The Project Gutenberg EBook of Erstes Kapitel des Buches "Richard und
Samuel", by Franz Kafka and Max Brod

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Title: Erstes Kapitel des Buches "Richard und Samuel"
       Die erste lange Eisenbahnfahrt (Prag-Zrich)

Author: Franz Kafka
        Max Brod

Release Date: December 23, 2011 [EBook #38395]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RICHARD UND SAMUEL ***




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  [ Anmerkungen zur Transkription:

    Der Text stammt aus: Herderbltter1 (1912). No.3. S.15-25.

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Erstes Kapitel des Buches Richard und Samuel

von Max Brod und Franz Kafka


Unter dem Titel _Richard und Samuel -- Eine kleine Reise durch
mitteleuropische Gegenden_, wird ein Bndchen die parallelen
Reisetagebcher zweier Freunde verschiedenartigen Charakters enthalten.

Samuel ist ein weltlufiger junger Mann, der mit vielem Ernst sich
Kenntnisse im grossen Stil und ein richtiges Urteil ber alle
Gegenstnde des Lebens und der Kunst zu bilden bestrebt ist, ohne doch
jemals nchtern oder gar pedantisch zu werden. Richard hat keinen
bestimmten Interessekreis, lsst sich von rtselhaften Gefhlen, noch
mehr von seiner Schwche treiben, zeigt aber in seinem engen und
zuflligen Kreise so viel Intensitt und naive Selbststndigkeit, dass
er nie zu schrullenhafter Komik ausartet. Dem Berufe nach ist Samuel
Sekretr eines Kunstvereines, Richard Bankbeamter. Richard hat Vermgen,
arbeitet nur, weil er sich nicht fr fhig hlt, freie Tage zu ertragen;
Samuel muss von seiner (berdies erfolgreichen und sehr geschtzten)
Arbeit leben.

Die beiden, obwohl Schulkollegen, sind whrend dieser beschriebenen
Reise zum erstenmal andauernd mit einander allein. Sie schtzen
einander, obwohl sie einander unbegreiflich erscheinen. Anziehung und
Abstossung wird vielartig gefhlt. Es wird beschrieben, wie sich dieses
Verhltnis zunchst zu berhitzter Intimitt anstachelt, dann nach
manchen Zwischenfllen auf dem gefhrlichen Boden von Mailand und Paris
in mnnliches Verstndnis gegenseitig beruhigt und ganz befestigt. Die
Reise schliesst damit, dass die beiden Freunde ihre Fhigkeiten zu einem
neuen eigenartigen Kunstunternehmen vereinigen.

Die vielen Nancen, deren Freundschaftsbeziehungen zwischen Mnnern
fhig sind, darzustellen und zugleich die bereisten Lnder durch eine
widerspruchsvolle Doppelbeleuchtung in einer Frische und Bedeutung sehn
zu lassen, wie sie oft mit Unrecht nur exotischen Gegenden zugeschrieben
werden: ist der Sinn dieses Buches.




Die erste lange Eisenbahnfahrt (Prag-Zrich)


_Samuel_: Abfahrt 26. VIII. 1911 Mittag 1Uhr 2Min.

_Richard_: Beim Anblick Samuels, der in seinen bekannten winzigen
Taschenkalender etwas Kurzes eintrgt, habe ich wieder die alte schne
Idee, jeder von uns solle ein Tagebuch ber diese Reise fhren. Ich sage
es ihm. Er lehnt zuerst ab, dann stimmt er zu, er begrndet beides, ich
verstehe es beidemal nur oberflchlich, aber das macht nichts, wenn wir
nur Tagebcher fhren werden. -- Jetzt lacht er schon wieder ber mein
Notizbuch, welches allerdings, in Glanzleinen schwarz eingebunden, neu,
sehr gross, quadratisch, eher einem Schulheft hnelt. Ich sehe voraus,
dass es schwer und jedenfalls lstig sein wird, dieses Heft whrend der
ganzen Reise in der Tasche zu tragen. brigens kann ich mir auch in
Zrich mit ihm zugleich ein praktisches kaufen. Er hat auch eine
Fllfeder. Ich werde mir sie hie und da ausborgen.

_Samuel_: In einer Station unserem Fenster gegenber ein Waggon mit
Buerinnen. Im Schosse einer, die lacht, schlft eine. Aufwachend winkt
sie uns, unanstndig in ihrem Halbschlaf: Komm. Als verspotte sie uns,
weil wir nicht hinberknnen. Im Nebenkoupee eine dunkle, heroische,
ganz unbeweglich. Den Kopf tief zurckgelehnt schaut sie entlang der
Scheibe hinaus. Delphische Sibylle.

