The Project Gutenberg EBook of Der Vater, by Heinrich Mann

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Title: Der Vater

Author: Heinrich Mann

Release Date: August 2, 2010 [EBook #33329]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER VATER ***




Produced by Jens Sadowski




Transcriber's Note:
This text was published in _Der neue Roman_, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1917. An almost
identical version was published under the title _Der Sohn_ in _Die Silbergule_ Nr. 3, Paul
Steegemann Verlag, Hannover, 1919.



Heinrich Mann

Der Vater






Als Frber heiraten konnte, hatte er hinter sich schon achtzehn Jahre der
Arbeit, des Suchens, des wechselvollen Kampfes mit der Menschenmasse, durch
die man hindurch mu, den Zufllen, die man entwaffnen mu, mit dem Leben.
Luise hatte kein Geld, aber mit vierzig Jahren wirst du doch endlich dir
und ihr gengen, oder du bist kein Mann. Er gengte, wie jeder, auch noch
der kleinen, die kamen. Wie jeder, stand er nach seiner Arbeit ber eine
Wiege gebeugt, suchte in dem Gesichtchen des Suglings nach sich selbst,
nach seinen Ursprngen und der von ihm mitgeschaffenen Zukunft, die er
nicht mehr sehen sollte; entsann sich bei einem Aufseufzen des kleinen
Schlafenden der schweren Stunden, die hinter ihm und vor diesem lagen; sah
es den Blick ffnen, der den Vater noch nicht kannte und einsam schien, als
wisse er schon alles. Nun aber lchelte es, und alles war gut.

Es wuchs, und der Vater mit ihm. Die Freude, das Brot und einen Anteil am
Genu der Welt beschaffen zu knnen fr zwei Wesen, die nur ihn hatten,
machte ihn strker, als er sich kannte. Er gelangte in der Gesellschaft,
die er vertrat, zu einer leitenden Stellung.

Schne Zeit! Drauen scharf wachen, den Gegnern auf die Schliche kommen,
seine Haut ihnen nicht lassen und lieber Riemen schneiden aus der ihren. Zu
Hause dann gesicherter Friede, anstndiges Menschentum, lauteres Wohlwollen
von allen zu allen. Man wechselte den Rock, wusch sich und sah, ein
heiteres Zimmer betretend, in Gesichter voll Gte und Zutrauen, voll
Erwartung, Wunsch und Dank. Sein eigenes Gesicht -- diese beiden sahen es
nie anders. Er hielt darauf, es ihnen niemals so zu zeigen, wie es drauen
im Leben wohl aussehen konnte. Sein Luxus und seine Art von innerer
Erhebung war es, das Gesicht des Lebens vor diesen beruhigt und verklrt zu
bewahren.

Beide waren so schn in ihrer Unwissenheit, so liebenswert in ihrem
Glauben, alles verlaufe rein und klar, erhalten nur wir so unsere Seele.
Und hatten sie nicht recht? Die Mutter, als gerade ihre letzte Verwandte
gestorben war, blutjung und arm geheiratet vom Fleck weg, gehegt und
gepflegt, mit allem beschenkt, was ein Frauenherz reich macht, -- und von
ihr wie von Rosa, die seit ihrem ersten Atemzug nur Liebe kannte, ward zum
Entgelt fr alles Glck nicht mehr verlangt, als eben, da sie glcklich
seien. Frber, dessen Werk sie doch waren, nherte sich ihnen oftmals nur
mit Ehrfurcht.

Welche tiefe Gefahr ein so lieblicher Betrug barg, hatte er nicht
vergessen. Dies alles stand einzig auf seinen Nerven, seinem Kampfwert.
Zuweilen qulte es ihn, er habe mehr Verantwortung bernommen, als einem
mittleren Manne zukomme. Der Kluge und Mchtige, der die Gte war, dies
hie es bleiben, oder ihr Vertrauen tuschen. Je fester ihr Vertrauen, um
so schrfer sah er um sich die Drohungen, berreizt und nur darum nicht
mehr sicher. Er beging geschftliche Fehler, von denen gesagt ward, sie
entsprngen einer berschtzung seiner Kraft und Geltung. Dem Aufsichtsrat,
der bereit gewesen wre, ihm seine frheren Verdienste anzurechnen,
begegnete er unverhltnismig schroff. Er ward entlassen.

Und eben jetzt nahte die Geburt eines zweiten Kindes. Konnte er der Frau
sich offenbaren? Trotz vorhandenen Mitteln zum Weiterleben schien es hchst
geboten, stillschweigend und ohne alle Beunruhigung eine andere Stellung
anzunehmen, eine der Stellungen, die ihm gelegentlich angeboten waren und
zweifellos zur Verfgung standen. Indessen zeigte es sich, da sie dem, der
die seine verloren hatte, keineswegs mehr zur Verfgung standen: nicht die,
die grer waren als seine bisherige, hchstens die kleineren. Er lehnte
kurzweg ab. Frher oder spter fand sich doch alles, die richtige Sache,
und die Menschen, die seiner gedachten. Erworbene Kraft ging nie verloren
. . . Aber sie lag brach.

