The Project Gutenberg EBook of Die Ehrgeizige, by Heinrich Mann

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org/license


Title: Die Ehrgeizige

Author: Heinrich Mann

Release Date: July 28, 2013 [EBook #43335]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE EHRGEIZIGE ***




Produced by Jens Sadowski






                     NEUE REIHE
                      BAND 19




                   1.--5.TAUSEND




                   HEINRICH MANN

                  DIE EHRGEIZIGE

                      NOVELLE




                       1920
                      MNCHEN
           ROLAND-VERLAG DR. ALBERT MUNDT





Da er der Frau des Gemeindesekretrs die schne Alba Nardini vorzog, mute
der junge Tenor Nello Gennari mit dem Leben ben. Frau Camuzzi hatte
geschickt gehandelt; niemand ahnte, sie sei es gewesen, die Alba auf die
Frau des Schneiders eiferschtig gemacht und sie in solchen Wahnsinn
getrieben hatte, da sie den Geliebten und sich erstach. Ungefhrdet htte
sie weiterleben knnen. Vier Wochen spter aber verschwand sie aus der
kleinen Stadt.

Von Florenz schrieb sie ihrem Gatten, da sie den Gedanken nicht lnger
habe ertragen knnen, sie solle an seiner Seite altern. Denn er habe keinen
Ehrgeiz. Statt sich in die Politik zu werfen, zu handeln, zu steigen, statt
seiner Frau, die nach ihnen lechze, die Hhen der Welt zu erschlieen,
halte er sie nieder, lasse sie verkmmern im Dunstkreis seiner trgen
Skepsis; und die Macht in der Stadt behalte ein Marktheld wie der Advokat
Belotti. Noch sei sie jung; und so habe sie denn auf eigene Verantwortung
den Schritt getan, den er sie nicht habe fhren wollen. Als Geliebte des
berhmten Knstlers Cavaliere Giordano trete sie in die groe Welt ein, der
sie sich gewachsen fhle. Mit vollem Bewutsein habe sie sich ihr Schicksal
geschaffen. Camuzzi solle nicht versuchen, sie zu hindern, es wre unntz.

Die Wahrheit war, da sie sich dem alten Giordano nicht aus Ehrgeiz
hingegeben hatte, sondern im Dienst ihrer Rache an Nello Gennari, und da
sie es schon getan hatte, als er in der kleinen Stadt weilte. Ein
ahnungsloses Wort des alten Sngers htte das Miverstndnis zerreien
knnen, dem der junge erliegen sollte. Darum behielt Frau Camuzzi ihn bei
sich im Zimmer, bis endlich die ganze Operntruppe von dannen war und Nello
sich im Hause des Schneiders verborgen hatte, unwissend, da er nicht
bestimmt sei, mit Alba zu fliehen, vielmehr mit ihr zu sterben . . . Nun
aber waren sie fort, die Komdianten. Die kleine Stadt, die dank ihnen
kurze Zeit ein gesteigertes Lebensgefhl gekannt hatte, fiel zurck in um
so grauere Nchternheit, und Frau Camuzzi hinter ihren verschlossenen
Fensterlden litt die Qualen der lebendig Begrabenen. Sie hatte sich
gezeigt, wer sie war und was sie vermochte. Dort oben in der steinigen Erde
des Friedhofes lagen zwei, deren Verhngnis, allen unbekannt, sie gewesen
war. Im Bewutsein ihrer entsetzlichen Macht sa sie stundenlang reglos auf
ihrem Bett, die Augen in den groen schwarzen Augen, die aus dem Spiegel
starrten. Pltzlich aber drckte sie sie ins Kissen, krmmte sich ganz
zusammen und erstickte ihr Sthnen. Denn ihre Macht war Ohnmacht gewesen:
sie hatte nicht machen knnen, da Nello sie liebte! Jene beiden verhhnten
sie noch aus dem Grabe. Nachts hrte sie ihre Stimmen; sie sprachen von
Umarmungen, die sie ihr stahlen. Nello, ich tte dich! -- Das hast du
schon getan. Was kannst du noch! Ich liebe Alba. Dann, Gesicht und Hals
na von Trnen, erwachte sie, und neben ihr atmete wohlig dieser Mann, dem
es gut ging, da er sein Leben lang Gemeindesekretr und ihr Gatte zu sein
dachte. Das nicht, das nicht! -- und eines Morgens in der Dmmerung bestieg
sie drunten am Stadttor ein Wgelchen, weil fr solch eine kleine Stadt
beides zu gro gewesen war, ihre Tat und ihre Liebe.

Der Gemeindesekretr in seiner tiefen Ueberzeugung, da die Welt trotz
aller menschlichen Anstrengungen doch immer am selben Fleck bleibe und
eigentlich nichts geschehe, war sehr erstaunt, als ihm seine Frau
durchging. Er machte die Reise nach Florenz, bestellte sie in ein Caf, und
sie kam auch, denn sie kannte ihn. Er sagte ihr nichts, was ein mavoller
und klarsichtiger Mann nicht sagen konnte. Er wollte sie an keine
Empfindung erinnern, die sie daheim zurckhalten knne. Kinder seien nun
einmal nicht da, und fr sich selbst bitte er nicht. Aber sie sollte ihre
eigenen Chancen erwgen. Die seien nicht gro, denn sie kenne die Welt
nicht, sei, was sie sich auch einbilde, eine Kleinstdterin und auch nicht
schn genug fr das, was sie vorhabe, nicht von der verfhrerischen, den
Mann herabziehenden Schnheit, die solchen Frauen zum Erfolg verhelfe.

Aber jene haben keinen Verstand, und ich wei, was ich will. Uebrigens
bleibt mir keine Wahl, denn bei dir kann ich nicht lnger leben.

Der Gatte gab zu, da man mit dieser Tatsache rechnen msse. Er halte sie
fr krank, werde dies zu Hause angeben und ihre Rckkehr innerhalb der
nchsten acht Wochen in Aussicht stellen. Sie sei ihm stets willkommen;
Gewalt und Skandal lgen nicht in seiner Absicht. Romantische Einflsse
trgen wohl die Schuld an allem, wiederholte er mehrmals; und er nannte
sogar den Namen Nello Gennari, wenn auch ohne unvorsichtige Folgerungen. Er
war ein kluger Gatte. Frau Camuzzi, die seiner Einladung nur gefolgt war,
weil es nichts zu befrchten gab, hate ihn, wie er nun fortging, ohne sich
aufgeregt zu haben, noch heftiger.

Andererseits war das Zusammenleben mit dem Cavaliere Giordano nicht reich
an Reizen. In seinem Hause war der Aufenthalt einer Frau nicht vorgesehen.
Die Zimmer glichen Ausstellungen von Porzellan und Goldwaren; unter jeder
Vase, jedem Schrein eine Tafel: Von Seiner Majestt dem Kaiser von
Ruland, Von der Stadt Buenos Aires; und in seinem Schlafzimmer hingen
die alten goldenen Krnze, Vom Maestro Rossini, Von Madame Ratazzi,
ber allen Wnden und bis auf das Bett des alten Sngers; dies Prunkbett,
mit rotem Damast zwischen den vergoldeten Schnitzereien, war ein Geschenk
der Kaiserin Eugnie. Frau Camuzzi sa des Abends mit ihm im Caf, als
einzige Frau unter seinen Freunden. Wenn alle anderen fort waren, blieben
sie beide noch sitzen; der Alte wartete auf den Schlaf, und sie spielten
Domino.