_Richard_: Aber was mir nicht gefllt, ist sein anknpferischer,
flschlich Vertrautheit vorgebender, fast liebedienerischer Gruss an die
Buerinnen. Nun setzt sich gar der Zug in Bewegung und Samuel bleibt mit
seinem zu gross angefangenen Lcheln und Mtzeschwenken allein. --
bertreibe ich nicht? -- Samuel liest mir seine erste Bemerkung vor, sie
macht auf mich einen grossen Eindruck. Ich htte auf die Buerinnen mehr
Acht geben sollen. -- Der Kondukteur fragt, brigens sehr undeutlich,
als htte er es mit lauter Leuten zu tun, die diese Strecke schon oft
gefahren sind, ob jemand fr Pilsen Kaffee bestellen wolle. Bestellt
man, so klebt er einen schmalen grnen Zettel fr jede Portion ans
Koupeefenster, so wie in Misdroy ehemals, so lange es keine
Landungsbrcke gab, der ferne Dampfer durch Wimpel die Zahl der Boote,
die zum Ausbooten bentigt wurden, anzeigte. Samuel kennt Misdroy gar
nicht. Schade, dass ich nicht mit ihm dort war. Es war damals sehr
schn. Diesmal wird es auch wunderbar schn werden. Die Fahrt ist zu
schnell, es vergeht zu rasch; die Begierde nach weiter Reise, die ich
jetzt habe! -- Welch ein altertmlicher Vergleich ist der obige, da seit
fnf Jahren der Landungssteg in Misdroy steht. -- Der Kaffee in Pilsen
auf dem Perron. Man muss ihn mit Zettel nicht nehmen und bekommt ihn
auch ohne.

_Samuel_: Vom Perron aus sehn wir ein fremdes Mdchen aus unserem Koupee
herausschauen, die sptere Dora Lippert. Hbsch, dicknasig, kleiner
Halsausschnitt in weisser Spitzenbluse. Erste gemeinschaftliche Tatsache
bei der Weiterfahrt: ihr grosser Hut in seiner Papierhlle schwebt aus
dem Gepcknetz leicht auf meinen Kopf herab. -- Wir erfahren, dass sie
die Tochter eines nach Innsbruck versetzten Offiziers ist und zu ihren
Eltern fhrt, die sie schon so lange nicht gesehn hat. Sie arbeitet in
einem technischen Bureau in Pilsen, den ganzen Tag, hat sehr viel zu
tun, aber es macht ihr Freude, sie ist sehr zufrieden mit ihrem Leben.
Im Bureau heisst sie: unser Nesthkchen, unsere kleine Schwalbe. Sie ist
dort unter lauter Mnnern, die jngste. O es ist lustig im Bureau! Man
verwechselt die Hte in der Garderobe, nagelt die Zehnuhrkipfel an oder
klebt einem den Federstiel mit Gummiarabicum an die Schreibmappe. Wir
selbst haben Gelegenheit an einem solchen tadellosen Witz mitzuwirken.
Sie schreibt nmlich eine Karte an ihre Bureaukollegen, in der es
heisst: Das Vorausgesagte ist leider eingetroffen. Ich bin in einen
falschen Zug eingestiegen und befinde mich jetzt in Zrich. Herzliche
Grsse. Wir sollen diese Karte in Zrich aufgeben. Sie erwartet aber
von uns als Ehrenmnnern, dass wir nichts dazuschreiben. Im Bureau
wird man natrlich Sorge haben, telegraphieren und Gott weiss, was noch.
-- Sie ist Wagnerianerin, fehlt bei keiner Wagnervorstellung, diese
Kurz neulich als Isolde, auch den Briefwechsel Wagners mit der
Wesendonck liest sie eben, sie nimmt ihn sogar nach Innsbruck mit, ein
Herr, natrlich jener, der ihr die Klavierauszge vorspielt, hat ihr das
Buch geborgt. Sie selbst hat leider wenig Talent zum Klavierspiel, wir
wissen es aber schon seit dem sie uns einige Leitmotive vorgesummt hat.
-- Sie sammelt Chokoladenpapier, aus dem sie eine grosse Staniolkugel
macht, die sie auch mit hat. Diese Kugel ist fr eine Freundin bestimmt,
weiterer Zweck unbekannt. Sie sammelt aber auch Cigarrenbinden, diese
ganz bestimmt fr ein Tablett. -- Der erste bayerische Kondukteur bringt
sie darauf, ihre sehr widerspruchsvollen und dunklen Ansichten einer
Offizierstochter ber das sterreichische Militr und Militr berhaupt
kurz und mit grosser Entschiedenheit zu ussern. Sie hlt nmlich nicht
nur das sterreichische Militr fr schlapp, sondern auch das deutsche
und jedes Militr berhaupt. Aber luft sie nicht im Bureau zum Fenster,
wenn Militrmusik vorberkommt? Eben nicht, denn das ist kein Militr.
Ja, ihre jngere Schwester, die ist anders. Die tanzt fleissig im
Innsbrucker Offizierskasino. Also Uniformen imponieren ihr gar nicht und
Offiziere sind fr sie Luft. Offenbar ist daran zum Teil jener Herr
schuld, der ihr die Klavierauszge borgt, zum Teil aber unser Hin- und
Herspazieren auf dem Perron des Further Bahnhofs, denn sie fhlt sich
nach der Fahrt im Gehn so frisch und streicht mit den Handflchen ihre
Hften. Richard verteidigt das Militr, aber ganz im Ernst. -- Ihre
Lieblingsausdrcke: tadellos -- mit Null Komma fnf Beschleunigung --
herausfeuern -- prompt -- schlapp.

_Richard_: Dora L. hat runde Wangen mit viel blondem Flaum; sie sind
aber so blutleer, dass man sehr lange die Hnde in sie drcken msste,
ehe sich eine Rthung zeigte. Das Mieder ist schlecht, ber seinem Rande
auf der Brust zerknittert sich die Bluse; davon muss man absehn.

