The Project Gutenberg eBook of Gesänge zu der Oper: Der Bergsturz bey Goldau in drey Aufzüge

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Title: Gesänge zu der Oper: Der Bergsturz bey Goldau in drey Aufzüge

Author: Johann Anton Friedrich Reil

Joseph Weigl

Release date: February 17, 2026 [eBook #77971]

Language: German

Credits: Richard Illner and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net (This book was produced from scanned images of public domain material from the Google Books project.)

*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK GESÄNGE ZU DER OPER: DER BERGSTURZ BEY GOLDAU IN DREY AUFZÜGE ***
Book Cover

Gesänge
zu der Oper:
Der Bergsturz bey Goldau

in drey Aufzügen,

Musik von Joseph Weigl.


Inhaltsverzeichnis


2

Personen:

Hatwyl, ein Landmann.
Gertrud, sein Weib.
Josephine, 22 Jahr } alt, ihre Kinder.
Christine, 16   "
Franz, 13   "
Jette, 12   "
Willer, Josephinens Bräutigam.
Wunibald, ein Landmann aus der Nachbarschaft.
Ein Reisender.
Ein Einsiedler am Rigiberge.
Ein Tagelöhner.
Hirten.
Landvolk.

Die Handlung beginnt Morgens, und endet am folgenden Tage Abends.


3

Erster Aufzug.

Introduction.

Hatwyl.

Nun, Kinder, hats geschmeckt?

Alle.

Ach, lieber Vater, ja!

Hatwyl.

Zur Mutter hin, bedankt Euch schön.

Gertrud.

Zuerst müßt Ihr zum Vater gehn.

Hatwyl.

Gott segne Euch das Morgenbrod,
Seyd arbeitsam und fürchtet Gott,
Dann wirds Euch immer wohlergehn.

Josephine.

Wie rein die heitre Morgensonne
Auf Goldaus schöne Gegend sieht!

4

Willer.

Und wie am ganzen Firmamente
Auch nicht ein kleines Wölkchen zieht!

Gertrud.

Ich wünsche Euch, daß dieser Morgen
Ein Vorbot' Eurer Zukunft sey.

Josephine und Willer.

Das ist er schon, denn Euer Segen
Geleitet uns zum Traualtar.

Hatwyl.

Bleibt immer auf den rechten Wegen,
Dann bürg' ich Euch, der Wunsch wird wahr.

Gertrud.

Wir sind ja heut so gut gestimmt,
O sing doch unser Morgenlied!

Alle.

Ach, Vater ja, das Morgenlied!
Wir singen alle mit.

Hatwyl.

Die schönsten Reize der Natur
Entdeckt man auf dem Lande nur.
Da drüben, auf den Felsenhöhn,
Sieht man die kühne Gemse stehn;
Der Alpenbau schaut in den See,
Breit eingefaßt vom hohen Klee.

5

Alle.

Der Alpenbau schaut in den See,
Breit eingefaßt vom hohen Klee.

Hatwyl.

Hier seh ich, wenn der Morgen graut,
Den Berg, der stolz das Land durchschaut,
Dort bunte Wiesen, Feld und Bach,
Und mitten drinn mein friedlich Dach.
Gepriesen seyst du, Vaterland!
Mit deiner segensreichen Hand.

Alle.

Gepriesen seyst du, Vaterland!
Mit deiner segensreichen Hand.

Quartett.

Hatwyl. Gertrud. Willer. Josephine.

Josephine. Willer.

Kaum werden wir des Morgens wach,
Ein kleiner Schritt zum Fenster nur,
Und auf des Thales bunter Flur
Erblicken wir der Eltern Dach.

Hatwyl. Gertrud.

Wir winken guten Morgen zu.

Josephine. Willer.

Wir winken mit der Hand zurück,
Erst einmal ich, dann einmal du.

6

Josephine.

Kommt dann und wann ein Feyertag,
Steigt Ihr zu uns den Berg hinauf,
Dann stellen wir Euch Alles auf,
Was unser ganzes Haus vermag.

Hatwyl. Gertrud.

Schön Dank dafür!

Willer.

