The Project Gutenberg eBook, Geologische Beobachtungen ber die
Vulcanischen Inseln mit kurzen Bemerkungen ber die Geologie von
Australien und dem Cap der guten Hoffnung, by Charles Darwin, Translated
by J. Victor Carus


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Title: Geologische Beobachtungen ber die Vulcanischen Inseln mit kurzen Bemerkungen ber die Geologie von Australien und dem Cap der guten Hoffnung


Author: Charles Darwin



Release Date: May 1, 2010  [eBook #32201]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1


***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GEOLOGISCHE BEOBACHTUNGEN BER DIE
VULCANISCHEN INSELN MIT KURZEN BEMERKUNGEN BER DIE GEOLOGIE VON
AUSTRALIEN UND DEM CAP DER GUTEN HOFFNUNG***


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                 Ch. Darwin's

              ~gesammelte Werke.~

        ~Aus dem Englischen bersetzt~

                     von

               J. Victor Carus.

         Autorisirte deutsche Ausgabe.

          Elfter Band. Zweite Hlfte.

             ~Vulcanische Inseln.~

   Mit einer Karte und vierzehn Holzschnitten.

                   STUTTGART.
   E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch).

                     1877.


         Geologische Beobachtungen

                 ber die

          =Vulcanischen Inseln=

                   mit

   kurzen Bemerkungen ber die Geologie

                   von

  Australien und dem Cap der Guten Hoffnung.

                   Von

            =Charles Darwin=.

  Nach der 2. Ausgabe aus dem Englischen bersetzt

                   von

             J. Victor Carus.

  Mit einer Karte und vierzehn Holzschnitten.

               STUTTGART.

  E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung (E. Koch).

                  1877.

  K. Hofbuchdruckerei Zu Guttenberg (Carl Grninger) in Stuttgart.




Vorrede zur zweiten Ausgabe.


Die erste Ausgabe meiner Geologischen Untersuchungen ber die
Vulcanischen Inseln, welche whrend der Reise von S. M. S. Beagle unter
dem Commando des Capt. FITZROY besucht wurden, erschien unter
Gutheiszung der Lord Commissioners of Her Majesty's Treasury im Jahre
1844, und meine Beobachtungen ber Sd-America im Jahre 1846. Da diese
beiden Werke jetzt vergriffen sind, und da ich glaube, dasz sie doch
noch Sachen von wissenschaftlichem Werthe enthalten, schien es mir
rthlich, sie neu herauszugeben. Sie handeln von Theilen der Erde,
welche so selten von wissenschaftlichen Leuten besucht worden sind, dasz
mir nicht bekannt ist, dasz etwa Vieles nach spter angestellten
Beobachtungen verbessert oder zugefgt werden knnte.

In Folge der groszen Fortschritte der Geologie in neuerer Zeit drften
meine Ansichten ber einige wenige Punkte etwas veraltet erscheinen; ich
habe es aber fr das Beste gehalten, sie so zu lassen, wie sie
ursprnglich erschienen sind. Um meinen Bericht ber die whrend der
Reise des >Beagle< angestellten geologischen Beobachtungen zu
vervollstndigen, will ich hier noch auf vier besonders erschienene
Abhandlungen hinweisen: 1. ber den Zusammenhang gewisser vulcanischer
Erscheinungen in Sd-America, im Jahre 1838 gelesen, in Bd. 5 der
>Transactions of the Geological Society< erschienen; 2. ber die
Verbreitung der erratischen Blcke und die gleichzeitigen geschichteten
Ablagerungen von Sd-America, gelesen 1841 und in Bd. 6 der nmlichen
Abhandlungen verffentlicht; 3. Eine Schilderung des feinen Staubs,
welcher hufig auf Schiffe im Atlantischen Ocean fllt, in den
Proceedings derselben Gesellschaft, 4. Juni 1845; und 4. vom 25. Mrz
1846 in demselben Journal ber die Geologie der Falkland-Inseln.




Inhalt.                                                     Seite


Erstes Capitel.                                                 1

S. Jago, im Cap Verdischen Archipel.

  Gesteine der untersten Reihe. -- Eine kalkige,
  sedimentre Ablagerung, mit recenten Muscheln, durch
  die Berhrung mit darber liegender Lava verndert;
  ihre horizontale Lage und Ausdehnung. -- Spter
  erfolgte vulcanische Ausbrche, in Begleitung mit
  kalkiger Substanz in erdiger oder fasriger Form und
  hufig innerhalb der einzelnen Scorien-Zellen
  eingeschlossen. -- Alte und obliterite
  Auswurfsffnungen von geringer Grsze. --
  Schwierigkeit, ber eine nackte Ebene neuere Lavastrme
  zu verfolgen. -- Landeinwrts gelegene Berge von
  lterem vulcanischen Gestein. -- Zerfallener Olivin in
  groszen Massen. -- Feldspathige Gesteine unterhalb der
  oberen krystallinischen basaltischen Schichten.
  -- Gleichfrmige Structur und Form der lteren
  vulcanischen Berge. -- Form der Thler in der Nhe der
  Kste. -- Conglomerat jetzt den Strand bildend


Zweites Capitel.                                               24

  ~Fernando Noronha.~ -- Steil abstrzender Berg von
  Phonolith. -- ~Terceira.~ -- Trachytische Gesteine; ihre
  eigenthmliche Zersetzung durch Dampf von hoher
  Temperatur. -- ~Tahiti.~ -- bergang von Wacke in
  Trapp; eigenthmliches vulcanisches Gestein; dessen
  Blasenrume halb mit Mesotyp erfllt sind. --
  ~Mauritius.~ -- Beweise fr seine neuere Erhebung. --
  Structur seiner lteren Gebirge; hnlichkeit mit S.
  Jago. -- ~St. Paul's Felsen;~ nicht-vulcanischen
  Ursprungs; -- ihre eigenthmliche mineralogische
  Zusammensetzung


Drittes Capitel.                                               36

Ascension.

  Basaltische Laven. -- Zahlreiche Cratere, welche an der
  nmlichen Seite abgestutzt sind. -- Eigenthmliche
  Structur vulcanischer Bomben. -- Explosionen gasfrmiger
  Massen. -- Ausgeworfene granitische Bruchstcke. --
  Trachytische Gesteine. -- Eigenthmliche Adern. --
  Jaspis, seine Bildungsweise. -- Concretionen in
  bimssteinartigem Tuff. -- Kalkige Ablagerungen und
  frondescirende Incrustationen an der Kste.
  -- Merkwrdige blttrige Schichten, welche mit Obsidian
  abwechseln und in solchen bergehen. -- Ursprung des
  Obsidians. -- Blttrig-werden vulcanischer Gesteine


Viertes Capitel.                                               75

St. Helena.

  Laven der feldspathigen, basaltischen und submarinen
  Reihe. -- Durchschnitt des Flagstaff-Hill und des Barn.
  -- Turk's Cap und Prosperous Bay. -- Basaltischer Ring.
  -- Centraler craterfrmiger Rcken, mit einer innern
  Leiste und einer Brustwehr. -- Phonolith-Kegel. --
  Oberflchliche Schichten von kalkig Sandstein.
  -- Ausgestorbene Landschnecken. -- Schichten von
  Detritus. -- Erhebung des Landes. -- Denudation. --
  Erhebungscratere


Fnftes Capitel.                                              101

Galapagos-Archipel.

  Chatham-Insel. -- Aus einer besondern Art von Tuff
  zusammengesetzte Cratere. -- Kleine basaltische Cratere
  mit Hhlen an ihren Basen. -- Albemarle-Insel, flssige
  Laven, ihre Zusammensetzung. -- Tuff-Cratere, Neigung
  ihrer uszeren divergirenden Schichten, und Structur
  ihrer inneren convergirenden Schichten. -- James-Insel,
  Segment eines kleinen basaltischen Craters; Flssigkeit
  und Zusammensetzung ihrer Lava-Strme und der von ihr
  ausgeworfenen Fragmente. -- Schluszbemerkungen ber die
  Tuff-Cratere und ber den durchbrochenen Zustand ihrer
  sdlichen Seiten. -- Mineralogische Zusammensetzung der
  Felsarten des Archipels. -- Erhebung des Landes. --
  Richtung der Eruptionsspalten


Sechstes Capitel.                                             120

Trachyt und Basalt. -- Verbreitung der vulcanischen
Inseln.

  Das Einsinken von Krystallen in flssige Lava.
  -- Specifisches Gewicht der constituirenden
  Bestandtheile des Trachyt und Basalt und ihre sptere
  Trennung. -- Obsidian. -- Scheinbar nicht erfolgende
  Trennung der Elemente der plutonischen Gesteine. --
  Ursprung der Trappgnge in der plutonischen Reihe. --
  Verbreitung vulcanischer Inseln; ihr Vorherrschen in
  den groszen Oceanen. -- Sie sind meist in Reihen
  angeordnet. -- Die centralen Vulcane L. VON BUCH'S
  zweifelhaft. -- Vulcanische Inseln Continente umsumend.
  -- Alter vulcanischer Inseln und ihre Erhebung in Masse.
  -- Eruptionen auf parallelen Spaltungslinien innerhalb
  einer und derselben geologischen Periode


Siebentes Capitel.                                            133

  ~Neu-Sd-Wales.~ -- Sandstein-Formation. --
  Eingeschlossene Pseudofragmente von Schiefer. --
  Stratification. -- Sich kreuzende Lagen. -- Grosze
  Thler. -- ~Van Diemen's Land.~ -- Palaeozoische
  Formation. -- Neuere Formation mit vulcanischen
  Gesteinen. -- Travertin mit Blttern ausgestorbener
  Pflanzen. -- Erhebung des Landes. -- ~Neu-Seeland.~ --
  ~King George's Sound.~ -- Oberflchliche eisenhaltige
  Schichten. -- Oberflchliche kalkige Ablagerungen mit
  Abgssen von Zweigen. -- Ihr Ursprung aus angetrifteten
  Stckchen Muscheln und Corallen. -- Ihre Ausdehnung. --
  ~Cap der Guten Hoffnung.~ -- Verbindung des Granits und
  Thonschiefers. -- Sandstein-Formation


Anhang.                                                       164

Beschreibung fossiler Muscheln, von G. B. SOWERBY.

  Muscheln aus einer tertiren Ablagerung unter einem
  groszen basaltischen Strom auf S. Jago im
  Cap-Verdischen Archipel. -- Ausgestorbene Landschnecken
  von St. Helena. -- Palaeozoische Muscheln von Van
  Diemen's Land S. 156.

  Beschreibung von Corallen aus der palaeozoischen
  Formation von Van Diemen's Land, von W. LONSDALE




Erstes Capitel.

St. Jago, im Cap Verdischen Archipel.

     Gesteine der untersten Reihe. -- Eine kalkige, sedimentre
     Ablagerung, mit recenten Muscheln, durch die Berhrung mit darber
     liegender Lava verndert; ihre horizontale Lage und Ausdehnung. --
     Spter erfolgte vulcanische Ausbrche, in Begleitung mit kalkiger
     Substanz in erdiger oder fasriger Form und hufig innerhalb der
     einzelnen Scorien-Zellen eingeschlossen. -- Alte und obliterite
     Auswurfsffnungen von geringer Grsze. -- Schwierigkeit, ber eine
     nackte Ebene neuere Lavastrme zu verfolgen. -- Landeinwrts
     gelegene Berge von lterem vulcanischem Gestein. -- Zerfallener
     Olivin in groszen Massen. -- Feldspathige Gesteine unterhalb der
     oberen krystallinischen basaltischen Schichten. -- Gleichfrmige
     Structur und Form der lteren vulcanischen Berge. -- Form der Thler
     in der Nhe der Kste. -- Conglomerat jetzt den Strand bildend.


Die Insel St. Jago dehnt sich in einer nord-nordwestlichen und
sd-sdstlichen Richtung dreiszig Meilen in der Lnge aus bei einer
Breite von ungefhr zwlf Meilen. Meine whrend zweier Besuche
angestellten Beobachtungen haben sich auf die sdliche Partie innerhalb
einer Entfernung von einigen wenigen Stunden von Porto Praya beschrnkt.
Das Land bietet vom Meere aus gesehn einen abwechselnden Umrisz dar:
glatte, kegelfrmige Berge von einer rthlichen Frbung (wie der Red
Hill in dem Holzschnitt S. 2)[1], und andere weniger regelmszige, mit
ebenen Gipfeln und von schwrzlicher Farbe (wie A, B, C), steigen von
hintereinander liegenden, stufenfrmigen Lavaebenen empor. In der
Entfernung durchzieht eine viele tausend Fusz hohe Bergkette quer das
Innere der Insel. Auf St. Jago findet sich kein activer Vulcan, und
berhaupt nur einer in der ganzen Gruppe, nmlich auf Fogo. Seitdem die
Insel bewohnt ist, hat sie nicht von zerstrenden Erdbeben zu leiden
gehabt.

[Illustration: Fig. 1. Theil von St. Jago, einer der capverdischen
Inseln.]

Die untersten, an der Kste in der Nhe von Porto Praya sich dem Blicke
darbietenden Gesteine sind in hohem Grade krystallinisch und compact;
sie erscheinen als von altem, submarinem, vulcanischem Ursprung; sie
werden in discordanter Lagerung von einer dnnen, unregelmszigen,
kalkigen Ablagerung bedeckt, welche uszerst reichlich Muscheln einer
spten tertiren Periode enthlt, und diese wiederum wird bedeckt von
einer breiten Flche basaltischer Lava, welche in aufeinander folgenden
Strmen aus dem Innern der Insel zwischen den plattgipfeligen Bergen A,
B, C u. s. w. herabgeflossen ist. Noch neuere Lavastrme sind von den
zerstreut stehenden kegelfrmigen Hgeln, wie Red Hill und Signal Post
Hill ausgeworfen worden. Die oberen Schichten der plattgipfeligen Berge
sind in ihrer mineralogischen Zusammensetzung und in anderen Beziehungen
eng verwandt mit der untersten Reihe der an der Kste anstehenden
Gesteine, mit welchen sie in continuirlichem Zusammenhange zu stehen
scheinen.

~Mineralogische Beschreibung der Gesteine der untersten Reihe.~ -- Diese
Gesteine besitzen einen uszerst verschiedenartigen Character; sie
bestehn der Grundmasse nach aus schwarzen, braunen und grauen compacten
Felsarten mit zahlreichen Krystallen von Augit, Hornblende, Olivin,
Glimmer und zuweilen glasigem Feldspath. Eine sehr hufig vorkommende
Variett ist beinahe ganz und gar aus Krystallen von Augit mit Olivin
zusammengesetzt. Bekanntlich kommt Glimmer nur selten da vor, wo Augit
reichlich vorhanden ist; auch bietet wahrscheinlich der vorliegende Fall
keine wirkliche Ausnahme dar; denn der Glimmer ist (wenigstens in meinem
characteristischsten Handstck, an welchem ein Einschlusz dieses
Minerals beinahe einen halben Zoll lang ist) so vollkommen abgerundet
wie ein Rollstein in einem Conglomerate und ist offenbar nicht in der
Grundmasse, in welcher er jetzt eingeschlossen ist, krystallisirt,
sondern ist aus der Schmelzung irgend eines schon vorher hier gewesenen
Gesteins hervorgegangen. Diese compacten Lava-Arten wechseln mit Tuffen,
Mandelsteinen und Wacke und an einigen Stellen mit grobem Conglomerate
ab. Einige von den thonsteinhaltigen Wacken sind von einer dunkel grnen
Frbung, andere sind gelblich grn und noch andere nahezu weisz; ich war
berrascht, als ich fand, dasz einige von den letztgenannten Varietten,
selbst von den weiszesten, zu einem pechschwarzen Email schmolzen,
whrend manche von den grnen Varietten nur eine blaszgraue Perle vor
dem Lthrohr ergaben. Zahlreiche, hauptschlich aus in hohem Grade
compacten augitischen Gesteinsarten und aus grauen amygdaloiden
Varietten bestehende Gnge durchsetzen die Schichten, welche an
mehreren Stellen mit betrchtlicher Gewalt in ihrer Lagerung gestrt und
in sehr stark geneigte Stellungen geworfen worden sind. Eine Linie einer
solchen Strung geht quer durch das nrdliche Ende von Quail Island
(eine kleine Insel in der Bucht von Porto Praya) und kann bis auf das
Festland verfolgt werden. Diese Strungen haben vor der Ablagerung der
neueren sedimentren Schichten stattgefunden, und auch die Oberflche
hat schon vorher in einem hohen Grade eine Denudation erfahren, wie es
sich in vielen abgestutzten Gngen zeigt.

~Beschreibung der kalkigen Ablagerung, welche die vorstehend erwhnten
vulcanischen Gesteinsmassen berlagert.~ -- Diese Schicht ist wegen
ihrer weiszen Farbe und wegen der auszerordentlichen Regelmszigkeit,
mit welcher sie sich einige Meilen der Kste lang in einer horizontalen
Linie hinzieht, sehr in die Augen fallend. Ihre mittlere Hhe ber dem
Meere, von der oberen Verbindungslinie mit der darber liegenden
basaltischen Lava aus gemessen, betrgt ungefhr 60 Fusz; und ihre
Mchtigkeit kann, trotzdem sie wegen der Unebenheiten der darunter
liegenden Formation bedeutend schwankt, zu ungefhr 20 Fusz geschtzt
werden. Sie besteht aus vllig weiszer kalkiger Substanz, welche zum
Theil aus organischen Bruchstcken und zum Theil aus einer Masse
zusammengesetzt ist, die man ganz passend ihrem uszern Ansehn nach mit
Mrtel vergleichen kann. Gesteinsbruchstcke und Rollsteine sind durch
diese ganze Schicht zerstreut und bilden hufig, besonders in dem
unteren Theile, ein Conglomerat. Viele von den Gesteinsfragmenten sind
von einer dnnen Schicht kalkiger Substanz, wie von einer Tnche
berzogen. Auf Quail Island wird die kalkige Ablagerung in ihrem
untersten Theile durch einen weichen, braunen, erdigen Tuff voll von
Turritellen vertreten; dieser wird von einer Schicht Geschiebe bedeckt,
welches in Sandstein bergeht und mit Bruchstcken von Echinen,
Krebsscheren und Muscheln untermischt ist; die Austermuscheln hngen
noch an dem Gesteine fest, an welchem sie wuchsen. Zahlreiche weisze
Kugeln, wie pisolithische Concretionen, von der Grsze einer Wallnusz
bis zu der eines Apfels sind in dieser Ablagerung eingebettet; sie haben
gewhnlich einen kleinen Geschiebestein in ihrer Mitte. Obgleich sie
Concretionen so hnlich sind, berzeugte mich doch eine nhere
Untersuchung, dasz es Nulliporen waren, welche zwar ihre eigenthmliche
Form beibehalten hatten, aber an ihrer Oberflche unbedeutend abgerieben
waren: es bieten diese Krper (Pflanzen, fr was sie jetzt allgemein
angesehen werden) unter dem Mikroskop bei gewhnlichen Vergrszerungen
keine Spur von Organisation in ihrem innern Bau dar. Mr. GEORGE R.
SOWERBY ist so freundlich gewesen, die Schalthiergehuse, welche ich
gesammelt habe, zu untersuchen, es finden sich vierzehn Species darunter
in einem hinreichend vollkommenen Zustande, um ihre Charactere mit
irgend einem Grade von Sicherheit zu bestimmen, und vier, welche nur in
Bezug auf die Gattung, zu der sie gehren, bestimmt werden knnen. Von
den vierzehn Muscheln, deren Verzeichnis im Anhange mitgetheilt wird,
sind elf recente Species; eine davon, obschon noch unbeschrieben, ist
vielleicht mit einer Art identisch, welche ich im Hafen von Porto Praya
lebend gefunden habe; die zwei noch brigen Arten sind noch unbekannt
und von Mr. SOWERBY beschrieben worden. So lange als die Schalthiere
dieses Archipels und der benachbarten Ksten nicht besser bekannt sind,
wrde es voreilig sein zu behaupten, dasz selbst diese beiden letzten
Species ausgestorben wren. Die Zahl von Species, welche mit Sicherheit
zu den noch jetzt lebenden gehren, ist freilich nur gering, aber doch
immerhin grosz genug, um zu beweisen, dasz diese Ablagerung einer
spten tertiren Periode angehrt. Nach ihren mineralogischen Merkmalen,
nach der Anzahl und Grsze der eingeschlossenen Fragmente und nach dem
so reichlichen Vorhandensein von Patellen und andern littoralen Muscheln
ist es wohl offenbar, dasz die ganze Schicht in einem seichten
Meerestheile in der Nhe eines alten Kstengebiets zur Ablagerung
gelangte.

~Wirkungen, welche durch das Flieszen der darber liegenden basaltischen
Lava ber die kalkige Ablagerung auf letztere hervorgebracht worden
sind.~ -- Diese Wirkungen sind sehr merkwrdig. Die kalkige Masse ist
bis zur Tiefe von ungefhr einem Fusze unter der Verbindungslinie hinab
verndert worden; und es lszt sich eine uszerst vollkommene Abstufung
verfolgen von lose zusammengeballten kleinen Stckchen von
Schalthiergehusen, Corallinen und Nulliporen bis zu einer Gesteinsform,
in welcher nicht eine Spur von einem mechanischen Ursprunge selbst mit
dem Mikroskope erkannt werden kann. Wo die metamorphische Vernderung am
grszten ist, kommen zwei Varietten vor. Die erste ist ein hartes,
compactes, weiszes, feinkrniges Gestein, welches in einigen wenigen
parallelen Linien von schwarzen, vulcanischen Partikeln gestreift und
einem Sandstein hnlich ist, welches aber bei nherer Untersuchung sich
als durch und durch krystallisirt herausstellt, mit so vollkommenen
Spaltungsflchen, dasz sie leicht mit dem Reflexions-Goniometer gemessen
werden knnen. An Handstcken, bei denen die Vernderung weniger
vollkommen gewesen ist, kann man, wenn sie befeuchtet und unter
einer starken Lupe untersucht werden, die interessanteste Abstufung
verfolgen: einige von den abgerundeten Stckchen haben die ihnen
eigenthmliche Form bewahrt und andere verschmelzen unmerkbar zu der
krnig-krystallinischen breiigen Masse. Die dem Wetter ausgesetzt
gewesene Oberflche dieses Steines nimmt, wie es bei gewhnlichen
Kalksteinen so hufig der Fall ist, eine ziegelrothe Frbung an.

Die zweite metamorphosirte Variett ist gleichfalls ein hartes Gestein,
aber ohne irgend welche krystallinische Structur. Sie besteht aus einem
weiszen, opaken, compacten kalkigen Steine, welcher dicht mit
abgerundeten, wenn auch unregelmszigen Flecken einer weichen, erdigen,
ockerartigen Substanz gefleckt ist. Diese erdige Substanz ist von einer
blassen gelblich-braunen Frbung und ist augenscheinlich eine Mischung
von kohlensaurem Kalk mit Eisen; sie braust mit Suren auf, ist
unschmelzbar, wird aber vor dem Lthrohr schwarz und wird magnetisch.
Die abgerundete Form der minutisen Fleckchen erdiger Substanz und die
stufenweisen bergnge bis zu ihrer vollkommenen Ausbildung, welche an
einer Reihe von Handstcken verfolgt werden kann, zeigen deutlich, dasz
sie sich entweder in Folge irgend eines Aggregationsvermgens, welches
die erdigen Partikel unter einander besitzen, oder noch wahrscheinlicher
in Folge einer starken Anziehung der Atome kohlensauren Kalkes und
folglich einer Sonderung der diesen fremdartigen erdigen Substanz
gebildet haben. Diese Thatsache gewhrte mir bedeutendes Interesse, weil
ich hufig Quarzgesteine gesehen habe (so z. B. auf den Falkland-Inseln
und in den unteren silurischen Schichten der >Stiper-stones< in
Shropshire), welche in einer vllig analogen Art und Weise mit kleinen
Fleckchen einer weiszen erdigen Substanz (erdigem Feldspath?) durchsetzt
waren; und es waren gute Grnde zur Vermuthung vorhanden, dasz diese
Gesteine der Wirkung der Hitze ausgesetzt gewesen waren, -- eine
Ansicht, welche hiernach Besttigung erhlt. Diese gefleckte Structur
kann mglicherweise einen Fingerzeig abgeben, diejenigen Formationen von
Quarz, welche ihre gegenwrtige Structur der Wirkung des Feuers
verdanken, von denen zu unterscheiden, welche allein durch die Wirkung
des Wassers erzeugt worden sind; es lag hier ein Zweifel vor, welchen,
wie ich nach meiner eigenen Erfahrung meinen mchte, die meisten
Geologen erfahren haben mssen, wenn sie sandig-quarzige Districte
untersuchten.

Der unterste, am meisten schlackenartige Theil der Lava hat, als er sich
ber die kalkige Ablagerung auf dem Grunde des Meeres ergosz, grosze
Mengen einer kalkigen Substanz aufgenommen, welche jetzt eine
schnee-weisze, in hohem Grade krystallinische Grundmasse einer Breccie
bildet, die kleine Stcke von schwarzen, glnzenden Schlacken
einschlieszt. Ein wenig ber dieser Lage, da wo der Kalk weniger
reichlich vorhanden und die Lava mehr compact ist, nehmen kleine, aus
Spiculis von Kalkspath, die von gemeinsamen Centern ausstrahlen,
zusammengesetzte Kugeln die Zwischenrume in der Lavamasse ein. An einem
Theile von Quail Island ist in dieser Weise der Kalk durch die Hitze der
darber liegenden Lava, wo sie nur 13 Fusz an Mchtigkeit besitzt,
krystallisirt worden; auch ist die Lava nicht etwa ursprnglich dicker
gewesen und ist nicht seitdem durch Verwitterung an Umfang vermindert
worden, wie sich nach dem Grade der zelligen Beschaffenheit ihrer
Oberflche bestimmen lszt. Ich habe bereits bemerkt, dasz das Meer, in
welchem diese Ablagerung angesammelt wurde, seicht gewesen sein musz. In
diesem Falle ist daher die gasfrmige Kohlensure unter einem Drucke
zurckgehalten worden, welcher verglichen mit dem, welchen Sir JAMES
HALL ursprnglich als zu diesem Zwecke erforderlich hielt (eine
Wassersule von 1708 Fusz Hhe) unbedeutend erscheint; aber seit der
Zeit, in dem seine Experimente angestellt wurden, ist entdeckt worden,
dasz der Druck weniger mit dem Zurckhalten von Kohlensure-Gas zu thun
hat, als die Beschaffenheit der umgebenden Atmosphre; und daher kommt
es, wie es nach FARADAY's[2] Angabe wohl der Fall ist, dasz Massen von
Kalk zuweilen selbst in gewhnlichen Kalkfen geschmolzen und
krystallisirt werden. Kohlensaurer Kalk kann nach FARADAY's Angabe
beinahe auf jeden beliebigen Grad in einer Atmosphre von kohlensaurem
Gas erhitzt werden, ohne zersetzt zu werden, und GAY LUSSAC hat
gefunden, dasz Kalkstcke, in eine Rhre gelegt und bis zu einem Grade
erhitzt, welcher an sich noch nicht ihre Zersetzung verursacht, doch
sofort ihre Kohlensure abgeben, wenn ein Strom von gewhnlicher Luft
oder von Dampf ber sie hingeleitet wird: GAY LUSSAC schreibt dies der
mechanischen Verdrngung der im Freiwerden begriffenen gasfrmigen
Kohlensure zu. Die kalkige Masse unterhalb der Lava und besonders jene,
welche die krystallinischen Spiculae in den Lcken zwischen den
Schlacken bildet, konnte, trotzdem sie in einer wahrscheinlich
hauptschlich aus Dampf zusammengesetzten Atmosphre erhitzt wurde, doch
nicht den Einwirkungen eines durchtretenden Dampfstroms ausgesetzt
gewesen sein; und daher kommt es vielleicht, dasz sie unter einem Drucke
geringeren Grades ihre Kohlensure behalten hat.

Die in der krystallinischen kalkigen Grundmasse eingeschlossenen
Schlackenbruchstcke sind von einer pech-schwarzen Farbe und haben einen
glnzenden Bruch wie Pechstein. Indessen ist ihre Oberflche mit einer
Schicht einer rthlich-orangenen, durchscheinenden Substanz berzogen,
welche leicht mit einem Messer abgekratzt werden kann; sie sieht daher
aus, als wre sie von einer dnnen Schicht Lack bedeckt. Einige der
kleineren Fragmente sind theilweise durch und durch in diese Substanz
verwandelt, eine Umnderung, welche von gewhnlicher Zersetzung gnzlich
verschieden zu sein scheint. Auf dem Galapagos-Archipel werden (wie in
einem sptern Capitel beschrieben werden wird) grosze Lager aus
vulcanischer Asche und Schlackenstckchen gebildet, welche eine ganz
hnliche Vernderung erlitten haben.

~Die Ausdehnung und die horizontale Lagerung der kalkigen Schicht.~ --
Die Begrenzungslinie der oberen Flche der kalkigen Schicht, welche so
auffallend ist, weil sie vollkommen weisz und beinahe ganz horizontal
ist, zieht sich der Kste entlang in der Hhe von ungefhr 60 Fusz ber
dem Meere meilenweit hin. Die Basaltlage, von welcher sie bedeckt wird,
ist im Mittel 80 Fusz dick. Westlich von Porto Praya jenseits Red Hill
ist die weisze Kalkschicht mit dem darber liegenden Basalt von noch
neuern Strmen bedeckt. Nrdlich von Signal Post Hill konnte ich sie mit
dem Auge verfolgen, wie sie sich mehrere Meilen weit den Uferklippen
entlang hinzog. Die hierbei beobachtete Entfernung betrgt ungefhr 7
Meilen; nach ihrer Regelmszigkeit kann ich aber nicht zweifeln, dasz
sie sich noch viel weiter erstreckt. In einigen rechtwinklig auf die
Kste treffenden Schluchten sieht man, dasz sie sanft nach dem Meere zu
einfllt, wahrscheinlich mit derselben Neigung, unter welcher sie rings
um die alten Ufer der Insel abgelagert wurde. Ich habe landeinwrts nur
einen einzigen Durchschnitt gefunden, nmlich am Fusze des mit A
bezeichneten Berges, wo diese Schicht in der Hhe von einigen hundert
Fusz exponirt war; sie ruhte auf dem gewhnlichen augitischen mit Wacke
vergesellschafteten Gesteine, und wurde von dem weit verbreiteten Lager
neuer basaltischer Lava bedeckt. In Bezug auf die horizontale Lagerung
der weiszen Schicht kommen einige Ausnahmen vor: auf Quail Island liegt
ihre obere Flche nur 40 Fusz ber dem Meeresspiegel; auch betrgt hier
die Lavadecke nur zwischen 12 und 15 Fusz an Mchtigkeit; andererseits
erhlt auf der nordstlichen Seite vom Hafen von Porto Praya die kalkige
Schicht ebenso wie das Gestein, auf welchem sie ruht, eine das mittlere
Niveau bersteigende Hhe: die Ungleichheit des Niveaus in diesen beiden
Fllen ist, wie ich meine, nicht eine Folge einer ungleichen Erhebung,
sondern ist durch Unregelmszigkeiten auf dem Meeresgrunde verursacht
worden. Fr diese Thatsache, wie sie sich auf Quail Island darstellt,
fand sich ein offenbarer Beweis darin, dasz die kalkige Ablagerung an
einer Stelle von einer viel bedeutenderen Mchtigkeit war, als sie im
Mittel zeigte, und dasz sie an einer andern Stelle gnzlich fehlte; in
diesem letztern Falle ruhten die modernen basaltischen Lava-Massen
direct auf denen lteren Ursprungs.

[Illustration: Fig. 2. Signal Post Hill.]

Unter dem Signal-Posten-Berge fllt die weisze Schicht in einer
merkwrdigen Art und Weise in das Meer hinein. Dieser Berg ist
kegelfrmig, 450 Fusz hoch und zeigt noch einige Spuren davon, dasz er
einen craterfrmigen Bau gehabt hat; er ist hauptschlich aus Massen
zusammengesetzt, welche spter nach der Emporhebung der groszen
basaltischen Ebene ausgeworfen worden sind, zum Theil aber aus Lava von
augenscheinlich submarinem Ursprung und betrchtlich hohem Alter. Die
den Berg umgebende Ebene, ebenso wie die stliche Seite desselben ist in
steile, in das Meer berhngende Abstrze ausgewaschen worden. An diesen
steilen Abstrzen kann man die weisze kalkige Schicht in einer Hhe von
ungefhr 70 Fusz oberhalb des Meeresstrandes fr einige Meilen weit nach
Norden und Sden vom Berge aus in einer, dem Anscheine nach vollkommen
horizontalen Linie hinlaufen sehen; aber auf einer Strecke von einer
Viertel Meile Lnge direct unter dem Berge fllt sie in das Meer ein und
verschwindet. Auf der sdlichen Seite ist das Fallen ganz allmhlich,
auf der nrdlichen dagegen ist es pltzlicher, wie es in beistehendem
Holzschnitt zu sehen ist. Da weder die kalkige Schicht, noch die darber
liegende basaltische Lava (so weit die letztere von den noch neueren
Auswurfsmassen unterschieden werden kann) dem Anscheine nach an Dicke
zunehmen, wo sie einfallen, so schliesze ich hieraus, dasz diese
Schichten nicht ursprnglich in einer Mulde angehuft wurden, deren
Mittelpunkt spter ein Eruptionspunkt geworden ist, sondern dasz sie
spter gestrt und verbogen worden sind. Wir knnen annehmen, entweder,
dasz Signal Post Hill nach seiner Emporhebung mit dem umgebenden
Lande gesunken ist, oder dasz er niemals zu der nmlichen Hhe wie
jenes emporgehoben worden ist. Dies letztere scheint mir die
allerwahrscheinlichste Alternative zu sein; denn whrend der langsamen
und gleichmszigen Erhebung dieses Theils der Insel wird aller
Wahrscheinlichkeit nach die unterirdische bewegende Kraft, da sie einen
Theil ihrer Wirkung auf das wiederholte Auswerfen von vulcanischer Masse
aus dem Innern unterhalb dieses Punktes verwandt hat, weniger Fhigkeit
gehabt haben, denselben in die Hhe zu heben. Etwas ganz hnliches
scheint in der Nhe des Red Hill vorgekommen zu sein; denn als ich die
bloszliegenden Strme von Lava von der Nhe von Porto Praya aus aufwrts
nach dem Innern der Insel hin verfolgte, wurde ich stark zu vermuthen
veranlaszt, dasz die Neigung des Landes seit der Zeit, wo die Lava
geflossen war, unbedeutend modificirt worden ist, entweder dadurch, dasz
in der Nhe von Red Hill eine geringe Senkung eingetreten ist, oder
dadurch, dasz jener Theil der Ebene whrend der Erhebung des ganzen
Gebiets nur bis zu einer geringeren Hhe emporgehoben worden ist.

~Die basaltische Lava, welche die kalkige Ablagerung berlagert.~ -- Die
Lava ist von einer blasz blauen Farbe und schmilzt vor dem Lthrohre zu
einem schwarzen Email: ihr Bruch ist beinahe erdig, concretionr uneben;
sie enthlt Olivin in kleinen Krnern. Die centralen Theile der Masse
sind compact oder hchstens von einigen wenigen minutisen Hhlungen
fein gekerbt oder punktirt und hufig sulenfrmig abgesondert. Auf
Quail Island hatte die Lava diese Structur in einer sehr auffallenden
Art angenommen; sie war an der einen Stelle in horizontale Lamellen
getheilt, welche an einer andern Stelle durch senkrechte Spalten in
fnfseitige Tafeln zerspalten waren; und diese wiederum, eine auf die
andere gehuft verschmolzen unmerklich unter einander und bildeten
schne symmetrische Sulen. Die untere Oberflche der Lava ist blasig,
aber zuweilen nur bis zur Dicke von einigen wenigen Zollen; die obere
Flche, welche gleichfalls blasig ist, ist in Kugeln getheilt, welche,
hufig selbst bis zu 3 Fusz im Durchmesser haltend, aus concentrischen
Schichten gebildet sind. Die Masse besteht aus mehr als einem Strome;
ihre totale Mchtigkeit betrgt im Mittel ungefhr 80 Fusz: die untere
Partie ist sicherlich unter dem Meere hingeflossen und wahrscheinlich
gleicherweise auch der obere Theil. Die hauptschlichste Masse dieser
Lava ist von den centralen Districten zwischen den auf der
Holzschnitt-Karte mit A, B, C u. s. f. bezeichneten Bergen her
geflossen. Die Oberflche des Landes in der Nhe der Kste ist ganz eben
und kahl; nach dem Innern zu erhebt sich das Land in aufeinander
folgenden Terrassen, von denen, aus einiger Entfernung gesehen, vier
gezhlt werden konnten.

~Vulcanische Eruptionen, welche spter nach der Erhebung des
Kstenlandes eintraten; die ausgeworfene Masse in Verbindung mit erdigem
Kalke.~ -- Diese neueren Lava-Massen sind von jenen zerstreut liegenden,
kegelfrmigen, rthlich-gefrbten Bergen ausgegangen, welche steil und
pltzlich aus dem ebenen Lande in der Nhe der Kste aufsteigen. Ich
habe einige derselben bestiegen, will aber nur einen von ihnen
beschreiben, nmlich den Rothen Berg, Red Hill, welcher als Typus dieser
Classe gelten kann und in einigen besondern Beziehungen merkwrdig ist.
Seine Hhe betrgt ungefhr 600 Fusz; er wird aus einem hell rothen, in
hohem Grade schlackigen Gestein einer basaltischen Beschaffenheit
gebildet; auf der einen Seite seines Gipfels findet sich eine Hhlung,
wahrscheinlich der letzte berrest eines Craters. Mehrere von den andern
Bergen dieser Classe sind, nach ihrer uszern Form zu urtheilen, von
viel vollkommeneren Cratern gekrnt. Als wir der Kste entlang
hinsegelten, konnten wir ganz deutlich erkennen, dasz eine betrchtliche
Masse von Lava vom Red Hill aus ber eine Klippenreihe von ungefhr 120
Fusz Hhe in's Meer geflossen ist: diese Klippenreihe ist mit der in
continuirlichem Zusammenhange, welche die Kste bildet, und auch die
Ebene auf beiden Seiten dieses Berges begrenzt; diese Lava-Strme wurden
daher nach der Bildung der Uferklippen aus dem Rothen Berge ausgeworfen,
als er schon, wie er es jetzt thut, ber dem Meeresspiegel gestanden
haben musz. Diese Schluszfolgerung stimmt mit dem in hohem Grade
schlackigen Zustande smmtlichen Gesteins an ihm berein, welches als an
der Luft entstanden erscheint; und dies ist von Wichtigkeit, da sich in
der Nhe seines Gipfels einige Schichten einer kalkigen Substanz finden,
welche nach einem flchtigen Blicke flschlich fr eine untermeerische
Bildung genommen werden knnten. Diese Schichten bestehn aus weiszem,
erdigem kohlensaurem Kalke, welcher so auszerordentlich zerreiblich ist,
dasz er mit dem geringsten Drucke zerquetscht werden kann; die
compactesten Handstcke widerstehn nicht einmal dem Drucke der Finger.
Manche von diesen Massen sind so weisz wie ungelschter Kalk und
augenscheinlich absolut rein; untersucht man sie aber nher mit der
Lupe, so sind immer minutise Stckchen von Schlacken zu sehn, und ich
habe keine finden knnen, welche nicht, wenn sie in Suren aufgelst
wurden, einen Rckstand von dieser Beschaffenheit hinterlassen htten.
Es ist berdies schwierig, ein Stckchen von diesem Kalke zu finden,
welches nicht vor dem Lthrohre die Farbe nderte; die meisten derselben
werden sogar glasirt. Die schlackigen Bruchstcke und die kalkige Masse
sind in der allerunregelmszigsten Art und Weise mit einander verbunden,
zuweilen zu undeutlichen Schichten, aber viel allgemeiner zu einer
verwirrten Breccie, in welcher an einigen Stellen der Kalk und an andern
Stellen die Schlacken am reichlichsten vertreten sind. Sir HENRY DE LA
BECHE ist so freundlich gewesen, einige von den reinsten Handstcken
analysiren zu lassen, in der Absicht um nachzuweisen, ob sie, in
Anbetracht ihres vulcanischen Ursprungs, viel Magnesia enthielten; es
wurde indessen nur eine geringe Menge davon gefunden, so wie sie in den
meisten Kalksteinen vorhanden ist.

Bruchstcke der in der kalkigen Masse eingebetteten Schlacken bieten,
wenn sie zerbrochen werden, die Erscheinung dar, dasz viele von ihren
zelligen Rumen mit einem weiszen, zarten, ganz excessiv zerbrechlichen,
moosartigen oder vielmehr confervenhnlichen Netzwerk von kohlensaurem
Kalke ausgekleidet und theilweise erfllt sind. Die Fasern dieses
Maschenwerkes erscheinen unter einer Lupe von einem Zehntel Zoll
Focaldistanz untersucht, cylindrisch; sie messen eher etwas mehr als ein
Tausendstel Zoll im Durchmesser; sie sind entweder einfach verzweigt
oder noch gewhnlicher zu einer Masse eines unregelmszigen Netzwerks
verbunden, dessen Maschen von sehr ungleicher Grsze und ungleicher
Seitenzahl sind. Manche von den Fasern sind dick mit uszerst minutisen
Spiculis bedeckt, welche gelegentlich zu kleinen Bscheln
zusammengeballt sind; in Folge dessen haben sie ein haariges Ansehn.
Diese Spiculae sind ihrer ganzen Lnge nach von dem nmlichen
Durchmesser; sie lsen sich leicht ab, so dasz der Objecttrger des
Mikroskops bald ganz von ihnen berstreut ist. Innerhalb der zelligen
Rume vieler Fragmente von Schlacken bietet der Kalk diese faserige
Structur dar, aber meistens in einem weniger vollkommenen Grade. Diese
zelligen Hohlrume hngen augenscheinlich nicht einer mit dem andern
zusammen. Wie sofort gezeigt werden wird, kann es nicht bezweifelt
werden, dasz der Kalk untermischt mit Lava im flssigen Zustand zum
Ausbruch gelangte; ich habe es daher fr der Mhe werth gehalten,
minutis diese merkwrdige faserige Structur zu beschreiben, von welcher
mir nichts Analoges bekannt ist. Wegen der erdigen Beschaffenheit der
Fasern ist diese Structur dem Anscheine nach nicht mit einer
Krystallisation verwandt.

An andern Bruchstcken des schlackigen Gesteins von diesem Berge sieht
man hufig, wenn sie zerbrochen werden, dasz sie mit kurzen und
unregelmszigen weiszen Streifen gezeichnet sind; es ist dies eine Folge
davon, dasz eine Reihe einzelner Zellen entweder zum Theil oder gnzlich
mit weiszem kalkigem Pulver erfllt ist. Diese Structur erinnerte mich
sofort an das Aussehn von Gebck mit schlecht geknetetem Teig, an Kugeln
und lang ausgezogene Streifen von Mehl, welche unvermischt mit dem
brigen Teig zurck geblieben sind; und ich kann nicht daran zweifeln,
dasz kleine Massen von Kalk in derselben Weise unvermischt mit der
flssigen Lava geblieben, und lang ausgezogen worden sind, als die ganze
Masse in Bewegung war. Ich habe sorgfltig, durch Zerkleinerung und
Auflsung in Suren, Stcke der Schlacken untersucht, nicht ganz einen
halben Zoll von jenen zelligen Rumen entfernt, welche mit kalkigem
Pulver gefllt waren, und sie enthielten nicht ein Atom von freiem
Kalke. Es ist hier augenfllig, dass die Lava und der Kalk in groszem
Maszstabe nur unvollkommen mit einander gemischt worden sind; und wo
kleine Portionen Kalk innerhalb eines Stckes der zhflssigen Lava
eingehllt worden sind, ist der Umstand, dasz sie jetzt in Form eines
Pulvers oder eines faserigen Netzwerks die blasigen Hohlrume einnehmen,
wie ich meine, offenbar eine Folge davon, dasz die eingeschlossenen Gase
sich am leichtesten an den Punkten ausgedehnt haben, wo der nicht
zusammenhngende Kalk die Lava weniger klebrig machte.

Eine Meile stlich von der Stadt Praya findet sich eine ungefhr 150
Yards breite Schlucht mit steilen Seitenwnden, welche durch die
basaltische Ebene und die darunter liegenden Schichten eingeschnitten
gewesen, aber seitdem durch einen Strom noch neuerer Lava wieder
ausgefllt worden ist. Diese Lava ist dunkel grau und an den meisten
Stellen compact und grob sulenfrmig; aber in einer geringen Entfernung
von der Kste schlieszt sie in einer unregelmszigen Art und Weise eine
breccienartige Masse von rothen Schlacken ein, welche untermischt sind
mit einer betrchtlichen Quantitt weiszen, zerreiblichen, und an
einigen Stellen beinahe rein erdigen Kalkes, hnlich dem am Gipfel des
Red Hill. Diese Lava mit dem eingeschlossenen Kalke ist sicherlich in
der Form eines regelmszigen Stromes herabgeflossen, und nach der
Gestaltung der Schlucht zu urtheilen, nach welcher der Wasserabflusz des
Landes (so unbedeutend er auch gegenwrtig sein mag) noch immer hin
gerichtet ist, und nach der uszern Erscheinung der Schicht von losen
vom Wasser abgenagten Blcken, deren Zwischenrume, wie in dem Fluszbett
eines Bergstromes, nicht ausgefllt sind, einer Schicht, auf welcher die
Lava ruht, knnen wir schlieszen, dasz der Strom an der Luft (nicht
unter Wasser) seinen Ursprung hatte. Ich bin nicht im Stande gewesen,
ihn bis zu seiner Quelle zu verfolgen, aber seiner Richtung zufolge
scheint er vom Signal-Post-Berge hergekommen zu sein, welcher eine und
eine Viertel Meile entfernt liegt und hnlich wie Red Hill ein
Eruptionspunkt noch nach der Emporhebung der groszen basaltischen Ebene
gewesen ist. Es steht in bereinstimmung mit dieser Ansicht, dasz ich
auf dem Signal-Post-Berge eine Masse von erdiger kalkiger Substanz von
der nmlichen Beschaffenheit mit Schlacken vermischt gefunden habe. Ich
will hier bemerken, dasz ein Theil der kalkigen Masse, welche das
horizontale sedimentre Lager und besonders die feinere Substanz bildet,
mit welcher die eingeschlossenen Gesteinsbruchstcke wie mit einer
Tnche berzogen sind, wahrscheinlich von hnlichen vulcanischen
Eruptionen herrhrt, ebenso wie von der Zerkleinerung organischer Reste:
die darunter liegenden, alten, krystallinischen Gesteine sind
gleichfalls mit kohlensaurem Kalke reichlich untermischt, welcher
amygdaloide Hohlrume erfllt und unregelmszige Massen bildet; die
Natur dieser letzteren bin ich nicht im Stande gewesen zu verstehn.

In Anbetracht der auszerordentlich reichlichen Menge von erdigem Kalke
in der Nhe des Gipfels von Red Hill, einem vulcanischen Kegel von 600
Fusz Hhe und von einem nicht submarinen Ursprung, sondern an der Luft
entstanden, -- in Anbetracht der innigen Art und Weise, in welcher
uszerst kleine Partikel und grosze Massen von Schlacken in den Massen
beinahe reinen Kalkes eingebettet sind, und andererseits der Art, in
welcher kleine Kerne und Streifen des kalkigen Pulvers in soliden
Schlackenstcken eingeschlossen sind, -- in Anbetracht ferner des
hnlichen Vorkommens von Kalk und Schlacken innerhalb eines
Lavastromes, von dem mit triftigen Grnden angenommen wird, dasz er
gleichfalls modernen, an der Luft erfolgten Ursprungs ist, und dasz er
von einem Berge aus herabgeflossen ist, wo auch erdiger Kalk vorkommt:
-- in Anbetracht aller dieser Thatsachen lszt sich, glaube ich, nicht
daran zweifeln, dasz der Kalk mit der geschmolzenen Lava vermischt zum
Ausbruche gelangt ist. Mir ist nicht bekannt, dasz irgend ein hnlicher
Fall beschrieben worden ist: wie es mir erscheint, ist er ein
interessanter, umsomehr als die meisten Geologen doch ber die
wahrscheinlichen Wirkungen eines vulcanischen Heerdes Betrachtungen
angestellt haben mssen, welcher durch tief gelagerte Schichten von
verschiedener mineralogischer Zusammensetzung ausbricht. Der grosze
Reichthum an freier Kieselerde in den Trachyten mancher Lnder (wie
BEUDANT aus Ungarn und P. SCROPE von den Ponza Inseln beschrieben haben)
wird vielleicht durch die Annahme tief liegender Quarzschichten erklrt;
und wir sehn wahrscheinlich hier eine hnliche Antwort auf die Frage
nach der Abkunft eines bestimmten Elements, wo die vulcanische
Thtigkeit unten liegende Massen eines Kalksteins durchsetzt hat. Man
wird natrlich dazu veranlaszt, sich darber eine Vermuthung zu bilden,
in welchem Zustande der gegenwrtig erdige kohlensaure Kalk existirt
hat, als er mit der intensiv erhitzten Lava ausgeworfen wurde: nach der
auszerordentlich zelligen Beschaffenheit der Schlacken auf dem Red Hill
zu urtheilen, kann der Druck nicht grosz gewesen sein; und da die
meisten vulcanischen Eruptionen von Auswrfen groszer Mengen von Dampf
und andern Gasen begleitet werden, so haben wir hier, nach den
gegenwrtig von den Chemikern vertretenen Ansichten, die
allergnstigsten Bedingungen fr das Austreiben von Kohlensure[3]. Es
kann nun gefragt werden: hat die langsam wieder eintretende Absorption
dieses Gases dem Kalke in den zelligen Hohlrumen der Lava jene
eigenthmliche faserige Structur, wie die eines efflorescirenden Salzes
gegeben? Endlich will ich noch auf den groszen Contrast hinweisen, der
in dem uszeren Aussehen dieses erdigen Kalkes, welcher in einer freien
Atmosphre von Dampf und andern Gasen erhitzt worden sein musz, und des
weiszen, krystallinischen, kalkigen Spaths besteht, welcher von einer
dnnen einzelnen Lavaschicht (wie auf Quail Island) hervorgebracht
worden ist, die ber hnlichen erdigen Kalk und zerfallene organische
Reste am Grunde eines seichten Meeres hingeflossen ist.

~Signal Post Hill.~ -- Dieser Berg ist bereits mehrere Male erwhnt
worden, besonders in Bezug auf die merkwrdige Art und Weise, in welcher
die weisze kalkige Schicht, welche an andern Orten so horizontal ist,
unter ihm in das Meer hineinfllt (s. Holzschnitt Fig. 2). Er hat einen
breiten Gipfel mit undeutlichen Spuren einer craterfrmigen Structur und
wird aus basaltischen Gesteinen[4] gebildet, von denen einige compact,
andere in hohem Grade zellig sind, mit geneigten Schichten loser
Schlacken; von denen einige mit erdigem Kalke untermischt sind. Wie Red
Hill ist er die Quelle von Eruptionen gewesen, welche nach der
Emporhebung der umgebenden basaltischen Ebene eingetreten sind; aber
verschieden von jenem Berge hat er betrchtliche Denudation erlitten und
ist bereits der Sitz vulcanischer Thtigkeit in einer weit
zurckliegenden Zeit gewesen, als er noch unter dem Meeresspiegel lag.
Ich folgere dies letztere aus dem Umstande, dasz ich auf seiner
landeinwrts gelegenen Seite die letzten berreste von drei kleinen
Eruptionspunkten gefunden habe. Diese Stellen bestehn aus glnzenden
Schlacken, welche durch krystallinischen kalkigen Spath mit einander
verkittet sind, genau dem der groszen submarinen kalkigen Ablagerung
gleich, wo die heisze Lava ber dieselbe geflossen ist; ihr gestrter
Zustand kann, wie ich meine, nur durch die denudirende Wirkung der
Meereswellen erklrt werden. Ich wurde zu der ersten ffnung dadurch
gefhrt, dasz ich eine ungefhr 200 Yards im Geviert messende Lavaflche
mit ziemlich steilen Seiten fand, welche auf der basaltischen Ebene
gelagert war, ohne irgend einen Hgel in der Nhe, von welchem dieselbe
htte zum Ausbruch gelangen knnen, und die einzige Spur eines Craters,
welche ich zu entdecken im Stande war, bestand aus einigen geneigten
Schichten von Schlacken an einem seiner Rnder. In der Entfernung von 50
Yards von einem zweiten ebengipfeligen Lavaflecken, der aber von
geringerer Grsze war, fand ich eine unregelmszige kreisfrmige Masse
von cementirter, schlackenhaltiger Breccie, ungefhr von 6 Fusz Hhe,
welche ohne Zweifel frher einmal den Eruptionspunkt gebildet hat. Die
dritte ffnung ist jetzt nur noch durch einen unregelmszigen Kreis
unter einander verkitteter Schlacken von ungefhr 4 Yards im Durchmesser
bezeichnet, welcher in seinem hchsten Punkte kaum 3 Fusz ber das
Niveau der umgebenden Ebene sich erhebt, deren Oberflche dicht rings
herum ihr gewhnliches Aussehn darbietet: wir haben daher hier einen
horizontalen durch die Basis gelegten Durchschnitt eines vulcanischen
Ventils, welches zusammen mit der durch dasselbe ausgeworfenen Masse
beinahe ganz und gar verwischt ist.

Der Lavastrom, welcher die enge Schlucht[5] erfllt, stlich von der
Stadt Praya, scheint, nach seinem Laufe zu urtheilen, wie bereits vorhin
bemerkt wurde, von dem Signal-Post-Hgel gekommen und ber die Ebene
nach deren Emporhebung geflossen zu sein: dieselbe Bemerkung gilt auch
fr einen Strom (mglicherweise nur ein Theil des nmlichen), welcher
die Uferklippen ein wenig stlich von der Schlucht berlagert. Als ich
diese Strme ber die steinige horizontale Ebene zu verfolgen versuchte,
welche beinahe ganz von Erde und Pflanzenwuchs entblszt ist, war ich
sehr berrascht zu finden, dasz, obgleich sie aus harter basaltischer
Masse gebildet und keiner Abnutzung durch das Meer ausgesetzt gewesen
sind, doch jede deutliche Spur von ihnen bald gnzlich verloren gieng.
Ich habe indessen seitdem auf dem Galapagos-Archipel beobachtet, dasz es
hufig ganz unmglich ist, selbst grosze berschwemmungen von vllig
recenter Lava quer ber alten Strmen zu verfolgen, ausgenommen durch
die Grsze der auf ihnen wachsenden Gebsche oder durch den
verhltnismszigen Grad von Glnzend-sein ihrer Oberflche, -- Merkmale,
welche gnzlich zu verwischen selbst eine kurze Zeitdauer vollstndig
gengen wrde. Ich will noch bemerken, dasz in einem ebenen Lande mit
einem trockenen Clima und wo die Winde bestndig in einer Richtung wehn
(wie auf den Inseln des Capverdischen Archipels) die Wirkungen der
atmosphrischen Zerstrung wahrscheinlich viel grszer sind, als auf den
ersten Blick htte erwartet werden knnen; denn in diesem Falle sammelt
sich Erde nur in einigen wenigen geschtzten Hhlungen an, und da sie
stets in einer Richtung fortgeweht wird, so schreitet sie immer in der
Form des feinsten Staubes nach dem Meere zu weiter und lszt die
Oberflche der Gesteine kahl, so dasz dieselben der vollen Einwirkung
der sich bestndig erneuernden meteorischen Krfte ausgesetzt werden.

[5] Die Seiten dieser Schlucht sind da, wo die obere basaltische Schicht
durchsetzt wird, beinahe senkrecht. Die Lava, welche sie seitdem
ausgefllt hat, ist beinahe so fest diesen Seiten angeheftet, wie ein
Gang seinen Wnden. In den meisten Fllen, wo ein Lavastrom ein Thal
hinab geflossen ist, wird er auf beiden Seiten von schlackigen Massen
eingefaszt.

~Landeinwrts gelegene Berge von lterem vulcanischen Gestein.~ -- Diese
Berge sind auf dem Holzschnittkrtchen nach dem Augenmasze eingetragen
und mit A, B, C u. s. w. bezeichnet. In ihrer mineralogischen
Zusammensetzung sind sie mit den untersten der an der Kste dem Blicke
ausgesetzten Gesteinsmassen verwandt und stehn wahrscheinlich mit
denselben in directem continuirlichem Zusammenhang. Werden diese Berge
aus der Entfernung gesehn, so erscheinen sie so, als htten sie frher
einmal einen Theil eines unregelmszigen Tafellandes gebildet, und nach
ihrer sich entsprechenden Structur und Zusammensetzung zu urtheilen, ist
dies wahrscheinlich der Fall gewesen. Sie haben platte, unbedeutend
geneigte Gipfel und sind im Mittel ungefhr 600 Fusz hoch; sie bieten
ihre steilsten Abhnge dem Innern der Insel zu dar, von welchem Punkte
aus sie nach auszen hin strahlenfrmig sich verbreiten, und sind von
einander durch breite und tiefe Thler getrennt, durch welche die
groszen Lavastrme, welche die Kstenebenen bilden, herabgekommen sind.
Ihre inneren und steileren Abdachungen sind in einer unregelmszig
gekrmmten Linie angeordnet, welche in grobem Umrisz der Uferlinie
folgt, zwei oder drei Meilen landeinwrts davon gelegen. Ich habe einige
wenige dieser Berge bestiegen, und von andern, welche ich im Stande war
mit einem Teleskope zu untersuchen, habe ich durch die Freundlichkeit
Mr. KENT's, des Assistenz-Arztes des >Beagle<, Handstcke erhalten;
obgleich ich auf diese Weise nur mit einem, fnf oder sechs Meilen
langen Theile der Reihe bekannt geworden bin, so mchte ich doch wegen
ihrer gleichfrmigen Structur kaum zgern, bestimmt auszusprechen, dasz
sie Theile einer einzigen groszen Formation sind, welche sich um ein
groszes Stck des Umfangs der Insel herum erstreckt.

Die obern und untern Gesteinsschichten dieser Berge sind in ihrer
Zusammensetzung bedeutend von einander verschieden. Die oberen sind
basaltisch, meistens compact, aber zuweilen auch schlackig und
amygdaloid, mit Massen von Wacke verbunden: da wo der Basalt compact
ist, ist er entweder feinkrnig oder in sehr grober Art krystallisirt,
im letztern Falle geht er in ein augitisches, viel Olivin enthaltendes
Gestein ber; der Olivin ist entweder farblos oder von den gewhnlichen
gelben und trbe rothen Schattirungen. Auf manchen von diesen Bergen
sind Schichten von kalkiger Substanz, sowohl in einer erdigen als in
einer krystallinischen Form, welche Fragmente glnzender Schlacken
enthalten, mit den basaltischen Lagern verbunden. Diese Lager sind von
den Strmen basaltischer Lava, welche die Kstenebenen bilden, nur darin
verschieden, dasz sie compacter sind und dasz die Augitkrystalle und die
Krner von Olivin von viel bedeutenderer Grsze sind: -- Charactere,
welche mich, mit der uszern Erscheinung der mit ihnen verbundenen
kalkigen Schichten zusammengehalten zu der Annahme bestimmen, dasz sie
submariner Bildung sind.

Einige betrchtliche Massen von Wacke, welche mit diesen basaltischen
Schichten verbunden sind, und welche in gleicher Weise in der basalen
Reihe an der Kste, besonders auf Quail Island vorkommen, sind
merkwrdig. Sie bestehn aus einer blassen gelblich-grnen thonartigen
Substanz, von krmlicher Textur wenn sie trocken, aber fettig-schmierig,
wenn sie feucht ist: in ihrer reinsten Form ist sie von einer
wundervollen grnen Frbung mit durchscheinenden Rndern und
gelegentlich mit undeutlichen Spuren einer ursprnglichen Spaltbarkeit.
Vor dem Lthrohre schmilzt sie sehr leicht zu einer dunkel-grauen und
zuweilen selbst schwarzen Perle, welche in unbedeutendem Grade
magnetisch ist. Nach diesen Characteren glaubte ich natrlich, dasz es
eine der zersetzten blaszen Species der Gattung Augit wre, -- eine
Folgerung, welche dadurch untersttzt wurde, dasz das nicht vernderte
Gestein voll von einzelnen groszen Krystallen von schwarzem Augit und
von Kugeln und unregelmszigen Streifen einer dunkel-grauen augitischen
Gesteinsart war. Da der Basalt gewhnlich aus Augit besteht und aus
Olivin, welcher hufig gefleckt und von einer schmutzig rothen Frbung
ist, so wurde ich darauf gefhrt, die einzelnen Stadien der Zersetzung
dieses letzteren Minerals zu untersuchen; und da fand ich denn zu meiner
berraschung, dasz ich eine beinahe vollkommene Abstufungsreihe von
unverndertem Olivin an bis zu der grnen Wacke verfolgen konnte. Ein
Theil eines und des nmlichen Korns verhielt sich in einigen Fllen vor
dem Lthrohre wie Olivin, seine Farbe wurde nur unbedeutend verndert,
und ein andrer Theil ergab eine schwarze magnetische Perle. Ich kann
daher nicht daran zweifeln, dasz die grnliche Wacke ursprnglich als
Olivin existirte; es mssen indessen bedeutende chemische Vernderungen
whrend des Actes der Zersetzung bewirkt worden sein, um in dieser Weise
ein sehr hartes, durchscheinendes, unschmelzbares Mineral in eine
weiche, schmierige, leicht schmelzbare, thonartige Substanz
umzuwandeln[6].

Die basalen Schichten dieser Berge, ebenso wie einiger benachbarter,
getrennt stehender, kahler, abgerundeter Hgel, bestehn aus compacten,
feinkrnigen, nicht krystallinischen (oder so unbedeutend
krystallinisch, dasz es kaum bemerkbar ist), eisenschssigen,
feldspathigen Gesteinsarten, welche sich meistens im Zustande einer
halben Zersetzung finden. Ihr Bruch ist auszerordentlich unregelmszig
und splittrig; doch sind kleine Bruchstcke hufig sehr zhe. Sie
enthalten viel eisenhaltige Substanz entweder in der Form minutiser
Krner mit einem metallischen Glanze oder in der Form brauner
haarhnlicher Fden; das Gestein nimmt in diesem letzteren Falle eine
pseudo-breccien-artige Structur an. Diese Gesteine enthalten zuweilen
Glimmer und Adern von Achat. Ihre rostig braune oder gelbliche Farbe ist
zum Theil Folge der Anwesenheit von Eisenoxyden, aber hauptschlich von
unzhligen mikroskopisch kleinen schwarzen Flecken, welche, wenn ein
Bruchstck erhitzt wird, leicht schmelzen und offenbar entweder
Hornblende oder Augit sind. Diese Gesteine enthalten daher, trotzdem sie
auf den ersten Blick wie gebrannter Thon oder wie irgend eine vernderte
sedimentre Ablagerung erscheinen, doch alle die wesentlichen
Bestandtheile des Trachyts; sie weichen von demselben nur dadurch ab,
dasz sie nicht hart sind und dasz sie keine Krystalle von glasigem
Feldspath enthalten. Wie es so hufig mit trachytischen Formationen der
Fall ist, so ist hier keine Stratification bemerkbar. Man wrde wohl
nicht leicht glauben mgen, dasz diese Gesteine als Lava geflossen sein
knnten; und doch finden sich auf St. Helena (wie in einem der folgenden
Capitel beschrieben werden wird) gut characterisirte Strme von beinahe
hnlicher Zusammensetzung. Mitten unter den aus diesen Gesteinsarten
bestehenden Hgeln fand ich an drei Stellen glatte kegelfrmige Hgel
von Phonolith, welcher auszerordentlich reich an schnen Krystallen von
glasigem Feldspath und an Hornblende-Nadeln war. Diese Kegel von
Phonolith stehn, wie ich meine, in demselben Verhltnis zu den
umgebenden feldspathhaltigen Schichten, in dem an einer andern Stelle
der Insel einige Massen eines grob-krystallisirten augitischen Gesteins
zu dem umgebenden Basalt stehn: ich glaube nmlich, dasz beide injicirt
sind. Dasz die Gesteine von einer feldspathigen Beschaffenheit ihrem
Ursprunge nach frher vorhanden waren, als die basaltischen Schichten,
welche sie bedecken, und auch als die basaltischen Strme der
Kstenebenen, stimmt mit der gewhnlichen Reihenfolge dieser beiden
groszen Abtheilungen der vulcanischen Reihe berein.

