The Project Gutenberg eBook, Mineralogia Polyglotta, by Christian Keferstein

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Title: Mineralogia Polyglotta

Author: Christian Keferstein

Release Date: September 18, 2005 [eBook #16718]

[Date last updated: May 8, 2006]

Language: German

Character set encoding: ISO-8859-1

***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK MINERALOGIA POLYGLOTTA***

 

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MINERALOGIA POLYGLOTTA



VON

CHR. KEFERSTEIN,



Königl. Preussischem Hofrathe.


HALLE,
1849.

Dem
Königl. Preussischen Ober-Bergrathe,
Professor der Mineralogie an der Friedrichs-Universität zu Halle,
HERRN
ERNST FRIEDRICH GERMAR,
meinem hochverehrten, theuren Schwager,
in
innigster Liebe und Hochachtung gewidmet.

Inhalt.

Erstes Kapitel. Allgemeine Namen.

Zweites Kapitel. Gemmen und Verwandtes.

§. 1. Diamant.
§. 2. Perlen.
§. 3. Rothe Gemmen und verwandte Steine.
§. 4. Grüne Gemmen und verwandte Gesteine.
§. 5. Gelbe Gemmen und verwandte Gesteine.
§. 6. Blaue Gemmen und verwandte Gesteine.
§. 7. Weisse Gemmen und verwandte Gesteine.
§. 8. Die 12 Gemmen im Schmucke der Hohenpriester bey den Hebräern.

Drittes Kapitel. Steine, Erden und Verwandtes.

§. 1. Quarz-Gruppe.
§. 2. Feldspath-Gruppe.
§. 3. Glimmer-, Talk- und Thongruppe.
§. 4. Kalk-Gruppe.
§. 5. Flussspath-Gruppe.
§. 6. Phosphorsaurer Kalk.
§. 7. Gyps oder schwefelsaurer Kalk.
§. 8. Baryt-Gruppe.
§. 9. Strontian-Gruppe.
§. 10. Borax-Gruppe.

Viertes Kapitel. Salze und Verwandtes.

§. 1. Kochsalz.
§. 2. Salpeter.
§. 3. Glaubersalz.
§. 4. Bittersalz.
§. 5. Alaun.
§. 6. Mineralalkali und Verwandtes.
§. 7. Kali, Potasche und Verwandtes.
§. 8. Borax.
§. 9. Ammonium.
§. 10. Vitriol.

Fünftes Kapitel. Brennliche Mineralien, d.i. die kohligen und überhaupt diejenigen, welche man unter diesem Namen gewöhnlich verstehet.

§. 1. Bergbalsam.
§. 2. Naphtha.
§. 3. Erdöl.
§. 4. Erdpech.
§. 5. Gagat.
§. 6. Kohle.
§. 7. Graphit.
§. 8. Schwefel.

Sechstes Kapitel. Metalle und Verwandtes.

§. 1. Metall, Erz, Erzstufe.
§. 2. Gold.
§. 3. Silber.
§. 4. Quecksilber.
§. 5. Platina nebst den verwandten damit vorkommenden Metallen, Palladium, Rhodium, Osmium, Iridium.
§. 6. Tellur oder Silvan.
§. 7. Kupfer.
§. 8. Nickel.
§. 9. Eisen.
§. 10. Mangan.
§. 11. Chrom.
§. 12. Titan.
§. 13. Wolfram.
§. 14. Molybdän.
§. 15. Kobalt.
§. 16. Wissmuth.
§. 17. Blei.
§. 18. Zinn.
§. 19. Zink.
§. 20. Spiessglanz, Antimon.
§. 21. Arsenik.

Ausführlicher Inhalt.


Erstes Kapitel. Allgemeine Namen.