Ich richte mir die Stube ein,
Wie Ihr sie hier gewohnt zu sehn;
Wollt Ihr am Abend wieder gehn,
Dann werden wir Begleiter seyn.

Gertrud.

Du guter Sohn!

Hatwyl.

Und übers Jahr — Nun, merkt Ihr nichts? —
Ich freu mich schon — und über's Jahr —
Die Freude macht mich noch zum Kind! —
Da bringt Ihr mir zum Angebind
Ein Enkel her. — Ich thu ihm schön,
Und laß ihn alle Nachbarn sehn.
Die Freude macht mich noch zum Kind!

Gertrud.

Dann untersucht man, wem es gleicht.

Hatwyl.

Ists ein Junge, gleicht er mir.

7

Willer.

Und ists ein Mädchen, gleicht es Dir.

Josephine.

O wenn es nur dein Herz erreicht!

Gertrud. Josephine. Willer.

O welch ein angenehmes Loos,
Um einen reichen Aerndtekranz!
Doch fühlt man erst den Segen ganz,
Wächst uns der eigne Sprößling groß.

Hatwyl.

Das soll ein Junge werden,
Wie's keinen giebt auf Erden!
Ein Bursch von ächtem Schweizerschlag,
Voll Kraft und Saft,
Wie Stahl und Eisen,
Ein Herz wie Wachs,
Ein heller Kopf.
Das soll ein Junge werden,
Wie's keinen giebt auf Erden,
Ein Bursch von ächtem Schweizerschlag!

Duett.

Josephine. Willer.

Beyde.

Dann öffnet sich des Himmelspforte
Unserm wonnetrunknem Blick,
Und des Priesters Segensworte
Führen uns zum höchsten Glück.

8

Josephine.

Er befragt uns um die Treue!

Willer.

Was wird Deine Antwort seyn?

Josephine.

Daß ich innig mich erfreue,
Bis ins Grab mich Dir zu weihn.

Willer.

Er befragt uns um die Treue!

Josephine.

Was wird Deine Antwort seyn?

Willer.

Daß ich keine Proben scheue,
Die mich Deiner Liebe weihn.

Josephine.

Und dann sucht Dein Blick mich fröhlich,

Willer.

Und ich geb Dir meinen Ring.

Josephine.

Zitternd steh ich zwar, doch selig,
Als ob ich die Welt empfing.

Beyde.

Wonnetrunken dann umschlungen,
Schwören wir mit Herz und Mund,
9 Und vom Segenschor umsungen,
Feyern wir den Ehebund.

Arie.

Hatwyl.

Der Ehstand gleichet einem Garten,
Worin so manche Pflanze reift,
Doch muß man fleißig seiner warten,
Daß ja kein Unkraut Wurzel greift.
Soll jede Pflanze gut gedeihen,
Muß jedes Beet geordnet seyn.
Wem aller Orten Blumen blühen,
Dem schafft sein Garten wenig Heil,
Wer nur daraus will Nutzen ziehen,
Der bringt sich um den schönsten Theil.
Das Schöne muß zum Guten schauen,
Zum Nutzen sich Vergnügen bauen;
Dann kann der Gärtner ruhig seyn,
Sich seiner Arbeit hoch erfreun.

Terzett.

Josephine. Hatwyl. Wunibald.

Wunibald.

Nimm meinen Dank, o Josephine!
Daß meine Bitte du erhört.

Josephine.

O welche kummervolle Miene!
Sein Blick, wie traurig und verstört!

10

Wunibald.

Ich muß den Heimathsort verlassen,
Ich weiß, mich quälts wie hier auch dort.

Josephine. Hatwyl.

Ihr wollt Eu'r Vaterland verlassen,
Und wählet einen fremden Ort?

Wunibald.

Erträglich wird mein Schicksal werden,
Verschmähst du nicht die Kleinigkeit.

Josephine. Hatwyl.

Mußt nicht so seltsam dich gebehrden,
Du forderst ja Unmöglichkeit.

Wunibald.

Gelingt denn nichts auf Erden mir?

Josephine. Hatwyl.

Wir meinens ja so gut mit dir.

Wunibald.

