

Der Kapokbaum, auch Seidenwollbaum genannt, liefert ebenfalls eine Art
Baumwolle. Er gehrt zur Familie der Bombaceen, von der viele Arten in
den Tropen Amerikas, Asiens und Afrikas heimisch sind. Am wertvollsten
fr die Baumwollgewinnung und auch am weitesten verbreitet ist die Art
Ceiba pentandra, auch Eriodendron anfractuosum genannt. Dies ist ein
riesiger Baum mit starkem, geradem Stamm und breiten, oberirdischen
Brettwurzeln. Die Rinde ist an jungen Bumen mit scharfen Stacheln
besetzt. Die Bltter sind fingerfrmig geteilt. Der Baum hat ein sehr
weiches Holz, das aber trotzdem von den Eingebornen mannigfach verwendet
wird. In vielen Gegenden Westafrikas hhlt man den Stamm aus und
gebraucht ihn als Einbaum. Die Frchte des Kapokbaumes sind lnger
gestreckt als die der Baumwolle, mehr gurkenhnlich, sie enthalten wie
diese Samen, die mit einem Bausch von seidigen, weichen Haaren umkleidet
sind. Wegen ihrer Krze und Gltte eignen sie sich wenig zum Spinnen,
sind aber ausgezeichnet als Polstermaterial, wozu sie von den
Eingebornen schon lngst verwendet werden.

Der Baum kommt in Togo, Kamerun, Ostafrika und auf Neuguinea sehr
hufig, und zwar wild vor. Ein Anbau seitens Eingeborner findet nicht
statt, da sie ihren Bedarf von den wilden Bestnden decken knnen.
Dagegen wird er besonders in Neuguinea und Ostafrika von Europern als
Nebenkultur betrieben. Die Kapokausfuhr aus unseren Kolonien ist bis
jetzt gering; es sind aber im letzten Jahre Kapokproben auch aus Togo
nach Deutschland zur Untersuchung geschickt und als sehr wertvoll
bezeichnet worden. Es kann deshalb die Kapok, wenn auch nicht ein
hervorragender, so doch ein nicht unbedeutender Ausfuhrgegenstand aus
unseren Kolonien werden, vor allem, wenn der Baum in Pflege genommen und
angepflanzt wrde, was nicht schwer wre, da er mit einfachem Boden
zufrieden ist und sehr schnell wchst.

Den Hauptbedarf an Kapok liefert Java; von hier werden jhrlich etwa
3500 Tonnen in den Welthandel gebracht.

[Illustration: Tafel 24.

Kapok (_Ceiba pentandra_).

a) Baum, 70 m hoch.

b) Blatt, 1/4 nat. Gr.

c) Blte, 4/5 nat. Gr.

d) Frucht, geffnet, um die von seidenglnzenden Fden, den
"Pflanzendaunen", umgebenen Samen zu zeigen, 1/5 nat. Gr.

e) Einzelne Samen mit und ohne Wolle, 4/5 nat. Gr.]


Die Sisalagave

(Tafel 25).

Dies ist eine in Mittelamerika heimische, am meisten auf der Halbinsel
Yukatan angebaute Faserpflanze. Den Namen Sisal hat sie von der
gleichnamigen Hafenstadt in Yukatan, die frher der Hauptausfuhrort fr
den Sisalhanf war.

Die Sisalagave sieht den in unsern Grten gezchteten Agaven oder Aloen
hnlich. Sie hat einen kurzen, ber den Erdboden ragenden Stamm, aus dem
die dicken, fleischigen, oft ber 1 m langen Bltter entspringen. Aus
der Mitte der Blattkrone wchst ein riesiger, holziger Schaft von 3-5 m
Lnge hervor. An dem Schaft bilden sich die rispenfrmig gestellten
Blten. Bald nachdem der Schaft ganz ausgewachsen ist, stirbt die
Pflanze ab.

Die Sisalagave kommt am besten fort in tropischem oder subtropischem
Gebiet mit nicht zu groer Feuchtigkeit. Selbst in trockenem Sandboden
und auf felsigem Gelnde gedeiht sie noch. Man kann sie daher auch dort
noch mit gutem Erfolg anbauen, wo fr andere Kulturpflanzen der Boden zu
gering ist. Die Fortpflanzung geschieht entweder durch Wurzelschlinge
oder durch sogenannte Brutknospen. Erstere schieen vom dritten Jahr der
Pflanze reichlich als Triebe des Wurzelstocks aus dem Boden hervor und
brauchen nur abgegraben und verpflanzt zu werden. Die Brutknospen sind
ebenfalls Pflnzlinge, die sich, anfnglich in Form einer Zwiebel, an
dem Bltenschaft in groer Zahl, bis zu 3000 an einer Pflanze, bilden,
oft schon an ihrem Entstehungsort Wurzel schlagen, spter aber abfallen
und ihre Wurzeln in die Erde senkend weiterwachsen. Dem Pflanzer bietet
sich also Saatgut in Menge dar. Ist die Agave auf ihr Feld gepflanzt, so
verlangt sie weiter keine Pflege; nur mu wenigstens anfangs das Unkraut
niedergehalten werden.

Die wertvollen Fasern, der Sisalhanf, befinden sich in den Blttern. Ist
die Pflanze fnf Jahre alt, so knnen bis zu ihrem 15.-20. Jahre zwei
bis viermal jhrlich die "reifen" d. i. die ausgewachsenen Bltter
abgeschnitten werden. Mittels einer Maschine trennt man die Fasern von
den Fleischteilen des Blattes. Nachdem die Faser dann sorgfltig von
allen fremden Bestandteilen gereinigt, getrocknet und gebleicht ist,
gelangt sie als Sisalhanf in den Handel. Ihre Verwendung findet sie bei
der Herstellung von grberen Geweben, wie z. B. Segeltuch und namentlich
sehr guten Tauen.

Das Haupterzeugungsland fr Sisalhanf ist Mexiko und hier vor allem die
Halbinsel Yucatan. Es fhrt jhrlich 500000 Ballen im Wert von 10
Millionen Dollar aus.

Seit einigen Jahren wird die Sisalagave auch in den deutschen Kolonien
angebaut; die grten, von Europern geleiteten Sisalpflanzungen gibt es
in Ostafrika; sie werden fr die wirtschaftliche Entwicklung dieser
Kolonie sicher von grter Bedeutung werden, da die Pflanze hier
vorzglich gedeiht und der ostafrikanische Sisalhanf infolge seiner
sorgfltigen Aufbereitung auf dem europischen Markte sehr gute Preise
erzielt. Die Pflanzungen haben deshalb in den letzten Jahren stark
zugenommen und vermehren sich immer noch. Die grten finden sich in den
Bezirken Pangani, Tanga, Lindi und dem Tieflande von Wilhelmstal. In
Pangani stehen etwa 3600000 Pflanzen auf den Feldern, in Wilhelmstal
ebenso viele. Wie schnell die Ernten gewachsen sind, zeigen folgende
Zahlen:

    1903 wurden ausgefhrt    422000 kg =  324000 Mk.
    1906   "         "       1820000 "  = 1348000  "
    1907 hatte die Ausfuhr einen Wert von 2162000  "

Fr die nchsten Jahre darf man eine weitere bedeutende Steigerung der
Ausfuhr erwarten.

[Illustration: Tafel 25.

Sisalagave (_Agave rigida_).

1/13 nat. Gr.

Untere Bltter sind abgeerntet.]


Sansevierahanf

(Tafel 26).

Der Sansevierahanf, auch afrikanischer Hanf genannt, ist eine der
Sisalagave hnliche Pflanze aus der Familie der Liliaceen; sie bildet
aber keinen so hohen Bltenschaft wie diese. Ihre Heimat ist das
tropische Afrika, wo sie bis heute wild wchst. In Deutsch-Ostafrika ist
sie in mehreren Arten vertreten, von denen aber nur zwei (S. cylindrica
und S. Ehrenbergii) auf ihr Produkt ausgebeutet werden. In Westafrika
dient dem gleichen Zweck die S. guineensis.