A. Mineralien, Fossilien.

Begreift Alles, was dem Steinreiche angehörig aus der Erde gefördert wird.

dhatu, tschakranamen im Sanscrit;—habyuna-khuna-sa-kyi-kamasa im Tibetanischen;—kong im Chinesischen;—meaden im Persischen;—moedeni, ricas, kani, kaejsur im Arabischen;—metchaphrono im Syrischen.

kopalny im Polnischen (von copak, graben), daher kopalnia der Bergbau, kopalnopismo die Mineralogie; i krolestwo rzeczy kopalnych ist das Steinreich;—kow im Czechischen, auch kopanina (das Gegrabene, von kopan graben);—kopalnic auch rudouina im Windischen (Krain); —kopaonik im Slavonischen (von kopati graben);—rudarski im Croatischen.

mein im Gälischen (heisst auch die Grube), daher meinneolas die Mineralogie, meinearach der Mineralog; auch cloddydd (von clod der Stein, cloddio die Grube);—maen im Wälschen (ist auch der Stein);—mineralia im mittelalterlichen Latein;—mineral im Englischen, Französischen, Spanischen, Portugiesischen und Teutschen;—minerale im Italienischen;—mineraal im Holländischen und Dänischen;—mineralier im Schwedischen.

μεταλλα im Griechischen (von meiteal im Gälischen das Erz), auch ορυκτα, das Gegrabene (woher Oryktognosie);—ορυκτον, σκαφτον im Neugriechischen;—metatta im Lateinischen auch fossilia (von ffosi graben im Wälschen, ffos die Grube).

B. Erde.

Hier vorzugsweise, im Gegensatze von Stein, das Lockere, nicht Feste. Im Speciellen unterscheidet man: staubige Erde (mo im Schwedischen), trockene (mull) und fette oder thonige (lera).

ty, tu, thou im Chinesischen, ngan ist Staub;—sa im Tibetanischen;—zi im Japanischen;—na im Mandschu; nai im Malaiischen;—gasar, gadsar im Mongolischen;—tanah im Javanischen;—tui im Samojedischen;—myg im Ostiakischen;—ma, mua, muld im Finnischen (woher wohl mo, mull im Schwedischen);—erthe, ierd, irth im Alt-Finnischen;—ma, mag im Wogulischen;—föld im Magyarischen.

mira, musa in den kaukasischen Sprachen;—mitza, gim im Georgischen.

ir, yirda im Tartarischen;—jer, jerda, er, erez im Türkischen;—scher im Kirgisischen;—ser im Tschouwassischen.

kah, kahi, ertosi im Koptischen, uan ist Staub;—mydr im Aethiopischen;—maret, im Abessinischen;—midra, medhro, ge, gi, artho im Syrischen;—erez, adamah, pich, gusch im Hebräischen, aphar ist Staub;—erez, ara, artha im Chaldäischen, abka ist Staub;—erz, airdhi, rems, tarb, torab im Arabischen;—ard im Maltesischen;—ard, hagh, jergir im Armenischen;—er, ar, erri im Baskischen;—

γη, γαια im Griechischen (mag mit ge im Syrischen oder mit einem verwandten Worte im Phönizischen zusammenhängen);—γη, χωρα im Neugriechischen.

semlä im Russischen;—semla im Windischen;—zemlya in Croatien;—zema im Sorbischen;—semja im Wendischen;—ziemia im Polnischen;—zeme im Czechischen und Litthauischen;—zemglja im Bosnischen und Ragusanischen;—sema im Lettischen;—glina im Serbischen.

tir, daer im Wälischen, pridd ist Dammerde, maran ist Marsch, vom Meere abgesetzt;—ter, tir, daer im Gälischen;—daor im Bretonischen, auch ter, das veraltet ist, sich aber in Zusammensetzungen findet; terra im Lateinischen Italienischen, Portugiesischen;—terre im Französischen;—tierra im Spanischen.

airtha, eard im Gothischen;—erthe, jerd, irth im Alt-Friesischen, mull ist staubige Erde;—earth im Englischen, dust ist Staub;—eordhe im Angelsächsischen, myll ist Staub;—aert im Flammländischen;—aard im Holländischen, mul ist Staub;—herda im Alt-Fränkischen und Allamannischen;—jord, joerd im Isländischen (wie jerd im Alt-Finnischen), mold ist Staub;—jord im Schwedischen und Dänischen, mo, muld, mull ist Staub (wie im Finnischen).

pament im Walachischen, prafu ist Staub;—de, stere im Albanischen.