Ach! alles nahm man mir in Dir,
Was soll mir noch ein irrdisch Gut?
Ach! Vater, Mutter, alles ruht
Schon längst in kühler Erde Schoos,
Von jeher auch Geschwisterlos,
Stand ich in meinem Ueberfluß
Verarmt bey jedem Hochgenuß,
Gleich einer Waise, ganz allein.

11

Josephine.

Du machst uns deinen Abschied schwer.

Hatwyl.

Es giebt ja andre Freuden mehr.

Josephine.

Wenn ich noch über dich vermag

Hatwyl.

O trüb' nicht ihren Hochzeittag!

Beyde.

Wir werden deine Freunde seyn,
Bleib doch in deinem Vaterhaus.

Wunibald.

Nein länger halt ichs hier nicht aus.

Josephine.

Wohlan! wenn binnen Jahresfrist
Du noch nicht andern Sinnes bist,
So soll dein Wunsch erfüllet seyn,
Und deine Güter sind dann mein.

Wunibald.

Wie machst du jetzt mein Herz so froh!
Ja, ja, ich bins zufrieden so.

Josephine.

Mein Freund, Gott stärke dich, leb wohl!

12

Wunibald.

Daß nie Zufriedenheit dir fehle,
Das wünsch ich dir von ganzer Seele.

Hatwyl.

Geleit dich Gott! Leb wohl!

Wunibald.

Beschütz Euch Gott, lebt wohl!
Wenn sich die Glocke wieder wiegt
Dann stützt mich schon mein Wanderstab,
Wenn deine Hand in seiner liegt,
Bin ich schon weit im Thal hinab.

Josephine. Hatwyl.

Wenn die Vernunft den Gram besiegt
Reicht uns die Hoffnung ihren Stab,
Sie, die das Leben überfliegt,
Giebt uns noch spät ein sanftes Grab.
Geleit dich Gott, leb wohl!

Wunibald.

Beschütz Euch Gott, lebt wohl!

Finale.

Alle.

Die Glocke ruft zum Kirchengang.

Josephine. Willer.

Warum schlägt mir mein Herz so bang?

13

Hatwyl.

Der Gang ist wichtig, ernst und schwer,
Er führt durchs ganze Leben.

Josephine. Willer.

Eu'r Beyspiel wandelt vor uns her,
Es soll uns Stärke geben.

Chor.

Folg blühendes Paar
Zum Hochzeitaltar!
Ihr hieltet auf Lehre,
Drum wird Euch die Ehre,
Daß festlich bekränzt,
Die Freude Euch glänzt.
Folg blühendes Paar
Zum Hochzeitaltar.

Josephine. Willer.

Was ist das?

Hatwyl.

Eure Freunde
Verherrlichen den Zug.

Josephine. Willer.

Mein Gott! so viele Liebe!
Wie hab ich sie verdient?

Hatwyl. Gertrud.

Sie ist der Tugend Lohn.

14

Josephine. Willer.

Euch danken wir die Ehre,
Die heut uns wiederfährt.

Hatwyl.

Befolgung unsrer Lehre,
Hat Euch die Freud' bescheert.
Und nun ins Himmels Namen fort!

Josephine. Willer.

Uns fehlt noch Euer Seegenswort.

Hatwyl.

Euch werde Gottes reichster Seegen!
Verdienet ihn durch Redlichkeit!
Gott stärke Euch auf Euren Wegen,
Im Lande der Vergänglichkeit.

Alle.

Was war das? Mein Gott was war das?

Chor.

O weh! Es wankt der Berg, die See schwillt an,
Es rette wer sich retten kann!

Hatwyl.

Hinaus! Gewinnt das Freye!

Alle.

Ach!

Die Kinder.

Vater! Mutter! Wo seyd Ihr denn?
Ich sehe nichts!

15

Willer.

Wir wollen da hinaus entfliehn.
Auch hier ist finstre Nacht!
Der Schutt dringt ein mit Macht!

Josephine. Gertrud.

Wohin in dieser Angst, wohin?

Hatwyl.

Kinder! Hier hilft kein Verstand,
Hier hilft uns nur die starke Hand.

Alle außer Hatwyl.

Freunde hört doch unser Flehn!
Ist denn keine Rettung mehr?
Grabesstille herrscht umher.

