Project Gutenberg's Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse, by Sigmund Freud

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Title: Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse

Author: Sigmund Freud

Release Date: June 11, 2009 [EBook #29097]

Language: German

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*** START OF THIS PROJECT GUTENBERG EBOOK SCHWIERIGKEIT DER PSYCHOANALYSE ***




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  [ Anmerkungen zur Transkription:

    Der Text stammt aus: Imago. Zeitschrift fr Anwendung der
    Psychoanalyse auf die Geisteswissenschaften V (1917). S.1-7.

    Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen.

    Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit _ markiert.
  ]




                Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse[1].

                        Von SIGM. FREUD (Wien).

  [1] Zuerst in ungarischer Sprache abgedruckt in der Zeitschrift
  _Nyugat_, herausgegeben von H. _Ignotus_, Budapest 1917.


Ich will gleich zum Eingang sagen, da ich nicht eine intellektuelle
Schwierigkeit meine, etwas, was die Psychoanalyse fr das Verstndnis
des Empfngers (Hrers oder Lesers) unzugnglich macht, sondern eine
affektive Schwierigkeit: etwas, wodurch sich die Psychoanalyse die
Gefhle des Empfngers entfremdet, so da er weniger geneigt wird, ihr
Interesse oder Glauben zu schenken. Wie man merkt, kommen beiderlei
Schwierigkeiten auf dasselbe hinaus. Wer fr eine Sache nicht genug
Sympathie aufbringen kann, wird sie auch nicht so leicht verstehen.

Aus Rcksicht auf den Leser, den ich mir noch als vllig unbeteiligt
vorstelle, mu ich etwas weiter ausholen: In der Psychoanalyse hat sich
aus einer groen Zahl von Einzelbeobachtungen und Eindrcken endlich
etwas wie eine Theorie gestaltet, die unter dem Namen der Libidotheorie
bekannt ist. Die Psychoanalyse beschftigt sich bekanntlich mit der
Aufklrung und der Beseitigung der sogenannten nervsen Strungen. Fr
dieses Problem mute ein Angriffspunkt gefunden werden, und man
entschlo sich, ihn im Triebleben der Seele zu suchen. Annahmen ber das
menschliche Triebleben wurden also die Grundlage unserer Auffassung der
Nervositt.

Die Psychologie, die auf unseren Schulen gelehrt wird, gibt uns nur sehr
wenig befriedigende Antworten, wenn wir sie nach den Problemen des
Seelenlebens befragen. Auf keinem Gebiet sind aber ihre Ausknfte
kmmerlicher als auf dem der Triebe.

Es bleibt uns berlassen, wie wir uns hier eine erste Orientierung
schaffen wollen. Die populre Auffassung trennt Hunger und Liebe als
Vertreter der Triebe, welche das Einzelwesen zu erhalten, und jener,
die es fortzupflanzen streben. Indem wir uns dieser so nahe liegenden
Sonderung anschlieen, unterscheiden wir auch in der Psychoanalyse die
Selbsterhaltungs- oder Ich-Triebe von den Sexualtrieben und nennen die
Kraft, mit welcher der Sexualtrieb im Seelenleben auftritt, _Libido_ --
sexuelles Verlangen -- als etwas dem Hunger, dem Machtwillen u.dgl. bei
den Ich-Trieben analoges.

Auf dem Boden dieser Annahme machen wir dann die erste bedeutungsvolle
Entdeckung. Wir erfahren, da fr das Verstndnis der neurotischen
Erkrankungen den Sexualtrieben die weitaus grere Bedeutung zukommt,
da die Neurosen sozusagen die spezifischen Erkrankungen der
Sexualfunktion sind. Da es von der Quantitt der Libido und von der
Mglichkeit, sie zu befriedigen und durch Befriedigung abzufhren,
abhngt, ob ein Mensch berhaupt an einer Neurose erkrankt. Da die Form
der Erkrankung bestimmt wird durch die Art, wie der einzelne den
Entwicklungsweg der Sexualfunktion zurckgelegt hat, oder, wie wir
sagen, durch die Fixierungen, welche seine Libido im Laufe ihrer
Entwicklung erfahren hat. Und da wir in einer gewissen, nicht sehr
einfachen Technik der psychischen Beeinflussung ein Mittel haben, manche
Gruppen der Neurosen gleichzeitig aufzuklren und rckgngig zu machen.
Den besten Erfolg hat unsere therapeutische Bemhung bei einer gewissen
Klasse von Neurosen, die aus dem Konflikt zwischen den Ich-Trieben und
den Sexualtrieben hervorgehen. Beim Menschen kommt es nmlich vor, da
die Anforderungen der Sexualtriebe, die ja weit ber das Einzelwesen
hinausgreifen, dem Ich als Gefahr erscheinen, die seine Selbsterhaltung
oder seine Selbstachtung bedrohen. Dann setzt sich das Ich zur Wehre,
versagt den Sexualtrieben die gewnschte Befriedigung, ntigt sie zu
jenen Umwegen einer Ersatzbefriedigung, die sich als nervse Symptome
kundgeben.