Froh bin ich, dass ich ihr gegenber und nicht neben ihr sitze, ich kann
nmlich mit einem, der neben mir sitzt, nicht reden. Samuel z.B. setzt
sich wieder mit Vorliebe neben mich; er sitzt auch gern neben Dora. Ich
dagegen fhle mich ausgehorcht, wenn sich jemand neben mich setzt.
Schliesslich hat man ja wirklich gegen einen solchen Menschen von
vornherein kein Auge in Bereitschaft, man muss sie erst zu ihm
hinberdrehen. Allerdings bin ich infolge meines Gegenbersitzens von
der Unterhaltung Doras und Samuels, besonders wenn der Zug fhrt,
zeitweilig ausgeschlossen; alle Vorteile kann man nicht haben. Dafr sah
ich sie aber schon, wenn auch nur Augenblicke lang, stumm neben
einandersitzen; natrlich ohne meine Schuld.

Ich bewundere sie; sie ist so musikalisch. Samuel allerdings scheint
ironisch zu lcheln, als sie ihm etwas leise vorsingt. Vielleicht war es
nicht ganz korrekt, aber immerhin, verdient es nicht Bewunderung, dass
sich ein in einer grossen Stadt alleinstehendes Mdchen so herzlich fr
Musik interessiert? Sie hat sogar in ihr Zimmer, das doch nur gemietet
ist, ein gemietetes Klavier schaffen lassen. Man muss sich nur
vorstellen: eine so umstndliche Angelegenheit wie ein Klaviertransport
(Fortepiano!), die selbst ganzen Familien Schwierigkeiten macht und das
schwache Mdchen! Wie viel Selbstndigkeit und Entschiedenheit gehrt
dazu!

Ich frage sie nach ihrem Haushalt. Sie wohnt mit zwei Freundinnen,
abends kauft eine von ihnen das Nachtmahl in einem Delikatessengeschft,
sie unterhalten sich sehr gut und lachen viel. Dass das alles bei
Petroleumbeleuchtung geschieht, kommt mir, als ich es hre, merkwrdig
vor, aber ich will es ihr nicht sagen. Offenbar liegt ihr auch an dieser
schlechten Beleuchtung nichts, denn bei ihrer Energie knnte sie von
ihrer Wirtin gewiss auch eine bessere erzwingen, wenn es ihr einmal
einfiele.

Da sie im Laufe des Gesprches alles vorzeigen muss, was sie in ihrem
Tschchen hat, sehn wir auch eine Medizinflasche mit irgend etwas
Abscheulichem Gelbem drin. Jetzt erst erfahren wir, dass sie nicht ganz
gesund ist, sogar lange krank gelegen ist. Und nachher war sie noch sehr
schwach. Damals hat ihr der Chef selbst geraten (so anstndig ist man
gegen sie), nur halbe Tage ins Bureau zu kommen. Jetzt geht es ihr
besser, sie muss aber dieses Eisenprparat nehmen. Ich rate ihr, es
lieber zum Fenster hinauszuschtten. Sie stimmt zwar leicht zu (denn das
Zeug schmeckt elend), ist aber nicht zum Ernst zu bringen, trotzdem ich,
nher zu ihr vorgebeugt als jemals, meine gerade darin so klaren
Ansichten ber eine naturgemsse Behandlung des menschlichen Organismus
darlegen will, und zwar in der aufrichtigen Absicht, ihr zu helfen oder
zumindest dieses unberatene Mdchen vor Schaden zu bewahren, und mich so
wenigstens fr einen Augenblick lang als glcklichen Zufall dieses
Mdchens fhle. -- Als sie nicht aufhrt zu lachen, breche ich ab.
Geschadet hat mir auch, dass Samuel whrend meiner ganzen Rede mit dem
Kopf gewackelt hat. Ich kenne ihn ja. Er glaubt an die rzte und hlt
die Naturheilmethode fr lcherlich. Ich verstehe das sehr gut: er hat
nie einen Arzt gebraucht und daher nie ernstliche selbstndige Gedanken
ber diese Sache gehabt, kann beispielsweise dieses ekelhafte Prparat
gar nicht auf sich beziehn. -- Wre ich mit dem Frulein allein gewesen,
so htte ich sie schon berzeugt. Denn: wenn ich in dieser Sache nicht
Recht habe, habe ich es in keiner!

Die Ursache ihrer Blutarmut ist mir ja von allem Anfang an klar gewesen.
Das Bureau. Man kann ja wie alles auch das Bureauleben als etwas
Scherzhaftes empfinden (und dieses Mdchen empfindet es ehrlich so, ist
ja vollstndig getuscht), aber im Wesen, in den unglcklichen Folgen!?
-- Ich weiss ja, woran ich z.B. bin. Und jetzt soll gar ein Mdchen im
Bureau sitzen, der Frauenrock ist gar nicht dazu gemacht, wie muss er
sich berall spannen, um dauernd, stundenlang auf einem harten
Holzsessel sich hin- und herzuschieben. Und so werden diese runden Popos
gedrckt, und zugleich die Brust an der Schreibtischkante. --
bertrieben? -- Ein Mdchen im Bureau ist mir doch jedesmal ein
trauriger Anblick.

Samuel ist schon ziemlich intim mit ihr geworden. Er hat sie sogar, was
ich eigentlich nie gedacht htte dazu gebracht, mit uns in den
Speisewagen zu gehn. In diesen Waggon zwischen fremde Passagiere treten
wir schon mit einer geradezu unglaublichen Zusammengehrigkeit ein, alle
drei. Das muss man sich merken, dass man zur Verstrkung der
Freundschaft eine neue Umgebung aufsuchen soll. Ich sitze jetzt sogar
neben ihr, wir trinken Wein, unsere Arme berhren einander, unsere
gemeinsame Ferienfreude macht wirklich eine Familie aus uns.