Die Schichten der meisten dieser Berge sind im oberen Theile, wo die
Begrenzungsebenen allein zu unterscheiden sind, unter einem kleinen
Winkel vom Innern der Insel aus nach der Meereskste zu geneigt. Die
Neigung ist nicht an jedem Berge dieselbe; in dem mit A bezeichneten ist
sie geringer als in den B, D oder E bezeichneten; bei dem Berge C sind
die Schichten kaum aus der horizontalen Ebene heraus gebogen, und bei F
sind sie (so weit ich es beurtheilen konnte, ohne den Berg selbst zu
besteigen) unbedeutend in der umgekehrten Richtung geneigt, d. h.
einwrts und nach dem Mittelpunkte der Insel zu. Ungeachtet dieser
Verschiedenheiten der Neigung scheint die bereinstimmung in ihrer
uszern Form und in der Zusammensetzung sowohl ihrer oberen als unteren
Theile, -- ihre relative Stellung in einer einzigen gekrmmten Linie,
mit ihren steilsten Seiten landeinwrts gekehrt, -- scheint, sage ich,
alles dies zu beweisen, dasz sie ursprnglich Theile eines einzigen
Plateaus gebildet haben, welches Plateau sich, wie vorhin schon bemerkt
wurde, wahrscheinlich um einen betrchtlichen Theil des Umfangs der
Insel herum erstreckte. Die oberen Schichten sind sicherlich als Lava,
und zwar wahrscheinlich unter dem Meere geflossen, wie es vielleicht
auch mit den unteren feldspathigen Massen der Fall gewesen ist: wie
kommt es nun, dasz diese Schichten ihre gegenwrtige Stellung einnehmen,
und von woher sind sie zum Ausbruche gelangt?

In der Mitte der Insel[7] finden sich hohe Berge; sie sind aber von den
steilen landeinwrts gekehrten Abhngen dieser Berge durch eine breite
Strecke niedrigen Landes getrennt: berdies scheinen die im Innern
gelegenen Berge die Quelle jener groszen Strme basaltischer Lava
gewesen zu sein, welche, sich bei ihrem Durchtritt zwischen den hier in
Rede stehenden Bergen hindurch sich zusammenziehend, in die Kstenebenen
ausgebreitet haben. Rings um die Ksten von St. Helena findet sich ein
undeutlich gebildeter Ring von basaltischen Gesteinen, und auf Mauritius
finden sich berreste eines andern derartigen Ringes um einen Theil,
wenn nicht um das Ganze, der Insel; hier tritt uns dann wiederum die
nmliche Frage sofort entgegen: wie kommt es, dasz diese Massen ihre
gegenwrtige Stellung einnehmen und von woher sind sie zum Ausbruche
gelangt? Die nmliche Antwort, welches auch dieselbe immer sein mag,
gilt wahrscheinlich fr alle diese drei Flle; in einem sptern Capitel
werden wir auf diesen Gegenstand zurckkommen.

~Thler in der Nhe der Kste.~ -- Diese sind breit, sehr flach und
meistens von niedrigen, aus Felsklippen gebildeten Seiten eingefaszt.
Theile der basaltischen Ebene werden von ihnen zuweilen beinahe oder
auch gnzlich isolirt, fr welche Thatsache der Raum, auf welchem die
Stadt Praya steht, ein Beispiel darbietet. In dem groszen Thale westlich
von der Stadt ist der Boden bis zu einer Tiefe von mehr als 20 Fusz mit
gut abgerundeten Rollsteinen aufgefllt, welche an einigen Stellen durch
eine weisze kalkige Masse fest mit einander verkittet sind. Nach der
Form dieser Thler kann daran kein Zweifel sein, dasz dieselben durch
die Wellen des Meeres whrend jener gleichfrmigen Erhebung des Landes
ausgehhlt worden sind, fr welche die horizontale kalkige Ablagerung
mit den darin enthaltenen jetzt existirenden Species mariner Fossilreste
einen Beweis gibt. Bedenkt man, wie gut Schalthiergehuse in dieser
Schicht erhalten worden sind, so ist es eigenthmlich, dasz ich in dem
Conglomerate auf dem Grunde der Thler auch nicht einmal ein einziges
Muschelfragment finden konnte. Die Schicht von Rollsteinen in dem Thale
westlich von der Stadt wird durch ein zweites, sich mit diesem als ein
Nebenthal verbindendes gekreuzt; aber selbst dieses Thal erscheint viel
zu breit und flachgrundig, als dasz es durch die geringe Menge Wasser
htte gebildet werden knnen, welches hier nur whrend der einen kurzen
nassen Jahreszeit niederfllt; denn zu andern Zeiten des Jahres sind
diese Thler absolut trocken.

~Recentes Conglomerat.~ -- An den Ufern von Quail Island fand ich
Bruchstcke von Ziegeln, eiserne Bolzen, Rollsteine und grosze
Basalt-Fragmente mittelst einer sprlichen Grundmasse von unreiner
kalkiger Substanz zu einem festen Conglomerate verbunden. Um zu zeigen,
wie auszerordentlich fest dieses neuere Conglomerat ist, will ich
erwhnen, dasz ich mit einem schweren geologischen Hammer den Versuch
machte, einen dicken eisernen Bolzen herauszuschlagen, welcher ein wenig
oberhalb der Ebbgrenze eingeschlossen war, dasz ich aber nicht im Stande
war, dies zu erreichen.

[1] Der Umrisz der Kste, die Lage der Ortschaften, Wasserlufe und der
meisten Berge auf diesem Holzschnitte sind nach der an Bord des Leven
gemachten Karte copirt. Die plattgipfeligen Berge (A, B, C u. s. w.)
sind nur nach dem Augenmasze eingezeichnet, um meine Beschreibung zu
erlutern.

[2] Ich bin Mr. E. W. ~Brayley~ sehr dafr verbunden, dasz er mir die
folgenden Verweisungen auf Abhandlungen ber diesen Gegenstand gegeben
hat: ~Faraday~, in: New Philosoph. Journal, Vol. XV. p. 398; ~Gay
Lussac~, in: Annales de Chimie et de Physique, Tom. LXIII. p. 219,
bersetzt in: London and Edinburgh Philos. Magazine, Vol. X. p. 496.

[3] So lange er noch tief unter der Oberflche war, fand sich, wie ich
vermuthe, der kohlensaure Kalk im flssigen Zustande. Es ist bekannt,
dasz ~Hutton~ der Ansicht war, dasz alle Mandelsteinbildungen durch
Tropfen geschmolzenen Kalksteines, welche im Trapp wie l im Wasser
schwmmen, hervorgebracht wren: dies ist ohne Zweifel falsch; wenn aber
die den Gipfel des Red Hill bildende Masse unter dem Drucke eines mszig
tiefen Meeres oder innerhalb der Wnde eines Gangs abgekhlt wre, so
wrden wir aller Wahrscheinlichkeit nach ein mit groszen Massen
compacten, krystallinischen kalkigen Spaths verbundenes Trappgestein
haben, welches nach den von vielen Geologen getheilten Ansichten nur
flschlich einer sptern Infiltration zugeschrieben worden sein wrde.

[4] Von diesen ist eine hufige Variett merkwrdig, weil sie voll ist
von kleinen Bruchstcken eines dunkel jaspis-rothen Minerals, welches
bei sorgfltiger Untersuchung eine undeutliche Spaltbarkeit zeigt; die
kleinen Fragmente sind der Form nach lnglich, weich, sind ehe und
nachdem sie erhitzt waren, magnetisch und schmelzen mit Schwierigkeit zu
einem trben Email. Dies Mineral ist offenbar nahe mit den Eisenoxyden
verwandt; ich kann aber nicht genau ermitteln, was es ist. Das dies
Mineral enthaltende Gestein ist mit kleinen Hhlungen durchsetzt, welche
mit gelblichen Krystallen von kohlensaurem Kalke ausgekleidet und
erfllt sind.

[5] Die Seiten dieser Schlucht sind da, wo die obere basaltische Schicht
durchsetzt wird, beinahe senkrecht. Die Lava, welche sie seitdem
ausgefllt hat, ist beinahe so fest diesen Seiten angeheftet, wie ein
Gang seinen Wnden. In den meisten Fllen, wo ein Lavastrom ein Thal
hinab geflossen ist, wird er auf beiden Seiten von schlackigen Massen
eingefaszt.

[6] ~D'Aubuisson~, Trait de Gognosie (Tom. II. p. 569), erwhnt, nach
der Autoritt von ~Marcel de Serres~, Massen grner Erde aus der Nhe
von Montpellier, von welcher angenommen wird, dasz sie durch Zersetzung
von Olivin entstanden ist. Ich finde indessen nicht, dasz bemerkt worden
ist, wie sich das Verhalten dieses Minerals vor dem Lthrohr gnzlich
ndert, wenn es der Zersetzung unterliegt; und die Kenntnis dieser
Thatsache ist von Wichtigkeit, da es auf den ersten Blick in hohem Grade
unwahrscheinlich erscheint, dasz ein hartes, durchscheinendes, schwer
aufzuschlieszendes Mineral in einen weichen, leicht schmelzlichen Thon,
wie dieser von St. Jago, verwandelt wrde. Ich werde spter eine grne
Substanz beschreiben, welche innerhalb der zelligen Rume einiger
blasigen basaltischen Gesteine von Van-Diemens-Land Fden bildet und
sich vor dem Lthrohre wie die grne Wacke von St. Jago verhlt; aber
ihr Vorkommen in cylindrischen Fden beweist, dasz sie nicht das
Resultat einer Zersetzung des Olivins sein kann, eines Minerals, welches
immer in der Form von Krnern oder Krystallen existirt.

[7] Von den landeinwrts gelegenen Theilen der Insel habe ich sehr wenig
gesehn. In der Nhe des Dorfes St. Domingo finden sich prachtvolle
Klippen von ziemlich grob krystallisirter basaltischer Lava. Folgte man
dem Laufe des kleinen Flusses in diesem Thale bis ungefhr eine Meile
weit oberhalb des Dorfes, so ergab sich die Klippe als aus einem
compacten, feinkrnigen Basalt gebildet, der in concordanter Lage von
einer Schicht Geschiebe bedeckt war. In der Nhe von Fuentes traf ich
auf warzenfrmige Hgel der compacten feldspathigen Gesteinsreihe.




Zweites Capitel.

     ~Fernando Noronha.~ -- Steil abstrzender Berg von Phonolith. --
     ~Terceira.~ -- Trachytische Gesteine; ihre eigenthmliche
     Zersetzung durch Dampf von hoher Temperatur. -- ~Tahiti.~ --
     bergang von Wacke in Trapp; eigenthmliches vulcanisches Gestein;
     dessen Blasenrume halb mit Mesotyp erfllt sind. -- ~Mauritius.~
     -- Beweise fr seine neuere Erhebung. -- Structur seiner lteren
     Gebirge; hnlichkeit mit St. Jago. -- ~St. Paul's Felsen.~ -- Nicht
     vulcanischen Ursprungs; -- ihre eigenthmliche mineralogische
     Zusammensetzung.


~Fernando Noronha.~ -- Whrend unsres kurzen Besuchs auf dieser und den
folgenden vier Inseln habe ich nur sehr wenig beobachtet, was der
Beschreibung werth gewesen wre. Fernando Noronha ist im atlantischen
Ocean 3 50' s. Br. und 230 Meilen von der Kste von Sd-America
entfernt gelegen. Es besteht aus mehreren einzelnen kleinen Inseln,
welche zusammen 9 Meilen lang und 3 Meilen breit sind. Das Ganze scheint
vulcanischen Ursprungs zu sein, obgleich kein Anzeichen irgend eines
Craters oder irgend einer mittleren Erhhung vorhanden ist. Der
merkwrdigste Zug im Bilde dieser Insel ist ein 1000 Fusz hoher Berg,
von welchem die oberen 400 Fusz aus einem sich steil erhebenden,
eigenthmlich gestalteten Gipfel bestehn; derselbe ist aus
sulenfrmigem Phonolith gebildet, welcher zahlreiche Krystalle von
glasigem Feldspath und einige wenige Nadeln von Hornblende enthlt. Von
dem hchsten erreichbaren Punkte dieses Berges aus konnte ich an
verschiedenen Stellen der Inselgruppe noch mehrere andere kegelfrmige
Berge, allem Anscheine nach von derselben Beschaffenheit, erkennen. Auf
St. Helena finden sich hnliche grosze, kegelfrmige, vorspringende
Massen von Phonolith, von nahezu 1000 Fusz Hhe, welche durch das
Eindringen flssiger feldspathiger Lava in nachgebende Schichten
gebildet worden sind. Wenn dieser Berg hier, wie es wahrscheinlich ist,
einen hnlichen Ursprung gehabt hat, dann ist Denudation in einem
ungeheuren Maszstabe wirksam gewesen. In der Nhe der Basis dieses
Berges beobachtete ich Schichten weiszen Tuffs, von zahlreichen Gngen
durchsetzt, andere von amygdaloidem Basalte und andere von Trachyt;
ferner auch Schichten von schiefrigem Phonolith mit nordwestlich und
sdstlich gerichteten Spaltungsflchen. Stellenweise war dieses
Gestein, da wo die Krystalle nur sprlich vorkamen, gewhnlichem
Thonschiefer sehr hnlich, der durch die Berhrung mit einem Trapp ganz
verwandelt worden ist. Das Blttrig-werden von Gesteinen, welche
zweifellos frher einmal flssig gewesen sind, scheint mir ein der
Aufmerksamkeit sehr werther Gegenstand zu sein. Am Strande fanden sich
zahlreiche Bruchstcke compacten Basalts, aus welcher Gesteinsart eine
in einiger Entfernung zu sehende Sulen-Faade gebildet zu werden
schien.

~Terceira in den Azoren.~ -- Die centralen Theile dieser Insel bestehn
aus unregelmszig abgerundeten Bergen von keiner bedeutenden Erhebung;
sie sind aus Trachyt zusammengesetzt, welcher im allgemeinen Character
dem sofort zu beschreibenden Trachyt von Ascension sehr hnlich ist.
Diese Formation ist an vielen Stellen, in der gewhnlichen Ordnung der
Aufeinanderfolge, von Strmen basaltischer Lava berlagert, welche in
der Nhe der Kste beinahe die ganze Oberflche bilden. Der Verlauf,
welchen diese Strme von ihren Cratern aus genommen haben, kann hufig
mit dem Auge verfolgt werden. Die Stadt Angra wird von einem
craterfrmigen Berge (Mount Brazil) berragt, welcher ganz und gar aus
dnnen Schichten eines feinkrnigen, sprden, braun gefrbten Tuffes
aufgebaut ist. Man sieht, dasz die oberen Schichten die basaltischen
Strme, auf welchen die Stadt steht, berlagern. Dieser Berg ist in
seiner Structur und Zusammensetzung beinahe identisch mit zahlreichen
craterfrmigen Bergen im Galapagos-Archipel.

~Wirkungen von Dampf auf die trachytischen Gesteine.~ -- Im mittleren
Theile der Insel findet sich eine Stelle, wo Dampf bestndig in Strahlen
vom Grunde einer kleinen schluchtartigen Hhlung, welche keinen Ausweg
hat, ausgestoszen und gegen eine Reihe von trachytischen Bergen
angetrieben wird. Der Dampf tritt durch mehrere unregelmszige Spalten
aus: er ist geruchlos, schwrzt Eisen in kurzer Zeit und ist von einer
viel zu hohen Temperatur, als dasz er von der Hand ertragen werden
knnte. Die Art und Weise, in welcher der feste Trachyt an den Bndern
dieser ffnungen verndert wird, ist merkwrdig; zuerst wird die
Grundmasse erdig mit rothen Flecken, offenbar in Folge der Oxydation von
Eisenpartikeln; dann wird sie weich; und zuletzt unterliegen selbst die
Krystalle des glasigen Feldspaths der auflsenden Wirkung. Nachdem die
Masse in Thon umgewandelt worden ist, scheint das Eisenoxyd aus einigen
Stellen gnzlich entfernt zu sein, welche vollkommen weisz bleiben,
whrend es an andern daneben liegenden Stellen, welche von der hellsten
rothen Farbe sind, in grszerer Menge abgelagert zu sein scheint; einige
andere Massen sind mit diesen beiden verschiedenen Farben marmorirt.
Portionen des weiszen Thons knnen nun, wo sie trocken sind, mit bloszem
Auge nicht von der feinsten prparirten Kreide unterschieden werden; und
wenn man sie zwischen die Zhne bringt, ergeben sie sich gleicherweise
als weichkrnig; die Einwohner bentzen diese Substanz zum Weiszen ihrer
Huser. Die Ursache davon, dasz das Eisen an der einen Stelle aufgelst
und dicht daneben wieder abgelagert wird, ist dunkel; die Thatsache ist
aber an mehreren andern Orten beobachtet worden[8]. An einigen halb
zerfallenen Handstcken fand ich kleine, kugelige Aggregate von gelbem
Hyalith, arabischem Gummi hnlich, welche ohne Zweifel durch den Dampf
niedergeschlagen worden waren.

Da es fr das Regenwasser, welches die Seiten der schluchthnlichen
Hhlung, aus welcher der Dampf herauskommt, hinabrieselt, keinen Ausgang
gibt, so musz es ganz durch die Spalten am Boden der Hhle abwrts
dringen. Mehrere von den Einwohnern theilten mir mit, dasz ein Bericht
existire, dasz ursprnglich Flammen (irgend eine leuchtende
Erscheinung?) von diesen Klften ausgegangen seien, und dasz dem
Ausbruch der Flammen spter der Dampf gefolgt sei; ich bin aber nicht im
Stande gewesen, weder zu ermitteln, wie lange dies wohl her sei, noch
irgend etwas Bestimmtes ber die Sache zu erfahren. Als ich mir die
Stelle ansah, stellte ich mir vor, dasz die Injection einer groszen
Gesteinsmasse, wie des Phonolithkegels auf Fernando Noronha, im
halbflssigen Zustande, durch eine berwlbung der Oberflche eine
keilfrmige Hhlung mit Rissen am Boden hervorgebracht haben knnte, und
dasz dann das in der Nhe der erhitzten Masse durchsickernde Regenwasser
wohl whrend vieler sptern Jahre in der Form von Dampf wieder
ausgestoszen werden knnte.

~Tahiti~ (~Otaheite~). -- Ich habe nur einen Theil der nordwestlichen
Seite dieser Insel besucht, und dieser Theil besteht durchaus aus
vulcanischem Gesteine. In der Nhe der Kste finden sich mehrere
Varietten von Basalt, einige auszerordentlich reich an groszen
Krystallen von Augit und schmutzig geflecktem Olivin, andere compact und
erdig, -- einige in unbedeutendem Grade blasig und andere gelegentlich
mit amygdaloider Bildung. Diese Gesteine sind meistens bedeutend
zersetzt, und zu meiner berraschung fand ich an mehreren
Durchschnitten, dasz es unmglich war, auch nur annherungsweise die
Trennungslinie zwischen der zerfallenen Lava und den abwechselnden
Tuffschichten zu unterscheiden. Seitdem die Handstcke trocken geworden
sind, ist es im Ganzen leichter, die zersetzten plutonischen Gesteine
von den sedimentren Tuffarten zu unterscheiden. Dieser bergang im
Character zwischen Gesteinsarten, welche einen so weit von einander
verschiedenen Ursprung haben, drfte, wie ich glaube, wohl dadurch
erklrt werden, dasz die erweichten Seiten der blasenartigen Hohlrume,
welche in vielen vulcanischen Gesteinen einen verhltnismszig groszen
Theil ihres Raumumfangs einnehmen, unter Druck nachgeben. Da die
Blasenrume meistens an Grsze und Zahl in den oberen Theilen eines
Stromes von Lava zunehmen, so werden auch die Wirkungen ihrer
Zusammendrckung hier sich vergrszern; berdies musz das Nachgeben
jedes tiefer gelegenen Blasenraums dahin streben, die smmtliche darber
liegende erweichte Masse zu stren. Wir drfen daher erwarten, eine
vollkommene Abstufung von einem unvernderten krystallinischen Gestein
in ein solches verfolgen zu knnen, in welchem smmtliche Partikel
(obgleich sie ursprnglich einen Theil einer und derselben soliden Masse
bilden) eine mechanische Verschiebung erlitten haben; und derartige
Partikel knnen kaum von andern von hnlicher Zusammensetzung
unterschieden werden, welche als Sediment abgelagert worden sind. Da die
Laven zuweilen in ihrem oberen Theilen blttrig sind, so kann man sich
selbst auf die horizontalen Linien, welche wie solche eines in Wasser
erfolgenden Absatzes erscheinen, nicht in allen Fllen als auf ein
Erkennungszeichen eines sedimentren Ursprungs verlassen. Nach diesen
Betrachtungen ist es nicht berraschend, dasz frher viele Geologen an
wirkliche bergnge von aus Wasser sich absetzenden Niederschlgen durch
die Wacke bis zu vulcanischen Trappen geglaubt haben.

In dem Thale von Tia-auru sind die hufigsten Gesteinsarten Basalte mit
viel Olivin, welche auch in manchen Fllen aus groszen Krystallen von
Augit zusammengesetzt sind. Ich nahm einige Handstcke auf mit viel
glasigem Feldspath, welche sich im Character dem Trachyt nherten. Es
fanden sich dort auch viele grosze Blcke von blasigem Basalt, dessen
Hohlrume wunderschn mit Chabasit (?) und strahlenfrmig angeordneten
Bndeln von Mesotyp ausgekleidet waren. Einige von diesen Handstcken
boten ein merkwrdiges Aussehn dar in Folge des Umstandes, dasz eine
Anzahl der Hohlrume halb erfllt waren von einem weiszen, weichen,
erdigen, mesotyp-artigen Mineral, welches vor dem Lthrohre in einer
merkwrdigen Weise aufblhte. Da die Oberflchen desselben in allen den
halberfllten Zellen genau parallel sind, so geht hieraus offenbar
hervor, dasz diese Substanz in Folge ihres Gewichts auf den Boden einer
jeden Zelle hinabgesunken ist. Zuweilen fllt sie indessen die Zellen
ganz aus. Andere Zellen sind entweder ganz mit kleinen Krystallen,
augenscheinlich von Chabasit, erfllt oder mit solchen ausgekleidet:
auch kleiden diese Krystalle hufig die obere Hlfte derjenigen Zellen
aus, welche zum Theil mit dem erdigen Mineral gefllt sind, ebenso wie
die obere Flche dieser letzten Substanz selbst mit solchen berzogen
ist, in welchem Falle die beiden Minerale in einander zu verschmelzen
scheinen. Ich habe niemals irgend ein anderes amygdaloides Gestein[9]
gesehn, dessen Zellen in der hier beschriebenen Art halb erfllt gewesen
wren; und es ist schwierig, sich die Ursachen vorzustellen, welche das
erdige Mineral dazu bestimmte, seiner Schwere nach auf den Boden der
Zellen zu sinken, und das krystallinische Mineral dazu, in einem
berzuge von gleicher Dicke ringsum den Seiten der Zellen anzuhngen.

Die basaltischen Schichten an den Seiten des Thales sind sanft nach dem
Meere zu geneigt, und habe ich nirgends irgend ein Zeichen einer
Strung beobachtet; die Schichten sind von einander durch dicke compacte
Lager von Conglomerat getrennt, in welchem die Bruchstcke grosz, einige
abgerundet, die meisten aber eckig sind. Wegen des Characters dieser
Lager, des compacten und krystallinischen Zustandes der meisten
Lavaschichten und wegen der Natur des infiltrirten Minerals wurde ich
auf die Vermuthung gefhrt, dasz sie ursprnglich unter dem Meere
hingeflossen seien. Diese Folgerung stimmt mit der Thatsache berein,
dasz Mr. W. ELLIS marine Fossilreste in einer betrchtlichen Hhe
gefunden hat, welche, wie er glaubt, zwischen Schichten vulcanischer
Substanz gelegen haben, wie es nach der Beschreibung der Herren TYERMAN
und BENNETT gleicherweise auf Huaheine, einer andern Insel des nmlichen
Archipels der Fall ist. Auch STUTCHBURY entdeckte in der Nhe des
Gipfels eines der hchsten Berge von Tahiti, in der Hhe von mehreren
tausend Fusz eine Schicht halbfossiler Corallen. Keiner dieser
Fossilreste ist specifisch bestimmt worden. An der Kste, wo Massen von
Corallen-Gestein den klarsten Beweis dargeboten haben wrden, habe ich
vergebens nach irgend einem Zeichen neuerer Emporhebung gesucht. In
Bezug auf die oben angezogenen Autoritten und wegen weiterer einzeln
ausgefhrter Grnde dafr, dasz ich nicht glaube, dasz sich Tahiti in
neuerer Zeit emporgehoben hat, musz ich auf mein Buch ber den Bau und
die Verbreitung der Corallen-Riffe verweisen (bers. p. 182-183).

~Mauritius.~ -- Nhert man sich dieser Insel von der nrdlichen oder
nordwestlichen Seite her, so sieht man eine gekrmmte Kette khn
emporsteigender, mit zerklfteten Gipfeln gekrnter Berge sich von einem
glatten Rande cultivirten Landes erheben, welches sanft nach der Kste
hinabfllt. Auf den ersten Blick wird man anzunehmen versucht, dasz das
Meer vor Kurzem noch den Fusz dieser Berge erreicht habe, und bei
nherer Untersuchung ergibt es sich, wenigstens mit Rcksicht auf den
untern Theil dieses Randes, dasz diese Ansicht vollkommen correct ist.
Mehrere Autoren[10] haben Massen von emporgehobenem Corallen-Gestein
rings um den grszeren Theil des Umfangs der Insel beschrieben. Zwischen
Tamarin Bay und dem Great Black River habe ich in Gesellschaft mit Capt.
LLOYD zwei Hgel von Corallen-Gestein beobachtet, welche in ihrem untern
Theile aus harter kalkiger Substanz und in ihren obern Theilen aus
groszen, leicht zusammengeballten Blcken von _Astraea_ und _Madrepora_
und aus Fragmenten von Basalt gebildet waren; sie waren in Schichten
getheilt, welche meerwrts, in einem Falle unter einem Winkel von 8, in
einem andern von 18 einfielen; sie hatten das Ansehn, als wren sie vom
Wasser ausgenagt, und stiegen steil von einer glatten Oberflche aus
empor, welche bis zu einer Hhe von ungefhr 20 Fusz mit abgerollten
Stcken organischer Reste berstreut war. Der Officier du Roy hat in
seiner uszerst interessanten, 1768 ausgefhrten Tour rings um die Insel
Massen emporgehobener Corallen-Felsen beschrieben, welche noch immer den
grabenartigen Bau beibehalten haben, welcher fr die lebenden Riffe
characteristisch ist (s. mein Buch ber die Corallen-Riffe p. 73). An
der Kste nrdlich von Port Louis fand ich, dasz die Lava eine
betrchtliche Strecke weit landeinwrts von einem aus Corallen und
Muscheln gebildeten Conglomerate verdeckt wurde, hnlich denen am
Strande, aber durch eine rothe eisenhaltige Masse fest geworden. BORY DE
ST. VINCENT hat hnliche kalkige Lager beschrieben, welche beinahe die
ganze Ausdehnung der Ebene der Pamplemousses bedeckten. In der Nhe von
Port Louis habe ich, als ich einige grosze Steine umwendete, welche in
einem Fluszbette am oberen Ende einer geschtzten Bucht in der Hhe von
einigen Yards ber dem Niveau der Springfluthen lagen, mehrere
Serpula-Rhren gefunden, welche noch an deren unterer Seite festhiengen.

Die zerklfteten Berge in der Nhe von Port Louis steigen bis zu einer
Hhe von zwischen 2000 und 3000 Fusz empor; sie bestehn aus
Basalt-Schichten, welche durch fest aggregirte Lager von fragmentrer
Masse undeutlich von einander getrennt sind; sie werden ferner durch
einige wenige senkrechte Gnge durchsetzt. Der Basalt ist an einigen
Stellen auszerordentlich reich an groszen Krystallen von Augit und
Olivin und ist meistens compact. Das Innere der Insel bildet eine Ebene,
welche wahrscheinlich ungefhr ein tausend Fusz ber dem Meeresspiegel
erhoben ist und aus Lavastrmen besteht, welche um die zerklfteten
Berge herum und zwischen denselben hindurch geflossen sind. Diese
neueren Lavamassen sind gleichfalls basaltisch, aber weniger compact und
einige sind sehr reich an Feldspath, so dasz sie vor dem Lthrohr selbst
zu einem blasz gefrbten Glase schmelzen. An den Ufern des Great River
ist ein nahezu 500 Fusz tiefer Durchschnitt dem Blicke ausgesetzt,
welcher durch zahlreiche dnne Bltter von Lava dieser Reihe
ausgearbeitet ist, die durch Schlacken-Schichten von einander getrennt
sind. Sie scheinen auf dem Lande entstanden und aus mehreren
Eruptionspunkten des centralen Plateau herabgeflossen zu sein, unter
welcher der Piton du Milieu einer der hauptschlichsten sein soll. Es
finden sich auch mehrere vulcanische Kegel, augenscheinlich aus dieser
modernen Zeit, rings am Umfange der Insel, besonders an dem nrdlichen
Ende, wo sie besondere kleine Inselchen bilden.

Die aus dem mehr compacten und krystallinischen Basalt zusammengesetzten
Berge bilden das Hauptskelett der Insel. BAILLY[11] gibt an, dasz sie
smmtlich se dveloppent autour d'elle comme une ceinture d'immenses
remparts, toutes affectant une pente plus ou moins incline vers le
rivage de la mer, tandis au contraire, que vers le centre de l'le elles
prsentent une coupe abrupte et souvent taille  pic. Toutes ces
montagnes sont formes de couches parallles inclines du centre de
l'le vers la mer. Diese Angaben sind, wenn auch nicht im Einzelnen,
von QUOY in FREYCINET's Reise bestritten worden. So weit meine geringen
Beobachtungsmittel reichten, fand ich sie vollkommen richtig[12]. Die
Berge an der nordwestlichen Seite der Insel, welche ich untersucht habe,
nmlich La Pouce, Peter Botts, Corps de Garde, Les Mamelles und allem
Anscheine nach auch noch ein anderer weiter nach Sden gelegener, haben
genau die von BAILLY beschriebene uszere Gestalt und Schichtung. Sie
bilden ungefhr den vierten Theil seines Wallgrtels. Obgleich diese
Berge gegenwrtig vollstndig einzeln stehn, von einander durch, selbst
mehrere Meilen breite Durchbrche getrennt sind, durch welche ungeheure
Strme von Lava vom Innern der Insel her geflossen sind, so fhlt man
sich doch, beim Hinblick auf ihre sehr grosze allgemeine hnlichkeit,
notwendigerweise berzeugt, dasz sie ursprnglich Theile einer einzigen
zusammenhngenden Masse gebildet haben. Nach der wundervollen Karte von
Mauritius zu urtheilen, welche die Admiralitt nach einem franzsischen
Manuscript verffentlicht hat, findet sich eine Reihe von Bergen (M.
Bamboo) auf der entgegengesetzten Seite der Insel, welche in Hhe,
relativer Stellung und uszerer Form den eben beschriebenen entspricht.
Ob der Berg-Grtel jemals vollstndig war, knnte wohl bezweifelt
werden; aber nach BAILLY'S Angaben und meinen eigenen Beobachtungen kann
man getrost folgern, dasz Berge, deren landeinwrts gerichtete Seiten
steil abstrzten und welche aus Schichten bestanden, die nach auszen hin
einfielen, sich frher einmal um ein betrchtliches Stck des Umfangs
der Insel erstreckt haben. Der Ring scheint oval und von ungeheurer
Grsze gewesen zu sein; seine krzere Axe, quer ber von der innern
Seite der Berge in der Nhe von Port Louis zu denen in der Nhe von
Grand Port gemessen, betrgt nicht weniger als dreizehn geographische
Meilen an Lnge. BAILLY stellt die khne Vermuthung auf, dasz dieser
enorme Schlund, welcher seitdem in bedeutendem Masze von Strmen
moderner Lava erfllt worden ist, durch das Einsinken des ganzen oberen
Theils eines einzigen groszen Vulcans gebildet worden ist.

Es ist eigenthmlich, in wie vielen Beziehungen diejenigen Theile von
St. Jago und von Mauritius, welche ich besucht habe, in ihrer
geologischen Geschichte mit einander bereinstimmen. Auf beiden Inseln
folgen Berge von hnlicher uszerer Gestalt, Stratification und
(wenigstens in ihren oberen Schichten) Zusammensetzung in einer
gebogenen Reihe der Uferlinie. Diese Berge haben augenscheinlich in
beiden Fllen ursprnglich Theile einer einzigen continuirlichen Masse
gebildet. Die basaltischen Schichten, aus denen sie zusammengesetzt
sind, scheinen nach ihrer compacten und krystallinischen Structur, wenn
man sie den benachbarten basaltischen Strmen von einem auf dem trocknen
Lande erfolgten Ursprunge entgegenhlt, unter dem Drucke des Meeres
geflossen, und spter emporgehoben worden zu sein. Wir drfen annehmen,
dasz die breiten Durchbrche zwischen den Bergen in beiden Fllen
whrend ihrer allmhlichen Erhebung durch die Wellen ausgewaschen worden
sind; -- fr den Hebungsprocesz innerhalb neuerer Zeiten finden sich
uszerst zahlreiche Belege an dem Kstenlande beider Inseln. Auf beiden
sind ungeheure Strme neuerer basaltischer Lavamassen von dem Innern der
Insel her um die ltern basaltischen Berge herum und zwischen denselben
durch geflossen; berdies sind auf beiden recente Eruptionskegel rings
um den Umfang der Insel zerstreut vorhanden; aber auf keiner von beiden
haben Eruptionen innerhalb der geschichtlichen Zeit stattgefunden. Wie
im letzten Capitel bemerkt wurde, ist es wahrscheinlich, dasz diese
alten basaltischen Berge, welche (wenigstens in vielen Beziehungen) den
basalen und gestrten berresten zweier riesiger Vulcane hnlich sind,
ihre gegenwrtige Form, Structur und Stellung der Wirkung hnlicher
Ursachen verdanken.

~St. Paul's Felsen.~ -- Diese kleine Insel ist im Atlantischen Ocean,
nahezu einen Grad nrdlich vom quator und 540 Meilen von Sd-America
entfernt, in 29 15' w. L. gelegen. Ihr hchster Punkt liegt kaum hher
als 50 Fusz oberhalb des Meeresspiegels; ihr Umrisz ist unregelmszig
und ihr ganzer Umfang miszt kaum drei Viertel Meilen. Dieser kleine
Felsenpunkt steigt pltzlich aus dem Ocean empor; und ausgenommen an
seiner westlichen Seite wurde selbst in der kurzen Entfernung von einer
Viertel Meile an seinem Ufer kein Grund erlothet. Er ist nicht
vulcanischen Ursprungs; und dieser Umstand, welcher den merkwrdigsten
Punkt in seiner Geschichte ausmacht (wie hernach noch angefhrt werden
wird), sollte ihn eigentlich von einer Erwhnung im vorliegenden Bande
ausschlieszen. Er ist aus Gesteinsarten zusammengesetzt, welche keiner
von mir sonst angetroffenen gleichen und welche ich nicht durch irgend
einen Namen characterisiren kann; ich musz sie deshalb beschreiben.

Die einfachste Art, und eine der am allerhufigsten vorkommende, ist ein
sehr compactes, schweres, grnlich schwarzes Gestein, welches einen
winkligen, unregelmszigen Bruch hat; einige Spitzen daran sind eben
hart genug um Glas zu ritzen; es ist nicht schmelzbar. Diese Variett
geht in andere von blassen grnen Frbungen und weniger harte ber,
deren Bruch aber mehr krystallinisch und an den Rndern durchscheinend
ist; und diese schmelzen vor dem Lthrohr zu einem grnen Email. Mehrere
andere Varietten sind hauptschlich dadurch characterisirt, dasz sie
unzhlige Fden von dunkel grnem Serpentin und kalkige Substanz in
ihren Zwischenrumen enthalten. Diese Gesteine haben eine undeutliche
concretionre Structur und sind voll von verschiedenartig gefrbten
winkligen Pseudo-Fragmenten. Diese winkligen Pseudo-Fragmente bestehn
aus der zuerst beschriebenen dunkel grnen Gesteinsart, aus einer
braunen weichern Art, aus Serpentin und aus einem gelblichen sprden
Stein, welcher vielleicht mit dem Serpentin verwandt ist. Es finden sich
noch andere blasige, kalkig-eisenhaltige, weiche Steinarten. Es ist
keine deutliche Stratification vorhanden, aber einzelne Stellen sind
unvollkommen blttrig; und das Ganze ist auszerordentlich reich an
unzhligen Adern und ader-artigen Massen, sowohl kleinen als groszen.
Von diesen ader-artigen Massen sind einige kalkige, welche minutise
Muschel-Fragmente enthalten, offenbar von spterem Ursprung als die
andern.

~Eine glnzende Incrustation.~ -- Stcke dieser Felsen sind in groszer
Ausdehnung von einer Schicht einer glnzenden polirten Substanz
berzogen, welche einen perlmutterartigen Glanz und eine graulich weisze
Farbe hat; sie folgt allen Ungleichmszigkeiten der Oberflche, an
welche sie fest angeheftet ist. Wird sie mit einer Lupe untersucht, so
zeigt es sich, dasz sie aus zahlreichen dnnen Lagen besteht, deren
Dicke zusammengenommen nur ungefhr ein Zehntel Zoll betrgt. Sie ist
betrchtlich hrter als Kalkspath, kann aber mit einem Messer geritzt
werden; vor dem Lthrohre blttert sie sich ab, knistert, wird
unbedeutend schwrzlich, gibt einen fauligen Geruch aus und wird stark
alkalisch; mit Suren braust sie nicht auf[13]. Ich vermuthe, dasz diese
Substanz sich aus Wasser niedergeschlagen hat, welches ber
Vogelexcremente, mit denen die Felsen bedeckt sind, geflossen ist. Auf
Ascension habe ich in der Nhe einer Hhlung in den Felsen, welche mit
einer blttrigen Masse infiltrirter Vogelexcremente erfllt war, einige
unregelmszig gestaltete, stalactitische Massen von augenscheinlich
derselben Natur gefunden. Wenn diese Massen zerbrochen wurden, so hatten
sie eine erdige Textur; aber an ihrer uszern Seite, und besonders an
ihren Enden, wurden sie von einer perlmutterartigen Substanz gebildet,
meistens in kleinen Kgelchen, wie der Schmelz der Zhne, aber
durchscheinender, und so hart, dasz sie eben Spiegelglas ritzte. Diese
Substanz wird vor dem Lthrohr leicht schwrzlich, gibt einen blen
Geruch aus, wird dann ganz weisz, schwillt ein wenig auf und schmilzt
dann zu einem trb weiszen Email zusammen; sie wird nicht alkalisch,
auch braust sie mit Suren nicht auf. Die ganze Masse hatte ein
collabirtes Aussehn, als wenn bei der Bildung der harten glnzenden
Kruste das Ganze bedeutend zusammengeschrumpft wre. Auf den
Abrolhos-Inseln an der Kste von Brasilien, wo sich gleichfalls massige
Vogelexcremente finden, fand ich eine grosze Menge einer braunen,
baumfrmig sich verstelnden Substanz an manchen Trappfelsen festhngen.
In ihrer baumfrmig verstelten Form ist diese Substanz manchen von den
verzweigten Species von _Nullipora_ eigenthmlich hnlich. Vor dem
Lthrohre verhlt sie sich wie die Stcke von Ascension; sie ist aber
weniger hart und glnzend, und die Oberflche hat nicht das
zusammengeschrumpfte Aussehn.

[8] ~Spallanzani~, ~Dolomieu~ und ~Hoffmann~ haben hnliche Flle von
den italienischen vulcanischen Inseln beschrieben. ~Dolomieu~ sagt, dasz
das Eisen auf den Ponza-Inseln in der Form von Adern wieder abgelagert
wird (Mmoires sur les les Ponces, p. 89). Diese Autoren nehmen
gleichfalls an, dasz der Dampf Kieselerde niederschlage: es ist jetzt
auf experimentellem Wege ermittelt worden, dasz Dampf in hohen
Temperaturen im Stande ist, Kieselsure aufzulsen.

[9] ~MacCulloch~ hat indessen ein Trapp-Gestein beschrieben und eine
Abbildung davon gegeben (Transact. Geolog. Soc. 1. Series, Vol. IV. p.
225), dessen Hohlrume horizontal mit Quarz und Chalcedon erfllt waren.
Die oberen Hlften dieser Hohlrume sind hufig von Lagern, welche jeder
Unregelmszigkeit der Oberflche folgen, und von kleinen herabhngenden
Stalactiten derselben kieseligen Substanzen erfllt.

[10] Capt. ~Carmichael~ in: ~Hooker's~ Botan. Miscell. Vol. II. p. 301.
Capt. ~Lloyd~ hat vor Kurzem in den Proceedings of the Geological
Society (Vol. III. p. 317) sorgfltig einige von diesen Massen
beschrieben. In der Voyage  l'Isle de France par un Officier du Roy
werden viele interessante Thatsachen ber diesen Gegenstand mitgetheilt.
Vergl. auch Voyage aux quatre Isles d'Afrique par M. ~Bory St.
Vincent~.

[11] Voyage aux Terres Australes, Tom. I. p. 54.

[12] ~Lesson~ scheint bei seiner Schilderung dieser Insel, in der Reise
der >Coquille<, ~Bailly~'s Ansichten zu folgen.

[13] In meiner Reise (bers. p. 9 und 14) habe ich diese Substanz
beschrieben; ich glaubte damals, dasz es ein unreiner phosphorsaurer
Kalk sei.




Drittes Capitel.

Ascension.

     Basaltische Laven. -- Zahlreiche Cratere, welche an der nmlichen
     Seite abgestutzt sind. -- Eigenthmliche Structur vulcanischer
     Bomben. -- Explosionen gasfrmiger Massen. -- Ausgeworfene
     granitische Bruchstcke. -- Trachytische Gesteine. --
     Eigenthmliche Adern. -- Jaspis, seine Bildungsweise. --
     Concretionen in bimssteinartigem Tuff. -- Kalkige Ablagerungen und
     frondescirende Incrustationen an der Kste. -- Merkwrdige
     blttrige Schichten, welche mit Obsidian abwechseln und in solchen
     bergehen. -- Ursprung des Obsidians. -- Blttrig-werden
     vulcanischer Gesteine.


Diese Insel ist im atlantischen Ocean in 8 s. Br. und 14 westl. Lnge
gelegen. Sie hat die Form eines unregelmszigen Dreiecks (s. die
beiliegende Karte), von welchem jede Seite ungefhr 6 Meilen lang ist.
Ihr hchster Punkt liegt 2870 Fusz[14] ber dem Meeresspiegel. Das Ganze
ist vulcanisch und, wie ich nach dem Fehlen von Beweisen fr das
Gegentheil glaube, nicht submarinen Ursprungs. Das Grundgestein ist
berall von einer blaszen Frbung, meistens compact und von
feldspathiger Beschaffenheit. In dem sdstlichen Theile der Insel, wo
das hchste Land gelegen ist, kommen gut characterisirter Trachyt und
andere Gesteine gleichen Ursprungs aus dieser formenreichen Familie vor.
Beinahe der ganze Umfang der Insel wird von schwarzen und zerklfteten
Strmen basaltischer Lava bedeckt, whrend hier und da ein Berg oder
eine einzige Felsspitze (von denen die eine in der Nhe der Meereskste
nrdlich vom Fort nur 2 oder 3 Yards im queren Durchmesser miszt) von
Trachyt noch exponirt bleibt.

~Basaltische Gesteine.~ -- Die aufliegende basaltische Lava ist an
einigen Stellen uszerst blasig, an andern nur wenig; sie ist von
schwarzer Frbung, enthlt aber zuweilen Krystalle glasigen Feldspaths
und nur selten viel Olivin. Diese Strme scheinen hier eigenthmlich
geringe Flssigkeit gehabt zu haben; ihre seitlichen Wnde und ihre
unteren Enden sind sehr steil und haben eine Hhe selbst bis zwischen 20
und 30 Fusz. Ihre Oberflche ist auszerordentlich zerklftet und
erscheint aus einer geringen Entfernung wie mit kleinen Crateren dicht
besetzt. Diese Vorsprnge bestehn aus breiten, unregelmszig
kegelfrmigen kleinen Hgeln, welche von Spalten durchsetzt und aus dem
nmlich ungleich schlackigen Basalt wie die umgebenden Strme
zusammengesetzt sind, aber eine undeutliche Neigung zu einer
sulenfrmigen Anordnung zeigen; sie erheben sich bis zu einer Hhe von
zwischen 10 und 30 Fusz ber die allgemeine Oberflche und sind, wie ich
vermuthe, durch das Anhufen der klebrigen Lava an Punkten von grszerer
Widerstandskraft gebildet worden. Am Fusze mehrerer dieser Hgel und
gelegentlich auch an ebeneren Stellen springen solide, aus eckig
abgerundeten Massen von Basalt gebildete Rippen, welche in ihrer Grsze
und ihrem Umrisse gebogenen Schleusenrhren oder Rinnsteinen aus Ziegeln
hnlich, aber nicht hohl sind, zwischen 2 und 3 Fusz ber die Oberflche
der Strme vor; welches ihr Ursprung gewesen sein mag, weisz ich nicht.
Viele der oberflchlichen Bruchstcke von diesen basaltischen Strmen
bieten eigenthmlich gewundene Formen dar; und manche Exemplare konnten
von Kltzen dunkel gefrbten Holzes ohne Rinde kaum unterschieden
werden.

Viele der basaltischen Strme knnen entweder bis zu Eruptionspunkten am
Fusze der groszen centralen Masse von Trachyt oder bis zu einzeln
stehenden, conischen, roth gefrbten Hgeln verfolgt werden, welche ber
die nrdlichen und westlichen Rnder der Insel zerstreut liegen. Auf der
centralen Erhhung stehend zhlte ich zwischen 20 und 30 solcher
Eruptionskegel. Die grszere Zahl derselben hatte Gipfel, welche schrg
abgeschnitten und abgestutzt waren, und sie fielen smmtlich nach
Sd-Osten hin ab, von welcher Seite her der Passatwind weht[15]. Dieser
Bau ist ohne Zweifel dadurch verursacht worden, dasz die ausgeworfenen
Bruchstcke und Aschenmassen stets whrend der Eruptionen in grszerer
Menge nach der einen als nach der andern Seite hin geweht worden sind.
MOREAU DE JONNS hat eine hnliche Beobachtung in Bezug auf die
vulcanischen ffnungen auf den westindischen Inseln gemacht.

[Illustration: Fig. 3. Fragment einer kugligen vulcanischen Bombe, die
innern Theile grob zellig, von einer concentrischen Schicht compacter
Lava, diese wieder von einer Rinde fein zelligen Gesteins umhllt.]

~Vulcanische Bomben.~ -- Es kommen dieselben in groszer Anzahl ber den
Boden zerstreut vor, und manche von ihnen liegen in betrchtlichen
Entfernungen von irgend einem Eruptionspunkte. Sie schwanken in ihrer
Grsze von der eines Apfels bis zu der eines menschlichen Krpers; sie
sind entweder kuglig oder birnenfrmig, oder am hintern Ende (welches
dem Schwanze eines Cometen entspricht) unregelmszig, mit vorspringenden
Spitzen besetzt und selbst concav. Ihre Oberflche ist rauh und durch
sich verzweigende Sprnge gespalten; ihre innere Structur ist entweder
unregelmszig schlackenartig und compact oder sie bietet ein
symmetrisches und sehr merkwrdiges Aussehn dar. Ein unregelmsziges
Segment einer Bombe von dieser letzten Art, von denen ich mehrere fand,
ist in dem beistehenden Holzschnitte sorgfltig dargestellt worden. Ihre
Grsze war ungefhr die eines Manneskopfes. Das ganze Innere ist grob
zellig; die Zellen messen im Mittel ungefhr ein Zehntel Zoll, nher
nach der uszern Seite nehmen sie aber allmhlich an Grsze ab. Diesem
Theile folgt nach auszen hin eine wohl umschriebene Schale compacter
Lava, welche eine nahezu gleichfrmige Dicke von ungefhr einem Drittel
Zoll besitzt; auf dieser Schale liegt dann ein etwas dickerer berzug
von fein zelliger Lava (die Zellen schwanken in ihrer Grsze von einem
Fnfzigstel bis zu einem Hundertstel Zoll), welche die uszere
Oberflche bildet: die Trennungslinie zwischen der Schale von compacter
Lava und der uszern schlackigen Rinde ist scharf ausgeprgt. Diese
Structur erklrt sich sehr einfach, wenn wir annehmen, dasz eine
klebrige, zhe, schlackige Masse mit einer rapiden drehenden Bewegung
durch die Luft geschleudert wird; denn whrend die uszere Rinde in
Folge der Abkhlung fest wurde (bis zu dem Zustande, in dem wir sie
jetzt sehen), gestattete die Centrifugalkraft durch Verminderung des
Drucks in den inneren Theilen der Bombe den erhitzten Dmpfen sich
auszudehnen; dieselben wurden aber durch dieselbe Kraft gegen die
bereits erhrtete Rinde angetrieben und wurden daher immer kleiner und
kleiner oder weniger ausgedehnt, bis sie in eine compacte solide Schale
eingepackt wurden. Da wir wissen, dasz Splitter von einem
Schleifstein[16] fortgeschleudert werden knnen, wenn er mit
hinreichender Geschwindigkeit in Umdrehung gesetzt wird, so knnen wir
nicht daran zweifeln, dasz die Centrifugalkraft das Vermgen hat, die
Structur einer erweichten Bombe in der eben erwhnten Art und Weise zu
modificiren. Geologen haben die Bemerkung gemacht, dasz die uszere Form
einer Bombe sogleich die Geschichte ihres Laufs durch die Luft verrth,
und wir sehn nun, dasz der innere Bau mit beinahe gleicher Deutlichkeit
fr ihre drehende Bewegung spricht.

[Illustration: Fig. 4. Vulcanische Bombe von Obsidian aus Australien.
Die obere Figur gibt eine Flchenansicht, die untere eine Seitenansicht
desselben Gegenstandes.]

BORY ST. VINCENT[17] hat einige Lavakugeln von der Insel Bourbon
beschrieben, welche eine uszerst hnliche Structur zeigen: seine
Erklrung indessen (wenn ich sie richtig verstehe) ist von der, welche
ich gegeben habe, sehr verschieden; denn er vermuthet, dasz sie wie
Schneeblle an den Seiten eines Craters hinabgerollt sind. BEUDANT[18]
hat gleichfalls einige eigenthmliche kleine Kugeln von Obsidian
beschrieben, nie grszer als 6 oder 8 Zoll im Durchmesser, welche er auf
der Oberflche des Bodens umhergestreut fand; ihre Form ist immer oval;
zuweilen sind sie in der Mitte stark angeschwollen und selbst
spindelfrmig; ihre Oberflche ist regelmszig mit concentrischen
Leisten und Furchen gezeichnet, welche smmtlich an einer und der
nmlichen Kugel rechtwinklig auf einer Axe stehn: ihr Inneres ist
compact und glasig. BEUDANT vermuthet, dasz Lavamassen, so lange sie
weich waren, mit einer um dieselbe Axe rotirenden Bewegung in die Luft
geschossen wurden und dasz ihre Form und die oberflchlichen Leisten der
Bomben in dieser Weise hervorgebracht wurden. Sir THOMAS MITCHELL hat
mir etwas gegeben, was auf den ersten Blick wie die Hlfte einer stark
abgeplatteten ovalen Kugel von Obsidian aussieht; es hat ein
eigenthmlich knstliches Ansehn, welches in dem beistehenden
Holzschnitt (von natrlicher Grsze) gut dargestellt ist. Es wurde in
seinem gegenwrtigen Zustande auf einer groszen sandigen Ebene zwischen
den Flssen Darling und Murray in Australien und in einer Entfernung von
mehreren hundert Meilen von irgend einer bekannten vulcanischen Gegend
gefunden. Es scheint in irgend eine rthliche tuffartige Masse
eingebettet gewesen zu sein, und knnte wohl entweder durch die
Eingebornen verschleppt oder durch natrliche Mittel weiter transportirt
worden sein. Die uszere untertassenfrmige Schale besteht aus compactem
Obsidian von einer flaschengrnen Farbe und wird von fein zelliger
schwarzer Lava erfllt, welche viel weniger durchscheinend und glasig
ist als der Obsidian. Die uszere Oberflche ist mit vier oder fnf
nicht ganz vollkommenen Leisten gezeichnet, welche im Holzschnitt eher
etwas zu bestimmt dargestellt worden sind. Wir haben daher hier die von
BEUDANT beschriebene uszere Structur und den innern zelligen Zustand
der Bomben von Ascension vor uns. Der Rand der untertassenfrmigen
Schale ist leicht concav, genau so wie der Rand eines Suppentellers, und
seine innere Kante springt ein wenig ber die central gelegene zellige
Lava vor. Diese Structur ist rings um den ganzen Umfang so symmetrisch,
dasz man zu der Vermuthung genthigt wird, dasz die Bombe whrend ihres
rotirenden Laufes, ehe sie vollstndig fest geworden war, geplatzt ist
und dasz hierdurch der Rand und seine Kanten leicht modificirt und nach
innen gewendet wurden. Es mag noch erwhnt werden, dasz die
oberflchlichen Leisten in Ebenen liegen, welche rechtwinklig auf eine,
zu der lngeren Axe des abgeplatteten Ovals quer liegende Axe stehn; um
diesen Umstand zu erklren, knnen wir annehmen, dasz, als die Bombe
platzte, die Rotationsaxe verndert wurde.

~Explosionen gasfrmiger Massen.~ -- Die Seitenabhnge des Grnen Berges
(Green Mountain) und das umgebende Land sind mit einer groszen Masse
loser Bruchstcke von einigen hundert Fusz an Mchtigkeit bedeckt. Die
untern Schichten bestehn meistens aus feinkrnigen, in unbedeutendem
Grade consolidirten Tuffen[19] und die obern Schichten aus groszen losen
Fragmenten, welche mit Schichten feinerer abwechseln[20]. Eine weisze
bandartige Schicht einer zerfallenen bimssteinartigen Breccie war in
merkwrdiger Art in tiefen ununterbrochenen Bogen unterhalb eines jeden
der grszeren Fragmente in der darber liegenden Schicht eingebogen.
Nach der relativen Lage dieser Schichten vermuthe ich, dasz ein Crater
mit enger Mndung, welcher nahezu an der Stelle des Grnen Berges stand,
wie eine ungeheure Windbchse vor seiner endlichen Erlschung diese
colossale Anhufung loser Massen ausgeschossen hat. Spter nach diesem
Ereignisse haben betrchtliche Lagenvernderungen stattgefunden und ein
ovaler Circus hat sich durch Senkung gebildet. Dieser gesunkene Raum
liegt am nordstlichen Fusze des Grnen Bergs und ist auf der
beiliegenden Karte ganz gut dargestellt. Seine lngere Axe, welche mit
einer von Nordost nach Sdwest ziehenden Spaltungslinie in Zusammenhang
steht, betrgt in der Lnge drei Fnftel einer nautischen Meile; seine
Seiten sind nahezu senkrecht, mit Ausnahme einer Stelle, und ungefhr
400 Fusz hoch; sie bestehn im untern Theile aus einem blassen Basalt mit
Feldspath und im obern Theile aus dem Tuff und ausgeworfenen losen
Bruchstcken; der Boden ist glatt und eben, und in beinahe jedwedem
andern Clima wrde sich hier ein tiefer See gebildet haben. Nach der
Mchtigkeit der Schicht loser Fragmente zu urtheilen, von welcher das
umgebende Land bedeckt ist, musz die Masse gasfrmiger Substanzen,
welche zu ihrem Auswerfen nothwendig war, ganz enorm gewesen sein; wir
drfen es daher fr wahrscheinlich halten, dasz nach den Explosionen
ungeheure unterirdische Hhlen blieben und dasz das Einsinken des Dachs
von einer derselben die eben beschriebene Vertiefung erzeugte. Auf dem
Galapagos-Archipel kommen grubenartige Lcher von hnlichem Character,
aber von viel geringerer Grsze hufig am Fusze kleiner Eruptionskegel
vor.

~Ausgeworfene Bruchstcke von Granit.~ -- In der nheren Umgebung des
Grnen Bergs werden nicht selten Fragmente fremder Gesteinsarten mitten
in die Schlackenmassen eingebettet gefunden. Lieut. EVANS, welchem ich
fr mancherlei Information verbunden bin, gab mir mehrere Stcke und ich
selbst habe andere gefunden. Sie besitzen nahezu smmtlich eine
granitische Structur, sind brchig, dem Gefhle nach rauh, und offenbar
von vernderter Frbung. ~Erstens~: ein weiszer Syenit, mit Roth
gestreift und gefleckt; er besteht aus gut krystallisirtem Feldspath,
zahlreichen Quarzkrnern und glnzenden, wennschon kleinen Krystallen
von Hornblende. Der Feldspath und die Hornblende sind in diesem und in
den folgenden Fllen durch das Reflexions-Goniometer, der Quarz durch
seine Erscheinung vor dem Lthrohr bestimmt worden. Der Feldspath in
diesen ausgeworfenen Fragmenten ist wie die glasige Art im Trachyt nach
seiner Spaltung ein Kali-Feldspath. ~Zweitens~: eine ziegelrothe Masse
von Feldspath, Quarz und kleinen dunklen Flecken eines zersetzten
Minerals; ein sehr kleines Stckchen desselben war ich seiner Spaltung
nach als Hornblende zu bestimmen im Stande. ~Drittens~: eine Masse
verworren krystallisirten weiszen Feldspaths mit kleinen Nestern eines
dunkel gefrbten Minerals, hufig angefressen, uszerlich abgerundet,
mit einem glnzenden Bruche, aber ohne deutliche Spaltbarkeit; nach
einem Vergleiche mit dem zweiten Handstck zweifle ich nicht daran, dasz
es geschmolzene Hornblende ist. ~Viertens~: eine Gesteinsart, welche auf
den ersten Blick wie eine einfache Aggregation deutlicher und groszer
Krystalle von trb gefrbtem Labrador-Feldspath erscheint[21]; aber in
den Zwischenrumen zwischen denselben findet sich etwas weiszer
krniger Feldspath, uszerst zahlreiche Glimmerblttchen, ein wenig
vernderte Hornblende und, wie ich glaube, kein Quarz. Ich habe diese
Fragmente im Detail beschrieben, weil es selten ist[22], granitische
Gesteinsarten aus Vulcanen ausgeworfen zu finden, deren ~mineralische
Bestandtheile unverndert~ sind, wie es bei dem ersten Stcke und zum
Theile auch bei dem zweiten der Fall ist. Ein anderes groszes, an einer
andern Stelle gefundenes Fragment verdient eine Erwhnung; es ist ein
Conglomerat, welches kleine Bruchstcke von granitischen, zelligen und
jaspisartigen Gesteinsarten und von Hornstein-Porphyren in eine
Grundmasse von Wacke eingebettet enthlt, die von zahlreichen dnnen
Schichten eines concretionren, in Obsidian bergehenden Pechsteins
durchzogen ist. Diese Schichten sind parallel, unbedeutend gewunden und
kurz; sie dnnen sich an den Enden aus und sind der Form nach den
Quarzschichten im Gneisz hnlich. Es ist wahrscheinlich, dasz diese
kleinen eingeschlossenen Fragmente nicht einzeln ausgeworfen, sondern in
einem flssigen vulcanischen, mit Obsidian verwandten Gestein
eingewickelt waren; und wir werden sofort sehn, dasz mehrere Varietten
dieser letzteren Gesteinsreihe eine lamellse Structur annehmen.

~Trachytische Gesteinsreihe.~ -- Dieselben nehmen die erhobeneren und
centralen und gleicherweise auch die sdstlichen Theile der Insel ein.
Der Trachyt ist meistens von einer blaszbraunen Frbung, mit kleinen
dunkleren Stellen gefleckt; er enthlt zerbrochene und verbogene
Krystalle von glasigem Feldspath, Krner spiegelnden Eisens und schwarze
mikroskopische Punkte, welche letztere, da sie leicht schmelzen und dann
magnetisch werden, wie ich vermuthe, Hornblende sind. Die grszere Zahl
der Berge besteht indessen aus einem weiszen, zerreiblichen Steine,
welcher wie ein trachytischer Tuff erscheint. Obsidian, Hornstein und
mehrere Arten von blttrigen, feldspathigen Gesteinsarten sind mit dem
Trachyt verbunden. Es findet sich keine deutliche Stratification; auch
konnte ich an keinem der Hgel dieser Reihe eine craterfrmige Bildung
entdecken. Betrchtliche Dislocationen haben stattgefunden; viele
Spalten in diesen Gesteinen sind noch offen oder nur zum Theil mit losen
Fragmenten erfllt. Innerhalb des hauptschlich aus Trachyt gebildeten
Raumes[23] sind einige basaltische Strme hervorgebrochen; und nicht
weit vom Gipfel des Grnen Berges findet sich ein Strom vollstndig
schwarzer blasiger Lava, welche uszerst kleine Krystalle glasigen
Feldspaths von abgerundetem Aussehn enthlt.

Das oben erwhnte weiche weisze Gestein ist dadurch merkwrdig, dasz es,
wenn es in Masse zur Betrachtung kmmt, in eigenthmlicher Weise einem
sedimentren Tuff hnlich ist: es dauerte lange, bis ich mich davon
berzeugen konnte, dasz sein Ursprung ein anderer gewesen sei; andere
Geologen sind durch uszerst hnliche Bildungen in andern trachytischen
Gebieten gleichfalls verwirrt worden. An zwei Stellen bildete dieses
weisze erdige Gestein isolirt stehende Hgel, an einer dritten war es
mit sulenfrmigem und blttrigem Trachyt vergesellschaftet; ich bin
aber nicht im Stande gewesen, eine wirkliche Verbindung zu verfolgen. Es
enthlt zahlreiche Krystalle glasigen Feldspaths und schwarze
mikroskopische Flecken und ist mit kleinen dunkleren Stellen gezeichnet,
genau so wie in dem umgebenden Trachyt vorkommen. Seine Grundsubstanz
ist indessen unter dem Mikroskop betrachtet meistens vllig erdig;
zuweilen aber bietet sie eine entschieden krystallinische Structur dar.
Auf dem als Crater eines alten Vulcans bezeichneten Berge geht das
Gestein in eine blasz grnlich-graue Variett ber, welche nur darin von
ihm verschieden ist, dasz sie eine andere Frbung besitzt und nicht so
erdig ist; der bergang war in einem Falle unmerkbar, in einem andern
Falle machte er sich so, dasz zahlreiche abgerundete und eckige Massen
der grnlichen Variett in die weisze Variett eingebettet waren; -- in
diesem letztern Falle war die uszere Erscheinung der einer sedimentren
Ablagerung sehr hnlich, welche whrend der Ablagerung einer folgenden
Schicht zerbrochen und abgenagt wurde. Diese beiden Varietten werden
von unzhligen gewundenen (sofort nher zu beschreibenden) Adern quer
durchsetzt, welche eingespritzten Trappgngen und in der That allen
andern Adern, welche ich jemals gesehen habe, gnzlich unhnlich sind.
Beide Varietten schlieszen einige wenige zerstreute, grszere und
kleinere Fragmente dunkelfarbiger schlackenartiger Gesteinsarten ein;
bei einigen derselben sind die Zellen zum Theil mit der weiszen erdigen
Gesteinsart erfllt; sie schlieszen gleichfalls einige ungeheure Blcke
eines zelligen Porphyrs ein[24]. Diese Gesteinsbruchstcke springen von
der verwitterten Oberflche vor und sind vollstndig den in einem echten
sedimentren Tuff eingebetteten Fragmenten hnlich. Da es aber bekannt
ist, dasz fremdartige Fragmente zelligen Gesteins zuweilen in
sulenfrmigen Trachyt, in Phonolith[25] und in andere compacte Laven
eingeschlossen sind, so bietet dieser Umstand keinen wirklichen
Beweisgrund fr den sedimentren Ursprung des weiszen erdigen Gesteins
dar[26]. Der unmerkliche bergang der grnlichen Variett in die weisze
und ebenso der pltzlichere sich darin zeigende bergang, dasz Fragmente
der ersteren in der letzteren eingeschlossen sind, drften das Resultat
unbedeutender Verschiedenheiten in der Zusammensetzung einer und der
nmlichen Masse geschmolzenen Gesteins und der abschleifenden Wirkung
eines derartigen noch immer flssigen Theils auf einen andern bereits
festgewordenen Theil sein. Die merkwrdig geformten Adern haben sich,
wie ich glaube, dadurch gebildet, dasz sich kieselige Substanz spter
abgelst hat. Der hauptschlichste Grund aber fr meine Annahme, dasz
diese weiszen erdigen Gesteine mit ihren fremdartigen Einschlssen nicht
sedimentren Ursprungs sind, ist die uszerste Unwahrscheinlichkeit,
dasz Krystalle von Feldspath, schwarze mikroskopische Stellen und kleine
Flecken von einer dunkleren Frbung in der nmlichen verhltnismszigen
Anzahl in einem wssrigen Niederschlag und in Massen soliden Trachyts
vorkommen. berdies erschlieszt, wie ich bemerkt habe, das Mikroskop
gelegentlich eine krystallinische Structur in der scheinbar erdigen
Grundsubstanz. Andererseits ist die theilweise Zersetzung solcher
groszen Massen von Trachyt, welche ganze Berge bilden, zweifellos ein
Umstand, der nicht leicht zu erklren ist.