Josephine. Willer. Gertrud.

Die Luft wird eng,
Der Athem schwer!

Die Kinder.

Der Kopf thut weh, nur Luft!

Alle.

Mein Gott, nur Luft!

Hatwyl.

Ich hab in dieser argen Noth,
Kein' andre Zuflucht als zu dir
Allmächt'ger barmherziger Gott!
Zu Dir Allvater beten wir.
16 Kinder! Das Gebet der Unschuld
Dringet durch die Wolken! Betet und hoffet!
O Herr! der du im Himmel thronst,
Nach weisen Plan das Würmchen schonst,
Erhör auch uns in dieser Noth,
Und rett uns vom Verzweiflungstod!


Zweyter Aufzug.

Chor.

Allmächtiger Vater von uns Allen,
Begreifen wir auch immer nicht
Das Loos, so über uns gefallen,
Zu tragen ist des Christen Pflicht.
Nur stärke uns, o Gott!
Wir bitten dich, o Gott!

Arie.

Einsiedler.

Wenn die Blätter fallen
In des Jahres Kreise,
Wenn zum Grabe wallen,
Ganz entnervte Greise;
Da geht Natur den alten Gang
Nach ewiger Gesetze Drang.
17 Doch knickt sie auch die Rose
In ihrem schönsten Keim
Reißt aus der Mutter Schooße
Das Kind, und führt es heim.
Drum seyd bereit zu jeder Stunde,
Sie schlage früh, sie schlage spät,
Daß ihr mit reinem Herz und Munde
Zu Eurem Schöpfer übergeht.

Chor.

Die hier im Herrn entschlafen,
Nimm alle Gott in deinen Schoos!
Die schwere Leiden trafen,
Sie fanden deine Gnad' auch groß.
Drum Leidende, verzweifelt nie!
Das ew'ge Licht erleuchte sie!

Finale.

Wunibald.

Liegt doch nicht müßig auf den Knieen!
O laßt die Stunde nicht entfliehn,
Die sie vielleicht noch retten kann.

Einsiedler.

Wir haben dieses auch gethan.

Wunibald.

Ihr fleht, um nichts zu thun,
Gott um ein Wunder an.

18

Einsiedler.

Vermiß Dich an des Himmels Beystand nicht,
Der Mensch, wenn's auch an Willen nicht gebricht,
Kann ohne Gott niemals das Ziel erreichen.

Wunibald.

Er giebt Euch ja des Wunders Zeichen,
Die Hacke und die Schaufel in die Hand!
Was steht Ihr da, und grabet nicht?

Einsiedler.

Wir zogen Viele über Grabes Rand.

Wunibald.

Erlahmt Ihr schon an Eurer Pflicht?
Soll sich der Schutt von selber theilen,
So brauchen, die um Rettung heulen,
Auch Euer kaltes Beten nicht.

Einsiedler.

Im Eifer redest Du?

Wunibald.

Im Eifer greifet zu!
Ich grabe schon Tag und Nacht,
Fand schon die Stelle
Wo Menschen sind,
Doch bin ich zu schwach,
Brauch Hülfe geschwind.

Chor.

Wir sind schon bereit.

19

Wunibald.

Ich höre schon Töne,
Ein dumpfes Gestöhne —

Chor.

So zeig uns die Gegend,
Wir eilen Dir nach.

Wunibald.

Ach Töne voll Jammer,
So dumpf aus der Kammer
Ich seh schon den Vater
Im Kreise der Seinen
Sich winden und weinen
Ich bitt, ich beschwör Euch!
Eilt schnell mit mir fort,
Noch Rettung ist dort!

Chor.

Noch Rettung gilts dort,
Zur Rettung denn fort!


Dritter Aufzug

Cavatina.

Hatwyl.

Ich steh' schon auf des Grabes Schwelle
Zerstöhrt ist Alles um mich her,
Vertrocknet ist die letzte Quelle,
Nicht einmal weinen kann ich mehr.
20 Komm Tod und löse meine Bande,
Nicht fürchterlich erscheinst du mir,
Vereinst mich ja in jenem Lande
Mit Weib und Kind, ich lächle dir.

Finale.

Wunibald.