Die Sansevieren vermehren sich auer durch Samen durch Wurzelschlinge,
die in groen Mengen um die Pflanze herum emporschieen. Sie gedeihen am
besten auf steinigen Steppen im Schatten des Gebsches. Die Pflanze
erreicht ein hohes Alter, eine einmal gemachte Anlage braucht deshalb
erst nach vielen Jahren erneuert zu werden. Anpflanzungen werden in den
deutschen Kolonien versucht. Die bis jetzt in Ostafrika gewonnenen
Ernten stammen jedoch noch von wilden Bestnden. Der Hanf wird wie bei
der Sisalagave aus den dickfleischigen Blttern gewonnen. Seine
Gewinnung ist schwierig, weil die Pflanze nur selten, z. B. in den
Bezirken Mpapua und Wilhelmstal, in groen, geschlossenen Bestnden,
meist vielmehr zerstreut und einzelstehend vorkommt. Auch die
Aufbereitung der Faser macht viele Mhe, da sie bis jetzt mit der Hand
geschieht. Will man den Betrieb gewinnbringend gestalten, so mssen
Reinigungsmaschinen aufgestellt werden. Auch wrde es sicher lohnend
sein, Pflanzungen in grerem Mastabe anzulegen, da die Sanseviera
einen Hanf von hervorragender Gte liefert. Ausgefhrt wurden von
Ostafrika 1906/7 154000 kg.

[Illustration: Tafel 26.

Sansevierahanf (_Sanseviera guineensis_).

1/6 nat. Gr.]

Weitere Faserpflanzen, die sich in unsern Kolonien heimisch finden oder
deren Anbau in ihnen versucht wird, sind:


Jute

(Tafel 27).

Sie ist eine mehrjhrige Pflanze, wird 1-4 m hoch, der Stengel ist am
Boden 1-4 cm dick und wenig verzweigt. Die Blten sind gelb, aus ihnen
bilden sich die Fruchtkapseln, die bei einer Art cylindrisch, bei einer
anderen kugelrund sind. Die Heimat der Pflanze ist wahrscheinlich das
sdliche Asien, ihr Anbauland hauptschlich Ostindien. Allein Bengalen
bringt jhrlich 5590000 Ballen Jute hervor.

[Illustration: Tafel 27.

Jute (_Corchorus capsularis_).

1/4 nat. Gr.]


Pandanus

von dem sehr viele Arten bekannt sind, ist eine in den amerikanischen,
asiatischen und afrikanischen Tropen heimische Pflanzengattung, deren
Vertreter meist einer vielfltig gabelig verzweigten Palme hnlich
sehen. Die Eingebornen Westafrikas, besonders aber die der
Sdsee-Inseln, benutzen Pandanusbltter zu Matten- und Korbflechtereien,
manchmal auch zur Herstellung von Hten.


Raphiapalme.

Diese Palme kommt an Bchen und in Smpfen ganz Zentralafrikas und
Madagaskars vor. Der eigentliche Stamm bleibt sehr kurz, dagegen hat sie
auerordentlich (bis 20 m) lange Fiederbltter. Die Blattstiele dienen
als Ersatz fr Bambus beim Hausbau, auch als Hngemattstangen finden sie
Verwendung. Diese Blattstiele liefern eine grobe Faser, die unter dem
Namen afrikanische Piassava in den Handel kommt.


Manilahanf

ist schon bei Besprechung der Banane genannt worden.

Jute und Manilahanf werden versuchsweise in Ostafrika, Togo und Kamerun
angebaut, Pandanus und Raphiapalme sind auch in Togo und Kamerun
heimisch. Eine nennenswerte Ausbeute fr den bersee-Handel liefern sie
noch nicht.


Ramie

(Tafel 28)

Ramie, auch Chinagras genannt, ist ein zu den Urticaceen gehriges,
unserer Brennessel nicht unhnliches Kraut. Ein Wurzelstock treibt bis
zu 15 Stengeln aus, die eine Hhe bis zu 2 m erreichen. Indien, die
indische Inselwelt und Japan erzeugen groe Mengen dieses wertvollen
Faserstoffes, der mannigfache Gewebe von den feinsten Zeugen bis zum
groben Segeltuch liefert. Die Verarbeitung der Ramiefasern findet
hauptschlich in England, Frankreich und Deutschland statt. Deutschland
fhrt jhrlich gegen 600000 kg im Wert von ber 400000 Mk. ein. Die
bedeutendste deutsche Ramiespinnerei ist in Emmendingen in Baden.

[Illustration: Tafel 28.

Ramie (_Boehmeria nivea_).

1/5 nat. Gr.]




VII. Kautschuk liefernde Pflanzen.


~Vorbemerkung.~ Kautschuk wird aus der Milch verschiedener Pflanzenarten
gewonnen. Um die Milch zu erhalten, zapft man die Bume oder Lianen an,
indem man sie mit einem Messer anschneidet. Der weie Saft, der
besonders oder ausschlielich aus der Rinde heraustritt, wird
aufgefangen, gekocht oder mit einer Sure versetzt, worauf sich der
Kautschuk als zhe, elastische, spter noch zu trocknende Masse
niederschlgt. Vorzglich sind es Pflanzen aus den Familien der
Euphorbiaceen, Moraceen und Apocynaceen, die Kautschuk liefern, und zwar
kommen nur einzelne Arten dieser Familien fr Kautschukgewinnung in
Betracht, die alle in den Tropen gedeihen, der Saft anderer ist zu
kautschukarm, um ein Anzapfen lohnend zu gestalten.

Am meisten Kautschuk liefert Amerika; in zweiter Linie steht Afrika,
dessen Kautschukerzeugung in den letzten Jahren, zusammen mit der
wirtschaftlichen Erschlieung des Erdteils berhaupt, einen bedeutenden
Aufschwung genommen hat. Auch auf den Sdsee-Inseln sind
Kautschukanpflanzungen angelegt und schon kleinere Ernten eingebracht
worden.

Es werden im folgenden die fr unsere Kolonien wichtigsten
Kautschukpflanzen aufgefhrt.


Kickxia

(Tafel 29).

Die Kickxia ist ein hoher, gerader Urwaldbaum mit fast pyramidenfrmiger
Krone. Ihre Rinde ist grau, die Bltter sind lanzettlich, glatt, die
Blten gelblich. Aus ihnen bilden sich die aus zwei Kapseln bestehenden,
etwa 15-20 cm langen Frchte, die eine groe Zahl Samen enthalten.

Der Kickxiabaum hat seine Heimat im tropischen Afrika. Er kommt vor auf
der Goldkste, im Lagos-Gebiet, in Sd-Nigerien, Kamerun bis an den
franzsischen Kongo. Die reichsten Kickxiabestnde sollen sich
im uersten Sdosten Kameruns und dem angrenzenden Teil des
franzsischen Kongo befinden.

Die Kickxia ist erst in neuerer Zeit entdeckt. Im Jahre 1894 brachten
eingeborne Hndler aus dem Lagos-Gebiet eine bis dahin unbekannte
Kautschuksorte zum Verkauf an die Kstenpltze. Bei nherer Untersuchung
erwies sich das neue Produkt als sehr wertvoll; es wurde gern gekauft,
gut bezahlt und infolgedessen bald in groen Mengen von den Eingebornen
auf den Markt gebracht. Lange kannte man die Pflanze nicht, die diesen
Kautschuk lieferte, bis im Jahre 1898 der Deutsche Paul Preu am
Mungo-Flusse in Kamerun die Kautschuk liefernde Kickxia-Art entdeckte,
die durch ihn den Namen Kickxia elastica erhielt. Von den Franzosen und
Englndern wird sie gewhnlich nach einem auf der Goldkste
einheimischen Namen Funtumia elastica genannt.

Die Kickxia elastica ist sehr reich an stark kautschukhaltigem
Milchsaft. Die Gewinnung des Saftes geschieht auf zweierlei Weise.
Entweder der Eingeborne klettert auf den Baum und schneidet von der
Krone bis fast auf den Erdboden einen Kanal in die Rinde des Baumes und
auerdem in bestimmten Abstnden schrglaufende, in den vertikalen
Hauptkanal einmndende Seitenkanle. Der ausrinnende Saft wird in einem
Topf am Boden aufgefangen und nach dem Gerinnen in Ballen geformt. Wird
bei diesem Vorgehen mit einiger Vorsicht verfahren, schneidet man vor
allem nicht durch die Rinde hindurch in das Holz des Stammes ein, so
wchst der Baum weiter und kann im folgenden Jahre wieder angezapft
werden. Die andere, allerdings bequemere Methode, bei der einfach der
ganze Baum gefllt wird, ist ein barbarischer und unvernnftiger
Raubbau, der schon groe Kickxiabestnde vernichtet hat und einen
erheblichen Rckgang der Kautschukgewinnung in den nchsten Jahren
befrchten lt. Um dem entgegenzuwirken, hat man die Kickxia in
Pflanzungskultur genommen, und es finden sich heute in Kamerun und auf
Neuguinea groe, in Togo und Ostafrika kleine Anpflanzungen des
Kickxiabaumes.