C. Stein.

(Zu vergleichen ist der Artikel: Kieselstein.)

chi, che, sce, schi, chap im Chinesischen (pan ein grosser Stein, kiang ein kleiner harter, lien, ly-tso ein roher, hing ein Mühlstein, king ein klingender, tchu ein rother Stein);—rdo, to, rdo-ba, kar, gora-mia im Tibetanischen;—batu, arang, wato im Malaiischen;—watu im Javanischen;—ouche, dschalo im Tartarisch-Mandschu;—tscholon im Kalmückischen;—ujarak im Grönländischen;—poinah, jola, hyma im Tungusischen; tu, tol in [im] Koreanischen;—itsi im Japanischen;—is im Permischen; pü, pai, po, pyl, phi, fualla im Samojedischen;—guwwen, guvien im Korjäkischen;—poina im Kurulischen;—kual im Kamtschadalischen.

kiwi, kü, tschiwi im Finnischen;—kiwwi im Esthnischen;—kiw, keu, kewu, py im Ostiakischen;—kow, achtys im Wogulischen;—kallia im Finnländischen;—kedke im Lappischen;—kowa, kö, keü im Magyarischen.

kwa, kua, kach im Georgischen;—kara, kera, miwweh im Tscherkessischen;—kara, gul, hizo, teb, izo in den übrigen kaukasischen Sprachen.

tasch, kar im Tartarischen und Kirgisischen;—tasch, chas, aeghiar im Türkischen, ejjer ist harter Stein, qaja Fels.

khar, kuar, gadskhar, ljear im Armenischen.

onr in der alten aegyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;—one, ene, al im Koptischen;—ibn im Abessinischen und Aethiopischen, kekuh ist Fels;—ehena, danegaja, baledete im Amharischen, mefetche ist kleiner Stein, marege Fels;—eben im Hebräischen, keph, zur ist Fels;—eben, perid, peririn im Chaldäischen, pesiphas ist kleiner Stein, tinar, zunm ist Fels;—abhno, kefa, kiph im Syrischen;—itsa, hagr, hadschar, hygiar, rockhan, daeka, düsta im Arabischen, zolaat ist glatter Stein, narval weisser Stein, lachfat ist weicher dünner Stein, radal, car Fels, dschebel Berg;—hhagar im Maltesischen;—adgragr, kitla im Berberischen und Kabylischen;—klugi im Dungulischen;—emmenick im Tigrisischen (Nordafrica).

açman, çila, kalla, prastara, patharo, kascha im Sanscrit, giri, mali ist Fels;—pathara im Bengalischen;—sung im Hindu, gara, khara ist Fels;—galle im Singhalesischen auf Ceylon;—kallou im Malabarischen;—lochou im Nepalischen.

djerera in Pehlvi;—char, khara, pad, senk im Persischen, senkin ist steinern;—senk im Bucharischen,—kani im Afghanischen.

akmen, akmins im Litthauischen (wie im Sanscrit);—akmins im Lettischen, akmins kalns ist Fels;—kamen im Russischen, Czechischen, Croatischen, Windischen, Illyrischen, Bosnischen, Slawonischen, skala ist Fels;—kaman im Dalmatischen, kars ist Fels;—kam, kammen im Ragusanischen;—kamien im Polnischen, kamioka sind Steinarten, orcel, orcla der Bruchstein, cale überhaupt das Gestein unter der Erde, fliza die Fliesse.

arri, arria, harria, arcanta im Baskischen, arroca ist Fels, auch acha, aitza, arcaitza.

chalitz (ob mit cal im Gälischen zusammenhängend?) auch gkur, zourre, sourre im Albanischen;—piatrè, petra im Walachischen, bolavan ist Fels.

maen, careg im Wälschen, caregan ist ein kleiner Stein, maenaid steinig, maen gwerthfawr ein werthvoller Stein, maen melin ein Meilenstein, llech ein platter, schiefriger Stein, craig ist Fels, carn Fels, auch Steinhaufen, daher wohl in der Schweiz kar, karre für Fels;—maen, mein (woher mine im Französischen), auch lach, lech, crag im Bretonischen, meingle ist Steinbruch, roch Fels (woher roche im Französischen);—clach, cal, gal, cled, cloch, bil, balon, baleyn, felyen im Gälischen, cloiche ist steinig, leac ein platter Stein, fly, flynt ein harter feuerschlagender Stein, cleddiwig ist Steinbruch (carreria im Schottischen), carr (daher carriere im Französischen), roc, craig, agaun (wie agaunum im Alt-Gallischen) ist Fels, tur hoher Berg (daher Tauren im Schweizerischen).