Jeden Morgen verlie er wie sonst das Haus, und whrend Frau und Kind ihn
geborgen im Amt glaubten, ging er, wie mit zwanzig Jahren, auf der Fhrte
des Zufalls. Nur da er sehr litt. Nicht allein die Enttuschungen setzten
ihm zu; er sprte, auch die Unregelmigkeit und das Umherirren entsprachen
seinem Alter nicht. Der Augenblick kam, da sein Wille pltzlich nachlie.
Es war in der Stadtbahn; um ihn her schien jeder gespannt und zielbewut;
nur er, eine sich mit hinstehlende Existenz, fuhr zu den Seinen heim, um
sie nochmals zu belgen. Warum eigentlich? Man konnte gestehen, konnte
nachgeben und es zulassen, da auch die Frau ihren Teil der Last trug. War
man denn allein? . . . Aus seinen Augen drangen langsame, schwere Trnen,
er sah kein Getriebe mehr, er dachte: ja, man sei allein. Man habe die
Pflicht bernommen, diesen zwei Wesen zu beweisen, das Leben sei gerecht
und man selbst unangreifbar. Zu ihnen kam bald nun ein drittes. Auf dem
Spiel stand, gab er es auf, sie zu schonen, nicht weniger als ihr Leben.

Darauf begann er zu zweifeln an dem Wert seines eigenen. Das noch brige
Geld konnte ihnen irgendein Dasein begrnden, wenn er fort war. Blieb er,
ward es von dem uneingeschrnkten Haushalt nutzlos verbraucht. Er konnte
eine weite Reise vorgeben. Aber auf den Ausflgen, mit denen er jetzt die
Tage verbrachte, sah er doch einst in ein Gewsser hinab, durchdrungen, er
sei bestimmt, noch grndlicher zu verschwinden.

Ein Dampfer legte an. Er stieg ein und war unter Menschen, die des schnen
Tages wegen ber den See fuhren. Hatten sie etwa keine Sorgen? Wohl auch
sie. Aber selbst die schlimmsten waren bedingt und fielen weg, entzogst du
ihnen den Boden. Dort sieht eine Frau her, ganz so, als bemerkte sie, da
du noch stattlich bist, scharfe elegante Zge und den besten Schneider
hast. Sie selbst war hbsch, sehr gepflegt, und schien erfahren: eine
Anziehung, unter diesen Umstnden. Er folgte der unbefangenen Aufforderung
ihres Blickes. Alles ging taktvoll und schnell vonstatten. Sie kehrten in
einem verschwiegenen Landhotel ein. Frber machte die Entdeckung, da es
andere Ansichten vom Leben gab als die ihm gewohnten. Es war eine
Wiederentdeckung; er fhlte sich auf einmal befreit von einem ungeahnten
Gewicht und befhigt, alles hinter sich zu lassen. Er telegraphierte, da
er verreist sei, unbestimmt, wie lange.

Erst nach mehreren Tagen veranlate seine neue Gefhrtin ihn zu greren
Ausgaben -- stand aber sofort davon ab, als sie bemerkte, seine Mittel
stockten. Eben an dieser Feststellung schien es ihr gelegen zu haben. Sie
bewog ihn, sich auszusprechen, und sie selbst ward deutlicher. Er hatte sie
halb geahnt, wie sie ihn; jetzt fanden sie einen gedmpfteren Ton, lieen
von dem korrekten Idealbild, das sie einander vorgehalten hatten, einiges
nach; -- und Frber erfuhr, in dem Ma wie er selbst seine Lage preisgab,
das Wesen der ihren. Sie lebte von Gelegenheiten auf Reisen, als anerkannte
Begleiterin reicher Leute, wenn es sein konnte, sonst aber dennoch auf ihre
Kosten. Als sie bis zu dem Gestndnis eines Diebstahles ging, vollzog er
ungewollt eine jhe innere Rckkehr in sein voriges Leben. So war alles
verknpft, hatte so werden sollen, und hierher fhrte es. Er sah in sich
den natrlichen Gefhrten der Hochstaplerin. Sie sah ihn dafr an, nie war
es ihr eingefallen, ihn zu schdigen, sie wollte ihn haben und mit sich
fhren, sie liebte ihn. In einer Wolke von Leidenschaft, war es ihre oder
seine, besprachen sie die Flucht.