Die psychoanalytische Therapie bringt es dann zustande, den
Verdrngungsproze einer Revision zu unterziehen und den Konflikt zu
einem besseren, mit der Gesundheit vertrglichen Ausgang zu leiten.
Unverstndige Gegnerschaft wirft uns dann unsere Schtzung der
Sexualtriebe als einseitig vor: Der Mensch habe noch andere Interessen
als die sexuellen. Das haben wir keinen Augenblick lang vergessen oder
verleugnet. Unsere Einseitigkeit ist wie die des Chemikers, der alle
Konstitutionen auf die Kraft der chemischen Attraktion zurckfhrt. Er
leugnet darum die Schwerkraft nicht, er berlt ihre Wrdigung dem
Physiker.

Whrend der therapeutischen Arbeit mssen wir uns um die Verteilung der
Libido bei dem Kranken bekmmern; wir forschen nach, an welche
Objektvorstellungen seine Libido gebunden ist, und machen sie frei, um
sie dem Ich zur Verfgung zu stellen. Dabei sind wir dazu gekommen, uns
ein sehr merkwrdiges Bild von der anfnglichen, der Urverteilung der
Libido beim Menschen zu machen. Wir muten annehmen, da zu Beginn der
individuellen Entwicklung alle Libido (alles erotische Streben, alle
Liebesfhigkeit) an die eigene Person geknpft ist, wie wir sagen, das
eigene Ich besetzt. Erst spter geschieht es in Anlehnung an die
Befriedigung der groen Lebensbedrfnisse, da die Libido vom Ich auf
die ueren Objekte berfliet, wodurch wir erst in die Lage kommen, die
libidinsen Triebe als solche zu erkennen und von den Ich-Trieben zu
unterscheiden. Von diesen Objekten kann die Libido wieder abgelst und
ins Ich zurckgezogen werden.

Den Zustand, in dem das Ich die Libido bei sich behlt, heien wir
_Narzimus_, in Erinnerung der griechischen Sage vom Jngling
_Narzissus_, der in sein eigenes Spiegelbild verliebt blieb.

Wir schreiben also dem Individuum einen Fortschritt zu vom Narzimus zur
Objektliebe. Aber wir glauben nicht, da jemals die gesamte Libido des
Ichs auf die Objekte bergeht. Ein gewisser Betrag von Libido verbleibt
immer beim Ich, ein gewisses Ma von Narzimus bleibt trotz
hochentwickelter Objektliebe fortbestehen. Das Ich ist ein groes
Reservoir, aus dem die fr die Objekte bestimmte Libido ausstrmt, und
dem sie von den Objekten her wieder zufliet. Die Objektlibido war
zuerst Ich-Libido und kann sich wieder in Ich-Libido umsetzen. Es ist
fr die volle Gesundheit der Person wesentlich, da ihre Libido die
volle Beweglichkeit nicht verliere. Zur Versinnlichung dieses
Verhltnisses denken wir an ein Protoplasmatierchen, dessen zhflssige
Substanz Pseudopodien (Scheinfchen) aussendet, Fortsetzungen, in
welche sich die Leibessubstanz hineinerstreckt, die aber jederzeit
wieder eingezogen werden knnen, so da die Form des Protoplasmaklmpchens
wieder hergestellt wird.

Was ich durch diese Andeutungen zu beschreiben versucht habe, ist die
_Libidotheorie_ der Neurosen, auf welche alle unsere Auffassungen vom
Wesen dieser krankhaften Zustnde und unser therapeutisches Vorgehen
gegen dieselben begrndet sind. Es ist selbstverstndlich, da wir die
Voraussetzungen der Libidotheorie auch fr das normale Verhalten geltend
machen. Wir sprechen vom Narzimus des kleinen Kindes und wir schreiben
es dem berstarken Narzimus des primitiven Menschen zu, da er an die
Allmacht seiner Gedanken glaubt und darum den Ablauf der Begebenheiten
in der ueren Welt durch die Technik der Magie beeinflussen will.