Dieser Samuel hat sie trotz ihres lebhaften und durch den Regenguss
untersttzten Strubens berredet, den halbstndigen Aufenthalt in
Mnchen zu einer Autofahrt zu bentzen. Whrend er ein Auto holt, sagt
sie zu mir in der Bahnhofsarkade, und sie nimmt mich dabei beim Arm:
Bitte, verhindern Sie diese Fahrt. Ich darf nicht mit. Es ist ganz
ausgeschlossen. Ich sage es Ihnen, weil ich zu Ihnen Vertrauen habe. Mit
Ihrem Freund kann man ja nicht reden. Er ist so verrckt! -- Wir
steigen ein, mir ist das Ganze peinlich, es erinnert mich auch genau an
das Kinematographenstck Die weisse Sklavin, in dem die unschuldige
Heldin gleich am Bahnhofsausgang im Dunkel von fremden Mnnern in ein
Automobil gedrngt und weggefhrt wird. Samuel dagegen ist guter Laune.
Da der grosse Schirm des Autos uns die Aussicht nimmt, sehn wir
eigentlich von allen Gebuden nur den ersten Stock zur Not. Es ist
Nacht. Perspektiven einer Kellerwohnung. Samuel dagegen leitet daraus
phantastische Vorstellungen ber die Hhe der Schlsser und Kirchen ab.
Da Dora in ihrem dunklen Rcksitz noch immer schweigt und ich schon fast
einen Ausbruch frchte, wird er endlich doch sttzig und fragt sie, fr
mein Gefhl etwas zu konventionell: Nun, Sie sind doch nicht bs auf
mich, Frulein? Habe ich Ihnen etwas getan u.s.f.? Sie erwiedert: Da
ich einmal hier bin, will ich Ihnen das Vergngen nicht stren. Sie
htten mich aber nicht zwingen sollen. Wenn ich Nein sage, so sage ich
es nicht ohne Grund. Ich darf eben nicht fahren. Warum? fragt er.
Das kann ich Ihnen nicht sagen. Sie mssen doch selbst einsehn, dass es
sich fr ein Mdchen nicht schickt, Nachts mit Herren herumzufahren.
Ausserdem ist noch etwas dabei. Nehmen Sie nur an, ich wre schon
gebunden... Wir erraten, jeder fr uns, mit stillem Respekt, dass
diese Sache irgendwie mit dem Wagner-Herren zusammenhngt. Nun, ich habe
mir keine Vorwrfe zu machen, versuche sie aber trotzdem aufzuheitern.
Auch Samuel, der sie bisher ein wenig von oben herab behandelt hat,
scheint zu bereuen und will nur mehr von der Fahrt sprechen. Der
Chauffeur, von uns aufgefordert, ruft die Namen der unsichtbaren
Sehenswrdigkeiten aus. Die Pneumatics rauschen auf dem nassen Asphalt
wie der Apparat im Kinematographen. Wieder diese weisse Sklavin. Diese
leeren langen gewaschenen schwarzen Gassen. Das Deutlichste sind die
unverhngten grossen Fenster des Restaurant Vier Jahreszeiten, dessen
Name uns als des elegantesten irgendwie bekannt war. Verbeugung eines
livrierten Kellners vor einer Tischgesellschaft. Bei einem Denkmal, das
wir in einem glcklichen Einfall fr das berhmte Wagnerdenkmal
erklren, zeigt sie Teilnahme. Nur beim Freiheitsmonument mit seinen im
Regen klatschenden Fontnen ist lngerer Aufenthalt gegnnt. Brcke ber
die nur geahnte Isar. Schne herrschaftliche Villen lngs des Englischen
Gartens. Ludwigsstrasse, Theatinerkirche, Feldherrnhalle, Pschorrbru.
Ich weiss nicht, wieso das kommt: ich erkenne nichts wieder, obwohl ich
doch schon mehrmals in Mnchen war. Sendliger Tor. Bahnhof, den
rechtzeitig zu erreichen ich (besonders Doras wegen) Sorge hatte. So
sind wir wie eine daraufhin ausgerechnete Feder in genau zwanzig Minuten
durch die Stadt geschnurrt, nach dem Taxameter.

Wir bringen unsere Dora, als wren wir ihre Mnchner Verwandten, in
einem direkten Coupe nach Innsbruck unter, wo eine schwarzgekleidete
Dame, die mehr zu frchten ist als wir, ihr fr die Nacht ihren Schutz
anbietet. Da sehe ich erst, dass man uns zweien mit Beruhigung ein
Mdchen anvertrauen kann.