[Illustration: Tafel 29.

Kickxia elastica.

a) Baum, 1/80 nat. Gr.

b) Zweig, 1/5 nat. Gr.]


Landolphia.

Diese Pflanzengattung, zur Familie der Apocynaceen gehrig, kommt fr
die afrikanische Kautschukerzeugung in erster Linie in Betracht. Bis
jetzt sind 14 Arten von ihr als gute Kautschuklieferanten bekannt
geworden, die ber das ganze tropische Afrika verteilt sind. Die meisten
von ihnen sind starke Schlinggewchse (Lianen) mit holzigem Stengel;
mittels ihres schlingenden Stengels oder besonderer Ranken klammern sie
sich an benachbarte Strucher oder Bume und klettern an diesen bis in
die hchsten Baumwipfel empor. Ihre Frchte sind meist gelb oder rot,
sie gleichen kleinen Orangen und bilden eine Lieblingsspeise der Affen.
Die Landolphiapflanzen kommen hauptschlich in Urwldern wildwachsend
vor; einige Arten werden jedoch neuerdings auch angebaut.

Zur Gewinnung des Saftes wird die Liane angeschnitten, worauf der Saft
ausfliet und mitunter schon an der Luft gerinnt. Man formt ihn in
Klumpen oder Kugeln bis zu Kopfgre, und so gelangt er in den Handel.
Einige Arten enthalten den Kautschuk nicht im Stamm, sondern in der
Wurzel, in dem Fall mu also diese angezapft werden. Hufig aber geben
sich die Eingebornen nicht die Mhe, die Liane anzuschneiden, sondern
sie hauen sie einfach kurz ber dem Erdboden ab und fangen den
auslaufenden Saft auf. Dies ist natrlich die bequemste Art der
Gewinnung, und er liefert auch eine einmalige grere Ausbeute als das
Anzapfen; aber die Pflanze ist dabei verloren, und bei der groen
Nachfrage und den hohen Preisen des Kautschuk liegt die Gefahr nahe, da
durch diesen Raubbau die ganzen Bestnde an Kautschuklianen vernichtet
werden.

Die Kolonialregierungen suchen deshalb durch Belehrungen und Gesetze
dies Raubsystem einzuschrnken und die Eingebornen zu einer vernnftigen
Behandlung der wertvollen Kautschuklianen anzuleiten.


Clitandra.

Die Clitandra-Arten sind denen der Landolphia nahe verwandt. Erst in
jngster Zeit hat man ihren hohen Wert fr die Kautschukgewinnung
erkannt, und sie nehmen in dieser Industrie schon heute eine bedeutende
Stellung ein. Der Milchsaft ist bei ihnen auerordentlich reichlich
vorhanden und zwar in derselben Gte wie bei den besseren
Landolphiaarten.

Die Clitandren sind ebenfalls Klettergewchse, die in den Urwldern der
afrikanischen Tropen gedeihen. Am hufigsten hat man sie bis jetzt im
Kongobecken und in Kamerun angetroffen. Kenner empfehlen gewisse
Clitandraarten als die bestgeeigneten Kautschukpflanzen zur Kultur in
Westafrika.

Die Saftgewinnung geschieht wie bei der Landolphia.

In Togo und Kamerun werden versuchsweise sowohl Landolphia- und
Clitandra-Arten auf einigen europischen Pflanzungen angebaut.


Manihot Glaziovii

(Tafel 30).

Diese Pflanze ist nicht in Afrika heimisch, wird aber vielfach hier
angebaut. Sie stammt aus dem tropischen Sdamerika, wo sie auch
kultiviert wird. Der Manihot bildet einen stattlichen Baum von 10-15 m
Hhe, hat eine fast kugelige Krone und blagrne, gelappte Bltter.

Die Bume werden manchmal schon angezapft, wenn sie erst 3-4 Jahre alt
sind. Geschieht dies mit Behutsamkeit ohne grobe Verletzung des Holzes,
so kann die Anzapfung eine Reihe von Jahren hindurch regelmig
wiederholt werden. Der aus dem Manihot gewonnene Kautschuk wird nach dem
Namen seines engeren Heimatlandes auch Ceara-Kautschuk genannt.

Besonders in Ostafrika, in den Bezirken Wilhelmstal, Lindi, Kilwa und
Moschi bestehen jetzt ausgedehnte Pflanzungen mit Manihotbumen, allein
in Wilhelmstal z. B. ber eine Million. Die meisten der Bume sind aber
noch nicht alt genug, um ertragsfhig zu sein. Auch Togo und Kamerun
besitzen Manihot-Kulturen. Am besten sagt der Pflanze trocknes,
steiniges Gelnde zu, wie es Ostafrika, Togo und auch das Hinterland von
Kamerun in weitem Umfange bieten.

[Illustration: Tafel 30.

Manihot Glaziovii.

a) Junger Baum, 1/80 nat. Gr.

b) Zweig mit Blten, 1/4 nat. Gr.]


Ficus Vogelii.

Ficus Vogelii ist ein in ganz Westafrika von Senegambien bis an den
Kongo vorkommender Baum mit starkem, stattlichem Stamm, mchtig breiter
Krone und groen Blttern. Wegen seiner dichten, schattenspendenden
Krone wird er von den Eingebornen gern auf Dorfpltzen angepflanzt.
Vgel und Affen fressen seine haselnugroen, runden, grnen Frchte.

Der Saft der Ficus Vogelii liefert einen nicht gerade hervorragenden,
aber doch gut verkuflichen Kautschuk; er wird besonders gern mit
besseren Sorten gemischt in den Handel gebracht. -- In Kamerun hat man
angefangen, den Baum in Kultur zu nehmen.


Ficus elastica

(Tafel 31).

Sie ist eine auch bei uns als Zierpflanze gehaltene und unter dem Namen
Gummibaum allgemein bekannte Art der Gattung Ficus. Ihre Heimat ist
Sdostasien; dort wird sie kultiviert als die in jenen Gegenden beste
Kautschukpflanze.

In Togo, Kamerun, Ostafrika und auf Neuguinea macht man in den
Pflanzungen Versuche mit dem Anbau der Ficus elastica. Besonders aus
Kamerun und Neu-Guinea lauten die Berichte ber ihr Gedeihen recht
gnstig. Der Baum kommt dort selbst auf steinigem Boden und an steilen
Abhngen gut fort. Die zahlreichen, fast horizontalen ste des Baumes
ermglichen eine bequeme Anzapfung. Aus den sten wachsen Luftwurzeln
und senken sich wieder in den Boden ein. Diese werden so mchtig, da
sie fast die Dicke des Stammes erreichen und wie dieser angezapft werden
knnen. Ein einziger Ast der Ficus elastica lieferte bei einer Anzapfung
in drei Tagen 114 gr trocknen Kautschuk.

[Illustration: Tafel 31.

Gummibaum (_Ficus elastica_).

a) Alter Stamm mit Tafelwurzeln.

b) Sulenwurzel, einen Zweig sttzend.

c) Junger Baum, 1/40 nat. Gr.]


Castilloa elastica.

Die Castilloa elastica ist ein Baumriese des mittel- und
sdamerikanischen Urwaldes. Sie gehrt zur Familie der Moraceen, ist
also mit den Feigen- und Maulbeerbumen verwandt. Einzelne Exemplare des
Baumes sollen bis 50 m hoch werden, seine durchschnittliche Hhe ist
20-30 m. Die ovalen, hellgrnen Bltter werden bis 30 cm lang und 18 cm
breit. Eigentmlich ist, da der Baum zweierlei Arten von Zweigen
besitzt, von denen die einen, in der Jugend gebildeten, spter
abgeworfen werden.

Zahlreiche, langjhrige Versuche in den verschiedensten Tropengegenden
haben die Tatsache ergeben, da die Castilloa mancherorts eine der
sichersten und ergiebigsten Kautschukpflanzen ist. Man hat sie deshalb
vielfach in Kultur genommen, zumal die wilden Bestnde in Amerika durch
den rcksichtslosen Raubbau, der beim Abzapfen des Saftes meist
getrieben wird, sich schon jetzt bedenklich vermindern. Die bequemste
Art der Kautschukgewinnung besteht nmlich auch hier darin, da der Baum
kurz ber der Wurzel gefllt wird. Hierbei gewinnt der Sammler eine fnf
mal so groe Menge Saft als durch das schonende Anzapfen, das den Baum
erhlt und eine sptere regelmige Wiederholung des Anschneidens
mglich macht.