Nach dieser Einleitung mchte ich ausfhren, da der allgemeine
Narzimus, die Eigenliebe der Menschheit, bis jetzt drei schwere
Krnkungen von seiten der wissenschaftlichen Forschung erfahren hat.

a) Der Mensch glaubte zuerst in den Anfngen seiner Forschung, da sich
sein Wohnsitz, die Erde, ruhend im Mittelpunkt des Weltalls befinde,
whrend Sonne, Mond und Planeten sich in kreisfrmigen Bahnen um die
Erde bewegen. Er folgte dabei in naiver Weise dem Eindruck seiner
Sinneswahrnehmungen, denn eine Bewegung der Erde versprt er nicht, und
wo immer er frei um sich blicken kann, findet er sich im Mittelpunkt
eines Kreises, der die uere Welt umschliet. Die zentrale Stellung
der Erde war ihm aber eine Gewhr fr ihre herrschende Rolle im Weltall
und schien in guter bereinstimmung mit seiner Neigung, sich als den
Herrn dieser Welt zu fhlen.

Die Zerstrung dieser narzitischen Illusion knpft sich fr uns an den
Namen und das Werk des Nik. _Kopernikus_ im sechzehnten Jahrhundert.
Lange vor ihm hatten die Pythagorer an der bevorzugten Stellung der
Erde gezweifelt, und _Aristarch_ von Samos hatte im dritten
vorchristlichen Jahrhundert ausgesprochen, da die Erde viel kleiner sei
als die Sonne und sich um diesen Himmelskrper bewege. Auch die groe
Entdeckung des _Kopernikus_ war also schon vor ihm gemacht worden. Als
sie aber allgemeine Anerkennung fand, hatte die menschliche Eigenliebe
ihre erste, die _kosmologische_, Krnkung erfahren.

b) Der Mensch warf sich im Laufe seiner Kulturentwicklung zum Herren
ber seine tierischen Mitgeschpfe auf. Aber mit dieser Vorherrschaft
nicht zufrieden, begann er eine Kluft zwischen ihrem und seinem Wesen zu
legen. Er sprach ihnen die Vernunft ab und legte sich eine unsterbliche
Seele bei, berief sich auf eine hohe gttliche Abkunft, die das Band der
Gemeinschaft mit der Tierwelt zu zerreien gestattete. Es ist
merkwrdig, da diese berhebung dem kleinen Kinde wie dem primitiven
und dem Urmenschen noch ferne liegt. Sie ist das Ergebnis einer spteren
anspruchsvollen Entwicklung. Der Primitive fand es auf der Stufe des
Totemismus nicht anstig, seinen Stamm auf einen tierischen Ahnherrn
zurckzuleiten. Der Mythus, welcher den Niederschlag jener alten
Denkungsart enthlt, lt die Gtter Tiergestalt annehmen, und die Kunst
der ersten Zeiten bildet die Gtter mit Tierkpfen. Das Kind empfindet
keinen Unterschied zwischen dem eigenen Wesen und dem des Tieres; es
lt die Tiere ohne Verwunderung im Mrchen denken und sprechen; es
verschiebt einen Angsteffekt, der dem menschlichen Vater gilt, auf den
Hund oder auf das Pferd, ohne damit eine Herabsetzung des Vaters zu
beabsichtigen. Erst wenn es erwachsen ist, wird es sich dem Tiere soweit
entfremdet haben, da es den Menschen mit dem Namen des Tieres
beschimpfen kann.

Wir wissen es alle, da die Forschung Ch. _Darwins_, seiner Mitarbeiter
und Vorgnger, vor wenig mehr als einem halben Jahrhundert dieser
berhebung des Menschen ein Ende bereitet hat. Der Mensch ist nichts
anderes und nichts besseres als die Tiere, er ist selbst aus der
Tierreihe hervorgegangen, einigen Arten nher, anderen ferner verwandt.
Seine spteren Erwerbungen vermochten es nicht, die Zeugnisse der
Gleichwertigkeit zu verwischen, die in seinem Krperbau wie in seinen
seelischen Anlagen gegeben sind. Dies ist aber die zweite, die
_biologische_ Krnkung des menschlichen Narzimus.

c) Am empfindlichsten trifft wohl die dritte Krnkung, die
psychologischer Natur ist.