Was er noch besa, sollte zurckbleiben fr seine ehemalige Familie. Er
hatte sich nur das Notwendigste beschafft und ging auf den Bahnhof, sie
wartete schon: Da sprach einer ihn an, den er zuletzt vor seiner Entlassung
gesehen hatte. Denken Sie noch an unsere Sache? Nein, eben an diese hatte
Frber nie wieder gedacht. Auch gab sich der andere so unschlssig noch wie
damals, das Geschft war wieder von der Wurzel ab zu erwgen. Als aber
Frber, gehoben und angespannt wie der Augenblick ihn traf, nur eben
angriff, war auch schon die Wirkung da. Er sah es vor Augen: Dies war zu
machen. Nur festhalten, und alle Kraft unerbittlich in diese Viertelstunde!
Nach ihrem Verlauf hatte er den andern vor einem Tisch mit Berechnungen,
und nach zwei Stunden beim Notar. Indes jener den Vertrag unterschrieb,
entsann Frber sich, den Blick entspannt, des abgegangenen Zuges, der Frau,
die ihn suchte, und einer schon aufgegebenen Vergangenheit, in die er nun
wieder Zutritt hatte, ehrbar und erfolgreich. Er erkannte, da die letzte
Zeit, mit der Hochstaplerin, seine Nervenkraft erneuert und ihn zu diesem
hier ausgerstet hatte. Er mute ihr dankbar sein. Etwas fehlte ihm, htte
er sie versumt. Aber gut war es, da er, in einem letzten Gefhl von
Zweifel, seinen richtigen Namen fr sich behalten hatte. Fahr hin, dachte
er, und ging heim.

Dort schlug ihm eine schwere Stille entgegen -- und dann ein Aufschrei.
Seine Frau lag in den Wehen. Der Arzt, neben dem Bett, lie ihn
herankommen, schien es ihm, wie einen Eindringling. Er wich sogar noch ein
Stck zurck vor ihm und sagte erst dann, was hier zu sagen war. Frber
neigte sich und nahm die Hand seiner Frau. Ihre Lippen zitterten, aber es
sprach nur ihr Blick. Du allein, wenn es noch mglich wre, wrdest mich
retten, sagte der Blick. Du warst meine Kraft, mein Leben und mein
Glck. Stumm antwortete er ihr, sie drfe vertrauen; und durch Hand und
Auge schickte er, ohne nachzulassen, seinen Willen in sie hinber, indes
sie verging oder sich bumte, indes sie irr redete und wie sie Abschied
nahm, whrend sie das Kind hervorbrachte, und noch als sie starb.

Da er nun sah, sein Wille hatte umsonst gekmpft, griff er pltzlich um
sich, als wiche der Boden. In Kopf und Herz ein wildes Drunter und Drber:
Das ist mein Werk, sie bt fr mich. Verraten von mir, ihrem einzigen
Glauben, so sterben! Fast war ich schon Verbrecher -- mein Gott!
Entsetzen, zusammenschlagend ber ihm. Gerade sah er noch, da der Arzt
einen Schritt tat, um ihn aufzufangen, -- da ri er sich zusammen. Nein.
Genug an dem. Mann bleiben, was immer geschehen ist. Wohl wahr, er hatte
gedacht, es fhrte dahin, da er auf und davon gehen solle mit einer
Abenteurerin. Jetzt aber war es so gekommen, da er hier helfen, retten und
seine Pflicht tun sollte. Dies hatte nun die volle Macht des Schicksals, --
und an wie wenig war es doch gehangen. Der Zufall regiert uns. Willst du
leben, bereue ihn nicht, verantworte ihn! An dir, ihn zu wenden, bis er gut
ist. Aus deinem rechtschaffenen Dasein, du weit nicht wie, wird das
Schlimmste. Und gerade dein uerster Fehltritt macht dich fhig zum neuen
Aufschwung.

Hiernach nahm er einen sanfteren Abschied von der Toten. Er versprach ihr
zu handeln, als sei sie noch da. Jetzt konnte er weinen, linde Schmerzen
des Selbstbedauerns. Sie war dahin, die letzte, die ihn noch jung gesehen
hatte, die einzige, die ihn bei seinem Vornamen nannte. Das kam nicht
wieder. Sie allein war ihm wahrhaft ergeben gewesen, war sein Geschpf,
weit mehr als die Kinder. Fr die Kinder, wuchsen sie heran, war er ein
alter Mann, ein Mensch mit Schwchen, die auszuntzen, und einem Willen,
der vielleicht zu bekmpfen war. Der Kritik seiner Kinder gewachsen
bleiben, dies war knftig die Aufgabe. Sich halten. Seine Versprechungen
halten.