Die grten Kulturen der Castilloa befinden sich in der Heimat des
Baumes, in Mittel- und Sdamerika. Aber auch nach Afrika und Asien, und
so auch in die deutschen Kolonien hat man den Baum unter erheblichen
Mhen und Unkosten verpflanzt. Am besten scheint er in dem feuchtwarmen
Kstenklima von Kamerun, in Samoa und Neuguinea fortzukommen. In Kamerun
haben die Kulturen unter einem Bohrkfer sehr zu leiden, was fr die
ganzen Anpflanzungen verhngnisvoll wird. Auf Neuguinea lieferten
dagegen die ersten Anzapfungen recht ermutigende Ergebnisse.


Hevea

(Tafel 32).

Die Hevea ist ein in Brasilien heimischer (daher auch Hevea
brasiliensis) hoher, schlanker Waldbaum mit dreigeteilten Blttern,
rispenfrmigen Bltenstnden und groen, dreiklappigen Fruchtkapseln.
Dieser Baum liefert den sogenannten Parakautschuk; er wird in greren
Mengen als irgend eine andere Kautschukart gewonnen und liefert den
weitaus bedeutendsten Teil des gesamten Weltbedarfes. Auch seine
Qualitt ist ausgezeichnet. -- Die Gewinnung ist eine hnliche wie bei
den oben angegebenen Arten. Der abgezapfte Saft gerinnt jedoch nicht von
selber, wird vielmehr durch Ruchern verdickt und dann an der Sonne
getrocknet.

Der Hevea-Baum verlangt ein heies, feuchtes Klima. Wegen seines hohen
Wertes hat man ihn nach anderen tropischen Gegenden zu verpflanzen
gesucht, und es gibt heute in den Tropen Amerikas, Afrikas und Asien
ausgedehnte Hevea-Pflanzungen. In Ceylon und Malakka sind z. B. in den
letzten Jahren gegen fnf Millionen Hevea-Bume angepflanzt worden, auf
der malayischen Halbinsel 3-1/2 Millionen.

Auch in unsern Kolonien ist der Baum in Kultur genommen; obgleich die
Pflanzungen noch jung und erst wenige Bume ertragreich sind, lassen sie
doch schon jetzt gnstige Resultate mit Sicherheit erhoffen. Besonders
das Kstengebiet von Kamerun mit seinen vielen Fluarmen und feuchten
Niederungen, ebenso Samoa und Neuguinea, auch die Flutler Ostafrikas
bieten der Hevea gnstige Wachstumsbedingungen, und ihr Anbau verspricht
dort von groer Bedeutung zu werden.

[Illustration: Tafel 32.

Hevea (_Hevea brasiliensis_).

a) Blhender Zweig, 2/5 nat. Gr.

b) Heveastmme, die Art der Anzapfung zeigend.]




bersicht ber die Erzeugung und den Verbrauch an Kautschuk.


Der Verbrauch an Kautschuk ist in den letzten Jahrzehnten in ganz
ungeahnter Weise gestiegen durch den beispiellosen Aufschwung, den die
Kautschukindustrie genommen hat. Es gibt heute kaum einen Zweig der
Industrie, der nicht in irgend einer Form Kautschuk verwendet. "Der
Kautschuk begleitet den Menschen tatschlich von der Wiege bis zum
Grabe. Schon der Sugling erblickt in dem Gummisauger den geschtzten
Vermittler seines Gedeihens, behaglich streckt er sich auf seiner
Gummiunterlage, frhlich greift er bald zur Gummipuppe und spter zum
Spielball". Nicht aufzuzhlen sind die Gebrauch-, Sport- und
Luxus-Gegenstnde aus Kautschuk, die der Mensch im tglichen Leben
verwendet. Es sei nur erinnert an Fahrrder und Automobile. Die
Chirurgie, Orthopdie, Chemie, Elektrotechnik, Meteorologie,
Luftschiffahrt, sie alle brauchen das Gummi in mannigfaltigster Weise.

Diese fast unbegrenzte Verwendbarkeit des Gummi ist erst erreicht worden
durch die Entdeckung, da der Kautschuk Schwefel in sich aufnehmen kann
und durch diese Beimischung an Elastizitt und Widerstandsfhigkeit
gegen hohe Temperaturen bedeutend zunimmt. Man nennt dies Verfahren
vulkanisieren. Wird Kautschuk mit wenig Schwefel versetzt und dann kurz,
aber stark erhitzt, so entsteht "Weichgummi", durch Zusatz einer
greren Schwefelmenge und darauf folgendes langandauerndes Erhitzen
erhlt man "Hartgummi".

Es ist nur natrlich, da mit dem gesteigerten Bedarf an Kautschuk auch
die Gewinnung mit Riesenschritten vorwrtsgegangen ist. Als im Jahre
1840 der Kautschuk in die Industrie eingefhrt wurde, betrug der
Jahresverbrauch 400 Tonnen; heute betrgt er 61760 Tonnen im Werte von
fast 400 Millionen Mark.

Die Erzeugung von Kautschuk verteilte sich auf die verschiedenen
Ausfuhrlnder im Jahre 1900 wie folgt:

        Amerika            31466 Tonnen.
        Afrika             16000   "
        Asien und Ozeanien  2339   "
                          --------------
                  Zusammen 49805 Tonnen.

Die Weltproduktion betrug also im Jahre 1900 rund 50000 Tonnen; 1904 war
sie auf 61760 Tonnen gestiegen.

Von der Gesamterzeugung entfielen im Jahre 1906 auf die deutschen
Kolonien:

        Ostafrika  342500 kg -- 2400000 Mk.
        Kamerun   1152000 "  -- 4687000  "
        Togo       134000 "  -- 1161000  "
        Neuguinea     450 "  --    3700  "
                ---------------------------
        Zusammen 1628950 kg  -- 8251700 Mk.
                      (1907 fr 9000000 Mk.)

Deutschlands Einfuhr betrgt rund 153 Millionen Mark.

Die Gre der Kautschukpflanzungen in den deutschen Kolonien stellt
folgende bersicht dar.

Es sind bepflanzt:

  In Deutsch-Ostafrika 1250 ha mit 1500000 Bumen.
   " Kamerun            700 "   "   900000   "
   " Togo                80 "   "    41300   "
   " Neu-Guinea        1100 "   "   603000   "
   " Samoa              450 "   "   260600   "
                      ----------------------------
              Zusammen 3580 ha mit 3404900 Bumen.




VIII. Klebegummi liefernde Pflanzen.


Gummiakazie

Die Akazien, deren es etwa 450 Arten gibt, gehren zur Familie der
Mimosen. Viele von ihnen sind den Menschen ntzlich durch ihren
Gummisaft oder den in ihren Rinden, Frchten etc. enthaltenen Gerbstoff.
Es sind baum- oder strauchartige Pflanzen mit gefiederten Blttern,
kleinen kugligen oder hrenfrmigen Bltenstnden und Hlsenfrchten.
Man findet Akazien hauptschlich in Australien, Sdasien und Afrika; sie
kommen im tropischen und subtropischen, selbst noch im gemigten Klima
fort und nehmen mit magerem Boden vorlieb.

Die in Afrika zwischen dem 10. und 20. n. B. heimische Gummiakazie
(Acacia senegalensis) liefert das bekannte arabische Gummi (gummi
arabicum). Ein gutes Gummi gewinnt man auerdem aus der dreidornigen
Akazie (Acacia glaucophylla) in Abessinien, Nubien, dem Somalilande und
Arabien, und der abessinischen Akazie. Der Gummisaft der Akazien wird
nicht gezapft, sondern er fliet von selber aus und erstarrt sogleich.
Bei der Senegal-Akazie wird das Ausflieen bewirkt durch heftige Winde,
die die Baumrinde austrocknen und rissig machen; durch diese Risse
dringt der Saft an die freie Luft und gerinnt hier alsbald. -- Der Gummi
wird von den Eingebornen nicht nur an die Europer verkauft, sondern ist
fr sie auch ein wichtiges Nahrungsmittel. Die Verwendung des
Senegalgummi in der heimischen Industrie ist eine mannigfaltige. Man
gebraucht es z. B. in Zeugdruckereien zum Verdicken der Farben, in
Kattun- und Seidenfabriken zum Appretieren, als Zusatz zu Tinten und
Farben, beim Steindruck, als Kleb- und Bindemittel etc. Deutschlands
Bedarf an Gummi und Gummilack stellt jhrlich einen Wert von etwa 16
Millionen Mark dar.