Der Mensch, ob auch drauen erniedrigt, fhlt sich souvern in seiner
eigenen Seele. Irgendwo im Kern seines Ichs hat er sich ein
Aufsichtsorgan geschaffen, welches seine eigenen Regungen und Handlungen
berwacht, ob sie mit seinen Anforderungen zusammenstimmen. Tun sie das
nicht, so werden sie unerbittlich gehemmt und zurckgezogen. Seine
innere Wahrnehmung, das Bewutsein, gibt dem Ich Kunde von allen
bedeutungsvollen Vorgngen im seelischen Getriebe, und der durch diese
Nachrichten gelenkte Wille fhrt aus, was das Ich anordnet, ndert ab,
was sich selbstndig vollziehen mchte. Denn diese Seele ist nichts
einfaches, vielmehr eine Hierarchie von ber- und untergeordneten
Instanzen, ein Gewirre von Impulsen, die unabhngig voneinander zur
Ausfhrung drngen, entsprechend der Vielheit von Trieben und von
Beziehungen zur Auenwelt, viele davon einander gegenstzlich und
miteinander unvertrglich. Es ist fr die Funktion erforderlich, da die
oberste Instanz von allem Kenntnis erhalte, was sich vorbereitet, und
da ihr Wille berallhin dringen knne, um seinen Einflu zu ben. Aber
das Ich fhlt sich sicher sowohl der Vollstndigkeit und Verllichkeit
der Nachrichten als auch der Wegsamkeit fr seine Befehle.

In gewissen Krankheiten, allerdings gerade bei den von uns studierten
Neurosen, ist es anders. Das Ich fhlt sich unbehaglich, es stt auf
Grenzen seiner Macht in seinem eigenen Haus, der Seele. Es tauchen
pltzlich Gedanken auf, von denen man nicht wei, woher sie kommen; man
kann auch nichts dazu tun, sie zu vertreiben. Diese fremden Gste
scheinen selbst mchtiger zu sein als die dem Ich unterworfenen; sie
widerstehen allen sonst so erprobten Machtmitteln des Willens, bleiben
unbeirrt durch die logische Widerlegung, unangetastet durch die
Gegenaussage der Realitt. Oder es kommen Impulse, die wie die eines
Fremden sind, so da das Ich sie verleugnet, aber es mu sich doch vor
ihnen frchten und Vorsichten gegen sie treffen. Das Ich sagt sich, das
ist eine Krankheit, eine fremde Invasion, es verschrft seine
Wachsamkeit, aber es kann nicht verstehen, warum es sich in so seltsamer
Weise gelhmt fhlt.

Die Psychiatrie bestreitet zwar fr solche Vorflle, da sich bse,
fremde Geister ins Seelenleben eingedrngt haben, aber sonst sagt sie
nur achselzuckend: Degeneration, hereditre Disposition,
konstitutionelle Minderwertigkeit! Die Psychoanalyse unternimmt es,
diese unheimlichen Krankheitsflle aufzuklren, sie stellt sorgfltige
und langwierige Untersuchungen an, schafft sich Hilfsbegriffe und
wissenschaftliche Konstruktionen und kann dem Ich endlich sagen: Es ist
nichts Fremdes in dich gefahren; ein Teil von deinem eigenen Seelenleben
hat sich deiner Kenntnis und der Herrschaft deines Willens entzogen.
Darum bist du auch so schwach in der Abwehr; du kmpfst mit einem Teil
deiner Kraft gegen den anderen Teil, kannst nicht wie gegen einen
ueren Feind deine ganze Kraft zusammennehmen. Und es ist nicht einmal
der schlechteste oder unwichtigste Anteil deiner seelischen Krfte, der
so in Gegensatz zu dir getreten und unabhngig von dir geworden ist. Die
Schuld, mu ich sagen, liegt an dir selbst. Du hast deine Kraft
berschtzt, wenn du geglaubt hast, du knntest mit deinen Sexualtrieben
anstellen, was du willst, und brauchtest auf ihre Absichten nicht die
mindeste Rcksicht zu nehmen. Da haben sie sich denn emprt und sind
ihre eigenen dunklen Wege gegangen, um sich der Unterdrckung zu
entziehen, haben sich ihr Recht geschaffen auf eine Weise, die dir nicht
mehr recht sein kann. Wie sie das zustande gebracht haben, und welche
Wege sie gewandelt sind, das hast du nicht erfahren; nur das Ergebnis
dieser Arbeit, das Symptom, das du als Leiden empfindest, ist zu deiner
Kenntnis gekommen. Du erkennst es dann nicht als Abkmmling deiner
eigenen verstoenen Triebe und weit nicht, da es deren
Ersatzbefriedigung ist.