Er blies sich auf, so oft er mit ihr durch die Straen ging. Die Gre nahm
er mit bedeutsamem Lcheln an, und auf Glckwnsche entgegnete er:

Man sieht wohl, der Ruhm ist nicht eitel. Wir berhmten Mnner haben vor
euch andern dennoch etwas voraus; denn in einem Alter, wo Schnheit und
Kraft nicht mehr fr uns werben, ist es unser groer Name, der eine Frau
von weitem herbeizieht. Dies Geschpf wre zugrunde gegangen ohne mich.

Sie hatte es ihm gesagt, und er war berzeugt davon. Geschmeichelt durch
die Macht, die ihm, so spt noch, ber ein Leben gegeben war, fate er eine
wahre Zuneigung fr die junge Frau. Vor dem Schlafengehen, wenn er sie
schon auf die Stirn gekt hatte, behielt er manchmal noch vterlich und
gedemtigt zugleich, ihre Hand in der seinen. Warum hatte er sie nicht
frher gekannt, als er einer Frau mehr zu sein vermochte als heute!
Freilich wrde er damals den Wert einer Liebe wie der ihren vielleicht
nicht verstanden haben. Das Leben war grausam, man mute auf Gott hoffen
. . . Um so freigebiger kam er allen Wnschen seiner Freundin zuvor. Man
begann, wo sie vorberfuhr, nach dem Namen dieser eleganten Frau zu fragen.
Der alte Snger sah sich nach einer Villa um, die er ihr zu schenken
dachte. Denn sein Haus hatte er als Museum seines Ruhmes der Stadt
vermacht.

Dies alles aber war nicht geeignet, dem jungen Gino zu gefallen, einem
liebenswrdigen Bummler, der neben dem Spiel und den kleinen Geschenken der
Frauen mit nichts so sehr rechnete wie mit der offenen Hand seines Onkels,
des Cavaliere Giordano. Die hbsche Intrigantin, die sich bei dem armen
Alten eingenistet hatte, mochte ihm, Gino, immerhin se Augen machen, das
hinderte nicht, da er sich bedroht fhlte. Was wollte sie? Den Alten
heiraten? Oder ihn selbst, den gesetzlichen Erben? Manchmal verliebte er
sich fr einen Abend; und manchmal verfolgte er das Ziel, sie zu verfhren
und sich von seinem Onkel mit ihr erwischen zu lassen. Frau Camuzzi selbst
erlste ihn aus seinen Zweifeln. Die Erbschaft des Sngers schien ihr nicht
bedeutend genug, um ihretwegen die Laufbahn, der sie sich bestimmte, mit
einem Skandal zu erffnen. Eines Nachmittags, als der Alte schlief, rief
sie den Neffen in ihr Zimmer. Die roten Vorhnge belebten ihre Haut, ihre
Matinee war kleidsam; der junge Mann zeigte sich angeregt, sie hatte Mhe,
ihn an den Ernst des Lebens zu erinnern. Ihre Interessen widersprechen sich
gar nicht. -- Nein, erwiderte er, denn er werde glcklich sein, sie
zufrieden zu sehen, sogar auf seine Kosten.

Das ist eine unvorsichtige Aeuerung. Aber es ist, als sei sie nicht
getan, denn von mir haben Sie nichts zu frchten, ich werde Florenz bald
verlassen haben.

Und auf seine enttuschten Ausrufe:

Warum sollten wir nicht offen miteinander reden? Wir kennen uns, weder Sie
noch ich halten uns hier im Hause zu unserm Vergngen auf. Ich bin
hergekommen, um durch den Cavaliere mit Leuten bekannt zu werden, die mir
ntzen knnten; denn ich habe hhere Zwecke, als sie glauben.

Indes er die Augen aufri, setzte sie ihm auseinander, da sie sich
berzeugt habe, in Florenz sei weder viel Geld noch groe Macht zu
erwerben. Die Gesellschaft sei vorurteilsvoll, das politische Treiben
belanglos. Er rhme sich doch seiner Bekannten in Rom, aller dieser
Journalisten, dieser Deputierten.

Das bewegte Leben, der weitverzweigte Einflu, die Intrigen, das ist's,
was mich anzieht. Welches Spiel mit Menschen treibt ein Mann wie der Conte
Malfigi, und welches Spiel wrde erst eine Frau treiben, die ihn in der
Hand htte!

Der junge Gino lchelte berlegen zu den abenteuerlichen Vorstellungen
dieser kleinen Provinzlerin; er ffnete den Mund, um ber den Conte Malfigi
etwas zu erzhlen, besann sich aber rechtzeitig. Er wollte ihr helfen, bei
seinen Verbindungen sei es leicht. Sie mge auf ihn zhlen. Und er nahm
Abschied, beruhigt ber die Zukunft seines Erbes, aber belwollend
gestimmt, weil in den Plnen der interessanten Frau ihm selbst eine so
untergeordnete Rolle zugeteilt war.

Schon tags darauf kam er wieder zur selben Stunde und in Begleitung eines
schnen, bedeutenden Mannes gegen vierzig. Er stellte vor: Conte Malfigi.
Denn es traf sich auerordentlich, der berhmte Politiker und Lebemann war
vorbergehend in Florenz. Er erklrte, die Einladung seines jungen Freundes
sei ihm ein lngst gesuchter Anla gewesen, die schne und ungewhnliche
Frau kennen zu lernen, von der man auch in Rom schon spreche. Er blieb bis
kurz vor dem Erwachen des Cavaliere Giordano. Dieselbe Stunde fhrte ihn
das zweitemal zu Frau Camuzzi, und Gino fehlte. Ihre dritte Zusammenkunft
aber verlegten sie bereits in ein mbliertes Hotel auerhalb des Zentrums
der Stadt. Der mchtige Mann zeigte sich begeistert von seiner Eroberung;
er sei entschlossen, Florenz nur mit ihr zu verlassen. Sie sagte einfach:
Ich liebe dich, ich folge dir. Garantien zu verlangen, verschmhte sie,
sie vertraute ihrer Kunst. In Rom bezogen sie nicht den Palazzo Malfigi,
sondern whlten, um sich einige Tage ungestrt zu lieben, ein kleines
Hotel, wo der Conte unbekannt war. Erst des Abends gingen sie aus,
beschrnkten sich im Theater auf die Rckpltze der Logen, in den
Restaurants auf die separierten Salons, und hatten wirklich das Glck,
unbeachtet zu bleiben. Der Conte vermied es sogar, sich Geld zu holen. Als
er keins mehr hatte, gab Frau Camuzzi das ihrige her. Endlich erklrte er,
den Sitzungen der Kammer nicht lnger fernbleiben zu knnen; er wolle sie
nun in sein Haus fhren. Sie widerstand nur zum Schein; der Liebestraum
whrte ihr schon zu lange. Wie sie beim Bahnhof vorberkamen, wunderte er
sich, da sein Wagen nicht da sei. Sie nahmen eine Droschke. Er war bleich
und seufzte oft. Pltzlich sagte er:

Nun ist das Unglck geschehen, ich liebe dich wirklich.