In Togo, Kamerun und Deutsch-Ostafrika kommen Gummiakazien teilweise
wildwachsend vor. Man hat aber auerdem auch nicht-einheimische Arten in
Kultur genommen.




IX. Guttapercha.


Guttapercha

(Tafel 33).

Guttapercha ist wie Kautschuk eine Masse, die aus dem Saft verschiedener
Baumarten gewonnen wird. Guttapercha liefernde Bume gibt es aber nicht
in so groer Anzahl wie die Kautschukpflanzen. Es sind nur einige Arten
der Gattung Palaquium, die fr die Gewinnung in Betracht kommen.

Die Heimat dieser Bume ist die sdasiatische Inselwelt. Sie kommen vor
auf Borneo, Sumatra und der malayischen Halbinsel. Ganz neuerdings hat
man Guttaperchabume auch in Deutsch-Neuginea gefunden. Es sind
Urwaldbume, die eine Hhe von 20-25 m erreichen. Ihre Bltter sind
oval, lederartig, glnzend grn. Aus den Samen pressen die Eingebornen
Sumatras ein Speisel. Zur Gewinnung des Guttapercha werden fast in
allen Fllen die Bume gefllt, so da alte, ganz ausgewachsene Bume
immer seltener werden. Die Guttapercha-Erzeugung wrde bei diesem System
der Ausbeutung in allernchster Zeit ganz bedeutend zurckgehen, wenn
nicht durch Anpflanzung junger Bume fr Nachwuchs gesorgt wrde. Auch
auf den deutschen Sdseeinseln sind Pflanzungen angelegt worden, die, da
Klima und Bodenbeschaffenheit dem dort ja auch wild vorkommenden Baum
zusagen, zu guten Hoffnungen berechtigen.

Der ausflieende Saft gerinnt sofort an der Luft; er wird spter durch
Kochen und Kneten gereinigt und verdickt, erhrtet bei gewhnlicher
Temperatur zu holzharten Klumpen.

Eine besondere Bedeutung fr die Industrie hat Guttapercha durch sein
Verhalten zur Elektrizitt erlangt: Es ist ein fast vollstndiger
Nichtleiter der Elektrizitt (wie auch der Wrme). Daneben wird es
selber aber durch Reiben stark negativ elektrisch. Diese Eigenschaften
haben ihm eine ausgedehnte Verwendung in der Elektrizitt verschafft.
Die ganze Unterseekabelindustrie hngt von der Gutta ab.

Gutta wird in der Wrme nicht ~plastisch~ wie Ton und Kautschuk,
letzterer ist dafr aber ~elastisch~. Gutta wird durch Seewasser nicht
verndert, wohl aber Kautschuk.

[Illustration: Tafel 33.

Guttaperchabaum (_Palaquium gutta_).

a) Blhender Zweig.

b) Frucht.]




X. Gerbhlzer.


Gerberakazien.

Die besten Gerberakazien sind in Australien heimisch. Besonders
geschtzt ist die Acacia decurrens, ein in Sd- und Ostaustralien hufig
vorkommender, in neuerer Zeit auf Anregung der englischen Regierung auch
in Kultur genommener Baum.

Der Gerbstoff ist in der Rinde enthalten; diese wird vom Stamm
abgeschlt und kommt gemahlen unter dem Namen Mimosarinde in den Handel.
Australien produzierte 1893 14730 Tonnen Mimosarinde im Werte von
1859000 Mark allein von der Acacia decurrens.

Auch dieser ntzliche Baum findet in unsern Kolonien ein ihm zusagendes
Klima. In Ostafrika wird er angebaut, und es ist gegrndete Aussicht,
da vor allem in West-Usambara die Kultur der Gerberakazie eine wichtige
Rolle spielen wird. Zur Untersuchung eingesandte Rinden haben einen
hohen Tanningehalt, nmlich 44%, aufgewiesen. -- Die Bume brauchen 5-8
Jahre, bis sie die ersten Ertrge liefern. Das Abschlen eines Teiles
der Rinde kann dann in bestimmten Abstnden eine Reihe von Jahren
hindurch wiederholt werden.


Catechu-Akazie.

Diese Akazie kommt in Indien und Birma vor; auerdem ist sie aber auch
in einem groen Teile Ost-Afrikas verbreitet, und zwar von Abessinien
bis zum Sambesi und von der Kste bis an das Gebiet der groen Seen. Sie
ist ein 4-8 m hoher Baum mit brauner, rissiger Rinde, schirmfrmiger
Krone und Stacheln an den Zweigen. Die Bltter bestehen je aus 40-100
Fiedern, deren jede wieder aus 60-80 sehr kleinen Blttern
zusammengesetzt ist. In der Trockenzeit fllt das Laub ab.

Das Holz dieses Baumes enthlt einen Gerbstoff, der unter dem Namen
Catechu, auch Pegu-Catechu, in den Handel kommt. Zur Gewinnung des
Catechu wird der Baum gefllt, das Holz in kleine Spne gehauen in einem
Topfe 12 Stunden lang gekocht. Nach Verlauf dieser Zeit hat sich der
Gerbstoff mit dem Wasser zu einer dunkelbraunen Brhe verbunden. Diese
wird nun durch abermaliges Einkochen verdickt, bis sie "fest" wird.
Diese feste Masse wird in Formen getan und bleibt in ihnen bis zur
vollstndigen Verhrtung. In solchen Klumpen kommt das Catechu in den
Handel. Vor dem Gebrauch wird es durch heies Wasser und Chemikalien
wieder aufgelst.

Der Catechu wird in der Frberei in Massen gebraucht, sowohl als Beize
als auch zur Erzeugung von dauerhaften schwarzen, braunen und grnen
Farbenschattierungen, und zum Gerben von weichem, geschmeidigem Leder.

Bis jetzt sind nur die Catechu-Bestnde in Indien ausgentzt worden und
zwar in dem Mae, da die Gewinnung in den letzten Jahren sehr
zurckgegangen ist. (1896 fr etwa 5 Millionen Mark). Daraufhin hat
jetzt die englische Regierung verfgt, da die Catechu-Gewinnung
geregelt und die Bume in Kultur genommen werden. Dagegen sind bisher
die groen Catechubestnde, die in Ostafrika sich finden, noch gar nicht
in Benutzung genommen. Besonders im Steppenwalde Deutsch-Ostafrikas
kommt der Baum beraus zahlreich vor. Es ist deshalb sicher nur eine
Frage der Zeit, da man diese wilden Bestnde nicht nur ausbeutet,
sondern auch den Baum, der dort alle seine Wachstumsbedingungen erfllt
findet, anbaut.


Mangroven

(Tafel 34).

Die Mangrovenbume, zur Familie der Rhizophoraceen gehrig, sind
Sumpfpflanzen. Sie kommen vor am Meeresufer, besonders in breiten
Flumndungen. Oft stehen sie unmittelbar im Wasser oder doch so, da
sie wenigstens whrend der Flutzeit vom Wasser besplt werden. Die Bume
fallen auf durch ihre meist bogenfrmigen, oft auch knieartigen
Stelzwurzeln und ihre von den Zweigen sich wieder in den Boden senkenden
Luftwurzeln.

Das Holz der Mangrovenbume ist auerordentlich hart und deshalb als
Nutzholz in verschiedenster Weise verwendbar. Noch wichtiger ist aber
die Rinde; sie enthlt Gerbstoff und wird deshalb in immer steigenden
Mengen gewonnen und nach Europa ausgefhrt.

Mangroven sind ber einen groen Teil der tropischen Kstengebiete
verbreitet. Auch Deutsch-Ostafrika und Kamerun besitzen groe
Mangrovenwlder.

Deutsch-Ostafrika fhrte 1907 fr 39000 Mk. Gerbhlzer aus.

[Illustration: Tafel 34.

Mangroven (_Rhizophora mucronata_).

a) Mangrovendickicht und junge Pflanzen.

b) Blhender Zweig.

c) Frucht, am Baum keimend.

d) Abfallender Keimling; die untere Spitze bohrt sich in den Schlamm.]




XI. Arzneipflanzen.


Der Kampferbaum.