_Samuel_: Die Sache mit Dora ist grndlich misslungen. Je weiter es
gieng, desto schlimmer. Ich hatte die Absicht, die Reise zu unterbrechen
und in Mnchen zu bernachten. Bis zum Nachtmahl, etwa Station
Regensburg, war ich berzeugt, dass es gehn wrde. Ich versuchte mich
mit Richard durch ein paar Worte auf einem Zettel zu verstndigen. Er
scheint ihn gar nicht gelesen zu haben, nur darauf bedacht, ihn zu
verstecken. Schliesslich liegt ja nichts daran, ich hatte gar keine Lust
auf das fade Frauenzimmer. Nur Richard machte so ein Wesen aus ihr, mit
seinen umstndlichen Ansprachen und Geflligkeiten. Dadurch wurde sie
auch in ihrer dummen Ziererei bekrftigt, die schliesslich im Automobil
ganz unertrglich wurde. Beim Abschied wurde sie folgerecht ein
sentimentales deutsches Gretchen, Richard, der ihr natrlich den Koffer
trug, benahm sich, wie wenn sie ihn unverdient beglckt htte, ich hatte
nur ein peinliches Gefhl. Um es kurz zu formulieren: Frauen, die allein
reisen oder sonst irgendwie als selbstndig betrachtet sein wollen,
drfen dann nicht wieder in die bliche, vielleicht heute schon
veraltete Koketterie verfallen, indem sie bald anziehn, bald abstossen
und in der dadurch erzeugten Verwirrung ihren Vorteil suchen. Denn das
durchschaut man und lsst sich bald mit Vergngen strker abstossen, als
sie wahrscheinlich gewnscht haben.--

Nach dieser nicht ganz saubern Reisebekanntschaft war es ein besonderes
Vergngen, eine eigens fr Hnde- und Gesichtwaschen eingerichtete
Anstalt auf dem Bahnhof zu finden. Man ffnet uns eine Kabine;
allerdings knnte man sich schnere Waschgelegenheiten denken, auch
haben wir nur gerade noch Zeit, mit unseren Kleidern bepackt uns in der
Enge zwischen den zwei Waschbecken hin und her zu drehn, trotzdem sind
wir einig, dass Kultur in dieser reichsdeutschen Einrichtung liegt. In
Prag knnte man lange auf den Bahnhfen herumsuchen, ehe man so etwas
fnde.

Wir steigen in das Coupe ein, in dem wir zu Richards Herzklopfen unser
Gepck gelassen hatten. Richard macht seine bekannten Schlafvorbereitungen,
indem er sein Plaid als Kopfpolster unterlegt und den aufgehngten
Havelock als Baldachin um sein Gesicht herabhngen lsst.
Es gefllt mir, dass er, wenigstens wenn es sich um seinen Schlaf
handelt, rcksichtslos ist, z.B. die Lampe verdunkelt, ohne zu fragen,
trotzdem er weiss, dass ich in der Eisenbahn nicht schlafen kann. Er
streckt sich auf seiner Bank aus, als ob er ein besonderes Recht vor den
Mitreisenden htte. Er schlft auch sofort friedlich ein. Und dabei hat
der Mensch immerfort ber Schlaflosigkeit zu klagen.

Im Coupe sitzen noch zwei junge Franzosen. (Genfer Gymnasiasten.) Der
eine, schwarzhaarige, lacht immerfort, sogar darber, dass ihn Richard
kaum sitzen lsst (so streckt er sich aus), dann darber, dass er einen
Augenblick, in dem sich Richard erhebt und die Gesellschaft bittet nicht
soviel zu rauchen, bentzt um einen Teil von Richards Lagerplatz zu
besetzen. Solche kleine Kmpfe werden unter Fremdsprachigen stumm und
daher mit grosser Leichtigkeit ausgefochten, ohne Entschuldigungen und
ohne Vorwrfe. -- Die Franzosen verkrzen sich die Nacht, indem sie eine
Blechbchse mit Kakes einander hin- und herreichen oder Zigaretten drehn
oder jeden Augenblick auf den Gang hinausgehn, einander rufen, wieder
hereinkommen. In Lindau (sie sagen Lend) lachen sie herzlich und fr
diese Nachtzeit berraschend hell ber den sterreichischen Kondukteur.
Kondukteure eines fremden Staates wirken unwiderstehlich komisch, so
auch auf uns der bayrische in Furth mit seiner grossen roten Tasche, die
ihm tief unten um die Beine schlenkerte. -- Langdauernde Aussicht auf
den von den Zugslichtern beleuchteten und gegltteten Bodensee bis
hinber zu den fernen Lichtern der jenseitigen Ufer, finster und
dunstig. Mir fllt ein altes Schulgedicht ein Der Reiter ber den
Bodensee. Ich verbringe eine hbsche Zeit damit, es mir aus dem
Gedchtnis wiederherzustellen. -- Eindringen dreier Schweizer. Einer
raucht. Einer, der dann auch nach dem Aussteigen der zwei andern
zurckbleibt, ist zuerst unwesentlich, klrt sich aber gegen Morgen auf.
Er hat den Streitigkeiten zwischen Richard und dem schwarzen Franzosen
ein Ende gemacht, indem er gleichsam beiden Unrecht gab und sich fr den
ganzen Rest der Nacht steif zwischen sie setzte, den Bergstock zwischen
den Beinen. Richard zeigt, dass er auch sitzend schlafen kann.

Die Schweiz berrascht durch die alleinstehenden, daher scheinbar
besonders aufrechten selbststndigen Huser in allen Stdtchen, Drfern
lngs der ganzen Eisenbahnstrecke. Keine Gassenbildung in St. Gallen.
Vielleicht drckt sich darin der gut deutsche Partikularismus jedes
Einzelnen aus, -- von Terrainschwierigkeiten untersttzt. Jedes Haus mit
seinen dunkelgrnen Fensterlden und viel grner Farbe in Fachwerk und
Gelnder hat einen villenhnlichen Charakter. Trgt trotzdem eine Firma,
nur _eine_, Familie und Geschft scheinen nicht unterschieden. Diese
Einrichtung, Geschftsunternehmungen in Villen zu betreiben, erinnert
mich stark an R. Walsers Roman Der Gehilfe.