Damit er nie wieder in die Gefahr komme, die Seinen im Stich zu lassen,
schrnkte er zuerst seine Lebenshaltung ein. Klein und umsichtig, mit einer
inneren Bescheidenheit, die ihm lngst nicht mehr bekannt war, ging er in
eine Unternehmung hinein, verlor, und ward doch nur entschlossener und in
seinem Gewissen fester. Er zwang den Erfolg dorthin, wo es kein Ausweichen
mehr gab; -- und vergingen auch die Jahre, eines Tages war er bezwungen.
Gleichwohl durfte man ihm niemals ganz trauen. Des Erfolges war niemand
sicher; sicher, so sagte er seinen Tchtern, mssen wir unser selbst und
einander sein.

Er lag vor dem Einschlafen, ein Mann von fnfzig, und dachte an die beiden
Kinder, an ihre Namen etwa, Rosa, den der lteren, und den letzten armen
Schnheitstraum der verstorbenen Mutter, den Namen der kleinen Liliane. Er
dachte, Laut fr Laut, ihre Namen durch und fand darin vorherbestimmt, was
sie sein sollten, das besonnte, schn sich entfaltende Dasein der einen,
und dann dies schwache, weie Kind einer Sterbenden, s und schmerzlich,
wie Blumenduft von einem Grabhgel. Er besann ihre Haltung heute, als er
eintrat, ihre klugen oder zrtlichen Worte, -- und die letzte, angstvolle
Vorstellung seines Wachens war es oft, er wre damals am Scheideweg falsch
gegangen, und sie htten ihn nicht, die beiden, die nur ihn hatten. Waren
sie denn jetzt gesichert? Noch immer nicht, falls er an einem Morgen nicht
aufwachte. Doch schien es nicht vorgesehen, da er ihnen verloren gehe. Er
hatte nie gefhlt, da ein Gott ihn ansehe; -- vielleicht aber sah er auf
einen Vater?

Man rechnet, sorgt, und schliet mit Genugtuung ein Jahr ab, das doch dahin
ist; aber es hat die Aussteuer der lteren abgerundet. Das dir entgleitet,
ihr gibt dein Jahr noch Kraft. So fort, wir sind gewhnt des sicheren
Weges. Jedes Vertrauen, das unschuldigste der Kinder, diesmal haben wir es
gerechtfertigt. Auf Zwischenflle war man lange Zeit wohl gefat;
nachgerade aber hat man so gut wie vergessen, wie sie aussehen knnten.

Frber war in seinem Geschftszweig fhrend geworden und seine Ttigkeit
ausgebreitet; er bemerkte erst allmhlich, wie dies und jenes ihm aus der
Hand fiel. Oder ward es genommen? Ein Mitbewerber, von einiger
Grozgigkeit gleich anfangs, trat vollends hervor. Ja, immer dieser, und
nie anders als gegen mich. War das noch Zufall? Frber kam dahinter, da
seine Kundenlisten durch Verrat an jenen Lanz gelangt waren, -- und der
nutzte sie aus, als seien sie das, worauf er sein Dasein grnde. Es kam
dahin, da Frber sich fragte, bin ich verfolgungswahnsinnig, oder --. Das
Oder, vom Schrecken starr, flsterte in ihm: Werde ich alt? Und eines
Tages, er hatte ein eigenes Unterlassen erkannt, das vor ihm der Gegner
erkannt hatte, sank er an seinem Tisch hin, und den Kopf tief auf der Brust
erblickte er es zum erstenmal, da er in Wahrheit alt sei und darum
ausersehen von einem jungen Feind, nur Feind weil jung, -- aufgesprt von
ihm, angeschossen wohl schon, und gehetzt, von nun an immer gehetzt, bis in
den Ruin, bis in den Tod.

Eine kurze Spanne hielt sein Atem an, ihm war es, auch sein Herz; und kalt
in der Stirn, nahm er ganz still hin, was kam. Er sah in diesen Sekunden
das Bild des Feindes, schwarz und bleich, gewandt, gut angezogen, wie es
lchelnd vorberging, -- und von drben nahte Rosa, achtzehnjhrig, sanft,
gtig und unwissend. Eine Jugend so im Recht wie die andere; aber die eine
schlechter beschtzt. Waltendes Erdengesetz.