Ist das ein Unglck? fragte sie.

Er sagte: Unter diesen Umstnden wohl. Denn ich sollte dich nur zum Scherz
lieben, da ich ja gar nicht der Conte Malfigi bin.

Sie sank hart auf das Polster, ihre Augen waren schwarz wie nie, und ihre
Lippen lagen wei aufeinander. Er hatte vollauf Zeit zu berichten. Er war
ein Versicherungsbeamter und mit dem jungen Gino befreundet, der ihn
angestiftet und ihn mit Geld versehen hatte.

Aber jetzt liebe ich dich. Verzeihe mir und bleibe bei mir!

Sie lie den Wagen halten und sagte:

Steigen Sie aus!

Dann fuhr sie weiter, ohne zu wissen, wohin. Nach Florenz konnte sie nicht
zurckkehren; in ihrem Abschiedsbrief an den Cavaliere Giordano stand ein
unvorsichtiger Satz mit Bezug auf die Prahlereien des Alten, die sie so oft
gedemtigt hatten. Wie sollte sie auch nur den Kutscher bezahlen?
Schlielich lie sie sich zu einem Juwelier fahren und verkaufte einen
Ring.

Sie mietete ein Zimmer, das rmste, billigste, das zu finden war, und in
dem Augenblick, da sie es betrat, schwur sie sich, nur gegen den Palazzo
Malfigi werde sie es vertauschen. Sie stellte sich diese Aufgabe als Bue
ihrer Einfalt, je schwerer sie war, desto schauerlicher die Wollust der
Anspannung. Eine mittellose Frau, nicht mehr ganz neu angezogen, ohne einen
einzigen Bekannten in dem gierigen Gewimmel der Hauptstadt -- und nahm sich
vor, bis in ihre begehrteste Mitte vorzudringen und eine ihrer Herrinnen zu
werden. Sie besuchte das Parlament und lie sich den Abgeordneten Malfigi
zeigen. Es war ein halber Greis von fnfundfnfzig, etwas lcherlich
zurechtgestutzt. Er redete auch und machte ein paar Witze ber die
Priester. Frau Camuzzi mute an den Advokaten Belotti denken, den groen
Freigeist ihrer kleinen Stadt, der den Pfarrer Don Taddeo bekmpfte, aber
gleich dem letzten alten Weib an die Evangelina Mancafede glaubte, die
Unsichtbare, die aus ihrem dunklen Winkel hinter dem Turm nie hervorkam und
dennoch alle Schicksale der Stadt kannte, noch bevor sie eintraten. Die
Kammer und ihre Redeschlachten schienen ihr ein vergrertes Abbild des
heimischen Marktplatzes. Wenn zu Hause der Baron Torroni durchaus nicht
wollte, da der Wirt Malandrini zum Stadtverordneten gewhlt werde, so
frchtete er von ihm einen Streich, weil er mit seiner Frau etwas gehabt
hatte. Und Frau Camuzzi sah sich auf der Tribne des Parlaments die Damen
an, die den Reden der Abgeordneten zuhrten. Welche von ihnen stak hinter
dem, was jetzt gesagt wurde? Spter einmal wrde es hier gewichtige Herren
geben, durch deren Mund sie selbst ihren Einflu spielen lie und ihre
Geschfte besorgte!

Dann ging sie ins Caf Aragno, um von den Journalisten die
Kulissengeheimnisse zu erlauschen. Sie sa da mit ihrer Zigarette,
unbeteiligt und unnahbar. Die jungen Leute taten vergeblich wichtig
voneinander, damit sie hinshe. Als eines Tages mitten aus dem Rudel hervor
ihr Landsmann Savezzo auf sie zukam, begrte sie ihn khl, obwohl sie die
ganze Zeit auf ihn gewartet hatte. Er sah noch abgeschabter aus als daheim,
aber auch noch verbissener. Er war auf dem Marsch! Die Gesellschaft
korrupter Mittelmigkeiten hier hielt zusammen gegen ihn und sein Talent,
wie zu Hause die Clique der Herren. Aber er wrde eindringen und hindurch,
hinan! Er erzwang sich Achtung mit Artikeln in den kleinen Revuen, wo die
Kommenden drngten und bohrten. Schon war, beim Krach der Allgemeinen
Kreditbank, da die Entrstung im Publikum berhand nahm, eine groe Zeitung
gentigt gewesen, ihm ihre Spalten zu ffnen, als der Stimme der Jugend.

Er erlangte mit Mhe die Erlaubnis, ihr seine Freunde vorzustellen, mute
aber sofort bemerken, da mehrere, die schon ber Verbindungen verfgten,
besser behandelt wurden als er. Eines Abends erschien sie nicht, und auch
einer der jungen Leute blieb fort. Am nchsten Tage erwartete Savezzo sie
auf der Strae, um ihr eine Szene zu machen. Sie antwortete, sie sei
gestern nicht gekommen, weil sie Gelegenheit gehabt habe, eine ihr wichtige
Persnlichkeit kennen zu lernen: den Sekretr des Abgeordneten Malfigi.
Auch eine Ehre, meinte Savezzo: der Sekretr eines ausgesogenen Lebemannes
und erledigten Politikers, den schon keine Frau mehr plndere und kein
Finanzmann mehr besteche. Er selbst, Savezzo, habe ihn lngst gebrandmarkt.
Eine berlebte Figur, nur noch vorhanden, weil die Provinz fortfahre, an
die alten Gren zu glauben. Frau Camuzzi antwortete darauf nicht, und
Savezzo, der ihr nachsprte, hatte noch oft die schlimmste Eifersucht zu
leiden. Denn sie erhrte ihre jungen Kameraden dafr, da sie sie in eine
Gesellschaft einfhrten, oder nur fr eine ntzliche Auskunft, an Tagen der
Not sogar, um essen zu knnen. Sie machte ihre hrteste Zeit durch. Savezzo
knirschte, weil nur er davon nichts hatte. Welch ein Sieg ber die
hochmtige Sippe daheim, htte er eine ihrer Frauen in seine Gewalt
bekommen! Frau Camuzzi scheute gerade seine Indiskretion. Wenn er ihr
sagte: Wir werden zusammen steigen! Allen diesen Leuten werden wir den Fu
in den Nacken setzen! so lchelte sie nur. Sie war berzeugt, er werde
nicht durchdringen, mit brutaler Emprung sei nichts zu machen. Sich
anschmiegen, sich hineinstehlen in die Welt der groen Diebe, hassen,
verfhren und betrgen: das war der Weg.