Es ist Sonntag, fnf Uhr frh, 27. August. Alle Fenster noch
geschlossen, alles schlft. Immer das Gefhl, dass wir, in diesen Zug
gesperrt, die einzige schlechte Luft weit und breit atmen, whrend das
Land draussen in natrlicher Weise, die man nur aus einem Nachtzug
heraus, unter einer weiterbrennenden Lampe, richtig beobachten kann,
sich entschleiert. Es ist zuerst von den dunklen Bergen als besonders
schmales Tal zwischen ihnen und unserem Zug hergeschoben, dann durch den
Morgendunst wie durch Oberlichtfenster weisslich aufgehellt, die Matten
erscheinen allmhlich frisch, wie nie zuvor berhrt, saftig grn, was
mich in diesem trockenen Jahr sehr in Erstaunen setzt, endlich erbleicht
das Gras bei steigender Sonne in langsamer Verwandlung--. Bume mit
schweren grossen Nadelsten, die lngs des ganzen Stammes bis zum Fusse
wiederwallen.

Solche Formen sieht man hufig in Bildern Schweizer Maler und ich hielt
sie bis heute fr nichts als stylisiert.

Eine Mutter mit ihren Kindern beginnt auf der saubern Strasse den
Sonntagspaziergang. Das erinnert mich an Gottfried Keller, der von
seiner Mutter erzogen wurde.

Im Wiesenland berall die sorgfltigsten Zune; manche sind aus grauen
wie Bleistifte zugespitzten Stmmen gebaut, oft aus halbierten solchen
Stmmen. So teilten wir als Kinder Bleistifte, um den Graphit
herauszubekommen. Derartige Zune habe ich noch nie gesehn. So bietet
jedes Land Neues im Alltglichen und man muss sich hten, der Freude
ber solche Eindrcke nachgebend das Seltene zu bersehn.

_Richard_: Die Schweiz in den ersten Morgenstunden sich selbst
berlassen. Samuel weckt mich angeblich beim Anblick einer sehenswerten
Brcke, die aber schon vorbei ist, ehe ich aufschaue, und verschafft
sich durch diesen Griff vielleicht den ersten starken Eindruck von der
Schweiz. Ich sehe sie zuerst, viel zu lange Zeit, aus innerer in
usserer Dmmerung an.

Ich habe in der Nacht ungewhnlich gut geschlafen, wie in der Eisenbahn
fast immer. Mein Schlaf in der Eisenbahn ist frmlich eine reinliche
Arbeit. Ich lege mich hin, den Kopf zu allerletzt, probiere kurz zum
Vorspiel einige Lagen, sondere mich von der ganzen Gesellschaft ab, wie
sie mich auch von allen Seiten anschauen mge, indem ich mit dem
berzieher oder der Reisemtze mein Gesicht verdecke und werde von dem
anfnglichen Behagen einer neu eingenommenen Krperlage in den Schlaf
geweht. Am Anfang ist das Dunkel natrlich eine gute Hilfe, im weiteren
Verlaufe ist es fast berflssig. Auch die Unterhaltung knnte fortgehn
wie frher, nur ist es schon so, dass der Mahnung, die ein ernsthaft
Schlafender bildet, auch ein entfernt sitzender Schwtzer nicht
widerstehen kann. Denn es gibt kaum einen Ort, wo die grssten
Gegenstze in der Lebensfhrung so nah, unvermittelt und berraschend
neben einander sitzen wie im Coupe und infolge der fortwhrenden
gegenseitigen Betrachtung in der krzesten Zeit auf einander zu wirken
anfangen. Und wenn auch ein Schlafender die andern nicht gleich wieder
einschlfert, so macht er sie doch stiller oder steigert gar ganz gegen
seinen Willen ihre Nachdenklichkeit zum Rauchen, so wie es leider bei
dieser Fahrt geschehen ist, wo ich in der guten Luft unaufdringlicher
Trume Wolken von Zigarettenrauch eingeatmet habe.