~Adern in den erdigen trachytischen Massen.~ -- Diese Adern sind
auszerordentlich zahlreich und durchsetzen in der allercomplicirtesten
Art und Weise die beiden gefrbten Varietten des erdigen Trachyts: sie
sind am besten an den Seitenabhngen des Craters eines alten Vulcans
zu sehen. Sie enthalten Krystalle von glasigem Feldspath, schwarze
mikroskopische Flecke und kleine dunkle Stellen, genau so wie in dem
umgebenden Gestein; die Grundsubstanz ist aber sehr verschieden, sie ist
auszerordentlich hart, compact, etwas brchig und von einer eher weniger
leichten Schmelzbarkeit. Die Adern schwanken betrchtlich in ihrer Dicke
und zwar pltzlich von einem Zehntel Zoll zu einem Zoll; sie dnnen sich
hufig aus, und zwar nicht blosz an ihren Rndern, sondern auch in ihren
mittleren Theilen, wo dann runde unregelmszige ffnungen brig bleiben;
ihre Oberflche ist rauh. Sie sind unter allen nur mglichen Winkeln
gegen den Horizont geneigt oder auch horizontal; sie sind meistens
krummlinig und verzweigen sich hufig unter einander. Ihrer Hrte wegen
widerstehn sie dem Verwittern, und erstrecken sich, 2 oder 3 Fusz
oberhalb des Bodens vorspringend, gelegentlich einige Yards an Lnge
hin: werden diese plattenartigen Adern angeschlagen, so geben sie einen
Ton fast wie den einer Trommel und man kann deutlich sehn, dasz sie
schwingen; ihre ber den Boden hin zerstreuten Bruchstcke klappern wie
Eisenstcke, wenn sie gegen einander gestoszen werden. Sie nehmen
zuweilen die eigenthmlichsten Formen an; ich sah ein Fuszgestell von
erdigem Trachyt, welches von einem halbkugligen Abschnitt einer Ader wie
von einem groszen Regenschirm bedeckt wurde, grosz genug, um zwei
Personen Schutz zu gewhren. Ich habe sonst nirgendwo derartige Adern
oder Beschreibungen solcher gesehn; ihrer Form nach sind sie aber den
eisenhaltigen Bndern hnlich, welche, in Folge irgend eines
Absonderungsprocesses, nicht ungewhnlich in Sandsteinen vorkommen, --
beispielsweise im Neuen Rothen Sandstein (Buntsandstein) in England.
Zahlreiche Adern von Jaspis und von Kieselsinter, welche auf dem Gipfel
des nmlichen Berges vorkommen, zeigen, dasz irgend eine uszerst reiche
Quelle von Kiesel vorhanden gewesen ist, und da diese plattenfrmigen
Adern vom Trachyt nur in ihrer grszern Hrte, Brchigkeit und weniger
leichten Schmelzbarkeit verschieden sind, so erscheint es
wahrscheinlich, dasz ihr Ursprung der Absonderung oder Infiltration von
kieseliger Substanz zuzuschreiben ist, in derselben Art und Weise, wie
es in vielen sedimentren Gesteinen mit den Eisenoxyden der Fall ist.

~Kieseliger Sinter und Jaspis.~ -- Der kieselige Sinter ist entweder
vllig weisz, von geringem specifischem Gewicht und von einem etwas
perligen Bruche, in rosa perligen Quarz bergehend, oder er ist gelblich
weisz mit hartem Bruche und enthlt dann in kleinen Hhlungen ein
erdiges Pulver. Beide Varietten kommen entweder in groszen
unregelmszigen Massen in dem vernderten Trachyt vor, oder in Bndern,
welche in breiten, senkrechten, gewundenen, unregelmszigen Adern eines
compacten, derben Gesteins von einer trb rthlichen Frbung, das wie
Sandstein aussieht, eingeschlossen sind. Dies Gestein ist indessen nur
vernderter Trachyt; und eine sehr hnliche Variett, nur hufig
wabenartig durchbrochen, hngt zuweilen den im vorigen Paragraphen
beschriebenen vorspringenden, plattenfrmigen Adern an. Der Jaspis ist
von einer ockergelben oder rothen Farbe; er kommt in groszen
unregelmszigen Massen und zuweilen in Adern vor, und zwar sowohl in dem
vernderten Trachyt als auch in einer zusammengehuften Masse von
schlackigem Basalt. Die Zellen des schlackigen Basalts sind mit feinen,
concentrischen Schichten von Chalcedon ausgekleidet oder erfllt, welche
von hellrothem Eisenoxyd bedeckt oder gefleckt sind. In diesem Gesteine,
besonders in den im Ganzen compacteren Theilen sind unregelmszige
eckige Flecken des rothen Jaspis eingeschlossen, deren Rnder unmerklich
in die umgebende Masse bergeht; es kommen noch andere derartige
Flecken vor, welche einen zwischen dem des vollkommenen Jaspis und dem
des eisenhaltigen zerfallenen basaltischen Grundgesteins mitten
innestehenden Character haben. In diesen Flecken und gleicherweise auch
in den groszen aderartigen Massen von Jaspis kommen kleine abgerundete
Hhlungen vor von genau derselben Grsze und Form wie die Luftrume,
welche in dem schlackigen Basalt mit Schichten von Chalcedon erfllt und
ausgekleidet sind. Kleine Fragmente des Jaspis unter dem Mikroskop
untersucht scheinen einem Chalcedon hnlich zu sein, dessen frbende
Substanz nicht in Schichten getrennt, sondern in die kieselige Paste,
zusammen mit einigen Unreinigkeiten, eingemischt ist. Ich kann diese
Thatsache, -- nmlich den bergang des Jaspis in den halb zersetzten
Basalt, -- sein Vorkommen in winkligen Flecken, welche deutlich
nachweisbar keine frher existirende Hhlungen in dem Gestein einnehmen,
-- und den Umstand, dasz er kleine mit Chalcedon erfllte Blasen enthlt
wie diejenigen in der schlackigen Lava, -- nur unter der Annahme
verstehn, dasz eine Flssigkeit, wahrscheinlich dieselbe Flssigkeit,
welche den Chalcedon in den Luftrumen absetzt, in denjenigen Theilen,
wo keine Hhlungen vorhanden waren, die Bestandtheile des basaltischen
Gesteins entfernte, an deren Stelle Kieselsure und Eisen zurckliesz
und in dieser Weise den Jaspis erzeugte. An einigen Exemplaren von
verkieseltem Holze habe ich beobachtet, dasz in derselben Art und Weise
wie in dem Basalt die festen Theile in eine dunkel gefrbte homogene
Gesteinsmasse umgewandelt waren, whrend die von den grszeren
Saftgefssen gebildeten Rume (welche mit den Luftrumen in der
basaltischen Lava verglichen werden knnen) und andere unregelmszige
Hhlungen, die augenscheinlich durch den Zerfall entstanden waren, mit
concentrischen Schichten von Chalcedon erfllt waren; in diesem Falle
lszt sich kaum daran zweifeln, dasz eine und die nmliche Flssigkeit
die homogene Grundsubstanz und die Schichten von Chalcedon abgesetzt
hat. Nach diesen Betrachtungen kann ich nicht daran zweifeln, dasz der
Jaspis von Ascension als ein verkieseltes vulcanisches Gestein angesehen
werden kann, in demselben Sinne wie dieser Ausdruck auf verkieseltes
Holz angewendet wird; wir sind hier gleicherweise darber in
Unwissenheit, durch welche Mittel ein jedes Atom von Holz, whrend es in
einem vollkommenen normalen Zustande war, entfernt und durch Kiesel
ersetzt wurde, wie darber, durch welche Mittel in dieser Weise auf die
constituirenden Bestandtheile eines vulcanischen Gesteins eingewirkt
werden konnte[27]. Ich war dadurch zu einer sorgfltigen Untersuchung
dieser Gesteine und zu der hier mitgetheilten Schluszfolgerung gefhrt
worden, dasz ich Professor HENSLOW eine hnliche Ansicht in Bezug auf
den Ursprung vieler Chalcedone und Achate in Trappgesteinen habe
aussprechen hren. Kieselige Ablagerungen scheinen in theilweise
zersetzten trachytischen Tuffen von sehr weitem, wenn nicht von ganz
allgemeinem Vorkommen zu sein[28]; und da diese Berge, nach der oben
mitgetheilten Ansicht, aus in situ erweichtem und verndertem Trachyt
bestehn, so drfte das Vorkommen freier Kieselsure in diesem Falle der
bekannten Liste als ein weiteres Beispiel noch hinzugefgt werden
knnen.

~Concretionen in bimssteinartigem Tuff.~ -- Der auf der Karte mit der
Bezeichnung Crater eines alten Vulcans versehene Berg hat keine
Berechtigung zu dieser Benennung, die ich htte finden knnen,
ausgenommen in dem Umstand, dasz er von einem kreisfrmigen, sehr
seichten, untertassenfrmigen Gipfel von nahezu einer halben Meile
gekrnt wird. Diese Aushhlung ist durch viele aufeinanderfolgende
Schichten von Asche und Schlacken verschiedener Frbungen beinahe
ausgefllt, welche in geringem Grade consolidirt sind. Jede der
bereinanderliegenden, gleichfalls untertassenfrmigen Schichten steht
im ganzen Umkreise des Randes an; sie bilden eben so viele Ringe von
verschiedener Farbe und geben dem Berg ein phantastisches Ansehn. Der
uszerste Ring ist breit und von weiszer Farbe; er ist daher einer Bahn
hnlich, auf welcher rund herum Pferde eingeritten worden sind; er hat
daher den Namen des Teufels Reitbahn erhalten, unter welchem er am
allgemeinsten bekannt ist. Diese aufeinander folgenden Schichten von
Asche mssen auf die ganze Gegend in der Umgebung des Berges gefallen
sein; sie sind aber berall wieder weggeweht worden, ausgenommen in
dieser Vertiefung, in welcher sich wahrscheinlich entweder whrend eines
Jahres wo auszerordentlicher Weise Regen fiel oder whrend der,
vulcanische Ausbrche hufig begleitenden Strme Feuchtigkeit
angesammelt hatte. Eine dieser Schichten von einer rosa Frbung und
hauptschlich aus kleinen zerfallenen Bimssteinfragmenten bestehend ist
deshalb merkwrdig, dasz sie zahlreiche Concretionen enthlt. Dieselben
sind meist sphrisch, von einem halben Zoll bis zu drei Zoll im
Durchmesser; sie sind aber gelegentlich cylindrisch, wie die
Eisenkies-Concretionen in der europischen Kreide. Sie bestehn aus einem
sehr zhen, compacten, blasz braunen Gesteine mit einem glatten und
ebenen Bruche. Sie sind durch dnne weisze Unterschiede in concentrische
Schichten getheilt, welche der allgemeinen Oberflche gleichen; sechs
oder acht solcher Schichten nher an der Auszenseite sind deutlich und
bestimmt; diejenigen aber nach dem Innern zu werden undeutlich und
verschmelzen zu einer homogenen Masse. Ich vermuthe, dasz diese
concentrischen Schichten durch das Zusammenschrumpfen der Concretion
beim Compactwerden derselben sich bildeten. Der innere Theil ist
meistens durch uszerst kleine Spalten oder Durchzge durchbrochen,
welche sowohl von schwarzen metallischen, als von weiszen und
krystallinischen Flecken berzogen sind, deren Beschaffenheit ich nicht
im Stande war zu ermitteln. Einige der grszeren Concretionen bestehn
einfach aus einer kugligen Schale, welche mit leicht zusammengeballter
Asche gefllt ist. Die Concretionen enthalten eine geringe Menge von
kohlensaurem Kalk; ein Stckchen vor das Lthrohr gebracht, decrepitirt,
wird dann weisz und schmilzt zu einem blasigen Schmelz zusammen, wird
aber nicht caustisch. Die umgebende Asche enthlt keinen kohlensauren
Kalk; die Concretionen haben sich daher wahrscheinlich, wie es so hufig
der Fall ist, durch Zusammenhufen dieser Substanz gebildet. Mir ist
nirgends eine Beschreibung hnlicher Concretionen vorgekommen; und zieht
man ihre grosze Festigkeit und Compactheit in Betracht, so ist ihr
Vorkommen in einer Schicht, welche wahrscheinlich nur der Einwirkung der
atmosphrischen Feuchtigkeit ausgesetzt gewesen ist, merkwrdig.

~Bildung kalkiger Gesteine an der Meereskste.~ -- An verschiedenen
Stellen des Meeresstrandes finden sich ungeheure Anhufungen von
kleinen, gut abgerundeten Stckchen von Muscheln und Corallen, von
weiszer, gelblicher und rosa Frbung, dazwischen einige wenige
vulcanische Bruchstcke eingestreut. In der Tiefe von einigen wenigen
Fuszen findet man dieselben zu einem Gesteine verkittet, deren weichere
Varietten zum Bauen benutzt werden; es gibt noch andere Varietten,
sowohl grob- als fein-krnig, welche fr diesen Zweck zu hart sind: ich
habe eine Masse solchen Gesteins gesehn, welche, in ebene Schichten von
einem halben Zoll an Mchtigkeit getheilt, so compact waren, dasz sie
beim Anschlagen mit einem Hammer wie Feuerstein klangen. Die Einwohner
sind der Ansicht, dasz die einzelnen Stckchen im Laufe eines Jahres mit
einander verbunden werden. Die Verbindung wird durch kalkige Masse
bewirkt; und in den compactesten Varietten kann man deutlich sehn, dasz
jedes einzelne abgerundete Stckchen von Muscheln und vulcanischem
Gestein in eine Schale von durchsichtigem kohlensaurem Kalk eingehllt
ist. uszerst wenig vollkommene Muscheln sind in diesen
zusammengekitteten Massen eingeschlossen: ich habe selbst ein grszeres
Fragment unter dem Mikroskop untersucht, ohne im Stande gewesen zu sein,
auch nur die geringste Spur von Streifen oder andern Andeutungen der
uszeren Gestalt zu entdecken; dies weist darauf hin, wie lange ein
jedes Stckchen umher gerollt worden sein musz, ehe es an die Reihe kam,
eingeschlossen und verkittet zu werden[29]. Wurde eine der compactesten
Varietten in Sure gelegt, so wurde sie gnzlich aufgelst, mit
Ausnahme von etwas flockiger thierischer Substanz; ihr specifisches
Gewicht war 2,63. Das specifische Gewicht des gewhnlichen Kalksteins
schwankt von 2,6 bis 2,75; reiner Marmor aus Carrara hatte, wie Sir
HENRY DE LA BECHE fand[30], 2,7. Es ist merkwrdig, dasz diese Gesteine
von Ascension, welche so dicht an der Oberflche sich bilden, beinahe so
compact sind, wie Marmor, welcher in den plutonischen Gegenden der
Wirkung der Hitze und des Drucks unterworfen gewesen ist.

Die grosze Anhufung loser kalkiger Gesteinsfragmente, welche in der
Nhe der Niederlassung auf dem Strande liegen, beginnt im Monat October
und ist in ihrer Bewegung nach Sdwesten gerichtet, was, wie mir Lieut.
EVANS mitgetheilt hat, die Folge einer Vernderung in der
vorherrschenden Richtung der Strmungen ist. Zu dieser Zeit werden die
zwischen den Fluthgrenzen liegenden Felsen am Sdwest-Ende des Strandes,
wo sich der kalkige Sand anhuft und um welches die Strmungen
herumbiegen, allmhlich von einer kalkigen, einen halben Zoll mchtigen
Incrustation berzogen. Sie ist vllig weisz, compact, an einigen
Stellen unbedeutend spathig und fest an die Felsen angeheftet. Nach
einer kurzen Zeit verschwindet sie allmhlich; sie wird entweder
aufgelst, wenn das Wasser mit Kalk weniger beladen ist, oder noch
wahrscheinlicher, sie wird mechanisch abgerieben. Lieut. EVANS hat diese
Thatsachen whrend der sechs Jahre, in denen er auf Ascension gelebt
hat, beobachtet. Die Incrustation schwankt in verschiedenen Jahren in
ihrer Dicke: im Jahre 1831 war sie ungewhnlich dick. Als ich im Juli
dort war, war kein Rest der Incrustation mehr brig geblieben; aber an
einer Basaltkuppe, von welcher die Steinbrecher vor Kurzem eine Masse
des kalkigen Sandsteins entfernt hatten, war die Incrustation
vollstndig erhalten. Zieht man die Lage der zwischen den Fluthgrenzen
befindlichen Felsen in Betracht und die Periode, zu welcher sie mit
diesem berzuge versehen werden, so lszt sich nicht daran zweifeln,
dasz die Bewegung und Aufstrung der ungeheuren Anhufung kalkiger
Theilchen, von denen viele theilweise mit einander verklebt sind, eine
so bedeutende Schwngerung der Meereswellen mit kohlensaurem Kalke
verursacht, dasz sie denselben an den ersten Gegenstand niederlegen,
welchen sie benetzen. Lieut. HOLLAND, R. N., hat mir mitgetheilt, dasz
sich diese Incrustation an vielen Stellen der Kste bildet; an den
meisten derselben finden sich, wie ich glaube, auch grosze Massen fein
zerkleinerter Schalthiergehuse.

~Eine blattartige kalkige Incrustation.~ -- Es ist dies ein in vielen
Beziehungen merkwrdiger Niederschlag; er berzieht das ganze Jahr
hindurch die zwischen den Fluthgrenzen liegenden vulcanischen Felsen,
welche aus dem aus zerbrochenen Schalthiergehusen bestehenden sandigen
Strande vorspringen. Sein allgemeines uszeres Aussehn ist in dem
beistehenden Holzschnitt ganz gut wiedergegeben; aber die blattartigen
Gebilde oder Scheiben, aus denen er besteht, sind meistens so dicht
zusammengedrngt, dasz sie sich berhren. Diese laubartigen Gebilde sind
an ihren buchtigen Rndern fein crenelirt und springen ber ihre Stiele
oder Trger vor; ihre obern Flchen sind entweder unbedeutend concav
oder leicht convex; sie sind in hohem Grade polirt und von einer dunkel
grauen oder ruszschwarzen Frbung; ihre Form ist unregelmszig, meistens
kreisfrmig, sie messen von einem Zehntel Zoll bis zu anderthalb Zoll im
Durchmesser; ihre Dicke oder die Hhe ihres Vorspringens von dem
Gesteine, auf welchem sie stehn, schwankt bedeutend, ein Viertel Zoll
ist vielleicht das gewhnlichste Masz. Die laubartigen Bildungen werden
gelegentlich immer mehr und mehr convex, bis sie in blumenkohlartige
Massen mit gespaltenen freien Enden bergehn; finden sie sich in diesem
Zustande, so sind sie glnzend und intensiv schwarz, so dasz sie irgend
einer geschmolzenen metallischen Substanz hnlich sind. Ich habe die
Incrustation sowohl in diesem letzt erwhnten als auch in ihrem
gewhnlichen Zustande mehreren Geologen gezeigt, und nicht einer unter
ihnen konnte ihren Ursprung errathen, ausgenommen dasz sie vielleicht
vulcanischer Natur sei!

[Illustration: Fig. 5. Eine Incrustation aus kalkiger und animaler
Substanz, welche die zwischen den Fluthgrenzen gelegenen Felsen auf
Ascension berzieht.]

Die blattartigen Vorsprnge bildende Substanz hat einen sehr
compacten und hufig beinahe krystallinischen Bruch; die Rnder sind
durchscheinend und hart genug, um Kalkspath leicht zu ritzen. Vor dem
Lthrohre wird sie sofort weisz und entwickelt einen starken animalen
Geruch, hnlich dem frischer Muscheln. Sie ist hauptschlich aus
kohlensaurem Kalke zusammengesetzt; wird sie in Salzsure gelegt, so
braust sie stark auf und lszt einen Rckstand von schwefelsaurem Kalke
und von Eisenoxyd, zusammen mit einem schwarzen Pulver zurck, welches
in heiszen Suren nicht lslich ist. Diese letztere Substanz scheint
kohlenstoffhaltig zu sein; sie ist offenbar die frbende Substanz. Der
kohlensaure Kalk ist fremdartiger Gemengtheil; er kommt in einzelnen,
uszerst minutisen, lamellsen Blttern vor, mit welchen die
Oberflchen der laubartigen Gebilde besetzt sind und welche zwischen den
feinen Lagen, aus welchen dieselben zusammengesetzt sind, eingeschlossen
werden; wird ein Bruchstck vor dem Lthrohr erhitzt, so werden diese
Lamellen sofort sichtbar gemacht. Die ursprnglichen Umrisse der
blattartigen Gebilde lassen sich hufig entweder bis zu einem minutisen
Muscheltheilchen, welches in einer Gesteinsspalte steckt, oder zu
mehreren solchen mit einander verkitteten hin verfolgen; diese werden
durch die auflsende Kraft der Wellen zuerst tief zu scharfen
Leisten angetzt und werden dann von aufeinanderfolgenden Schichten
der glnzenden, grauen, kalkigen Incrustation berzogen. Die
Unebenheiten der ersten Unterlage beeinflussen den Umrisz jeder der
aufeinanderfolgenden Schichten, in derselben Art und Weise, wie man es
hufig an Bezoarsteinen sehen kann, wenn ein Gegenstand wie ein Nagel
den Mittelpunkt der Ablagerungen bildet. Die crenelirten Rnder indessen
sind augenscheinlich eine Folge der antzenden Kraft der Brandung auf
ihren eignen Niederschlag, die abwechselnd mit frischen Ablagerungen in
Thtigkeit tritt. An einigen glatten basaltischen Gesteinen an der Kste
von St. Jago fand ich eine uszerst dnne Schicht einer braunen kalkigen
Masse, welche unter der Lupe eine Miniatur-hnlichkeit mit dem
crenelirten und polirten frondescirenden Gebilden von Ascension darbot;
in diesem Falle boten keinerlei vorspringende fremdartige Theilchen
irgend welche Grundlage. Obgleich die Incrustation von Ascension das
ganze Jahr hindurch bestehn bleibt, so scheint doch nach dem abgenagten
Aussehn einiger Stellen und nach dem frischen Ansehn anderer Theile das
Ganze einen Kreislauf von Zerfall und Erneuerung durchzumachen,
wahrscheinlich in Folge von Vernderungen in der Form des beweglichen
Strandes und in Folge dessen auch in der Wirkung der Brandungswellen;
daher rhrt es auch wahrscheinlich, dasz die Incrustation niemals eine
grosze Mchtigkeit erreicht. Nimmt man die Lage der incrustirten Felsen
mitten in dem kalkigen Strande, zusammen mit ihrer Zusammensetzung in
Betracht, so lszt sich, wie ich glaube, wohl nicht daran zweifeln, dasz
die Entstehung der Incrustation eine Folge der Auflsung und spter
wieder erfolgenden Ablagerung der, die abgerundeten Muschel- und
Corallentheilchen zusammensetzenden Substanz ist[31]. Aus dieser Quelle
entnimmt die Incrustation die animale Substanz, welche offenbar das
frbende Princip in ihr ist. Die Beschaffenheit des Niederschlags in
seinen Anfangsstadien lszt sich hufig an einem Fragmente weiszer
Muscheln erkennen, wenn dasselbe zwischen zwei der blattartigen Gebilde
eingeklemmt ist; er erscheint dann genau wie der allerdnnste Anstrich
von einem blasz grauen Firnisz. Die Dunkelheit desselben schwankt ein
wenig, aber die tiefe Ruszschwrze einiger der laubartigen Gebilde und
der blumenkohlhnlichen Massen scheint eine Folge des Durchscheinens der
aufeinanderfolgenden grauen Schichten zu sein. Darin zeigt die
Ablagerung ein eigenthmliches Verhalten, dasz sie, wenn sie auf der
untern Flche berhngender Felsstufen oder in Spalten gebildet wird,
immer von blasz grauer, perlenartiger Frbung erscheint, selbst wenn sie
von betrchtlicher Dicke ist; man wird daher zu der Vermuthung gefhrt,
dasz eine reichliche Menge von Licht fr die Entwickelung der dunklen
Farbe nothwendig ist, in derselben Art und Weise, wie es mit den dem
Lichte ausgesetzten oberen Flchen der Schalen lebender Mollusken der
Fall zu sein scheint, welche immer, verglichen mit ihrer untern Flche
und mit den gewhnlich vom Mantel der Thiere bedeckten Stellen dunkel
sind. In diesem Umstande, -- in dem sofortigen Verlust der Farbe und dem
abgegebenen Geruche in der Flamme des Lthrohrs, -- in dem Grade der
Hrte und des Durchscheinens der Rnder, -- und in der schnen Politur
der Oberflche[32], welche im frischen Zustande mit der schnsten
_Oliva_ rivalisirt, besteht eine auffallende Analogie zwischen dieser
anorganischen Incrustation und den Schalen lebender Weichthiere[33]. Es
scheint mir dies eine interessante physiologische Thatsache zu sein[34].

~Eigenthmliche blttrige Schichten, welche mit Obsidian abwechseln und
in solchen bergehn.~ -- Diese Schichten kommen innerhalb des
trachytischen Districts am westlichen Fusze des Grnen Berges (Green
Mountain) vor, unter welchem sie mit starker Neigung einfallen. Sie sind
nur theilweise dem Blicke ausgesetzt, und von modernen Auswrflingen
bedeckt; aus diesem Grunde war ich nicht im Stande, ihre Verbindung mit
dem Trachyt zu verfolgen oder ausfindig zu machen, ob sie als ein
Lavastrom ausgeflossen sind oder ob sie zwischen die darberliegenden
Schichten injicirt worden sind. Es sind drei Hauptschichten von Obsidian
vorhanden, von welchen die dickste die Unterlage des Durchschnitts
bildet. Die abwechselnden steinigen Schichten scheinen mir in hohem
Grade merkwrdig zu sein und sollen zuerst beschrieben werden, spter
dann ihr bergang in den Obsidian. Sie haben ein uszerst
verschiedenartiges Aussehn; man kann fnf hauptschliche Varietten
beobachten, dieselben gehn aber durch endlose Abstufungen in einander
ber.

Erstens: -- ein blasz graues, unregelmszig und grob-blttriges[35],
sich rauh anfhlendes Gestein, Thonschiefer hnlich, welcher mit einem
Trappgang in Berhrung gewesen ist, und mit einem Bruche von ungefhr
demselben Grade krystallinischer Structur. Dies Gestein, ebenso wie die
folgenden Varietten, schmilzt leicht zu einem blassen Glase. Der
grszere Theil ist wabenartig von unregelmszigen, winkligen Hhlungen
durchbrochen, so dasz das Ganze ein angefressenes Aussehn hat; manche
Bruchstcke sind in einer merkwrdigen Art und Weise verkieselten
Kltzen zerfallenen Holzes hnlich. Diese Variett ist hufig, besonders
da wo sie compacter ist, mit dnnen weiszlichen Streifen gezeichnet,
welche entweder gerade verlaufen oder einer nach dem andern die
lnglichen carisen Hhlungen umgeben.

Zweitens: -- ein blulich graues oder blasz braunes, compactes,
schweres, homogenes Gestein mit einem winkligen, unebenen, erdigen
Bruche; betrachtet man es indessen unter einer Lupe von starker
Vergrszerung, so sieht man deutlich, dasz der Bruch krystallinisch ist;
es lassen sich selbst einzelne Mineralien unterscheiden.

Drittens: -- ein Gestein von derselben Art, wie das letzterwhnte, aber
mit zahlreichen, parallelen, unbedeutend gewundenen, weiszen Linien von
der Dicke eines Haares gezeichnet. Diese weiszen Linien sind
krystallinischer als die Stellen zwischen ihnen; und das Gestein spaltet
sich denselben entlang: sie dehnen sich hufig zu auszerordentlich
dnnen Hhlungen aus, welche hufig mit einer Lupe nur eben wahrnehmbar
sind. Die diese weiszen Linien bildende Substanz ist in diesen Hhlungen
besser krystallisirt, und Professor MILLER war nach mehreren Versuchen
so glcklich festzustellen, dasz die weiszen Krystalle, welche die
grszten sind, aus Quarz bestanden[36], und dasz die uszerst kleinen
grnen, durchscheinenden Nadeln Augit waren, oder, wie sie wohl
allgemeiner genannt werden drften, Diopsid: auszer diesen Krystallen
finden sich einige uszerst kleine, dunkle Flecken ohne eine Spur von
Krystallisation und eine schne, weisze, granulse, krystallinische
Substanz, welche wahrscheinlich Feldspath ist. Minutise Fragmente
dieses Gesteins sind leicht schmelzbar.

Viertens: -- ein compactes krystallinisches Gestein, in geraden Linien
von unzhligen Schichten in weiszen und grauen Farbenschattirungen
gestreift, welche in der Breite von 1/30 bis 1/200 Zoll variiren; diese
Schichten scheinen hauptschlich aus Feldspath zusammengesetzt zu sein
und enthalten zahlreiche vollkommene Krystalle von glasigem Feldspath,
welche der Lnge nach gestellt sind; sie sind auch dicht mit
mikroskopisch minutisen, amorphen, schwarzen Flecken besetzt, welche in
Reihen geordnet sind und entweder einzeln stehn oder noch hufiger zu
zweien oder dreien oder noch mehreren mit einander zu schwarzen Linien
verbunden sind, welche dnner als ein Haar sind. Wenn ein kleines
Bruchstck vor dem Lthrohr erhitzt wird, so schmelzen die schwarzen
Flecke leicht zu glnzenden schwarzen Perlen, welche magnetisch werden,
-- Charactere, welche auf kein gewhnliches Mineral passen, mit Ausnahme
von Hornblende oder Augit. Mit den schwarzen Flecken sind einige andere
von rother Farbe gemengt, welche schon vor dem Erhitzen magnetisch sind
und ohne Zweifel aus Eisenoxyd bestehn. An einem Handstck dieser
Variett fand ich rings um zwei kleine Hhlungen die schwarzen Flecke zu
uszerst kleinen Krystallen zusammengehuft, welche wie Krystalle von
Augit oder Hornblende aussahen, aber zu trbe und klein waren, um mit
dem Goniometer gemessen zu werden; an diesem Exemplar konnte ich auch
zwischen dem krystallinischen Feldspath Krner unterscheiden, welche das
Aussehn von Quarz hatten. Bei einem Versuch mit dem Parallel-Lineal fand
ich, dasz die dnnen grauen Schichten und die schwarzen haar-hnlichen
Linien absolut gerade und einander parallel waren. Man kann unmglich
den allmhlichen bergang der homogenen grauen Gesteine in diese
gestreiften Varietten verfolgen, ja selbst die Beschaffenheit der
verschiedenen Schichten an einem und demselben Handstck vergleichen,
ohne davon berzeugt zu werden, dasz die mehr oder weniger vollkommene
weisze Farbe der krystallinischen feldspathartigen Substanz von der mehr
oder minder vollstndigen Verbindung diffundirter Massen zu den
schwarzen und rothen Flecken von Hornblende und Eisenoxyd abhngt.

Fnftens: -- ein compactes, schweres, nicht blttriges Gestein mit einem
unregelmszigen, winkligen, in hohem Grade krystallinischen Bruche;
Krystalle von glasigem Feldspath sind uszerst zahlreich in ihm und die
krystallinische Grundsubstanz und Feldspath ist mit einem schwarzen
Mineral gefleckt, welches an der verwitterten Oberflche zu kleinen
Krystallen zusammengeschlossen zu sehn ist, von denen einige
vollkommen, die aber der grszern Zahl nach unvollkommen sind. Ich
zeigte ein Handstck hiervon einem erfahrenen Geologen und frug ihn, was
es wre; er antwortete mir, wie jeder Andere, glaube ich, gethan haben
wrde, dasz es ein primitiver Grnstein wre. Auch die verwitterte
Oberflche der vorigen, gestreiften Variett (No. 4) ist einem
abgeriebenen Fragmente fein blttrigen Gneiszes auffallend hnlich.

Diese fnf Varietten, mit noch vielen dazwischen liegenden, gehn nun
wiederholt abwechselnd in einander ber. Da die compacten Varietten den
andern vollstndig untergeordnet sind, kann man das Ganze als blttrig
oder gestreift betrachten. Die einzelnen Bltter sind, um ihre
characteristischen Merkmale zusammenzufassen, entweder vollkommen gerade
oder in unbedeutendem Grade gewunden oder verschlungen; sie sind
smmtlich einander und den dazwischen liegenden Schichten von Obsidian
parallel; sie sind meist von uszerster Dnne sie bestehn entweder aus
einem dem Augenscheine nach homogenen, compacten, mit verschiedenen
Schattirungen grauer und brauner Frbung gestreiften Gesteine, oder aus
krystallinischen feldspathigen Schichten in einem mehr oder weniger
vollkommenen Zustande von Reinheit und von verschiedener Mchtigkeit mit
deutlichen, der Lnge nach angeordneten Krystallen von glasigem
Feldspath, oder aus sehr dnnen Schichten, welche hauptschlich aus
uszerst kleinen Krystallen von Quarz und Augit, oder aus schwarzen und
rothen Flecken eines augitischen Minerals und Eisenoxyds, entweder gar
nicht oder nur unvollkommen krystallisirt, zusammengesetzt sind. Nachdem
ich den Obsidian ausfhrlich beschrieben habe, werde ich auf das Capitel
von der blttrigen Beschaffenheit der Gesteine der Trachyt-Reihe
zurckkommen.

Der bergang der vorstehend geschilderten Lager in die Schichten des
glasigen Obsidians wird auf verschiedene Arten bewerkstelligt: entweder
erstens: es treten eckige knotige Massen von Obsidian, sowohl grosze als
kleine, pltzlich in einem schiefrigen, oder in einem amorphen, blasz
gefrbten feldspathigen Gestein mit einem einigermaszen perligen Bruche
auf. Oder zweitens: kleine unregelmszige Kntchen von Obsidian, welche
entweder einzeln stehn oder in dnne, selten mehr als ein Zehntel Zoll
an Mchtigkeit messende Schichten vereinigt sind, wechseln wiederholt
mit sehr dnnen Lagen eines feldspathigen Gesteins ab, welches mit den
feinsten parallelen Farbenzonen wie ein Achat gestreift ist und welches
zuweilen in die Beschaffenheit des Pechsteins bergeht; die
Zwischenrume zwischen den Obsidiankrnern sind meistens mit weicher,
weiszer Substanz erfllt, welche Bimssteinasche hnlich ist. Drittens:
die ganze Substanz des angrenzenden Gesteins geht pltzlich in eine
kantig-concretionre Masse von Obsidian ber. Derartige Massen (ebenso
wie die kleinen Kntchen) von Obsidian sind von einer blasz grnen
Frbung und meist mit verschiedenen Farbenschattirungen gestreift,
welche den Blttern des umgebenden Gesteins parallel sind; sie enthalten
gleicherweise meistens minutise weisze Sphruliten, deren eine Hlfte
zuweilen in eine Zone der einen Farbenschattirung, die andere Hlfte in
eine Zone einer andern Schattirung eingebettet ist. Der Obsidian nimmt
seine ruszschwarze Farbe und seinen vollkommen muschligen Bruch nur da
an, wo er in groszen Massen auftritt; aber selbst an solchen konnte ich
bei sorgfltiger Untersuchung und wenn ich die Exemplare in verschiedene
Beleuchtungen brachte, meistens parallele Streifen verschiedener
Schattirungen von Dunkelheit erkennen.

[Illustration: Fig. 6. Opake, braune Sphruliten, in vergrszertem
Maszstabe gezeichnet, die oberen sind uszerlich mit parallelen Leisten
gezeichnet. Die innere strahlige Structur der unteren ist viel zu
deutlich dargestellt.]

[Illustration: Fig. 7. Eine durch die Verbindung uszerst kleiner
brauner Sphruliten gebildete Lage, welche zwei andere hnliche Lagen
durchschneidet; das Ganze ist nahebei in natrlicher Grsze
dargestellt.]

Eines der hufigsten bergangsgesteine verdient in mehreren Beziehungen
noch eine weitere Beschreibung. Es ist von einer sehr complicirten
Beschaffenheit und besteht aus zahlreichen dnnen, leicht gewundenen
Schichten eines blaszgefrbten, feldspathigen Steins, welcher hufig in
einen unvollkommenen Pechstein bergeht und mit, aus zahllosen kleinen
Kgelchen von zwei Varietten von Obsidian und zwei Arten von
Sphruliten, die in eine weiche oder eine harte perlige Grundlage
eingeschlossen sind, bestehenden Schichten abwechselt. Die Sphruliten
sind entweder weisz und durchscheinend, oder dunkel braun und opak; die
ersteren sind vollkommen sphrisch, von geringer Grsze und deutlich von
ihrem Mittelpunkte aus strahlig. Die dunkel braunen Sphruliten sind
weniger vollkommen rund und schwanken im Durchmesser von 1/20 bis zu
1/30 Zoll; werden sie zerbrochen, so bieten sie nach ihrem Mittelpunkte
hin, welcher weiszlich ist, ein undeutlich strahliges Gefge dar; sind
zwei von ihnen verbunden, so haben sie zuweilen nur einen einzigen
mittleren Punkt des Ausstrahlens; gelegentlich findet sich eine Spur
einer Hhlung oder einer Spalte in ihrem Mittelpunkte. Sie stehn
entweder einzeln oder sind zu zweien oder dreien oder vielen in
unregelmszige Gruppen, oder noch hufiger in Schichten geordnet, welche
der Schichtung der ganzen Masse parallel laufen. Diese Verbindung ist in
vielen Fllen so vollkommen, dasz die beiden Seiten der in dieser Weise
gebildeten Schicht ganz eben sind; und in dem Masze als diese Schichten
weniger braun und opak werden, knnen sie von den abwechselnden
Schichten des blasz gefrbten feldspathigen Gesteins nicht unterschieden
werden. Sind die Sphruliten nicht verbunden, so sind sie meistens in
der Ebene der Bltterung der ganzen Masse zusammengedrckt; und in
dieser nmlichen Ebene sind sie hufig im Innern von Zonen verschiedener
Farbenschattirungen und uszerlich mit kleinen Leisten und Furchen
gezeichnet. In dem oberen Theile des beistehenden Holzschnittes (Fig. 6)
sind die Sphruliten mit den parallelen Leisten und Furchen in einem
vergrszerten Maszstabe dargestellt, aber nicht gut ausgefhrt; im
untern Theile ist die gewhnliche Art ihrer Anordnung dargestellt. An
einem andern Handstck durchschneidet eine dnne, aus den braunen, dicht
mit einander verbundenen Sphruliten bestehende Lage, wie im
Holzschnitt, Fig. 7, dargestellt ist, eine Lage von hnlicher
Zusammensetzung; und nachdem sie eine kurze Strecke weit in einer leicht
bogenfrmigen Linie weitergezogen ist, durchschneidet sie die andere
nochmals und gleicherweise eine zweite Schicht, welche eine kurze
Strecke weit unter der zuerst durchschnittenen liegt. Auch die kleinen
Kntchen von Obsidian sind zuweilen uszerlich mit Leisten und Furchen
gezeichnet, welche meistens der Bltterung der Masse parallel laufen,
aber stets weniger deutlich als bei den Sphruliten sind. Die
Obsidiankntchen sind meistens eckig mit abgestumpften Kanten; hufig
ist auf ihnen die Form der benachbarten Sphruliten abgedrckt, sie sind
immer grszer als diese; die einzelnen Kntchen erscheinen selten so,
als htten sie einander durch uszerung einer gegenseitigen
Anziehungskraft ausgezogen. Htte ich nicht in einigen Fllen ein
deutliches Attractionscentrum in diesen Obsidiankntchen gefunden, so
wrde ich darauf gefhrt worden sein, sie als Rckstandsmasse zu
betrachten, welche whrend der Bildung des Perlsteins, in welchem sie
eingeschlossen sind, und der sphrulitischen Kugeln zurckgeblieben
wre.

Die Sphruliten und die kleinen Obsidiankntchen in diesen Gesteinen
hneln in ihrer allgemeinen Gestalt und Structur den Concretionen in
sedimentren Niederschlgen so sehr, dasz man versucht wird, ihnen einen
analogen Ursprung zuzuschreiben. Sie sind gewhnlichen Concretionen in
den folgenden Beziehungen hnlich: -- in ihrer uszeren Gestalt, -- in
der Vereinigung von zweien oder dreien oder von mehreren zu einer
unregelmszigen Masse oder zu einer Schicht mit ebenen Seiten, -- in dem
gelegentlichen Durchschneiden einer derartigen Schicht durch eine
andere, wie es mit den Lagen von Feuersteinen in der Kreide der Fall
ist, -- in dem Vorhandensein von zwei oder drei Arten von Kntchen in
derselben Grundsubstanz, hufig dicht neben einander, -- in ihrer
faserigen, strahligen Structur, gelegentlich mit Hhlungen in ihrer
Mitte, -- in dem Nebeneinander-Bestehn einer blttrigen, concretionren
und strahligen Structur, wie dieselbe in den Concretionen im Zechstein
(magnesian limestone) die Professor SEDGWICK beschrieben hat[37], so gut
entwickelt ist. Concretionen in sedimentren Niederschlgen sind
bekanntlich die Folge einer Trennung einer bestimmten mineralischen
Substanz im Ganzen oder theilweise aus der umgebenden Masse und deren
Anhufung um gewisse Attractionspunkte. Durch diese Thatsache geleitet
habe ich zu entdecken mich bemht, ob der Obsidian und die Sphruliten
(denen noch Marekanit und Perlstein, welche beide in knotigen
Concretionen in der Trachyt-Reihe vorkommen) in ihren constituirenden
Bestandtheilen von den allgemein die trachytischen Gesteine
zusammensetzenden Mineralien verschieden sind. Aus drei Analysen geht
hervor, dasz Obsidian im Mittel 76 Procent Kieselsure enthlt; eine
Analyse ergab, dasz die Sphruliten 79,12% enthalten, und zwei Analysen,
dasz Marekanit 79,25, zwei andere Analysen, dasz der Perlstein 75,62%
Kieselsure enthlt[38]. Es bestehn nun die constituirenden Theile des
Trachyts, so weit dieselben unterschieden werden knnen, aus Feldspath,
welcher 65,21% Kieselsure enthlt, oder aus Albit mit 69,09, oder aus
Hornblende, die 55,27% enthlt[39], und Eisenoxyd; so dasz die vorhin
geschilderten glasigen concretionren Substanzen smmtlich einen hhern
Procentsatz an Kieselsure enthalten, als ein solcher in den
gewhnlichen feldspathigen oder trachytischen Gesteinen vorkommt.
D'AUBUISSON[40] hat gleichfalls das, im Verhltnis zur Thonerde grosze
proportionale Masz an Kieselsure in sechs, in BRONGNIART'S Mineralogie
gegebenen Analysen von Obsidian und Perlstein hervorgehoben. Ich komme
daher zu dem Schlusse, dasz die vorhin geschilderten Concretionen durch
einen, jenem in wssrigen Niederschlgen stattfindenden streng analogen
Aggregationsprocesz gebildet worden sind, welcher hauptschlich auf die
Kieselsure, aber gleicherweise auch auf einige der anderen Elemente der
umgebenden Masse wirkt, und in dieser Weise die verschiedenen Varietten
der Concretionen hervorbringt. Nach den allgemein bekannten Wirkungen
rapider Abkhlung[41], welche eine glasige Textur erzeugt, ist es
wahrscheinlich nothwendig, dasz in solchen Fllen wie auf Ascension die
ganze Masse mit einer gewissen Schnelligkeit abgekhlt ist; zieht man
aber das wiederholte und complicirte Alterniren von Kntchen und dnnen
Lagen einer glasigen Textur mit andern vllig steinigen oder
krystallinischen Lagen, die smmtlich innerhalb eines Raumes von wenigen
Fuszen oder selbst Zollen liegen, in Betracht, so ist es kaum mglich,
dasz sie mit verschiedener Schnelligkeit abgekhlt sind und dadurch ihre
verschiedene Textur erlangt haben.

Die natrlichen Sphruliten in diesen Gesteinen[42] sind denjenigen
auszerordentlich hnlich, welche sich im Glas bilden, wenn es langsam
abgekhlt wird. An einigen schnen Exemplaren entglasten Glases im
Besitz des Mr. STOKES sind die Sphruliten zu geraden Schichten mit
ebenen, einander parallelen Seiten, welche auch einer der uszern
Flchen parallel sind, genau wie beim Obsidian, verbunden. Diese
Schichten verzweigen sich zuweilen unter einander und bilden Schlingen;
ich habe aber keinen Fall von wirklichem Durchschneiden gesehn. Sie
bilden den bergang von den vollkommen glasigen Partien zu denjenigen,
welche nahezu homogen und steinig mit nur undeutlicher concretionrer
Structur sind. An einem und dem nmlichen Handstcke kommen auch
unbedeutend in der Frbung und in der Structur verschiedene Sphruliten
dicht neben einander eingelagert vor. Zieht man diese Thatsachen in
Betracht, so dient es einigermaszen zur Besttigung der oben angefhrten
Ansicht von dem concretionren Ursprung der Obsidian- und der
natrlichen Sphruliten, wenn wir finden, dasz DARTIGUES[43] in seinem
merkwrdigen Aufsatze ber diesen Gegenstand die Entstehung der
Sphruliten im Glase dem Umstande zuschreibt, dasz die verschiedenen
Ingredientien desselben ihren eigenen Attractionsgesetzen folgen und
zusammengehuft werden. Zu der Annahme, dasz dies stattfindet, wird er
durch die Schwierigkeit gefhrt, sphrulitisches Glas wieder
umzuschmelzen, ohne das Ganze vorher wiederum durchaus gepulvert und
durcheinander gemengt zu haben; ferner auch durch die Thatsache, dasz
die Vernderung am leichtesten an Glas stattfindet, welches aus vielen
Bestandtheilen zusammengesetzt ist. Zur Besttigung von DARTIGUES'S
Ansicht will ich noch bemerken, dasz FLEURIAU DE BELLEVUE[44] gefunden
hat, dasz die sphrulitischen Partien devitrificirten Glases sowohl von
Salpetersure als von der Lthrohrflamme in einer verschiedenen Art und
Weise beeinfluszt wurden von der compacten Masse, in welcher sie
eingeschlossen waren.

~Vergleichung der Obsidian-Lager und der damit alternirenden Schichten
von Ascension mit denen in andern Lndern.~ -- Mir ist zu meiner groszen
berraschung bedeutend aufgefallen, wie auszerordentlich die
ausgezeichnete Beschreibung der Obsidian-Gesteine von Ungarn, die
BEUDANT gegeben hat[45], und die von HUMBOLDT gegebene von derselben
Formation in Mexico und Peru[46], und gleicherweise die von
verschiedenen Autoren gegebenen Beschreibungen[47] der trachytischen
Gegenden auf den italienischen Inseln mit meinen Beobachtungen auf
Ascension bereinstimmen. Viele Stellen htten sich ohne Abnderungen
aus den Werken der genannten Autoren bertragen lassen und wrden auf
diese Insel gepaszt haben. Sie stimmen smmtlich in der Schilderung des
blttrigen und geschichteten Characters der ganzen Reihe berein; und
HUMBOLDT sagt von einigen der Obsidian-Lager, dasz sie wie Jaspis
gebndert wren[48]. Sie stimmen smmtlich in der Erwhnung des knotigen
oder concretionren Characters des Obsidians und des bergangs dieser
Kntchen in Lager berein. Sie erwhnen auch smmtlich das wiederholte,
hufig in wellenfrmig gebogenen Ebenen angeordnete Abwechseln glasiger,
perliger, steiniger und krystallinischer Schichten; indessen scheinen
die krystallinischen Schichten auf Ascension viel vollkommener
entwickelt zu sein als in den obengenannten Lndern. HUMBOLDT vergleicht
einige der steinigen Schichten, wenn sie aus der Entfernung angesehn
werden, mit den Schichten eines glimmerigen Sandsteins. Sphruliten
werden in allen Fllen als in ungeheurer Menge vorkommend beschrieben;
sie scheinen berall den bergang von den vollkommener glasigen zu den
steinigen und krystallinischen Lagern zu bezeichnen. BEUDANT's
Schilderung[49] seines perlite lithoide globulaire htte mit allen,
selbst den allerunbedeutendsten Einzelnheiten fr die kleinen braunen
sphrulitischen Krnchen in den Gesteinen von Ascension
niedergeschrieben sein knnen.

Wegen der in vielen Beziehungen so groszen hnlichkeit zwischen den
Obsidian-Bildungen in Ungarn, Mexico, Peru und einigen der italienischen
Inseln und der von Ascension, kann ich kaum noch daran zweifeln, dasz in
allen diesen Fllen der Obsidian und die Sphruliten ihre Entstehung
einem concretionren Zusammenballen der Kieselsure und einiger der
andern constituirenden Elemente verdanken, welches eintrat, whrend die
verflssigte Masse mit einer gewissen geforderten Schnelligkeit
abkhlte. Es ist indessen bekannt, dasz an einigen Orten Obsidian wie
Lava in Strmen geflossen ist, so z. B. auf Teneriffa, auf den
liparischen Inseln und auf Island[50]. In diesen Fllen sind die
oberflchlichst gelegenen Theile die am vollkommensten verglasten,
whrend in der Tiefe von einigen wenigen Fuszen der Obsidian in ein
opakes Gestein bergeht. In einer Analyse eines Exemplars von Obsidian
vom Hekla von VAUQUELIN, welches wahrscheinlich als Lava geflossen ist,
war das Verhltnis der Kieselsure nahezu dasselbe wie in dem knotigen
und concretionren Obsidian von Mexico. Es wre interessant zu
ermitteln, ob die opaken inneren Partien und der oberflchliche glasige
berzug die nmlichen Mischungsverhltnisse der constituirenden Theile
zeigten: wir wissen durch DUFRNOY[51], dasz die uszern und innern
Theile eines und des nmlichen Lavastroms zuweilen betrchtlich in ihrer
Zusammensetzung von einander verschieden sind. Selbst wenn sich ergeben
sollte, dasz der ganze Strom von Obsidian hnlich zusammengesetzt wre
wie der knotige Obsidian, so wrde es, in bereinstimmung mit den
vorstehenden Thatsachen doch nothwendig sein anzunehmen, dasz in diesen
Fllen Lava zum Ausbruch gelangt wre, deren Bestandtheile in denselben
Verhltnissen gemischt waren, wie in dem concretionren Obsidian.

Blttrige Beschaffenheit vulcanischer Gesteine der Trachyt-Reihe.

Wir haben gesehn, dasz in verschiedenen und weit von einander entfernt
liegenden Lndern die mit Lagern von Obsidian abwechselnden Schichten in
hohem Grade blttrig sind. Auch die Obsidian-Knollen, sowohl grosze als
kleine, sind in verschiedenen Farbenschattirungen gebndert; in Mr.
STOKES' Sammlung habe ich ein Exemplar aus Mexico gesehn, dessen uszere
Flche unter Bildung von Leisten und Furchen verwittert war[52], welche
den Schichten verschiedener Verglasungsgrade entsprachen; berdies hat
auch HUMBOLDT[53] auf dem Pik von Teneriffa einen Obsidianstrom
gefunden, welcher durch sehr dnne, abwechselnde Schichten von Bimsstein
getheilt war. Viele andere Lava-Arten aus der Feldspathreihe sind
blttrig; so sind Massen von gewhnlichem Trachyt auf Ascension durch
feine erdige Linien getheilt, denen entlang das Gestein sich spaltet und
dadurch dnne Schichten unbedeutend verschieden gefrbter Beschaffenheit
von einander trennt; auch ist die grszere Zahl der eingeschlossenen
Krystalle glasigen Feldspaths lngsweise in der nmlichen Richtung
angeordnet. P. SCROPE[54] hat einen merkwrdigen sulenfrmigen Trachyt
von den Panza Inseln beschrieben, welcher in eine darber liegende Masse
von trachytischem Conglomerat injicirt worden zu sein scheint: er ist
mit Bndern gestreift, welche, hufig uszerst dnn, von verschiedener
Textur und Farbe sind; die hrteren und dunkleren Bnder scheinen eine
grszere Proportion von Kieselsure zu enthalten. Auf einer andern
Stelle der Insel finden sich Schichten von Perlstein und Pechstein,
welche in vielen Beziehungen denen von Ascension hnlich sind. Die
Bnder in dem sulenfrmigen Trachyt sind meistens gewunden; sie
erstrecken sich ber eine bedeutende Lnge in senkrechter Richtung und
augenscheinlich den Wandungen der gangartigen Masse parallel. VON
BUCH[55] hat einen Strom von Lava auf Teneriffa beschrieben, welche
unzhlige dnne, plattenartige Krystalle von Feldspath enthlt, die wie
weisze Fden einer hinter dem andern angeordnet sind und meist in
derselben Richtung liegen: auch DOLOMIEU[56] gibt an, dasz die grauen
Laven des neuen Kegels von Volcano, welche ein glasiges Gefge haben,
mit parallelen weiszen Linien gestreift sind: er beschreibt ferner einen
soliden Bimsstein, welcher eine spaltige Structur besitzt, hnlich der
gewisser glimmriger Schiefer. Auch Phonolith, welcher, wie ich bemerken
will, hufig, wenn nicht immer, ein injicirtes Gestein ist, besitzt
hufig eine spaltige Structur; dies ist meistens Folge der parallelen
Lage der eingeschlossenen Feldspath-Krystalle; zuweilen aber, so auf
Fernando Noronha, scheint es beinahe ganz unabhngig von deren
Anwesenheit zu sein[57]. Aus diesen Thatsachen sehen wir, dasz
verschiedene Gesteine der Feldspathreihe entweder eine blttrige oder
eine spaltige Structur besitzen, und dasz eine solche sowohl in Massen
vorkommt, welche in darberliegende Schichten injicirt worden sind, als
auch in andern, welche als Lavastrme geflossen sind.

Die auf Ascension mit dem Obsidian abwechselnden Bltter der Schichten
fallen mit einem bedeutenden Winkel unter den Berg ein, an dessen Fusze
sie liegen; und sie erscheinen nicht so, als wren sie durch Gewalt in
ihre geneigte Stellung gebracht worden. Eine starke Neigung kommt diesen
Schichten gemeinsam in Mexico, Peru und auf einigen der italienischen
Inseln zu[58]; andererseits liegen in Ungarn die Schichten horizontal;
auch die Bltter einiger der oben erwhnten Lavastrme scheinen, so weit
ich die von denselben gegebenen Beschreibungen verstehen kann, stark
geneigt oder ganz senkrecht zu sein. Ich zweifle daran, ob in irgend
einem dieser Flle die Bltter in ihre jetzige Stellung aufgestlpt
worden sind; und in manchen Fllen, so bei dem von Mr. SCROPE
beschriebenen Trachyt, ist es beinahe sicher, dasz sie sich ursprnglich
schon mit einer starken Neigung gebildet haben. Bei vielen von diesen
Fllen finden sich Beweise dafr, dasz die Masse des verflssigten
Gesteins sich in der Richtung der Bltter bewegt hat. Auf Ascension
haben viele von den Luftblasen ein langausgezogenes Aussehn und werden
in der Richtung der Bltter von groben halbverglasten Fasern durchsetzt;
einige von den die sphrulitischen Krner trennenden Schichten haben ein
verschlacktes Ansehn, als wenn sie durch Rsten der Krner
hervorgebracht wren. Ich habe ein Exemplar von gebndertem Obsidian aus
Mexico in Mr. STOKES' Sammlung gesehn, an dem die Oberflche der am
besten ausgeprgten Schichten mit parallelen Linien gestreift oder
gefurcht war; und diese Linien oder Streifen waren ganz genau denen
hnlich, welche sich auf der Oberflche einer Masse knstlichen
Glasflusses dadurch gebildet hatten, dasz er aus einem Gefsz
ausgegossen worden war. Auch HUMBOLDT hat hinter Sphruliten in
blttrigen Obsidian-Gesteinen aus Mexico kleine Hhlungen und Mr. SCROPE
andere Hhlungen hinter Bruchstcken, die in seinem blttrigen Trachyt
eingeschlossen waren, beschrieben, von denen er annimmt, dasz sie
whrend der Bewegung der Masse entstanden sind[59]. Nach solchen
Thatsachen haben die meisten Schriftsteller die Bltterung dieser
vulcanischen Gesteinsarten ihrer Bewegung im noch flssigen Zustande
zugeschrieben. Obgleich es leicht einzusehn ist, warum jede einzelne
Luftblase oder jede Faser im Bimsstein[60] in der Richtung der sich
bewegenden Masse ausgezogen ist, so liegt es doch durchaus nicht auf den
ersten Blick klar vor, warum derartige Luftblasen und Fasern durch die
Bewegung in denselben Ebenen in absolut geraden und einander parallel
liegenden Blttern angeordnet werden, die auch hufig uszerst dnn
sind; und noch weniger in die Augen fallend ist es, warum derartige
Schichten von unbedeutend verschiedener Zusammensetzung und von
verschiedener Textur sind.

In Bezug auf den Versuch, die Ursache der blttrigen Beschaffenheit
dieser plutonischen feldspathigen Gesteine aufzufinden, wollen wir zu
den so ausfhrlich beschriebenen Thatsachen auf Ascension zurckkehren.
Wir sehen dort, dasz einige der dnnsten Schichten hauptschlich aus
zahlreichen, uszerst minutisen, wennschon vollkommenen Krystallen
verschiedener Mineralien gebildet werden, dasz andere Schichten durch
die Verbindung verschiedener Arten concretionrer Knollen gebildet
werden, und dasz die in dieser Weise gebildeten Schichten hufig nicht
von den gewhnlichen Feldspath- und Pechstein-Schichten unterschieden
werden knnen, welche einen groszen Theil der ganzen Masse bilden. Die
faserige, strahlenfrmige Structur der Sphruliten scheint, nach vielen
analogen Fllen zu urtheilen, eine Verbindung der concretionren und
krystallinischen Krfte anzudeuten; auch die einzelnen Krystalle von
Feldspath liegen smmtlich in denselben parallelen Ebenen [61]. Diese
verwandten Krfte haben daher bei der Hervorbringung der blttrigen
Beschaffenheit der Masse eine bedeutungsvolle Rolle gespielt, man kann
sie aber nicht als die primre Kraft betrachten; denn die verschiedenen
Arten von Krnern, sowohl die kleinsten als die grszten, sind innen in
uszerst feinen Farbenschattirungen, welche der Bltterung des Ganzen
parallel ziehn, gebndert; und viele derselben sind auch uszerlich in
derselben Richtung mit parallelen Leisten und Furchen gezeichnet, welche
nicht durch das Verwittern entstanden sind.

Einige von den feinsten Farbenstreifen in den steinigen, mit dem
Obsidian abwechselnden Schichten sind, wie man ganz deutlich sehen kann,
Folge einer beginnenden Krystallisation der sie zusammensetzenden
Mineralien. Die Ausdehnung, bis zu welcher die Mineralien krystallisirt
sind, steht, wie gleichfalls deutlich zu sehen ist, mit der
bedeutenderen oder geringeren Grsze und mit der Anzahl der minutisen,
abgeplatteten, crenelirten Luftblschen oder Spalten im Zusammenhang.
Zahlreiche Thatsachen, wie bei den Geoden und den Hohlrumen in
verkieseltem Holz, in primren Gesteinen und in Adern, zeigen, dasz die
Krystallisation durch die rumlichen Verhltnisse sehr begnstigt wird.
Ich komme daher zu dem Schlusse, dasz, wenn in einer Masse sich
abkhlenden vulcanischen Gesteins irgend eine Ursache eine Anzahl
minutiser Spalten oder Zonen von geringerer Spannung erzeugt (welche
wegen der eingeschlossenen Dmpfe hufig zu zackigen Luftrumen
ausgedehnt werden), die Krystallisation der constituirenden
Bestandtheile und wahrscheinlich die Bildung von Concretionen in
derartigen Ebenen herbeigefhrt oder bedeutend begnstigt werden wird;
und es wird in dieser Weise eine blttrige Structur der hier
besprochenen Art hervorgerufen werden.

Dasz irgend eine Ursache parallele Zonen von geringerer Spannung in
vulcanischen Gesteinen whrend deren Erstarrung wirklich erzeugt, mssen
wir fr die Flle annehmen, wo sich dnne abwechselnde Schichten bilden,
wie es bei Obsidian und Bimsstein HUMBOLDT beschrieben hat, und wo sich
kleine, abgeplattete, crenelirte Luftblasen in den blttrigen Gesteinen
von Ascension finden; denn unter keiner andern Voraussetzung knnen wir
einsehen, warum die eingeschlossenen Dmpfe durch ihre Ausdehnung
Luftblasen und Fasern in getrennten parallelen Ebenen anstatt
unregelmszig durch die ganze Masse zerstreut bilden sollten. In Mr.
STOKES' Sammlung habe ich ein sehr schnes Beispiel dieser Structur an
einem Exemplar von Obsidian aus Mexico gesehn, welches wie der schnste
Achat mit zahlreichen, geraden parallelen, mehr oder weniger opaken und
weiszen oder vollkommen glasigen Schichten schattirt und gebndert ist:
der Grad der Opacitt und Verglasung hngt von der Anzahl der
mikroskopisch kleinen, abgeplatteten Luftblasen ab; in diesem Falle
lszt sich kaum daran zweifeln, dasz die ganze Masse, zu der dieses
Fragment gehrt hat, irgend einer, wahrscheinlicherweise fortgesetzten
Einwirkung unterlegen ist, welche eine unbedeutende Verschiedenheit der
Spannung in den aufeinander folgenden Ebenen verursachte.