Auch dem Sekretr des Conte Malfigi schlug endlich die Stunde, da Frau
Camuzzi ihn glcklich machte; und sie schlug keinen Augenblick frher, als
bis er die Bedingung erfllt und Frau Camuzzi eine Stellung bei seinem
Herrn verschafft hatte. Jetzt wohnte sie also im Palazzo Malfigi, und der
Abgeordnete diktierte ihr seine Reden, die sie geistreicher niederschrieb,
als sie waren. Freudig erstaunt ber seine Erfolge in der Kammer, ward er
aufmerksam auf seine Mitarbeiterin, fr deren Eifer es offenbar nur die
Erklrung gab, da sie ihn liebte. So oft er ihr nun diktierte, lie er
jedem andern die Tr verbieten. Er bekundete ihr sein Interesse; und sie
widerstand. Sie zeigte sich ihm als Frau von Erziehung und
Menschenkenntnis, erworben durch schwere Schicksale; gab ihm Winke ber
Leute, die ins Haus kamen, und Ratschlge, die sich bewhrten. Seine
Begriffe von ihr vernderten sich schnell so weit, da er sie zur Tafel
hinzuzog, auch wenn Senatoren und Minister da waren. Die Hausgenossen
bekamen Befehl, ihr als einer Dame von Rang zu begegnen. Sie wrden
ohnedies nichts anderes gewagt haben, denn Frau Camuzzi hatte lngst jeden
von ihnen in der Hand. Sie kannte die Diebereien der Diener, machte dem
Kaplan Komplimente ber sein blhendes Aussehen, wenn er die ganze Nacht
dort oben im vierten Stock seinen kleinen Freunden ein Gelage gegeben
hatte; und was den Haushofmeister betraf, hatte Frau Camuzzi die Vorsicht
gebt, Briefe zu ffnen, die er von der bisherigen Geliebten des Conte
Malfigi bekam; sonst htten die beiden ungestrt dem armen Conte die
Vaterschaft zuschieben knnen an dem Kind, das erwartet wurde. Am meisten
betroffen aber war der Sekretr. Er hielt es kaum mehr fr wahr, da er
einmal vertrauliche Beziehungen gehabt haben sollte zu der Frau, die nun
das Haus und den Herrn beherrschte und ihm selbst die Mitwisserschaft an
dem, was vorging, schon vollstndig abgenommen hatte. Er trstete sich
damit, da die ganze Herrlichkeit auch sonst nicht mehr lange gedauert
haben wrde; denn so viel konnte er sich sagen, da das neuerdings so
zerfahrene Wesen seines Prinzipals mit dem bevorstehenden Proze der
Kreditbank zusammenhnge. Sein Name war auf der Liste der Bestochenen, das
wute im Caf jeder; und morgen oder bermorgen konnte es in den Zeitungen
stehen.

Frau Camuzzi, die noch mehr wute, lie den Conte schon seit acht Tagen
keine Minute aus dem Auge. Zu seinen Verabredungen folgte sie ihm heimlich
in einem Mietswagen. Zog er sich in sein Arbeitszimmer zurck, blieb sie an
der Tr und lauschte. Einmal sthnte er ungewhnlich viel, sie hrte ihn
Schiebladen ffnen und zustoen, dann ein merkwrdiges Knacken: da trat sie
ein. Malfigi hielt einen Revolver in der Hand. Sie nahm ihn ihm fort und
sagte:

Glauben sie denn wirklich, da es so schlimm steht?

Er deutet nur nach dem Schreibtisch, auf ein neidgelbes Heft des
Morisators. Sie kenne den Artikel, sagte Frau Camuzzi; schon vor seinem
Erscheinen habe sie ihn gekannt. Der Verfasser, dieser Savezzo, sei ihr
Freund.

Und sie haben mir nichts gesagt! Sie sind also auch meine Feindin?

Sie setzte ihm auseinander, da dieser Savezzo ein Fanatiker sei, vielmehr
ein Mensch, der seinen Erfolg auf der Wahrheit zu begrnden hoffe, wie die
andern auf dem -- Entgegenkommen. Mit Geld sei er nicht aus dem Wege zu
rumen, Malfigi habe schon genug Geld ausgeteilt.

Fast mein letztes, und er raufte sich das sprliche Haar. Auch dem
Senator Russo habe ich Geld gegeben, damit seine Zeitung schweigt. Und
jetzt klagt uns dieser Mensch gemeinsam an!

Aber das ist das Beste, was geschehen konnte, und es hat mich unendlich
Mhe gekostet, das Material gegen Russo zu beschaffen.

Wie? Sie? Sie sind es, die mich umbringt?

Es dauerte lange, bis sie ihn so weit hatte, da er ihr zuhrte. Eine
Anklage von seiten des Savezzo sei die sicherste Rehabilitierung, die einem
Verdchtigen widerfahren knne. Die Presse, die fr sein Geld vielleicht
nicht immer nach Wunsch gearbeitet haben wrde -- ihr sei darber einiges
bekannt geworden --, jetzt werde sie eine Phalanx des Schweigens bilden
gegen den Verrter, der sie selber fortwhrend besudle und auch in diesen
Angriff einen der ihren verwickle. Kein Zeuge werde sich noch finden
lassen, der vor Gericht die Echtheit der den Abgeordneten und Exminister
Malfigi belastenden Schriftstcke zugebe. Sogar die Mhe des Leugnens werde
er sich sparen knnen, denn auch das Gericht werde seinen Namen mit
Schweigen verdecken. Schlielich sagte er tiefgerhrt.

Dann wren sie meine Retterin.

Nicht ich, erwiderte sie langsam. Ich habe viel zur Madonna gebetet.
Auch sie sollen es tun.

Sie sind also fromm? Er wollte lachen. Aber sie fragte ihn, ob er sicher
sei, da dies alles nicht eine Strafe der Madonna sei, die er so oft
verleugnet habe. Sie erhob die gefalteten Hnde.

Die schne alte Madonna Ihres berhmten Geschlechts, das sie immer
beschtzt hat! Wie lange schon wartet sie vergebens auf sie in der Kapelle
dieses Hauses! Sie mssen zu ihr zurckkehren, versprechen sie es mir, noch
heute Nacht!

Er gestand, da er daran gedacht habe. Denn man knne nie wissen. Auch sein
Kaplan habe ihm davon gesprochen.

Das wute Frau Camuzzi, denn sie selbst hatte es bewirkt.