Der Kampferbaum (Cinnamomum Camphora) ist ein stattlicher,
lindenhnlicher Baum mit starkem Stamm und knorrigen sten. Besonders im
Holz und im Mark finden sich Zellen verteilt, die einen unter bestimmten
Umstnden zu Kampfer sich umgestaltenden Stoff enthalten.

Die Heimat des Kampferbaumes ist das stliche Asien: Die ostchinesische
Kste, Formosa, Japan. Er verlangt warmes Klima und mglichst feuchte
Luft.

Zur Gewinnung des Kampfers mu der Baum gefllt werden. Wenn mglich,
sucht man hierzu recht krftig entwickelte Stmme aus; den reichsten
Kampfergehalt sollen Bume im Alter von annhernd 100 Jahren besitzen.
Das Holz wird in kleine Spne geschnitten und mittels Wasser
destilliert. Durch dies Verfahren wird der Kampfer und das Kampferl aus
dem Holz gezogen.

Die wichtigste Verwendung des Kampfers ist in der Celluloid-Industrie,
ferner ist er Bestandteil des rauchlosen Pulvers. Er bildet auerdem ein
wichtiges Arzneimittel, das sowohl innerlich als uerlich in vielen
Formen und Zusammensetzungen angewendet wird. Beim Destillieren sondert
sich das Kampferl von dem eigentlichen Kampfer. Ersteres wird darauf
noch einmal destilliert und sondert noch wieder Kampfer ab. Der dann
zurckbleibende Rest wird gereinigt und findet bei der Lackbereitung
Verwendung. -- Allein Japan fhrt jhrlich fr 12-14 Millionen Mark
Kampfer und Kampferl aus.

In den deutschen Kolonien (Ostafrika, Togo, Kamerun und auf den
Sdseeinseln) werden Anbauversuche mit dem Kampferbaum gemacht. Von
Ernten aus diesen zum Teil recht gut vorankommenden Kulturen kann zur
Zeit noch nicht die Rede sein, da der Baum erst in hherem Alter gute
Ertrge liefert. Man versucht neuerdings Kampfer auch aus den Blttern
des Baumes zu gewinnen.


Cinchonarinde

(Tafel 35).

Die Cinchonarinde oder Chinarinde wird gewonnen von verschiedenen, zur
Familie der Rubiaceen gehrigen Baumarten, deren Heimat die Gebirge des
westlichen Sdamerika, vor allem Peru und Bolivia sind. Die
Cinchonabume werden bis zu 30 m hoch; ihre Bltter sind sattgrn, die
Bltenstnde rispenfrmig, die Blten von weier oder rtlicher Farbe,
ihr Duft erinnert an den der Syringe. Die Frucht besteht aus einer
Kapsel, die zahlreiche kleine, geflgelte Samen enthlt.

Die Rinde dieser Bume enthlt Alkaloide, die fr die Arzneibereitung
von auerordentlicher Bedeutung sind. Das wichtigste und bekannteste
dieser Alkaloide ist das Chinin, das wegen seiner sicheren Heilkraft
gegen das Malariafieber in der Medizin eine groe Berhmtheit erlangt
hat.

In Sdamerika kommt der Baum wild vor und zwar hauptschlich in solchen
Gegenden, die ein warmes und stark feuchtes Klima haben. Da man aber
voraussah, da bei dem groen Bedarf an Chinarinde die wilden
Bestnde mit der Zeit sich erschpfen wrden, so dachte man
rechtzeitig daran, die wertvollsten Arten der Bume anzupflanzen. Diese
Anpflanzungen wurden in grtem Mastabe auf Ceylon gemacht, spter auch
auf Java und in Britisch-Indien. Im Jahre 1882 sollen in Ceylon 90
Millionen Cinchonabume gestanden haben.

[Illustration: Tafel 35.

Cinchonarinde.

Zweig mit Blten, 1/4 nat. Gr.]

Auch in Deutsch-Ostafrika macht man gegenwrtig Anbauversuche.

Die Gewinnung der Rinde geschieht bei den Indianern derart, da der Baum
gefllt und dann die Rinde vom Stamm und den Zweigen abgeschlt wird.
Der Baumstumpf treibt bald wieder junge Schlinge, die im Alter von 6-8
Jahren ebenfalls Ertrge liefern. Dies Verfahren ist auch auf manchen
Pflanzungen beibehalten worden; es hat den Nachteil, das man nach einer
einmaligen Ernte 6-8 Jahre lang bis zur nchsten warten mu. Auerdem
entwickeln sich die Schlinge meist nicht so schnell und nicht so
krftig wie der ursprngliche Stamm. Ein anderes Verfahren besteht
darin, da man den Baum stehen lt und nur alljhrlich einen Teil
seiner Rinde abschlt, wodurch er in seinem Wachstum zwar aufgehalten,
jedoch nicht zerstrt wird. Auf diese Weise erhlt man wohl geringere,
aber regelmig sich wiederholende Ernten.

Die gewonnene Rinde wird getrocknet, zerkleinert und in Scke oder
Ballen verpackt in den Handel gebracht. Die Haupthandelspltze fr
Cinchonarinde sind London und Amsterdam. Von hier aus geht aber der
weitaus grte Teil aller Chinarinden nach Deutschland, um dort zu
Chininsalzen verarbeitet zu werden. Neuerdings wird jedoch das meiste
Chinin in Indien und Java in Fabriken gewonnen, die sich inmitten der
Pflanzungen befinden. Die Ausfuhr an Rinden geht darum zurck und gibt
keinen Mastab fr den Konsum ab. Deutschlands Einfuhr betrug 1906: 3678
Tonnen im Werte von 4781000 Mk. Der grte Teil davon stammt aus
Niederlndisch Indien, vor allem Java. Die Heimatlnder des
Cinchonabaumes, Peru, Bolivia stehen in der Erzeugung schon lngst an
letzter Stelle.


Strophanthus

(Tafel 36).

Es gibt etwa 25 Arten der Gattung Strophanthus, die im tropischen Afrika
heimisch sind, aber nur wenige von ihnen enthalten das bei der
Arzneibereitung verwendete Strophanthin. Das beste Strophanthin liefert
der in Togo hufig vorkommende Strophanthus hispidus. Dies ist ein
kletternder Strauch mit breit elliptischen Blttern, die unten weich,
oben rauher behaart sind. Die Frucht sieht einem langen, an beiden Enden
spitzen Krbis mit tief gefurchter Oberflche hnlich. Gewhnlich sind
zwei Frchte nebeneinander. Die Frucht enthlt zahlreiche kleine,
goldbraun schimmernde, mit filzigem Haar bekleidete Samen.

Die Eingebornen benutzen die Strophanthussamen zur Herstellung von
Pfeilgift und auch bei Giftproben ("Gottesurteilen"). Es ist sichere
Aussicht vorhanden, da die Samen von Strophanthus hispidus in den
vorgeschriebenen Arzneienschatz aufgenommen werden, da gerade diese Art
das Strophanthin in reinerer Form als alle bisher bekannten Arten
liefert. Die Ausfuhr von Strophanthussamen aus Togo wird dann zweifellos
von Bedeutung werden.




XII. Nutzhlzer.


Unsere Kolonien besitzen in ihren Baumbestnden, die sich teils in
dichten Urwldern, teils als lichtere Steppenwlder finden, einen groen
Reichtum an wertvollen Nutzhlzern. Eine Ausbeutung dieser Schtze
findet allerdings erst in geringem Umfange statt, weil die
Untersuchungen ber die fr die Ausfuhr am besten geeigneten Hlzer noch
gar nicht abgeschlossen sind. Manche Sorten sind berhaupt noch nicht
genauer bekannt. Ein groes Hindernis ist auch der Mangel an
Verkehrswegen. An greren schiffbaren Flssen fehlt es in den meisten
Gegenden. Bevor deshalb nicht Eisenbahnen den Transport der Hlzer an
die Kste ermglichen, wird eine Ausfuhr nach Europa in grerem Umfange
ausgeschlossen sein. Allerdings findet schon jetzt eine Ausntzung des
Holzes statt in der Weise, da zu den meisten europischen Bauten in den
Kolonien nur einheimisches Holz verwendet wird, so da die Holzeinfuhr
aus Europa bestndig abnimmt.

[Illustration: Tafel 36.

Strophanthus hispidus.

a) Zweig mit Blten, 2/5 nat. Gr.

b) Doppelfrucht, 1/4 nat. Gr.

c) Samen, der obere mit Flugapparat, 4/5 nat. Gr.]