Verschiedene Ursachen scheinen im Stande zu sein, Zonen verschiedener
Spannung in durch Hitze halbflssig gewordenen Massen hervorzubringen.
In einem Stcke entglasten Glases habe ich Schichten von Sphruliten
beobachtet, welche nach der Art und Weise, in welcher sie pltzlich
gebogen waren, durch die einfache Zusammenziehung der Masse in dem
Gefsze, in welchem es abkhlte, hervorgebracht worden zu sein scheinen.
Bei gewissen Trappgngen am Aetna, welche LIE DE BEAUMONT[62]
beschrieben hat und welche danach von abwechselnden Streifen schlackigen
und compacten Gesteins begrenzt sind, wird man auf die Vermuthung
gefhrt, dasz die Bewegung des Ausstreckens in den umgebenden Schichten,
welche ursprnglich die Spalten hervorgerufen hatte, noch fortdauerte,
so lange die injicirte Gesteinsmasse flssig blieb. Durch Professor
FORBES'[63] klare Beschreibung der gebnderten Structur des
Gletscher-Eises geleitet, scheint indessen die bei weitem
wahrscheinlichste Erklrung der blttrigen Structur dieser feldspathigen
Gesteinsarten diejenige zu sein, dasz sie gestreckt worden sind, so
lange sie noch in einem teigigen Zustande langsam hinfloszen[64], in
genau derselben Art und Weise, wie Professor FORBES annimmt, dasz das
Eis sich bewegender Gletscher gestreckt und gespalten wird. In beiden
Fllen knnen die Bnder mit denen im schnsten Achate verglichen
werden; in beiden dehnen sie sich in der Richtung aus, in welcher die
Masse geflossen ist und die an der Oberflche exponirten sind meistens
senkrecht; im Eise werden die porsen Lamellen durch das nachfolgende
Gefrieren des infiltrirten Wassers deutlich gemacht, in den steinigen
feldspathigen Laven durch spter eintretende krystallinische und
concretionre Einwirkung. Das Fragment von glasigem Obsidian in Mr.
STOKES' Sammlung, welches mit minutisen Luftblasen gebndert ist, musz,
nach Professor FORBES' Beschreibung zu urtheilen, in auffallendem Grade
einem Stck gebnderten Eises hnlich sein; und wenn die Schnelligkeit
seiner Abkhlung und die Beschaffenheit der Masse deren Krystallisation
oder concretionren Wirkung gnstig gewesen wre, so wrden wir auch
hier die schnsten parallelen Bnder von verschiedener Zusammensetzung
und Textur finden. Bei Gletschern scheinen die Linien porsen Eises und
minutiser Spalten Folgen eines beginnenden Streckens zu sein, welches
dadurch verursacht wird, dasz die central gelegenen Theile des gefrornen
Stromes sich schneller bewegen als die Seiten und der Grund, welche
durch Reibung aufgehalten werden: es werden daher bei Gletschern von
gewissen Formen und am untern Ende der meisten Gletscher die Bnder
horizontal. Drfen wir anzunehmen wagen, dasz wir in den feldspathigen
Laven mit horizontalen Blttern einen analogen Fall vor uns haben? Alle
Geologen, welche trachytische Gegenden untersucht haben, sind zu dem
Schlusse gekommen, dasz die Laven dieser Reihe eine uszerst
unvollkommene Flssigkeit besessen haben; und da offenbar nur Substanz
von derartiger Beschaffenheit dem ausgesetzt sein wird, gespalten zu
werden und Bnder verschiedener Spannung in der hier angenommenen Art
und Weise zu bilden, so sehn wir wahrscheinlich hierin die Ursache,
warum augitische Laven, welche allem Anscheine nach meistens einen hohen
Grad von Leichtflssigkeit besessen haben, nicht[65] wie die
feldspathigen Laven in Bltter verschiedener Zusammensetzung und Textur
gespalten sind. berdies scheint in der Reihe der Augitgesteine niemals
irgend eine Neigung zu concretionrer Wirkung vorhanden zu sein, welche,
wie wir gesehen haben, bei dem Blttrigwerden der Gesteine der
Trachyt-Reihe oder mindestens beim Hervortretenlassen dieser
Bildungsweise eine so bedeutungsvolle Rolle spielt.

Was man nun auch immer von der hier vorgebrachten Erklrung der
blttrigen Structur der Gesteine der Trachyt-Reihe denken mag, so
erlaube ich mir nur, die Aufmerksamkeit der Geologen auf die einfache
Thatsache zu lenken, dasz in der Masse eines Gesteines auf Ascension von
unzweifelhaft vulcanischem Ursprung Schichten, oft von uszerster Dnne
erzeugt worden sind, welche vllig gerade und einander parallel sind; --
einige sind aus deutlichen Krystallen von Quarz und Diopsid, mit
amorphen augitischen Flecken und krnigem Feldspath untermischt,
zusammengesetzt, -- andere bestehn ganz und gar aus derartigen schwarzen
augitischen Flecken mit Krnchen von Eisenoxyd --, und endlich noch
andere werden aus krystallinischem Feldspath in einem Zustande mehr oder
weniger vollkommener Reinheit, in Verbindung mit zahlreichen, lngsweise
angeordneten Krystallen von Feldspath gebildet. Auf dieser Insel haben
wir Ursache anzunehmen und bei einigen analogen Fllen ist es als sicher
bekannt, dasz die Lamellen sich schon ursprnglich mit ihrer jetzigen
starken Neigung gebildet haben. Thatsachen von solcher Beschaffenheit
sind ganz offenbar in Bezug auf den Ursprung der Structur jener groszen
Reihe plutonischer Gesteine von Bedeutung, welche wie die vulcanischen
der Einwirkung der Wrme unterworfen gewesen sind und welche aus
abwechselnden Schichten von Quarz, Feldspath, Glimmer und anderen
Mineralien bestehn.

[14] Geographical Journal, Vol. V. p. 243.

[15] ~Lesson~ hat diese Thatsache beobachtet: Zoologie du Voyage de la
Coquille, p. 490. Mr. ~Hennah~ bemerkt ferner (Geolog. Proceedings,
1835. p. 189), dasz die ausgedehntesten Aschenschichten auf Ascension
ausnahmslos auf der Seite der Insel unter dem Winde vorkommen.

[16] ~Nichol~'s Architecture of the Heavens.

[17] Voyage aux Quatre les d'Afrique, Tom. I. p. 222.

[18] Voyage en Hongrie, Tom. II. p. 214.

[19] Manche Stcke dieses Peperino oder Tuffs sind hinreichend hart, um
mit der grszten Kraft von den Fingern nicht zerbrochen werden zu
knnen.

[20] Auf der nrdlichen Seite des Grnen Bergs zieht sich ein dnnes,
ungefhr einen Zoll dickes Band von compactem Eisenoxyd in
betrchtlicher Ausdehnung hin; es hat eine concordante Lagerung im
untern Theile der geschichteten Masse von Asche und Bruchstcken. Diese
Substanz ist von rthlich brauner Farbe mit einem beinahe metallischen
Glanze; sie ist nicht magnetisch, wird es aber nach Erhitzung vor dem
Lthrohre, wo sie geschwrzt und zum Theil geschmolzen wird. Dieses Band
compacten Gesteins gibt dadurch, dasz es das wenige auf der Insel
fallende Regenwasser aufhlt, einer kleinen trpfelnden Quelle
Entstehung, welche zuerst von ~Dampier~ entdeckt wurde. Sie ist das
einzige Sszwasser auf der Insel, so dasz die Mglichkeit ihres
Bewohntseins gnzlich von dem Vorkommen dieser eisenhaltigen Schicht
abgehangen hat.

[21] Professor ~Miller~ ist so freundlich gewesen, dies Mineral zu
untersuchen. Er erhielt zwei gute Spaltflchen von 86 30' und 86 50'.
Das Mittel aus mehreren, welche ich erhielt, war 86 30'. Prof. ~Miller~
gibt an, dasz diese Krystalle zu einem feinen Pulver zerstoszen in
Salzsure lslich sind und etwas ungelste Kieselsure zurcklassen; der
Zusatz von oxalsaurem Ammoniak gibt einen copisen Niederschlag von
Kalk. Er bemerkt ferner, dasz der Angabe ~von Kobell~'s zufolge Anorthit
(ein in den ausgeworfenen Massen von Monte Somma vorkommendes Mineral)
immer weisz und durchsichtig ist, so dasz, wenn dies der Fall ist, diese
Krystalle von Ascension fr Labrador-Feldspath gehalten werden mssen.
Prof. ~Miller~ fgt hinzu, dasz er in ~Erdmann~'s Journal fr technische
Chemie die Schilderung eines von einem Vulcane ausgeworfenen Minerals
gelesen habe, welches die uszern Charactere des Labrador-Feldspaths
besasz, aber von der, von Mineralogen gegebenen Analyse dieses Minerals
abwich; der Verfasser schrieb diese Verschiedenheit einem Irrthum in der
Analyse des Labrador-Feldspaths zu, welche sehr alt ist.

[22] ~Daubeny~ bemerkt in seinem Buche ber Vulcane (p. 386), dasz dies
der Fall ist; und ~Humboldt~ sagt (Personal Narrative, Vol. I, p. 236):
Im Allgemeinen sind die Massen bekannter primitiver Gesteine, ich meine
diejenigen, welche vollkommen unsern Graniten, Gneisz und
Glimmerschiefer hnlich sind, in Laven sehr selten: die Substanzen,
welche wir allgemein mit dem Namen Granit bezeichnen, welche vom Vesuv
ausgeworfen werden, sind Gemische von Nephelin, Glimmer und Pyroxen.

[23] Dieser Raum wird nahezu von einer Linie umschlossen, welche um den
Grnen Berg herumgeht und die Berge mit einander verbindet, welche
Weather Port Signal, Holyhead heiszen und von denen der eine der Crater
eines alten Vulcans (im geologischen Sinne uneigentlich) genannt wird.

[24] Der Porphyr ist dunkel gefrbt; er enthlt zahlreiche, hufig
zerbrochene Krystalle weiszen opaken Feldspaths, auch zerfallende
Krystalle von Eisenoxyd; seine Blasen schlieszen Massen von zarten
haarhnlichen Krystallen, augenscheinlich von Analcim ein.

[25] ~D'Aubuisson~, Trait de Gegnosie, Tom. II. p. 548.

[26] ~Daubeny~ (on Volcanos, p. 180) scheint zu der Annahme gefhrt
worden zu sein, dasz gewisse trachytische Formationen von Ischia und Puy
de Dme, welche denen von Ascension in hohem Grade hnlich sind,
sedimentren Ursprungs seien, und zwar hauptschlich wegen der hufigen
Anwesenheit von schlackenartigen Stcken in ihnen, die in der Farbe von
der Grundsubstanz abweichen. ~Daubeny~ fgt andererseits hinzu, dasz
~Brocchi~ und andere bedeutende Geologen diese Schichten fr erdige
Varietten von Trachyt angesehen haben; er hlt den Gegenstand fr
weiterer Beachtung werth.

[27] ~Beudant~ (Voyage en Hongrie, Tom. III. p. 502, 504) beschreibt
nierenfrmige Massen von Jaspis-Opal, welche entweder in das umgebende
trachytische Conglomerat bergehn oder wie Kreide-Feuersteine in ihm
eingeschlossen sind; er vergleicht sie mit den Stcken opalisirten
Holzes, welche in dieser Formation so hufig sind. ~Beudant~ scheint
indesz ihren Bildungsprocesz eher fr einen Procesz einfacher
Infiltration als fr eine moleculare Umwandlung angesehen zu haben; es
scheint mir aber das Vorhandensein von Concretionen, die von der
umgebenden Substanz gnzlich verschieden sind, wenn sie nicht in einer
vorher bestehenden Hhlung gebildet wurden, entweder eine moleculare
oder eine mechanische Umlagerung der Atome zu erfordern, welche den
spter von ihnen eingenommenen Raum erfllten. Der Jaspis-Opal von
Ungarn geht in Chalcedon ber; es scheint daher in diesem Falle, wie bei
Ascension, der Jaspis seinem Ursprunge nach in inniger Beziehung zum
Chalcedon zu stehn.

[28] ~Beudant~ (Voyage Minr. Tom. III. p. 507) zhlt Flle des
Vorkommens auf aus Ungarn, Deutschland, dem mittleren Frankreich,
Italien, Griechenland und Mexiko.

[29] Die Eier der Schildkrte, welche von dem Weibchen begraben werden,
werden zuweilen in das solide Gestein eingeschlossen. ~Lyell~ hat
(Principles of Geology, Buch III, Cap. 17) eine Abbildung einiger Eier
gegeben, welche, schon die Knochen junger Schildkrten enthaltend, in
dieser Weise eingeschlossen gefunden wurden.

[30] Researches in theoretical Geology, p. 12.

[31] Der Selenit ist, wie ich bemerkt habe, den Gesteinen fremd und musz
aus dem Meerwasser herrhren. Es ist ein interessanter Umstand, in
dieser Weise zu finden, dasz die hinreichend schwefelsauren Kalk
enthaltenden Wellen des Oceans ihn auf die Felsen ablegen, gegen welche
sie in der Gezeit anschlagen. Dr. ~Webster~ hat (Voyage of the
Chanticleer, Vol. II. p. 319) Schichten von Gyps und Salz beschrieben,
welche bis zu zwei Fusz an Mchtigkeit durch Verdampfung des Flugwassers
auf den Felsen an der dem Winde zugekehrten Kste zurckbleiben.
Wundervolle Selenit-Stalactiten, welche in der Form denen von
kohlensaurem Kalk hnlich sind, bilden sich in der Nhe dieser Ksten.
Auch amorphe Massen von Gyps kommen in Hhlen im Innern der Insel vor;
und auf Cross Hill (einem alten Crater) sah ich eine betrchtliche Menge
von Salz aus einem Schlackenhaufen vorquellen. In diesen letzten Fllen
scheinen das Salz und der Gyps vulcanische Producte zu sein.

[32] Nach der in meiner Reise (bers. p. 14) beschriebenen Thatsache,
dasz ein von einem Bache abgesetzter berzug von Eisenoxyd (wie ein sehr
hnlicher berzug an den groszen Cataracten des Orinocco und Nils) fein
polirt wird, wo die Brandung einwirkt, vermuthe ich, dasz auch in diesem
Falle die Brandung polirend wirkt.

[33] In dem der Beschreibung von St. Paul's Felsen gewidmeten Abschnitt
habe ich eine glnzende, perlige Substanz, welche die Felsen berzieht,
und eine verwandte stalactitenartige Incrustation von Ascension
beschrieben, deren Rinde dem Schmelz der Zhne hnlich ist, aber hart
genug ist, Tafelglas zu ritzen. Diese beiden Substanzen enthalten
animale Substanz und scheinen von Wasser abgesetzt worden zu sein,
welches durch Vgelexcremente gesickert ist.

[34] Mr. ~Horner~ und Sir ~David Brewster~ haben (Philosoph.
Transactions, 1836, p. 65) eine eigenthmliche, knstliche, Muscheln
hnliche Substanz beschrieben. Sie wird in feinen, durchsichtigen,
bedeutend polirten, braun gefrbten Blttern, welche eigenthmliche
optische Eigenschaften haben, auf der Innenseite eines Gefszes
abgesetzt, in welchem zuerst mit Leim und dann mit Kalk prparirtes Zeug
rapid in Wasser in Umdrehung versetzt wird. Sie ist viel weicher,
durchscheinender und reicher an animaler Substanz als die natrliche
Incrustation von Ascension; wir sehn aber doch hier wiederum die starke
Neigung, welche kohlensaurer Kalk und animale Substanz darbieten, eine
feste, mit Schalensubstanz verwandte Substanz zu bilden.

[35] Dieser Ausdruck kann leicht miszverstanden werden, da er sowohl auf
Gesteine, welche in Bltter von genau derselben Zusammensetzung getheilt
sind, als auch auf fest aneinander geheftete Schichten ohne Neigung zur
Spaltbarkeit, aber aus verschiedenen Mineralien bestehend oder von
verschiedenen Farbenschattirungen, angewendet werden kann. Der Ausdruck
blttrig wird in diesem Capitel in dem letztern Sinne gebraucht; wo ein
homogenes Gestein wie in dem erstgenannten Sinne in einer gegebenen
Richtung spaltet, wie Thonschiefer, habe ich den Ausdruck spaltbar
gebraucht.

[36] Professor ~Miller~ theilt mir mit, dasz die von ihm gemessenen
Krystalle die Flchen _P_, _z_, _m_ der Figur 147 hatten, welche
~Haidinger~ in seiner bersetzung von ~Mohs~ gibt; er fgt hinzu, es sei
merkwrdig, dasz keiner auch nur die unbedeutendste Spur der Flche _r_
des regelmszigen sechsseitigen Prismas hatte.

[37] Geological Transactions, Vol. III. P. I. p. 37.

[38] Die vorstehenden Analysen sind aus ~Beudant~, Trait de
Minralogie, Tom. II. p. 113, und eine Analyse des Obsidians aus
~Philipps's~ Mineralogie entnommen.

[39] Diese Analysen sind aus ~Kobell's~ Grundzgen der Mineralogie,
1838, entnommen.

[40] Trait de Gognosie, Tom. II. p. 535.

[41] Dies ist bei der Fabrication des gewhnlichen Glases und bei
~Gregory Watt's~ Experimenten an geschmolzenem Trapp zu beobachten;
ebenso auch an der natrlichen Oberflche von Lavastrmen und an den
Seitenwnden von Trappgngen.

[42] Ich weisz nicht, ob es allgemein bekannt ist, dasz Krper, welche
genau dasselbe Aussehn wie Sphruliten haben, zuweilen im Achat
vorkommen. ~Robert Brown~ zeigte mir an einem innerhalb einer Hhlung in
einem Stcke verkieselten Holzes gebildeten Achate einige kleine Flecke,
welche fr das blosze Auge gerade eben sichtbar waren: als er diese
Flecke unter eine stark vergrszernde Lupe brachte, boten sie ein
wunderschnes Ansehn dar: sie waren vollkommen kreisrund und bestanden
aus den feinsten Fasern von brauner Frbung, welche mit groszer
Genauigkeit von einem gemeinsamen Mittelpunkte ausstrahlten. Diese
kleinen strahlenfrmigen Sterne wurden gelegentlich von bandartigen
Farbenzonen im Achat durchschnitten oder es wurden Stcke von ihnen
vllig abgeschnitten. In dem Obsidian von Ascension liegen die beiden
Hlften eines Sphrulits hufig in verschiedenen Farbenzonen, sie werden
aber nicht von solchen abgeschnitten, wie im Achat.

[43] Journal de Physique, Tom. 59, (1804), p. 10, 12.

[44] Journal de Physique, Tom. 60, (1805), p. 418.

[45] Voyage en Hongrie, Tom. I. p. 330; Tom. II. p. 221 u. 315; Tom.
III. p. 369, 371, 377, 381.

[46] Essai gognostique, p. 176, 326, 328.

[47] ~P. Scrope~, in: Geological Transactions, 2. Ser., 2. Vol. p. 195.
Vergl. auch ~Dolomieu~, Voyage aux isles Lipari, und ~D'Aubuisson~,
Trait de Gognosie, Tom. II. p. 534.

[48] In Mr. ~Stokes'~ schner Sammlung von Obsidianen aus Mexico bemerke
ich, dasz die Sphruliten meistens viel grszer sind als die von
Ascension; sie sind meistens weisz, opak und in deutliche Lagen
verbunden: es finden sich viele eigenthmliche, von allen auf Ascension
vorkommenden verschiedene Varietten. Die Obsidiane sind schn
gebndert, in vollkommen geraden oder gekrmmten Linien, mit uszerst
unbedeutenden Verschiedenheiten des Farbentons, der Zelligkeit und des
mehr oder minder vollkommenen Grades der Verglasung. Verfolgt man einige
der weniger vollkommen glasigen Zonen, so sieht man, dasz sie dicht mit
uszerst kleinen weiszen Sphruliten besetzt sind, welche immer
zahlreicher und zahlreicher werden, bis sie sich zuletzt vereinen und
eine deutliche Schicht bilden; andererseits verbinden sich auf Ascension
nur die braunen Sphruliten zur Bildung von Lagen; die weiszen sind
immer unregelmszig zerstreut. Einige Handstcke in der Sammlung der
Geologischen Gesellschaft, welche einer Obsidian-Formation in Mexico
angehren sollen, haben einen erdigen Bruch und werden durch Flecke
eines schwarzen Minerals in die feinsten parallelen Bltter getheilt,
hnlich den Augit- oder Hornblende-Flecken in den Gesteinen von
Ascension.

[49] ~Beudant~'s Voyage, Tom. III. p. 373.

[50] Wegen Teneriffa s. ~von Buch~, Description des les Canaries, p.
184 und 190; wegen der liparischen Inseln s. ~Dolomieu~. Voyage, p. 34;
wegen Island s. ~Mackenzie~'s Travels, p. 369.

[51] Mmoires pour servir  une dscription gologique de la France,
Tom. IV. p. 371.

[52] ~MacCulloch~ gibt an (Classification of Rocks, p. 531), dasz die
exponirten Flchen der Pechsteingnge in Arran in wellenfrmig
verlaufenden Linien gefurcht sind, welche gewissen Arten marmorirten
Papiers hnlich sind, und welche offenbar das Resultat irgend einer
entsprechenden Verschiedenheit der blttrigen Structur sind.

[53] Personal Narrative, Vol. I. p. 222.

[54] Geological Transactions, 2. Ser., Vol. II. p. 195.

[55] Description des les Canaries, p. 184.

[56] Voyage aux les de Lipari, p. 35 und 85.

[57] In diesem Falle, wie in dem des spaltigen Bimssteins ist die
Structur von der in den vorher erwhnten Fllen sehr verschieden, wo die
Bltter aus abwechselnden Schichten verschiedener Zusammensetzung oder
Textur bestehn. Bei einigen Sedimentrformationen indessen, welche allem
Anscheine nach homogen und spaltbar sind, wie bei glasigem Thonschiefer,
haben wir Grund zur Annahme, dasz, der Angabe ~D'Aubuisson~'s zufolge,
die Bltter wirklich die Folge uszerst dnner abwechselnder
Glimmerschichten sind.

[58] ~Phillip~'s Mineralogy, in Bezug auf die italienischen Inseln, p.
136. Wegen Mexico und Peru s. ~Humboldt~, Essai gognostique. Auch Mr.
~Edwards~ beschreibt die starke Neigung der Obsidiangesteine des Cerro
del Navaja in Mexico, in: Proceed. Geolog. Soc. June, 1838.

[59] Geological Transactions, 2. Ser., Vol. II. p. 200 u. flgde. Diese
eingeschlossenen Bruchstcke bestehn in manchen Fllen aus abgebrochenem
blttrigem Trachyt, welcher von den noch flssig gebliebenen Theilen
eingehllt wurde. Auch ~Beudant~ erwhnt in seinem groszen Werke ber
Ungarn (Tom. III p. 386) hufig trachytische Gesteine, welche
unregelmszig mit Fragmenten derselben Varietten gefleckt sind, die an
andern Stellen die parallelen Bnder bilden. In diesen Fllen mssen wir
annehmen, dasz, nachdem ein Theil der geschmolzenen Masse eine blttrige
Structur angenommen hat, ein frischer Ausbruch von Lava die Masse
zerbrach und Bruchstcke einschlosz, und dasz spter das Ganze blttrig
wurde.

[60] ~Dolomieu's~ Voyage, p. 64.

[61] Es setzt allerdings die Bildung eines groszen Krystalls irgend
eines Minerals in einem Gestein von gemischter Zusammensetzung eine
Aggregation der erforderlichen Atome voraus, welche mit der
Concretionskraft verwandt ist. Die Ursache davon, dasz die
Feldspathkrystalle in diesen Gesteinen von Ascension smmtlich
lngsweise gestellt sind, ist wahrscheinlich die nmliche wie die,
welche alle die braunen sphrulitischen Krnchen (welche sich vor dem
Lthrohre wie Feldspath verhalten) in der nmlichen Richtung verlngert
und abgeplattet hat.

[62] Mmoires pour servir etc. T. IV. p. 131.

[63] Edinburgh New Philos. Journal, 1842, p. 350.

[64] Ich vermuthe, dasz dies nahezu dieselbe Erklrung ist, welche
~Scrope~ im Sinne gehabt hat, wenn er (Geolog. Transactions, 2. Ser.
Vol. II. p. 228) von der gebnderten Structur seiner trachytischen
Gesteine in der Weise spricht, dasz sie entstanden sei in Folge einer
linearen Ausdehnung der Masse, so lange sie sich noch im Zustande
unvollkommener Flssigkeit befunden habe, in Verbindung mit einem
concretionren Procesz.

[65] Basaltische Laven und viele andere Gesteine sind nicht selten in
dicke Lamellen oder Platten von der nmlichen Zusammensetzung getheilt,
welche entweder gerade oder gekrmmt sind; dieselben werden durch
senkrechte Spaltungslinien durchsetzt und werden zuweilen zu Sulen
verbunden. Ihrem Ursprunge nach scheint diese Structur mit derjenigen
verwandt zu sein, bei welcher viele Gesteine, sowohl feurigen als
sedimentren Ursprungs, von parallelen Spaltensystemen durchsetzt sind.




Viertes Capitel.

St. Helena.

     Laven der feldspathigen, basaltischen und submarinen Reihe. --
     Durchschnitt des Flagstaff-Hill und des Barn. -- Turk's Cap und
     Prosperous Bay. -- Basaltischer Ring. -- Centraler craterfrmiger
     Rcken, mit einer innern Leiste und einer Brustwehr. --
     Phonolith-Kegel. -- Oberflchliche Schichten von kalkigem
     Sandstein. -- Ausgestorbene Landschnecken. -- Schichten von
     Detritus. -- Erhebung des Landes. -- Denudation. --
     Erhebungscratere.


Die ganze Insel ist vulcanischen Ursprungs; ihr Umfang betrgt nach der
Angabe BEATSON's[66] ungefhr 28 Meilen. Der centrale und grszte Theil
besteht aus Gesteinen einer feldspathigen Beschaffenheit, meistentheils
in einem ganz auszerordentlichen Grade zersetzt; sie bieten in diesem
Zustande eine eigenthmliche Sammlung von abwechselnden rothen,
purpurnen, braunen, gelben und weiszen, weichen, thonartigen Schichten
dar. Wegen der Krze unsres Besuchs habe ich diese Schichten nicht mit
Sorgfalt untersucht; einige derselben, besonders diejenigen der weiszen,
gelben und braunen Schattirungen, bestanden ursprnglich als Lavastrme,
die grszere Zahl derselben wurde aber wahrscheinlich in der Form von
Schlacken und Aschen ausgeworfen; andere Schichten von einer purpurnen
Frbung, porphyrartig mit krystallfrmigen Flecken einer weiszen weichen
Substanz, welche jetzt fettig sind und wie Wachs beim Druck mit dem
Nagel einen polirten Strich darbieten, scheinen einmal als solide
Thonstein-Porphyre bestanden zu haben: die rothen, thonigen Schichten
haben meistens eine breccienartige Structur und sind ohne Zweifel durch
Zerfall von Schlacken gebildet worden. Indessen behalten mehrere
ausgedehnte, zu dieser Reihe gehrende Strme ihren steinigen
Character: dieselben sind entweder von einer schwrzlich-grnen Farbe,
mit minutisen nadelfrmigen Krystallen von Feldspath, oder von einer
sehr blassen Frbung und beinahe ganz aus minutisen, hufig
schuppenartigen Krystallen von Feldspath, auszerordentlich reich mit
mikroskopischen schwarzen Flecken bedeckt, zusammengesetzt; sie sind
meistens compact und in Bltter getheilt; indessen sind andere von
hnlicher Zusammensetzung zellig und etwas zerfallen. Keines dieser
Gesteine enthlt grosze Feldspath-Krystalle, oder hat den harten, dem
Trachyt eigenen Bruch. Diese feldspathigen Laven und Tuffe sind die
obersten oder die zuletzt ausgeworfenen; doch sind unzhlige Gnge und
grosze Massen geschmolzenen Gesteins spter in dieselben injicirt
worden. Sie convergiren, wie sie aufsteigen, nach dem centralen,
gebogenen Rcken zu, an welchem ein Punkt die Hhe von 2700 Fusz
erreicht. Dieser Rcken ist das hchste Land auf der Insel; er bildete
frher den nrdlichen Rand eines groszen Craters, aus welchem die Laven
dieser Reihe floszen; wegen seines ruinsen Zustandes, wegen des
Umstandes, dasz die sdliche Hlfte entfernt worden ist, und wegen der
gewaltsamen Verwerfung, welcher die ganze Insel ausgesetzt gewesen ist,
ist sein Bau sehr undeutlich geworden.

~Basaltische Reihe.~ -- Der Rand der Insel wird von einem
unregelmszigen Kreise groszer, schwarzer, stratificirter Wlle von
Basalt gebildet, welcher nach der See hin einfllt und zu Klippen
ausgenagt worden ist, die hufig nahezu senkrecht sind und in ihrer Hhe
von einigen wenigen hundert Fusz bis zu zwei tausend schwanken. Dieser
Kreis oder vielmehr hufeisenfrmige Ring ist nach Sden hin offen und
noch durch mehrere andere weite Zwischenrume durchbrochen. Sein Rand
oder Gipfel springt meistens wenig ber das Niveau des anstoszenden
landeinwrts gelegenen Landes vor; und die neueren feldspathigen Laven,
welche von den im Mittelpunkte der Insel gelegenen Hhen herabsteigen,
stoszen meistens gegen seinen innern Rand an und berlagern ihn;
indessen scheinen sie an der nordwestlichen Seite der Insel (nach einem
Blick von der Entfernung aus zu urtheilen) ber denselben weggeflossen
zu sein und Theile davon verdeckt zu haben. An einigen Stellen, da wo
der basaltische Ring durchbrochen ist und die schwarzen Wlle einzeln
stehn, sind die feldspathigen Laven zwischen ihnen hindurchgegangen und
stehn nun an der Meereskste in hohen Uferklippen. Die basaltischen
Gesteine sind von schwarzer Farbe und dnn stratificirt; sie sind
meistens in hohem Grade blasig, gelegentlich aber compact; einige
derselben enthalten zahlreiche Krystalle glasigen Feldspaths und
Octader von titanhaltigem Eisen; andere sind auszerordentlich reich an
Krystallen von Augit und an Olivinkrnern. Die blasigen Zellrume sind
hufig mit uszerst kleinen Krystallen (von Chabasit?) ausgekleidet und
werden selbst durch solche amygdaloid. Die einzelnen Strme sind von
einander durch aschige Massen oder durch einen hellrothen,
zerreiblichen, salzfhrenden Tuff getrennt, welcher durch
bereinanderliegende Linien gezeichnet ist, wie sie bei Niederschlgen
aus Wasser vorkommen; zuweilen hat er einen undeutlich concretionren
Bau. Die Gesteine dieser basaltischen Reihe kommen sonst nirgends vor
auszer in der Nhe der Kste. In den meisten vulcanischen Districten
sind die trachytischen Laven von frherem Ursprung als die basaltischen;
hier sehn wir aber, dass ein sehr mchtiges, in seiner Zusammensetzung
der Familie der Trachyte sehr hnliches Gestein in einer spteren Zeit
zur Eruption gelangt ist als die basaltischen Schichten; indessen weist
die grosze Zahl von Gngen, die auszerordentlich reich an groszen
Augitkrystallen sind, und mit welchem die feldspathigen Laven erfllt
worden sind, vielleicht auf eine gewisse Neigung hin, zu der
gewhnlicheren Ordnung der bereinanderlagerung zurckzukehren.

~Basale submarine Laven.~ -- Die Laven dieser basalen Reihe liegen
unmittelbar sowohl unter den basaltischen als auch unter den
feldspathigen Gesteinen. Der Angabe Mr. SEALE's[67] zufolge sind sie in
gewissen Abstzen am Meeresstrande rings um die ganze Insel herum zu
sehen. An den Durchschnitten, welche ich untersucht habe, variirte ihre
Beschaffenheit bedeutend; einige der Schichten waren auszerordentlich
reich an Augitkrystallen; andere sind von einer braunen Farbe, entweder
lamells oder in einem geschiebeartigen Zustande; und viele Stellen sind
durch kalkige Substanz in hohem Grade amygdaloid geworden. Die
aufeinander folgenden Schichten sind entweder dicht mit einander
verbunden oder durch Lager von schlackigem Gesteine oder von blttrigem
Tuff, der hufig gut abgerundete Bruchstcke enthlt, von einander
getrennt. Die Zwischenrume dieser Lager sind mit Gyps und Salz erfllt;
auch der Gyps kommt zuweilen in dnnen Schichten vor. Wegen der groszen
Menge dieser beiden Substanzen, wegen der Anwesenheit abgerundeter
Rollsteine in den Tuffen und wegen der auszerordentlich zahlreichen
Amygdaloide kann ich nicht daran zweifeln, dasz diese basalen
vulcanischen Schichten unter dem Meere geflossen sind. Diese Bemerkung
sollte vielleicht auch auf einen Theil der darberliegenden basaltischen
Gesteine ausgedehnt werden; ich bin aber nicht im Stande gewesen, ber
diesen Punkt gltige Aufklrung zu erhalten. Die Schichten der basalen
Reihe wurden, wo ich sie auch immer untersuchte, von einer
auszerordentlichen Zahl von Gngen durchschnitten.

[Illustration: Fig. 8. Die doppelten Linien stellen die basaltischen
Schichten, die einfachen die basalen submarinen Schichten dar, die
punktirten die oberen feldspathigen Schichten, die Gnge sind quer
schraffirt.]

~Flagstaff Hill und der Barn.~ -- Ich will nun einige der
bemerkenswerthesten Durchschnitte beschreiben und will mit jenen beiden
Bergen anfangen, welche den hauptschlichsten Zug in der uszern
Erscheinung an der nordstlichen Seite der Insel bilden. Der viereckige,
winklige Umrisz und die schwarze Frbung des Barn weist sofort darauf
hin, dasz er zu der basaltischen Reihe gehrt, whrend die glatte,
conische Form und die verschiedenartigen hellen Frbungen des Flagstaff
Hill es in gleicher Weise deutlich erkennen lassen, dasz er aus den
erweichten feldspathigen Gesteinsarten zusammengesetzt ist. Diese beiden
hohen Berge stehn (wie es in dem beistehenden Holzschnitt, Fig. 8,
dargestellt ist) durch einen schmalen Rcken mit einander in Verbindung,
welcher aus den geschiebeartigen Laven der basalen Reihe gebildet wird.
Die Schichten dieses Rckens fallen nach Westen ein, die Neigung wird
dabei nach dem Flagstaff Hill hin allmhlich geringer; auch kann man,
wenn schon mit einiger Schwierigkeit, sehn, dasz die oberen
feldspathigen Schichten dieses Berges in concordanter Weise nach
West-sdwest einfallen. Dicht am Barn liegen die Schichten des Rckens
beinahe senkrecht, sind aber durch unzhlige Gnge sehr undeutlich
gemacht; unter diesem Berge ndern sie wahrscheinlich ihre Lage aus der
senkrechten in eine entgegengesetzte Neigung; denn die oberen oder
basaltischen Schichten, welche ungefhr 800 oder 1000 Fusz mchtig sind,
sind unter einem Winkel von zwischen 30 und 40 Graden nach Nordosten
geneigt.

Dieser Rcken, und ebenso auch der Barn und der Flagstaff Hill, ist von
Gngen durchschnitten, von denen viele einen merkwrdigen Parallelismus
in einer nord-nordwestlichen und sd-sdstlichen Richtung bewahren. Die
Gnge bestehn hauptschlich aus einer Gesteinsart, welche porphyrartig
mit groszen Augitkrystallen ist; andere werden von einem feinkrnigen
und braungefrbten Trapp gebildet. Die meisten dieser Gnge sind mit
einer glnzenden Schicht[68] berzogen von einem bis zwei Zehntel Zoll
Dicke, welche, ungleich dem echten Pechstein, zu einem schwarzen Email
schmilzt; diese Schicht ist offenbar dem glnzenden oberflchlichen
berzug vieler Lavastrme analog. Die Gnge knnen hufig sowohl in
senkrechter als wagerechter Richtung auf grosze Strecken hin verfolgt
werden und scheinen eine nahezu gleichfrmige Mchtigkeit zu
behalten[69]. Mr. SEALE gibt an, dasz ein Gang in der Nhe des Barn in
einer Hhe von 1260 Fusz nur um 4 Zoll in der Breite abnimmt, -- nmlich
von 9 Fusz am Grunde bis zu 8 Fusz 8 Zoll am Gipfel. Auf dem
Verbindungsrcken scheinen die Gnge in ihrem Laufe in einem
betrchtlichen Grade von den abwechselnden harten und weichen Schichten
geleitet worden zu sein: sie sind hufig innig mit den harten Schichten
verbunden und bewahren ihren Parallelismus auf solch bedeutenden
Strecken, dasz es in sehr vielen Fllen unmglich war, zu vermuthen,
welche von den Schichten derartige Ausfllungsgnge und welche Schichten
Lavastrme waren. Obschon die Gnge auf diesem Rcken so zahlreich sind,
so sind sie doch in den Thlern ein wenig sdlich von ihm noch
zahlreicher und bis zu einem Grade, den ich nirgendwo anders auch nur
annhernd erreicht gefunden habe: in diesen Thlern ziehn sie sich in
weniger regelmszigen Linien hin; sie bedecken den Boden mit einem
Spinnengewebe hnlichen Netze, und einige Stellen der Oberflche
erscheinen selbst so, als bestnden sie vollstndig aus Gngen, welche
von andern Gngen durchwoben wren.

Wegen der durch diese Gnge verursachten Complexitt, wegen der starken
Neigung und des anticlinischen Einfallens der Schichten der basalen
Reihe, ber welchen an den entgegengesetzten Enden des kurzen Rckens
zwei grosze Massen verschiedenen Alters und verschiedener
Zusammensetzung gelagert sind, bin ich darber nicht berrascht, dasz
dieser merkwrdige Durchschnitt falsch verstanden worden ist. Es ist
selbst die Vermuthung ausgesprochen worden, dasz er einen Theil eines
Craters bilde; aber hieran ist um so weniger zu denken, als vielmehr der
Gipfel des Flagstaff Hill frher einmal das untere Ende eines groszen
Stromes von Lava und Asche gebildet hat, welcher von dem centralen
craterfrmigen Rcken her zum Ausbruch gekommen ist. Nach der Abdachung
der gleichzeitigen Strme in einem angrenzenden und nicht gestrten
Theile der Insel zu urtheilen, mssen die Schichten des Flagstaff Hill
mindestens zwlfhundert Fusz, und wahrscheinlich noch viel mehr,
aufgerichtet worden sein, denn die groszen abgestutzten Gnge an seinem
Gipfel beweisen, dasz er einer starken Denudation unterlegen ist. Der
Gipfel dieses Berges ist in der Hhe jetzt nahezu dem craterfrmigen
Rcken gleich; und ehe er der Denudation unterlegen ist, war er
wahrscheinlich hher als dieser Rcken, von welchem er durch einen
breiten Strich viel niedrigeren Landes getrennt ist. Wir sehn daher
hier, dasz das untere Ende einer Gruppe von Lavastrmen bis zu einer
ebenso bedeutenden, oder vielleicht sogar zu einer noch grszeren Hhe
aufgestlpt worden ist, als der Crater besasz, an dessen Wnden sie
ursprnglich herabgeflossen waren. Ich glaube, dasz Dislocationen in so
bedeutendem Maszstabe in vulcanischen Districten uszerst selten
sind[70]. Die Bildung solcher Mengen von Ausfllungsgngen in diesem
Theile der Insel weist darauf hin, dasz die Oberflche hier in einem
ganz auszerordentlichen Grade gestreckt worden sein musz: diese
Streckung trat an dem Rcken zwischen dem Flagstaff Hill und dem Barn
wahrscheinlich erst ein, nachdem (wennschon vielleicht unmittelbar
darauf) die Schichten aufgerichtet wurden; denn htten zu jener Zeit
die Schichten in horizontaler Ausdehnung dagelegen, so wrden sie aller
Wahrscheinlichkeit nach quer gespalten und injicirt worden sein statt in
der Ebene ihrer Schichtung. Obgleich der Raum zwischen dem Barn und dem
Flagstaff Hill eine deutliche, sich nrdlich und sdlich erstreckende
anticlinische Linie darbietet, und obgleich die Mehrzahl der Gnge mit
groszer Regelmszigkeit in dieser selben Linie sich hinziehen, so liegen
doch nur eine Meile gerade sdlich von dem Rcken die Schichten
ungestrt. Es scheint daher die strende Kraft mehr unterhalb eines
Punktes statt einer Linie entlang gewirkt zu haben. Die Art und Weise,
in welcher sie gewirkt hat, wird wahrscheinlich durch die Structur des
Little Stony-top erklrt, eines 2000 Fusz hohen Berges, welcher einige
wenige Meilen sdlich vom Barn liegt; wir sehen dort, selbst von einer
gewissen Entfernung aus, einen dunkelfarbigen, scharfen Keil compacten
sulenfrmigen Gesteins und die hellgefrbten feldspathigen Schichten
von seiner unbedeckten Spitze aus nach beiden Seiten hin abfallen.
Dieser Keil, nach welchem der Berg seinen Namen Stony-top erhalten
hat, besteht aus einer Gesteinsmasse, welche im verflssigten Zustande
in die darber liegenden Schichten injicirt worden ist; und wenn wir
annehmen drfen, dasz eine hnliche Gesteinsmasse unter dem, den Barn
und Flagstaff Hill verbindenden Rcken injicirt worden ist, so ergibt
sich hieraus die dort beobachtete Structur.

~Turks' Cap und Prosperous Bays.~ -- Prosperous Hill ist ein groszer,
schwarzer, steil abstrzender Berg, welcher zwei und eine halbe Meile
weit sdlich vom Barn liegt und gleich diesem aus basaltischen Schichten
zusammengesetzt ist. Diese liegen an einer Stelle auf den
braungefrbten, porphyrartigen Schichten der basalen Reihe und an einer
andern Stelle auf einer zerklfteten Masse eines stark schlackigen und
amygdaloiden Gesteins, welches einen kleinen Eruptionspunkt unter der
Meeresflche, gleichzeitig mit der basalen Reihe, gebildet zu haben
scheint. Prosperous Hill wird, in gleicher Weise wie der Barn, von
vielen Gngen durchsetzt, von denen die grszere Zahl von Nord nach Sd
hinziehen, und seine Schichten fallen unter einem Winkel von ungefhr 20
Grad ziemlich schrg von der Insel nach dem Meere hin ein. Der Raum
zwischen Prosperous Hill und dem Barn, wie er in beistehendem
Holzschnitt Fig. 9 dargestellt ist, besteht aus hohen, aus den Laven der
oberen oder feldspathigen Reihe zusammengesetzten Klippen, welche,
wenngleich in discordanter Lagerung, auf den basalen submarinen
Schichten ruhen, wie wir es auch am Flagstaff Hill gesehen haben.
Verschieden indessen von ihrem Verhalten an jenem Berge sind hier diese
oberen Schichten nahezu horizontal und erheben sich nur sanft nach dem
Innern der Insel zu; sie bestehen aus grnlich-schwarzen oder noch
gewhnlicher aus blaszbraunen compacten Laven, statt aus erweichten und
lebhaft gefrbten Massen. Diese braungefrbten compacten Laven bestehen
beinahe gnzlich aus kleinen glnzenden Schuppen oder aus minutisen
nadelfrmigen Krystallen von Feldspath, welche dicht aneinander liegen
und auszerordentlich reich an minutisen schwarzen Flecken,
augenscheinlich von Hornblende, sind. Die basaltischen Schichten von
Prosperous Hill springen nur wenig ber das Niveau der sanft abfallenden
feldspathigen Strme vor, welche sich an ihre aufgerichteten Enden
anstemmen und um sie herumwinden. Die Neigung der basaltischen Schichten
scheint zu grosz zu sein, als dasz sie durch deren Flieszen einen Abhang
hinab htte verursacht werden knnen; sie mssen in ihre jetzige
Stellung schon vor der Eruption der feldspathigen Strme aufgerichtet
worden sein.

[Illustration: Fig. 9. Die doppelten Linien stellen die basaltischen
Schichten, die einfachen die basalen submarinen Schichten, die
punktirten die obern feldspathigen Schichten dar.]

~Basaltischer Ring.~ -- Geht man rings um die Insel herum, so sieht man
die Laven der oberen Reihe nach Sden von Prosperous Hill in hohen,
steil abstrzenden Klippen in's Meer ragen. Weiter hin wird das, Great
Stony-top genannte Vorland, wie ich glaube, aus Basalt gebildet;
dasselbe ist mit Long Range Point der Fall, an dessen landeinwrts
gelegener Seite die gefrbten Schichten anstoszen. Auf der sdlichen
Seite der Insel sieht man die basaltischen Schichten des Sd-Barn schrg
unter einem betrchtlichen Winkel meerwrts einfallen; auch steht dieses
Vorland ein wenig oberhalb des Niveaus der neueren feldspathigen Laven.
Weiterhin ist ein groszer Theil der Kste, auf jeder Seite von Sandy
Bay, bedeutend denudirt worden, und es scheint hier nur der basale Rest
des groszen centralen Craters brig geblieben zu sein. Die basaltischen
Schichten erscheinen mit ihrer nach dem Meere hin gerichteten Neigung
wieder am Fusze des, Man-and-horse genannten Berges; sie haben berall
dieselbe Neigung nach dem Meere hin und ruhen, wenigstens an manchen
Stellen, auf den Laven der basalen Reihe. Wir sehen in dieser Weise,
dasz der Umkreis der Insel von einem bedeutend durchbrochenen Ringe,
oder vielmehr von einem Hufeisen von Basalt gebildet wird, welches nach
Sden hin offen ist und auf der stlichen Seite von vielen weiten
Durchlssen unterbrochen wird. Die Breite dieses randstndigen Saumes
scheint auf der nordwestlichen Seite, wo er allein einigermaszen
vollkommen ist, von einer bis zu anderthalb Meile zu schwanken. Die
basaltischen Schichten fallen ebenso wie diejenigen der darunter
liegenden basalen Reihe mit einer mszigen Neigung nach dem Meere hin
ein, wo sie nicht spter gestrt worden sind. Der durchbrochenere
Zustand des basaltischen Ringes auf der stlichen Hlfte im Vergleich
mit der westlichen Hlfte der Insel ist offenbar eine Folge der viel
bedeutenderen erodirenden Gewalt der Wellen auf der stlichen oder der
nach dem Winde hin gelegenen Seite als auf der Seite unter dem Winde,
wie es sich in der grszeren Hhe der Klippen auf jener Seite zeigt. Ob
der Basaltrand vor oder nach der Eruption der Laven der oberen Reihen
durchbrochen worden ist, ist zweifelhaft; da aber einzelne Partien des
basaltischen Ringes vor jenem Ereignisse aufgerichtet worden zu sein
scheinen, und noch aus andern Grnden, ist es wahrscheinlicher, dass
wenigstens einige von den Durchbrchen frher gebildet wurden. Stellen
wir im Geiste, so weit es mglich ist, den Ring von Basalt wieder her,
so scheint der innere Raum oder die Hhlung, welche seitdem mit den aus
dem groszen centralen Crater ausgeworfenen Massen erfllt worden ist,
von ovaler Form gewesen zu sein, acht oder neun Meilen lang, ungefhr
vier Meilen breit und mit seiner Axe in einer nordstlichen und
sdwestlichen Linie liegend, die mit der jetzigen lngsten Axe der Insel
zusammenfllt.

[Illustration: Fig. 10. 1. Graue feldspathige Lava. 2. Eine,
einen Zoll mchtige Schicht rthlicher erdiger Substanz. 3.
Breccienartige, rothe, thonhaltige Tuffe.]

~Der centrale gebogene Rcken.~ -- Dieser Bergkamm besteht, wie vorhin
schon bemerkt wurde, aus grauen feldspathigen Laven und aus rothen,
breccienartigen, thonhaltigen Tuffen, wie die Schichten der oberen
gefrbten Reihe. Die grauen Laven enthalten zahlreiche minutise
schwarze, leicht schmelzbare Flecken, und nur sehr wenige grosze
Krystalle von Feldspath. Sie sind meistens bedeutend erweicht; mit
Ausnahme dieses Merkmals und des Umstandes, dass sie an vielen Stellen
in hohem Grade zellig sind, sind sie denen jener groszen Lavaflchen
auszerordentlich hnlich, welche an der Kste von Prosperous Bay die
hohen Klippen bilden. Nach den Anzeichen der Denudation zu urtheilen,
scheinen zwischen der Bildung der einzelnen aufeinanderfolgenden
Schichten, aus welchen dieser Rcken zusammengesetzt ist, betrchtliche
Zeitrume verflossen zu sein. An dem steilen nrdlichen Abhange
beobachtete ich an mehreren Durchschnitten eine bedeutend verwitterte
wellenfrmige Flche rothen Tuffs, welcher von grauen, zersetzten,
feldspathigen Laven bedeckt war, mit einer nur dnnen erdigen, zwischen
beide eingelagerten Schicht. An einer in der Nhe gelegenen Stelle
bemerkte ich einen Trapp-Gang, vier Fusz breit, oben abgeschnitten und
von der feldspathigen Lava bedeckt, wie es in dem beistehenden
Holzschnitt dargestellt ist (Fig. 10). Der Bergrcken endet auf der
stlichen Seite in einem Haken, welcher auf keiner der Karten, welche
ich gesehen habe, deutlich genug dargestellt worden ist; nach dem
westlichen Ende hin dacht er sich allmhlich ab und theilt sich in
mehrere untergeordnete Kmme. Der am deutlichsten hervortretende Theil
zwischen Diana's Peak und Nest Lodge, welcher die hchsten Bergzinnen
auf der Insel von einer zwischen 2000 und 2700 Fusz schwankenden Hhe
trgt, ist eher etwas weniger als drei Meilen in einer geraden Linie
lang. ber diesen ganzen Raum hin hat der Rcken ein gleichfrmiges
Aussehen und gleiche Structur; seine Krmmung ist der dem Kstenzuge
einer groszen Meeresbucht hnlich, aus vielen kleineren, smmtlich nach
Sden offenen Bogen zusammengesetzt. Die nrdliche, uszere Seite wird
von schmalen Rcken oder Sttzpfeilern untersttzt, welche sich nach dem
angrenzenden Lande abdachen. Die Innenseite ist viel steiler und beinahe
abgrundartig abfallend; sie wird von den Ausstrichenden der Schichten
gebildet, welche sanft nach auszen hin abfallen. Einigen Stellen der
innern Seite entlang, eine kurze Strecke unterhalb des Gipfels, zieht
sich eine flache Schwelle hin, welche in ihrem Umrisse die kleineren
Krmmungen des Kammes nachahmt. Schwellen oder Stufen dieser Art kommen
nicht selten innerhalb vulcanischer Cratere vor; ihre Bildung scheint
die Folge des Einsinkens einer erhrteten Lava zu sein, deren Rnder an
den Seitenwandungen hngen bleiben[71] (wie das Eis rings herum in einem
Tmpel, dessen Wasser abgelassen worden ist).

An einigen Stellen wird der Rcken von einer Mauer oder Brustwehr
berragt, welche auf beiden Seiten senkrecht abfllt. In der Nhe von
Diana's Peak ist diese Mauer auszerordentlich schmal. Auf dem
Galapagos-Archipel beobachtete ich solche Brustwehren, welche eine
vllig bereinstimmende Structur und Erscheinung darboten und mehrere
der dortigen Cratere berragten; eine davon, welche ich besonders genau
untersuchte, war aus glnzenden, rothen, fest mit einander verkitteten
Schlacken gebildet; da sie nach auszen ganz senkrecht war und sich
nahezu rings um den ganzen Umfang des Craters erstreckte, machte sie
denselben beinahe unzugnglich. Der Pik von Teneriffa und der Cotopaxi
sind, der Angabe HUMBOLDT's zufolge, hnlich gebaut: er gibt an[72],
dasz an ihren Gipfeln eine kreisfrmige Mauer die Cratere umgibt,
welche Mauer von der Entfernung gesehen das Aussehen eines kleinen, auf
einen abgestutzten Kegel gestellten Cylinders hat. Am Cotopaxi[73] ist
dieser eigenthmliche Bau mit bloszem Auge schon in einer Entfernung von
mehr als 2000 Toisen zu erkennen; und noch niemals hat irgend Jemand
seinen Crater erreicht. Am Pik von Teneriffa ist diese Brustwehr so
hoch, dasz es unmglich wre, die >Caldera< zu erreichen, wenn nicht auf
der stlichen Seite eine Lcke in derselben existirte. Die Entstehung
dieser eigenthmlichen Brustwehren ist wahrscheinlich das Resultat der
die Seitenwnde durchdringenden und bis zu einer annhernd gleichen
Tiefe erhrtenden Hitze oder Dmpfe und der spteren langsamen
Einwirkung des Wetters auf den Berg, welche die erhrteten Theile in der
Form eines Cylinders oder einer kreisfrmigen Brustwehr vorspringend
zurcklszt.

Wegen der einzelnen Punkte der Structur an dem centralen Rcken, welche
nun aufgezhlt worden sind, -- nmlich der Convergenz der Schichten der
oberen Reihe nach ihm hin, -- des in hohem Grade Zelligwerdens der Laven
dort, -- der flachen stufenfrmigen, sich seiner inneren und steilen
Seite entlang erstreckenden Schwelle, hnlich der innerhalb mehrerer
noch activer Cratere, -- wegen der brustwehrartigen Mauer auf seinem
Gipfel, -- und endlich wegen seiner eigenthmlichen Krmmung, welche von
der irgend einer andern gewhnlichen Erhebungslinie verschieden ist,
kann ich nicht daran zweifeln, dasz dieser gebogene Rcken den letzten
berrest eines groszen Craters bildet. Versucht man indessen, seinen
frheren Umrisz zu verfolgen, so gerth man bald in Verwirrung; sein
westliches Ende fllt ganz allmhlich ab und erstreckt sich, sich in
andere Kmme verzweigend, bis zur Meereskste; das stliche Ende ist
strker gebogen, aber nur um ein Weniges schrfer bestimmt. Einige
Erscheinungen fhren mich zu der Vermuthung, dasz die sdliche Wand des
Craters sich mit dem jetzt vorhandenen Rcken in der Nhe von Nest Lodge
verband; in diesem Falle musz der Crater nahezu drei Meilen lang und
ungefhr anderthalb Meilen breit gewesen sein. Wre die Denudation des
Rckens und die Zersetzung der sie bildenden Gesteinsmassen noch wenige
Schritte weiter gegangen, und wre dieser Rcken, wie mehrere andere
Theile der Insel, durch grosze Gnge und Massen von injicirter Substanz
durchbrochen worden, so htten wir vergebens versuchen knnen, seine
wahre Natur aufzufinden. Selbst jetzt haben wir gesehen, dasz am
Flagstaff Hill das untere Ende und die am weitesten abliegende Partie
eines groszen Feldes ausgeworfner Masse bis zu einer so bedeutenden Hhe
aufgerichtet worden ist, wie sie der Crater, aus dem sie herabflosz,
besasz, und wahrscheinlich sogar zu einer noch grszeren Hhe. Es ist
interessant, in dieser Weise die Schritte zu verfolgen, auf denen die
Structur eines vulcanischen Districts allmhlich undeutlich gemacht und
schlieszlich verwischt wird: St. Helena findet sich in einem dieser
letzten Stufe so nahen Zustande, dasz, wie ich glaube, noch Niemand bis
jetzt vermuthet hat, dasz der centrale Rcken oder die Axe dieser Insel
der letzte berrest des Craters darstellt, aus welchem die neuesten
vulcanischen Strme ergossen wurden.

Der grosze ausgehhlte Raum oder das Thal nach Sden von dem centralen
bogenfrmigen Rcken, ber die Hlfte von dem sich frher einmal der
Crater erstreckt haben musz, wird von kahlen, vom Wasser abgenagten
Hgeln und Kmmen von rothen, gelben und braunen Gesteinen gebildet,
welche in chaotischer Unordnung durcheinander gemengt, von Gngen
durchsetzt sind und keine irgendwie regelmszige Stratification zeigen.
Der hauptschlichste Theil besteht aus rothen, zerfallenden Schlacken,
welche mit verschiedenen Arten von Tuff und gelben, thonartigen
Schichten verbunden sind, voll von zerbrochenen Krystallen, unter denen
die Augitkrystalle besonders grosz sind. Hier und da ragen Massen von in
hohem Grade zelligen und amygdaloiden Laven vor. Von einem der Kmme in
der Mitte des Thals ragt ein conischer, steil abstrzender Hgel,
genannt Lot, khn hervor und bildet einen uszerst eigenthmlichen und
aufflligen Gegenstand. Er ist aus Phonolith zusammengesetzt, welcher an
einer Stelle in grosze gebogene Lamellen, an einer andern in winklige
concretionre Kugeln, und an einer dritten Stelle in nach auszen
ausstrahlende Sulen getheilt ist. An seiner Basis fallen die
Lavaschichten, die Tuff- und Schlackenlager nach allen Seiten hin
ab[74]: der unbedeckte Theil ist 197 Fusz[75] hoch, und sein
horizontaler Durchschnitt zeigt eine ovale Form. Der Phonolith ist von
einer grnlich-grauen Farbe und ist voll von uszerst winzigen,
nadelfrmigen Feldspath-Krystallen; an den meisten Stellen hat er einen
muscheligen Bruch und ist klingend, doch ist er von minutisen
Luftrumen durchsetzt. In sdwestlicher Richtung von Lot finden sich
noch einige andere merkwrdige sulenfrmige Berggipfel, aber von einer
weniger regelmszigen Form, nmlich Lot's Weib und die Eselsohren,
welche aus verwandten Gesteinsarten bestehen. Nach ihrer abgeplatteten
Gestalt und ihrer relativen Stellung zu einander zu urtheilen, stehen
sie offenbar auf der nmlichen Spaltungslinie miteinander in Verbindung.
Es ist berdies merkwrdig, dasz dieselbe nordstliche und sdwestliche
Linie, welche Lot und Lot's Weib miteinander verbindet, wenn sie
verlngert wird, auch den Flagstaff Hill durchschneidet, welcher, wie
vorhin angefhrt wurde, von zahlreichen in dieser Richtung verlaufenden
Gngen gekreuzt wird und welcher eine confundirte Structur besitzt; es
wird hierdurch wahrscheinlich gemacht, dasz eine grosze Masse ehemals
flssigen Gesteins als Erfllungsmasse unter ihr liegt.

In diesem nmlichen groszen Thale finden sich mehrere andere
kegelfrmige Massen injicirten Gesteins (von denen eine, wie ich
beobachtete, aus compactem Grnstein bestand), von denen einige allem
Anscheine nach mit keiner Ganglinie in irgend einer Verbindung steht,
whrend andere augenfllig eine solche Verbindung besitzen. Drei oder
vier grosze Zge dieser Gnge erstrecken sich quer durch das Thal in
einer nordstlichen und sdwestlichen Richtung, parallel zu dem, welcher
die Eselsohren, Lot's Weib und wahrscheinlich Lot untereinander
verbindet. Die grosze Zahl dieser Massen injicirten Gesteins ist ein
merkwrdiger Zug in der Geologie von St. Helena. Auszer den soeben
erwhnten und der hypothetisch angenommenen unter dem Flagstaff Hill
gehrt hieher noch Little Stony-top und, wie ich anzunehmen Grund habe,
noch andere bei dem Man-and-Horse und High Hill. Die meisten dieser
Massen, wenn nicht smmtliche, sind in einer den letzten vulcanischen
Eruptionen aus dem centralen Crater folgenden Periode injicirt worden.
Die Bildung von kegelfrmigen Gesteinshckern auf Spaltungslinien, deren
Wandungen in den meisten Fllen parallel sind, knnen wahrscheinlich
Ungleichheiten in der Spannung zugeschrieben werden, welche kleine quere
Spalten verursachen; und an solchen Durchschnittspunkten werden
natrlich die Rnder der Schichten nachgeben und leicht nach aufwrts
gebogen werden. Endlich will ich noch bemerken, dasz Hgel von Phonolith
berall gern eigenthmliche und selbst groteske Gestalten, wie die
Lot's, annehmen[76]: der Pik auf Fernando Noronha bietet ein Beispiel
hiervon dar; indessen haben bei S. Jago die Kegel von Phonolith, obschon
sie zugespitzt sind, eine regelmszige Form. Nimmt man an, wie es
wahrscheinlich der Fall gewesen ist, dasz alle derartige Hgel oder
Obelisken ursprnglich noch in flssigem Zustande in eine von
nachgebenden Schichten gebildete Form injicirt worden sind, wie es mit
Lot der Fall gewesen ist, wie knnen wir die hufige Steilheit und
Eigenthmlichkeit ihrer Umrisse erklren, im Vergleich mit hnlich
injicirten Massen von Grnstein und Basalt? Kann dies wohl die Folge
eines weniger vollkommenen Grades von Flssigkeit sein, welcher, wie
allgemein angenommen wird, fr die verwandten trachytischen Laven
characteristisch ist?

~Oberflchliche Ablagerungen.~ -- Weicher kalkiger Sandstein kommt in
ausgedehnten, wenn schon dnnen, oberflchlichen Lagern sowohl auf den
nrdlichen als sdlichen Ufern der Insel vor. Er besteht aus sehr
minutisen, gleich groszen, abgerundeten Schalenstckchen und andern
organischen Krpern, welche zum Theil ihre gelben, braunen und rosa
Frbungen beibehalten und gelegentlich auch, wenngleich sehr selten,
eine undeutliche Spur ihrer ursprnglichen uszeren Formen darbieten.
Ich habe mich vergebens bemht, auch nur ein einziges nicht abgerolltes
Fragment einer Schale aufzufinden. Die Farbe der Theilchen ist der
augenflligste Character, aus welchem ihr Ursprung erkannt werden kann;
die Farbentne werden durch mszige Hitze in der nmlichen Weise
afficirt (und auch ein Geruch hervorgebracht), wie bei frischen
Muscheln. Die Theilchen sind miteinander verkittet und mit etwas erdiger
Substanz vermengt: die reinsten Massen enthalten nach der Angabe
BEATSON's 70 Procent kohlensauren Kalk. Die in ihrer Mchtigkeit
zwischen zwei oder drei und fnfzehn Fusz schwankenden Schichten
berziehen die Oberflche des Bodens; sie liegen meistens an derjenigen
Seite des Thales, welche gegen den Wind geschtzt ist, und kommen in der
Hhe von mehreren Hundert Fusz ber dem Meeresspiegel vor. Ihre Lage ist
die nmliche, welche Sand, wenn er von den Passatwinden angetrieben
wrde, einnehmen wrde; und ohne Zweifel entstanden sie auch auf diese
Weise, was auch die gleiche Grsze und Winzigkeit der Schalenstckchen
und gleichfalls auch die gnzliche Abwesenheit ganzer Muscheln oder
selbst nur mszig groszer Fragmente erklrt. Es ist merkwrdig, dasz
sich heutigen Tags keine muschligen Strandpartien an irgend einem Theile
der Kste finden, von denen aus kalkiger Staub fortgetriftet und
gesichtet werden knnte: wir mssen daher nach einer frheren Periode
zurckblicken, wo eine leicht abfallende Kste wie die auf Ascension die
Ansammlung muschlichen Detritus begnstigte, ehe noch das Land in die
jetzigen steil abfallenden Ksten abgenagt war. Einige von den Schichten
dieses Kalksteins finden sich zwischen 600 und 700 Fusz ber dem Meere;
aber ein Theil dieser Hhe drfte mglicherweise Folge einer Erhebung
des Landes nach der Anhufung des kalkigen Sandes sein.

Das Durchsickern von Regenwasser hat Theile dieser Schichten zu einem
festen Stein consolidirt und hat Massen eines dunkelbraunen
stalagmitischen Kalksteins gebildet. In dem Sugar-Loaf-Steinbruch sind
Fragmente von Gestein an den anstoszenden Abhngen[77] dick von
aufeinanderfolgenden feinen Lagen einer kalkigen Substanz berzogen
worden. Es ist eigenthmlich, dasz viele von diesen Geschiebestcken
ihre ganze Oberflche berzogen haben, ohne dasz irgendwo ein
Berhrungspunkt unbedeckt gelassen wre; es mssen daher diese
Rollsteine durch die langsam zwischen sie erfolgende Ablagerung der
aufeinanderfolgenden Niederschlge von kohlensaurem Kalk in die Hhe
gehoben worden sein. Massen von weiszem, fein oolithischem Gestein
hngen der Auszenseite einiger dieser berzogenen Geschiebesteine an. L.
VON BUCH hat einen compacten Kalkstein von Lanzarote beschrieben,
welcher der eben erwhnten stalagmitischen Ablagerung vollstndig
hnlich zu sein scheint: er berzieht Geschiebesteine und ist
stellenweise fein oolithisch; er bildet eine weit ausgedehnte Schicht
von einem Zoll bis zu zwei oder drei Fusz an Mchtigkeit und kommt in
einer Hhe von 800 Fusz ber dem Meeresspiegel, aber nur an der Seite
der Insel vor, welche den heftigen Nordwest-Winden ausgesetzt ist. L.
VON BUCH bemerkt[78], dasz er nicht in Vertiefungen gefunden wird,
sondern nur an den nicht unterbrochenen und geneigten Oberflchen des
Berges. Er ist der Meinung, dasz er von dem Flugwasser abgesetzt wird,
welches von jenen heftigen Winden ber die ganze Insel getragen wird. Es
erscheint mir indessen viel wahrscheinlicher, dasz er, wie auf St.
Helena, durch das Durchsickern von Wasser durch fein zerkleinerte
Schalthiergehuse gebildet worden ist; denn wenn Sand auf eine bedeutend
exponirte Kste geweht wird, strebt er sich immer auf breiten, ebenen
Flchen anzuhufen, welche den Winden einen gleichmszigen Widerstand
darbieten. berdies findet sich auf der benachbarten Insel
Fuerteventura[79] ein erdiger Kalkstein, welcher, der Angabe L. VON
BUCH's zufolge, Handstcken von St. Helena, welche er gesehen hat,
vllig hnlich ist, und welcher, wie er meint, durch die Antrift
muschligen Detritus gebildet worden ist.