Aber erst Ihre schnen Augen bestimmen mich. Und als alle schliefen,
schlich er hinunter. Die Tr der Kapelle kreischte; Malfigi hielt an, er
schmte sich, und er ward eigentmlich bedrckt von diesen lange gemiedenen
Schatten, aus deren Tiefe es unsicher flimmerte. Vor der Madonna brannte
die silberne Lampe wie in seiner Kindheit. Malfigi wollte schon hinknien
wie einst, besann sich aber und breitete zuerst sein Taschentuch ber die
Altarstufe. Dann sah er unschlssig hinauf in die Augen der Madonna, die
gro, schwarz und voll geheimnisvollen Lebens waren. Sie schienen zu
wissen, da sie ihn ansahen, ja, sie schienen Erlaubnis zu nicken . . . und
da betete der Abgeordnete. Er betete, da die Zeitungen schweigen und das
Gericht sich nicht mit ihm beschftigen mge. Die Madonna sah ihn an, als
sei sie mit allem einverstanden. Hoffnung berflutete sein Herz, er weinte.
Wie er sich aber die Augen trocknete, gewahrte er, da auch im Auge der
Madonna ein Tropfen hing: nun fiel er auf den Altar! Malfigi sprang auf,
besinnungslos, zum Schreien bereit. Die Wand entlang schlich er nochmals
hin. Hatte er sich nicht getuscht? Nein! Jesus! Die Augen des Bildes waren
ihm gefolgt. Da floh er, stolperte hinaus und hielt sich das Herz. Er
beruhigte sich; Malfigi empfand Zorn, weil er sich hatte verjagen lassen,
und einen fast jugendlichen Drang, den Rausch dieses Wunders weiter zu
erleben, ihm auf den Grund zu kommen, sei es mit Gefahr des Lebens. Er
lauschte noch im Dunkel des Vestibls: da schwebte eine Gestalt im langen
Mantel aus der Kapelle hervor, an ihm vorbei und die Treppe hinan. Er
hastete hinterdrein, verlor sie in den Korridoren, irrte umher und suchte.
Wie er dann sein Zimmer betrat und Licht machte, sahen aus dem Vorhang am
Bett die Augen der Madonna! Er strzte darauf los, der Vorhang ffnete sich
. . .

Du hast mir mein Jugendfeuer zurckgegeben, sagte eine Stunde spter der
Conte Malfigi. Jetzt liebe ich dich wirklich.

Dann verstehst du auch, erwiderte Frau Camuzzi, warum ich frher noch
nicht gewollt habe. Frchtest du dich jetzt noch vor dem Proze?

Nein. Durch dich bekommt man Mut.

Und bedenke, da du morgen deinem Kaplan von einem Wunder zu berichten
hast. Er wird damit in den Vatikan laufen, jetzt schtzt die Kirche dich.
Wollen die freimaurerischen Gerichte dir etwas anhaben, wird es heien, es
sei nur die Rache fr deine Bekehrung.

Daran dachte ich gar nicht. Wie du rechnen kannst!

Ihm blieb noch eine Sorge.

Ich verstehe schon, du hast dem Bilde die Augen ausgeschnitten. Aber wird
man es nicht sehen?

Wie kannst du denken? sagte Frau Camuzzi, Dem kostbaren alten Bild!
Natrlich habe ich eine Kopie genommen.

Der Abgeordnete Malfigi ward im Proze der Kreditbank nicht genannt,
vielmehr berief man ihn an die Spitze dieses Finanzinstituts. Im Parlament
war er fortan eine Sttze des patriotischen Klerikalismus. Frau Camuzzi,
von Wrdentrgern der Kirche belobt, mit Hochachtung behandelt von den
hochstehenden Persnlichkeiten, die ins Haus kamen, sah ihre politische
Laufbahn glnzend erffnet. Da das Gesetz ber die Ehescheidung ernstlich
bevorzustehen schien, leistete sie die ntzlichsten Dienste dadurch, da
sie liberale Parlamentarier umstimmte. Bei dem einflureichsten dieser
Herren gelangte sie ans Ziel vermittels eines Schferstndchens, das sie
ihm versprach, und von dem sie gleichzeitig seine Gattin benachrichtigte.
Die Frau drohte, sie werde die erste sein, die sich scheiden lasse; und da
sie das Geld hatte, war der Mann gehalten, das Zustandekommen des Gesetzes
zu verhindern.

Dies geschah in Neapel. In der Nacht, bevor Frau Camuzzi wieder abzureisen
gedachte, bebte die Erde. Ermdet von ihrer anstrengenden Mission, schlief
Frau Camuzzi noch, als im Hotel schon alles in Aufruhr war. Wie sie endlich
hervorkam, fand sie im Gang nur eine hilflos umherhuschende alte Dame, im
Nachtkostm wie sie. Frau Camuzzi ergriff sie und zog sie fort. Aber die
Treppe brannte, und aus dem Abgrund zwischen eingestrzten Mauern schlug
Qualm. Da kniete Frau Camuzzi hin und betete. Sie betete laut und mit einer
Inbrunst, die sie schttelte. Pltzlich senkte der Boden sich schrg und
die beiden Damen glitten hinab. Sie langten unten an wie auf Flgeln und
unversehrt. Die alte Dame fuhr mit Frau Camuzzi nach Rom; sie war eine
unermelich reiche Lady. Sie behauptete, nur das Gebet dieser Heiligen habe
sie gerettet. Ja, sagte sie vor dem Conte Malfigi, als sie betete, ging
ein Schein von ihr aus. Und sie schrieb ihrer Retterin einen Scheck ber
eine Million.

Kurz darauf starb der Gemeindesekretr Camuzzi. Der Abgeordnete Malfigi
ward nochmals Minister und heiratete Frau Camuzzi. Der Salon der Contessa
Malfigi gehrte ein Jahrzehnt lang und auch noch nach dem Tode des Conte zu
den einflureichsten unter den politischen Salons der Hauptstadt. Den
jungen Leuten, die regelmig bei ihr dinierten, prophezeite man die
Laufbahn des Abgeordneten, denen, die noch weiter bei ihr vordrangen, einen
Ministerposten; ihre Herkunft war nicht ganz vergessen; Legenden umrankten
sie, und man fand es pikant, ja satanistisch, da eine ehemalige Kurtisane
die neue Generation zur Reaktion und zum Klerikalismus erziehe. Sie hatte
Anhnger, ehrgeizige Liebhaber, Verbndete oder Gegner: einen ihr
gewachsenen Freund hatte sie nicht. Einmal versuchte sie, sich dem Savezzo
zu nhern, der damals auf der Hhe seiner Macht war und in seinem Jngsten
Gericht jede Woche die frchterlichste Musterung unter seinen Zeitgenossen
abhielt. Sie erinnerte ihn daran, da sie eine verwandte Geschichte htten
und zusammen gestiegen seien. Aber er lehnte schroff ab; er wollte mit
niemandem gestiegen sein. Sie erreichte nur, da er in der nchsten Nummer
seiner Zeitschrift ihre Vergangenheit entschleierte, einen verjhrten Mord
durchblicken lie und sie als Kaffeehausdirnchen erklrte, das sich die
Rolle des Weibes von Babylon anmae. Ihre Frmmigkeit sei erst in zweiter
Linie politisches Mittel; vor allem sei sie Betschwester, weil sie vorher
den damit korrespondierenden Beruf ausgebt habe . . . Sie zog Vorteil aus
dem einmal begangenen Fehler, indem sie, ohne da er es ahnte,
Persnlichkeiten mit ihm in Verbindung setzte, deren Feindschaft sie
brauchte. Enttuschungen wechselten mit Erfolgen. Kaum, da das Herz noch
strker klopfte bei einem Sieg oder einer Niederlage. Am raschesten verging
ein Tag, an dem man sich rchen konnte! Dieser unbedeutende Fiorio, als
Unterprfekt daheim in der kleinen Stadt auf ewig vergessen, wenn es nicht
der Contessa Malfigi eingefallen wre, ihn zum Prfekten zu machen: er
hatte sich erlaubt, sie verraten zu wollen. Sie hatte ihm den Abgeordneten
geschickt, den er whlen zu lassen hatte; sie hatte sogar sichere Leute
geschickt, die in ein Fenster der Prfektur schossen, so da Fiorio die
Wahlversammlungen verbieten, den Munzipalrat auflsen und ohne jede
Opposition seinen Kandidaten durchbringen konnte. Da, ein Telegramm ihres
Schtzlings an die Contessa: der Prfekt hatte nicht ihn, sondern seinen
einzigen Bruder als Regierungskandidaten aufgestellt. Sie sorgte sofort
dafr, da eine Zeitung, offenbar durch Vertrauensbruch, eine Depesche des
Ministers an den Prfekten Fiorio wiedergeben konnte, worin der Minister es
mibilligte, da der Prfekt aus wahltaktischen Grnden von gedungenen
Attenttern in seine Fenster schieen lasse. Angesichts des allgemeinen
Entrstungssturmes wagte der Minister die Depesche, die er nie geschrieben
hatte, nicht abzuleugnen; der Prfekt Fiorio ward abgesetzt.