λιθος im Griechischen (wohl zusammenhängend mit leac, llech, lach im Keltischen, woher auch lapis), ferner λαας; (wie das keltische clach), selten στια, στιον (ähnlich wie im Gothischen), ψηφος ist kleiner Stein (wie das chaldäische pesiphas), πετρος ist Fels (wie petra im Walachischen);—χαλικι (wie im Albanischen), auch πετρα im Neugriechischen;—

peiro im Provençalischen;—pierre im Französischen, auch cailliou (von cal), roche ist Fels;—piedra im Spanischen, auch laxa (von lach im Keltischen), roca, serra ist Fels;—pedra im Portugiesischen, rocha ist Fels;—pietra im Italienischen, rocca ist Fels.

stain im Gothischen;—stein, steiern im Isländischen, rock ist Fels;—stan im Angelsächsischen;—sten im Schwedischen, fjallsten, field ist Fels (ob vielleicht aus dem Finnischen?);—steen im Dänischen, klintsteen ist Fels;—steen im Holländischen, rotssteen ist Fels;—stien im Alt-Friesischen;—stain im Alt-Teutschen, ullins ist harter Stein (vielleicht mit flynt zusammenhängend);—stone im Englischen, rock ist Fels (beym englischen Bergmanne heisst das feste Gestein carrack, quarr, wohl von car im Keltischen).

D. Juwel, Edelstein, Gemme.

tschendju, vou-fou, tche-kü im Chinesischen; po, pou ein rother Edelstein; chao, chao-pao, chao-yo, kieou ein schöner Edelstein; mo, lo, min, jen, yng, tsin, tse, yao ein Stein, ähnlich den Edelsteinen; fou, ein Stein schlechter als ein Edelstein; hiay ein schwarzer Edelstein; ly, lieou ein durchsichtiger Edelstein; tsching, vou, tou, lang Edelsteine den Perlen ähnlich; yeou, ngo, ky, kouen weisse Edelsteine; yang, hia fleischfarbige; nao, mano weiss mit schwarzen Adern; py blau und durchsichtig; men, fang, hiang rothe Edelsteine;—rdo-rye-badsa, rina-po-ehhe, nora-pu im Tibetanischen, auch muddi und mani (wie im Sanscrit);—kou, fiaham, koufiahan im Tartarisch-Mandschu.

mani, prastara im Sanscrit, auch upala, opala (mit Opal zusammenhängend);—gahana in Bengalen, auch dschouhara (wie im Persischen), dschouhari ist Juwelier;—manikan im Malaiischen.

kallis kiwwi im Esthnischen;—draga kö, gyongy im Magyarischen;—agn, markarid im Armenischen.

aann, anm in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;—anamei, one-emme, oni, emmei, bnooni im Koptischen;—enku, baheri im Aethiopischen;—ebem jekarah im Hebräischen; puch ist Schmuck, migdanoth, peninin kostbare Waare, Pretiosen;—juhadin, joharin, gmar, aban, taba im Chaldäischen;—dabho, margenijath im Syrischen.

giauher, gewher, jöhar, gewahir, javakit, farid im Arabischen; hadschara muthammana in der vulgären Sprache; giohari, giauhari, geuheri der Juwelier (auch im Türkischen und Persischen gebräuchlich), nadhm aldschanaber, nadham aldorara, nethraldorrt ist Schmuck, eine Reihe von Juwelen;—gavhar im Maltesischen;—kimetlii tasch, eska, gieuher, dgiauler, dschewahir im Türkischen;—gawher im Bulgarischen;—gioahr im Kurdischen;—kyimelii tus, ghiauher, gewher, dschewher im Persischen; pure ist Schmuck.