Meinen guten Schlaf in der Eisenbahn erklre ich damit, dass mich sonst
meine aus berarbeitung stammende Nervositt durch den Lrm nicht
schlafen lsst, den sie in mir anrichtet und der in der Nacht von allen
zuflligen Geruschen des grossen Wohnhauses und der Gasse, von jedem
aus der Ferne herannahenden Wagenrollen, jedem Zanken Betrunkener, jedem
Schritt auf der Treppe angefeuert wird, dass ich oft rgerlich alle
Schuld auf diesen usseren Lrm schiebe -- whrend in der Eisenbahn die
Gleichmssigkeit der Fahrtgerusche ob es nun gerade die arbeitende
Federung des Waggons ist, oder das sich Reiben der Rder, das
Aneinanderschlagen der Schienen, das Zittern des ganzen Holz-, Glas- und
Eisenbaues ein Niveau wie von vollkommener Ruhe bilden, auf dem ich
schlafen kann, scheinbar wie ein gesunder Mensch. Dieser Schein weicht
natrlich sofort z.B. einem vordringenden Pfiff der Lokomotive oder
einer Vernderung des Fahrttempos oder ganz bestimmt dem Eindruck in den
Stationen, der sich genau wie durch den ganzen Zug auch durch meinen
ganzen Schlaf fortsetzt bis zum Erwachen. Dann hre ich ohne Erstaunen
die Namen von Orten ausrufen, die ich nie zu passieren erwartet habe,
wie diesmal Lindau, Konstanz, ich glaube auch Romanshorn und habe von
ihnen weniger Gewinn, als wenn ich von ihnen nur getrumt htte, im
Gegenteil nur Strung. Erwache ich whrend der Fahrt, dann ist das
Erwachen strker, weil es wie gegen die Natur des Eisenbahnschlafes ist.
Ich ffne die Augen und wende mich einen Augenblick zum Fenster. Viel
sehe ich da nicht, und was ich sehe, ist mit dem nachlssigen Gedchtnis
des Trumenden erfasst. Doch mchte ich schwren, dass ich irgendwo im
Wrtembergischen, wie wenn ich auch dieses Wrtembergische ausdrcklich
erkannt htte, um zwei Uhr in der Nacht einen Mann gesehen habe, der auf
der Veranda seines Landhauses sich zum Gelnder beugte. Hinter ihm war
die Tr seines beleuchteten Schreibzimmers halb geffnet, als sei er nur
herausgekommen, um vor dem Schlaf noch den Kopf zu khlen.... In Lindau
war im Bahnhof, aber auch whrend der Einfahrt und der Ausfahrt viel
Gesang in der Nacht und weil man berhaupt in einer solchen Fahrt in der
Nacht von Samstag auf Sonntag viel nchtliches Leben auf weiten
Strecken, nur leicht im Schlaf beirrt, zusammenkehrt, scheint einem der
Schlaf besonders tief und die Unruhe draussen besonders laut zu sein.
Auch die Schaffner, die ich fters an meiner getrbten Fensterscheibe
vorberlaufen sah, und die niemanden wecken, sondern nur ihre Pflicht
erfllen wollten, riefen in der Leere der Bahnhofsrume berlaut eine
Silbe des Stationsnamens zu uns herein und weiterhin die andern. Dann
lockte es meine Reisegenossen sich den Namen zusammenzusetzen oder sie
erhoben sich, um durch die immer wieder abgewischte Scheibe den Namen
selbst zu lesen; mein Kopf aber fiel schon zurck aufs Holz.

Wenn man aber schon einmal so gut im Fahren schlafen kann wie ich --
Samuel durchsitzt die ganze Nacht mit offenen Augen, wie er behauptet --
dann sollte man auch erst bei der Ankunft erwachen drfen, um sich nicht
im Augenblick des Aufwachens aus gesundem Schlaf mit fettigem Gesicht,
nassem Krper, kreuz und quer gedrckten Haaren, in Wsche und Kleidern,
die 24 Stunden, ohne geputzt und gelftet zu werden, im Eisenbahnstaub
bestanden haben, in einen Winkel des Coupes gekrmmt zu finden und in
diesem Zustand weiterfahren zu mssen. Htte man jetzt die Kraft dazu,
wrde man den Schlaf verfluchen, so aber beneidet man nur im Stillen
Leute, die wie Samuel, vielleicht nur weilchenweise geschlafen haben,
aber dafr auch besser auf sich achten konnten, fast die ganze Fahrt mit
Bewusstsein gemacht haben und die durch die Unterdrckung des Schlafes,
dessen sie schliesslich auch fhig gewesen wren, bei ununterbrochenem
klarem Verstande geblieben sind. Ich war ja Samuel am Morgen
ausgeliefert.

Wir standen nebeneinander beim Fenster, ich nur seinetwegen, und whrend
er mir zeigte, was von der Schweiz zu sehen war und von dem erzhlte,
was ich verschlafen hatte, nickte ich und bewunderte, wie er wollte. Es
ist noch ein Glck, dass er solche Zustnde an mir entweder nicht merkt
oder nicht richtig beurteilt, denn gerade zu solchen Zeiten ist er
freundlicher zu mir, als dann, wenn ich es besser verdiene. Ernsthaft
aber dachte ich damals nur an die Lippert. Ein wahres Urteil ber neue
kurze Bekanntschaften, besonders mit Frauen, kann ich mir ja nur schwer
bilden. In der Zeit nmlich, in der die Bekanntschaft im Gange ist,
beaufsichtige ich lieber mich selbst, weil da viel zu tun ist und so
habe ich auch an ihr nur einen lcherlichen Teil von dem bemerkt, was
ich flchtig und gleich verloren an ihr ahnte. In der Erinnerung
wiederum nehmen diese Bekanntschaften sofort grosse anbetungswrdige
Formen an, da sie dort stumm sind, nur ihrer eigenen Beschftigung
nachgehn und durch ihr vlliges Vergessen unserer Person ihre
Missachtung unserer Bekanntschaft zeigen. Doch war noch ein anderer
Grund, weshalb ich mich nach Dora, dem nchsten Mdchen meiner
Erinnerung, so sehnte. Samuel gengte mir an diesem Morgen nicht. Er
wollte als mein Freund eine Reise mit mir machen, aber das war nicht
viel. Das bedeutete nur, dass ich an allen Tagen dieser Reise einen
angezogenen Mann neben mir haben werde, dessen Krper ich nur im Bade
sehen kann, ohne auch nach diesem Anblick das geringste Verlangen zu
haben. Samuel wrde ja schliesslich meinen Kopf an seiner Brust dulden,
wenn ich dort weinen wollte, aber knnen mir beim Anblick seines
mnnlichen Gesichts, seines knapp wehenden Spitzbartes, seines
zusammengeklappten Mundes -- da hre ich schon auf -- knnen mir denn
ihm gegenber die erlsenden Trnen in die Augen kommen?