Die oberen Schichten des Kalksteins in dem oben erwhnten Steinbruche am
Sugar-Loaf-Berge sind weicher, feinkrniger und weniger rein als die
tiefern Schichten. Sie sind auszerordentlich reich an Fragmenten von
Landmuscheln und enthalten einige vollkommene; sie enthalten auch
Knochen von Vgeln und die groszen Eier[80], allem Anscheine nach von
Wasservgeln. Wahrscheinlich haben diese oberen Schichten lange in einer
nicht consolidirten Form bestanden, whrend welcher Zeit diese
terrestrischen Erzeugnisse eingeschlossen wurden. Mr. G. R. SOWERBY ist
so freundlich gewesen, drei Species von Land-Schalthieren, welche ich
aus dieser Schicht erhalten habe, zu untersuchen; seine Beschreibungen
sind im Anhange mitgetheilt. Eine derselben ist eine _Succinea_,
identisch mit einer noch jetzt in auszerordentlicher Menge auf der Insel
lebenden Art; die zwei andern, nmlich _Cochlogena fossilis_ und _Helix
biplicata_ sind nicht in lebendem Zustande bekannt; die letztere Art
wurde auch noch an einer andern, verschiedenen rtlichkeit gefunden, in
Gesellschaft mit einer Species von _Cochlogena_, welche unzweifelhaft
ausgestorben ist.

~Schichten ausgestorbener Landschalthiere.~ -- Landschnecken, welche
smmtlich zu jetzt ausgestorbenen Species zu gehren scheinen, kommen,
in Erde eingeschlossen, an mehreren Stellen der Insel vor. Die Mehrzahl
derselben ist in einer betrchtlichen Hhe um Flagstaff Hill gefunden
worden. Auf der Nordwest-Seite dieses Berges bietet ein Regen-Rinnsal
einen Durchschnitt von ungefhr zwanzig Fusz Dicke dar, dessen oberer
Theil aus schwarzer vegetabilischer Dammerde, offenbar von den
darberliegenden Hhen herabgewaschen, und dessen unterer Theil aus
weniger schwarzer Erde besteht, welche auszerordentlich reich an jungen
und alten Schneckenschalen und deren Fragmenten ist: ein Theil dieser
Erde ist durch kalkige Substanz leicht consolidirt worden, welche
augenscheinlich von einer theilweisen Zersetzung einiger dieser
Schneckenschalen herrhrt. Mr. SEALE, ein intelligenter Bewohner der
Insel, welcher zuerst die Aufmerksamkeit auf diese Schalthiergehuse
lenkte, gab mir eine grosze Sammlung von einer andern rtlichkeit, wo
die Schalen augenscheinlich in sehr schwarzer Erde eingeschlossen
gewesen sind. Mr. G. R. SOWERBY hat diese Schalen untersucht und sie in
dem Anhange beschrieben. Es sind dies sieben Species, nmlich eine
_Cochlogena_, zwei Species von _Cochlicopa_ und eine von _Helix_: keine
derselben ist im lebenden Zustande bekannt oder in irgend einem andern
Lande gefunden worden. Die kleineren Arten sind von der Innenseite der
groszen Schalen der _Cochlogena auris-vulpina_ herausgeholt worden.
Diese letztgenannte Species ist in vielen Beziehungen eine sehr
merkwrdige; sie wurde, selbst von LAMARCK, in eine marine Gattung
gestellt; und da man sie hiernach irrthmlich fr eine Seeschnecke
hielt, und die kleineren begleitenden Species bersehen wurden, so masz
man genau die Hhe ihrer Fundorte und leitete daraus die Erhebung dieser
Insel ab! Es ist sehr merkwrdig, dasz smmtliche von mir an einem Orte
gefundenen Schalen dieser Species eine, nun von Mr. SOWERBY beschriebene
verschiedene Variett von denen bilden, welche Mr. SEALE von einer
andern rtlichkeit erhielt. Da diese _Cochlogena_ eine grosze und in die
Augen fallende Schnecke ist, so erkundigte ich mich besonders bei
mehreren intelligenten Einwohnern, ob sie dieselbe jemals lebendig
gesehen htten; sie versicherten mir alle, dasz sie dies nicht gethan
htten, und wollten nicht einmal glauben, dasz es ein Landthier wre:
berdies hat auch Mr. SEALE, der sein ganzes Leben lang Muschelsammler
auf St. Helena gewesen ist, sie niemals lebend gesehen. Mglicherweise
ergibt sich noch, dasz einige von den kleineren Species noch lebenden
Arten angehren; andererseits aber kommen die beiden Landschnecken,
welche jetzt auf der Insel in groszer Menge leben, so weit bis jetzt
bekannt ist, nicht mit den ausgestorbenen Species eingeschlossen vor.
Ich habe in meiner Reise[81] gezeigt, dasz das Aussterben dieser
Landschnecken mglicherweise kein altes Ereignis ist, da eine grosze
Vernderung im Zustande dieser Insel vor 120 Jahren eintrat, indem die
alten Bume abstarben und nicht durch junge ersetzt wurden; diese wurden
von den Ziegen und Schweinen zerstrt, welche seit dem Jahre 1502 in
groszen Mengen verwildert waren. Mr. SEALE gibt an, dasz auf dem
Flagstaff Hill, wo, wie wir gesehen haben, die eingeschlossenen
Landschnecken ganz besonders zahlreich waren, berall Spuren nachweisbar
sind, welche deutlich anzeigen, dasz er frher einmal dicht mit Bumen
bedeckt war; jetzt wchst nicht einmal ein Busch dort. Die dicke Schicht
schwarzer vegetabilischer Dammerde, welche die Schalenschicht bedeckt,
an den Seiten dieses Berges, ist wahrscheinlich von dem obern Theile
herabgewaschen worden, sobald die Bume vernichtet waren und der durch
dieselben gewhrte Schutz verloren war.

~Erhebung des Landes.~ -- Da ich gesehen hatte, dasz die Laven der
basalen Reihe, welche submarinen Ursprungs sind, ber den Spiegel des
Meeres, und zwar an einigen Stellen bis zur Hhe von vielen hundert Fusz
erhoben sind, so suchte ich nach andern an der Oberflche sich bietenden
Zeichen fr die Erhebung des Landes. Der Boden einiger der Klfte,
welche nach der Kste hinabreichen, ist bis zur Tiefe von ungefhr
einhundert Fusz von undeutlich geschiedenen Schichten von Sand,
schlammigem Thon und fragmentaren Massen erfllt; in diesen Schichten
hat Mr. SEALE die Knochen des Tropikvogels und des Albatross gefunden;
von ihnen besucht der erstere jetzt nur selten, und der letztere niemals
die Insel. Wegen der Verschiedenartigkeit dieser Schichten und den sich
abdachenden Haufen von Detritus, welche auf ihnen liegen, vermuthe ich,
dasz dieselben zur Ablagerung gelangten, als die Schluchten noch unter
der Meeresflche standen. Mr. SEALE hat berdies nachgewiesen, dasz
einige der spaltenhnlichen Schluchten[82] allmhlich mit einer concaven
Contur am Boden eher weiter werden als am obern Ende; und dieser
eigenthmliche Bau ist wahrscheinlich durch die abnagende Thtigkeit der
Wellen hervorgebracht worden, als sie in den untern Theil dieser
Schluchten eindrangen. In bedeutenderen Hhen sind die Beweise fr das
Aufsteigen des Landes selbst noch weniger deutlich; demungeachtet finden
sich in einer buchtartigen Einsenkung auf dem Plateau hinter Prosperous
Bay in der Hhe von ungefhr 1000 Fusz plattgipfelige Felsmassen, von
denen kaum zu begreifen ist, dasz sie durch irgend welche andere Krfte
von den umgebenden hnlichen Schichtenlagen inselfrmig losgetrennt
worden sind als durch die erodirende Wirkung eines Meeresstrandes. Es
ist in der That ein bedeutender Betrag von Denudation in groszen Hhen
eingetreten, welchen durch irgend welche andere Mittel zu erklren nicht
leicht sein wrde: so bietet, dem Berichte Mr. SEALE's zufolge, der
Gipfel des Barn, welcher 2000 Fusz hoch ist, ein vollkommenes Netzwerk
abgestutzter Gnge dar; auf Bergen, welche wie der Flagstaff Hill aus
weichem Gestein bestehen, knnten wir vermuthen, dasz die Gnge durch
meteorische Einwirkungen niedergewaschen und abgestutzt worden seien;
wir knnen dies aber in Bezug auf die harten basaltischen Schichten des
Barn kaum fr mglich halten.

~Denudation der Kste.~ -- Die ungeheuren, an manchen Stellen zwischen
1000 und 2000 Fusz hohen Klippen, von denen diese gefngnisartige Insel
rings umgeben ist (mit Ausnahme von nur wenigen Stellen, wo schmale
Thler nach der Kste hinabsteigen), ist der am strksten auffallende
Zug in der Scenerie derselben. Wir haben gesehen, dasz Partien des
basaltischen Ringes gnzlich entfernt worden sind, welche eine
Lngenausdehnung von zwei oder drei Meilen, eine Breite von einer oder
zwei Meilen hatten, und von einem bis zweitausend Fusz hoch waren. Es
finden sich auch Stufen und Bnke von Gesteinsmassen, aus uszerst
tiefem Wasser aufsteigend und von der gegenwrtigen Kste zwischen drei
und vier Meilen entfernt, welche nach Mr. SEALE's Angabe bis zum Ufer
verfolgt werden knnen und sich als die Fortsetzungen gewisser bekannter
groszer Gesteinsgnge herausstellen. Die Wellenkraft des atlantischen
Oceans ist offenbar bei der Bildung dieser Klippen das wirksame Agens
gewesen: und es ist interessant zu beobachten, dasz die geringere, aber
immerhin noch bedeutende Hhe der Klippen auf der unter dem Winde
gelegenen und theilweise geschtzten Seite der Insel (auf der Strecke
von Sugar-Loaf Hill bis zum South-West Point) dem geringeren Grade des
Exponirtseins entspricht. Wenn man die vergleichsweise niedrigen Ksten
vieler vulcanischer Inseln betrachtet, welche gleichfalls ganz exponirt
im offenen Meere stehen und augenscheinlich von betrchtlichem Alter
sind, so schreckt der Geist von dem Versuche zurck, die Anzahl von
Jahrhunderten zu fassen, durch welche notwendigerweise diese Kste
exponirt gewesen sein musz, um die ungeheuren cubischen Massen von
Gestein zu Schlamm zermahlen und zerstreuen zu lassen, welche von dem
Umfange dieser Insel entfernt worden sind. Der Contrast in dem Zustande
der Oberflche von St. Helena verglichen mit dem der nchsten Insel,
nmlich Ascension, ist sehr auffallend. Auf Ascension sind die
Lavastrme glnzend, als htten sie sich eben ergossen, ihre Grenzen
sind scharf bestimmt, und sie knnen oft bis zu vollstndigen Crateren
verfolgt werden, aus welchen sie ausgeworfen worden sind; im Verlaufe
der vielen langen Spaziergnge bemerkte ich nicht einen einzigen
Gesteinsgang; die Kste ist beinahe ganz rings um den Umkreis der Insel
niedrig und ist zu einem kleinen Walle von nur zehn bis dreiszig Fusz
Hhe rckwrts abgetragen und niedergewaschen worden (obschon auf diese
Thatsache nicht zu viel Gewicht gelegt werden darf, da die Insel in der
Senkung begriffen gewesen sein kann). Und doch ist whrend der 340
Jahre, seitdem Ascension entdeckt worden ist, auch nicht einmal das
schwchste Zeichen von vulcanischer Thtigkeit berichtet worden[83].
Andererseits kann auf St. Helena der Lauf auch nicht eines einzigen
Lavastroms verfolgt werden, weder durch die Beschaffenheit seiner
Grenzen noch durch die seiner Oberflche; das blosze Wrack eines groszen
Craters ist brig geblieben; nicht allein die Thler, sondern die
Oberflche einiger von den hchsten Bergen sind von niedergeriebenen
Gesteinsgngen durchwoben, und an vielen Stellen stehen die denudirten
Gipfel groszer Kegel von injicirter Gesteinsmasse exponirt und nackt da;
endlich ist, wie wir gesehen haben, der ganze Umkreis der Insel zu den
groszartigsten Felsklippen abgetragen und abgenagt worden.


Erhebungs-Cratere.

In Bezug auf den Bau und die geologische Geschichte besteht eine
bedeutende hnlichkeit zwischen St. Helena, S. Jago und Mauritius. Alle
drei Inseln sind (wenigstens an den Stellen, welche ich zu untersuchen
im Stande war) von einem Ringe von basaltischen Bergen eingefaszt,
welcher zwar jetzt vielfach durchbrochen ist, aber offenbar frher
zusammenhngend war. Diese Berge haben, oder hatten augenscheinlich
frher, nach dem Innern der Insel zu steile Abdachungen, und ihre
Schichten fielen nach auszen ein. Ich war nur in einigen wenigen Fllen
die Neigungsverhltnisse der Schichten zu ermitteln im Stande; auch war
dies durchaus nicht leicht, denn die Stratification war meistens
undeutlich, ausgenommen, wenn man die Gesteine von fern betrachtete. Ich
zweifle indessen nur wenig daran, dasz, in bereinstimmung mit den
Untersuchungen LIE DE BEAUMONT's, ihre mittlere Neigung grszer ist als
eine solche, welche sie in Anbetracht ihrer Mchtigkeit und Compactheit
durch das Hinabflieszen auf einer geneigten Flche htten erlangen
knnen. Auf St. Helena und auf S. Jago liegen die basaltischen Schichten
auf lteren und wahrscheinlich submarinen Schichten verschiedener
Zusammensetzung. Auf allen drei Inseln sind grosze Fluthmassen neuerer
Lava vom Mittelpunkte der Insel aus nach den basaltischen Bergen hin und
zwischen ihnen durchgeflossen; und auf St. Helena ist das centrale
Plateau von solchen erfllt worden. Alle drei Inseln sind in Masse
emporgehoben worden. Auf Mauritius musz das Meer innerhalb einer spten
geologischen Periode bis an den Fusz der basaltischen Berge gereicht
haben, wie es auf St. Helena noch der Fall ist; und auf S. Jago nagt es
die zwischenliegende Ebene nach ihnen hin nieder. Wenn man auf diesen
drei Inseln, aber besonders auf S. Jago und Mauritius, auf dem Gipfel
einer der alten basaltischen Berge steht, so sucht man nach dem
Mittelpunkte der Insel hin, nach dem Punkte, wohin die Schichten unter
den Fszen des Beobachters und an den Bergen zu beiden Seiten im Groszen
und Ganzen convergiren, -- vergebens nach einer Quelle, aus welcher
diese Schichten hervorgebrochen sein knnten; man sieht dagegen nur eine
ungeheure vertiefte Plattform, die sich zu Fszen hinstreckt, oder
Haufen von Massen viel neueren Ursprungs.

Diese basaltischen Berge gehren, wie ich vermuthe, in die Classe der
Erhebungs-Cratere: es ist von keiner Bedeutung, ob die Ringe jemals
vollstndig ausgebildet gewesen sind; denn die Theile davon, welche
jetzt noch existiren, haben eine so gleichfrmige Structur, dasz sie,
wenn sie nicht Bruchstcke wirklicher Cratere darstellen, mit
gewhnlichen Erhebungslinien nicht in eine Classe zusammengestellt
werden knnen. Was ihren Ursprung betrifft, so kann ich, nachdem ich die
Werke von CH. LYELL[84] und von C. PREVOST und VIRLET gelesen habe,
nicht glauben, dasz die groszen centralen Einsenkungen durch eine
einfache kuppelfrmige Erhebung und eine darauffolgende Biegung der
Schichten gebildet worden sind. Andererseits knnte ich nur mit sehr
groszer Schwierigkeit annehmen, dasz diese basaltischen Gebirge blosz
die basalen Fragmente groszer Vulcane sind, deren Gipfel entweder
weggesprengt, oder noch wahrscheinlicher durch Senkung fortgeschwemmt
worden sind. Diese Ringe sind in manchen Fllen so ungeheuer, wie auf S.
Jago und auf Mauritius, dasz ich mich kaum dazu bereden kann, diese
Erklrung anzunehmen. berdies vermuthe ich, dasz die folgenden
Umstnde, wegen ihres hufigen Zusammenauftretens, in irgend einer Weise
mit einander in Verbindung stehen, eine Verbindung, welche durch keine
der oben angefhrten Ansichten erklrt wird: nmlich erstens der
durchbrochene Zustand des Ringes, welcher darauf hinweist, dasz die
jetzt getrennt stehenden Partien einer bedeutenden Denudation ausgesetzt
gewesen sind, und, vielleicht in einigen Fllen, es wahrscheinlich
macht, dasz der Ring niemals vollstndig gewesen ist; zweitens, die
bedeutende Menge der aus dem centralen Gebiete vor oder whrend der
Bildung des Ringes ausgeworfenen Masse; und drittens, die Erhebung des
ganzen Gebietes in Masse. Was den Umstand betrifft, dasz die Neigung der
Schichten grszer ist als diejenige, welche die basalen Fragmente
gewhnlicher Vulcane naturgemsz besitzen wrden, so kann ich gern
glauben, dasz diese Neigung langsam durch den Betrag von Erhebung
erlangt worden ist, fr welche nach LIE DE BEAUMONT die zahlreichen
ausgefllten Spalten oder Gesteinsgnge den Beweis und den Maszstab
abgeben, -- eine in gleicher Weise neue und bedeutungsvolle Ansicht,
welche wir den Untersuchungen dieses Geologen ber den tna verdanken.

Eine Vermuthung, welche die oben erwhnten Umstnde mit in Betracht
zieht, drngte sich mir auf, als ich, -- nach den 1835 in
Sd-America[85] beobachteten Erscheinungen vollstndig davon berzeugt,
dasz die Krfte, welche Substanz aus vulcanischen ffnungen auswerfen
und welche Continente in Masse erheben, identisch sind, -- jenen Theil
der Kste von S. Jago betrachtete, wo die horizontal emporgehobene
kalkige Schicht in das Meer einfllt, direct unter einem Kegel von
spter ausgeworfener Lava. Diese Conjunctur ist die folgende, dasz
nmlich whrend der langsamen Erhebung eines vulcanischen Districts oder
einer Insel, in deren Mittelpunkt eine oder mehrere ffnungen bestndig
offen sind und in dieser Weise den unterirdischen Krften einen Ausweg
bieten, die Rnder mehr erhoben werden als die centrale Flche, und dasz
die so erhobenen Partien nicht sanft nach der centralen, weniger
erhobenen Flche abfallen, wie es die kalkige Schicht unter dem
Lavakegel auf S. Jago und wie es ein groszer Theil des Umkreises von
Island[86] thut, sondern dasz sie von derselben durch gebogene
Verwerfungen getrennt sind. Nach dem, was wir an gewhnlichen
Verwerfungen sehen, drfen wir erwarten, dasz die Schichten auf der
emporgehobenen Seite, welche bereits wegen ihrer ursprnglichen Bildung
als Lavastrme nach auszen fallen, von der Verwerfungslinie aus
aufgerichtet werden, dasz also hiernach ihre Neigung vermehrt wird.
Dieser Hypothese zufolge, welche ich versucht bin, nur auf einige wenige
Flle auszudehnen, ist es nicht wahrscheinlich, dasz der Ring jemals
vollstndig gewesen ist; und weil die Erhebung langsam war, werden die
emporgehobenen Partien starker Denudation ausgesetzt gewesen, der Ring
dadurch unterbrochen worden sein; wir drfen auch gelegentlich
Ungleichheiten im Fall der aufgehobenen Massen zu finden erwarten, wie
es auf S. Jago der Fall ist. Durch diese Hypothese werden die Erhebung
der Districte in Masse und das Flieszen ungeheurer Lavafluthen aus den
centralen Plateaus gleichfalls mit einander in Verbindung gebracht. Nach
dieser Ansicht knnen die randstndigen basaltischen Gebirgszge der
drei vorstehend genannten Inseln noch immer als Erhebungs-Cratere
bildend angesehen werden; die dabei in Wirksamkeit gewesene
Erhebungsweise ist langsam vor sich gegangen und die centrale Einsenkung
oder Platform ist nicht durch eine Beugung der Oberflche, sondern
einfach dadurch entstanden, dasz dieser Theil nur bis zu einer
geringeren Hhe erhoben worden ist.

[66] Governor ~Beatson~'s Account of St. Helena.

[67] Geognosy of the Island of St. Helena. Mr. ~Seale~ hat ein Modell
von St. Helena in colossalem Maszstabe angefertigt, welches der
Betrachtung wohl werth, jetzt in Addiscombe College, Surrey, deponirt
ist.

[68] Dieser Umstand ist (~Lyell~, Principles of Geology, Vol. IV.; Chap.
X. p. 9) an den Gngen des Atrio del Cavallo beobachtet worden, ist aber
augenscheinlich nicht von sehr gewhnlichem Vorkommen. Indessen gibt Sir
G. ~Mackenzie~ an (Travels in Iceland, p. 372), dasz alle Adern auf
Island einen schwarzen glasigen berzug auf ihren Seiten haben. Wo
Capt. ~Carmichael~ von den Gngen auf Tristan d'Acunha, einer
vulcanischen Insel im sdlichen atlantischen Ocean, spricht, sagt er
(Linnean Transactions, Vol. VII. p. 485), dasz ihre Seiten, wo sie mit
den Gesteinen in Berhrung kommen, sich ausnahmslos in einem
halbverglasten Zustande befinden.

[69] Geognosy of the Island of St. Helena, Taf. 5.

[70] ~Constant Prevost~ bemerkt (Mm. de la Soc. golog., Tom. II): les
produits volcaniques n'ont que localement et rarement mme drang le
sol,  travers lequel ils se sont fait jour.

[71] Ein uszerst merkwrdiges Beispiel dieses Baues ist in ~Ellis'~
Polynesian Researches (2. Ausg.) beschrieben, wo auch eine sehr schne
Zeichnung von den aufeinanderfolgenden Stufen oder Terrassen
mitgetheilt wird, welche sich an den Rndern des ungeheuren Craters auf
Hawaii in den Sandwich-Inseln finden.

[72] Personal Narrative, Vol. I. p. 171.

[73] ~Humboldt~'s Atlas pittoresque, folio, pl. 10.

[74] ~Abich~ hat in seinen Ansichten vom Vesuv (Taf. VI) die Art und
Weise nachgewiesen, in welcher unter sehr hnlichen Umstnden Schichten
aufgerichtet worden sind. Die obern Schichten sind strker aufgebogen
als die unteren, und dies erklrt er damit, dasz sich die Lava
horizontal zwischen die untern Schichten eindrngt.

[75] Diese Hhe gibt ~Seale~ in seiner Geognosie der Insel an; die Hhe
des Gipfels ber dem Meeresspiegel soll 1444 Fusz betragen.

[76] ~D'Aubuisson~ bemerkt in seinem Trait de Gognosie (Tom. II. p.
540) besonders, dasz dies der Fall ist.

[77] In dem erdigen Detritus an mehreren Stellen dieses Berges kommen
unregelmszige Massen von sehr unreinem, krystallisirtem schwefelsaurem
Kalke vor. Da diese Substanz jetzt in auszerordentlich groszer Menge von
der Brandung auf Ascension abgesetzt wird, so knnen mglicherweise
diese Massen hier in dieser Weise entstanden sein; ist dies aber der
Fall gewesen, so musz es zu einer Zeit geschehen sein, wo das Land ein
viel niedrigeres Niveau hatte. Dieser erdige Selenit wird jetzt in einer
Hhe von zwischen 600 und 700 Fusz gefunden.

[78] Description des les Canaries, p. 293.

[79] Ebenda, p. 314 und 374.

[80] Colonel ~Wilkes~ gibt in einem mit einigen Handstcken der
Geologischen Gesellschaft bergebenen Cataloge an, dasz bis zu zehn
Eiern von einer Person gefunden wurden. Dr. ~Buckland~ hat Bemerkungen
ber diese Eier gemacht (Geolog. Transactions, Vol. V., p. 474).

[81] Reise eines Naturforschers (bers.), p. 564.

[82] Eine spaltenartige Schlucht in der Nhe des Stony-top soll nach Mr.
~Seale~'s Angabe 840 Fusz tief und nur 115 weit sein.

[83] Im Nautical Magazine fr 1835, p. 642, und fr 1838, p. 361, und in
den Comptes Rendus, April, 1838, werden Berichte ber eine Reihe von
vulcanischen Erscheinungen mitgetheilt, -- Erdbeben, -- unruhiges Wasser,
-- schwimmende Schlacken und Rauchsulen, -- welche in Zwischenrumen
seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts auf einer Flche des offnen
Meeres zwischen dem 20. und 22. Grade westlicher Lnge und ungefhr
einen halben Grad sdlich vom quator beobachtet worden sind. Diese
Thatsachen scheinen darauf hinzuweisen, dasz eine Insel oder ein
Archipel in der Mitte des atlantischen Oceans in der Bildung begriffen
ist: eine St. Helena und Ascension verbindende Linie durchschneidet,
verlngert, diesen im Entstehen begriffenen Heerd vulcanischer
Thtigkeit.

[84] Principles of Geology (5. edit.), Vol. II. p. 171.

[85] Ich habe ausfhrliche Schilderungen dieser Erscheinungen in einem
vor der Geological Society im Mrz 1838 gelesenen Aufsatze gegeben. In
dem Augenblicke, wo ein ungeheures Gebiet erschttert und ein
bedeutender Landstrich emporgehoben wurde, blieben die, mehrere der
groszen Auswurfsffnungen in der Cordillera unmittelbar umgebenden
Districte ruhig; die unterirdischen Krfte wurden augenscheinlich durch
die Eruptionen erleichtert, welche dann mit groszer Heftigkeit wieder
begannen. Ein Ereignis von ziemlich derselben Art, aber in einem
unendlich kleineren Maszstabe scheint der Angabe ~Abich~'s in zufolge
(Ansichten vom Vesuv, Taf. I. und IX.) innerhalb des Craters des Vesuv
stattgefunden zu haben, wo auf der einen Seite einer Spalte ein Plateau
in Masse zwanzig Fusz erhoben wurde, whrend auf der andern Seite eine
Reihe kleiner Vulcane in Eruption ausbrachen.

[86] Aus einer mir in der dankenswerthesten Weise gemachten Mittheilung
des Mr. ~E. Robert~ geht hervor, dasz die den Umkreis der Insel
bildenden, aus alten basaltischen, mit Tuff abwechselnden Schichten
zusammengesetzten Theile von Island landeinwrts einfallen und so eine
colossale untertassenfrmige Gestalt bilden. Mr. ~Robert~ fand dies
Verhalten, mit einigen wenigen und vllig localen Ausnahmen, ber eine
Kstenstrecke von mehreren hundert Meilen Lnge. Ich finde diese Angabe,
in Bezug auf eine Stelle, besttigt von ~Mackenzie~ in seinen Reisen (p.
377) und in Bezug auf einen andern Ort in einigen handschriftlichen
Bemerkungen, welche mir Dr. ~Holland~ freundlichst geliehen hat. Die
Kste ist tief von Buchten eingeschnitten, an deren oberem Ende das Land
meistens niedrig ist. Mr. ~Robert~ theilt mir mit, dasz sich die nach
innen einfallenden Schichten bis zu dieser Linie zu erstrecken scheinen
und dasz ihre Neigung gewhnlich der Abdachung der Oberflche
entspricht, von den hohen Kstenbergen an bis zu dem niedrigen Lande am
obern Ende dieser Buchten. In dem von Sir ~G. Mackenzie~ beschriebenen
Durchschnitt betrgt der Einfall 12. Die inneren Theile der Insel
bestehen, so weit es bekannt ist, hauptschlich aus neueren
ausgeworfenen Massen. Indessen sollte vielleicht die bedeutende Grsze
von Island, welche dem umfangreichsten Theile von England gleichkommt,
die Insel von der Classe von Inseln, die wir hier betrachten,
ausschlieszen; ich kann aber die Vermuthung nicht unterdrcken, dasz,
wenn die Kstenberge, anstatt sanft sich nach dem weniger erhobenen
centralen Gebiete abzudachen, von diesem durch unregelmszige gekrmmte
Verwerfungen getrennt wren, dann die Schichten nach dem Meere hin
aufgerichtet worden wren und ein Erhebungs-Crater gebildet worden
wre, wie der von S. Jago oder von Mauritius, und von viel ungeheureren
Dimensionen. Ich will nur noch weiter bemerken, dasz das hufige
Vorkommen ausgedehnter Seen am Fusze groszer Vulcane und die hufige
Vergesellschaftung von vulcanischen und Sszwasser-Schichten anzudeuten
scheint, dasz die Gebiete rings um Vulcane gern unter das allgemeine
Niveau des umgebenden Landes niedergedrckt sind, und zwar entweder,
weil sie weniger hoch emporgehoben worden sind, oder in Folge der
Wirkung einer Senkung.




Fnftes Capitel.

Galapagos-Archipel.

     Chatham-Insel. -- Aus einer besondern Art von Tuff zusammengesetzte
     Cratere. -- Kleine basaltische Cratere mit Hhlen an ihren Basen. --
     Albemarle-Insel, flssige Laven, ihre Zusammensetzung. --
     Tuff-Cratere, Neigung ihrer uszeren divergirenden Schichten, und
     Structur ihrer inneren convergirenden Schichten. -- James-Insel,
     Segment eines kleinen basaltischen Craters; Flssigkeit und
     Zusammensetzung ihrer Lava-Strme und der von ihr ausgeworfenen
     Fragmente. -- Schluszbemerkungen ber die Tuff-Cratere und ber den
     durchbrochenen Zustand ihrer sdlichen Seiten. -- Mineralogische
     Zusammensetzung der Felsarten des Archipels. -- Erhebung des
     Landes. -- Richtung der Eruptionsspalten.


Dieser Archipel ist unter dem quator gelegen, in einer Entfernung von
zwischen fnf- und sechshundert Meilen von der Westkste von America. Er
besteht aus fnf Haupt-Inseln und mehreren kleinen, welche in
Flchenausdehnung[87], aber nicht an Ausdehnung trocknen Landes,
Sicilien in Verbindung mit den Jonischen Inseln entsprechen. Sie sind
smmtlich vulcanisch; auf zweien sind Cratere in Eruption gesehen
worden, und auf mehreren von den andern Inseln haben Lava-Strme ein
recentes Aussehen. Die grszeren Inseln bestehen hauptschlich aus
solidem Gestein, und sie steigen mit einem sanften Umrisz bis zu einer
Hhe von zwischen ein- und viertausend Fusz aus dem Meere auf. Auf ihrer
hchsten Spitze findet sich zuweilen, aber nicht allgemein, eine
Hauptffnung. Die Cratere schwanken in der Grsze von bloszen
Spaltffnungen bis zu ungeheuren, mehrere Meilen im Umfang messenden
Kesseln; sie sind auszerordentlich zahlreich, so dasz ich glaube, wenn
sie gezhlt wrden, wrden sich mehr als zweitausend herausstellen: sie
sind entweder aus Schlacken und Lava oder aus einem braun gefrbten Tuff
zusammengesetzt; und diese letzteren Cratere sind in mehreren
Beziehungen merkwrdig. Die ganze Gruppe wurde von den Officieren des
>Beagle< vermessen. Ich selbst habe vier von den Haupt-Inseln besucht
und Handstcke und Exemplare von smmtlichen brigen erhalten. Unter der
berschrift der verschiedenen Inseln will ich nur das beschreiben, was
mir der Beachtung werth zu sein scheint.

[Illustration: Fig. 11. Galapagos-Archipel.]

_Chatham-Insel._ ~Aus einer eigenthmlichen Art von Tuff
zusammengesetzte Cratere.~ -- Nach dem stlichen Ende dieser Insel hin
kommen zwei Cratere vor, welche aus zwei Arten von Tuff zusammengesetzt
sind; die eine Art ist zerreiblich, wie leicht zusammengesinterte Asche,
und die andere compact und von Allem, wovon ich bis jetzt eine
Beschreibung gelesen habe, ihrer Beschaffenheit nach verschieden. Diese
letztere Substanz ist da, wo sie am characteristischsten auftritt, von
einer gelblich-braunen Farbe, durchscheinend und mit einem, etwas an
Harz erinnernden Glanze; sie ist zerbrechlich, mit einem winkligen,
rauhen und sehr unregelmszigen Bruche, zuweilen indessen unbedeutend
krnig und selbst undeutlich krystallinisch; sie kann leicht mit einem
Messer geritzt werden, doch sind manche Stellen gerade hart genug, um
gewhnliches Glas eben zu zeichnen; sie schmilzt mit Leichtigkeit zu
einem schwrzlich-grnen Glase. Die Masse enthlt zahlreiche zerbrochene
Krystalle von Olivin und Augit und kleine Stckchen schwarzer und
brauner Schlacken: sie wird hufig von dnnen Sumen kalkiger Substanz
quer durchsetzt. Sie bietet meistens eine knotige oder concretionre
Structur dar. In einem Handstck wrde man diese Substanz sicher
irrthmlich fr eine blasse und eigenthmliche Variett von Pechstein
halten; sieht man sie aber in Masse, so geben ihre Schichtung und die
zahlreichen Lagen von basaltischen Fragmenten, sowohl eckigen als
abgerundeten, sofort ihren unter Wasser erfolgten Ursprung deutlich zu
erkennen. Eine Untersuchung von einer Reihe von Handstcken zeigt, dasz
diese harzhnliche Substanz das Resultat einer chemischen Umwandlung an
kleinen Stckchen blasser und dunkel gefrbter schlackiger Gesteine ist;
diese Vernderung konnte man deutlich in verschiedenen Stufen rings um
die Rnder selbst eines und des nmlichen Stckchens verfolgen. Die Lage
in der Nhe der Kste von allen aus dieser Art von Tuff oder Peperino
zusammengesetzten Crateren, ebenso wie ihr durchbrochener Zustand machen
es wahrscheinlich, dasz sie sich alle in's Meer eingetaucht gebildet
haben; in Anbetracht dieses Umstandes, in Verbindung mit der
merkwrdigen Abwesenheit groszer Schichten von Asche im ganzen Archipel,
halte ich es fr in hohem Grade wahrscheinlich, dasz bei weitem der
grszere Theil des Tuffs aus der Zerkleinerung der grauen basaltischen
Laven in der Mndung der im Meere stehenden Cratere hervorgegangen ist.
Es kann gefragt werden, ob das erhitzte Wasser innerhalb dieser Cratere
diese eigenthmliche Vernderung in den schlackigen Stckchen
hervorgebracht und ihnen ihren durchscheinenden, harzartigen Bruch
gegeben hat? Oder hat der in Gemeinschaft auftretende Kalk irgend einen
Theil an dieser Vernderung gehabt? Ich stelle diese Fragen auf, weil
ich auf S. Jago, in den Capverdischen Inseln, gefunden habe, dasz da, wo
ein groszer Strom geschmolzener Lava ber einen kalkigen Boden in das
Meer geflossen ist, der alleruszerste berzug, welcher an andern
Stellen Pechstein hnlich ist, augenscheinlich in Folge seiner Berhrung
mit dem kohlensauren Kalke in eine harzhnliche Substanz umgewandelt
worden ist, genau den am characteristischsten ausgeprgten Stcken Tuff
von diesem Archipel gleich[88].

Um nun zu den beiden Crateren zurckzukehren: einer von ihnen steht in
einer Entfernung von einer Stunde von der Kste; der zwischenliegende
Strich Landes besteht aus einem kalkigen Tuff von augenscheinlich
submarinem Ursprung. Dieser Crater besteht aus einem Kreise von Hgeln,
von denen einige gnzlich isolirt stehen, welche aber smmtlich ein sehr
regelmsziges, nach auszen gerichtetes Fallen der Schichten mit einer
Neigung von zwischen dreiszig und vierzig Graden zeigen. Die untern
Schichten, in einer Mchtigkeit von mehreren hundert Fusz, bestehen aus
dem harzhnlichen Steine mit eingeschlossenen Fragmenten von Lava. Die
oberen Schichten, welche eine Mchtigkeit von zwischen dreiszig und
vierzig Fusz haben, sind aus einem dnn geschichteten, feinkrnigen,
harten, zerreiblichen, braun gefrbten Tuff oder Peperino[89]
zusammengesetzt. Eine centrale Masse ohne irgend welche Stratification,
welche frher die Hhlung des Craters eingenommen haben musz, jetzt aber
nur einigen wenigen der im Umkreise stehenden Berge angeheftet ist,
besteht aus Tuff, welcher in seinem Character zwischen dem mit einem
harzartigen und dem mit einem erdigen Bruche mitten inne steht. Diese
Masse enthlt weisze kalkige Substanz in kleinen Flecken. Der zweite
Crater (520 Fusz hoch) musz bis zur Eruption eines neueren groszen
Lavastroms als eine besondere Insel existirt haben; ein schner, vom
Meere ausgewaschener Durchschnitt zeigt eine groszartige trichterfrmige
Masse von Basalt, umgeben von steilen geneigten Seitenwnden von Tuff,
welcher an einigen Stellen einen erdigen, an andern einen halbharzigen
Bruch hat. Der Tuff ist von mehreren breiten, senkrechten Gngen mit
glatten und parallelen Seiten quer durchsetzt, von denen ich anfangs
nicht zweifelte, dasz sie aus Basalt bestnden, bis ich thatschlich
Fragmente losbrach. Indessen bestehen diese Gnge aus Tuff hnlich dem
der umgebenden Schichten, nur ist er compacter und von gltterem Bruch;
wir mssen daher schlieszen, dasz Spalten gebildet und mit dem feineren
Schlamm oder Tuff aus dem Crater erfllt wurden, ehe sein Inneres, wie
es jetzt der Fall ist, von einem erstarrten See von Basalt eingenommen
wurde. Andere Spalten, parallel diesen eigenthmlichen Gngen, sind
spter noch gebildet und blosz mit losem Abfall ausgefllt worden. Die
Umwandlung der Gesteinsmasse von gewhnlichen schlackigen Stckchen an
bis zur Substanz mit einem halbharzigen Bruche konnte an einzelnen
Partien des compacten Tuffs dieser Gnge deutlich verfolgt werden.

[Illustration: Fig. 12. Der Kicker-Felsen.]

In einer Entfernung von einigen wenigen Meilen von diesen beiden
Crateren steht der Kicker-Felsen oder -Insel, wegen seiner
eigenthmlichen Form merkwrdig. Er ist nicht geschichtet und besteht
aus compactem Tuff, welcher stellenweise den harzhnlichen Bruch hat.
Wahrscheinlich hat diese amorphe Masse, wie jene hnliche Masse in dem
zuerst beschriebenen Falle frher einmal die mittlere Hhlung eines
Craters erfllt, dessen Seiten oder sich abdachenden Wandungen seitdem
von dem Meere, in welchem sie ganz exponirt dasteht, weggewaschen worden
sind.

~Kleine basaltische Cratere.~ -- Ein kahler, wellenfrmig bewegter
Strich Landes am stlichen Ende von Chatham-Insel ist merkwrdig wegen
der groszen Zahl, groszen Nhe und Form der kleinen basaltischen
Cratere, mit denen er dicht besetzt ist. Sie bestehen entweder aus einem
bloszen conischen Haufen oder, indessen weniger hufig, aus einem Kreise
von schwarzen und rothen, glnzenden Schlacken, welche theilweise
miteinander verkittet sind. Sie schwanken im Durchmesser von 30 bis 150
Yards und erheben sich von ungefhr 50 bis 100 Fusz ber das Niveau der
umgebenden Ebene. Von einer kleinen Erhhung aus zhlte ich sechzig
solcher Cratere, von denen alle nher als eine Drittel-Meile aneinander
standen, und viele waren einander noch nher. Ich masz die Entfernung
zwischen zwei sehr kleinen Crateren und fand, dasz sie von dem
Gipfelrande des einen bis zum Rande des andern nur dreiszig Yards
betrug. Kleine Strme schwarzer, basaltischer Lava, welche Olivin und
viel glasigen Feldspath enthlt, sind von vielen, aber nicht von allen
diesen Crateren ausgeflossen. Die Oberflchen der neueren Strme waren
auszerordentlich zerrissen und waren durch grosze Spalten quer
durchsetzt; auch waren sie smmtlich in vollstndiger Confusion
miteinander verschmolzen und durcheinander gemengt. Indessen bezeichnete
das verschiedene Wachsthum der Bume auf den Strmen deutlich ihr
verschiedenes Alter. Ohne diesen letzteren Umstand htten die einzelnen
Strme nur in wenig Fllen unterschieden werden knnen; in Folge dessen
knnte man diesen weiten wellenfrmigen Strich (wie es wahrscheinlich
bei vielen solchen Strichen geschehen ist) irrthmlich als von einer
einzigen groszen berfluthung von Lava gebildet betrachten, anstatt von
einer Menge kleiner, aus vielen kleinen ffnungen ausgebrochener Strme.

An mehreren Stellen dieses Landstrichs, und ganz besonders am Fusze der
kleinen Cratere finden sich kreisfrmige Gruben mit senkrechten
Wandungen und von zwanzig bis vierzig Fusz tief. Am Fusze eines kleinen
Craters waren drei solcher Gruben vorhanden. Sie sind wahrscheinlich
durch das Einstrzen des Dachs kleiner Hhlen gebildet worden[90]. An
andern Stellen finden sich halbkuglige Hgel, welche groszen Lavablasen
hnlich sind, und deren Gipfel von unregelmszigen Sprngen gespalten
sind; diese scheinen, nach dem Versuch in sie einzudringen, sehr tief;
Lava ist aus diesen Hgeln nicht ausgeflossen. Es finden sich auch noch
andere sehr regelmszige halbkugelige Hgel, die aus stratificirter Lava
zusammengesetzt sind und auf deren Gipfel kreisfrmige Hhlen mit
steilen Seiten sich finden, welche, wie ich vermuthe, durch eine
Gasmasse gebildet worden sind, welche zuerst die Schichten zu einem
blasenhnlichen Hgel aufwlbten und dann ihren Gipfel absprengten.
Diese verschiedenen Arten von Hgeln und Gruben, ebenso wie die
zahlreichen kleinen, schlackigen Cratere, alles dies weist darauf hin,
dasz dieser Strich Landes beinahe wie ein Sieb durch den Austritt
erhitzter Dmpfe durchlchert worden ist. Die regelmszigeren Hgel
knnen nur aufgehuft worden sein, whrend sich die Lava in einem
erweichten Zustande befand[91].

~_Albemarle-Insel._~ -- Diese Insel besteht aus fnf groszen,
platt-gipfeligen Crateren, welche, zusammen mit dem einen auf der
benachbarten Insel Narborough, einander in eigenthmlicher Weise in Form
und Hhe hnlich sind. Der sdliche ist 4700 Fusz hoch, zwei andere sind
3720 Fusz hoch, ein dritter nur 50 Fusz hher, und die noch brigen dem
Anscheine nach von derselben Hhe. Drei von diesen sind in einer Linie
gelegen, und ihre Cratere erscheinen in nahezu der nmlichen Richtung
verlngert. Der nrdliche Crater, welcher nicht der grszte ist, ergab
durch Triangulation fr seinen uszern Durchmesser ein Masz von nicht
weniger als drei und ein Achtel Meilen. ber die Mndungsrnder dieser
groszen, breiten Kessel und aus kleinen ffnungen in der Nhe ihrer
Gipfel sind grosze Fluthen schwarzer Lava ihre nackten Seiten hinab
geflossen.

~Flssigkeitszustand verschiedener Laven.~ -- Aus der Nhe von Tagus
oder Banks' Cove untersuchte ich einen dieser groszen Strme von Lava,
welche wegen der deutlichen Beweise fr den hohen Grad ihrer frheren
Flssigkeit, besonders wenn man ihre Zusammensetzung in Betracht zieht,
merkwrdig ist. In der Nhe der Meereskste ist dieser Strom mehrere
Meilen breit. Die Lava besteht aus einer schwarzen compacten Basis,
welche leicht zu einer schwarzen Perle schmilzt, winklige und nicht sehr
zahlreiche Luftblasen enthlt und dicht mit groszen, zerbrochenen
Krystallen von glasigem Albit[92], die im Durchmesser von einem Zehntel
bis zu einem halben Zoll schwanken, durchsetzt ist. Obgleich diese Lava
auf den ersten Blick auffallend porphyrartig zu sein scheint, so kann
sie doch nicht eigentlich als solche angesehen werden, denn die
Krystalle sind offenbar von der Lava eingehllt, abgerundet und
durchdrungen worden, wie Bruchstcke eines fremdartigen Gesteins in
einem Trappgange. Dies war sehr deutlich an einigen Handstcken einer
hnlichen Lava von Abingdon-Insel, an welcher der einzige Unterschied
der war, dasz die Blschen sphrisch und zahlreicher waren. Der Albit in
diesen Laven findet sich in einem hnlichen Zustande wie der Leucit vom
Vesuv und wie der Olivin, welchen L. VON BUCH[93] als in groszen Kugeln
aus dem Basalt von Lanzarote vorspringend beschreibt. Auszer dem Albit
enthlt diese Lava zerstreute Krner eines grnen Minerals ohne
deutliche Spaltflchen und dem Olivin auszerordentlich hnlich[94]; da
es aber leicht zu einem grnen Glase schmilzt, gehrt es wahrscheinlich
zur Familie des Augit: indessen enthlt auf der James-Insel eine
hnliche Lava echten Olivin. Ich erhielt Handstcke von der wirklichen
Oberflche und aus einer Tiefe von vier Fusz; sie waren aber in
keinerlei Beziehung verschieden. Der betrchtliche Grad von Flssigkeit
dieses Lavastroms gieng sofort daraus hervor, dasz seine Oberflche
glatt und sanft abfallend war, ferner aus der Art und Weise, in welcher
der Hauptstrom durch kleine Unebenheiten in kleine Bche getheilt war,
und besonders aus der Art, in welcher seine Rnder, eine grosze Strecke
weit unterhalb seiner Ausgangsquelle und wo er schon in einem gewissen
Grade abgekhlt gewesen sein musz, sich zu fast gar Nichts verdnnten:
der Rand selbst bestand factisch aus losen Fragmenten, von denen wenige
grszer als ein Mannskopf waren. Der Contrast zwischen diesem Rande und
den steilen, ber zwanzig Fusz hohen Wnden, welche viele von den
basaltischen Strmen auf Ascension begrenzen, ist sehr merkwrdig. Es
ist allgemein angenommen worden, dasz Laven, welche auszerordentlich
reich an grossen Krystallen sind und winkelige Hhlungen enthalten[95],
nur geringe Flssigkeit besessen haben; wir sehen aber, dasz sich die
Sache auf der Albemarle-Insel verschieden verhalten hat. Der
Flssigkeitsgrad bei verschiedenen Laven scheint keiner ~anscheinenden~
entsprechenden Grsze der Verschiedenheit in ihrer Zusammensetzung zu
entsprechen: auf Chatham-Insel sind einige, viel glasigen Albit und
etwas Olivin enthaltende Strme so zerklftet, dasz sie mit einem
whrend eines Sturmes gefrornen Meere verglichen werden knnen; whrend
der grosze Strom auf der Albemarle-Insel beinahe so glatt ist, wie die
Oberflche eines durch eine leichte Brise gekruselten Sees. Auf
James-Insel bietet schwarze basaltische Lava, die sehr reich an kleinen
Olivin-Krnern ist, einen mittleren Grad von Rauhheit der Flche dar;
ihre Oberflche ist glnzend und die losgelsten Fragmente sind in einer
hchst merkwrdigen Weise Faltungen einer Draperie, Tauen und Stcken
von Baumrinde hnlich[96].

~Tuff-Cratere.~ -- Ungefhr eine Meile sdlich von Banks' Cove liegt ein
schner elliptischer Crater, ungefhr 500 Fusz tief und drei Viertel
Meile im Durchmesser. Seinen Grund nimmt ein See von Salzwasser ein, aus
welchem einige kleine craterfrmige Hgel von Tuff hervorragen. Die
untern Schichten werden aus compactem Tuff gebildet, welche wie eine
unter Wasser erfolgte Ablagerung erscheinen, whrend die obern
Schichten, rings um den ganzen Umfang, aus einem harten, zerreiblichen
Tuff von geringem specifischen Gewicht bestehen, aber hufig
Gesteinsfragmente in Lagern enthalten. Dieser obere Tuff enthlt
zahlreiche pisolithische Kugeln, ungefhr von der Grsze kleiner
Flintenkugeln, welche von der umgebenden Substanz nur darin verschieden
sind, dasz sie unbedeutend hrter und feinkrniger sind. Die Schichten
fallen sehr regelmszig nach allen Seiten hin ab, unter Winkeln, welche,
wie ich durch Messung gefunden habe, zwischen 25 und 30 Grad schwanken.
Die uszere Oberflche des Craters dacht sich mit einer nahezu hnlichen
Neigung ab; sie wird aus unbedeutend convexen Rippen gebildet, hnlich
denen auf den Schalen einer Kamm- oder Pilgrimsmuschel, welche in dem
Masze, als sie sich von der Mndung des Craters nach seiner Basis hin
erstrecken, breiter werden. Diese Rippen sind meist von acht bis zwanzig
Fusz breit, zuweilen sind sie aber selbst vierzig Fusz breit; sie sind
alten, mit Mrtel beworfenen, stark abgeplatteten Gewlben hnlich, von
denen sich der Mrtel in Platten abschlt: sie sind durch Hohlkehlen von
einander getrennt, welche durch alluviale Einwirkung weiter vertieft
sind. An ihrem obern und schmlern Ende in der Nhe der Mndung des
Craters bestehen diese Rippen hufig aus wirklichen hohlen Gngen,
hnlich denjenigen, aber im Ganzen kleiner als die, welche hufig durch
das Abkhlen der Rinde eines Lavastroms gebildet werden, whrend die
innern Theile noch weiter geflossen sind: -- Beispiele einer derartigen
Structur habe ich viel auf Chatham-Insel gesehen. Es kann daran kein
Zweifel sein, dasz diese hohlen Rippen oder gewlbten Stellen in einer
hnlichen Weise gebildet worden sind, nmlich durch das Sich-setzen und
Erhrten einer oberflchlichen Rinde auf Schlammstrmen, welche vom
obern Theil des Craters herabgeflossen sind. An einer andern Stelle
desselben Craters sah ich offene concave Canle, zwischen einem und zwei
Fusz breit, welche augenscheinlich durch das Hartwerden der unteren
Flche eines Schlammstroms, anstatt wie im vorhergehenden Falle der
oberen Flche, gebildet worden sind. Nach diesen Thatsachen ist es, wie
ich meine, sicher, dasz der Tuff als Schlamm geflossen sein musz[97].
Dieser Schlamm kann sich entweder innerhalb des Craters oder aus
Aschenmassen gebildet haben, welche an seinen obern Theilen abgelagert
und spter von Regenstrmen nach unten gewaschen worden sind. Die
erstere Bildungsart scheint in den meisten Fllen die wahrscheinlichere
zu sein; indessen erstrecken sich auf James-Insel einige Schichten der
zerreiblichen Tuffart so continuirlich ber eine unebene Oberflche,
dasz sie sich wahrscheinlich durch das Fallen von Aschenschauern
gebildet haben.

Innerhalb dieses nmlichen Craters stoszen Schichten eines groben,
hauptschlich aus Lavafragmenten zusammengesetzten Tuffs, wie eine fest
gewordene Bschung, an die inneren Wandungen. Sie erheben sich bis zu
einer Hhe von zwischen 100 und 150 Fusz ber die Oberflche des inneren
Salzwasser-Sees; sie fallen nach innen ein und sind unter einem von 30
bis 36 Grad schwankenden Winkel geneigt. Sie scheinen unter Wasser
gebildet worden zu sein, wahrscheinlich zu einer Zeit, wo das Meer die
Hhlung des Craters einnahm. Es berraschte mich zu beobachten, dasz
Schichten, welche eine solche bedeutende Neigung haben, sich, so weit
sie verfolgt werden konnten, nach ihrem untern Ende zu nicht verdickten.

~Banks' Cove.~ -- Dieser Hafen nimmt einen Theil des Innern eines
zertrmmerten Tuff-Craters ein, der grszer als der zuletzt beschriebene
ist. Der ganze Tuff ist compact und schlieszt zahlreiche Bruchstcke von
Lava ein; er sieht aus wie eine unter Wasser erfolgte Ablagerung. Der
merkwrdigste Zug in der Erscheinung dieses Craters ist die grosze
Entwickelung von nach einwrts convergirenden Schichten, welche, wie im
letzten Falle, unter einer betrchtlichen Neigung fallen und hufig in
unregelmszigen, gekrmmten Lagern abgesetzt sind. Diese inneren,
convergirenden Schichten, ebenso wie die eigentlichen, divergirenden
craterfrmigen Lager sind in der beistehenden flchtigen,
durchschnittsartigen Skizze der Vorlande (Fig. 13), welche diese Bucht
bilden, dargestellt. Die inneren und uszeren Schichten sind in ihrer
Zusammensetzung nur wenig verschieden; die ersteren sind offenbar das
Resultat der Abnutzung und Wiederablagerung der, die uszeren,
craterfrmigen Schichten bildenden Gesteinsmasse. Wegen der bedeutenden
Entwickelung dieser inneren Schichten knnte sich Jemand, welcher an dem
Rande dieses Craters herumgeht, auf einen kreisfrmigen anticlinischen
Sattel von geschichtetem Sandstein und Conglomerat versetzt vorstellen.
Das Meer nagt sowohl die inneren als uszeren Schichten weg, besonders
die letzteren, so dasz die nach innen convergirenden Schichten
vielleicht in einer knftigen Zeit allein stehen gelassen werden, ein
Fall, welcher einen Geologen anfangs verwirren drfte[98].

[Illustration: Fig. 13. Eine durchschnittartige Skizze der Banks' Cove
bildenden Vorberge, um die divergirenden craterfrmigen Schichten und
die innere convergirende geschichtete Bschung zu zeigen. Der hchste
Punkt dieser Berge ist 817 Fusz ber dem Meeresspiegel.]

~_James-Insel._~ -- Zwei Tuff-Cratere auf dieser Insel sind die einzig
brigen, welche irgend einer Erwhnung bedrfen. Einer derselben liegt
anderthalb Meile landeinwrts von Puerto-Grande; er ist kreisfrmig,
ungefhr eine Drittel Meile im Durchmesser und 400 Fusz tief. Er weicht
von allen Tuff-Crateren, welche ich untersucht habe, darin ab, dasz der
untere Theil seiner Hhlung, bis zu einer Hhe von zwischen 100 und 150
Fusz, von einer steil abfallenden Mauer von Basalt gebildet wird, was
dem Crater das Ansehen gibt, als sei er durch solide Felsflchen
durchgebrochen. Der obere Theil dieses Craters besteht aus Schichten des
umgewandelten Tuffs mit harzhnlichem Bruche. Seinen Boden nimmt ein
seichter See von Salzlake ein, Schichten von Salz bedeckend, welche auf
tiefem, schwarzem Schlamm aufliegen. Der andere Crater liegt einige
wenige Meilen davon entfernt und ist nur wegen seiner Grsze und seines
vollkommenen Zustandes merkwrdig. Sein Gipfel ist 1200 Fusz ber dem
Meeresspiegel hoch, und die innere Hhle ist 600 Fusz tief. Seine
uszere abfallende Flche bot wegen der Gltte der weiszen
Tuffschichten, welche einem ungeheuren gypsbekleideten Fuszboden hnlich
waren, einen merkwrdigen Anblick dar. Brattle Island ist, glaube ich,
der grszte aus Tuff gebildete Crater im Archipel; sein innerer
Durchmesser betrgt nahezu eine nautische Meile. Gegenwrtig ist er in
einem zerstrten Zustande, nach Sden hin offen und besteht aus wenig
mehr als einem halben Kreise; seine bedeutende Grsze ist wahrscheinlich
zum Theil das Resultat einer inneren Zerstrung durch die Einwirkung des
Meeres.

[Illustration: Fig. 14. Segment einer sehr kleinen Eruptionsffnung am
Strande der Sszwasser-Bucht.]

~Segment eines kleinen basaltischen Craters.~ -- Die eine Seite der
Sszwasser-Bucht (Freshwater-Bay) wird von einem Vorgebirge gebildet,
welches den letzten berrest eines groszen Craters darstellt. Am
Strandende dieses Vorgebirges ist ein quadrant-frmiges Segment eines
kleinen untergeordneten Eruptionspunktes bloszgestellt. Es besteht aus
neun einzelnen kleinen, aufeinander gehuften Lavastrmen und aus einer
unregelmszigen, ungefhr fnfzehn Fusz hohen Sule eines rthlich
braunen, blasigen Basalts, welcher auszerordentlich reich an groszen
Krystallen glasigen Albits und an geschmolzenem Augit ist. Diese Sule
und einige benachbarte Gesteinshgel am Strande stellen die Axe des
Craters dar. Die Lavastrme knnen in einer kleinen, senkrecht zur Kste
stehenden Schlucht zwischen zehn und fnfzehn Yards lang verfolgt
werden, bis sie unter Detritus verborgen werden; dem Strande entlang
sind sie in einer Lnge von nahezu achtzig Yards sichtbar; ich glaube
auch nicht, dasz sie sich viel weiter erstrecken. Die drei unteren
Strme sind mit der Sule in Verbindung und sind an dem
Vereinigungspunkte (wie in der beistehenden, an Ort und Stelle gemachten
flchtigen Skizze zu sehen ist) unbedeutend gebogen, als wren sie
gerade im Begriffe, ber den Rand des Craters berzuflieszen. Die oberen
sechs Strme waren ohne Zweifel ursprnglich mit dieser selben Sule
verbunden, ehe dieselbe vom Meere abgenagt wurde. Die Lava dieser Strme
ist von einer hnlichen Zusammensetzung wie die der Sule, ausgenommen,
dasz die Albitkrystalle strker zertrmmert sind und dasz die Krner von
geschmolzenem Augit fehlen. Jeder Strom ist von dem darber liegenden
durch eine, einige wenige Zolle bis hchstens einen oder zwei Fusz
mchtige Schicht loser, bruchstckartiger Schlacken getrennt, welche
allem Anscheine nach von einer Abreibung der Strme, wie sie ber
einander hingiengen, herrhren. Diese smmtlichen Strme sind wegen
ihrer Dnne sehr merkwrdig. Ich habe mehrere von ihnen sorgfltig
gemessen; einer derselben war acht Zoll dick, war aber oben drei Zoll,
unten gleichfalls drei Zoll, fest von einem rothen schlackenartigen
Gestein berzogen (was bei allen den Strmen der Fall ist); und dies
ergibt eine Gesammtdicke von vierzehn Zoll: diese Lnge wurde vllig
gleichmszig der ganzen Lnge des Durchschnitts nach eingehalten. Ein
zweiter Strom war nur acht Zoll dick, mit Einschlusz der oberen und
unteren schlackigen Flche. Bis ich diesen Durchschnitt untersucht
hatte, hatte ich es nicht fr mglich gehalten, dasz Lava in solch
gleichfrmig dnnen Schichten ber eine durchaus nicht glatte Flche
htte flieszen knnen. Diese kleinen Lavastrme sind in ihrer
Zusammensetzung jener groszen berfluthung von Lava auf Albemarle-Insel
uszerst hnlich, welche gleichfalls einen hohen Grad von
Leichtflssigkeit besessen haben musz.

~Scheinbar fremdartige Auswrflinge.~ -- In der Lava und in den
Schlacken dieses kleinen Craters fand ich mehrere Bruchstcke, welche
wegen ihrer eckigen Form, ihrer krnigen Structur und ihres Freiseins
von Luftblasen, sowie wegen ihres zerbrechlichen und verbrannten
Zustandes jenen Bruchstcken von primren Gesteinsarten auszerordentlich
hnlich waren, welche gelegentlich, wie auf Ascension, von Vulcanen
ausgeworfen werden. Diese Fragmente bestehen aus stark abgeriebenem,
glasigem Albit mit sehr unvollkommenen Spaltflchen, untermischt mit
halb abgerundeten Krnern eines stahlblauen Minerals mit trbe
glnzender Oberflche. Die Albitkrystalle sind von einem rothen
Eisenoxyd berzogen, welches wie eine niedergeschlagene Substanz
aussieht; auch ihre Spaltungsebenen sind zuweilen durch uszerst feine
Schichten dieses Oxyds getrennt, was den Krystallen das Ansehen gibt,
als wren sie mit Linien eingetheilt wie ein Glas-Micrometer. Es war
kein Quarz vorhanden. Das stahlblaue Mineral, welches in der Basaltsule
auszerordentlich reichlich vorhanden ist, aber in den von der Sule
ausgehenden Strmen verschwindet, hat ein geschmolzenes Ansehen und
bietet nur selten auch nur eine Spur von Spaltung dar; es gelang mir
indessen, eine Messung zu machen, aus welcher hervorgieng, dasz es Augit
war; und an einem andern Fragmente, welches von den andern darin abwich,
dasz es unbedeutend zellig war und allmhlich in die umgebende
Grundmasse bergieng, waren die Krner des Minerals ziemlich gut
krystallisirt. Obgleich ein so groszer Unterschied in der uszern
Erscheinung zwischen der Lava der kleinen Strme und besonders ihres
rothen, schlackenartigen berzugs, und diesen eckigen, ausgeworfenen
Fragmenten besteht, welche auf den ersten Blick leicht fr Syenit
gehalten werden knnen, so glaube ich doch, dasz die Lava durch das
Schmelzen und Fortbewegen einer Gesteinsmasse entstanden ist, welche
eine absolut hnliche Zusammensetzung wie diese Fragmente besessen hat.
Auszer dem oben erwhnten Exemplar, an welchem wir sehen, wie ein
solches Fragment unbedeutend zellig wurde und in die umgebende
Grundmasse bergieng, wird auch bei manchen Krnern des stahlblauen
Augits die Oberflche sehr fein blasig und ihre Beschaffenheit geht in
die der umgebenden Masse ber; andere Krner befinden sich in einem
intermediren Zustande. Die Grundmasse scheint aus Augit zu bestehen,
welcher vollkommener geschmolzen oder, noch wahrscheinlicher, nur durch
die Bewegung der Masse in seinem erweichten Zustande aufgerhrt und mit
dem Eisenoxyd und fein zerkleinerten glasigen Albit untermengt ist.
Wahrscheinlich rhrt es daher, dass der geschmolzene Augit, welcher in
der Basaltsule so reichlich vorhanden ist, in den Strmen
verschwindet. Der Albit ist in der Lava und in den eingeschlossenen
Fragmenten in genau demselben Zustand, ausgenommen, dass die meisten
Krystalle kleiner sind; in den Bruchstcken erscheinen sie aber weniger
reichlich: dies wird indessen die natrliche Folge des Aufschwellens der
augitischen Grundmasse und ihrer davon abhngigen scheinbaren
Massenzunahme sein. Es ist interessant, in dieser Weise die Schritte zu
verfolgen, durch welche ein compactes, krniges Gestein in eine blasige,
scheinbar porphyrartige Lava und schlieszlich in rothe Schlacke
umgewandelt wird. Die Structur und Zusammensetzung der eingeschlossenen
Fragmente zeigen, dasz sie Theile sind entweder von einer Masse primren
Gesteins, welches durch vulcanische Einwirkung einer bedeutenden
Vernderung unterlegen hat, oder noch wahrscheinlicher, von der
Rindenschicht einer abgekhlten und krystallirten Lavamasse, welche
spter zerbrochen und wieder flssig gemacht wurde: die Rinde wird von
der sich erneuernden Hitze und Bewegung weniger beeinfluszt worden sein.