Dann ermannte er sich wohl und gedachte des Kmpfenmssens. Aber zum
erstenmal war er, wo es einen Schlag galt, seiner nicht sicher. Was ihn
unsicher machte, war dies. In jener Erscheinung, vorhin am stillen Tisch,
hatte nicht nur der Feind gelchelt, auch Rosa. Sie kannten sich, er wute
nicht, ob im Leben, aber ihrer beider Jugend kannte sich -- ber ihn
hinweg, trotz aller Unschuld seiner Tochter. Er sah fort, als dieser Lanz
auf der Strae gren wollte, und er sagte zu Rosa: Das ist ein
unvornehmer Kaufmann. -- Sie erwiderte: Ach! Wir hatten Tanzstunden
zusammen. Das war es, was ihn zum Besiegten machte von vornherein! Der,
der ihn zur Strecke bringen wollte, mit seinem Kind war er in die
Tanzstunde gegangen. Im Gesicht Jugendreinheit, und war doch ein
bedenkenloser Mchler. Lebte lustig, lie Geld springen, geno sozusagen
schon Geltung in einem Alter, wo unsereiner nichts hatte als einen
Arbeitskittel -- und machte nebenbei se Augen fr die Tochter seines
Feindes. Denn Feindschaft wog ihm so leicht wie das brige. Er war
hassenswert, vom Vorteil zu schweigen, durch sein Wesen selbst. Er war aus
dem neuen leichten Geschlecht der Erben: Erben auch ohne Geld. Rasch und
unsolid kamen die daher, schufen nichts, nutzten nur aus; -- aber ihr
Kampf, der ein leichtfertiges Spiel war, brachte sie dennoch an die Stelle
derer, die gearbeitet hatten, ohne rechts oder links zu sehen . . . Denn
der bald Sechzigjhrige verga vieles beim Anblick des
Fnfundzwanzigjhrigen.

Was tun? Wenn Rosa den Gru dennoch erwiderte -- heimlich, und wohl mit
etwas Selbstberwindung, aber sie erwiderte ihn, was tun? Sollte der Vater
ihr dann eingestehen, wie es stand und da das Seine und Ihre tglich
dahinschwand zu dem da? Ihr eingestehen, da er schwach war? O doppelte
Ohnmacht, nicht aufhalten knnen das Verderben, und auch nicht sprechen
drfen! Vielleicht war sein Kind schon nicht mehr wrdig, da er sprach;
wute alles und hielt es mit dem Feind. Umsonst wrde er es bei ihr
aufgenommen haben mit dem Jungen. Er fing an, mitrauisch Rosa nachzusehen,
wenn sie ging, und ihrem Gesicht nicht zu glauben. Ward es davon etwa
traurig? Mochte denn auch sie fhlen, wie es tat, verlassen zu werden! Kaum
verbarg er ihr noch, wie viel nher ihm seine Jngste war, Liliane, das
leise Kind der Sterbenden. Als sie starb, war sie seine, des Alten, wahre
Gefhrtin gewesen, und sein wahres Kind war Liliane. Die eine behten, die
ihm noch blieb!

Er sorgte sich um ihr Leben, -- und ihre Zukunft sicher zu stellen, war
alles was er noch verlangte und unternahm, bevor es denn mit ihm zum
uersten kam. Kein Zweifel mehr, da es dahin kam. Noch einmal und in
einem Alter, wo es kein Wiederaufstehen gab, sollte er zu Fall kommen. Die
Schlge, die ihn trafen, wurden heftiger, wurden unentrinnbar. Keine
Gewandtheit und Spannkraft mehr, auf die er pochen durfte. Nur noch
stillhalten und vor dem Entsetzen die Augen schlieen.

So stand er eines Tages in dem halb dunkeln Vorraum seines Ezimmers, hatte
die Augen geschlossen und nach einem Tisch gegriffen. Das Geschirr darauf
klapperte, sie hrten es wohl drinnen. Dennoch verging eine Weile, bis
jemand die Tr ffnete. Rosa war es. Er hatte sie nicht erwartet, sein Arm
zuckte, als sie ihn nahm. Du weit wohl nicht, da wir schon essen? sagte
sie, und fhrte ihn hinein. Obwohl sie munter sein wollte, verbarg sie
ihren Blick. Schmte sie sich fr ihn? Fr sich? Fr dies Leben, das nun
das ihre war? Pltzlich erinnerte er sich, als sei es gestern gewesen,
seines Eintretens in das Ezimmer, als Rosa klein war und ihre Mutter noch
mit am Tisch sa. Er kam durch die groe Tr, schnell und freudig, mit
einer Miene voll guter Gaben, und sie streckten vertrauend die Hnde hin,
baten lchelnd und lachten dankbar. Wohin habe ich es kommen lassen!
dachte er, tief erschrocken. In so kurzer Zeit! Er strich der kleinen
Liliane ber die Haare, und zu Rosa sagte er vertraulich und leichthin: Du
darfst dich nicht wundern. Im Leben eines Mannes, der viel arbeitet, kommen
matte Zeiten vor. Ihr werdet mich wieder anders sehen.

Er fhlte: Ah! Nein! -- und als er nachher allein war, immer wieder: Ah!
Nein! So sollte dies nicht verlaufen. Die neue Jugend dachte sich die Dinge
denn doch zu glatt, ihre Opfer zu widerstandslos. Ihr kennt mich nicht,
ihr sollt mich kennenlernen! Auf einmal sah er alles unerwartet leicht und
klar: denn die Hoffnung war aufgewacht, er knnte sein Kind wieder fr sich
gewinnen.