dragnzjennoi kamen im Russischen;—drahy kamen im Czechischen, Slowakischen, Illyrischen;—drogi kamien im Polnischen;—dragi kameni im Windischen, auch shlaten-kamen;—dahrgs axmins im Lettischen;—akmenelis brungus im Litthauischen.

bertaria, bertistea im Baskischen (von bert schön und ar Stein);—pietra cinstita, pietri scumpe im Walachischen, olor ist Kleinod;—gourre te pa tsmouare im Albanesischen.

gem, glain, maen gwerthfawr (werthvoller Stein), auch ceinion, ereiries (Juwel) im Wälschen, gemydd ist Juwelier, auch ceinionydd;—gem, geam, cloch-buaidh im Gälschen, auch uige (Juwel), usgar, seud, seudraid; gemmyd, seudair, seudachan ist Juwelier;—gowdy im Schottischen. γεμμα, τριγληνα im Griechischen;—ιθαρι, πετραδι, ατμητη πετρα im Neugriechischen;—gemma im Lateinischen;—jivia im mittelalterlichen Latein das Juwel (von uige im Gälischen);—gemme im Italienischen, auch gioja, gioies das Juwel, giojelliere der Juwelier;—gemme, pierre pretieuse im Französischen;—joyau ist Juwel, joaillier der Juwelier;—gems im Englischen; jewell das Juwel, jeweller der Juwelier, gimma, stan searo im Angelsächsischen;—gimsteiern, edalsteiern im Isländischen;—gimstein, aedelsteen im Schwedischen;—juwel ist Juwel;—edelsteen, juwel im Holländischen;—piedra pretiosa im Spanischen, joyel ist Juwel; joyelero der Juwelier, pedras pretiosas im Portugiesischen.


Zweites Kapitel. Gemmen und Verwandtes.

§. 1. Diamant.

Er ist der härteste Stein, hat das meiste Feuer (den höchsten Glanz), kommt aus Indien und Brasilien, dient vorzugsweise zum Schmuck, zu Schleifpulver, zum Schneiden des Glases u.s.w. Um das Feuer zu erhöhen, schleift man ihn gewöhnlich, und unterscheidet nach Art des Schnittes (der Form, die aus dem Schleifen hervorgegangen ist): Brillanten (wo viele Reihen regelmässiger Facetten so liegen, dass sich das Farbenspiel des Glanzes am schönsten darstellt), Rosetten, Tafelsteine u.s.w. Die Diamanten sind meist wasserhell oder grau, doch giebt es auch gefärbte, die aber der Juwelier meist mit andern Namen belegt. Man hat a) wasserhelle oder graue Diamanten, b) grüne, welche von den Juwelieren meist orientalische Smaragde genannt werden, c) rothe, d) gelbe, e) blaue, f) schwarze.

In den Edelstein-Wäschereien kommt häufig Magneteisenstein vor, der mit dem Diamanten gleiche Grösse und Kristallform hat, den schwarzen Diamanten oft sehr ähnlich ist, daher mag es kommen, dass in vielen, besonders orientalischen Sprachen (auch im Lateinischen) Diamant und Magneteisenstein mit gleichen oder ähnlichen Namen belegt werden.

kin-kang-chy, auch pa-tche-lo im Chinesischen;—

wadjira im Mongolischen;—wadjra, rdo-rye-pha-lama, auch rdo-rye-badsa (was auch Scepter, Donnerkeil, Edelstein heisst) im Tibetanischen;—intam, itam im Malaiischen;—itam im Malagarischen.

elmas, mas im Türkischen, kybrys elmasi ist der gelbe Diamant;—almas im Kurdischen;—almas, mas, elmas, hegerüs sejatjum im Arabischen; Taifaschi bemerkt in seiner Mineralogie: dass der almas stets in gleichwinkligen Gestalten vorkomme und seine Bruchstücke steis dreyeckig seyen; Arten führt er nicht an, aber bey dem smaragd-ähnlichen Steinen, erwähnt er den elmazet (was der Pluralis von elmas seyn wird) als von der Härte und Schwere des Diamanten.—ihn admas im Aethiopischen;—odomos im Syrischen, adamusojo ist diamantartig;—sabholon, sampirinon, samprin im Chaldäischen.