Der ganze Vorgang wird aber nur durch den einen Umstand mglich, da du
dich auch in einem anderen wichtigen Punkte im Irrtum befindest. Du
vertraust darauf, da du alles erfhrst, was in deiner Seele vorgeht,
wenn es nur wichtig genug ist, weil dein Bewutsein es dir dann meldet.
Und wenn du von etwas in deiner Seele keine Nachricht bekommen hast,
nimmst du zuversichtlich an, es sei nicht in ihr enthalten. Ja, du gehst
so weit, da du seelisch fr identisch hltst mit bewut, d.h. dir
bekannt, trotz der augenscheinlichsten Beweise, da in deinem
Seelenleben bestndig viel mehr vor sich gehen mu, als deinem
Bewutsein bekannt werden kann. La dich doch in diesem einen Punkt
belehren! Das Seelische in dir fllt nicht mit dem dir Bewuten
zusammen; es ist etwas anderes, ob etwas in deiner Seele vorgeht und ob
du es auch erfhrst. Fr gewhnlich, ich will es zugeben, reicht der
Nachrichtendienst an dein Bewutsein fr deine Bedrfnisse aus. Du
darfst dich in der Illusion wiegen, da du alles wichtigere erfhrst.
Aber in manchen Fllen, z.B. in dem eines solchen Triebkonfliktes,
versagt er und dein Wille reicht dann nicht weiter als dein Wissen. In
allen Fllen aber sind diese Nachrichten deines Bewutseins
unvollstndig und hufig unzuverlssig; auch trifft es sich oft genug,
da du von den Geschehnissen erst Kunde bekommst, wenn sie bereits
vollzogen sind und du nichts mehr an ihnen ndern kannst. Wer kann,
selbst wenn du nicht krank bist, ermessen, was sich alles in deiner
Seele regt, wovon du nichts erfhrst, oder worber du falsch berichtet
wirst. Du benimmst dich wie ein absoluter Herrscher, der es sich an den
Informationen seiner obersten Hofmter gengen lt und nicht zum Volk
herabsteigt, um dessen Stimme zu hren. Geh in dich, in deine Tiefen und
lerne dich erst kennen, dann wirst du verstehen, warum du krank werden
mut, und vielleicht vermeiden, krank zu werden.

So wollte die Psychoanalyse das Ich belehren. Aber die beiden
Aufklrungen, da das Triebleben der Sexualitt in uns nicht voll zu
bndigen ist, und da die seelischen Vorgnge an sich unbewut sind und
nur durch eine unvollstndige und unzuverlssige Wahrnehmung dem Ich
zugnglich und ihm unterworfen werden, kommen der Behauptung gleich, da
_das Ich nicht Herr sei in seinem eigenen Haus_. Sie stellen miteinander
die dritte Krnkung der Eigenliebe dar, die ich die _psychologische_
nennen mchte. Kein Wunder daher, da das Ich der Psychoanalyse nicht
seine Gunst zuwendet und ihr hartnckig den Glauben verweigert.

Die wenigsten Menschen drften sich klar gemacht haben, einen wie
folgenschweren Schritt die Annahme unbewuter seelischer Vorgnge fr
Wissenschaft und Leben bedeuten wrde. Beeilen wir uns aber
hinzuzufgen, da nicht die Psychoanalyse diesen Schritt zuerst gemacht
hat. Es sind namhafte Philosophen als Vorgnger anzufhren, vor allen
der groe Denker _Schopenhauer_, dessen unbewuter Wille den
seelischen Trieben der Psychoanalyse gleichzusetzen ist. Derselbe Denker
brigens, der in Worten von unvergelichem Nachdruck die Menschen an die
immer noch unterschtzte Bedeutung ihres Sexualstrebens gemahnt hat. Die
Psychoanalyse hat nur das eine voraus, da sie die beiden dem Narzimus
so peinlichen Stze von der psychischen Bedeutung der Sexualitt und von
der Unbewutheit des Seelenlebens nicht abstrakt behauptet, sondern an
einem Material erweist, welches jeden einzelnen persnlich angeht und
seine Stellungnahme zu diesen Problemen erzwingt. Aber gerade darum
lenkt sie die Abneigung und die Widerstnde auf sich, welche den groen
Namen des Philosophen noch scheu vermeiden.