Sie lie ihre Macht noch hher hinauf fhlen. Der Graf von Benevent, der
elegante Vetter des Knigs, hatte ein verchtliches Wort ber sie
gesprochen, und es war ihr zu Ohren gekommen. Sie gab ihm Gelegenheit, sich
zu rechtfertigen; obwohl sie ihn albern fand, zeigte sie ihm, da er ihr
gefalle. Er beging die Torheit, ihr offene Feindschaft zu erklren. Ein
Jahr spter sah sich seine Geliebte, die russische Tnzerin Lorida, in ein
weitlufiges, kaum entwirrbares Netz von Verdchtigungen verstrickt, und
der Tag kam, da sie als Spionin verhaftet ward. Nach langen ngsten, die
den Prinzen nicht weniger trafen als sie, und blogestellt von der ganzen
Presse, war sie noch froh, in ihre Heimat abgeschoben zu werden. Der Graf
von Benevent ging nach Afrika. Unter den Mitgliedern der Aristokratie, die
sich im Bahnhof eingefunden hatten, war die Contessa Malfigi. Sie sagte:
Ich habe ihm das Billet gekauft, ich mu ihn auch einschiffen.

Aber es war bestimmt, da auch ihr ein Billet gekauft werde. Zum zweiten
Mal in ihrem Leben verfiel sie der Liebe. Ein junger Mann ward ihr
zugefhrt: sie erschrak, denn sie glaubte, Nello Gennari wiederzusehen, den
Geliebten von einst, der durch sie gestorben war. Auch dieser hob so die
umflorte Stirn und lie das weichgelockte Haar so schwanken ber seinen
Augen, seinem beschatteten Lcheln, als betrauere er die eigene Schnheit.
Die Contessa Malfigi zeigte sich sofort und vor aller Welt hingerissen,
eiferschtig, voll unbedachter Triebe. Man sah eine Frau, die keiner
kannte. Sie behielt den jungen Mann im Hause, lie ihn, wenn Leute kamen,
nicht von ihrer Seite, nahm ihn in ihrem Wagen mit, aber nicht zum Korso,
wo man gesehen wird, sondern auf die alten Straen der Trmmer und Einden.
Sie schwor ihm, da sie ihn gro machen werde, zum Deputierten, zum
Minister, zum Ritter des Annunziaten-Ordens. Er solle sie lieben, er solle
sie lieben! Und er: Ich danke dir so sehr, und ich liebe dich. Aber sie
hrte wohl, es sei nicht wahr und nichts, nichts vermge sie ber ihn; denn
er war nicht ehrgeizig. Sie enthllte ihm ihre Geschfte, ihre gefhrlichen
Geheimnisse; ganz ohne Mhe fiel ihm in den Scho, was sie selbst, als sie
zuerst in dies Haus eingedrungen war, mit List und Gewalt an sich gebracht
hatte. Er konnte hier der Herr werden, wie sie die Herrin geworden war.
Tot, ich verschaffe dir den Namen eines Conte Malfigi! Ach! er glich nicht
ihr, er glich jenem Nello. Weich, schwach und trge lag er da, stumm
klagend, weil sie ihn nicht mit Geld versah und hinauslie zu seinen jungen
Freunden, damit er spiele, lache und sie betrge, sie, die nur ihn hatte,
nur ihn auf der Welt! Tot, mein Liebling, du bist Sekretr des Ministers
Afrano. Liebst du mich? Nun sank er ihr wohl in die Arme; aber sie wute,
es war nur, weil er hinaus durfte. Um so fester schlo sie ihn ein. Die
Stunden kamen, da sie ihn mihandelte, und die, in denen sie ihn floh, um
zu weinen. Sie beweinte vor dem Spiegel ihr Bild von einst, die Reize, die
ungentzt verfallen waren. Was habe ich gehabt? Ich habe Glck und Unglck
verteilt. Ich habe das Zittern von Menschen gefhlt. Man hat mich geliebt,
weil ich mchtig war. Das alles war nichts. Man hat mich betrogen! Der
Nello von einst hatte sie leiden lassen und jene Alba geliebt; und nun lag
dieser dort drinnen, bla, mit dem hilflosen Blick gefangener Tiere, und
ahnte nicht einmal ihr Elend.

Tot! rief sie durch die Tr. Sekretr eines Ministers, das wre zu
wenig fr dich. Warte noch, mein ses Herz, du wirst noch mehr werden.

Er antwortete nicht. Sie ging hinein -- und fuhr erstickend zurck. Tot
hing an der Decke.

Sie war von Sinnen, sie wollte mit ihm ins Grab. Als sie wieder weinen
konnte und gerettet war, sagte sie:

Ich htte es wissen sollen. Dieser Typus bringt mir Unglck.

Sie wollte fort, aus allem fort und zurck in ihre kleine Stadt. Nie htte
ich mich entwurzeln lassen drfen! Man hielt ihr vor, da damit ihren
Feinden gedient, ihren Freunden das Verderben bereitet wre.

Wer sind meine Freunde? Der Savezzo hat recht, in dieser harten Welt mu
jeder allein und gegen alle stehen. Ich war zu gut. Weh' dem, der ein Herz
hat!