Wo das Herz die Arme führt,
Da wird Gottes Huld gerührt.

Chor.

Wo das Herz die Arme führt,
Da wird Gottes Huld gerührt.

Wunibald.

Ich komme hier auf Holz!

Der Alte.

Auf Holz? Vielleicht ein Dach?

Bauer.

Ein Balken —

Der Alte.

Du mein Gott!

Bauer.

Er zieht sich nach der Länge.

Der Alte.

Wenns endlich doch gelänge.

21

Wunibald.

Da klingts hohl!

Der Alte.

Hohl?
Mich durchschauerts bang und wohl.

Wunibald.

Hier ist schon eine Oeffnung.

Der Alte.

O laßt mich hinein!

Hatwyl. Gertrud. Kinder. Willer.

Ach!

Wunibald.

Stille!

Hatwyl.

Sie leben noch, die Armen!

Gertrud. Kinder. Willer.

Vater! Mutter! Josephine! Willer!

Wunibald.

Habt Ihr gehört?

Einsiedler.

Mir scheint, es war —

Wunibald.

Es ist gewiß, hier unten schmachten sie.

Der Alte.

Ja, ja, mir sagts mein Vaterherz.

22

Wunibald.

Hieher Leute, hier grabt nach!
Macht Feuer! zündet Fackeln an!

Der Alte.

Meine Seele will schon hinab.

Wunibald.

Du bind das Seil mir um den Leib,
Die Fackeln her, und zaudert nicht.

Alle.

Ihr wollt es wagen?

Wunibald.

Ihr könnt noch fragen?
Retten will ich, wo ich kann.

Alle und der alte Willer.

Gott schütze dich du edler Mann.

Hatwyl.

Ha! seht ein Strahl von Licht,
Bricht von oben uns herein.

Die Familie.

O hartes Schicksal täusch uns nicht
Mit diesem Hoffnungsschein.

Wunibald.

Josephine! Vater! Hatwyl!

Die Familie.

Unser Retter! Unser Engel!
Wunibald! du hier?

23

Wunibald.

Die Leiter her, bringt Licht herab,
Und Labung! in das tiefe Grab.
Mein Gott so eilet doch!
Sie leben Alle noch.

Chor der Arbeiter.

Allvater! Deine Macht ist groß!
Selbst aus des Grabes tiefem Schoos,
Errettet deiner Güte Hand.

Wunibald.

Leb' auf in Sohnes Armen!

Der alte Willer.

Sohn!

Der junge Willer.

Vater!

Hatwyl.

Ja! das sind seine Züge! Mein Retter!
Weib! Kinder! ihm dankt ihr den Vater.
Er wars, als über mich die Flamme schlug,
Der frey aus der Gefahr mich trug.

Wunibald.

Ja, jetzt seyd Ihr wieder Euer
Mein Werk ist's, ich rettet' Euch.
Nun ist mir mein Leben theuer,
Nun bin ich wieder lebensreich.
Und nun fort aus dieser Gruft,
Hinaus, in Gottes freye Luft!

24

Die Familie.

Verlassen wir die finstre Gruft,
Hinaus, in Gottes freye Luft.

Chor.

Gott verläßt die Seinen nicht,
Wenn sie auf ihn bauen,
Und mit voller Zuversicht,
Kindlich ihm vertrauen.
Ringsum soll durch Wies' und Flur,
Unser Loblied klingen,
Und den Dank die Kreatur
Ihrem Schöpfer bringen.

Die Familie.

Gott sey gelobt!

Chor.

In Ewigkeit!

Die Familie.

Gott sey gedankt!

Chor.

In Ewigkeit! Hallelujah!


Anmerkungen des Bearbeiters

Das Titelblatt dieses Librettos nennt nur den Komponisten der Musik, Joseph Weigl. Der Text wurde jedoch von Johann Anton Friedrich Reil verfasst.

Ein Inhaltsverzeichnis wurde neu erstellt und an den Anfang des Buches eingefügt.

Kleinere, offensichtliche Druckfehler wurden im Text stillschweigend korrigiert.

Das Umschlagbild wurde vom Bearbeiter gestaltet und in die Public Domain eingebracht.