~Schluszbemerkungen ber die Tuff-Cratere.~ -- Diese Cratere bieten
wegen der eigenthmlichen Beschaffenheit der harzartigen Substanz,
welche in groszem Umfang sich an ihrer Zusammensetzung betheiligt, wegen
ihrer Structur, ihrer Grsze und Anzahl einen der allerauffallendsten
Zge in der Geologie dieses Archipels dar. Die grosze Mehrzahl derselben
bildet entweder besondere Inseln oder an grszere Inseln angeheftete
Vorgebirge; und diejenigen unter ihnen, welche jetzt in einer geringen
Entfernung vom Ufer liegen, sind abgerieben und durchbrochen, so wie es
durch die Einwirkung des Meeres geschieht. Nach diesen allgemeinen
Verhltnissen ihrer Lage und nach der geringen Menge von ausgeworfener
Asche auf allen Theilen des Archipels werde ich zu der Folgerung
gefhrt, dass der Tuff hauptschlich durch das gegenseitige Abreiben von
Lavafragmenten innerhalb activer Cratere, welche mit dem Meere
communicirten, hervorgebracht worden ist. In der Entstehungsweise und
der Zusammensetzung des Tuffs und in dem hufigen Vorkommen eines
centralen Sees von Salzlauge oder von Salzschichten sind diese Cratere,
obschon in einem colossalen Maszstabe, den Salsen oder Schlammhgeln
hnlich, welche in einigen Theilen von Italien und in andern Lndern
hufig vorkommen[99]. Indessen wird ihr innigerer Zusammenhang mit
gewhnlicher vulcanischer Thtigkeit auf diesem Archipel durch die
Lachen von festgewordenem Basalt erwiesen, von denen sie zuweilen
erfllt sind.

Es erscheint auf den ersten Blick sehr merkwrdig, dasz bei den
smmtlichen aus Tuff gebildeten Crateren die sdlichen Seiten entweder
ganz niedergebrochen und vollstndig entfernt, oder viel niedriger sind
als die andern Seiten. Ich habe achtundzwanzig solcher Cratere gesehen
und Beschreibungen von ihnen erhalten; von diesen bilden zwlf besondere
Inseln[100] und existiren jetzt nur noch als blosze halbmondfrmige,
nach dem Sden offene Bogen, gelegentlich mit einigen vorragenden
Felsspitzen, welche ihren frheren Umfang andeuten; von den brigen
sechszehn bilden einige Vorgebirge und andere stehen in einer geringen
Entfernung vom Ufer landeinwrts; bei allen aber ist die sdliche Seite
entweder die niedrigste oder sie ist gnzlich zusammengebrochen. Bei
zweien von diesen sechszehn war indessen auch die nrdliche Seite
niedrig, whrend die stliche und westliche Seite vollstndig waren. Ich
habe auch nur von einer einzigen Ausnahme von der Regel, dasz diese
Cratere auf der Seite, welche nach einem zwischen Sdost und Sdwest
gelegenen Punkte des Horizontes hingerichtet ist, eingestrzt oder
niedrig sind, weder etwas gesehen noch gehrt. Diese Regel gilt nicht
fr Cratere, welche aus Lava und Schlacke zusammengesetzt sind. Die
Erklrung ist einfach: auf diesem Archipel fallen die durch die
Passatwinde hervorgerufenen Wellen und der von den weiter entfernten
Theilen des offenen Oceans fortgepflanzte Wogenschwall in der Richtung
zusammen (was an vielen Stellen des stillen Oceans nicht der Fall ist),
und beide greifen nun mit verbundenen Krften die sdliche Seite
smmtlicher Inseln an; in Folge dessen ist der sdliche Abhang, selbst
wenn er gnzlich aus hartem, basaltischem Gestein gebildet wird,
ausnahmslos steiler als der nrdliche Abhang. Da die Tuff-Cratere aus
einem weichen Material zusammengesetzt sind und da wahrscheinlich alle,
oder beinahe alle, in einer gewissen Periode im Meere eingetaucht
gestanden haben, so drfen wir uns nicht wundern, dasz sie auf ihren
strker exponirten Seiten ausnahmslos die Wirkungen dieser mchtigen,
denudirenden Kraft darbieten. Nach dem stark abgenutzten Zustande vieler
dieser Cratere zu urtheilen, ist es wahrscheinlich, dasz manche ganz und
gar fortgewaschen worden sind. Da wir keinen Grund haben, zu vermuthen,
dasz die aus Schlacken und Lava gebildeten Cratere zur Eruption
gelangten whrend sie im Meer standen, so knnen wir auch einsehen,
weshalb jene Regel nicht fr sie gilt. Auf Ascension zeigte es sich,
dasz die Mndungen der Cratere, welche dort smmtlich terrestrischen
Ursprungs sind, von den Passatwinden afficirt worden sind. Dieselbe
Kraft knnte auch dazu beitragen, die nach dem Winde zu gelegene und
exponirte Seite einiger dieser Cratere ursprnglich zur niedrigsten zu
machen.

~Mineralogische Zusammensetzung der Gesteine.~ -- Auf den nrdlichen
Inseln scheinen die basaltischen Laven allgemein mehr Albit zu
enthalten, als in der sdlichen Hlfte des Archipels; es enthalten aber
beinahe smmtliche Strme etwas. Der Albit ist nicht selten mit Olivin
verbunden. An keinem einzigen Exemplar beobachtete ich deutlich
unterscheidbare Krystalle von Hornblende oder Augit; ich nehme dabei die
geschmolzenen Krner in den ausgeworfenen Bruchstcken und in der
Basaltsule des oben beschriebenen kleinen Craters aus. Ich bin auf kein
einziges Exemplar echten Trachyts gestoszen; es sind zwar manche von den
blsseren Laven, wenn sie sehr reich an groszen Krystallen des harten
und glasigen Albits sind, in einem gewissen Grade diesen Gesteinen
hnlich; aber in allen Fllen schmilzt die Grundmasse zu einem schwarzen
Schmelz. Schichten von Asche und weit ausgeworfenen Schlacken fehlen,
wie frher angegeben wurde, beinahe ganz; auch habe ich nicht ein
Bruchstck von Obsidian oder Bimsstein gesehen. L. VON BUCH[101] glaubt,
dasz das Fehlen von Bimsstein am Aetna eine Folge davon ist, dasz der
Feldspath zu der Variett des Labrador-Feldspaths gehrt; wenn das
Vorhandensein von Bimsstein von der Zusammensetzung des Feldspaths
abhngt, so wre es merkwrdig, dasz er auf diesem Archipel gar nicht,
und auf der Cordillera in Sd-America so reichlich vorhanden ist, da in
diesen beiden Gegenden der Feldspath zu der Variett des
Albit-Feldspaths gehrt. In Folge des Fehlens von Aschenmassen und wegen
des im Allgemeinen unzersetzlichen Characters der Lava auf diesem
Archipel werden die Inseln nur langsam mit einer rmlichen Vegetation
bekleidet und die ganze Scenerie hat ein desolates und schauriges
Ansehen.

~Erhebung des Landes.~ -- Beweise fr das Emporsteigen des Landes sind
drftig und unvollkommen. Auf Chatham-Insel beobachtete ich einige
grosze Lava-Blcke, welche durch kalkige Substanz verkittet waren und
recente Muscheln enthielten; sie kamen aber nur in der Hhe von einigen
wenigen Fuszen oberhalb der Fluthgrenze vor. Einer von den Officieren
gab mir einige Muschelfragmente, welche er mehrere hundert Fusz ber dem
Meeresspiegel in dem Tuff von zwei, von einander entfernt liegenden
Crateren eingeschlossen gefunden hatte. Es ist mglich, dasz diese
Fragmente in ihre gegenwrtige Hhe mit einer Schlammeruption gebracht
worden sind; da sich aber in einem Falle zerbrochene und beinahe eine
Schicht bildende Austernschalen in ihrer Gesellschaft fanden, so ist es
wahrscheinlicher, dasz der Tuff mit den Muscheln in Masse emporgehoben
wurde. Die Exemplare sind so unvollkommen, dasz sie nur als zu recenten
marinen Gattungen gehrend wiedererkannt werden knnen. Auf
Charles-Insel beobachtete ich eine Reihe groszer abgerundeter Blcke,
welche auf dem Gipfel einer verticalen Klippe in der Hhe von fnfzehn
Fusz oberhalb der Linie, bis zu welcher die Wirkung des Meeres whrend
der heftigsten Strme reicht, aufgehuft waren. Dies schien auf den
ersten Blick einen guten Beweis zu Gunsten der Ansicht von der Erhebung
des Landes darzubieten; es war dies aber eine vllige Tuschung; denn
spter habe ich an einem benachbarten Theile dieser nmlichen Kste
gesehen und es von Augenzeugen gehrt, dasz berall da, wo ein neuer
Lavastrom eine glatte geneigte Flche bildet, welche in das Meer
eintritt, die Wellen whrend der Strme die Kraft haben, ~abgerundete
Blcke~ bis zu einer bedeutenden Hhe ~aufzurollen~, hher als die Linie
ihrer gewhnlichen Wirkung liegt. Da die kleine Klippe in dem
vorliegenden Fall von einem Lavastrom gebildet wird, welcher, ehe er
durch Abnagen mit seinem Ende zurcktrat, in das Meer mit einer sanft
abfallenden Flche eintrat, so ist es mglich, oder vielmehr
wahrscheinlich, dasz die abgerundeten, jetzt auf seinem Gipfel liegenden
Blcke einfach die berreste von denen sind, welche whrend der Strme
bis zu ihrer gegenwrtigen Hhe ~hinaufgerollt~ wurden.

~Richtung der Eruptionsspalten.~ -- Man kann die vulcanischen Mndungen
auf dieser Gruppe nicht als ganz ordnungslos zerstreut betrachten. Drei
grosze Cratere auf Albemarle-Insel bilden eine wohlausgeprgte Linie,
welche sich von Nordwest bei Nord nach Sdost bei Sd erstreckt.
Narborough-Insel und der grosze Crater auf dem rechteckigen Vorsprung
von Albemarle-Insel bilden eine zweite parallele Reihe. Nach Osten hin
bilden Hood's-Insel und die Inseln und Felsen zwischen ihr und
James-Insel eine andere, nahezu parallele Reihe, welche in ihrer
Verlngerung Culpepper und Wenman-Inseln trifft, die siebzig Meilen nach
Norden entfernt liegen. Die andern noch weiter nach Osten liegenden
Inseln bilden eine weniger regelmszige vierte Linie. Mehrere von diesen
Inseln und die Auswurfsffnungen auf Albemarle-Insel liegen so, dasz sie
gleichfalls auf eine Gruppe von im Allgemeinen parallelen Linien fallen,
welche die frheren unter rechten Winkeln schneiden, so dasz hiernach
die hauptschlichsten Cratere augenscheinlich auf den Punkten liegen, wo
zwei Spaltengruppen einander schneiden. Die Inseln selbst sind, mit
Ausnahme von Albemarle-Insel, nicht in derselben Richtung wie die Linien
verlngert, auf welchen sie stehen. Die Richtung dieser Inseln ist
nahezu die nmliche, wie die, welche in einer so merkwrdigen Weise in
den zahlreichen Archipelen des groszen Stillen Oceans vorherrscht.
Endlich will ich noch bemerken, dasz es auf den Galapagos-Inseln nicht
einen einzigen dominirenden Crater gibt, der viel hher wre als alle
die brigen, wie man es auf vielen vulcanischen Archipelen beobachten
kann: der hchste ist der grosze Wall am sdwestlichen Ende von
Albemarle-Insel, welcher mehrere andere in der Nhe liegende Vulcane um
kaum tausend Fusz berragt.

[87] Bei dieser Messung schliesze ich die kleinen vulcanischen Inseln,
Culpepper- und Wenman-Insel, aus; sie liegen siebenzig Meilen nrdlich
von der Gruppe. Cratere waren auf smmtlichen Inseln des Archipels
sichtbar, ausgenommen auf Towers-Insel, welche eine der niedrigsten ist;
es ist indessen diese Insel aus vulcanischen Gesteinen gebildet.

[88] Die Kalk enthaltenden Concretionen, von welchen ich mitgetheilt
habe, dasz sie sich in einer Schicht von Asche gebildet haben, bieten in
einem gewissen Grade eine hnlichkeit mit dieser Substanz dar, haben
aber keinen harzigen Bruch. Auch auf St. Helena habe ich Adern von einer
in gewisser Weise hnlichen, compacten, aber nicht harzartigen Substanz
gefunden, welche in einer Schicht von Bimsstein-Asche vorkam,
augenscheinlich frei von kalkiger Substanz: in keinem von beiden Fllen
kann Hitze eingewirkt haben.

[89] Diejenigen Geologen, welche den Ausdruck >Tuff< auf Aschenmassen
von weiszer Frbung beschrnken, welche das Resultat des Zerkleinerns
feldspathiger Laven sind, werden diese braun gefrbten Schichten
>Peperino< nennen.

[90] ~lie de Beaumont~ hat (Mm. pour servir etc. Tom. IV. p. 113)
viele petits cirques d'boulement um tna beschrieben, unter denen von
einigen der Ursprung historisch bekannt ist.

[91] Sir ~G. Mackenzie~ hat (Travels in Iceland, p. 389 bis 392) eine
Lava-Ebene am Fusze des Hecla beschrieben, welche berall in grosze
Blasen aufgehoben ist. Sir ~George~ gibt an, dasz diese blasige Lava die
oberste Schicht bildet; dieselbe Thatsache ist von ~L. von Buch~ in
Bezug auf den basaltischen Strom in der Nhe von Realejo auf Teneriffa
besttigt worden (Description des les Canaries, p. 159). Es erscheint
eigenthmlich, dasz gerade die oberen Strme caverns sein sollen, denn
man sieht keinen Grund, warum die oberen und unteren nicht zu
verschiedenen Zeiten gleichfrmig afficirt worden sein knnen; -- sind
die unteren Strme unter dem Drucke des Meeres geflossen und so nach dem
Austritt von Gasmassen durch sie hindurch spter abgeplattet worden?

[92] In der Cordillera von Chile habe ich Lava gesehen, welche dieser
Variett vom Galapagos-Archipel uszerst hnlich war. Sie enthielt
indessen auszer dem Albit gut ausgebildete Krystalle von Augit, und die
Basis (vielleicht in Folge der Aggregation der augitischen Theilchen)
war eine Schattirung heller in der Farbe. Ich will hier bemerken, dasz
ich in allen diesen Fllen die Feldspathkrystalle >~Albit~< nenne, weil
ihre Spaltungsebenen (mit dem Reflexions-Goniometer gemessen) denen
jenes Minerals entsprachen. Da man indessen bei einer andern Species
dieser Gattung neuerdings entdeckt hat, dasz sie sich in nahezu
denselben Ebenen spaltet wie der Albit, so musz jene Bezeichnung nur fr
provisorisch betrachtet werden. Ich habe die Krystalle in den Laven
vieler verschiedener Theile der Galapagos-Gruppe untersucht und
gefunden, dasz keine von ihnen, mit Ausnahme einiger Krystalle von einer
Stelle auf James-Insel, Spaltungsflchen von der Richtung zeigte wie
Orthit oder Kali-Feldspath.

[93] Description des les Canaries, p. 295.

[94] ~Humboldt~ erwhnt, dasz er ein, in den vulcanischen Gesteinen der
Cordillera vorkommendes, grnes augitisches Mineral irrthmlich fr
Olivin hielt.

[95] Die unregelmszige und winklige Form der Blschen ist
wahrscheinlich durch das ungleiche Nachgeben einer, fast in gleichen
Verhltnissen aus soliden Krystallen und einer zhflssigen Basis
bestehenden Masse verursacht. Sicherlich scheint es, wie sich auch htte
erwarten lassen, ein ganz allgemeines Verhalten zu sein, dasz in Lava,
welche einen hohen Grad von Flssigkeit, ~ebenso wie ein gleichfrmiges
Korn~ besessen hat, die Blschen innen glatt und sphrisch sind.

[96] Ein Handstck von basaltischer Lava mit einigen wenigen
zerbrochenen Krystallen von Albit, was mir einer der Officiere gegeben
hat, ist vielleicht der Beschreibung werth. Es besteht aus cylindrischen
Ramificationen, von denen einige nur ein Zwanzigstel Zoll im Durchmesser
halten und in die schrfsten Spitzen ausgezogen sind. Die Masse hat sich
nicht nach Art eines Stalactiten gebildet, denn die Spitzen gehen sowohl
nach oben als nach unten aus. Nur ein Vierzigstel Zoll im Durchmesser
messende Kgelchen sind von einigen der Spitzen abgetropft und hngen an
den nchstliegenden Zweigen. Die Lava ist blasig; die Blschen erreichen
aber nirgends die Oberflche, welche glatt und glnzend ist. Da
allgemein angenommen wird, dasz Blschen immer in der Richtung der
Bewegung der flssigen Masse verlngert sind, so will ich bemerken, dasz
in diesen cylindrischen Zweigen, welche im Durchmesser von nur einem
Zwanzigstel Zoll bis zu einem Zoll schwanken, eine jede Luftblase
sphrisch ist.

[97] Diese Schluszfolgerung ist von einigem Interesse, weil Mr.
~Dufrnoy~ (Mmoires pour servir etc. Tom. IV. p. 274) aus dem Umstande,
dasz Tuffschichten von augenscheinlich hnlicher Zusammensetzung wie die
hier beschriebenen unter Winkeln von zwischen 18 und 20 geneigt sind,
gefolgert hat, dasz der Monte Nuovo und andere Cratere im sdlichen
Italien durch Erhebung gebildet worden sind. Aus den oben angefhrten
Thatsachen, dem gewlbten Character der einzelnen Leisten, und dem
Umstand, dasz der Tuff sich nicht in horizontalen Flchen rund um diese
craterfrmigen Hgel ausbreitet, wird Niemand folgern, dasz diese
Schichten durch Erhebung hervorgebracht worden sind; und doch sehen wir,
dasz ihre Neigung ber 20 betrgt und hufig bis 30 steigt. Auch die
consolidirten Schichten der inneren Bschung fallen, wie sofort
angegeben werden wird, unter einem Winkel von ber 30 Graden.

[98] Ich glaube, dasz dieser Fall factisch auf den Azoren vorkommt, wo
Dr. ~Webster~ (Description, p. 185) eine bassinfrmige, kleine Insel
beschrieben hat, welche aus nach innen fallenden und nach auszen von
steilen, vom Meer zernagten Klippen begrenzten ~Schichten~ von ~Tuff~
zusammengesetzt ist. ~Daubeny~ (on Volcanos, p. 266) vermuthet, dasz
diese Hhlung durch eine kreisfrmige Senkung gebildet worden sein musz.
Es scheint mir viel wahrscheinlicher zu sein, dasz wir hier Schichten
vor uns haben, welche ursprnglich innerhalb der Hhle eines Craters
abgelagert wurden, dessen uszere Wandungen seitdem vom Meere
weggewaschen worden sind.

[99] ~D'Aubuisson~, Trait de Gognosie, Tom. I. p. 189. Ich will hier
noch erwhnen, dasz ich auf Terceira in den Azoren einen Crater von Tuff
oder Peperino gesehen habe, welcher denen auf dem Galapagos-Archipel
sehr hnlich war. Nach der in ~Freycinet's~ Reise gegebenen Beschreibung
kommen hnliche auch auf den Sandwich-Inseln vor; wahrscheinlich finden
sich solche noch an vielen anderen Orten.

[100] Diese sind: die drei Crossman-Inselchen, von denen die grszte 600
Fusz hoch ist; Enchanted Island (Bezauberte Insel); Gardner Insel (760
Fusz hoch); Champion-Insel (331 Fusz hoch); Enderby-Insel;
Brattle-Insel; zwei Inselchen nahe bei Indefatigable Island, und eines
nahe bei James-Insel. Ein zweiter Crater in der Nhe der James-Insel
(mit einem Salzsee in seinem Centrum) hat eine Sdseite, welche nur
ungefhr zwanzig Fusz hoch ist, whrend die anderen Theile des Umfangs
ungefhr 300 Fusz hoch sind.

[101] Description des les Canaries, p. 328.




Sechstes Capitel.

Trachyt und Basalt. -- Verbreitung der vulcanischen Inseln.

     Das Einsinken von Krystallen in flssige Lava. -- Specifisches
     Gewicht der constituirenden Bestandtheile des Trachyt und Basalt
     und ihre sptere Trennung. -- Obsidian. -- Scheinbar nicht
     erfolgende Trennung der Elemente der plutonischen Gesteine. --
     Ursprung der Trappgnge in der plutonischen Reihe. -- Verbreitung
     vulcanischer Inseln; ihr Vorherrschen in den groszen Oceanen. --
     Sie sind meist in Reihen angeordnet. -- Die centralen Vulcane L.
     VON BUCH's zweifelhaft. -- Vulcanische Inseln Continente umsumend.
     -- Alter vulcanischer Inseln und ihre Erhebung in Masse. --
     Eruptionen auf parallelen Spaltungslinien innerhalb einer und
     derselben geologischen Periode.


~ber die Trennung der constituirenden Mineralien der Lava je nach ihrem
specifischen Gewicht.~ -- Die eine Seite von Freshwater-Bay auf
James-Insel wird von dem Rest eines im letzten Capitel erwhnten Craters
gebildet, dessen Inneres von einem, ungefhr 2000 Fusz mchtigen
Basaltsee ausgefllt worden ist. Dieser Basalt ist von einer grauen
Farbe und enthlt viele Krystalle von glasigem Albit, welche in dem
unteren, schlackigeren Theile viel zahlreicher werden. Dies steht im
Widerspruch mit dem, was sich htte erwarten lassen; denn wenn die
Krystalle ursprnglich in gleicher Anzahl verbreitet gewesen wren, so
wrde die strkere Anschwellung dieses unteren schlackigen Theils sie in
einer geringeren Zahl haben erscheinen lassen. L. VON BUCH[102] hat
einen Obsidian-Strom am Pik von Teneriffa beschrieben, an welchem die
Feldspath-Krystalle immer zahlreicher und zahlreicher werden in dem
Masze, als die Tiefe oder Mchtigkeit zunimmt, so dasz in der Nhe der
unteren Flche des Stroms die Lava selbst einem primren Gestein
hnlich wird. L. VON BUCH gibt ferner an, dasz DRE in seinen
Experimenten ber das Schmelzen von Lava gefunden hat, dasz die
Feldspath-Krystalle immer die Neigung haben, sich auf den Boden des
Schmelztiegels niederzuschlagen. In diesen Fllen, meine ich, lszt sich
nicht daran zweifeln[103], dasz die Krystalle in Folge ihres Gewichts
untersinken. Das specifische Gewicht des Feldspaths schwankt[104] von
2,4 bis zu 2,58, whrend der Obsidian gewhnlich 2,3 bis zu 2,4 zu
wiegen scheint; in einem verflssigten Zustande wird sein specifisches
Gewicht wahrscheinlich noch geringer sein, was das Untersinken der
Feldspath-Krystalle erleichtern wird. Auf James-Insel drften die
Albit-Krystalle, obschon sie ohne Zweifel von geringerem Gewicht sind
als der graue Basalt an den Stellen, wo er compact ist, wohl leicht von
grszerem specifischen Gewichte als die aus geschmolzener Lava und
Blasen von erhitztem Gas gebildete schlackenartige Masse sein.

Das Untersinken von Krystallen durch eine klebrige Substanz wie
geschmolzenes Gestein, wie es nach unzweideutigen Beweisen in den
Experimenten DRE's der Fall gewesen ist, ist noch weiterer Betrachtung
werth, da es Licht wirft auf die Trennung der trachytischen und
basaltischen Reihen von Laven. Mr. P. SCROPE hat Betrachtungen ber
diesen Gegenstand angestellt; er scheint aber keine positiven
Thatsachen, solche wie die oben angefhrten, gekannt zu haben; er hat
auch ein, wie es mir erscheint, sehr nothwendiges Element in der
Erscheinung bersehen, -- nmlich das Vorhandensein entweder des
leichteren oder des schwereren Minerals in Krnern oder in Krystallen.
Bei einer Substanz von unvollkommener Flssigkeit, wie geschmolzenem
Gestein, ist es kaum glaublich, dasz die einzelnen, unendlich kleinen
Atome, mgen sie von Feldspath, Augit oder von irgend einem andern
Mineral sein, die Kraft haben werden, durch ihr unbedeutend
verschiedenes specifisches Gewicht die Reibung zu berwinden, welche
durch ihre Bewegung hervorgerufen wird; wenn aber die Atome irgend eines
dieser Minerale, whrend die brigen flssig blieben, zu Krystallen oder
Krnchen verbunden wren, so ist es leicht zu begreifen, dasz in Folge
der verringerten Reibung ihr Vermgen einzusinken oder zu schwimmen
bedeutend vermehrt wrde. Wenn aber andererseits die smmtlichen
Mineralbestandtheile zu derselben Zeit krnig wrden, so ist es kaum
mglich, wegen ihres gegenseitigen Widerstandes, dasz dann irgend eine
Trennung eintreten knnte. Eine werthvolle praktische Entdeckung, welche
die Wirkung des Krnigwerdens eines einzelnen Elementes in einer
flssigen Masse, als dessen Trennung untersttzend, erlutert, ist vor
Kurzem gemacht worden: wenn Blei, welches eine geringe Portion von
Silber enthlt, whrend seiner Abkhlung bestndig geschttelt wird, so
wird es granulirt, und die Krner oder unvollkommenen Krystalle von
nahezu reinem Blei sinken zu Boden, einen Rckstand von geschmolzenem,
an Silber viel reicherem Metall zurcklassend, whrend, wenn die
Mischung ungestrt gelassen, wennschon fr eine lange Zeit flssig
erhalten wird, die beiden Metalle kein Zeichen einer Trennung erkennen
lassen[105]. Der einzige Nutzen des Schttelns scheint in der Bildung
einzelner Krnchen zu bestehen. Das specifische Gewicht des Silbers ist
10,4, das des Bleis 11,35; das krnig gewordene Blei, welches zu Boden
sinkt, ist niemals absolut rein und die rckstndige flssige
Metallmasse enthlt, wenn sie am reichsten ist, nur 1/119 Silber. Da die
durch die verschiedenen Proportionen der beiden Metalle verursachte
Verschiedenheit des specifischen Gewichts so auszerordentlich gering
ist, so wird die Trennung wahrscheinlich in einem bedeutenden Grade
durch die Gewichtsverschiedenheit zwischen dem zwar krnigen, aber noch
heiszen und dem flssigen Blei untersttzt.

In bereinstimmung mit den oben angefhrten Thatsachen drfen wir
erwarten, dasz in einer, einige Zeit lang ruhig ohne irgend eine heftige
Strung gelassenen Masse flssig gewordenen vulcanischen Gesteins, wenn
eines der constituirenden Mineralien zu Krystallen oder Krnchen
aggregirt oder in diesem Zustande aus einer schon frher existirenden
Masse eingeschlossen wird, derartige Krystalle oder Krner ihrem
specifischem Gewicht entsprechend steigen oder sinken werden. Wir haben
nun deutliche Beweise dafr, dasz Krystalle in viele Laven
eingeschlossen worden sind, so lange der Teig oder die Grundmasse
derselben flssig blieb. Ich brauche nur als Beispiele die verschiedenen
groszen, tuschend porphyrhnlichen Strme auf den Galapagos-Inseln und
die trachytischen Strme in vielen Theilen der Welt anzufhren, in
welchen wir Feldspath-Krystalle durch die Bewegung der umgebenden
halbflssigen Masse verbogen und zerbrochen finden. Laven sind
hauptschlich zusammengesetzt aus drei Varietten von Feldspath, welche
in ihrem specifischen Gewicht von 2,4 bis zu 2,74 schwanken, aus
Hornblende und Augit, welche von 3,0 bis 3,4 schwanken, aus Olivin, von
3,3 bis zu 3,4 variirend, und endlich aus Eisenoxyden mit einem
specifischen Gewicht von 4,8 bis 5,2. Es wrden daher in eine Masse von
flssig gewordener, aber nicht stark blasiger Lava eingeschlossene
Feldspath-Krystalle die Neigung haben, nach den oberen Theilen
aufzusteigen, und Krystalle oder Krner der andern Mineralien, in
gleicher Weise eingeschlossen, werden zu sinken neigen. Wir drfen
indessen in einem so klebrigen und zhflssigen Material keinen
irgendwie vollkommenen Grad von Trennung erreicht zu sehen erwarten.
Trachyt, welcher hauptschlich aus Feldspath mit etwas Hornblende und
Eisenoxyd besteht, hat ein specifisches Gewicht von ungefhr 2,45[106],
whrend hauptschlich aus Augit und Feldspath, hufig mit viel Eisen und
Olivin zusammengesetzter Basalt ein specifisches Gewicht von ungefhr
3,0 besitzt. Dem entsprechend finden wir, dasz, wo beiderlei Arten
sowohl trachytische als basaltische Strme aus derselben ffnung
hervorgegangen sind, die trachytischen Strme meist zuerst zur Eruption
gelangt sind, wie wir annehmen mssen in Folge des Umstandes, dasz sich
die geschmolzene Lava dieser Reihe in den oberen Theilen des
vulcanischen Herdes angesammelt hat. Diese Reihenfolge des Ausbruchs ist
von BEUDANT, SCROPE und andern Autoren beobachtet worden; auch sind drei
Beispiele hiervon in dem vorliegenden Buche mitgetheilt worden. Da
indessen die spteren Eruptionen aus den meisten vulcanischen Bergen
durch ihre basalen Theile durchgebrochen sind, und zwar in Folge der
vermehrten Hhe und Schwere der innern Sule geschmolzenen Gesteins, so
sehen wir, warum in den meisten Fllen nur die untern Seiten der
centralen, trachytischen Massen von basaltischen Strmen eingehllt
sind. Die Trennung der Bestandtheile einer Lavamasse drfte vielleicht
zuweilen innerhalb des Gerstes eines vulcanischen Berges stattfinden,
wenn er hoch und von groszen Dimensionen ist, anstatt innerhalb des
unterirdischen Herdes; in diesem Falle wrden trachytische Strme
beinahe gleichzeitig oder in kurzen wiederkehrenden Intervallen von
seinem Gipfel aus und basaltische Strme von seinem Fusze aus ergossen
werden: dies scheint auf Teneriffa stattgefunden zu haben[107]. Ich
brauche nur noch weiter zu bemerken, dasz in Folge heftiger Strungen
die Trennung der beiden Reihen, selbst unter im brigen gnstigen
Bedingungen, natrlicherweise hufig verhindert und gleichfalls ihre
gewhnliche Reihenfolge der Eruption umgekehrt werden wird. Wegen des
hohen Grades von Flssigkeit der meisten basaltischen Laven wrden
vielleicht diese in vielen Fllen die Oberflche erreichen.

Da wir gesehen haben, dasz in dem von L. VON BUCH beschriebenen
Beispiele Feldspath-Krystalle in Obsidian untersinken, in
bereinstimmung mit ihrem bekannten grszeren specifischen Gewichte, so
drfen wir auch in jedem trachytischen District, wo Obsidian als Lava
geflossen ist, zu finden erwarten, dasz er von den oberen oder hchsten
ffnungen ausgegangen ist. Dies gilt nach der Angabe L. VON BUCH's in
einer merkwrdigen Weise sowohl fr die Liparischen Inseln, als auch fr
den Pik von Teneriffa; an diesem letzteren Orte ist Obsidian niemals aus
einer geringeren Hhe als 9200 Fusz geflossen. Allem Anschein nach ist
Obsidian auch von den hchsten Piks der Peruanischen Cordillera
ausgebrochen. Ich will nur noch weiter bemerken, dasz das specifische
Gewicht des Quarzes von 2,6 zu 2,8 schwankt, und dasz er daher, wenn er
in einem vulcanischen Herde vorhanden ist, keine Neigung haben wird, mit
den basaltischen Grundmassen zu sinken; dies erklrt vielleicht das
hufige Vorkommen und die auszerordentliche Menge dieses Minerals in den
Laven der trachytischen Reihe, wie in frheren Theilen des vorliegenden
Buches beschrieben wurde.

Ein Einwand gegen die vorstehend entwickelte Theorie wird vielleicht aus
dem Umstande entnommen, dasz die plutonischen Gesteine nicht in zwei
offenbar verschiedene Reihen von verschiedenem specifischem Gewicht
getrennt werden, trotzdem sie wie die vulcanischen flssig gewesen sind.
Als Antwort darauf mag zuerst bemerkt werden, dasz wir keinen Beweis
dafr haben, dasz die Atome irgend eines der constituirenden Minerale in
der plutonischen Gesteinsreihe aggregirt wurden, whrend die andern
flssig blieben, was, wie wir nachzuweisen gesucht haben, eine beinahe
nothwendige Bedingung fr ihre Trennung ist; im Gegentheil haben die
Krystalle meist ihre Form auf einander eingedrckt[108].

An zweiter Stelle wird die vollkommene Ruhe, in welcher aller
Wahrscheinlichkeit nach die in ungeheuren Tiefen begrabenen plutonischen
Massen erkaltet sind, uszerst wahrscheinlich der Trennung ihrer
mineralischen Bestandtheile in hohem Grade ungnstig sein; denn wenn die
Anziehungskraft, welche whrend der fortschreitenden Erkaltung die
Molecule der verschiedenen Mineralien zusammenzieht, mchtig genug ist,
sie beisammen zu halten, so wird die Reibung zwischen solchen
halbgebildeten Krystallen oder teigigen Kgelchen sehr wirksam die
schwereren am Sinken und die leichteren am Aufsteigen hindern.
Andererseits wird ein geringer Grad von Strung, welcher wahrscheinlich
in den meisten vulcanischen Herden vorkommen wird und welcher, wie wir
gesehen haben, die Trennung von Bleikrnchen aus einer Mischung von
geschmolzenem Blei und Silber oder von Feldspath-Krystallen aus
Lavastrmen, dadurch, dasz er die weniger vollkommen gebildeten
Kgelchen zerbricht und auflst, nicht hindert, es den vollkommneren und
daher nicht zerbrochenen Krystallen gestatten, zu sinken oder zu steigen
je nach ihrem specifischen Gewicht.

Obgleich unter den plutonischen Gesteinen zwei, der trachytischen und
der basaltischen Reihe entsprechende, verschiedene Species nicht
existiren, so vermuthe ich doch stark, dasz ein gewisser Betrag von
Trennung ihrer constituirenden Bestandtheile hufig stattgefunden hat.
Ich vermuthe dies, weil ich beobachtet habe, wie Gnge von Grnstein und
Basalt weit ausgedehnte Granitformationen und die verwandten
metamorphischen Gesteine durchsetzt haben. Ich habe niemals einen Bezirk
in einer weit ausgedehnten granitischen Gegend untersucht, ohne Gnge
entdeckt zu haben; ich will beispielsweise die zahlreichen Trappgnge in
mehreren Bezirken von Brasilien, Chile und Australien und am Cap der
Guten Hoffnung erwhnen; es kommen gleichfalls viele solche Gnge in den
groszen granitischen Gebieten von Indien, im Norden von Europa und in
andern Lndern vor. Woher ist nun der diese Gnge bildende Grnstein und
Basalt gekommen? Haben wir, wie manche von den lteren Geologen,
anzunehmen, dasz eine Trappzone gleichfrmig unter der granitischen
Gesteinsreihe, welche, so viel wir wissen, die Grundlagen der Erdrinde
bildet, ausgebreitet vorhanden sei? Ist es nicht wahrscheinlicher, dasz
diese Gnge in der Weise gebildet worden sind, dasz Spalten in die zum
Theil erkalteten Gesteine der granitischen und metamorphischen Reihe
eingedrungen sind und dasz die, hauptschlich aus Hornblende bestehenden
flssigeren Theile aus letzterer ausschwitzten und in derartigen Spalten
eingesogen wurden? Bei Bahia in Brasilien habe ich in einem aus Gneisz
und primitivem Grnstein gebildeten Bezirke viele Gnge eines dunklen,
augitischen (denn ein Krystall war sicher dies Mineral) oder
Hornblende-Gestein gesehen, welche, wie mehrere Erscheinungen deutlich
ergaben, gebildet worden waren, ehe die umgebende Masse fest geworden
war, oder mit dieser zusammen spter durchaus erweicht worden
waren[109]. Auf beiden Seiten eines dieser Gnge war der Gneisz bis auf
eine Entfernung von mehreren Yards von zahlreichen, gekrmmt
verlaufenden Fden oder Streifen einer dunklen Substanz durchdrungen,
welche in ihrer Form den Wolken von der >cirrhi-comae< genannten Classe
hnlich waren; einige wenige dieser Fden konnten bis zu ihrer
Verbindung mit dem Gang verfolgt werden. Als ich dieselben untersuchte,
bezweifelte ich es, ob derartige haarhnliche und krummlinige Adern
injicirt worden sein knnten, und ich vermuthe jetzt, dasz sie, anstatt
vom Gange aus injicirt worden zu sein, umgekehrt dessen Nahrungszuflsse
waren. Wenn die vorstehend angefhrte Ansicht von der Entstehung von
Trappgngen in weit ausgedehnten granitischen Gegenden, weit entfernt
von irgend einer andern Formation, als wahrscheinlich angenommen wird,
so knnen wir, was den Fall betrifft, wo eine grosze Masse plutonischen
Gesteins durch wiederholte Bewegungen in die Axe einer Bergkette
eingetrieben worden ist, noch weiter annehmen, dasz dessen flssigere,
constituirende Bestandtheile in tiefe und unbekannte Abysse abflieszen
drften, um vielleicht spter unter der Form entweder von injicirten
Massen von Grnstein und augitischem Porphyr[110] oder von basaltischen
Eruptionen an die Oberflche gebracht zu werden. Ein groszer Theil der
Schwierigkeit, welche Geologen empfunden haben, wenn sie die
Zusammensetzung vulcanischer mit der der plutonischen Formation
verglichen haben, wird, wie ich glaube, beseitigt, wenn wir annehmen
drfen, dasz die meisten plutonischen Massen bis zu einer gewissen
Ausdehnung jene vergleichsweise schweren und leicht zu verflssigenden
Elemente durch Ausflieszen verloren haben, welche die trappartigen und
basaltischen Gesteinsreihen zusammensetzen.

~ber die Verbreitung vulcanischer Inseln.~ -- Whrend meiner
Untersuchung ber Corallen-Riffe hatte ich Veranlassung die Schriften
vieler Reisenden zu Rathe zu ziehen; und da wurde ich ausnahmslos von
der Thatsache berrascht, dasz mit seltenen Ausnahmen die unzhligen
ber den ganzen Stillen, Indischen und Atlantischen Ocean hin
zerstreuten Inseln entweder aus vulcanischem oder aus neuerem
Corallengestein zusammengesetzt sind. Es wrde langweilig sein, einen
langen Catalog von smmtlichen vulcanischen Inseln zu geben; dagegen
lassen sich die Ausnahmen, welche ich gefunden habe, leicht aufzhlen.
Im Atlantischen Ocean haben wir St. Paul's Felsen in diesem Buche
beschrieben, und die Falkland-Inseln, welche aus Quarz und Thonschiefer
zusammengesetzt sind; aber diese letzteren Inseln sind von
betrchtlicher Grsze und liegen nicht sehr weit von der
sdamericanischen Kste entfernt[111]; im Indischen Ocean bestehen die
Seychellen (in einer von Madagascar aus verlngerten Linie gelegen) aus
Granit und Quarz: im Stillen Ocean gehrt Neu-Caledonien, eine Insel von
bedeutender Grsze, (so weit bis jetzt bekannt ist) in Bezug auf ihre
Gesteine zur primitiven Classe; Neu-Seeland, welches viele vulcanische
Gesteine und einige active Vulcane enthlt, kann wegen seiner Grsze
nicht zu den kleinen Inseln gerechnet werden, welche wir jetzt in
Betracht ziehen. Das Vorhandensein von einer geringen Menge nicht
vulcanischen Gesteins, wie Thonschiefer auf dreien unter den
Azoren[112], oder tertirer Kalk auf Madeira, oder Thonschiefer auf
Chatham-Insel im Stillen Ocean, oder Lignit auf Kerguelen-Land, kann
derartige Inseln oder Archipele, wenn sie hauptschlich aus erumpirten
Massen gebildet werden, nicht von der Classe der vulcanischen Inseln
ausschlieszen.

Die Thatsache, dasz die Zusammensetzung der zahlreichen, ber den
groszen Ocean zerstreuten Inseln mit so seltenen Ausnahmen vulcanisch
ist, ist offenbar eine Erweiterung jenes Gesetzes und die Wirkung jener
nmlichen Ursachen, mgen nun dieselben chemisch oder mechanisch sein,
aus denen hervorgeht, dasz eine ungeheure Majoritt der jetzt thtigen
Vulcane entweder als Inseln im Meere oder in der Nhe von dessen Ksten
stehen. Diese Thatsache, dasz die oceanischen Inseln so allgemein
vulcanisch sind, ist auch in Bezug auf die Beschaffenheit der Bergketten
auf unseren Continenten interessant, welche vergleichsweise selten
vulcanisch sind; und doch werden wir zu der Annahme gefhrt, dasz da, wo
unsere Continente jetzt stehen, sich frher ein Ocean ausbreitete. Wir
knnen fragen: erreichen vulcanische Eruptionen die Oberflche leichter
durch Spalten, welche sich whrend der ersten Stufen der Umwandlung des
Meeresgrundes in einen Landstrich gebildet haben?

Wirft man einen Blick auf die Karten der zahlreichen vulcanischen
Archipele, so sieht man, dasz die Inseln meistens entweder in einfache
und doppelte oder dreifache Reihen, in Linien angeordnet sind, welche
hufig in einem bedeutenden Grade gekrmmt sind[113]. Jede einzelne
Insel ist entweder abgerundet oder, allgemeiner noch, in der nmlichen
Richtung wie die Gruppe, in welcher sie steht, zuweilen aber auch quer
zu dieser verlngert. Einige von den Gruppen, welche nicht bedeutend
verlngert sind, bieten nur wenig Symmetrie in ihren Formen dar; VIRLET
gibt an[114], dasz dies mit dem griechischen Archipel der Fall ist; in
solchen Gruppen vermuthe ich (denn ich bin mir bewuszt, wie leicht man
sich in Betreff dieser Punkte tuscht), dasz die Auswurfsffnungen
meistens in einer Linie oder in einer Gruppe kurzer paralleler Linien
angeordnet sind, welche unter nahezu rechtem Winkel eine andere Linie
oder Gruppe von Linien durchschneidet. Der Galapagos-Archipel bietet ein
Beispiel dieser Structur dar, denn die meisten Inseln und die
hauptschlichsten ffnungen auf der grszten Insel sind so gruppirt,
dasz sie auf eine Gruppe von Linien, die ungefhr nach Nordwest bei
Nord, und auf eine andere Gruppe von Linien fallen, welche ungefhr nach
Sdwest bei West gerichtet sind; im Archipel der Canarischen Inseln
haben wir eine einfachere Structur der nmlichen Art: in der
Cap-Verdischen Gruppe, welche dem Anscheine nach der am wenigsten
symmetrische unter allen oceanischen vulcanischen Archipelen ist, wrde
eine von Nordwest nach Sdost ziehende, von mehreren Inseln gebildete
Linie in ihrer Verlngerung eine andere gekrmmte Linie unter rechtem
Winkel durchschneiden, welche die brigen Inseln gestellt sind.

L. VON BUCH hat alle Vulcane in zwei Classen vertheilt[115], nmlich
~Central-Vulcane~, um welche rundum auf allen Seiten zahlreiche
Eruptionen in einer beinahe regelmszigen Art und Weise stattgefunden
haben, und ~vulcanische Ketten~ oder ~Vulcanreihen~. Nach den von der
ersten Classe gegebenen Beispielen kann ich, soweit die Stellung in
Betracht gezogen wird, keine Grnde sehen, weshalb sie centrale
genannt werden; und die Beweise fr irgend eine Verschiedenheit in der
mineralogischen Beschaffenheit zwischen ~Central-Vulcanen~ und
~Reihen-Vulcanen~ erscheinen unbedeutend. Ohne Zweifel ist irgend eine
einzelne Insel in den meisten kleinen vulcanischen Archipelen gern
betrchtlich hher als die brigen, in einer hnlichen Weise wie auf
einer und der nmlichen Insel, was auch die Ursache immer sein mag, eine
Auswurfsffnung meistens hher ist, als alle die andern. L. VON BUCH
schlieszt kleine Archipele, in denen die einzelnen Inseln, wie auf den
Azoren z. B., seiner Annahme nach in Linien angeordnet sind, nicht mit
in seine Classe der Vulcan-Reihen ein; wenn man aber auf einer Weltkarte
sieht, was fr eine vollkommene Stufenreihe von einigen wenigen in eine
Reihe gestellten vulcanischen Inseln bis zu einem ganzen Zuge linearer,
einander in einer geraden Linie folgenden Archipele und so fort bis zu
einer groszen Mauer wie die der Cordillera von America existirt, so ist
es schwierig anzunehmen, dasz irgend ein wesentlicher Unterschied
zwischen kurzen und langen Vulcan-Reihen existirt. L. VON BUCH gibt
an[116], dasz seine Vulcan-Reihen Bergketten von primren Formationen
krnen oder innig mit solchen in Zusammenhang stehen; wenn aber Zge
linearer Archipele im Verlaufe der Zeiten durch die lange fortgesetzte
Wirkung der hebenden und vulcanischen Krfte in Bergketten umgewandelt
werden, so wird ein natrliches Resultat hiervon sein, dasz die untern
primren Gesteine hufig emporgehoben und zur Ansicht gebracht werden.

Einige Schriftsteller haben die Bemerkung gemacht, dasz vulcanische
Inseln, wennschon in sehr ungleichen Entfernungen, den Ksten der
groszen Continente entlang zerstreut sind, als wenn sie in irgend
welchem Masze mit ihnen in Verbindung stnden. Was den Fall von Juan
Fernandez betrifft, welches 330 Meilen von der Kste von Chile entfernt
liegt, so bestand hier unzweifelhaft ein Zusammenhang zwischen den
vulcanischen Krften, welche unter dieser Insel, und denen, welche unter
dem Continent thtig sind, wie es sich whrend des Erdbebens von 1835
zeigte. berdies sind die Inseln einiger der kleinen vulcanischen
Gruppen, welche in dieser Weise Continente sumen, in Linien angeordnet,
welche zu der Richtung, in welcher die nchstliegenden Ksten der
Continente hinziehen, in Beziehung stehen; ich will als Beispiele die
Kreuzungslinien auf dem Galapagos und dem Cap-Verdischen Archipel und
die am besten ausgeprgte Linie bei den Canarischen Inseln anfhren.
Wenn diese Thatsachen nicht blosz zufllige sind, so erkennen wir
hieraus, dasz viele zerstreute vulcanische Inseln und kleine Gruppen
nicht blosz durch ihre grosze Nhe, sondern auch in der Richtung der
Eruptionsspalten zu den benachbarten Continenten in Beziehung stehen, --
eine Beziehung, welche L. VON BUCH als characteristisch fr seine
groszen Vulcan-Reihen betrachtet.

In vulcanischen Archipelen sind die Eruptionsffnungen selten auf mehr
als einer Insel zu einer und derselben Zeit in Thtigkeit; und die
grszeren Eruptionen kommen gewhnlich nur nach langen Zwischenrumen
wieder. Wenn man die grosze Zahl von Crateren, welche gewhnlich auf
jeder Insel einer Gruppe gefunden wird, und die ungeheure Masse von
Gestein betrachtet, welche aus ihnen zur Eruption gelangt ist, so wird
man darauf gefhrt, selbst denjenigen Gruppen ein sehr hohes Alter
zuzuschreiben, welche, wie die Galapagos-Inseln, von vergleichsweise
neuerem Ursprung zu sein scheinen. Diese Schluszfolgerung stimmt mit dem
ungeheuren Masze von Zerstrung durch die langsame Einwirkung des Meeres
berein, welche ihre ursprnglich sich abdachenden Ksten erlitten haben
mssen, wo sie, wie es hufig der Fall ist, zu steil abstrzenden und
zurcktretenden Felsen abgenagt worden sind. Wir drfen indessen kaum in
einem einzigen Falle vermuthen, dasz die ganze, eine vulcanische Insel
bildende Gesteinsmasse auf dem Niveau ausgeworfen worden ist, auf
welchem sie gegenwrtig liegt: die grosze Zahl von Gngen, welche
ausnahmslos die inneren Theile eines jeden Vulcans zu durchsetzen
scheinen, beweisen, nach den von LIE DE BEAUMONT auseinandergesetzten
Grundstzen, dasz die ganze Masse emporgehoben und gespalten worden ist.
berdies glaube ich in meinem Buche ber die Corallen-Riffe aus dem
hufigen Vorhandensein emporgehobener organischer berreste und aus der
Structur der benachbarten Corallen-Riffe gezeigt zu haben, dasz ein
Zusammenhang zwischen vulcanischen Eruptionen und gleichzeitigen
Emporhebungen in Masse[117] besteht. Endlich will ich bemerken, dasz in
einem und demselben Archipel innerhalb der historischen Zeit Eruptionen
auf mehr als einer der parallelen Spaltungslinien stattgefunden haben:
so haben auf dem Galapagos-Archipel Eruptionen aus einer ffnung auf
Narborough-Insel und aus einer auf Albemarle-Insel stattgefunden, welche
ffnungen nicht in die nmliche Linie fallen; in den Canarischen Inseln
haben Eruptionen stattgefunden auf Teneriffa und Lanzarote, und in den
Azoren auf den drei parallelen Linien von Pico, S. Jorge und Terceira.
Von der Annahme ausgehend, dasz eine Bergkette von einem Vulcan
wesentlich nur darin verschieden ist, dasz plutonische Gesteine injicirt
worden sind, statt dasz vulcanische Masse ausgeworfen worden ist,
scheint mir dies ein interessanter Umstand zu sein; denn wir knnen
hieraus als wahrscheinlich folgern, dasz bei der Erhebung einer
Bergkette zwei oder noch mehr von den parallelen dieselbe bildenden
Linien innerhalb einer und der nmlichen geologischen Periode
emporgehoben und injicirt werden knnen.

[102] Description des les Canaries, p. 190 und 191.

[103] In einer Masse von geschmolzenem Eisen hat man gefunden (Edinburgh
New Philosoph. Journal, Vol. XXIV, p. 66), dasz diejenigen Substanzen,
welche eine strkere Verwandtschaft zum Sauerstoff haben, als Eisen, von
dem Innern der Masse nach der Oberflche steigen. Eine hnliche Ursache
lszt sich aber kaum auf die Trennung der Krystalle dieser Lavastrme
anwenden. Die Abkhlung der Oberflche der Lava scheint in manchen
Fllen ihre Zusammensetzung beeinfluszt zu haben; denn ~Dufrnoy~
(Mmoires pour servir etc., Tom. IV. p. 271) hat gefunden, dasz die
inneren Theile eines Stromes in der Nhe von Neapel zwei Drittel eines
Minerals enthielten, welches von Suren angegriffen wurde, whrend die
Oberflche hauptschlich aus einem von Suren nicht angegriffenen
Mineral bestand.

[104] Das specifische Gewicht der einfachen Mineralien habe ich ~von
Kobell~, einer der neuesten und besten Autoritten, entnommen, das der
Gesteine aus verschiedenen Autoritten. Obsidian hat nach ~Phillips~
2,35, und ~Jameson~ sagt, dasz es niemals ber 2,4 geht; doch ergab ein
von mir selbst gewogenes Exemplar von Ascension 2,42.

[105] Eine ausfhrliche und interessante Schilderung dieser Entdeckung,
von ~Pattinson~, wurde der British Association im September 1838
vorgelesen. Bei einigen Legirungen sinkt nach der Angabe ~Turner's~
(Chemistry, p. 210) das schwerste Metall zu Boden und es findet dies
augenscheinlich statt, wenn beide Metalle flssig sind. Wo eine
betrchtliche Gewichtsverschiedenheit besteht, wie zwischen dem Eisen
und der whrend des Schmelzens des Erzes sich bildenden Schlacke, drfen
wir nicht erstaunt sein, dasz sich die Atome trennen, ohne dasz eine von
beiden Substanzen krnig wrde.

[106] Das specifische Gewicht von Trachyt aus Java wurde von ~L. von
Buch~ zu 2,47 ermittelt, aus der Auvergne von ~De la Beche~ zu 2,42, von
Ascension von mir selbst zu 2,42. ~Jameson~ und andere Autoren geben dem
Basalt specifisches Gewicht von 3,0; Exemplare aus der Auvergne wurden
aber von ~De la Beche~ nur zu 2,78 und vom Giant's Causeway zu 2,91
ermittelt.

[107] Vergl. ~L. von Buch's~ bekannte und ausgezeichnete Description
physique dieser Insel, welche als Muster der beschreibenden Geologie
dienen kann.

[108] Die krystallinische Grundmasse des Phonolith wird hufig von
langen Hornblende-Nadeln durchsetzt; hieraus geht hervor, dasz die
Hornblende, obgleich sie das leichter schmelzbare Mineral ist, eher als
oder zu derselben Zeit wie eine strker widerstehende Substanz
krystallisirt ist. Phonolith scheint, so weit meine Beobachtungen
reichen, in allen Fllen ein injicirtes Gestein zu sein, hnlich denen
der plutonischen Reihe; er ist daher wahrscheinlich, wie diese
letzteren, ohne wiederholte und heftige Strungen abgekhlt. Diejenigen
Geologen, welche daran zweifeln, ob Granit durch feurige Schmelzung
gebildet worden sein kann, weil Mineralien von verschiedenen
Schmelzbarkeitgraden gegenseitig Eindrcke ihrer Formen erhalten, knnen
die Thatsache nicht gekannt haben, dasz krystallisirte Hornblende den
Phonolith, ein Gestein von unzweifelhaft plutonischem Ursprung,
durchsetzt. Die Zhflssigkeit, welche, wie jetzt bekannt ist, sowohl
Feldspath als Quarz bei einer weit unter ihrem Schmelzpunkte liegenden
Temperatur behalten, erklrt leicht ihre gegenseitigen Eindrcke. Vergl.
ber diesen Gegenstand den Aufsatz von ~Leonard Horner~, Geology of the
environs of Bonn, in: Transact. Geolog. Soc. Vol. IV. p 439, und in
Bezug auf den Quarz: l'Institut, 1839, p. 161.

[109] Theile dieser Gnge sind abgebrochen worden und sind nun von den
primren Gesteinen umgeben, deren Bltter sich in conformer Lage um sie
herum winden. Auch Dr. ~Hubbard~ (Silliman's Journal, Vol. XXXIV. p.
119) hat eine Durchflechtung von Trappgngen im Granit der Weiszen Berge
beschrieben, welche, wie er meint, sich gebildet haben musz, so lange
beide Gesteine noch weich waren.

[110] ~Phillips~ (Lardner's Encyclop., Vol. II. p. 115) citirt L. von
Buch's Angabe, dasz augitischer Porphyr parallel mit groszen Bergketten
sich ausbreitet und bestndig am Fusze solcher gefunden wird. Auch
~Humboldt~ hat das hufige Vorkommen von Trappgestein in einer hnlichen
Lage angegeben, von welchem Verhalten ich viele Beispiele am Fusze der
Chilenischen Cordillera beobachtet habe. Das Vorhandensein von Granit in
der Axe groszer Bergketten ist immer wahrscheinlich, und ich werde zu
vermuthen versucht, dasz die seitlich injicirten Massen von augitischem
Porphyr und Trapp nahezu in demselben Verhltnis zu den granitischen
Axen stehen, in dem die basaltischen Laven zu den centralen
trachytischen Massen stehen, um deren Seiten herum sie so hufig zur
Eruption gelangt sind.

[111] Nach ~Forster's~ unvollstndiger Beobachtung zu urtheilen, ist
vielleicht Georgien nicht vulcanisch. Mein Gewhrsmann in Bezug auf die
Seychellen ist Dr. ~Allan~. Ich weisz nicht, aus welcher Formation
Rodriguez im Indischen Ocean zusammengesetzt ist.

[112] Dies wird nach der Autoritt des Grafen ~V. de Bedemar~ in Bezug
auf Flores und Graciosa angegeben (Charlesworth, Magazine of Nat. Hist.,
Vol. I p. 557). Nach der Angabe des Capitain ~Boyd~ hat Sta. Maria kein
vulcanisches Gestein (~L. von Buch~, Description, p. 365). Chatham-Insel
ist von ~Dieffenbach~ im Geographical Journal, 1841, p. 201 beschrieben
worden. In Bezug auf Kerguelen-Land haben wir bis jetzt nur
unvollstndige Mittheilungen von der antarctischen Expedition erhalten.

[113] Die Professoren ~William~ und ~Henry Darwin Rogers~ haben vor
Kurzem in einem vor der American Association gelesenen Aufsatze die
regelmszig gekrmmten Erhebungslinien in Theilen der Appalachischen
Kette sehr stark betont.

[114] Bullet. de la Soc. Golog. Tom. III. p. 110.

[115] Description des les Canaries, p. 324.

[116] a. a. O. p. 393.

[117] Eine hnliche Folgerung drngt sich uns durch die Erscheinungen
auf, welche das Erdbeben von Concepcion i. J. 1835 begleiteten und
welche in meinem Aufsatze in den Geological Transactions (Vol. V. p. 601
bers. Werke, Bd. XII) ausfhrlich beschrieben worden sind.




Siebentes Capitel.

     Neu-Sd-Wales. -- Sandstein-Formation. -- Eingeschlossene
     Pseudofragmente von Schiefer. -- Stratification. -- Sich kreuzende
     Lagen. -- Grosze Thler. -- Van Diemen's Land. -- Palaeozoische
     Formation. -- Neuere Formation mit vulcanischen Gesteinen. --
     Travertin mit Blttern ausgestorbener Pflanzen. -- Erhebung des
     Landes. -- Neu-Seeland. -- King George's Sound. -- Oberflchliche
     eisenhaltige Schichten. -- Oberflchliche kalkige Ablagerungen mit
     Abgssen von Zweigen. -- Ihr Ursprung aus angetrifteten Stckchen
     Muscheln und Corallen. -- Ihre Ausdehnung. -- Cap der Guten
     Hoffnung. -- Verbindung des Granits und Thonschiefers. --
     Sandstein-Formation.

Der >Beagle< berhrte auf seiner Fahrt nach der Heimath Neu-Seeland,
Australien, van Diemen's Land und das Vorgebirge der guten Hoffnung. Um
den dritten Theil dieser geologischen Untersuchungen auf Sd-America zu
beschrnken, will ich hier in Kurzem alles das der Aufmerksamkeit der
Geologen Werthe beschreiben, was ich an diesen Orten beobachtet habe.

~Neu-Sd-Wales.~ -- Meine Gelegenheiten, Beobachtungen anzustellen,
bestanden in einem Ritt von neunzig geographischen Meilen nach Bathurst,
in einer west-nordwestlichen Richtung von Sydney. Die ersten dreiszig
Meilen von der Kste aus fhren ber eine Sandsteingegend, welche an
vielen Stellen durch Trapp-Gesteine durchbrochen und durch eine khne
Bschung, welche das steile Ufer des Flusses Nepean bildet, von dem
groszen Sandstein-Plateau der Blauen Berge getrennt wird. Dieses obere
Plateau ist am Rande der Bschung 1000 Fusz hoch und steigt in einer
Entfernung von 25 Meilen bis zwischen 3000 und 4000 Fusz ber dem
Meeresspiegel an. In dieser Entfernung steigt die Strasze in eine im
Ganzen weniger erhobene Gegend nieder, welche zum hauptschlichsten
Theil aus primren Gesteinen zusammengesetzt ist. Es findet sich viel
Granit, an einer Stelle in einen rothen Porphyr mit octagonalen
Quarz-Krystallen bergehend und an einigen Stellen von Trappgngen
durchsetzt. In der Nhe der Downs von Bathurst kam ich ber ein gut
Theil blasz-braunen, glnzenden Thonschiefers, dessen verstrte
Bltterung nrdlich und sdlich verlief; ich erwhne diese Thatsache,
weil mir Capitain KING mittheilt, dasz in dem Lande hundert Meilen
weiter nach Sden, in der Nhe von Lake George, der Glimmerschiefer so
ausnahmslos nrdlich und sdlich streicht, dasz die Einwohner hieraus
beim Suchen ihres Weges durch die Wlder Vortheil ziehen.

Der Sandstein der Blauen Berge ist wenigstens 1200 Fusz mchtig und ist
allem Anscheine nach an einigen Stellen von noch grszerer Mchtigkeit;
er besteht aus kleinen Krnern von Quarz, welche durch eine erdige
Substanz mit einander verkittet und von eisenhaltigen Adern
auszerordentlich reich durchzogen sind. Die unteren Schichten wechseln
zuweilen mit Schiefer und Steinkohle ab; bei Wolgan fand ich in
Kohlenschiefer Bltter der _Glossopteris Brownii_, einem Farnkraute,
welches die Steinkohle von Australien so hufig begleitet. Der Sandstein
enthlt Quarzrollsteine; und diese nehmen meistens in den oberen
Schichten an Zahl und Grsze zu (indessen selten einen Durchmesser von
einem oder zwei Zoll berschreitend): ein hnliches Verhltnis habe ich
in der groszen Sandstein-Formation am Cap der Guten Hoffnung beobachtet.
An der Kste von Sd-America, wo tertire und supratertire Schichten in
so ausgedehntem Masze emporgehoben worden sind, habe ich wiederholt
bemerkt, dasz die obersten Schichten aus grberem Material gebildet
worden als die unteren: dies scheint darauf hinzuweisen, dasz in dem
Masze, als das Meer seichter wurde, die Kraft der Wellen oder Strmungen
zugenommen hat. Indessen habe ich auf dem untern Plateau zwischen den
Blauen Bergen und der Kste beobachtet, dasz die oberen Schichten des
Sandsteins hufig in einen thonigen Schiefer bergiengen, --
wahrscheinlich die Wirkung davon, dasz dieser untere Raum whrend seiner
Erhebung gegen starke Strmungen geschtzt war. Der Sandstein der Blauen
Berge ist offenbar mechanischen Ursprungs, und deshalb war ich
berrascht, zu bemerken, dasz in manchen Stcken nahezu smmtliche
Quarzkrner so vollkommen mit brillanten Facetten krystallisirt waren,
dasz sie offenbar in ihrer ~gegenwrtigen~ Form in keinerlei irgend
frher schon existirendem Gestein aggregirt worden sind[118]. Es ist
schwierig, sich vorzustellen, wie diese Krystalle sich gebildet haben
knnen; man kann doch kaum annehmen, dasz sie in ihrem jetzigen
krystallisirten Zustande einzeln niedergeschlagen wurden. Ist es
mglich, dasz eine Flssigkeit, welche ihre Flchen corrodirte, auf die
abgerundeten Quarzkrner eingewirkt und frische Kieselsure auf sie
abgelagert hat? Ich will bemerken, dasz es bei der Sandstein-Formation
des Caps der Guten Hoffnung offenbar ist, dasz sich Kieselsure in
berreicher Menge aus wssriger Lsung niedergeschlagen hat.