DIE NEUE REIHE


DICHTUNG DER JUNGEN GENERATION

Jede Nr. kart. 2.--, Doppel-Nr. 3.--, Geb. in Knstler-Buntpapier
3.25, Doppel-Nr. 4.25, Sign. u. numer. Liebhaberausgaben
auf Btten in Halbperg. 25.--, in Halbled. 50.--

   Nr.    1 HERMANN KASACK, Der Mensch. Gedichte
          2 HEINR. ED. JACOB, Das Geschenk der schnen Erde. Idyllen
          3 RICHARD HUELSENBECK, Verwandlungen. Prosa
          4 IWAN GOLL, Der Torso. Stanzen und Dithyramben
       5|5a ARNOLD ZWEIG, Bennarne. Erzhlung
          6 GOTTFRIED KOELWEL, Erhebung. Gedichte
          7 ALFRED WOLFENSTEIN, Der Lebendige. Novellen
       8|8a RUDOLF LEONHARD, Beate und der groe Pan. Roman
          9 KURT HEYNICKE, Gottes Geigen. Gedichte
   10 u. 11 ALFRED LEMM, Mord Novellen. 2 Bnde. _Einzeln kuflich_
         12 HENRIETTE HARDENBERG, Neigungen. Gedichte
         13 PAUL ZECH, Gelandet. Ein dramatischen Spiel
         14 ROBERT MUELLER, Das Inselmdchen. Novelle
         15 GEORG KAISER, Juana. Einakter
         16 OSKAR SCHUERER, Drohender Frhling. Gedichte
         17 CLAIRE STUDER, Der glserne Garten. Novellen
         18 MAX HERRMANN, Die Preisgabe. Gedichte
         19 HEINRICH MANN, Die Ehrgeizige. Novelle
         20 OSKAR LOERKE, Die Chimrenreiter. Novellen
         21 FRIEDRICH BURSCHELL, Die Einfalt des Herzens. Prosa
         22 PAULA LUDWIG, Die selige Spur. Gedichte
         23 ERHARD BUSCHBECK, Georg Trakl. Ein Requiem
         24 MANFRED GEORG, Der Rebell. Novelle
         25 ALFRED VAGTS, Gedichte


In Vorbereitung:


VERKNDIGUNG

Anthologie jngster Lyrik. Herausg, v. Dr. M. Sommerfeld. Preis ca. 10.--


DER ANBRUCH

EIN JAHRBUCH NEUER JUGEND

Mit Beitrgen von P. Adler, A. Ehrenstein, A. v. Hatzfeld, P. v. Gtersloh,
P. Kornfeld, R. Mller, R. Pannwitz, E. Wei, A. Wolfenstein u. a.
K. 6.--, gb. 8.--


DIE FNF HEFTE

Eine von OTTO FLAKE geschriebene Zeitschrift

Jedes Heft Mk. 3.--, im Abonn. Mk. 12.50. Prospekt kostenlos.


DIE DICHTUNG

PROGRAMMHEFT VOR DER II. FOLGE

Mit zum Teil unverffentl. Beitrgen aller Mitarbeiter.
Verlagskatalog kostenlos. Kart. Mk. 2.--, in Buntpapier geb. Mk. 4.--





Anmerkungen zur Transkription


Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert.





End of the Project Gutenberg EBook of Die Ehrgeizige, by Heinrich Mann

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DIE EHRGEIZIGE ***

***** This file should be named 43335-8.txt or 43335-8.zip *****
This and all associated files of various formats will be found in:
        http://www.gutenberg.org/4/3/3/3/43335/

Produced by Jens Sadowski

Updated editions will replace the previous one--the old editions
will be renamed.

Creating the works from public domain print editions means that no
one owns a United States copyright in these works, so the Foundation
(and you!) can copy and distribute it in the United States without
permission and without paying copyright royalties.  Special rules,
set forth in the General Terms of Use part of this license, apply to
copying and distributing Project Gutenberg-tm electronic works to
protect the PROJECT GUTENBERG-tm concept and trademark.  Project
Gutenberg is a registered trademark, and may not be used if you
charge for the eBooks, unless you receive specific permission.  If you
do not charge anything for copies of this eBook, complying with the
rules is very easy.  You may use this eBook for nearly any purpose
such as creation of derivative works, reports, performances and
research.  They may be modified and printed and given away--you may do
practically ANYTHING with public domain eBooks.  Redistribution is
subject to the trademark license, especially commercial
redistribution.



*** START: FULL LICENSE ***

THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE
PLEASE READ THIS BEFORE YOU DISTRIBUTE OR USE THIS WORK

To protect the Project Gutenberg-tm mission of promoting the free
distribution of electronic works, by using or distributing this work
(or any other work associated in any way with the phrase "Project
Gutenberg"), you agree to comply with all the terms of the Full Project
Gutenberg-tm License (available with this file or online at
http://gutenberg.org/license).


Section 1.  General Terms of Use and Redistributing Project Gutenberg-tm
electronic works

1.A.  By reading or using any part of this Project Gutenberg-tm
electronic work, you indicate that you have read, understand, agree to
and accept all the terms of this license and intellectual property
(trademark/copyright) agreement.  If you do not agree to abide by all
the terms of this agreement, you must cease using and return or destroy
all copies of Project Gutenberg-tm electronic works in your possession.
If you paid a fee for obtaining a copy of or access to a Project
Gutenberg-tm electronic work and you do not agree to be bound by the
terms of this agreement, you may obtain a refund from the person or
entity to whom you paid the fee as set forth in paragraph 1.E.8.

1.B.  "Project Gutenberg" is a registered trademark.  It may only be
used on or associated in any way with an electronic work by people who
agree to be bound by the terms of this agreement.  There are a few
things that you can do with most Project Gutenberg-tm electronic works
even without complying with the full terms of this agreement.  See
paragraph 1.C below.  There are a lot of things you can do with Project
Gutenberg-tm electronic works if you follow the terms of this agreement
and help preserve free future access to Project Gutenberg-tm electronic
works.  See paragraph 1.E below.

1.C.  The Project Gutenberg Literary Archive Foundation ("the Foundation"
or PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
Gutenberg-tm electronic works.  Nearly all the individual works in the
collection are in the public domain in the United States.  If an
individual work is in the public domain in the United States and you are
located in the United States, we do not claim a right to prevent you from
copying, distributing, performing, displaying or creating derivative
works based on the work as long as all references to Project Gutenberg
are removed.  Of course, we hope that you will support the Project
Gutenberg-tm mission of promoting free access to electronic works by
freely sharing Project Gutenberg-tm works in compliance with the terms of
this agreement for keeping the Project Gutenberg-tm name associated with
the work.  You can easily comply with the terms of this agreement by
keeping this work in the same format with its attached full Project
Gutenberg-tm License when you share it without charge with others.

1.D.  The copyright laws of the place where you are located also govern
what you can do with this work.  Copyright laws in most countries are in
a constant state of change.  If you are outside the United States, check
the laws of your country in addition to the terms of this agreement
before downloading, copying, displaying, performing, distributing or
creating derivative works based on this work or any other Project
Gutenberg-tm work.  The Foundation makes no representations concerning
the copyright status of any work in any country outside the United
States.