adamand im Armenischen, auch agn d.i. Edelstein; andamnant ist Magneteisenstein;—giement, gyemant, dijemanth im Magyarischen.

hira im Sanscrit, auch hiraka, wadjra, wadshra; ferner açira (d.i. unzerstörbar), abhedja (unspaltbar), wararaka (vorzüglicher Krystall), lohadshit (Metallbesieger), sutshimukha (Nadelmund), eine schlechte Art heisst radschapatta, radschapartta;—hira, hiraka in Bengalen;—iraa, iri, itas im Hindu; ira bey den indischen Diamantgräbern. In den Diamantgruben Indiens, besonders in Sumbhulpuru, wo ziemlich die meisten Diamanten gewonnen werden, theilt man sie ihrer Qualität nach in 4 Classen, welche mit den Hindu-Kasten gleiche Namen führen, in a) bramin, brahma, den wasserhellen, b) tschetter, chetra, den gelben, c) wassier, vysca, den nicht hellen, d) tschadrie oder sudra, den grauen; in manchen Gegenden unterscheidet man: a) montichul den ganz reinen, b) mank, den grünlichen, c) patanna, den röthlichen, d) bunsput, den dunkelgefärbten.—Der grösste Diamant ist der kohi-nur, das ist Lichtberg, im Besitze des Ranjet Singh in Lahore; er hat die Grosse und Form eines Hühnereies, ist rein, weiss und von ausserordentlichem Feuer.

mas, almas im Persischen; man unterscheidet: a) den wasserhellen, b) den pharaonischen, c) den olivenfarbigen, d) den schwarzen, e) den feuerfarbigen, f) den rothen, g) den grünen.

arturguina, diamantea im Baskischen.

almase, alsmas im Russischen;—dyament im Polnischen, paragon ist ein grosser Diamant;—dyamant im Czechischen;—djemant im Krainischen;—diamant im Slowakischen und Illyrischen;—gyemant, gemant im Croatischen;—deemants im Lettischen;—temanti kiwwi im Esthnischen.

diamantu im Walachischen;—diamant im Albanischen;—diamant im Bretonischen;—adamant, daoimean, auch leug chruaidh riomback im Gälischen;—αδαμας im Griechischen, der Name mag, vielleicht durch die keltischen Pelasgier, von den Armeniern entlehnt seyn, durch welche der Edelsteinhandel vermittelt seyn wird;—in ältester Zeit hiess αδαμας auch der härteste Stahl, αδαμαντινος stählern, αδαμαντος unbezwinglich, was vom Diamant entlehnt seyn mag;—διαμαντε im Neugriechischen;—adamas indicus der Römer; die andern Arten der Gattung adamas gehören zum Magneteisenstein; der androdamus ist Arsenikkies, der ziemlich gleiche Krystallform hat;—diamantes, auch amas im mittelalterlichen Latein.

demant im Isländischen und Holländischen (hier auch divelsten);—adamant im Alt-Hochteutschen (auch demuth);—diamant im Plattteutschen, Dänischen, Schwedischen; diamond im Englischen; aymant im Alt-Französischen; diamant im Französischen (die grossen nennt man paragones, die natürlichen Octaeder pointes natives, die brillantirten: brillants (von briller glänzen), das derartige Schleifen ist brillanter);—diamante im Spanischen (iman ist Magneteisenstein); diamante, dimao im Portugiesischen (naiffos sind die natürlichen Octaeder); diamante im Italienischen.

latschopar in der Zigeunersprache.


§. 2. Perlen.