Um auch fr die Zukunft einen ausreichenden Waldbestand zu sichern,
sorgt die Regierung fr Aufforstung besonders wertvoller Bume auf
geeigneten Landstrecken.

Eine Aufzhlung auch nur der wichtigsten Nutzhlzer unserer Kolonien ist
schon ihrer groen Zahl wegen hier unmglich; sie ist auch deshalb
schwierig, weil es fr die meisten Bume noch keine allgemein
eingefhrten Namen gibt. Die Hndler bezeichnen die afrikanischen Hlzer
meist in Anlehnung an ihnen bekannte Holzarten, mit denen die neu
eingefhrten gewisse hnlichkeiten besitzen, auch ohne mit ihnen
irgendwie verwandt zu sein.

Einige der bekanntesten Namen fr afrikanische Nutzhlzer sind:

                Afrikanisches Mahagoni,
                Afrikanisches Rosenholz,
                Rotholz,
                Ebenholz,
                Teakholz,
                Zedern.

    Aus Deutsch-Ostafrika wurden 1906 fr 21633 Mk.
  Nutzhlzer ausgefhrt,
                             aus Kamerun 118794  "
                              "  Togo      2340  "
                              --------------------
                             Zusammen    142767 Mk.




A.

Zusammenfassende Darstellungen unserer wichtigsten kolonialen
Nutzpflanzen und ihrer Werte.


Aufzhlung derjenigen pflanzlichen Nutzprodukte aus unseren Kolonien,
die gegenwrtig die grten Werte fr die Ausfuhr liefern, mit Angabe
des Gesamtwertbetrages, in dem sie ausgefhrt werden (nach der Statistik
von 1906/07).

  1. Kautschuk        8251000 Mk. (1907: 9000000 Mk.) Kamerun
  2. Kopra            6244000  "  (1907: 5350000  " ) Sdsee-Ins.
  3. Palml u. -Kerne 3812000  "  (1907: 5581000  " ) Ostafrika
  4. Sisalhanf        1348000  "  (1907: 2162000  " ) Ostafrika
  5. Kakao            1298000  "  (1907: 2900000  " ) Kamerun
  6. Mais              700000  "  (1907: 1200000  " ) Togo 1907
  7. Kaffee            533000  "  (1907:  540000  " ) D.-Ostafrika
  8. Baumwolle         425000  "  (1907:  700000  " ) Togo
  9. Nutzhlzer        143000  "  (1907:  120000  " ) Kamerun

Es sind nur solche Produkte aufgefhrt, die mindestens 100000 Mk.
Ausfuhrwert gebracht haben. Hinter jedem Produkt steht das Land, das den
grten Teil seiner Ausfuhr geliefert hat, das also Haupterzeugungsland
fr das betreffende Produkt ist.

Nach den Ergebnissen von 1907 kommen zu dieser Liste noch hinzu:

  10. Erdnsse 320000 Mk. Deutsch-Ostafrika
  11. Sesam    131000  "     "        "




B.

Zusammenstellung der pflanzlichen Nutzprodukt-Werte nach ihren
Erzeugungslndern.


Es erzeugten an pflanzlichen Nutzprodukten:

  1. Kamerun.            8944000 Mk. 1907: 13560000 Mk.
  2. D.-Ostafrika        6409000  "  1907:  6938000  "
  3. Samoa               3027000  "  1907:  1710000  "
  4. Togo                2726000  "  1907:  4233000  "
  5. Neu-Guinea           830000  "  1907:  2000000  "
    (Altes Schutzgebiet)
  6. Neu-Guinea           280000  "  1907:   379000  "
    (Inselgebiet)
                    -----------------------------------
       Zusammen         22216000 Mk. 1907: 28820000 Mk.

(D.-Sdwestafrika fhrte 1907 fr 2000 Mk. Pflanzenprodukte aus.)




Anhang.

Die Ausfuhr von Tieren und tierischen Stoffen, Mineralien und an
Erzeugnissen des Gewerbefleies.


I.

~Ausfuhr von Tieren und tierischen Stoffen.~

Diese zerfllt in drei Hauptgruppen:

        1. Lebende Tiere.
        2. Tierische Nahrungsmittel.
        3. Tierische Rohstoffe.

Bei der Ausfuhr lebender Tiere handelt es sich hauptschlich um Pferde,
Maultiere, Maulesel, Esel, Rindvieh, Kleinvieh (Schafe, Ziegen),
Geflgel und wilde Tiere. Die Ausfuhr ist nicht bedeutend, sie geht
berdies nur zum kleinsten Teil nach Europa, sondern ist in der
Hauptsache ein Handel mit den Grenzlndern. Nur wilde Tiere werden
gelegentlich an die zoologischen Grten in Europa verhandelt.

Ganz hnlich ist es mit tierischen Nahrungsmitteln (Fleisch, Milch,
Butter, Eier etc.). Auch sie werden fast nur an die Nachbarlnder
verkauft.

Dagegen ist die Gewinnung tierischer Rohstoffe von groer
wirtschaftlicher Bedeutung, weil es sich hier z. T. um sehr wertvolle
Handelsgegenstnde handelt, so vor allem Elfenbein und Tierhute, ferner
Wolle, Hrner, Schildpatt, Muscheln, Federn (Strauenfedern), Wachs,
Flupferdzhne etc.

Die Ausfuhr an Tieren und tierischen Produkten erreichte folgende
Summen:

                       1. Lebende Tiere.

  Ostafrika  151000 Mk.  (1907: 109000 Mk.) (Rindvieh, Geflgel)
  Togo        78900  "   (1907:  88000  " ) (Rindvieh, Kleinvieh)
  Kamerun     56600  "   (1907:  54000  " ) (   "          "    )
  ------------------------------------------------------------
                                                        286500 Mk.

                 2. Tierische Nahrungsmittel.

  Ostafrika 164500  Mk.  (1907: 190000 Mk.).            164500 Mk.

                  3. Tierische Rohprodukte.

  Ostafrika 3506000 Mk. (1907: 4200000 Mk.) (Hute)
  Kamerun    909000  "  (1907: 1000000  " ) (Elfenbein)
  Sdwest-A. 300000  "  (1907:  222000  " ) (Hute, Strauenfed.)
  Neuguinea  181000  "  (1907:   78000  " ) (Muscheln)
  Inselgebiet
  Neuguinea  122000  "  (1907:  130000  " ) (Perlmutterschalen,
  altes Schutzgeb.                           Trepang[1])
  Togo        73000  "  (1907:  157000  " ) (Elfenbein)
  --------------------------------
  Zusammen  5091000 Mk.                                5091000 Mk.

[1] Eine von den Chinesen gegessene Seeigelart.

(Der wichtigste tierische Ausfuhrgegenstand ist bei jedem Lande in
Klammern beigefgt.)

Die Gesamtausfuhr aus dem Tierreich stellt also einen Wert dar von

                1.  286500 Mk.
                2.  164500  "
                3. 5091000  "
          -------------------
          Zusammen 5542000 Mk.


II.

~Die Ausfuhr an mineralischen und fossilen Stoffen.~

  Ostafrika     213000 Mk. (1907:  213000 Mk.) (Glimmer u. Kopal)
  Sdwestafrika  48000  "  (1907: 1432000  " ) (Kupfererz)
  Kamerun         4500  "  (1907:   15500  " ) (Kopal)
  Togo             150  "  (1907:   --       )
  -----------------------
                265650 Mk.

(Der fr jedes Land wichtigste Gegenstand ist in Klammern beigefgt.)


III.

~Die Ausfuhr an gewerblichen Erzeugnissen.~

Unter diese berschrift fallen Gegenstnde, die von den Eingebornen
selber angefertigt sind, also Erzeugnisse ihres Gewerbefleies oder
ihrer Kunstfertigkeit; solche Industrieerzeugnisse der Eingebornen sind
z. B. Matten, Korbflechtereien, Lederwaren, Gewebe, Holzschnitzereien,
Tpferwaren, Metallgerte.

Ausgefhrt wurden aus

  Ostafrika                480000 Mk.
  Togo                      80000  "
  Sdwestafrika             35000  "   1907: 106000
  Kamerun                   32300  "
  Neuguinea (Inselgebiet)    6500  "
                           ----------
                           633800 Mk.

  $Zusammenstellung der Gesamtausfuhr unserer Kolonien
           im Jahre 1906.$ (In runden Zahlen.)