Er fand: So war es zu machen. Ein Plan wie dieser rechnete mit allen
Eigenschaften des Gegners. Keine Falle, in die er, wie er war, nicht tappen
mute. Frber, am stillen Tisch, lchelte in sich hinein. Er empfand sich
als den klugen alten Kriegselephanten, der den Rssel aufstellt, bevor er
die Dschungel betritt. Der junge Tiger prscht sich heran. Aussehen, als
merke man nichts. Springt er? Er springt; -- und der Rssel fllt und
zerbricht ihm den Schdel. Auch wir Alten haben unsere Strke. Es ist
nicht der Ansturm mehr und nicht mehr der leichte Griff. Aber es ist die
erfahrene Einsicht und die List.

Das Geschft, das ein Schicksal sein sollte, ward langsam angelegt, mit
Geduld und Weitblick -- scheinbar in groer Furcht vor Mitwissern, aber fr
Spalten war gesorgt, an denen der Feind horchen und sich aufregen konnte.
Was war er denn? Ein Nachtreter, immer auf der Suche nach eintrglichen
Plagiaten, immer bereit, mit Methoden, die ohne Selbstachtung waren, der
ehrlichen Leistung eines andern seinen schnellfertigen Pofel
unterzuschieben. Darum nur zgern, zurckschrecken, schwerfllig tun: den
Horcher reizen, bis er dich berrennt und als Halsbrecher in eine Sache
hineingeht, die deiner grten Vorsicht wert war. Jetzt noch Ertapptsein
heucheln, greisenhafte Wut und kopfloses Nachdrngen, -- bis er im Radwerk
hngt und nie mehr entrinnt.

Wie verhlt sich hier so einer? Er denkt sich ablsen zu lassen von dem
andern, er hlt ihn fr dumm, ihn, der ihn restlos ausgerechnet und Schritt
fr Schritt gelenkt hat. Diese Art hlt alle fr dumm; daher ihr frher
Sieg wie ihr vorzeitiges Ende . . . Er ist fllig nun, sogleich mu er da
sein. Frber sah aus dem Fenster: Da kam er. Munter und seiner Sache
getrost fhrte er sich ein und legte los. Reden lassen! Die Stichworte
geben, vermittelst kleiner harmloser Fragen, die in dem andern ein Loch
aufrissen, eine Lcke in seiner trichten Selbstsicherheit; -- und jetzt,
seine Samtaugen verrieten es, tat er den ersten Blick in die ganze Tiefe
seiner Trostlosigkeit.

Dies war der Zeitpunkt. Frber stand auf. Der erwartete Zeitpunkt der
Abrechnung. Zurcktretend sah er zu, wie der dort vollends begriff und
erstarrte. Erst als er ihn hilflos bat, doch zu sprechen, sprach er, um ihm
zu sagen, da er verloren sei, und er selbst habe es gewut und gewollt.

Sie tuschen sich ber das Leben, sagte er mit einer Stimme, hart vom
Richten. Wie Sie es sich denken, wre es zu leicht fr Menschenverchter
ohne Gewissen und fr geistlose Gewaltverber. Ich habe vieles gesehen,
vieles erkannt. Die Schamlosigkeit Ihrer Verfolgung hat mich zuletzt noch
das Beste erkennen lassen. Eine Sache, die, wie Ihre, auf Enteignung und
Vernichtung gestellt ist, bricht endlich zusammen, das ist vorgesehen.

Aber anstatt jener dort fhlte Frber selbst sich niedergebeugt, wie von
groer Vergeblichkeit, und sttzte sich auf den Tisch. Nur weil er sie sich
vorgenommen hatte, sagte er noch einige Stze, aber seine Stimme, schien es
ihm, verlor die Tragkraft.

Um die Jugend wird man sonst beneidet, Sie aber sind, Gott sei Dank, nicht
zu beneiden. Sie lernen mit fnfundzwanzig Jahren schon eine Lage kennen,
da Sie mit sechzig sich nicht einmal mehr wundern knnen, wenn Sie
dastehen wie jetzt und flehen. Und um dann, mit sechzig, noch wieder
loszukommen, sagte er und verhielt mhsam ein Aufschluchzen, mu Einer
strker sein als Sie.

Der bleiche junge Mensch dort lchelte, betreten und spttisch, -- was
Frber pltzlich auer sich brachte. Er wisse noch einen Grund, sagte Lanz,
noch einen Grund fr Frber zur Nachsicht. Es sei ein auergeschftlicher
. . . Da wies Frber ihm die Tr.