(Fortsetzung folgt)




  [ Im folgenden werden alle genderten Textzeilen angefhrt, wobei
    jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die genderte Zeile
    steht.

  mehr von seiner Schwche treiben zeigt aber in seinem engen und
  mehr von seiner Schwche treiben, zeigt aber in seinem engen und

  Reise zum erstenmal andauernd mit einander allein. Sie schlzen
  Reise zum erstenmal andauernd mit einander allein. Sie schtzen

  Die vielen Nancen, deren Freundschaftsbeziehung zwischen Mnnern
  Die vielen Nancen, deren Freundschaftsbeziehungen zwischen Mnnern

  man, so klebt er einen schmalen grnen Zettel fr jede Portion aus
  man, so klebt er einen schmalen grnen Zettel fr jede Portion ans

  schnell, es vergeht zu rasch; die Begierde nach weiten Reise, die ich
  schnell, es vergeht zu rasch; die Begierde nach weiter Reise, die ich

  herauschauen, die sptere Dora Lippert. Hbsch, dicknasig, kleiner
  herausschauen, die sptere Dora Lippert. Hbsch, dicknasig, kleiner

  dem Gepcknetz leicht auf meinen Kopf herab -- Wir erfahren, dass sie
  dem Gepcknetz leicht auf meinen Kopf herab. -- Wir erfahren, dass sie

  verwechselt die Hte in der Garderobe, nagelt die Zehnhurkipfel an oder
  verwechselt die Hte in der Garderobe, nagelt die Zehnuhrkipfel an oder

  schlechten Beleuchtung nichts, denn bei Ihrer Energie knnte sie von
  schlechten Beleuchtung nichts, denn bei ihrer Energie knnte sie von

  Die Ursache ihrer Blutarmut ist mir ja von aller Anfang an klar gewesen.
  Die Ursache ihrer Blutarmut ist mir ja von allem Anfang an klar gewesen.

  Freundschft eine neue Umgebung aufsuchen soll. Ich sitze jetzt sogar
  Freundschaft eine neue Umgebung aufsuchen soll. Ich sitze jetzt sogar

  mich, Fraulein? Habe ich Ihnen etwas getan u.s.f.? Sie erwiedert: Da
  mich, Frulein? Habe ich Ihnen etwas getan u.s.f.? Sie erwiedert: Da

  unverhngten grossen Fenster des Resstaurant Vier Jahreszeiten, dessen
  unverhngten grossen Fenster des Restaurant Vier Jahreszeiten, dessen

  anbietet. Da sehe ich erst dass man uns zweien mit Beruhigung ein
  anbietet. Da sehe ich erst, dass man uns zweien mit Beruhigung ein

  reisen oder sonst ingendwie als selbstndig betrachtet sein wollen,
  reisen oder sonst irgendwie als selbstndig betrachtet sein wollen,

  handelt, rcksichtslos ist z.B. die Lampe verdunkelt, ohne zu fragen,
  handelt, rcksichtslos ist, z.B. die Lampe verdunkelt, ohne zu fragen,

  Einrichtung, Geschftsunternehmungen in Villen zu betreiben, errinnert
  Einrichtung, Geschftsunternehmungen in Villen zu betreiben, erinnert

  schweren grossen Nadelsten, die lngst des ganzen Stammes bis zum Fusse
  schweren grossen Nadelsten, die lngs des ganzen Stammes bis zum Fusse

  Im Wiesenland berall die sorgfltigsten Zhne; manche sind aus grauen
  Im Wiesenland berall die sorgfltigsten Zune; manche sind aus grauen

  herauszubekommen. Derartige Zhne habe ich noch nie gesehn. So bietet
  herauszubekommen. Derartige Zune habe ich noch nie gesehn. So bietet

  sie mich auch von allen Seiten anschauen mge, in dem ich mit dem
  sie mich auch von allen Seiten anschauen mge, indem ich mit dem

  wie frher nur ist es schon so, dass der Mahnung, die ein ernsthaft
  wie frher, nur ist es schon so, dass der Mahnung, die ein ernsthaft

  Aneinanderschlagen der Schienen, das Zittern des ganzen Holz-, Glas und
  Aneinanderschlagen der Schienen, das Zittern des ganzen Holz-, Glas- und

  ihnen weniger Gewinn, als wenn ich von Ihnen nur getrumt htte, im
  ihnen weniger Gewinn, als wenn ich von ihnen nur getrumt htte, im

  die Tr seines beleuchteten Schreibzimmers halb geoffnet, als sei er nur
  die Tr seines beleuchteten Schreibzimmers halb geffnet, als sei er nur

  bestanden habend, in einen Winkel des Coupes gekrmmt zu finden und in
  bestanden haben, in einen Winkel des Coupes gekrmmt zu finden und in

  nachgehn und durch ihres vlliges Vergessen unserer Person ihre
  nachgehn und durch ihr vlliges Vergessen unserer Person ihre

  ]






End of the Project Gutenberg EBook of Erstes Kapitel des Buches "Richard und
Samuel", by Franz Kafka and Max Brod

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK RICHARD UND SAMUEL ***

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because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
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Volunteers and financial support to provide volunteers with the
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Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

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501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
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number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
https://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
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809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at https://pglaf.org

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     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


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