  Pflanzliche Stoffe           23200000 Mk.
  Tierische Stoffe              5542000  "
  Mineralische, fossile Stoffe   266000  "
  Gewerbliche Erzeugnisse        634000  "
                               ------------
                      Zusammen 29642000 Mk.

oder rund 30 Millionen Mark. 1907: 41 Millionen Mark.

Hiervon wurden nach Deutschland eingefhrt fr 19 Millionen Mark, das
ist ber 63%. Die brigen Waren gingen zum Teil in afrikanische
Nachbargebiete, zum Teil nach anderen Lndern Europas und nach Asien.

Mit der weiteren Erschlieung der Kolonien durch Eisenbahnen wird sich
die Ausfuhr mehr als bisher ber deutsche Hfen und damit nach
Deutschland selber lenken.

$Die Gesamtausfuhr unserer Schutzgebiete in den Jahren 1900-1906.$ (In
tausend Mark.)

                      1900  1901  1902  1903  1904  1905  1906

  Ostafrika           4294  4623  5283  7054  8951  9950 10995
  Kamerun             5886  6264  6652  7565  8021  9315  9946
  Togo                3059  3691  4194  3616  3551  3957  4199
  Sdwestafrika        908  1242  2213  3444   299   216   383
  Neu-Guinea          1009  1403  1121  1206  1184  1335  1562
  Karolinen, Marianen  264   483   459   771   480   334   483
  Marshall-Inseln      556   676   505   522   583   700   570
  Samoa               1266  1006  1692  1385  1675  2029  3026
  ------------------------------------------------------------
  Zusammen           17242 19408 22119 25563 24744 27836 31164[1]

[1] Der Unterschied gegen die Gesamtsumme auf S. 91 erklrt sich
dadurch, da hier auch die Geldausfuhr mitgezhlt ist, dort aber nicht.
Im Jahre 1907 betrug die Gesamtausfuhr 41 Millionen Mk.

Die Gesamtausfuhr ist also von 17 Millionen Mk. im Jahre 1900 auf 31
Millionen Mark im Jahre 1906 und 41 Millionen Mark 1907 gestiegen. Die
Steigung ist eine stetig fortschreitende mit der einen Ausnahme von
1904, wo durch den Aufstand in Deutsch-Sdwestafrika die Ausfuhr dieser
Kolonie von 3444000 Mk. auf 299000 Mk. sank. Obgleich dieser Tiefstand
bis heute anhlt, war der dadurch entstandene Ausfall an der
Gesamtausfuhr der Kolonien doch schon im folgenden Jahre durch die
vermehrte Produktion der brigen Kolonien wieder wett gemacht.

$Deutschlands Bedarf an kolonialen (d. i. tropischen) Rohstoffen im
Jahre 1906.$

  Baumwolle                  480,50 Millionen Mark
  Tierische Produkte         515,00     "      "
  Nahrungs- und Genumittel  433,00     "      "
  lprodukte                 214,00     "      "
  Hanf                       172,75     "      "
  Kautschuk                  153,50     "      "
  Gerbstoffe und Hlzer       39,00     "      "
                        ---------------------------
                   Zusammen 2007,75 oder rund
                                2 Milliarden Mark.

Die Gesamtausfuhr $unserer Kolonien an diesen Rohstoffen$ betrug im
gleichen Jahre:

  Baumwolle                  0,34 Millionen Mark
  Tierische Produkte         4,63     "      "
  Nahrungs- und Genumittel  2,25     "      "
  lprodukte                10,43     "      "
  Hanf                       1,28     "      "
  Kautschuk                  8,12     "      "
  Hlzer                     0,13     "      "
                        ---------------------------
                   Zusammen 27,18 oder
                        27 Millionen 180000 Mark.

Wir mssen also jhrlich noch fr fast zwei Milliarden Mark kolonialer
Rohstoffe im Auslande kaufen.




Alphabetisches Verzeichnis der Nutzpflanzen.


  Banane, 23.
  Batate, 22.
  Baumwolle, 56.
  Baumwollsaat, 59.
  Castilloa elastica, 75.
  Catechu-Akazie, 81.
  Cinchonarinde, 84.
  Clitandra, 71.
  Dattelpalme, 22.
  Erdnu, 51.
  Ficus Vogelii, 73.
  Gerberakazien, 81.
  Gummiakazie, 79.
  Gummibaum, 74.
  Guttapercha, 80.
  Hevea, 76.
  Ingwer, 41.
  Jams, 20.
  Jute, 65.
  Kaffee, 27.
  Kakao, 19.
  Kampferbaum, 83.
  Kapok, 60.
  Kautschuk, 69, 77.
  Kawa-Wurzel, 22.
  Kickxia, 69.
  Kokospalme, 47.
  Kolanu, 31.
  Landolphia, 71.
  Mangroven, 82.
  Manihot Glaziovii, 72.
  Mais, 13.
  Manilahanf, 67.
  Maniok, 19.
  lpalme, 45.
  Pandanus, 67.
  Pfeffer, 39.
  Pfeilwurz, 21.
  Ramie, 68.
  Raphiapalme, 67.
  Reis, 15.
  Sansevierahanf, 63.
  Schibutter, 49.
  Sesam, 53.
  Sisalagave, 61.
  Sorghum, 17.
  Strophanthus, 86.
  Tabak, 43.
  Talerkrbis, 55.
  Tee, 29.
  Telfairia pedata, 55.
  Vanille, 33.
  Zimt, 35.
  Zuckerrohr, 37.

[Illustration]





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ihre wirtschaftliche Bedeutung fr das Mutterland, by Diedrich Westermann

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THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
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distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
Gutenberg-tm License available with this file or online at
  www.gutenberg.org/license.


Section 1.  General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
electronic works

1.A.  By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement.  If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B.  "Project Gutenberg" is a registered trademark.  It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement.  There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement.  See
paragraph 1.C below.  There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
works.  See paragraph 1.E below.

1.C.  The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
Gutenberg-tm electronic works.  Nearly all the individual works in the
collection are in the public domain in the United States.  If an
individual work is in the public domain in the United States and you are
located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
are removed.  Of course, we hope that you will support the Project
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freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
the work.  You can easily comply with the terms of this agreement by
keeping this work in the same format with its attached full Project
Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D.  The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work.  Copyright laws in most countries are in
a constant state of change.  If you are outside the United States, check
the laws of your country in addition to the terms of this agreement
before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
creating derivative works based on this work or any other Project
Gutenberg-tm work.  The Foundation makes no representations concerning
the copyright status of any work in any country outside the United
States.

1.E.  Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1.  The following sentence, with active links to, or other immediate
access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org

1.E.2.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
and distributed to anyone in the United States without paying any fees
or charges.  If you are redistributing or providing access to a work
with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
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1.E.9.

1.E.3.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
terms imposed by the copyright holder.  Additional terms will be linked
to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

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License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5.  Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6.  You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
word processing or hypertext form.  However, if you provide access to or
distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
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you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
form.  Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7.  Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
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unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8.  You may charge a reasonable fee for copies of or providing
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that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
     the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
     you already use to calculate your applicable taxes.  The fee is
     owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
     has agreed to donate royalties under this paragraph to the
     Project Gutenberg Literary Archive Foundation.  Royalty payments
     must be paid within 60 days following each date on which you
     prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
     returns.  Royalty payments should be clearly marked as such and
     sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
     address specified in Section 4, "Information about donations to
     the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
     you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
     does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
     License.  You must require such a user to return or
     destroy all copies of the works possessed in a physical medium
     and discontinue all use of and all access to other copies of
     Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
     money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
     electronic work is discovered and reported to you within 90 days
     of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free
     distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
electronic work or group of works on different terms than are set
forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
collection.  Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
works, and the medium on which they may be stored, may contain
"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
your equipment.

1.F.2.  LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees.  YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3.  YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3.  LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from.  If you
received the work on a physical medium, you must return the medium with
your written explanation.  The person or entity that provided you with
the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
refund.  If you received the work electronically, the person or entity
providing it to you may choose to give you a second opportunity to
receive the work electronically in lieu of a refund.  If the second copy
is also defective, you may demand a refund in writing without further
opportunities to fix the problem.

1.F.4.  Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS', WITH NO OTHER
WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation information page at www.gutenberg.org


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at 809
North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887.  Email
contact links and up to date contact information can be found at the
Foundation's web site and official page at www.gutenberg.org/contact

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org

Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit www.gutenberg.org/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit:  www.gutenberg.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For forty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.

Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
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