Der prfte ihn leichthin von unten, ob wirklich nichts zu machen sei, und
dann wand er sich wohl, einigermaen auf den Mund geschlagen, durch die
Mbel nach der Tr; aber kaum darunter, klapste er sich auf den Cylinder,
und seine Hften schaukelten schon wieder, wie er abging, -- indes Frber
mit arbeitender Brust es fhlte, da nichts in der Welt ihn rchen knne an
dem da. Denn der war kein Vater, und war kein wirklicher Mann, weil er von
Recht und Unrecht nichts wute. Er ging nur ab, wenn die letzte Frechheit
gesagt war -- und was fr eine! Und auf irgend einer anderen Seite fand er
wohl wieder Zutritt in das rohe Vergngungslokal, das fr seinesgleichen
das Leben war.

Frber gewann dort, wo jener gescheitert war, eroberte alle Stellungen
zurck, die der Geschlagene, Verschwundene hinterlie, und zu Rosa sagte
er: Dein Vater hat gehalten, was er Dir versprochen hatte. Dabei aber
suchte er angstvoll in ihrer Miene. War sie nicht im Einverstndnis mit dem
Verschwundenen und mit seinem letzten, nicht beendeten Versuch, sich
anzuklammern? Er sah nichts. Was lie sich auch sehen, das er nicht
hineinspiegelte, erfllt wie er war mit der Erinnerung an etwas
Unheilvolles, an furchtbare Zusammenhnge und einen ganz vergeblichen Sieg.
Sogar die kleine Liliane blieb unfroh, als er ihnen ankndigte, es sei
Zeit, die Koffer zu packen fr die Sommerreise.

An der Bahn, gereizt und unbeherrscht, wie man leider nun war, hatte man
sogleich einen Streit um die belegten Pltze. Hier lag das Gepck
widerrechtlich entfernt von der Bank, und dort standen die Tchter und
warteten, da man ihnen gegen die Mitreisenden ihr Recht verschaffe.
Behaupte dich, du darfst nicht mde sein! Und lachen, wo die Welt nicht
mitlacht? Das will viel Kraft. Als sie aber saen und die Rder sich schon
drehten, sagte Liliane: Herr Lanz kommt; -- und in der Stimme des Kindes
dieser Schrecken und dies Geheimnis! Rosa sah aus dem Fenster.

Dann wirklich drang er ein, fuhr, den Hut im Nacken, mit den Augen ber den
Raum und die vier Bnke hin, mute doch bemerken, da auch dahinten ein
Platz freistand, -- aber gerade neben Rosa setzte er sich. Sie sah weiter
aus dem Fenster. Der junge Mann seinerseits hatte keinen Gru fr Frber.
Nach einer Weile stand sie auf und trat in den Seitengang. Lanz rckte
sofort auf ihren Platz und ri das Fenster herab. Gegenber der kleinen
Liliane warf der Wind den Hut vom Kopf. Frber zog schweigend das Fenster
wieder hinauf. Nach einer Minute wiederholte der andere seine Bewegung, und
dann Frber die seine, beide schweigend. Als Lanz zum drittenmal den Arm
ausstreckte, sagte Frber stark, aber mit Beben: Ich ersuche Sie, das Kind
nicht lnger dem Zug auszusetzen. Es ist nicht zu warm hier.

Das sei Ansichtssache, sagte Lanz hell, -- und da die Hand Frbers ihm in
den Arm fiel, schlug er nach der Hand. Frber stand auf, umklammerte den
Zugriemen des Fensters und zeigte den Mitreisenden sein vergrmtes Gesicht,
das verbissenen Zorn preisgab, sein altes Gesicht. Sie murrten. Lanz
wendete ihnen sein junges zu und rief hell:

Der Herr glaubt, alles geht nach ihm.

Das hat er schon vorhin geglaubt, riefen die, die mit ihrem Gepck hatten
abziehen mssen. Ein Unbeteiligter sagte krftig:

Nervse Bureaukraten sollen allein reisen!

Die kleine Liliane zog sich zusammen auf ihrem Sitz und weinte still. Rosa
im Seitengang wandte sich nicht her. Und der Vater stand da, ganz Spannung
und Beben: Dein Kind verteidigen und nicht sinken in seiner Achtung! Stand,
als gehe, weil er endlich schwach genug sei, das Letzte dahin, stand am
Pranger mit seinem Herzen.

Der junge Lanz zuckte die Achseln und setzte sich wieder. Ringsumher
besprach man den Zwischenfall, ohne Rcksicht darauf, da Frber und die
Seinen zuhrten. Er sah sich wehrlos und empfand, wie noch nie, unter
dieser albernen Niederlage die letzte Nutzlosigkeit der Dinge. Der Mund
fllte sich mit Bitterkeit, die Hand am Fensterriemen ward schlaff. Kaum
da sie herabglitt, griff Lanz schon zu und ffnete. Frber nahm Liliane
bei der Hand, rief sanft nach Rosa und fhrte beide in den Speisewagen.
Hinter ihnen ward gelacht. Das Lachen des Lanz drang durch, es klang nach
einem Automaten, trotz allem Ha.