An mehreren Stellen im Sandstein bemerkte ich Flecken von Schiefer,
welche auf den ersten Blick leicht flschlich fr fremdartige
Einschlsse htten gehalten werden knnen; ihre horizontale Bltterung
indessen, welche mit der des Sandsteins parallel war, zeigte, dasz sie
nur die berreste dnner, zusammenhngender Schichten waren. Ein
derartiges Fragment (wahrscheinlich der Durchschnitt eines langen
schmalen Streifens), welches in der Wandflche einer Felsklippe zu sehen
war, war von grszerer senkrechter Mchtigkeit als Breite, was beweist,
dasz diese Schieferschicht in einem gewissen unbedeutenden Grade
consolidirt gewesen sein musz, nachdem sie abgelagert war und ehe sie
wieder von den Strmungen abgenagt wurde. Auch weist jeder Fleck von
Schiefer darauf hin, wie langsam viele von den aufeinander folgenden
Sandsteinschichten abgelagert worden sind. Diese Pseudo-Fragmente von
Schiefer werden vielleicht in manchen Fllen den Ursprung scheinbar
fremdartiger Fragmente in krystallinischen, metamorphischen Gesteinen
erklren. Ich erwhne dies, weil ich in der Nhe von Rio de Janeiro ein
scharf begrenztes, eckiges, sieben Yards langes und zwei Yards breites
Fragment von Gneisz beobachtet habe, welches, Granaten und Glimmer in
Schichten enthaltend, in dem gewhnlichen, geschichteten,
porphyritischen Gneisz des Landes eingeschlossen war. Die Bltter des
Bruchstcks und der umgebenden Grundmasse liefen in genau derselben
Richtung, sie fielen aber unter verschiedenen Winkeln ein. Ich will
nicht behaupten, dasz dies eigenthmliche Fragment (so viel ich weisz,
ein einzeln dastehender Fall) ursprnglich in einer Schicht abgelagert
wurde, wie der Schiefer in den Blauen Bergen, zwischen den Schichten
des porphyritischen Gneiszes, ehe dieselben metamorphosirt wurden; es
besteht aber doch eine hinreichende Analogie zwischen den beiden Fllen,
um eine solche Erklrung mglich zu machen.

~Stratification der Bschung.~ -- Die Schichten der Blauen Berge
erscheinen dem Auge horizontal; sie haben aber wahrscheinlich eine
hnliche Neigung wie die Oberflche des Plateaus, welches von Westen her
nach der Bschung ber den Nepean hin unter einem Winkel von einem Grad,
oder hundert Fusz auf eine Meile abfllt[119]. Die Schichten der
Bschung fallen beinahe bereinstimmend mit deren steil geneigter Flche
und mit so groszer Regelmszigkeit, dasz es aussieht, als seien sie in
ihre gegenwrtige Stellung geworfen worden; indessen sieht man bei einer
sorgfltigen Untersuchung, dasz sie sich verdicken und ausdnnen und in
den oberen Theilen von horizontalen Schichten fortgesetzt und beinahe
bedeckt werden. Diese Erscheinungen machen es wahrscheinlich, dasz wir
hier eine ursprngliche Bschung vor uns haben, welche nicht dadurch
gebildet worden ist, dasz das Meer in die Schichten nagend eingedrungen
ist, sondern dadurch, dasz die Schichten ursprnglich nur so weit sich
erstreckt haben. Wer sich daran gewhnt hat, sorgfltig ausgefhrte
Karten von Meeresksten zu untersuchen, wo sich Sediment anhuft, wird
erfahren haben, dasz die Oberflche der in dieser Weise gebildeten Bnke
meistens von der Kste aus sehr sanft bis zu einer bestimmten Linie im
offenen Meere sich abdacht, jenseits welcher die Tiefe in den meisten
Fllen ziemlich grosz wird. Ich will beispielsweise die groszen
Sedimentbnke innerhalb des westindischen Archipels[120] anfhren,
welche in untermeerischen Abhngen enden, welche unter Winkeln von
zwischen 30 und 40 Grad und zuweilen selbst von mehr als 40 Graden
geneigt sind; Jedermann weisz, wie steil ein solcher Abhang auf dem
Lande erscheinen wrde. Wenn Bnke von dieser Beschaffenheit
emporgehoben wrden, so wrden sie wahrscheinlich nahezu dieselbe
uszere Form wie das Plateau der Blauen Berge haben, wo es pltzlich
ber dem Nepean endet.

~Sich kreuzende Lagen.~[A] -- Die Sandstein-Schichten oder -Lagen in dem
niedrigen Kstenlande, und gleichfalls auch in den Blauen Bergen, werden
hufig von queren oder sich kreuzenden Lagen abgetheilt, welche in
verschiedenen Richtungen einfallen, hufig unter einem Winkel von 45
Graden. Die meisten Autoren haben diese sich kreuzenden Lagen auf
hintereinanderfolgende kleine Anhufungen auf einer geneigten Flche
bezogen; aber nach einer sorgfltigen Untersuchung einiger Stellen des
Neuen Rothen Sandsteins von England glaube ich, dasz derartige Lagen
meistens Theile einer Reihe von Bogen, hnlich colossalen Rippelmarken,
bilden, deren Spitze seitdem entweder durch nahezu horizontale Lagen
oder durch eine andere Gruppe groszer Wellenrippeln beseitigt worden
sind, wobei die Falten dieser letzteren nicht genau mit den unter ihnen
liegenden zusammenfallen. Denen, welche den Meeresgrund vermessen haben,
ist es wohl bekannt, dasz Schlamm und Sand whrend der Strme noch in
betrchtlichen Tiefen, mindestens von 300 bis 450 Fusz[121] aufgerhrt
werden, so dasz selbst die Beschaffenheit des Grundes zeitweise
verndert wird; man hat auch beobachtet, dasz der Boden in einer Tiefe
zwischen 60 und 70 Fusz breit gerippelt war.[122] Nach den oben
erwhnten Erscheinungen im Neuen Rothen Sandstein ist daher wohl die
Vermuthung gestattet, dasz whrend heftiger Strme der Meeresgrund in
grszerer Tiefe in grosze rippelartige Leisten und Vertiefungen
aufgewhlt wird, welche spter durch die Strmungen whrend ruhigen
Wetters abgeflacht und whrend neuer Strme von neuem gefurcht werden.

[A] Es ist diese Erscheinung die Discordante Parallelstructur ~C. F.
Naumann's.~ Der bers.

[121] s. ~Martin White~, ber Lothungen im Britischen Canal, p. 4 und
166.

[122] ~Siau~, ber die Wirkung der Wellen, in: Edinburgh New Philos.
Journal, Vol. XXXI. p. 245.

~Thler in den Sandstein-Plateaus.~ -- Die groszen Thler, von welchen
die Blauen Berge und die andern Sandstein-Plateaus dieses Theils von
Australien durchschnitten werden und welche lange Zeit selbst fr die
unternehmendsten Colonisten ein unbersteigliches Hindernis bildeten,
das innere Land zu erreichen, bieten den allerauffallendsten Zug in der
Geologie von Neu-Sd-Wales dar. Sie sind von groszartigen Dimensionen
und werden von fortlaufenden Reihen hoher Felswnde begrenzt. Man kann
sich nur schwer ein prchtigeres Schauspiel vorstellen als dasjenige,
welches sich Jemandem darbietet, wenn er, auf den Hochebenen hingehend,
ohne irgend ein vorheriges Anzeichen am Rande einer dieser Klippen
anlangt, welche so senkrecht sind, dasz er (wie ich es versucht habe)
mit einem Steine die in einer Tiefe von zwischen 1000 und 1500 Fusz
unter ihm wachsenden Bume treffen kann; nach beiden Seiten hin sieht er
einen Bergvorsprung hinter dem andern an der zurcktretenden
Klippenreihe; und auf der gegenberliegenden Seite des Thales, hufig in
der Entfernung von mehreren Meilen erblickt er eine andere Reihe, welche
sich zu derselben Hhe erhebt wie die auf der er steht und welche aus
denselben horizontalen Schichten blassen Sandsteins gebildet wird. Die
Sohle dieser Thler ist ziemlich eben und der Fall der in ihnen
flieszenden Flsse ist nach der Angabe Sir TH. MITCHELL's sehr sanft.
Die Hauptthler senden hufig in das Plateau hinein grosze bay-artige
Arme, welche sich an ihrem obern Ende erweitern; andererseits schickt
auch das Plateau hufig Vorgebirge in das Thal und lszt selbst grosze,
beinahe inselfrmig getrennte Massen in ihm stehen. Die das Thal
begrenzenden Klippenreihen sind so continuirlich, dasz es, um in manche
dieser Thler hinabzusteigen, nothwendig ist, einen Umweg von 20 Meilen
zu machen; in andere sind die Landvermesser erst vor kurzem eingedrungen
und die Colonisten sind noch nicht im Stande gewesen, ihr Vieh in
dieselben zu treiben. Aber der allermerkwrdigste Punkt in der Structur
dieser Thler ist, dasz dieselben, obgleich sie in ihren oberen Theilen
mehrere Meilen weit sind, sich meistens nach ihrer Mndung zu so
zusammenziehen, dasz sie unpassirbar werden. Der Surveyor-General,
Sir TH. MITCHELL[123], versuchte vergebens, zuerst zu Fusz und
dann kriechend, zwischen den groszen zusammengestrzten
Sandstein-Bruchstcken durch die Felsschlucht aufwrts zu dringen, durch
welche sich der Flusz Grose mit dem Nepean verbindet; und doch bildet
das Thal des Grose in seinem oberen Theile, wie ich gesehen habe, ein
prachtvolles, mehrere Meilen weites Bassin und wird auf allen Seiten von
Felsklippen umgeben, deren Gipfel man nirgends fr weniger als 3000 Fusz
ber dem Spiegel des Meeres hoch hlt. Wenn Vieh in das Thal des Wolgan
auf einem Pfade (auf welchem ich hinabstieg), der zum Theil von den
Colonisten eingehauen worden ist, eingetrieben wird, kann es nicht
entfliehen; denn dies Thal wird an jeder andern Stelle von senkrechten
Klippen umgeben, und acht Meilen weiter abwrts zieht es sich von einer
mittleren Breite von einer halben Meile zu einem bloszen Spalt zusammen,
welcher fr Menschen und Vieh gleich unpassirbar ist. Sir TH.
MITCHELL[124] gibt an, dasz das grosze Thal des Cox-Flusses mit allen
seinen Zweigen sich da, wo er sich mit dem Nepean verbindet, zu einer
2000 Yards breiten und ungefhr 1000 Fusz tiefen Schlucht zusammenzieht.
Es knnten noch andere hnliche Flle hinzugefgt werden.

[123] Travels in Australia, Vol. I. p. 154. -- Ich bin Sir ~Th.
Mitchell~ fr mehrere interessante persnliche Mittheilungen ber diese
groszen Thler von Neu-Sd-Wales sehr verbunden.

[124] a. a. O. Vol. II. p. 358.

Wenn man die bereinstimmung der horizontalen Schichten auf jeder Seite
dieser Thler und groszen amphitheatralischen Einsenkungen sieht, so ist
der erste Eindruck der, dasz sie zum hauptschlichsten Theile wie andere
Thler durch wsserige Erosion ausgehhlt worden sind; wenn man sich
aber die ganz enorme Menge von Gestein berlegt, welche nach dieser
Ansicht entfernt worden sein musz, und zwar in den meisten der oben
angefhrten Flle durch blosze Schluchten oder Spalten, so wird man auf
die Frage gefhrt, ob diese Rume nicht gesunken sein knnen. Betrachten
wir indessen die Form der sich unregelmszig verzweigenden Thler und
die schmalen, in dieselben von den Plateaus aus einspringenden
Vorgebirge, so wird man genthigt, diese Vorstellung aufzugeben. Diese
Aushhlungen einer alluvialen Wirkung zuzuschreiben, wre widersinnig;
auch fllt der Wasserlauf von der Gipfelebene nicht immer, wie ich es in
der Nhe des Weatherboard beobachtete, in das obere Ende dieser Thler,
sondern in die eine Seite ihrer meerbusenartigen Ausbuchtungen. Einige
der Einwohner machten gegen mich die Bemerkung, dasz sie niemals eine
dieser meerbusenartigen Buchten, mit den zu beiden Seiten hintereinander
liegenden Bergvorsprngen, ansehen knnten, ohne von deren hnlichkeit
mit einer khn sich erhebenden Meereskste berrascht zu werden. Dies
ist auch sicherlich der Fall. berdies bieten auch die zahlreichen
schnen Hfen mit ihren sich weit verzweigenden Armen an der
gegenwrtigen Kste von Neu-Sd-Wales, welche meistens mit dem Meere
durch eine enge, von einer Meile bis zu einer Viertelmeile weite
Mndung, durch die Sandstein-Uferklippen hindurchfhrend,
zusammenhngen, eine hnlichkeit, wennschon in einem Miniatur-Maszstabe,
mit den groszen Thlern des Innern dar. Hier tritt nun aber sofort die
bedenkliche Schwierigkeit entgegen: warum hat das Meer diese groszen,
wenngleich unscheinbaren, Einsenkungen auf einem weiten Plateau
ausgewaschen und blosze Schluchten brig gelassen, durch welche die
ganze ungeheure Masse von zerkleinerter Gesteinssubstanz entfernt worden
sein musz? Das einzige Licht, was ich auf dieses Rthsel werfen kann,
besteht darin, darauf hinzuweisen, dasz sich allem Anscheine nach in
einigen Meeren Bnke der allerunregelmszigsten Formen bilden und dasz
die Seitenwnde derartiger Bnke so steil sind (wie vorhin angegeben
wurde), dasz ein vergleichsweise geringer Grad von spter eintretender
Erosion sie dann zu Klippen machen wrde; dasz die Wellen die Kraft
haben, hohe und steil abstrzende Klippen selbst in rings von Land
umschlossenen Hfen zu bilden, das habe ich an vielen Orten in
Sd-America beobachtet. Im Rothen Meer werden Bnke, von einem uszerst
unregelmszigen Umrisz und aus Sediment bestehend, von den
allereigenthmlichst gestalteten Canlen mit engen Mndungen durchsetzt:
dies ist gleichfalls, obschon in einem grszeren Maszstabe, bei den
Bahama-Bnken der Fall. Derartige Bnke sind, wie ich zu vermuthen
veranlaszt worden bin[125], durch Strmungen gebildet worden, welche
Sediment auf einem unregelmszigen Boden anhuften. Dasz in einigen
Fllen das Meer, anstatt das Sediment in einer gleichfrmigen Flche
auszubreiten, es rings um unterirdische Felsen und Inseln anhuft, daran
lszt sich unmglich zweifeln, wenn man die Seekarten von West-Indien
untersucht hat. Um nun diese Ideen auf die Sandstein-Plateaus von
Neu-Sd-Wales anzuwenden, so stelle ich mir vor, dasz die Schichten
durch die Wirkung starker Strmungen und der Wellenbewegung eines
offenen Meeres auf einem unregelmszig gebildeten Grunde aufgehuft
worden sein, und dasz die steil abfallenden Seitenwnde der hierbei
unausgefllt gelassenen thalartigen Rume whrend einer langsamen
Erhebung zu Klippen ausgewaschen worden sein drften; der abgewaschene
Sandstein wurde dann, entweder zu der Zeit, wo die engen Schluchten
durch das zurckweichende Meer eingeschnitten wurden, oder erst spter
durch alluviale Wirkungen entfernt.


Van Diemen's Land.

Der sdliche Theil dieser Insel wird hauptschlich aus Bergen von
Grnstein gebildet, welcher hufig einen syenitischen Character annimmt
und viel Hypersthen enthlt. Diese Berge sind in ihrer untern Hlfte
meistens von Schichten umschlossen, welche zahlreiche kleine Corallen
und einige Schalthiergehuse enthalten. Diese Muscheln sind von Mr. G.
B. SOWERBY untersucht und im Anhange beschrieben worden; sie bestehen
aus ~zwei Species~ von _Productus_ und aus sechs Species von _Spirifer_;
zwei derselben, nmlich _P. rugatus_ und _S. rotundatus_, gleichen,
soweit ihre unvollkommene Erhaltung eine Vergleichung gestattet,
Muscheln aus dem englischen Bergkalkstein. Mr. LONSDALE hat die
Freundlichkeit gehabt, die Corallen zu untersuchen; sie bestehen aus
sechs unbeschriebenen Species, welche zu drei Gattungen gehren. Species
dieser Gattungen kommen in den silurischen, devonischen und
Steinkohlen-Schichten Europa's vor. Mr. LONSDALE bemerkt noch, dasz
diese smmtlichen Fossile unzweifelhaft einen palozoischen Character
haben und dasz sie in Bezug auf ihr Alter wahrscheinlich einer
Abtheilung des Systems oberhalb der silurischen Formationen entsprechen.

Die diese berreste enthaltenden Schichten sind merkwrdig wegen der
auszerordentlichen Variabilitt ihrer mineralogischen Zusammensetzung.
Jede intermedire Form ist vorhanden zwischen Kieselschiefer, in
Grauwacke bergehendem Thonschiefer, reinem Kalkstein, Sandstein und
Porzellangestein (Kaolin); manche Schichten knnen nur als aus
kieselig-kalkigem Thonschiefer zusammengesetzt beschrieben werden. So
weit ich es beurtheilen konnte, ist die Formation wenigstens 1000 Fusz
mchtig: die oberen wenig hundert Fusz bestehen gewhnlich aus einem
kieseligen Sandstein, welcher Geschiebsteine und keine organischen Reste
enthlt; die unteren Schichten, in denen ein blasser flinthaltiger
Schiefer vielleicht am reichlichsten vertreten ist, sind die
variabelsten; und diese sind hauptschlich auszerordentlich reich an
organischen Resten. Zwischen zwei Schichten harten krystallinischen
Kalksteins in der Nhe von Newtown wird eine Schicht weicher, weiszer,
kalkiger Gesteinsmasse abgebaut und zum Abputz der Huser benutzt. Nach
Mittheilungen, welche mir Mr. FRANKLAND, der Vorstand der
Vermessungsarbeiten, gegeben hat, wird allem Anscheine nach diese
palozoische Formation an verschiedenen Stellen der ganzen Insel
gefunden; nach derselben Autoritt will ich noch hinzufgen, dasz an der
nordstlichen Kste und in der Bass-Strasze primre Gesteine in
ausgedehnter Weise vorkommen.

Die Ufer der Storm-Bay sind bis zur Hhe von einigen wenigen hundert
Fusz von Sandsteinschichten eingefaszt, welche Rollsteine der eben
beschriebenen Formation mit ihren characteristischen Fossilien enthalten
und folglich einer sptern Zeit angehren. Diese Schichten von Sandstein
gehen hufig in Schiefer ber und wechseln mit Lagern unreiner Kohle ab;
sie sind an manchen Stellen heftig gestrt worden. In der Nhe von
Hobart Town beobachtete ich einen Trappgang von nahezu 100 Yards Breite,
an dessen einer Seite die Schichten in einem Winkel von 60 Grad
aufgerichtet und an dessen anderer Seite sie an einigen Stellen
senkrecht und durch die Wirkungen der Hitze verndert waren. Auf der
westlichen Seite von Storm-Bay fand ich diese Schichten berdeckt von
Strmen basaltischer Lava mit Olivin; und dicht dabei fand sich eine
Masse breccienartiger Schlacken, welche Lavageschiebe enthielt und
wahrscheinlich den Ort eines alten submarinen Craters bezeichnete. Zwei
von diesen Basaltstrmen waren von einander durch eine Schicht thoniger
Wacke getrennt, deren bergang in theilweise vernderte Schlacken
verfolgt werden konnte. Die Wacke enthlt zahlreiche abgerundete Krner
eines weichen, grasgrnen Minerals mit einem Wachsglanz und an den
Rndern durchscheinend: vor dem Lthrohre wird es augenblicklich
geschwrzt und die Spitzen schmelzen zu einem stark magnetischen
schwarzen Schmelz. In diesen Characteren ist es jenen Massen von
zersetztem Olivin hnlich, welche von S. Jago in der Gruppe der
Cap-Verdischen Inseln beschrieben wurden; ich wrde auch geglaubt haben,
dasz sie in dieser Weise entstanden seien, htte ich nicht eine hnliche
Substanz in cylindrischen Fden innerhalb der Zellen des blasigen
Basalts gefunden, -- ein Zustand, in welchem Olivin niemals erscheint; es
wrde diese Substanz[126], wie ich glaube, von den Mineralogen als Bolus
beschrieben werden.

~Travertin mit ausgestorbenen Pflanzen.~ -- Hinter Hobart-Town findet
sich ein kleiner Steinbruch in hartem Travertin, dessen untere Schichten
auszerordentlich reich an deutlichen Bltterabdrcken sind. ROBERT BROWN
hat die Freundlichkeit gehabt, sich meine Exemplare anzusehen; er theilt
mir mit, dasz es vier oder fnf Species sind, von denen er keine als mit
einer existirenden Art zusammenfallend wiedererkennt. Das merkwrdigste
Blatt ist handfrmig getheilt, wie das einer Fcher-Palme, und bis jetzt
ist keine Pflanze, welche Bltter dieser Bildungsart besitzt, in Van
Diemen's Land entdeckt worden. Die andern Bltter sind weder der
gewhnlichsten Form von _Eucalyptus_ (aus welcher Gruppe die hier
existirenden Wlder hauptschlich gebildet werden), noch jener Classe
von Ausnahmen von der gewhnlichen Form der Bltter des _Eucalyptus_
hnlich, welche auf dieser Insel vorkommen. Der, diese berreste einer
untergegangenen Vegetation enthaltende Travertin ist von blaszgelber
Frbung, hart, und stellenweise selbst krystallinisch; aber er ist nicht
compact und wird berall von sehr feinen, gewundenen, cylindrischen
Poren durchsetzt. Er enthlt sehr wenig Quarzgeschiebe und gelegentlich
Lager von Chalcedon-Kgelchen, hnlich den Hornsteinkrnern im
englischen Grnsandstein. Wegen der Reinheit dieses kalkigen Gesteins
ist an andern Orten nach ihm gesucht worden; man hat es nirgends weiter
gefunden. Wegen dieses Umstandes und wegen des Characters der Ablagerung
ist es wahrscheinlich in der Weise gebildet worden, dasz eine
kalkhaltige Quelle in einen kleinen Teich oder schmalen Canal einflosz.
Die Schichten sind spter aufgerichtet und gespalten worden; und die
Oberflche ist von einer eigenthmlichen Masse bedeckt, auch jene grosze
Spalte mit derselben ausgefllt worden, welche aus, in einer Mischung
von Wacke und einer weiszen, erdigen, thonigen, kalkigen Substanz
eingeschlossenen Trappkugeln gebildet wird. Hieraus drfte hervorgehen,
dasz am Rande des Teichs, in welchem die kalkige Masse abgelagert wurde,
eine vulcanische Eruption stattgefunden hat, welche jenen durchbrochen
und abgeleitet hat.

~Emporhebung des Landes.~ -- Sowohl die stlichen als westlichen Ufer
der Bay in der Nhe von Hobart Town sind an den meisten Stellen bis zur
Hhe von 30 Fusz ber dem Niveau der Hochfluthgrenze mit zerbrochenen
Muscheln, untermischt mit Geschiebesteinen, bedeckt. Die Colonisten
schreiben das Vorkommen dieser Muscheln hier dem Umstande zu, dasz die
Eingeborenen sie der Nahrung wegen da hinauf gebracht htten:
unzweifelhaft finden sich viele grosze Hgel, welche, worauf mich Mr.
FRANKLAND aufmerksam gemacht hat, auf diese Weise gebildet worden sind;
aber wegen der groszen Anzahl der Muscheln, wegen ihrer hufig so
geringen Grsze, wegen der Art, in der sie nur dnn zerstreut liegen und
wegen einiger Erscheinungen in der Form des Landes glaube ich, dasz wir
das Vorhandensein der grszeren Zahl derselben einer geringen Erhebung
des Landes zuschreiben mssen. Am Ufer der Ralph-Bay (welche in
Storm-Bay mndet) beobachtete ich einen continuirlichen, mit Vegetation
bedeckten Strandzug ungefhr 15 Fusz ber der Hochfluthgrenze, und als
ich in ihn eingrub, fanden sich mit Serpula-Rhren bedeckte Rollsteine;
auch den Ufern des Flusses Derwent entlang fand ich eine Lage
zerbrochener Seemuscheln ber der Oberflche des Flusses und an einem
Orte, wo das Wasser jetzt viel zu ssz ist, um Seemuscheln darin leben
zu lassen; aber in diesen beiden Fllen ist es eben mglich, dasz, ehe
gewisse Bnke von Schlamm oder Dnen von Sand in Storm-Bay angehuft
wurden, die Fluthen bis zu der Hhe gestiegen sein knnten, wo wir jetzt
die Muscheln finden[127].

Mehr oder weniger deutliche Beweise fr eine Vernderung des Niveaus von
Land und Wasser sind beinahe an allen Landstrecken in jenem Theile der
Erde entdeckt worden. Capt. GREY und andere Reisende haben im sdlichen
Australien emporgehobene Schalthiergehuse gefunden, welche entweder der
jetzigen oder einer spteren tertiren Periode angehren. Die
franzsischen Naturforscher bei BAUDIN's Expedition fanden Muscheln in
hnlichen Verhltnissen an der Sdwest-Kste von Australien. W. B.
CLARKE[128] findet Beweise fr eine Erhebung des Landes bis zum Betrage
von 400 Fusz am Vorgebirge der Guten Hoffnung. In der Umgebung der Bay
of Islands auf Neu-Seeland[129] beobachtete ich, dasz die Ksten bis in
eine ziemliche Hhe mit Seemuscheln berstreut waren wie auf Van
Diemen's Land, was die Colonisten den Eingeborenen zuschreiben. Was auch
immer der Ursprung dieser Muscheln gewesen sein mag, so kann ich,
nachdem ich einen Durchschnitt des Thales des Themse-Flusses (37 s.
Br.), von W. WILLIAMS aufgezeichnet, gesehen habe, nicht daran zweifeln,
dasz dort das Land emporgehoben worden ist; auf den gegenberliegenden
Seiten dieses groszen Thales entsprechen drei stufenfrmige Terrassen,
welche aus einer enormen Anhufung von abgerundetem Geschiebe gebildet
sind, einander ganz genau; die Bschung einer jeden Terrasse ist
ungefhr 50 Fusz hoch. Wer nur immer die Terrassen in den Thlern von
Sd-America untersucht hat, welche mit Seemuscheln berstreut sind und
whrend der Perioden der Ruhe in dem langsamen Emporheben des Landes
gebildet worden sind, kann nicht daran zweifeln, dasz die Terrassen auf
Neu-Seeland in hnlicher Weise gebildet worden sind. Ich will noch
hinzufgen, dasz Dr. DIEFFENBACH in seiner Beschreibung der
Chatham-Inseln[130] (sdwestlich von Neu-Seeland) angibt, es sei
offenbar, dasz das Meer viele Stellen nackt gelassen hat, welche frher
einmal von dessen Wassern bedeckt waren.


=King Georgs Sound.=

Diese Niederlassung liegt am sdwestlichen Winkel des australischen
Continents; die ganze Gegend ist granitisch, die constituirenden
Mineralbestandtheile sind zuweilen undeutlich in gerade oder gekrmmte
Bltter angeordnet. In diesen Fllen wrde HUMBOLDT das Gestein
Gneisz-Granit genannt haben, und es ist merkwrdig, dasz die Form der
nackten kegelfrmigen Berge, welche dem Anscheine nach aus groszen
gefalteten Schichten bestehen, in einem auffallenden Grade in kleinem
Maszstabe jenen, aus Gneisz-Granit zusammengesetzten bei Rio de Janeiro
und denen von HUMBOLDT in Venezuela beschriebenen hnlich sind. Diese
plutonischen Gesteine werden an vielen Stellen von trappartigen Gngen
durchsetzt: an einer Stelle fand ich zehn parallele Gnge, in einer
ostwestlichen Linie hinziehend; nicht weit davon war eine andere Gruppe
von acht Gngen, welche aus einer verschiedenen Variett von Trapp
gebildet waren und rechtwinkelig zu den ersteren hinzogen. Ich habe in
mehreren primren Bezirken das Vorkommen von Gangsystemen beobachtet,
welche dicht nebeneinander und einander parallel waren.

~Oberflchliche eisenhaltige Lager.~ -- Die tieferen Theile des Landes
werden berall von einer, den Unebenheiten der Oberflche folgenden
Schicht eines wabenartig durchlcherten Sandsteins bedeckt, welcher an
Eisenoxyd auszerordentlich reich ist. Schichten einer nahezu hnlichen
Zusammensetzung sind, wie ich glaube, der ganzen westlichen Kste von
Australien entlang und auf vielen der ostindischen Inseln hufig. Am Cap
der Guten Hoffnung ist am Fusze der aus Granit bestehenden und von
Sandstein berlagerten Berge der Boden berall entweder von einer
feinkrnigen, brckligen, ockerartigen Masse, wie der an King George's
Sound, oder von einem grberen Sandstein mit Quarzfragmenten bedeckt,
welcher durch einen auszerordentlichen Reichthum an Eisenoxydhydrat hart
und schwer gemacht ist und beim frischen Bruch einen Metallglanz
darbietet. Diese beiden Varietten haben eine sehr unregelmszige Textur
und schlieszen entweder abgerundete oder eckige Rume ein, die voll von
losem Sand sind; aus dieser Ursache ist die Oberflche immer wabenartig.
Das Eisenoxyd ist am reichlichsten an den Rndern der Hhlungen, wo
allein es einen metallischen Bruch mit sich bringt. In diesen
Formationen, ebenso wie in vielen echten sedimentren Ablagerungen, hat
das Eisen offenbar die Neigung, in der Form einer Schale oder eines
Netzwerks aggregirt zu werden. Der Ursprung dieser oberflchlichen
Schichten scheint, obschon er ziemlich dunkel ist, eine Folge der
alluvialen Einwirkung auf einen an Eisen sehr reichen Detritus zu sein.

~Oberflchliche kalkige Ablagerung.~ -- Eine kalkige Ablagerung auf dem
Gipfel von Bald Head, welche verzweigte, von einigen Autoren fr die
berreste von Corallen gehaltene Krper enthlt, ist durch die
Beschreibung vieler ausgezeichneter Reisenden berhmt geworden[131]. In
der Hhe von 600 Fusz ber dem Meeresspiegel faltet sie sich rings um
unregelmszige Vorsprnge von Granit und verbirgt dieselben. Sie
schwankt in ihrer Mchtigkeit bedeutend; wo sie geschichtet ist, sind
die Schichten hufig unter groszen Winkeln geneigt, selbst bis zu 30
Graden, und sie fallen nach allen Richtungen hin ein. Diese Schichten
werden zuweilen von schrgen und ebenseitigen Blttern durchkreuzt. Die
Ablagerung besteht entweder aus einem feinen, weiszen, kalkigen Pulver,
in welchem nicht eine Spur von Structur nachgewiesen werden kann, oder
aus uszerst minutisen, abgerundeten Krnern von braunen, gelblichen
und purpurnen Frbungen; beide Varietten sind meistens, aber nicht
immer, mit kleinen Quarzstckchen durchmengt und zu einem mehr oder
weniger vollkommenen Steine verkittet. Wenn die abgerundeten kalkigen
Krner in geringem Grade erhitzt werden, verlieren sie augenblicklich
ihre Farbe; in dieser, wie in jeder andern Beziehung sind sie jenen
minutisen, gleichgroszen Stckchen von Muscheln und Corallen
auszerordentlich hnlich, welche auf St. Helena an den Seiten der Berge
hinauf angetrieben worden und dabei aller grberen Fragmente verlustig
gegangen sind. Ich kann nicht daran zweifeln, dasz die gefrbten,
kalkigen Partikel hier einen hnlichen Ursprung gehabt haben. Das
unfhlbar feine Pulver rhrt wahrscheinlich von dem Zerfall der
abgerundeten Stckchen her; dies ist sicherlich mglich; denn an der
Kste von Peru habe ich ~grosze zerbrochene~ Muscheln allmhlich in eine
Substanz zerfallen sehen, die so fein wie zerpulverter Kalk war. Die
beiden oben erwhnten Varietten von kalkigem Sandstein wechseln hufig
mit dnnen Lagen eines harten, substalagmitischen[132] Gesteins ab und
gehen in sie ber, welche selbst da, wo der Stein auf beiden Seiten
Quarz enthlt, gnzlich frei von ihnen ist; wir mssen daher annehmen,
dasz diese Lager, ebensowohl wie gewisse aderartige Massen, dadurch
gebildet worden sind, dasz der Regen die kalkige Masse aufgelst und
wieder niedergeschlagen hat, wie es sich auf St. Helena ereignet hat.
Jede Lage bezeichnet wahrscheinlich eine frische Flche, wo die jetzt
fest mit einander verkitteten Stckchen als loser Sand existirten. Diese
Lager sind zuweilen breccienartig zerbrochen und wieder verkittet, als
wenn sie durch das Herabrutschen des Sandes im weichen Zustande
zerbrochen worden wren. Ich habe nicht ein einziges Fragment einer
Seemuschel gefunden; aber ausgebleichte Schalen von _Helix melo_, einer
jetzt existirenden Landspecies, kommt auszerordentlich zahlreich in
smmtlichen Schichten vor; ich habe gleichfalls eine andere _Helix_ und
den Panzer eines _Oniscus_ gefunden.

Die Zweige sind ihrer Gestalt nach von den abgebrochenen und aufrecht
stehenden Strmpfen eines Dickichts absolut nicht zu unterscheiden; ihre
Wurzeln sind hufig unbedeckt und scheinen nach allen Seiten hin zu
divergiren; hier und da liegt ein Zweig ausgestreckt nieder. Die Zweige
bestehen meistens aus dem Sandstein, nur eher etwas fester als die
umgebende Masse; ihre centralen Theile sind entweder mit zerreiblicher
kalkiger Substanz oder mit einer substalagmitischen Variett angefllt;
dieser centrale Theil wird auch hufig von linearen Spalten
durchbrochen, welche zuweilen, wenngleich selten, eine Spur von holziger
Substanz enthalten. Diese kalkigen, sich verzweigenden Krper haben sich
allem Anscheine nach dadurch gebildet, dasz feine kalkige Substanz in
die Abgsse oder Hhlungen hineingewaschen worden ist, welche nach dem
Zerfall von Zweigen oder Wurzeln von Dickichten, die unter Sand begraben
waren, brig geblieben sind. Die ganze Oberflche des Berges erleidet
gegenwrtig eine Zersetzung, und daher werden die Ausgsse, welche
compact und hart sind, vorspringend brig gelassen. In kalkigem Sand am
Vorgebirge der Guten Hoffnung fand ich die von ABEL beschriebenen
Abgsse denen von Bald Head ganz hnlich; aber ihre Centren sind noch
hufig mit schwarzer, kohlenhaltiger Substanz erfllt, welche noch nicht
entfernt ist. Es ist nicht berraschend, dasz die holzige Substanz aus
den Abgssen von Bald Head beinahe gnzlich entfernt worden ist; denn
gewisz ist es, dasz viele Jahrhunderte vergangen sein mssen, seitdem
die Dickichte begraben wurden; gegenwrtig wird in Folge der Form und
Hhe des schmalen Vorgebirges kein Sand angetriftet und die ganze
Oberflche wird, wie ich schon bemerkt habe, abgenagt. Wir mssen uns
daher nach einer Zeit umsehen, wo das Land auf einem niedrigeren Niveau
stand und in welcher der kalkige und quarzige Sand auf Bald Head
angetriftet wurde und in Folge dessen die Pflanzenreste begraben wurden,
wofr die franzsischen Naturforscher[133] Beweise in emporgehobenen
Schalen jetzt lebender Thierarten fanden. Nur eine Erscheinung liesz
mich Anfangs in Betreff des Ursprungs dieser Abgsze zweifeln, --
nmlich, dasz die feineren, von verschiedenen Stmmen ausgehenden
Wurzeln zuweilen zu aufrecht stehenden Platten oder Adern vereinigt
wurden; wenn man sich aber der Art und Weise erinnert, in welcher feine
Wurzeln hufig Spalten in harter Erde ausfllen, und dasz diese Wurzeln
ebensogut zerfallen und Hhlungen hinterlassen werden wie die Stmme, so
liegt keine wirkliche Schwierigkeit in diesem Falle vor. Auszer den
kalkigen Zweigen vom Cap der Guten Hoffnung habe ich Abgsse von genau
denselben Formen von Madeira[134] und von den Bermudas gesehen; auf den
letzteren sind, nach den von Lieut. NELSON gesammelten Exemplaren zu
urtheilen, die umgebenden kalkigen Gesteine gleichfalls hnlich, wie es
auch ihre oberflchliche Bildung ist. Bedenkt man die Stratification der
Ablagerung von Bald Head, -- die unregelmszig abwechselnden Lager
substalagmitischen Gesteins, -- die gleichfrmig groszen und
abgerundeten Partikel, augenscheinlich von Seemuscheln und Corallen, --
den auszerordentlichen Reichthum von Landmuscheln durch die ganze Masse,
und endlich die absolute hnlichkeit der kalkigen Abgsse mit den
Stmpfen, Wurzeln und Zweigen jener Art von Pflanzenwuchs, welcher eben
auf Sandhgeln wachsen drfte, so, meine ich, lszt sich, trotz der
verschiedenen Meinung mancher Autoren, vernnftigerweise nicht daran
zweifeln, dasz eine richtige Ansicht von ihrem Ursprung hier gegeben
worden ist.

Kalkige Ablagerungen, gleich denen von King George's Sund, sind an den
australischen Ksten in ungeheurer Ausdehnung vorhanden. Dr. FITTON
macht die Bemerkung, dasz recente, kalkige Breccie (unter welchem
Ausdruck diese smmtlichen Ablagerungen eingeschlossen werden) whrend
BAUDIN'S Reise ber einen Raum hin von nicht weniger als 25
Breitengraden und in einer gleichen Lngenausdehnung an den sdlichen,
westlichen und nordwestlichen Ksten gefunden wurde.[135] Aus PRON's
Angaben, mit dessen Beobachtungen und Ansichten ber den Ursprung der
kalkigen Substanz und der sich verzweigenden Abgsse die meinigen
gnzlich bereinstimmen, geht auch hervor, dasz die Ablagerung meist
viel continuirlicher ist, als in der Nhe von King George's Sound. Beim
Swan-Flusz gibt Archdeacon SCOTT an[136], dasz sie sich an einer Stelle
zehn Meilen weit landeinwrts erstreckt. berdies theilt mir Captain
WICKHAM mit, dasz whrend der krzlich von ihm vorgenommenen Vermessung
der Westkste der Meeresgrund, wo nur immer das Fahrzeug vor Anker
gieng, aus weiszer kalkiger Substanz bestand, wie durch Hinablassen von
Brecheisen ermittelt wurde. Es scheint daher, als wren dieser Kste
entlang, wie auf den Bermudas und am Keeling Atoll, untermeerische und
oberflchliche Ablagerungen gleichzeitig in Folge des Zerfallens mariner
organischer Krper im Processe der Bildung begriffen. Die Ausdehnung
dieser Ablagerungen ist in Anbetracht ihres Ursprungs sehr auffallend;
sie knnen in dieser Beziehung nur mit den groszen Corallenriffen des
Indischen und Stillen Oceans verglichen werden. In andern Theilen der
Welt, beispielsweise in Sd-America, finden sich ~oberflchliche~
kalkige Ablagerungen von groszer Ausdehnung, in welchen nicht eine Spur
organischer Structur zu entdecken ist; diese Beobachtungen drften zu
der Untersuchung veranlassen, ob derartige Ablagerungen nicht auch aus
zerfallenen Muscheln und Corallen gebildet worden sind.


Cap der Guten Hoffnung.

Nach den von BARROW, CARMICHAEL, BASIL HALL und W. B. CLARKE ber die
Geologie dieses Districts gegebenen Schilderungen werde ich mich auf
einige wenige Bemerkungen ber die Verbindung der drei hauptschlichen
Formationen beschrnken. Das fundamentale Gestein ist Granit[137],
berlagert von Thonschiefer; der letztere ist meistens hart und in Folge
des Einschlusses minutiser Glimmerschuppen glnzend; er wechselt mit
Schichten unbedeutend krystallinischen, feldspathigen, schieferigen
Gesteins ab und geht in solche ber. Dieser Thonschiefer ist deshalb
merkwrdig, weil er an einigen Stellen (wie an dem Lion's Rump), selbst
bis zur Tiefe von 20 Fusz zu einem blasz gefrbten, sandsteinartigen
Gestein zersetzt ist, welches, wie ich glaube, von mehreren Beobachtern
irrthmlich fr eine besondere Formation gehalten worden ist. Ich wurde
von Dr. ANDREW SMITH zu einer schnen Verbindung zwischen Granit und
Thonschiefer am Green Point gefhrt; der letztere wird in der Entfernung
von einer Viertel-Meile von dem Orte, wo der Granit am Strand erscheint
(obgleich der Granit wahrscheinlich viel nher unter der Oberflche
liegt), compacter und krystallinischer. In einer geringeren Entfernung
sind einige von den Thonschieferschichten von homogener Textur und
undeutlich mit verschiedenen Farbenbndern gestreift, whrend andere
undeutlich gefleckt sind. Innerhalb hundert Yards von der ersten
Granitader besteht der Thonschiefer aus mehreren Varietten; einige sind
compact mit einem Stich ins Purpurne, andere glnzen von zahlreichen
minutisen Schuppen von Glimmer und unvollkommen krystallisirtem
Feldspath; einige sind undeutlich krnig, andere porphyrartig mit
kleinen, verlngerten Flecken eines weichen weiszen Minerals, welches
wegen der Leichtigkeit, mit der es corrodirt wird, dieser Variett ein
blasiges Ansehen gibt. Dicht am Granit ist der Thonschiefer in ein
dunkelfarbiges bltteriges Gestein mit einem krnigen Bruch verwandelt,
welch' letzterer Folge des Vorhandenseins unvollkommener Krystalle von
Feldspath ist, die von minutisen, glnzenden Glimmerschuppen berzogen
sind.

Die factische Verbindung zwischen den granitischen und
Thonschiefer-Districten erstreckt sich ber eine Breite von ungefhr 200
Yards und besteht aus unregelmszigen Massen und zahlreichen Gngen von
Granit, welche von dem Thonschiefer eingewickelt und umgeben sind; die
meisten Gnge liegen in einer nordwestlichen und sdstlichen Linie,
parallel zu der Spaltungsebene des Schiefers. Wenn man die Verbindung
verlszt, werden dnne Schichten und zuletzt blosze Sume des
vernderten Thonschiefers sichtbar, vllig isolirt, als schwmmen sie in
dem grob krystallisirten Granit; obschon sie aber vollstndig getrennt
sind, behalten sie doch alle noch Spuren der nordwestlich-sdstlichen
Spaltung. Diese Thatsache ist in anderen hnlichen Fllen beobachtet
worden, und ist von mehreren ausgezeichneten Geologen[138] als eine
bedeutende Schwierigkeit in Bezug auf die gewhnlich verbreitete
Theorie, dasz der Granit im flssigen Zustande injicirt worden sei,
vorgebracht worden; wenn wir uns aber den wahrscheinlichen Zustand der
untern Oberflche einer gebltterten Masse, wie Thonschiefer, nachdem
sie durch eine Masse geschmolzenen Granits gewaltsam emporgewlbt worden
ist, vergegenwrtigen, so knnen wir wohl schlieszen, dasz sie voll von
Spalten, die den Spaltungsebenen parallel sind, sein werde, dasz diese
ferner mit Granit erfllt sein werden, so dasz, wo nur immer die Spalten
dicht bei einander liegen, blosze getrennte Lagen oder Keile des
Schiefers in den Granit hinein hngen werden. Wrde daher spter die
ganze Gesteinsmasse abgewaschen und denudirt werden, so werden die
untern Enden dieser herabhngenden Massen oder Keile von Granit vllig
isolirt im Granit brig bleiben; und doch wrden sie ihre eigenen
Spaltungslinien behalten, weil sie, so lange der Granit noch flssig
war, mit einer zusammenhngenden Decke von Thonschiefer in Verbindung
gestanden hatten.

Als ich in Gesellschaft des Dr. A. SMITH der Verbindungslinie zwischen
dem Granit und dem Schiefer folgte, wie sie sich in einer sdstlichen
Richtung landeinwrts erstreckte, kamen wir zu einer Stelle, wo der
Schiefer in einen feinkrnigen, vollkommen characterisirten Gneisz
verwandelt war, der eine Zusammensetzung aus gelblichbraunem Feldspath,
auszerordentlich reichlichem, schwarzem, glnzendem Glimmer und einigen
wenigen dnnen Quarzblttern erkennen liesz. Aus dem auszerordentlich
reichlichen Vorhandensein von Glimmer in diesem Gneisz, im Vergleich zu
der geringen Menge und den uszerst minutisen Schuppen, in denen er in
dem glnzenden Thonschiefer existirt, mssen wir schlieszen, dasz er
sich hier in Folge einer metamorphischen Einwirkung gebildet hat -- ein
Umstand, welcher unter nahezu hnlichen Verhltnissen, von manchen
Autoren bezweifelt wird. Die Lamellen des Thonschiefers sind gerade; und
es war interessant zu beobachten, dasz sie in dem Masze, als er den
Character des Gneiszes annahm, wellenfrmig wurden, wobei manche der
kleinen Biegungen, wie die Lamellen vieler echten metamorphischen
Schiefer, winklig wurden.

~Sandstein-Formation.~ -- Diese Formation bildet den imposantesten Zug
in der Geologie von Sd-Africa. Die Schichten sind an vielen Stellen
horizontal und erreichen eine Mchtigkeit von ungefhr 2000 Fusz. Der
Sandstein schwankt im Character: er enthlt wenig erdige Substanz, ist
aber hufig mit Eisen gefrbt; einige der Schichten sind sehr feinkrnig
und vollstndig weisz, andere sind so compact und homogen wie
Quarzgestein. An einigen Stellen bemerkte ich eine Quarzbreccie, deren
Fragmente in einer Kieselpaste beinahe gelst waren. Breite Adern von
Quarz, oft grosze und vollkommene Krystalle einschlieszend, sind sehr
zahlreich; und an all diesen Schichten ist es offenbar, dasz Kieselsure
aus einer Lsung in merkwrdiger Weise abgelagert ist. Viele von den
Varietten des Quarzits erscheinen vllig wie metamorphische Gesteine;
da aber die oberen Schichten so kieselhaltig sind wie die untern, und
wegen der ungestrten Verbindungen mit dem Granit, die an vielen Stellen
untersucht werden knnen, kann ich kaum glauben, dasz diese
Sandsteinschichten der Hitze ausgesetzt gewesen sind[139]. An den
Verbindungslinien zwischen diesen beiden groszen Formationen fand ich an
mehreren Stellen den Granit bis zur Tiefe von einigen wenigen Zollen
zerfallen; ihm folgte entweder eine dnne Schicht eisenhaltigen
Schiefers oder eine vier oder fnf Zoll dicke Lage wieder verkitteter
Granitkrystalle, auf welcher die grosze Masse des Sandsteins unmittelbar
ruhte.

Mr. SCHOMBURGK hat eine grosze Sandsteinformation im nrdlichen
Brasilien beschrieben[140], welche auf Granit ruht und in einem
merkwrdigen Grade, in ihrer Zusammensetzung und der uszeren Form des
Landes, dieser Formation am Cap der Guten Hoffnung hnlich ist. Die
Sandsteine der groszen Plateaus im stlichen Australien, welche auch auf
Granit ruhen, weichen darin ab, dasz sie mehr erdige und weniger
kieselige Substanz enthalten. Keine fossilen Reste sind in diesen drei
ungeheuern Ablagerungen entdeckt worden. Endlich will ich noch
hinzufgen, dasz ich irgend welche erratische Blcke von weither
transportirten Gesteinen weder am Cap der Guten Hoffnung, noch an den
stlichen und westlichen Ksten von Australien, noch auf Van Diemen's
Land gesehen habe. Auf der nrdlichen Insel von Neu-Seeland bemerkte ich
einige grosze Blcke von Grnstein; ob aber ihr Muttergestein weit
entfernt war, hatte ich keine Gelegenheit zu ermitteln.

[118] Ich habe vor Kurzem in einem Aufsatze von ~Will. Smith~ (dem Vater
der englischen Geologen) in dem Magazine of Natural History gesehen,
dasz die Quarzkrner im Millstone-grit von England hufig krystallisirt
sind. Sir ~David Brewster~ gibt in einem vor der British Association,
1840, gelesenen Aufsatze an, dasz in altem zersetzten Glase die
Kieselsure und Metalle sich in concentrischen Ringen scheiden und dasz
die Kieselsure ihre krystallinische Structur wieder erlangt, wie es aus
ihrer Wirkung auf das Licht hervorgeht.

[119] Dies wird nach der Autoritt von Sir Th. ~Mitchell~ angegeben: s.
seine Travels, Vol. II. p. 357.

[120] Ich habe diese sehr merkwrdigen Bnke im Anhange zu meinem Buche
ber die Structur der Corallen-Riffe beschrieben (bers. p. 206). Ich
habe die Neigung der Rnder der Bnke nach Mittheilungen, welche mir
Capitain B. ~Allen~, einer der vermessenden Officiere, gegeben hat, und
nach sorgfltigen Messungen der horizontalen Abstnde zwischen der
letzten Lothung auf der Bank und der ersten im tiefen Wasser bestimmt.
Weit ausgedehnte Bnke in allen Theilen West-Indiens haben dieselbe
allgemeine Oberflchenform.

[A] Es ist diese Erscheinung die Discordante Parallelstructur ~C. F.
Naumann's.~ Der bers.

[121] s. ~Martin White~, ber Lothungen im Britischen Canal, p. 4 und
166.

[122] ~Siau~, ber die Wirkung der Wellen, in: Edinburgh New Philos.
Journal, Vol. XXXI. p. 245.

[123] Travels in Australia, Vol. I. p. 154. -- Ich bin Sir ~Th.
Mitchell~ fr mehrere interessante persnliche Mittheilungen ber diese
groszen Thler von Neu-Sd-Wales sehr verbunden.

[124] a. a. O. Vol. II. p. 358.

[125] s. den Anhang (bers. p. 201 und 206) zu dem Buche ber
Corallen-Riffe. Die Thatsache, dasz das Meer Schlamm um einen
untermeerischen Kern anhuft, verdient die Beachtung der Geologen: denn
es werden hierdurch im Meere auszen liegende Bnke von derselben
Zusammensetzung wie die Kstenbnke gebildet; und wenn dann beide
emporgehoben und zu Klippen ausgewaschen werden, wrde man natrlich
meinen, dasz sie frher einmal im Zusammenhang gestanden htten.

[126] Chlorophaeit, welcher von ~MacCulloch~ (Western Islands, Vol. I.
p. 504) als in einem basaltischen Mandelstein vorkommend geschildert
wird, weicht von dieser Substanz dadurch ab, dasz er vor dem Lthrohr
unverndert bleibt und sich schwrzt, wenn er der Luft ausgesetzt wird.
Drfen wir annehmen, dasz Olivin beim Erleiden jener merkwrdigen, von
S. Jago beschriebenen Vernderung mehrere Stufen durchluft?

[127] Es mchte fast scheinen, als wren irgend welche Vernderungen
gegenwrtig in Ralph Bay im Fortschreiten; denn ein intelligenter Farmer
versicherte mir, dasz frher Austern sehr reichlich in ihr vorhanden
gewesen wren, dasz sie aber um das Jahr 1834 ohne irgend eine
augenscheinliche Ursache verschwunden wren. In den Transactions der
Maryland Academy (Vol. I. P. I. p. 28) findet sich ein Bericht von
~Ducatel~ ber ungeheure Lager von Austern und Klaffmuscheln, welche
durch das allmhliche Auffllen der engen Lagunen und Canle an den
Ufern der sdlichen Vereinigten Staaten zerstrt worden sind. Auf Chilo
in Sd-America hrte ich von einem hnlichen Verlust, den die Einwohner
durch das Verschwinden einer eszbaren Species von Ascidien von einem
Theile der Kste erlitten haben.

[128] Proceedings of the Geological Society, Vol. III. p. 420.

[129] Ich will hier ein Verzeichnis der Gesteinsarten geben, welche ich
in der Nhe der Bay of Islands in Neu-Seeland gefunden habe: -- 1. Viel
basaltische Lava und schlackenfrmige Gesteine, distincte Cratere
bildend; -- 2. einen thurmartigen Hgel mit horizontalen Schichten eines
fleischfarbigen Kalkes, welcher beim Zerbrechen deutliche
krystallinische Facetten zeigte: der Regen hat auf dies Gestein in einer
merkwrdigen Art eingewirkt, indem er die Oberflche zu einem
Miniatur-Modell einer Alpen-Landschaft corrodirte: ich beobachtete hier
Lagen von Hornstein und von Thoneisenstein und im Bette eines Flusses
Geschiebe von Thonschiefer; -- 3. die Ufer der Bay of Islands werden von
einem feldspathigen Gestein von einer blulich-grauen Frbung gebildet,
das hufig stark zersetzt ist, einen winkligen Bruch hat und von
zahlreichen eisenhaltigen Bndern durchsetzt wird, aber ohne deutliche
Stratification oder Spaltung. Manche Varietten sind in hohem Grade
krystallinisch und wrden sofort fr Trapp erklrt werden; andere waren
in auffallender Weise Thonschiefer hnlich, der leicht durch Hitze
verndert ist; ich bin nicht im Stande gewesen, mir irgend eine
bestimmte Ansicht ber diese Formation zu bilden.

[130] Geographical Journal, Vol. XI. p. 202, 205.

[131] Ich besuchte diesen Berg in Gesellschaft des Capt. FITZ ROY und
wir kamen beide zu einem hnlichen Schlusse in Bezug auf diese sich
verstelnden Krper.

[132] Ich nehme diesen Ausdruck an aus Lieut. ~Nelson's~ ausgezeichnetem
Aufsatze ber die Bermuda-Inseln (Geolog. Transactions, Vol. V. p. 106)
fr den harten, compacten, rahmfarbigen oder braunen Stein ohne irgend
welche krystallinische Structur, welcher so hufig oberflchliche
kalkige Anhufungen begleitet. Ich habe derartige oberflchliche, mit
substalagmitischem Gestein bedeckte Schichten am Cap der Guten Hoffnung,
in mehreren Theilen von Chile und ber weite Rume in La Plata und
Patagonien beobachtet. Einige von diesen Schichten sind aus zerfallenen
Muscheln gebildet worden, aber der Ursprung der Mehrzahl derselben ist
ziemlich dunkel. Die Ursachen, welche es bestimmen, dasz Wasser Kalk
auflst und denselben bald wieder niederschlgt, sind, wie ich meine,
nicht bekannt. Die Oberflche der substalagmitischen Schichten erscheint
immer vom Regenwasser corrodirt. Da smmtliche obengenannten Lnder
eine, im Vergleich zur Regenzeit lange trockene Jahreszeit haben, so
wrde ich geglaubt haben, dasz das Vorhandensein des substalagmitischen
Gesteins mit dem Clima im Zusammenhang stehe, htte nicht Lieut.
~Nelson~ gefunden, dasz sich diese Substanz unter Seewasser bildet.
Zerkleinerte Schalensubstanz scheint uszerst lslich zu sein; hiervon
fand ich einen deutlichen Beweis an einem merkwrdigen Gestein bei
Coquimbo in Chile, welches aus kleinen, durchscheinenden, leeren, mit
einander verkitteten Hlsen bestand. Eine Reihe von Exemplaren zeigte
deutlich, dasz diese Hlsen ursprnglich kleine abgerundete
Schalenstckchen enthalten hatten, welche von kalkiger Substanz umhllt
und mit einander verkittet waren (wie es hufig an Strandbildungen
vorkommt), spter dann zerfallen und von Wasser aufgelst worden waren,
welches durch die kalkigen Hlsen durchgedrungen sein musz, ohne sie zu
corrodiren, von welchem Vorgange jede einzelne Stufe zu sehen war.

[133] s. ~Pron~'s Reisen, Tom. I. p. 204.

[134] Dr. J. ~Macaulay~ hat die Abgsse von Madeira ausfhrlich
beschrieben (Edinburgh New Philos. Journal, Vol. XXIX, p. 350). Er
betrachtet (verschieden von Mr. ~Smith~ von Jordan Hill) diese Krper
als Corallen und hlt die kalkige Ablagerung fr unter Wasser
entstanden. Seine Grnde sttzen sich hauptschlich (denn seine
Bemerkungen ber die Structur derselben sind sehr unbestimmt) auf die
grosze Menge kalkiger Substanz und darauf, dasz die Abgsse thierische
Substanz enthalten, wie es sich aus der Entwickelung von Ammoniak aus
ihnen ergibt. Htte Dr. ~Macaulay~ die ungeheuren Massen abgerollter
Stckchen von Muscheln und Corallen am Strande von Ascension und
besonders an Corallen-Riffen gesehen, und htte er ber die Wirkungen
lange anhaltender, msziger Winde in Bezug auf das Antreiben feiner
Stckchen nachgedacht, so wrde er kaum das Moment der Menge betont
haben, welches in der Geologie selten zuverlssig ist. Wenn die kalkige
Substanz aus zerfallenen Muscheln und Corallen herrhrt, so htte sich
das Vorhandensein von thierischer Substanz erwarten lassen. Mr.
~Anderson~ hat fr Dr. ~Macaulay~ ein Stck eines Abgusses analysirt und
folgende Zusammensetzung gefunden:

    Kohlensaurer Kalk         73,35
    Kieselsure               11,90
    Phosphorsaurer Kalk        8,81
    Thierische Substanz        4,25
    Schwefelsaurer Kalk   eine Spur
                       ------------
                              98,11.

[135] Wegen ausfhrlicher Einzelnheiten ber diese Formation vergl. Dr.
~Fitton~'s Anhang zu Capt. ~King~'s Reise. ~Fitton~ ist geneigt, den
verzweigten Krpern einen concretionren Ursprung zuzuschreiben: ich
will bemerken, dasz ich in Sandschichten in La Plata cylindrische Stmme
gesehen habe, welche ohne Zweifel in dieser Weise entstanden sind; sie
waren aber in ihrer Erscheinung von denen am Bald Head und an den andern
oben einzeln angefhrten rtlichkeiten verschieden.

[136] Proceedings of the Geological Society, Vol. I. p. 320.

[137] An mehreren Stellen beobachtete ich im Granit dunkelgefrbte
Kugeln, die aus minutisen Glimmerschuppen in einer zhen Grundmasse
zusammengesetzt waren. An einer andern Stelle fand ich Krystalle von
schwarzem Schrl, die von einem gemeinsamen Centrum ausstrahlten. Dr.
~Andrew Smith~ fand in den inneren Theilen des Landes wundervolle
Exemplare von Granit mit silberglnzendem Glimmer, der von centralen
Punkten aus ausstrahlte oder sich vielmehr wie Moos verstelte. In der
Geologischen Gesellschaft finden sich Handstcke von Granit mit
krystallisirtem Feldspath, der in gleicher Weise verzweigt und strahlig
angeordnet ist.

[138] s. ~Keilhau's~ Theorie ber den Granit; bersetzt in: Edinburgh
New Philosoph. Journal, Vol. XXIV, p. 402.

[139] ~W. B. Clarke~ gibt indessen zu meiner berraschung an (Geologic.
Proceedings, Vol. III. p. 422), dasz der Sandstein an manchen Orten von
Granitgngen durchsetzt wird; derartige Gnge mssen durchaus einer auf
diejenige Periode, wo der geschmolzene Granit auf den Thonschiefer
wirkte, folgenden Zeit angehren.

[140] Geographical Journal, Vol. X. p. 246.




Anhang.

Beschreibung fossiler Muscheln

von G. B. Sowerby.

Muscheln aus einer tertiren Ablagerung unter einem groszen basaltischen
Strom auf S. Jago im Cap-Verdischen Archipel; erwhnt auf p. 4.


1. _Litorina Planaxis_ G. SOWERBY.

_Testa subovata, crassa, laevigata, anfractibus quatuor, spiraliter
striatis; apertura subovata; labio columellari infimaque parte anfractus
ultimi planatis; long. 0,6, lat. 0,45 poll._

In der Statur und beinahe auch in der Form ist diese Art einer kleinen
_Litorina litorea_ hnlich; sie weicht indessen sehr wesentlich darin
ab, dasz der untere Theil der letzten Windung und die Columellarlippe
wie abgeschnitten und abgeplattet sind, wie bei den _Purpura_-Arten.
Unter den lebenden Schnecken von derselben rtlichkeit findet sich eine,
welche dieser sehr hnlich und vielleicht mit ihr identisch ist; sie ist
aber eine sehr junge Schnecke und kann daher nicht genau mit ihr
verglichen werden.


2. _Cerithium aemulum_ G. SOWERBY.

_Testa oblongo-turrita, subventricosa, apice subulato, anfractibus decem
leviter spiraliter striatis, primis serie unica tuberculorum instructis,
intermediis irregulariter obsolete tuberculiferis, ultimo longe majori
absque tuberculis, sulcis duobus fere basalibus instructo; labii externi
margine interno intus crenulato: long. 1,8, lat. 0,7 poll._

Diese Art ist einer der von LAMARCK unter dem Namen _Cerithium Vertagus_
zusammengebrachten Formen so hnlich, dasz ich auf den ersten Blick
glaubte, sie sei identisch mit denselben; sie kann indessen leicht
dadurch unterschieden werden, dasz ihr die Falte im Centrum der
Columella, welche in jenen Schnecken so auffallend ist, fehlt. Es ist
nur ein Exemplar vorhanden, welches unglcklicherweise den unteren
Theil der uszeren Lippe verloren hat, so dasz es unmglich ist, die
Form der Mndung zu beschreiben.


3. _Venus simulans_ G. SOWERBY.

_Testa rotundata, ventricosa, laeviuscula, crassa; costis obtusis,
latiusculis, concentricis, antice posticeque tuberculatim solutis; area
cardinali postica alterae valvae latiuscula; impressione subumbonali
postica circulari: long. 1,8, alt. 1,8, lat. 1,5 poll._

Eine Muschel, welche in ihren Characteren intermedir ist und ihre
Stellung zwischen der _Venus verrucosa_ des englischen Canals und der
_V. rosalina_ RANG von der Westkste von Africa hat, aber von beiden
hinreichend scharf durch ihre breiten, stumpfen, concentrischen Rippen
unterschieden wird, welche sowohl vorn als hinten in Tuberkel getheilt
sind. Ihre Gestalt ist auch kreisfrmiger als eine jener beiden anderen
Species.

Die folgenden Schalen aus derselben Schicht sind, so weit sie bestimmt
werden knnen, von lebenden Arten:

     4. ~_Purpura Fucus_~.

     5. ~_Amphidesma australe_~ SOWERBY.

     6. ~_Conus venulatus_~ LAM.

     7. ~_Fissurella coarctata_~ KING.

     8. ~_Perna_~, -- zwei einzelne Schalen, aber in einem solchen
     Zustande, dasz die Art nicht zu bestimmen war.

     9. ~_Ostrea cornucopiae_~ LAM.

     10. ~_Arca ovata_~ LAM.

     11. ~_Patella nigrita_~ BGN.

     12. ~_Turritella bicingulata?_~ LAM.

     13. ~_Strombus_~, -- zu stark abgerieben und verstmmelt, um
     identificirt werden zu knnen.

     14. ~_Hipponyx radiata_~ GRAY.

     15. ~_Natica uber_~ VALENCIENNES.

     16. ~_Pecten_~, welcher der Form nach dem _P. opercularis_ hnlich
     ist, von ihm aber durch mehrere Charactere zu unterscheiden ist. Es
     findet sich nur eine Schalenhlfte, weshalb ich nicht wage,
     dieselbe zu beschreiben.

     17. ~_Pupa diaphana_~ KING.

     18. ~_Trochus_~, -- unbestimmbar.


Ausgestorbene Land-Schnecken von St. Helena.

Die folgenden sechs Arten wurden in Gesellschaft mit einander auf dem
Boden einer dicken Schicht von Ackererde gefunden; die zwei letzten
Species, nmlich die _Cochlogena fossilis_ und _Helix biplicata_ wurden
zusammen mit einer, jetzt auf der Insel lebenden Art von _Succinea_ in
einem sehr neuen kalkigen Sandstein gefunden. Diese Schnecken wurden auf
p. 91 des vorliegenden Bandes erwhnt.


1. _Cochlogena auris-vulpina_ FR.