1.E.  Unless you have removed all references to Project Gutenberg:

1.E.1.  The following sentence, with active links to, or other immediate
access to, the full Project Gutenberg-tm License must appear prominently
whenever any copy of a Project Gutenberg-tm work (any work on which the
phrase "Project Gutenberg" appears, or with which the phrase "Project
Gutenberg" is associated) is accessed, displayed, performed, viewed,
copied or distributed:

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with
almost no restrictions whatsoever.  You may copy it, give it away or
re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included
with this eBook or online at www.gutenberg.org/license

1.E.2.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is derived
from the public domain (does not contain a notice indicating that it is
posted with permission of the copyright holder), the work can be copied
and distributed to anyone in the United States without paying any fees
or charges.  If you are redistributing or providing access to a work
with the phrase "Project Gutenberg" associated with or appearing on the
work, you must comply either with the requirements of paragraphs 1.E.1
through 1.E.7 or obtain permission for the use of the work and the
Project Gutenberg-tm trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or
1.E.9.

1.E.3.  If an individual Project Gutenberg-tm electronic work is posted
with the permission of the copyright holder, your use and distribution
must comply with both paragraphs 1.E.1 through 1.E.7 and any additional
terms imposed by the copyright holder.  Additional terms will be linked
to the Project Gutenberg-tm License for all works posted with the
permission of the copyright holder found at the beginning of this work.

1.E.4.  Do not unlink or detach or remove the full Project Gutenberg-tm
License terms from this work, or any files containing a part of this
work or any other work associated with Project Gutenberg-tm.

1.E.5.  Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this
electronic work, or any part of this electronic work, without
prominently displaying the sentence set forth in paragraph 1.E.1 with
active links or immediate access to the full terms of the Project
Gutenberg-tm License.

1.E.6.  You may convert to and distribute this work in any binary,
compressed, marked up, nonproprietary or proprietary form, including any
word processing or hypertext form.  However, if you provide access to or
distribute copies of a Project Gutenberg-tm work in a format other than
"Plain Vanilla ASCII" or other format used in the official version
posted on the official Project Gutenberg-tm web site (www.gutenberg.org),
you must, at no additional cost, fee or expense to the user, provide a
copy, a means of exporting a copy, or a means of obtaining a copy upon
request, of the work in its original "Plain Vanilla ASCII" or other
form.  Any alternate format must include the full Project Gutenberg-tm
License as specified in paragraph 1.E.1.

1.E.7.  Do not charge a fee for access to, viewing, displaying,
performing, copying or distributing any Project Gutenberg-tm works
unless you comply with paragraph 1.E.8 or 1.E.9.

1.E.8.  You may charge a reasonable fee for copies of or providing
access to or distributing Project Gutenberg-tm electronic works provided
that

- You pay a royalty fee of 20% of the gross profits you derive from
     the use of Project Gutenberg-tm works calculated using the method
     you already use to calculate your applicable taxes.  The fee is
     owed to the owner of the Project Gutenberg-tm trademark, but he
     has agreed to donate royalties under this paragraph to the
     Project Gutenberg Literary Archive Foundation.  Royalty payments
     must be paid within 60 days following each date on which you
     prepare (or are legally required to prepare) your periodic tax
     returns.  Royalty payments should be clearly marked as such and
     sent to the Project Gutenberg Literary Archive Foundation at the
     address specified in Section 4, "Information about donations to
     the Project Gutenberg Literary Archive Foundation."

- You provide a full refund of any money paid by a user who notifies
     you in writing (or by e-mail) within 30 days of receipt that s/he
     does not agree to the terms of the full Project Gutenberg-tm
     License.  You must require such a user to return or
     destroy all copies of the works possessed in a physical medium
     and discontinue all use of and all access to other copies of
     Project Gutenberg-tm works.

- You provide, in accordance with paragraph 1.F.3, a full refund of any
     money paid for a work or a replacement copy, if a defect in the
     electronic work is discovered and reported to you within 90 days
     of receipt of the work.

- You comply with all other terms of this agreement for free
     distribution of Project Gutenberg-tm works.

1.E.9.  If you wish to charge a fee or distribute a Project Gutenberg-tm
electronic work or group of works on different terms than are set
forth in this agreement, you must obtain permission in writing from
both the Project Gutenberg Literary Archive Foundation and Michael
Hart, the owner of the Project Gutenberg-tm trademark.  Contact the
Foundation as set forth in Section 3 below.

1.F.

1.F.1.  Project Gutenberg volunteers and employees expend considerable
effort to identify, do copyright research on, transcribe and proofread
public domain works in creating the Project Gutenberg-tm
collection.  Despite these efforts, Project Gutenberg-tm electronic
works, and the medium on which they may be stored, may contain
"Defects," such as, but not limited to, incomplete, inaccurate or
corrupt data, transcription errors, a copyright or other intellectual
property infringement, a defective or damaged disk or other medium, a
computer virus, or computer codes that damage or cannot be read by
your equipment.

1.F.2.  LIMITED WARRANTY, DISCLAIMER OF DAMAGES - Except for the "Right
of Replacement or Refund" described in paragraph 1.F.3, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation, the owner of the Project
Gutenberg-tm trademark, and any other party distributing a Project
Gutenberg-tm electronic work under this agreement, disclaim all
liability to you for damages, costs and expenses, including legal
fees.  YOU AGREE THAT YOU HAVE NO REMEDIES FOR NEGLIGENCE, STRICT
LIABILITY, BREACH OF WARRANTY OR BREACH OF CONTRACT EXCEPT THOSE
PROVIDED IN PARAGRAPH 1.F.3.  YOU AGREE THAT THE FOUNDATION, THE
TRADEMARK OWNER, AND ANY DISTRIBUTOR UNDER THIS AGREEMENT WILL NOT BE
LIABLE TO YOU FOR ACTUAL, DIRECT, INDIRECT, CONSEQUENTIAL, PUNITIVE OR
INCIDENTAL DAMAGES EVEN IF YOU GIVE NOTICE OF THE POSSIBILITY OF SUCH
DAMAGE.

1.F.3.  LIMITED RIGHT OF REPLACEMENT OR REFUND - If you discover a
defect in this electronic work within 90 days of receiving it, you can
receive a refund of the money (if any) you paid for it by sending a
written explanation to the person you received the work from.  If you
received the work on a physical medium, you must return the medium with
your written explanation.  The person or entity that provided you with
the defective work may elect to provide a replacement copy in lieu of a
refund.  If you received the work electronically, the person or entity
providing it to you may choose to give you a second opportunity to
receive the work electronically in lieu of a refund.  If the second copy
is also defective, you may demand a refund in writing without further
opportunities to fix the problem.

1.F.4.  Except for the limited right of replacement or refund set forth
in paragraph 1.F.3, this work is provided to you 'AS-IS' WITH NO OTHER
WARRANTIES OF ANY KIND, EXPRESS OR IMPLIED, INCLUDING BUT NOT LIMITED TO
WARRANTIES OF MERCHANTABILITY OR FITNESS FOR ANY PURPOSE.

1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need, are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
http://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at http://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit http://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including checks, online payments and credit card donations.
To donate, please visit: http://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     http://www.gutenberg.org

This Web site includes information about Project Gutenberg-tm,
including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
subscribe to our email newsletter to hear about new eBooks.