Die Mittagsstunde kam, im Speisewagen war schon alles besetzt, nur am Tisch
Frbers wartete der vierte Platz -- auf wen? Lanz fehlte. Frber sah es im
Spiegel, wie er eintrat. Er sah auch die gequlten Gesichter seiner Tchter
und dachte auffahrend: Wenn er sich hersetzt --! Aber dem Menschen stand
es zu deutlich in der Miene, was er sich wnschte. Frber bezwang sich.
Ich habe kein Recht, die Kinder auch dies noch sehen zu lassen. Es gab
eine Zeit, da stand ich zwischen ihnen und allen Feinden. Und aufsthnend
im Lrmen der Rder: Nimmt die Verfolgung denn nie ein Ende?

Lanz inzwischen hatte Champagner bestellt, trank hastig und schnitt
Gesichter, als unterhielte er sich lebhaft mit sich selbst. Einmal, Frber
sah es im Spiegel, lie er einen Blick zu Rosa gleiten und bewegte merklich
das Glas gegen sie. Sie sah aus dem Fenster, und Lanz gleich wieder sorglos
in die Luft. Nach dem Essen ging er hinber zu den Rauchern. Frber blieb
sitzen und sagte den Mdchen, welche schnen Wochen sie haben wrden im
Wald und an den Hgeln. Und fter dann, sagte er. Denn jetzt, jetzt sehe er
freien Weg vor sich und die Aussicht sich zurckzuziehen und ganz mit ihnen
zu sein. Er sagte ihnen mehr, als er je gesagt hatte.

Erst als der Zug ihr Ziel erreichte, standen sie auf. Frber lie sich Zeit
mit Trgern und Koffern, schon gefat darauf, auch der Verfolger werde
aussteigen. Dort sprang er grade hinab, ganz ohne Gepck,
verwunderlicherweise. Wir gehen durch den Wald, das wird uns erfrischen,
sagte Frber, besorgt wegen eines neuen Zusammentreffens im Omnibus. So
betraten sie, indes vom Himmel Tropfen fielen, das niedrige Gewlbe der
Buchen.

Moderig roch es in der feuchten Luft, denn der Grund weithin war berhuft
mit altem Laub. Sie gingen auf ihrem Weg, oben zwischen den Hngen, in
einer drckenden Stille. Die kleine Liliane, voran, versuchte ein Lied zu
singen, brach aber gleich ab und tat eine flchtende Bewegung zur
Schwester. Frber ging hinter ihnen und sann darauf, sie heiter zu machen.
Da fiel ein Schu. Es war dahinten, dort unten! Auf jener Seite! Nein hier,
du siehst doch den Rauch . . . Und noch immer standen sie. Ein Jger,
sagte Frber und reckte jh den Arm aus. Dort luft ein Reh! Rosa stieg,
ohne zu antworten, vom Weg hinab. Darauf stieg auch Frber und berholte
sie. Watend durch Vertiefungen voll fauliger Laubmassen, heraushastend und
endlich doch nur als Schleichende kamen sie hin. Frber rumte Laub fort
von der Brust des Gefallenen, von seinem Gesicht, so tief war er versunken.
Mute dies sein! dachte er. Wie ein Tier im Dickicht! Hinter ihm Rosa
weinte auf:

Htte ich das gewut!

Da beugte Frber sein Gesicht bis in seine Hnde.

Ich selbst knnte so daliegen, murmelte er flehend.

Die kleine Liliane war nachgekommen. Sobald sie sah, blieb sie stehen und
schrie, schrie. Rosa nahm sie beim Arm, dann holte sie Frber. Noch
nicht, bat er und sank auf einen Baumstumpf. Da war er, jenseits eines
letzten Schleiers, der gndig noch beschnigt hatte was ist, allein mit
seiner Wirklichkeit: da wir vergeblich Unrecht ben, zur eigenen Qual
einander Feinde sein und unbekannt jeder jedem, uns tten mssen.

Was htte ich tun sollen, fragte er hilflos. Rosa umarmte seinen Kopf.

Armer Vater!

Und seine Hand, die sich trostlos ffnete, ward unversehens liebkost von
der ahnungsvollen der kleinen Liliane.

Er stand auf. Er sah noch einmal zu dem jungen Gesicht des Toten hin, --
und ihm ins Gesicht, als wren nicht zwischen ihnen das Leben und der Tod,
beide mit ihren Verboten, ins Gesicht ihm sagte er:

Mein Sohn!







End of the Project Gutenberg EBook of Der Vater, by Heinrich Mann

*** END OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK DER VATER ***

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To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at http://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
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501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
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permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
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business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
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page at http://pglaf.org

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