Diese Art ist im elften Bande von MARTINI und CHEMNITZ gut beschrieben
und abgebildet worden. CHEMNITZ uszert einen Zweifel in Bezug auf die
Gattung, zu welcher sie eigentlich zu bringen ist, und auch eine stark
ausgesprochene Meinung zu Ungunsten der Folgerung, dasz sie als
Landschnecke anzusehen sei. Seine Exemplare waren auf einer ffentlichen
Auction in Hamburg gekauft worden, wohin sie von G. HUMPHREY geschickt
waren, der sehr wohl mit ihrem richtigen Wohnorte bekannt gewesen zu
sein scheint und sie fr Landschnecken verkaufte. CHEMNITZ erwhnt
indessen ein Exemplar in SPENGLER's Sammlung in einem frischeren
Zustande als seine eigenen und welches aus China gekommen sein sollten.
Die Darstellung, welche er von der Art gibt, ist nach diesem Individuum
entworfen; mir scheint es nur ein gereinigtes Exemplar der St.
Helena-Schnecke gewesen zu sein. Man kann sich leicht vorstellen, dasz
eine Schnecke von St. Helena etwa zufllig oder absichtlich, nachdem sie
durch zwei oder drei Hnde gegangen ist, fr eine Chinesische verkauft
worden sein knnte. Ich halte es nicht fr mglich, dasz eine Schnecke
dieser Species wirklich in China gefunden worden sein knnte; und unter
den enormen Mengen von Schnecken, welche vom himmlischen Reiche nach
England kommen, habe ich niemals eine gesehen. CHEMNITZ konnte sich
nicht dazu bringen, zur Aufnahme dieser merkwrdigen Schnecke eine neue
Gattung zu errichten, obgleich er sie offenbar nicht mit einer der
damals bekannten Gattungen in Einklang bringen konnte; und trotzdem er
sie fr keine Landschnecke hielt, hat er sie _auris-vulpina_ genannt.
LAMARCK hat sie als zweite Art zu seiner Gattung _Struthiolaria_
gestellt unter dem Namen _crenulata_. Mit dieser Gattung hat sie
indessen keine Verwandtschaft; man kann an der Richtigkeit von
FRUSSAC's Ansicht nicht zweifeln, welcher sie in die vierte Abtheilung
seiner Untergattung _Cochlogena_ bringt; LAMARCK wrde auch nach seinen
eigenen Grundstzen ganz im Rechte gewesen sein, wenn er sie in seine
Gattung _Auricula_ gebracht htte. Es kommt eine Variett dieser Species
vor, welche in der folgenden Weise characterisirt werden kann:

_Cochlogena auris-vulpina_ var.

_Testa subpyramidali, apertura breviori, labio tenuiori: long. 1,68,
aperturae 0,76, lat. 8,87 poll._

~Anm.~ Die Maszverhltnisse dieser Variett weichen von denen der
gewhnlichen Variett ab, welche die folgenden sind: Lnge 1,65, der
Mndung 1,0, Breite 0,96 Zoll. Es ist der Beachtung werth, dasz
smmtliche Schnecken dieser Variett von einem andern Theile der Insel
herkommen als die vorigen Exemplare.


2. _Cochlogena fossilis_ G. SOWERBY.

_Testa oblonga, crassiuscula, spira subacuminata, obtusa, anfractibus
senis, subventricosis, leviter striatis, sutura profunde impressa,
apertura subovata; peritremate continuo, subincrassato; umbilico parvo:
long. 0,8, lat. 0,37 poll._

Diese Species ist von der Statur der _C. Guadaloupensis_, ist aber
leicht durch die Form der Windungen und die tief ausgezeichnete Naht zu
unterscheiden. Die Exemplare sind in ihren Verhltnissen unbedeutend
verschieden. Diese Art wurde nicht von Herrn DARWIN erhalten, sondern
ist aus der Sammlung der Geologischen Gesellschaft.


1. _Cochlicopa subplicata_ G. SOWERBY.

_Testa oblonga, subacuminato-pyramidali, apice obtuso, anfractibus novem
laevibus, postice subplicatis, sutura crenulata; apertura ovata, postice
acuta, labio externo tenui; columella obsolete subtruncata; umbilico
minimo: long. 0,93, lat. 0,28 poll._

Diese und die folgende Art werden zu FRUSSAC's Subgenus _Cochlicopa_
gebracht, weil sie uszerst nahe mit seiner _Cochlicopa folliculus_
verwandt sind. Als Species sind sie indessen vollkommen distinct; sie
sind viel grszer und nicht glnzend und glatt wie _C. folliculus_,
welche Art im Sden von Europa und auf Madeira gefunden wird. Einige
sehr junge Schalen und ein Ei wurden gefunden, welche, wie ich glaube,
zu dieser Species gehren.


2. _Cochlicopa terebellum_ G. SOWERBY.

_Testa oblonga, cylindraceo-pyramidali, apice obtusiusculo, anfractibus
septenis, laevibus; sutura postice crenulata; apertura ovali, postice
acuta, labio externo tenui, antice declivi; columella obsolete truncata,
umbilico minimo: long. 0,77, lat. 0,25 poll._

Diese Art weicht von der letzteren darin ab, dasz sie cylindrischer und,
im ganz erwachsenen Zustande, nahezu frei von den stumpfen Falten der
hinteren Windungen ist; auch ist die Form der ffnung verschieden. Die
jungen Schalen dieser Art sind lngsweise gestreift und haben sehr
obsolete lngslaufende Falten.


1. _Helix bilamellata_ G. SOWERBY.

_Testa orbiculato-depressa, spira plana, anfractibus senis, ultimo
subtus ventricoso, superne angulari; umbilico parvo; apertura
semilunari, superne extus angulata, labio externo tenui; interno plicis
duabus spiralibus, postica majori: long. 0,15, lat. 0,33 poll._

Die jungen Schalen dieser Species haben sehr verschiedene
Maszverhltnisse von den vorstehend angegebenen, ihre Axe ist nahezu so
grosz wie ihre Breite. Das grszte Exemplar ist weisz, mit
unregelmszigen rostrothen Strahlen. Dies ist sehr verschieden von
irgend einer bekannten recenten Species, obschon es mehrere gibt, mit
welcher sie eine gewisse Analogie zu haben scheint, wie _Helix
epistylium_ oder _Cookiana_ und _H. gularis_; bei diesen beiden sind
indessen die inneren spiralen Falten innerhalb der uszeren Schalenwand
und nicht auf die innere Lamelle gebracht, wie bei _H. bilamellata_. Es
gibt noch eine andere lebende Species, welche etwas analog zu dieser
sich verhlt; sie ist bis jetzt unbeschrieben und weicht von der
vorliegenden und von _H. Cookiana_ in dem Umstnde ab, dasz sie vier
innere spirale Falten besitzt, von denen zwei auf der uszeren, und zwei
auf der inneren Schalenwand stehen; sie ist vom >Beagle< von Tahiti
mitgebracht worden.


2. _Helix polyodon_ G. SOWERBY.

_Testa orbiculato-subdepressa, anfractibus sex, rotundatis, striatis;
apertura semilunari, labio interno plicis tribus spiralibus, posticis
gradatim majoribus, extento intus dentibus quinque instructo; umbilico
mediocri: long. 0,07, lat. 0,15 poll._

Diese ist etwas mit _Helix contorta_ DE FRUSSAC, Moll. terr. et fluv.
Tab. 51 A. Fig. 2, verwandt, weicht aber von ihr in mehreren
Einzelnheiten ab.


3. _Helix spurca_ G. SOWERBY.

_Testa suborbiculari, spira subconoidea, obtusa; anfractibus quatuor
tumidis, substriatis; apertum magna, peritremate tenui; umbilico parvo,
profundo; long. 0,1, lat. 0,13 poll._

Die Art ist von _Helix polyodon_ leicht durch ihre weite, zahnlose
Mndung zu unterscheiden.


4. _Helix biplicata_ H. SOWERBY.

_Testa orbiculato-depressa, anfractibus quinque rotundatis, striatis;
apertura semilunari, labio interno plicis duabus spiralibus, postica
majori; umbilico magno: long. 0,04, lat. 0,1 poll._

Diese Art musz wegen ihrer Form fr vollkommen verschieden von _Helix
bilamellata_ gehalten werden; ihr Nabel ist viel grszer, ihre Spira ist
nicht glatt, auch ist der hintere Rand jeder Windung nicht winklig. Es
gibt Exemplare, welche zu dieser Species gerechnet werden mssen, die
mit der vorhergehenden Art und mit der _Cochlogena fossilis_ in dem
neueren kalkigen Sandstein gefunden wurden, welche letztere Art in
Gesellschaft einer lebenden _Succinea_ war.


Palaeozoische Muscheln von Van Diemen's Land,

erwhnt auf p. 141 des vorliegenden Bandes.


1. _Productus rugatus_.

Dies ist wahrscheinlich dieselbe Species wie die von PHILLIPS _Productus
rugatus_ genannte (Geology of Yorkshire, Part II, Plate VII, Fig. 16):
sie findet sich indessen in einem zu unvollkommenen Zustande, um mir
eine positive Entscheidung zu gestatten.


2. _Productus brachythaerus_ G. SOWERBY.

_Productus, testa subtrapeziformi, compressa, parte antica latiori,
subbiloba, postica angustiori, linea cardinali brevi._

Die merkwrdigsten Charactere dieser Species sind: die Krze der
Schloszlinie und die vergleichsweise Breite des vorderen Theils: ihre
Auszenseite ist mit kleinen, stumpfen Tuberkeln, die unregelmszig
vertheilt sind, verziert; sie findet sich in Kalkstein von der
gewhnlichen grauen Farbe des Bergkalksteins. Ein anderes Exemplar,
welches, wie ich vermuthe, ein Abdruck der Innenseite der flachen Schale
ist, liegt in einem Steine von einer hellen, rostbraunen Farbe. Es ist
noch ein drittes Exemplar vorhanden, welches ich fr einen Abdruck der
Innenseite der tiefen Schale halte, in einem sehr hnlichen Stein, in
Gesellschaft anderer Muscheln.


1. _Spirifer subradiatus_ G. SOWERBY.

_Spirifer, testa laevissima, parte mediana lata, radiis lateralibus
utriusque lateris paucis, inconspicuis._

Die Breite dieser Muschel ist eher grszer als ihre Lnge. Die Strahlen
der seitlichen Flchen sind sehr wenig und undeutlich und der mittlere
Lappen ist ungewhnlich grosz und breit.


2. _Spirifer rotundatus_? PHILLIPS, Geology of Yorkshire.

Pl. IX. Fig. 17.

Obgleich diese Muschel nicht genau den hier angezogenen Figuren gleicht,
so drfte es doch unmglich sein, einen irgend gut unterscheidenden
Character aufzufinden. Unser Exemplar ist bedeutend verkrmmt; es ist
berdies ein Beispiel von jener Art zuflliger Abweichung, welche darauf
hinweist, wie wenig man sich in manchen Fllen auf besondere Charactere
verlassen darf; denn die strahlenfrmigen Rippen auf der einen Seite der
einen Schale sind viel zahlreicher und dichter als die auf der andern
Seite der nmlichen Schale.


3. _Spirifer trapezoidalis_ G. SOWERBY.

_Spirifer, testa subtetragona, mediana parte profunda, radiis nonnullis,
subinconspicuis; radiis lateralibus utriusque lateris septem ad octo
distinctis: long. 1,5, lat. 2,0 poll._

Es sind zwei Exemplare dieser Art vorhanden in einem dunklen, rostigen,
grauen Kalkstein, wahrscheinlich bituminser Natur.


_Spirifer trapezoidalis_ var.? G. SOWERBY.

_Spirifer, testa radiis lateralibus tripartitim divisis, lineis
incrementi antiquatis, caeteroquin omnino ad Spiriferum trapezoidalem
simillima._

Anfangs zgerte ich, diese Form mit _Spirifer trapezoidalis_ zu
vereinigen; da ich aber beobachtete, dasz am Anfang die strahlenfrmigen
Rippen einfach waren, und ich weisz, dasz dieselben Abnderungen
unterworfen sind, habe ich es fr das beste gehalten, dies Exemplar als
blosze Variett zu unterscheiden.

       *       *       *       *       *

Es finden sich noch mehrere andere, wahrscheinlich distincte Species von
_Spirifer_, da es aber nur Abgsse sind, so ist es augenfllig
unmglich, die uszeren Charactere der Species anzugeben. Da sie
indessen sehr merkwrdig sind, habe ich es fr rathsam gehalten, einer
jeder Form einen Namen und eine kurze Beschreibung zu geben.


4. _Spirifer paucicostatus_ G. SOWERBY.

Die Lnge ungefhr gleich zwei Dritteln der Breite; Rippen wenig und
variabel.


5. _Spirifer vespertilio_ G. SOWERBY.

Breite mehr als doppelt so grosz wie die Lnge, die strahlenfrmigen
Rippen grosz, distinct und nicht zahlreich; hintere innere Flche mit
deutlicher Punktirung in beiden Schalen bedeckt.


6. _Spirifer avicula_ G. SOWERBY.

Die Maszverhltnisse dieser Species sind sehr merkwrdig, insofern sie
nahezu dreimal so breit wie lang gewesen zu sein scheint; die
strahlenfrmigen Rippen sind nicht sehr zahlreich und die innere hintere
Flche der einen Schale allein (der groszen Schale) ist punktirt
gewesen. In ihren Proportionen ist sie dem _Spirifer convolutus_
PHILLIPS[141] hnlich, da aber unser _Sp. avicula_ nur ein Abgusz der
Innenseite ist, so sind seine Proportionen nicht so abnorm wie die von
_Sp. convolutus_.

Ein Exemplar, welches sehr stark aus seiner natrlichen Gestalt
herausgedrckt ist, welches aber trotzdem etwas in seinen Proportionen
verschieden zu sein scheint, zeigt nicht blosz den Abgusz der
Innenseite, sondern auch den Eindruck der Auszenseite; seine
strahlenfrmigen Rippen sind sehr unregelmszig und zahlreich; es musz
aber noch fr zweifelhaft angesehen werden, ob einige von ihnen nicht
Hauptrippen, andere nur interstitielle sind; ihre Unregelmszigkeit
macht es unmglich, dies zu unterscheiden.

[141] Geology of Yorkshire, Part II, Pl. IX. Fig. 7.




Beschreibung von sechs Species von Corallen aus der palaeozoischen
Formation von Van Diemen's Land

von W. Lonsdale.


1. _Stenopora Tasmaniensis_ sp. n.[142]

_Verzweigt, die Zweige cylindrisch, verschieden geneigt oder
zusammengedreht; Rhren mehr oder weniger divergirend; Mndungen oval,
die Abtheilungsleisten stark tuberculirt; Andeutungen successiver
Verengerung an jeder Rhre 1-2._

Diese Coralle ist in ihrer allgemeinen Wachsthumsweise der _Calamopora
(Stenopora?) tumida_ (PHILLIPS, Geol. Yorkshire, Part. II, Pl. I. Fig.
62) hnlich; in der Form der Mndung und andern Structureinzelnheiten
sind die Verschiedenheiten sehr grosz. _Stenopora Tasmaniensis_ erlangt
betrchtliche Dimensionen, ein Exemplar miszt 4 Zoll in der Lnge
und einen halben Zoll im Durchmesser.

Die Zweige haben individuell genommen eine grosze Gleichfrmigkeit in
ihrem Umfange, sie weichen aber in Bezug auf einander an einem und
demselben Exemplar ab; es besteht auch keine bestimmte Methode der
Vertheilung oder der Wachsthumsrichtung. Die Enden sind gelegentlich
hohl; und ein Exemplar, ungefhr 1; Zoll lang und einen halben Zoll
breit, ist vollstndig platt gedrckt. Die Rhren haben in den am besten
erkennbaren Fllen eine betrchtliche Lnge, sie entspringen beinahe
allein von der Axe des Zweiges und divergiren sehr leicht, bis sie
nahezu den Umfang erreichen, wo sie dann nach auszen biegen. Im Krper
des Zweiges sind die Rhren vom seitlichen Aneinanderdrcken winklig;
beim Annhern an die uszere Flche werden sie aber oval in Folge der
nun durch die grszere Divergenz auftretenden Zwischenrume. Ihr
Durchmesser ist durchaus sehr gleichfrmig, mit Ausnahme der
Verengerungen in der Nhe der Enden der vollstndig ausgewachsenen
Rhren. Die Wandungen im Innern der Zweige waren augenscheinlich sehr
dnn, es findet sich aber eine verhltnismszig betrchtliche
Mchtigkeit an Substanz am Umfang. Es wurden keine Spuren von queren
Scheidewnden innerhalb der Rhren bemerkt.

Erluternde Flle von Vernderungen bis zur Reife und endlichen
Obliteration in den ovalen Enden der Rhren sind selten; doch wurden die
folgenden beobachtet. Wo die Mndung frei und oval wird, sind die
Wandungen dnn und scharf, und innerhalb der Rhre senkrecht. In einigen
Fllen stehen sie mit einander in Berhrung; aber in andern werden sie
durch Gruben von schwankenden Dimensionen getrennt, in denen sehr
minutise Lcher oder Poren nachgewiesen werden knnen. In dem Masze,
wie sich die Mndung der Reife nhert, werden die Gruben mehr oder
weniger ausgefllt und die Wandungen verdicken sich, wobei eine Reihe
sehr minutiser Tuberkeln dem Rande entlang nachzuweisen ist. Auf dieser
Stufe hrt die Innenseite der Rhre auf, senkrecht zu sein, indem sie
von einem sehr schmalen geneigten Streifen ausgekleidet wird. Die reifen
Mndungen sind durch eine steile Leiste von einander getrennt, die meist
einfach, aber nicht selten durch eine Grube getheilt ist; die doppelte,
ebenso gut wie die einfache Leiste wird von einer Reihe vorspringender
Tuberkeln gekrnt, die sich beinahe einander berhren. Nur ein Beispiel
des Erflltwerdens der Mndung ist beobachtet worden; es gibt aber
gengende Beweise fr eine allmhliche Ausdehnung des innern, vorhin
erwhnten Streifens und fr dessen endliche Begegnung in der Mitte. In
diesem extremen Zustande findet ein allgemeines Verwischen der Details
statt, doch sind meistens die Tuberkeln deutlich.

In dieser Species werden Beweise fr eine, der Bildung der vollkommenen
Rhren vorausgehende Verengerung der Mndungen und die endliche
Zusammenziehung an den langen cylindrischen, geraden Zweigen nicht sehr
ausgeprgt dargeboten; aber in der Nhe des Punktes, wo die Rhren nach
auszen biegen, findet sich eine ringfrmige Indentation, welche
hintereinander von Abgusz zu Abgusz in einer linearen, der Oberflche
parallelen Richtung verfolgt werden kann; und zwischen dem auffallenden
Verengern und der vollkommenen Oberflche waren die Wandungen der Rhren
leicht runzlig. An einem andern kurzen Zweige, welcher als zu dieser
Species gehrig angenommen wurde, an welchem aber die Rhren sehr rapid
nach auszen divergirten, ist das Verengern scharf ausgesprochen, aber
nicht in gleicher Ausdehnung am ganzen Exemplar.

Die Grundmasse, in welcher dies Fossil eingeschlossen ist, ist ein
grober kalkiger Schiefer oder ein grauer Kalkstein; es kommt darin auch
_Fenestella internata_ etc. vor.


2. _Stenopora ovata_ sp. n.

_Verzweigt, Zweige oval; Rhren verhltnismszig kurz, Divergenz
bedeutend; Mndungen rund; Contracturen oder Unregelmszigkeiten im
Wachsthum zahlreich._

Die Charactere dieser Species sind nur sehr unvollkommen ermittelt
worden. Die Zweige sind nicht gleichfrmig oval, selbst in dem,
augenscheinlich nmlichen Fragment. Die Rhren divergirten schnell der
Linie der grszeren Axe entlang und hatten nur ein beschrnktes
verticales Wachsthum. Ihre Abgsse bieten eine schnelle Aufeinanderfolge
von Unregelmszigkeiten der Entwickelung dar. Die Mndungen waren, so
weit dies ermittelt werden konnte, rund oder leicht oval und die
theilenden, tuberculirten Leisten scharf; aber in Folge des Umstands,
dasz ihre uszeren Flchen nicht exponirt waren, konnten ihre
vollstndigen Charactere und die vom Wachsthum abhngenden Vernderungen
nicht ermittelt werden.

Die Coralle ist in einem dunklen grauen Kalkstein eingeschlossen.


1. _Fenestella ampla_ sp. n.

_Becherfrmig; zellentragende Oberflche innen; Zweige dichotom, breit,
platt, dnn; Maschen oval; Zellenreihen zahlreich, selten auf zwei,
abwechselnd stehende beschrnkt; quere verbindende Fortstze zuweilen
zellig; innere Lage der nicht-zelligen Oberflche sehr fasrig; uszere
Lage sehr krnig, nicht fasrig; knospentragendes Blschen? klein._

Einige der Abdrcke dieser Coralle haben eine allgemeine hnlichkeit mit
_Fenestella polyporata_, wie sie in Capitain PORTLOCK's Report on the
Geology of Londonderry, Pl. XXII. A. Fig. 1.a und 1.d. dargestellt ist;
es findet sich aber keine bereinstimmung zwischen dem Fossil von Van
Diemen's Land und der Structur jener Species, wie sie auf Pl. XXII, Fig.
3 desselben Werkes, oder in PHILLIPS' Originalfiguren, Geology of
Yorkshire, Part II, Pl. I. Fig. 19, 20 gegeben ist. Eine allgemeine
hnlichkeit besteht auch zwischen _Fenestella ampla_ und einer Coralle,
welche MURCHISON von dem Kohlenkalkstein von Kossatchi Datschi am
stlichen Abhange der Ural-Gebirge erhalten hat; und doch besteht
wiederum eine ausgesprochene Verschiedenheit in Structureinzelnheiten.

_Fenestella ampla_ erreichte betrchtliche Dimensionen, Fragmente, wie
es den Anschein hatte, von einem Exemplar bedeckten eine Flche von
4 bei 3 Zoll; sie bietet auch eine betrchtliche Massivheit des
Umrisses dar; die Zweige hatten an den Punkten, wo sie sich dichotomisch
theilten, hufig mehr als ein Zehntel Zoll in der Breite.

In der allgemeinen Erscheinung dieser Coralle herrscht eine
betrchtliche Gleichfrmigkeit vor; aber die Zweige variiren in der
Breite, sie schwellen in der Nhe der Bifurcationen bedeutend an;
nichtsdestoweniger besteht kein ausgeprgter Unterschied im Character
zwischen der Basis und dem oberen Theile des Bechers, selbst in der Zahl
der Zellenreihen.

Im besterhaltenen Zustande der zelligen Oberflche, welcher beobachtet
worden ist, sind die Zellenmndungen relativ grosz, rund oder oval, und
werden von einem leicht erhobenen Rande bestimmt; eine wellenfrmige,
fadenartige Leiste windet sich zwischen ihnen hin und theilt die
Zwischenrume in biscuitfrmige Felder. Die unmittelbar der Bifurcation
vorausgehenden Zellenreihen erheben sich zuweilen bis zu zehn, und sind
nach der Trennung meist mehr als zwei. Die Mndungen der seitlichen
Reihen springen in die Maschen vor; auch sind zuweilen die queren
verbindenden Fortstze zellig. Die Zwischenrume zwischen den Mndungen,
ebenso wie die wellenfrmigen Leisten, sind granulirt oder sehr minutis
tuberculirt. Innerlich bieten die Zellen die gewhnliche schrge
Anordnung dar, sie liegen bereinander und endigen gegen den dorsalen
Theil des Zweiges pltzlich. Die vollkommenen Abgsse der zelligen
Oberflche geben das Umgekehrte der eben angefhrten Charactere, aber
noch gewhnlicher entfalten der Eindrcke kaum eine Spur von irgend
einer anderen Structur als longitudinale Reihen kreisfrmiger Mndungen.

Auf der inneren Lage der nicht-zelligen Oberflche lassen sich zuweilen
zwanzig gut ausgeprgte parallele Fasern mit zwischenliegenden schmalen
Gruben oder entsprechende Abgsse nachweisen, und ist deren Zahl immer
betrchtlich. Die Erhaltungsart gestattete nicht, die wahre Natur der
Fasern zu ermitteln, aber nach dem, was bei andern Species entdeckt
worden ist, ist zu schlieszen, dasz sie rhrig sind. Ihre
Verbreitungsstrecke ist betrchtlich; in dem Exemplar aber, welches ihre
Structur am vollstndigsten darbietet, sind sie hufig mit kreisfrmigen
Lchern abgeschnitten. Ihre vollkommene Oberflche ist minutis gekrnt.
Die uszere Schicht oder der Rcken der Zweige wird aus einer
gleichfrmigen Rinde ohne irgend welche Andeutungen von Fasern gebildet,
sie wird aber von zahlreichen mikroskopischen Papillen bedeckt mit
entsprechenden, die Substanz der Schicht durchbohrenden Poren.

Die einzigen Andeutungen knospentragender Blschen sind kleine
kreisfrmige Gruben, welche gelegentlich oberhalb der Mndung liegen und
in ihrer Lage mit den Blschen bereinstimmen, welche bei andern
zelligen Gattungen als knospentragend betrachtet worden sind. An dem
vorhin erwhnten russischen Exemplar sind hnliche Gruben sehr
gleichfrmig zwischen den Abgssen der Mndungen vertheilt.

Der jngste Zustand der Coralle ist nicht beobachtet worden, ebensowenig
irgend welche vom Alter bedingte ausgeprgte Vernderungen, ausgenommen
die allmhliche Verdickung der nicht-zelligen Oberflche durch das
Bekleidetwerden mit der fasrigen Schicht.

Die Grundmasse der Exemplare ist ein dunkelgrauer splinteriger oder ein
erdiger Kalkstein.


2. _Fenestella internata_ sp. n.

_Becherfrmig; zellentragende Flche innen; Zweige dichotom, comprimirt,
Breite variabel; Maschen oblong, schmal; Zellenreihen 2-5 durch
longitudinale Leisten getheilt; quere verbindende Fortstze kurz, ohne
Zellen; nicht-zellige Flche mit scharf fibrser innerer und minutis
granulirter uszerer Lage._

Durch die Zartheit ihrer Structur ist diese Species leicht von
_Fenestella ampla_ zu unterscheiden; und darin, dasz die Zellenreihen
von zwei zu fnf schwanken, ebenso in ihrer Entwickelungsweise ergeben
sich noch weitere scharf ausgeprgte Verschiedenheiten. Sie scheint
betrchtliche Dimensionen erreicht zu haben; es sind Fragmente von
anderthalb Zoll Lnge und einem Zoll Breite beobachtet worden.

Die Zweige schwanken in ihrer Breite, sie schwellen allmhlich nach den
Bifurcationsstellen zu an, aber ohne irgend eine nderung in der Form
oder Grsze der Maschen; und so weit es der Zustand der Exemplare
gestattet, eine Ansicht zu bilden, kamen auch whrend der Entwickelung
des Bechers keine ausgeprgten Vernderungen vor, mit Ausnahme einer
sofort zu erwhnenden. Auf der zellentragenden Oberflche der Zweige
finden betrchtliche, aber gleichfrmige nderungen zwischen den
aufeinanderfolgenden Gabeltheilungen statt. Fr eine kurze Strecke
oberhalb des Trennungspunktes ist der Zweig schmal und eckig, und wird
dem Centrum entlang von einer Leiste durchsetzt; auch findet sich nur
eine Reihe von Zellenmndungen auf jeder Seite. In dem Masze als der
Zweig wuchs, verbreiterte sich die Leiste und wurde schlieszlich
zellentragend, indem nun eine Reihe von Mndungen von ihrer Stelle aus
entspringen (_internata_). Die drei Zge zelliger Mndungen waren auf
diesem Wachsthumszustande des Zweiges durch zwei Leisten getrennt und
diese wiederum verbreiteten sich in dem Masze als die Entwickelung
fortschritt, und wurden zellentragend, so dasz nun fnf Zellenreihen
durch vier Leisten getrennt sind. Dies ist augenscheinlich der uszerste
Wachsthumszustand, der erreicht wird; unmittelbar hinter ihm findet eine
andere Bifurcation statt. An dem zu ltest gebildeten Theile des Bechers
herrschen nur zwei oder drei Reihen Zellen vor; und wo die Zahl grszer
ist, ist auch ein gewisser Grad von Unregelmszigkeit in der linearen
Anordnung bemerkbar, welche von einer seitlichen Verbreiterung des
Zweiges herrhrt.

An den besterhaltenen Exemplaren sind die Mndungen relativ grosz, rund
oder oval, und der Rand ist unbedeutend erhoben. In den mittleren Reihen
sind sie parallel oder nahezu parallel und liegen in der Richtung der
Axe des Zweiges; aber in den seitlichen Reihen sind sie oft schrg
gestellt und neigen nach den Maschen. Bei diesen nahezu vollkommenen
Exemplaren sind die trennenden Leisten fadenartig und leicht
wellenfrmig, es findet sich aber keine Spur von den biscuitfrmigen
Abtheilungen, welche bei _Fenestella ampla_ so deutlich sind. Die
Zwischenrume zwischen den Mndungen sind platt oder leicht convex. In
weniger schn erhaltenen Exemplaren oder solchen, welche ihrer
ursprnglichen Oberflche beraubt sind, sind die Mndungen nicht
gleichfrmig im Umrisz und haben keinen vorspringenden Rand. Auch sind
die theilenden Leisten verhltnismszig breiter; und die ganze
Oberflche mit Einschlusz der queren verbindenden Fortstze ist
granulirt oder minutis tuberculirt.

Die innere Lage der nichtzelligen Flche ist scharf faserig, und die
nmliche Structur lszt sich mehr oder weniger deutlich an den queren
verbindenden Fortstzen erkennen. Die Anzahl der Fasern an den Zweigen
berschreitet dem Anscheine nach nicht zwlf, sie sind im Allgemeinen
weniger zahlreich. Ihre Verbreitung ist betrchtlich, da stets frische
eingeschalten werden, wo sich der Zweig verbreitert; ihre Oberflche ist
minutis tuberculirt. Es wurden keine besonderen kreisfrmigen Lcher
bemerkt. Die uszere Schicht ist gleichfrmig krnig, wo sie vollstndig
ist, aber man kann an jedem Exemplar jeden intermediren Zustand von den
scharfen Fasern an verfolgen.

Es wurden keine deutlichen Beweise fr das Vorhandensein
knospentragender Blschen beobachtet; aber an einem Exemplar, von
welchem anzunehmen war, dasz es Eindrcke dieser Species enthielt, waren
gelegentlich in der Nhe der Mndungen halbkuglige Abgsse zu entdecken,
welche an der Oberflche vollkommen abgerundet und offenbar ohne
unmittelbaren Zusammenhang mit dem Innern der Zellen waren und von
denen vermuthet wurde, dasz sie diese Blschen darstellen. _Fenestella
internata_ scheint ein auszerordentlich reichlich vorkommendes Fossil zu
sein; eine nahezu acht Zoll lange und sechs Zoll breite Platte war auf
beiden Seiten mit Fragmenten davon bedeckt, und zahlreiche kleinere
Exemplare kommen noch in der Sammlung vor. Die Matrix ist hauptschlich
ein grober, grauer, kalkiger Schiefer, ist aber zuweilen ein
splinterigor Kalkstein, oder ein harter, rostfarbener oder hell
gefrbter Thonstein.


3. _Fenestella fossula_ sp. n.

_Becherfrmig; zellentragende Oberflche innen; Zweige dichotom,
schlank; Maschen oval; zwei Reihen von Zellen; quere Fortstze nicht
zellig; innere Lage der nichtzellentragenden Flche minutis fasrig,
uszere Lage glatt oder granuliert._

Im allgemeinen Ansehen und in Structureinzelnheiten hat diese Species
eine grosze hnlichkeit mit _Fenestella flustracea_ des englischen
Zechsteins (magnesian limestone) (_Retepora flustracea_, Geolog.
Transact. 2. Ser., Vol. III, Pl. XII. Fig. 8); sie weicht aber von ihr
in dem eigenthmlichen, am Abgusz der zellentragenden Flche sich
darbietenden Character ab, dessen Natur bei Schilderung jener Flche
erwhnt werden wird.

Das hauptschliche Exemplar ist ein nahezu vollstndiger Becher von
1 Zoll Hhe, ungefhr zwei Zoll quer ber den breitesten
comprimirten Theil messend. Es finden sich keine ausgeprgten
Abweichungen des Characters, aber gelegentlich Unregelmszigkeiten des
Wachsthums, welche augenscheinlich Folge von, whrend der
fortschreitenden Entwickelung eintretenden Zuflligkeiten sind.

Die folgenden Einzelnheiten sind Abdrcken entnommen, indem keine
vollkommene Oberflche beobachtet wurde. -- Die Zweige hatten grosze
Gleichfrmigkeit der Dimensionen, sie schwollen an den abliegenden
Punkten der Bifurcation nur sehr unbedeutend an und ihre Dicke war allem
Anscheine nach ihrer Breite nahezu gleich. Der Abgusz der
zellentragenden Flche wird der Mitte entlang von einer scharfen
schmalen Furche (_fossula_) durchzogen mit nahezu verticalen Seiten;
dies ist der unterscheidende Character zwischen dieser Species und
_Fenestella flustracea_. Die cylindrischen Abgsse der Mndungen oder
des Innern der Zellen sind auf jeder Seite der Furche in einer einfachen
Reihe angeordnet, und an den Bifurcationen ist keine Zahlenzunahme
deutlich wahrnehmbar. Der Mitte der Furche entlang findet sich eine
Reihe von Indentationen oder minutisen conischen Grbchen, ein bei
andern Species zu bemerkender Character, besonders bei _Fen.
flustracea_. Sie sind ganz offenbar nicht Abgsse zelliger Mndungen,
sondern solche verhltnismszig groszer Papillen. Spuren derartiger
Vorsprnge sind auch in mehreren andern Fllen beobachtet worden.

Die Mndungen der Zellen an dem uszerst kleinen Fragment, welches
solche darbietend erlangt wurde, sind grosz, rund, unbedeutend
vorspringend und nicht sehr weit auseinanderliegend; an demselben
kleinen Stck findet sich auch ein unvollkommener Kiel. Die Reste der
nichtzelligen Flche bieten keine Merkmale dar, welche einer Erwhnung
verdienten; doch sind Andeutungen einer gestreiften und einer glatten
Lage beobachtet worden.

Die zwei Exemplare, welche diese Structureinzelnheiten darboten, hatten
eine Matrix von dunkelfarbigem, hartem Kalkstein.


_Hemitrypa sexangula_ n. sp.

_Netzwerk fein, sechseckig; Maschen rund in doppelten Reihen._

Die Coralle, auf welche die vorstehende ungengende Characteristik
angewendet wird, ist in der schieferigen Oberflche eines dunklen harten
Kalksteins eingeschlossen. Sie ist ungefhr einen Zoll breit und einen
halben Zoll lang, und besteht aus zwei Schichten von Netzwerk, -- die
eine bietet viereckige, die andere sechseckige Maschen dar mit einem
runden inneren Feld; und ber einen betrchtlichen Theil des Exemplars
hin ist das viereckige Netzwerk entfernt worden, wodurch der
Zusammenhang der beiden Bildungen vollkommen dem Blicke dargeboten wird.

Ich glaube, dasz dies Fossil in seinen wesentlichen generischen
Merkmalen vollstndig mit denen von _Hemitrypa_ bereinstimmt (Pal.
Foss. Cornwall, p. 27); aber sein Erhaltungszustand und einige
Erleichterung, welche dieser der Ermittelung von Structurdetail darbot,
haben mich zu dem Schlusse gefhrt, dasz seine Natur von der im eben
erwhnten Werke geschilderten in etwas verschieden ist.

Die innere Oberflche von _Hemitrypa oculata_ (a. a. O.) wird als mit
strahlenfrmigen Leisten gezeichnet beschrieben, zwischen denen ovale
Vertiefungen liegen, welche nur halb durch die Substanz der Coralle
durchdringen und nirgends die uszere Oberflche erreichen. Die genau
entsprechende Partie des Exemplars von Van Diemen's Land stimmt
vollkommen mit dieser Angabe berein, ausgenommen in der Form der
Maschen oder Vertiefungen; es ist aber nicht blosz wie einige
_Fenestellae_, sondern es besitzt alle wesentlichen Charactere jener
Gattung und ist fr ein Fragment von _Fen. fossula_ zu halten. Diese
Folgerung wird von einer minutisen, mechanisch abgelsten Partie
hergeleitet, welche eine Reihe groszer, runder, vorspringender
Zellenmndungen darbot. Die uszere Oberflche der _Hemitrypa oculata_
wird beschrieben als gnzlich mit zahlreichen runden Poren oder Zellen
bedeckt, -- zu doppelten Reihen verbunden, und an der entsprechenden
Partie von _Hem. sexangula_ ist ermittelt worden, dasz sie gleichfalls
aus einer hnlichen Flche mit doppelten Reihen runder Maschen oder
Poren besteht, aber mit hexagonaler Begrenzung; und, wie es das
Exemplar in seinem in Stein eingeschlossenen Zustande darbietet, es
zeigt sich, dasz sie bis zur Oberflche der _Fenestella_ oder dem
viereckigen Netzwerk durchdringen.

Diese Details halte ich fr hinreichend, die generische bereinstimmung
zwischen der Species von Van Diemen's Land und der _Hemitrypa oculata_
zu begrnden; und es hat eine Untersuchung eines irlndischen Exemplars
jener Gattung die von der inneren Flche desjenigen Exemplars
dargebotenen Structurdetails ausfhrlich besttigt, welchem provisorisch
der Name _Hemitrypa sexangula_ gegeben wird.

ber die wahre Natur des uszeren Netzwerkes wage ich keine Meinung zu
uszern. Es wird beinahe gnzlich aus dunkelgrauer, kalkiger Substanz
gebildet, welche allem Anscheine nach eine ursprnglich zellige Structur
ausfllt; es sind aber auch noch einige wenige Flecke der uszeren
Bedeckung da, welche aus einer opaken weiszen Rinde auf der Flche
besteht, die ursprnglich mit dem uszeren Netzwerk in Berhrung war.
Daran, dasz es eine parasitische Bildung war, zweifele ich nur wenig;
die interessante bereinstimmung zwischen dem von der doppelten Reihe
von Maschen eingenommenen Raume und dem der parallelen Zweige der
_Fenestella_ rhrt dem Anscheine nach daher, dasz die letztere passende
Basallinien zur Anheftung darboten. In dem Exemplar von Van Diemen's
Land wird die bereinstimmung noch durch eine vermehrte Breite in dem
Netzwerk und durch eine Reihe vorspringender Punkte ausgedrckt. Es
besteht auch eine merkwrdige bereinstimmung zwischen der Anordnung der
Mndungen der _Fenestella_ und der Maschen des inneren Netzwerks.
hnliche Conformitt werden von Mr. PHILLIPS' ausgezeichneten Figuren
dargeboten (Pal. Foss. Pl. XIII. Fig. 38).

Die soliden Partien der Structur sind uszerst fein und sind dem Faden
der allerzartesten Spitzen hnlich; Versuche, in zufriedenstellender
Weise innere Charactere zu entdecken, erwiesen sich erfolglos,
ausgenommen an einer Stelle, wo eine achtzollige Anordnung fr erkennbar
erachtet wurde[143]. Auch ber die Natur der berziehenden Kruste ist
nichts ermittelt worden.

Trotzdem gegen den Namen _Hemitrypa_ in seiner Anwendung auf die in Rede
stehenden Corallen Einwnde erhoben werden knnen, habe ich es doch fr
richtig gehalten, das Wort beizubehalten, bis die vollstndigen
Charactere der Gattung ermittelt sein werden.

FALMOUTH, Januar 1844.

[142] Obgleich die Charactere dieser Gattung nicht verffentlicht sind,
habe ich es doch fr rathsam gehalten, sie nicht in dieser Notiz
ausfhrlich zu geben, da nur sehr wenig Species untersucht worden sind.
Die Coralle wird wesentlich aus einfachen, verschieden aggregirten und
nach auszen strahlenden Rhren zusammengesetzt. Die Mndung ist rund
oder oblong und wird von vorspringenden Wnden umgeben, welche dem Rande
entlang eine Reihe von Tuberkeln haben. Die ursprnglich ovale Mndung
wird allmhlich verengt ([Griechisch: stenos]) durch einen von der inneren
Wand der Rhre vorspringenden Streifen und wird endlich geschlossen.

Kurz nach Erscheinen der 1. Auflage theilte mir Mr. ~Lonsdale~ mit, dasz
er glaube, diese Coralle sei zu der Gattung _Thamnopora_ von
~Steininger~ zu bringen.

[143] Eine Codrington-Lupe von einem halben Zoll Durchmesser wurde
ausnahmslos bei der Untersuchung der in dieser Notiz beschriebenen
Corallen benutzt.




Register.


    A.

    ~Abgsse~, kalkige, von Zweigen, 148.

    ~Abel~, ber kalkige Abgsse vom Cap der Guten Hoffnung, 149.

    ~Abingdon-Insel~, 107.

    ~Abrolhos-Inseln~, Incrustationen auf den, 35.

    ~Adern im Trachyt~, 46;
      Jaspis --, 47.

    ~Albatros~, von St. Helena vertrieben, 93.

    ~Albemarle-Insel~, 106.

    ~Albit~ auf dem Galapagos-Archipel, 107.

    ~Amygdaloide Zellen~, halb erfllt, 28.

    ~Amygdaloide~, kalkiger Ursprung, 15.

    ~Ascension~, 36;
      arborescirende Incrustation auf Felsen von --, 35;
      Fehlen von Trappgngen, Freisein von vulcanischer Thtigkeit
      und Zustand der Lavastrme, 94.

    ~Ascidien~, Aussterben von, 144, Anm.

    ~Atlantischer Ocean~, neuer vulcanischer Herd in ihm, 95, Anm.

    ~Augit~, geschmolzen, 114.

    ~Ausgeworfene Bruchstcke~ auf Ascension, 42;
      -- auf den Galapagos-Inseln, 113.

    ~Aussterben~ von Landschnecken auf St. Helena, 92.

    ~Austern~, Aussterben von, 144, Anm.

    ~Australien~, 133.

    ~Azoren~, 25.


    B.

    ~Bahia~ in Brasilien, Trappgnge bei, 126.

    ~Bailly~, ber die Berge von Mauritius, 31.

    ~Bald Head~, 147.

    ~Bank's Cove~, 106, 110.

    ~Bare~, der, auf St. Helena, 78.

    ~Basalt~, specifisches Gewicht, 123;
      -- sulenfrmiger, 10.

    ~Basaltische Kstenberge~ auf Mauritius, 30;
      auf St. Helena, 82;
      auf S. Jago, 18.

    ~Bennett~, ber marine Fossilreste auf Huaheine, 29.

    ~Beudant~, ber vulcanische Bomben, 39, 40;
      ber Jaspis, 49, Anm.;
      ber blttrigen Trachyt, 69, Anm.;
      ber Obsidian in Ungarn, 65;
      ber Kieselerde im Trachyt, 15, 49, Anm.

    ~Bermuda-Inseln~, kalkiges Gestein, 147, 149.

    ~Bimsstein~, fehlt auf dem Galapagos-Archipel, 117;
      blttrig, 67, 68, 70.

    ~Blttrige Beschaffenheit~ vulcanischer Gesteine, 67.

    ~Blei~, Trennung von Silber, 122.

    ~Blcke~, erratische, fehlen in Australien und am Cap der Guten
      Hoffnung, 155;
      -- von Grnstein auf Neu-Seeland, 155.

    ~Bolus~, 142.

    ~Bomben~, vulcanische, 38.

    ~Bory de St. Vincent~, ber vulcanische Bomben, 39.

    ~Brattle-Insel~, 112.

    ~Brewster~, Sir David, ber kalkig-thierische Substanz, 56, Anm.;
      ber zersetztes Glas, 135.

    ~Brown~, Robert, ber ausgestorbene Pflanzen von Van Diemen's
      Land, 143;
      ber sphrulitische Krper in verkieseltem Holze, 64.

    ~Bruchstcke~, ausgeworfene, auf Ascension, 42;
      auf dem Galapagos-Archipel, 113.

    ~Buch~, Leopold von, ber cavernse Laven, 106;
      ber Central-Vulcane, 130;
      ber Krystalle, die in Obsidian einsinken, 120;
      ber blttrige Laven, 68;
      ber Obsidianstrme, 66;
      ber Olivin in Basalt, 107;
      ber oberflchliche kalkige Schichten auf den canarischen Inseln, 90.


    C.

    ~Cap der Guten Hoffnung~, 151.

    ~Carmichael~, Capt., ber glasigen Ueberzug an Gngen, 79.

    _Cerithium_, fossil, 156.

    ~Chalcedon~, Kugeln, 143.

    ~Chalcedon~ in Basalt und verkieseltem Holz, 48.

    ~Chatham-Insel~, 101.

    ~Chlorophaeit~, 142, Anm.

    ~Clarke, W.~, ber das Cap der Guten Hoffnung, 145, 151.

    _Cochlicopa_, fossile, 159.

    _Cochlogena auris-vulpina_, 92, 158.

    ~Comptes rendus~, Bericht ber vulcanische Erscheinungen im
      atlantischen Ocean, 95, Anm.

    ~Concepcion~, Erdbeben von, 97, 131.

    ~Concretionen~, in wssrigen und plutonischen Gesteinen verglichen, 62;
      in Tuff, 49;
      von Obsidian, 62, 66.

    ~Conglomerat~, neueres, auf S. Jago, 23.

    ~Coquimbo~, merkwrdiges Gestein, 148, Anm.

    ~Corallen~, fossile, von Van Diemen's Land, 141, 164.

    ~Crater~, Segment eines --s auf den Galapagos, 112;
      groszer centraler -- auf St. Helena, 83;
      innere Schwellen und Brustwehren an --en, 84.

    ~Cratere~, basaltische, auf Ascension, 37;
      ihre Form durch die Passatwinde beeinfluszt, 37;
      Erhebungs- --, 95;
      von Tuff auf Terceira, 25;
      -- auf dem Galapagos-Archipel, 100, 103, 108, 111;
      ihr durchbrochener Zustand, 115;
      kleine basaltische -- auf S. Jago, 17;
      kleine -- auf dem Galapagos-Archipel, 104.


    D.

    ~Dartigues~, ber Sphruliten, 64.

    ~Daubeny~, ber eine beckenfrmige Insel, 111;
      ber Fragmente im Trachyt, 45.

    ~D'Aubuisson~, ber Berge aus Phonolith, 88;
      ber die Zusammensetzung des Obsidian, 63;
      ber die Bltterung des Thonschiefers, 68, Anm.

    ~De la Beche~, Sir Henry, ber Magnesia in ausgeworfenem Kalke, 12;
      ber das specifische Gewicht von Kalksteinen, 51.

    ~Denudation~ der Kste auf St. Helena, 94.

    ~Diana's Pik~ auf St. Helena, 85.

    ~Dieffenbach~, ber die Chatham-Inseln, 128, 145.

    ~Dislocationen~ auf Ascension, 41;
      auf St. Helena, 80.

    ~Dolomieu~, ber zersetzten Trachyt; 26, Anm.;
      ber blttrige Lava, 68, 70-74;
      ber Obsidian, 65, 66.

    ~Dre~, ber das Einsinken von Krystallen in Lava, 121.

    ~Dufrnoy~, ber die Zusammensetzung der Oberflche gewisser
      Lavastrme, 67, 121;
      ber die Neigung der Tuffschichten, 110.


    E.

    ~Eier~, von Vgeln auf St. Helena eingeschichtet, 91;
      von Schildkrten auf Ascension, 51.

    ~Eisenhaltige~ oberflchliche Schichten, 146.

    ~lie de Beaumont~, ber kreisfrmige Senkungen in Lava, 105;
      ber Trappgnge als Zeichen von Erhebung, 97;
      ber die Neigung von Lavastrmen, 95;
      ber blttrige Trappgnge, 72.

    ~Ellis, W.~, ber schwellenartige Bschungen innerhalb des groszen
      Craters auf Hawaii, 84;
      ber marine Fossilreste auf Tahiti, 29.

    ~Erhebung~, von St. Helena, 93;
      des Galapagos-Archipels, 118;
      von Van Diemen's Land, dem Cap der Guten Hoffnung, Neu-Seeland,
      Australien und Chatham-Insel, 144;
      der vulcanischen Inseln, 132.

    ~Erhebungs-Cratere~, 95.

    ~Eruptionsspalten~, 119, 129, 131.


    F.

    ~Faraday, M.~, ber Ausstoszen von Kohlensure-Gas, 7.

    ~Feldspath~, Schmelzbarkeit, 125;
      in strahligen Krystallen, 152;
      Labrador --, ausgeworfen, 43, Anm.

    ~Feldspathige Laven~, 20;
      auf St. Helena, 83;
      -- Gesteine mit Obsidian abwechselnd, 58;
      Bltterung und Ursprung, 67.

    _Fenestella_, fossile, 166.

    ~Fernando Noronha~, 24, 68.

    ~Fibrse~ kalkige Substanz auf S. Jago, 12.

    ~Fitton~, ber kalkige Breccie, 150.

    ~Flagstaff Hill~ auf St. Helena, 78.

    ~Fleurian de Bellevue~, ber Sphruliten, 65.

    ~Flssigkeit der Laven~, 106, 109.

    ~Forbes~, Jam. D., ber die Structur der Gletscher, 72.

    ~Freshwater Bay~, 112, 120.

    ~Fuerteventura~, kalkige Schichten, 90.


    G.

    ~Galapagos-Archipel~, 100;
      Brustwehren rings um Cratere, 85.

    ~Gnge~, abgestutzte auf dem centralen craterfrmigen Rcken in
      St. Helena, 84;
      auf St. Helena, Zahl derselben, von einer glnzenden Schicht
      berkleidet, gleichfrmige Dicke, 79;
      grosze parallele -- auf St. Helena, 87;
      auf Ascension nicht beobachtet, 94;
      -- von Tuff, 103;
      von Trapp in der plutonischen Reihe, 126;
      Reste von --n, sich weit in's Meer erstreckend, rings um St.
      Helena, 94.

    ~Gasfrmige~ Explosionen auf Ascension, 41.

    ~Gay Lussac~, ber Ausstoszen von Kohlensure-Gas, 7.

    ~Gewicht~, specifisches, von Lava, 120-128.

    ~Glasige Textur~, Ursprung derselben, 62.

    ~Gletscher~, ihre Structur, 72.

    ~Glimmer~, in abgerundeten Krnern, 3, 151, Anm.;
      Ursprung in metamorphischem Gestein, 153;
      strahlige Form von --, 151.

    _Glossopteris Brownii_, 134.

    ~Gneisz~, von Thonschiefer abgeleitet, 153;
      mit einem eingeschlossenen Fragment, 135.

    ~Gneiszgranit~, Form der Berge von, 146.

    ~Granit~, Verbindung mit Thonschiefer am Cap der Guten Hoffnung, 152.

    ~Granitische~ Bruchstcke ausgeworfen, 42, 113.

    ~Gyps~, auf Ascension, 55;
      in vulcanischen Schichten auf St. Helena, 77;
      auf der Bodenoberflche ebenda, 89.


    H.

    ~Hall~, Sir James, ber Ausstoszen von Kohlensure-Gas, 7.

    ~Harzhnliche~ umgewandelte Schlacken, 8.

    _Helix_, fossile, 159.

    _Helix melo_, 148.

    _Hemitrypa_, fossile, 170.

    ~Hennah~, ber Aschen auf Ascension, 35, Anm.

    ~Henslow~, ber Chalcedon, 49.

    ~Hoffmann~, ber zersetzte Trachyte, 26, Anm.

    ~Holland~, ber Island, 98.

    ~Horner~, ber eine kalkig-thierische Substanz, 56;
      ber Schmelzbarkeit des Feldspaths, 125.

    ~Hubbard~, ber Trappgnge, 129.

    ~Humboldt~, Alex. von, ber ausgeworfene Gesteinsbruchstcke, 43, Anm.;
      ber Obsidian-Formationen, 65, 67;
      ber Brustwehren um Cratere, 85;
      ber Sphruliten, 69.

    ~Hutton~, ber Amygdaloide, 15.

    ~Hyalith~ in zersetztem Trachyt, 26.


    I.

    ~James-Insel~, 108, 111, 119.

    ~Jaspis~, Ursprung des, 47.

    ~Incrustation~, auf St. Paul's Felsen, 34.

    ~Incrustationen~, kalkige, auf Ascension, 52.

    ~Inseln~, vulcanische, Verbreitung derselben, 128;
      ihre Erhebung, 131.

    ~Jonns, Moreau de~, ber Cratere von Winden beeinfluszt, 38.

    ~Island~, Schichten der circumferentiell gelegenen Berge, 98.

    ~Juan Fernandez~, 131.


    K.

    ~Kalkige~ Ablagerung auf S. Jago, durch Wrme afficirt, 5-7;
      fasrige Substanz in schlackigen Massen, 12;
      -- Incrustationen auf Ascension, 52;
      -- oberflchliche Schichten bei King George's Sound, 147.

    ~Kalkiger~ Baustein auf Ascension, 51;
      -- Sandstein auf St. Helena, 88.

    ~Keilhau~, ber Granit, 153.

    ~Kicker~-Felsen, 104.

    ~Kieselerde~, aus Dampf abgesetzt, 26;
      grosze Proportion in Obsidian, 63, 66;
      specifisches Gewicht, 124.

    ~Kieseliger~ Sinter, 47.

    ~King George's Sound~, 146.

    ~Kohlensure-Gas~, Ausstoszen von, durch Wrme, 7, 15.

    ~Kristallisation~ durch den Raum begnstigt, 71.


    L.

    ~Labrador-Feldspath~, ausgeworfen, 42.

    ~Landschnecken~, ausgestorben auf St. Helena, 91.

    ~Lanzarote~, Kalkschichten auf, 90.

    ~Lava~, Adhsion an den Seiten einer Schlucht, 17, Anm.;
      feldspathige, 20;
      mit halb-amygdaloiden Zellen, 28.

    ~Lavastrme~, auf S. Jago verschmelzend, 17;
      Zusammensetzung der Oberflche, 66;
      Verschiedenheiten im Zustande ihrer Oberflche, 121;
      uszerste Dnne, 113;
      auf dem Galapagos-Archipel zu Hgeln angehuft, 106;
      ihre Flssigkeit, 106, 108;
      mit unregelmszigen Erhhungen auf Ascension, 37.

    ~Laven~, ihr specifisches Gewicht, 120, 127.

    ~Lesson~, ber Cratere auf Ascension, 37.

    ~Leucit~, 107.

    _Litorina_, fossile, 156.

    ~Lonsdale~, ber fossile Corallen von Van Diemen's Land, 141, 164.

    ~Lot~, auf St. Helena, 87.

    ~Lyell~, Sir Charles, ber Erhebungs-Cratere, 96;
      ber eingeschlossene Schildkrteneier, 51, Anm.;
      ber glnzende Ueberzge auf Gngen, 79.


    M.

    ~Macaulay~, ber kalkige Abgsse auf Madeira, 149.

    ~Macculloch~, ber ein Amygdaloid, 28, Anm.;
      ber Chlorophaeit, 142;
      ber blttrigen Pechstein, 67, Anm.

    ~Mackenzie~, Sir G., ber cavernse Lavastrme, 106;
      ber glnzende Ueberzge auf Gngen, 79;
      ber Obsidianstrme, 66;
      ber Schichtung auf Island, 98.

    ~Madeira~, Kalkabgsse auf, 149.

    ~Magazine~, Nautical, Bericht ber vulcanische Erscheinungen
      im atlantischen Ocean, 95.

    ~Marekanit~, 62.

    ~Mauritius~, 29;
      Erhebungs-Cratere auf, 96.

    ~Miller~, ber ausgeworfenen Labrador-Feldspath, 42, Anm.;
      ber Quarzkrystalle in Obsidianschichten, 57.

    ~Mitchell~, Sir Thom., ber vulcanische Bomben, 40;
      ber die australischen Thler, 138.

    ~Moreau de Jonns~, ber Cratere von Winden afficirt, 38.

    ~Muscheln~, Farbe vom Lichte beeinfluszt, 55;
      fossile -- von St. Helena, 158,
        von S. Jago, 156,
        von Van Diemen's Land, 141, 161;
        vom Winde angetriebene Stckchen auf St. Helena, 90.

    ~Muschlige~ Substanz von den Wellen abgesetzt, 54.


    N.

    ~Narborough-Insel~, 106.

    ~Nelson~, Lieut., ber die Bermuda-Inseln, 147, 150.

    ~Neu-Caledonien~, 128.

    ~Neu-Seeland~, 145.

    ~Neu-Sd-Wales~, 133.

    ~New-Red-Sandstein~, discordante Parallelstructur, 137.

    ~Nulliporen~, fossile, Concretionen hnlich, 4.


    O.

    ~Obsidian~, fehlt auf dem Galapagos-Archipel, 117;
      Bomben von --, 39, 40;
      Zusammensetzung und Ursprung, 63, 66;
      Feldspath-Krystalle sinken in -- ein, 120;
      seine Eruption aus hohen Crateren, 124;
      Uebergnge von Schichten in --, 56, 59;
      specifisches Gewicht, 121, 124.

    ~Obsidian-Strme~, 66.

    ~Olivin~, auf S. Jago zersetzt, 19;
      auf Van Diemen's Land, 142;
      in den Laven des Galapagos-Archipels, 107.

    ~Oolithische~ Structur neuerer Kalkschichten auf St. Helena, 90.

    ~Otaheite~, 27.


    P.

    ~Pattinson~, ber Trennung von Blei und Silber, 122.

    ~Pechstein~, 60;
      --gnge, 67.

    ~Perlstein~, 62.

    ~Peperino~, 103.

    ~Pron~, ber kalkige Gesteine von Australien, 149, 151.

    ~Pflanzen~, ausgestorbene, in Travertin, 143.

    _Phaton_, jetzt selten auf St. Helena, 93.

    ~Phonolith~, Berge von, 21, 24, 87;
      blttrig, 68;
      mit leichter schmelzbarer Hornblende, 125, Anm.

    ~Plutonische~ Gesteine, Scheidung der Bestandtheile nach dem
      Gewicht, 125.

    ~Ponza-Inseln~, blttrige Trachyte, 68.

    ~Porto Praya~, 1.

    ~Prevost~, Constant, ber Seltenheit groszer Dislocationen auf
      vulcanischen Inseln, 80.

    _Productus_, 141, 161.

    ~Prosperous Hill~ auf St. Helena, 81.

    ~Puy de Dme~, Trachyt von, 45, Anm.


    Q.

    ~Quail Island~, S. Jago, 3, 8, 10.

    ~Quarz~, Krystalle in mit Obsidian abwechselnden Schichten, 57;
      krystallisirt in Sandstein, 134;
      Schmelzbarkeit des --s, 125;
      --gestein durch metamorphische Wirkung mit erdiger Substanz
       gefleckt, 6.


    R.

    ~Red Hill~, 10, 11.

    ~Rio de Janeiro~, Gneisz von, 135.

    ~Robert~, ber Schichten auf Island, 98.

    ~Rogers~, ber gekrmmte Erhebungslinien, 129.


    S.

    ~Salsen~, mit Tuffcrateren verglichen, 115.

    ~Salz~, vom Meere abgesetzt, 55, Anm.;
      in vulcanischen Schichten, 55, 77;
      --seen in Crateren, 115.

    ~Sandstein~ in Brasilien, 154;
      am Cap der Guten Hoffnung, 154;
      --plateaus in Neu-Sd-Wales, 134, 155.

    ~S. Jago~, 1;
      Erhebungs-Cratere, 95;
      Wirkung kalkiger Substanz auf Lava, 102.

    ~St. Helena~, 75;
      Erhebungs-Cratere, 95.

    ~St. Paul's Felsen~, 33.

    ~Schlammstrme~ auf dem Galapagos-Archipel, 109.

    ~Schluchten~, enge, auf S. Helena, 93.

    ~Schrl~, strahliger, 152, Anm.

    ~Schwefelsaurer~ Kalk auf Ascension, 55.

    ~Scrope~, ber blttrigen Trachyt, 68, 69, 72;
      ber Obsidian, 65;
      ber Scheidung von Basalt und Trachyt, 120;
      ber Kieselerde in Trachyt, 15;
      ber Sphruliten, 69.

    ~Seale~, Geognosie von St. Helena, 77;
      ber Trappgnge, 93, 94;
      ber eingeschlossene Vgelknochen, 93;
      ber ausgestorbene Schnecken von St. Helena, 92.

    ~Seen~ am Fusze von Vulcanen, 98, Anm.

    ~Sedgwick~, ber Concretionen, 62.

    ~Senkungsgebiet~ auf Ascension, 41.

    _Serpula_-Rhren an gehobenen Felsen, 30.

    ~Seychellen~, 128.

    ~Siau~, ber Rippelmarken, 137.

    ~Signal Post Hill~, 8, 14, 16.

    ~Smith~, Andr., ber Verbindung von Granit und Thonschiefer, 152.

    ~Sowerby, G. B.~, Beschreibung fossiler Muscheln, 156;
      von Van Diemen's Land, 141;
      von S. Jago, 4;
      Landschnecken von St. Helena, 91.

    ~Spallanzani~, ber zersetzten Trachyt, 26.

    ~Spaltung~ des Thonschiefers in Australien, 134;
      quere -- in Sandstein, 137.

    ~Specifisches~ Gewicht neuerer und anderer Kalksteine, 51;
      von Laven, 123.

    ~Sphruliten~, in Glas und verkieseltem Holze, 64;
      in Obsidian, 60, 69.

    _Spirifer_, 141, 161.

    _Stenopora_, fossile, 164.

    ~Stokes~, Sammlung von Sphruliten und Obsidian, 64, 65, 71.

    ~Stony Top~, little, 81, 88;
      great, 82.

    ~Stratification~ des Sandsteins in Neu-Sd-Wales, 136, 140.

    ~Stutchbury~, ber marine Fossilreste auf Tahiti, 29.


    T.

    ~Tahiti~, 27.

    ~Talus~, geschichteter, innerhalb der Tuff-Cratere, 110.

    ~Terceira~, 25.

    ~Tertire~ Ablagerung auf S. Jago, 4, 5.

    ~Thler~, schluchtartige, auf St. Helena, 93;
      auf Neu-Sd-Wales, 137;
      auf S. Jago, 22.

    ~Thonschiefer~, seine Zersetzung und Verbindung mit Granit am
      Cap der Guten Hoffnung, 152.

    ~Trachyt~, fehlt auf dem Galapagos-Archipel, 117;
      auf Ascension, 43;
      auf Terceira, 25;
      Zersetzung durch Dampf, 25;
      seine Bltterung, 67;
      Trennung von Basalt, 121;
      erweicht auf Ascension, 44;
      specifisches Gewicht, 123;
      mit eigenthmlichen Adern, 46.

    ~Trappgnge~ in der plutonischen Reihe, 126;
      an King George's Sound, 146.

    ~Travertin~ auf Van Diemen's Land, 143.

    ~Tropikvogel~, jetzt selten auf St. Helena, 93.

    ~Tuff~, eigenthmlicher, 101, 104.

    ~Tuff-Cratere~, 101, 104, 108, 111;
      ihr durchbrochener Zustand, 115;
      auf Terceira, 25;
      auf dem Galapagos-Archipel, 101.

    ~Turner~, ber die Scheidung geschmolzener Metalle, 122.

    ~Tyerman~ und ~Bennett~, ber marine Fossilreste auf Huaheine, 29.


    V.

    ~Van Diemen's Land~, 141.

    _Venus_, fossile, 157.

    ~Verbreitung~ der vulcanischen Inseln, 128.

    ~Vulcanische~ Bomben, 38;
      -- Insel im Atlantischen Ocean in der Bildung begriffen, 95;
      -- Inseln, ihre Verbreitung, 128.


    W.

    ~Wacke~, Uebergang in Lava, 28;
      thonige --n, 3, 19.

    ~Wrme~, Wirkung auf kalkige Substanzen, 5.

    ~Webster~, ber eine beckenfrmige Insel, 111;
      ber Gyps auf Ascension, 55.

    ~White~, Mart., ber Lothungen, 137.

    ~Wind~, Wirkung auf die Form der Cratere, 37.



***END OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GEOLOGISCHE BEOBACHTUNGEN BER DIE
VULCANISCHEN INSELN MIT KURZEN BEMERKUNGEN BER DIE GEOLOGIE VON
AUSTRALIEN UND DEM CAP DER GUTEN HOFFNUNG***


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