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Sigmund Freud

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1.F.5.  Some states do not allow disclaimers of certain implied
warranties or the exclusion or limitation of certain types of damages.
If any disclaimer or limitation set forth in this agreement violates the
law of the state applicable to this agreement, the agreement shall be
interpreted to make the maximum disclaimer or limitation permitted by
the applicable state law.  The invalidity or unenforceability of any
provision of this agreement shall not void the remaining provisions.

1.F.6.  INDEMNITY - You agree to indemnify and hold the Foundation, the
trademark owner, any agent or employee of the Foundation, anyone
providing copies of Project Gutenberg-tm electronic works in accordance
with this agreement, and any volunteers associated with the production,
promotion and distribution of Project Gutenberg-tm electronic works,
harmless from all liability, costs and expenses, including legal fees,
that arise directly or indirectly from any of the following which you do
or cause to occur: (a) distribution of this or any Project Gutenberg-tm
work, (b) alteration, modification, or additions or deletions to any
Project Gutenberg-tm work, and (c) any Defect you cause.


Section  2.  Information about the Mission of Project Gutenberg-tm

Project Gutenberg-tm is synonymous with the free distribution of
electronic works in formats readable by the widest variety of computers
including obsolete, old, middle-aged and new computers.  It exists
because of the efforts of hundreds of volunteers and donations from
people in all walks of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the
assistance they need are critical to reaching Project Gutenberg-tm's
goals and ensuring that the Project Gutenberg-tm collection will
remain freely available for generations to come.  In 2001, the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation was created to provide a secure
and permanent future for Project Gutenberg-tm and future generations.
To learn more about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation
and how your efforts and donations can help, see Sections 3 and 4
and the Foundation web page at https://www.pglaf.org.


Section 3.  Information about the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation

The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the
state of Mississippi and granted tax exempt status by the Internal
Revenue Service.  The Foundation's EIN or federal tax identification
number is 64-6221541.  Its 501(c)(3) letter is posted at
https://pglaf.org/fundraising.  Contributions to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation are tax deductible to the full extent
permitted by U.S. federal laws and your state's laws.

The Foundation's principal office is located at 4557 Melan Dr. S.
Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations.  Its business office is located at
809 North 1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org.  Email contact links and up to date contact
information can be found at the Foundation's web site and official
page at https://pglaf.org

For additional contact information:
     Dr. Gregory B. Newby
     Chief Executive and Director
     gbnewby@pglaf.org


Section 4.  Information about Donations to the Project Gutenberg
Literary Archive Foundation

Project Gutenberg-tm depends upon and cannot survive without wide
spread public support and donations to carry out its mission of
increasing the number of public domain and licensed works that can be
freely distributed in machine readable form accessible by the widest
array of equipment including outdated equipment.  Many small donations
($1 to $5,000) are particularly important to maintaining tax exempt
status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United
States.  Compliance requirements are not uniform and it takes a
considerable effort, much paperwork and many fees to meet and keep up
with these requirements.  We do not solicit donations in locations
where we have not received written confirmation of compliance.  To
SEND DONATIONS or determine the status of compliance for any
particular state visit https://pglaf.org

While we cannot and do not solicit contributions from states where we
have not met the solicitation requirements, we know of no prohibition
against accepting unsolicited donations from donors in such states who
approach us with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make
any statements concerning tax treatment of donations received from
outside the United States.  U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation
methods and addresses.  Donations are accepted in a number of other
ways including including checks, online payments and credit card
donations.  To donate, please visit: https://pglaf.org/donate


Section 5.  General Information About Project Gutenberg-tm electronic
works.

Professor Michael S. Hart was the originator of the Project Gutenberg-tm
concept of a library of electronic works that could be freely shared
with anyone.  For thirty years, he produced and distributed Project
Gutenberg-tm eBooks with only a loose network of volunteer support.


Project Gutenberg-tm eBooks are often created from several printed
editions, all of which are confirmed as Public Domain in the U.S.
unless a copyright notice is included.  Thus, we do not necessarily
keep eBooks in compliance with any particular paper edition.


Most people start at our Web site which has the main PG search facility:

     https://www.gutenberg.org

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including how to make donations to the Project Gutenberg Literary
Archive Foundation, how to help produce our new eBooks, and how to
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