Obwohl die aus der Perlmuschel stammenden Perlen ein Produkt des Thierreiches sind, so gehören sie doch mit den Edelsteinen zu den Juwelen, wurden seit den ältesten Zeiten technisch mit jenen verbunden, weshalb es räthlich seyn dürfte, ihnen hier einen Platz zu gönnen. Die Perlen kommen vorzugsweise aus dem indischen Meere; die grössten nennt man Paragonperlen, die ungleicheckigen barogues, die ganz kleinen Zahlperlen im Spanischen aljofar und rostrillo.

ty, ty-ly, tchu, tchin-tchu im Chinesischen, ky ist die ganz runde;—nitchoouhe im Mandschu, tana ist eine besondere Art;—mouti im Tibetanischen.

draga-gyöngy im Magyarischen.

indgii, indshi, indschu, auch murvarid im Türkischen.

moravarid, auch lulu, lauali, tovamijjat, saffanat, chaudat, dschauhar, dschauharon im Arabischen; man unterscheidet: a) dorr, dorat, dart, grosse Perlen; b) laular kleine Perlen, dschomann, gioman durchbohrte; c) charidat, kharida undurchbohrte Perlen; laal ist der Verkäufer von Perlen; machschalab ist ein den Perlen ähnlicher Stein.

dar im Hebräischen (ähnlich wie dur im Persischen) auch gabisch;—bojel, bejeno, auch margonitho im Syrischen;—margal, maregale im Chaldäischen;—baherej, bahario im Aethiopischen (von dem Fundorte bahhrain im persischen Meerbusen);—djohar im Szaukischen (Nord-Afrika);—anamei im Koptischen (eigentlich Juwel).

markarid im Armenischen.

mandschara, induradna im Sanscrit, auch mani (d.i. fleckenlos, was auch Edelstein heisst), mandarita (d.i. die reine, woher wohl markarid, margarita u.s.w. stammen mögen) und ratna (d.i. beliebt);—moti im Hindu (cheripo, changuo ist die Perlenmuschel);—mukta im Bengalischen;—multu im Malagarischen.

pille, palle in der indischen Provinz Tennasserim.

kasperz im Pehlvi;—merwarid, marvarid im Persischen, auch goher und jek-daneh (d.h. das einzige Korn, woher durch Uebersetzung das lateinische unio entstanden seyn kann). Man unterscheidet: a) dur, grosse Perlen (wie im Arabischen), [ b) ] lulu, kleine Perlen (wie im Arabischen); lului heisst der Perlenverkäufer;—markreitas im Gothischen.

margarita, merjeritarju im Walachischen;—margaritar im Albanischen;—myrierid, myrieriden im Wälschen;—perlen im Bretonischen;—pearl, neamhnaid, neamhuinn, neonaid im Gälschen;—eistr im Bretonischen, oisier im Gälischen ist die Perlmuschel.

μαργαριτης (wohl aus dem Albanischen und Armenischen) im Griechischen, auch μαργαρις, μαργελλιον, μαργηλις (wohl aus dem Chaldäischen); μαργαριταρι im Neugriechischen; χαλαζα im mittelalterlichen Griechisch;—margarita im Lateinischen, auch unio (vielleicht aus dem Persischen übersetzt), lapis erythreus, lapis indicus.

perla, schemtschuschina im Russischen;—pereleczka, perla im Polnischen;—perlicka, perla im Czechischen;—parlka, parla im Sorbischen;—pehrle im Lettischen;—parla im Wendischen;—pirel im Krainschen;—perl, biser im Windischen;—biser im Bosnischen und Ragusanischen;—biszer, auch gyungu im Croatischen und Dalmatischen;—pehrlit im Esthnischen.

berille, berala, perala, marigrozz, merigricz im Alt-Hochteutschen;—mergriez im Mittel-Hochteutschen;—merigriota im Alt-Sächsischen;—meregreot, pearl im Angelsächsischen (wohl aus dem Wälschen);—berel im Nieder-Sächsischen;—perla im Isländischen;—pärla im Schwedischen und Dänischen;—pearl, perel, parel im Holländischen;—perla im Italienischen und Spanischen, hier auch margarita; aljofar sind die kleinen Perlen; perle im Französischen, früher auch bacée, baceys;—perlyn im Wallonischen;—pearl im Englischen;—perola, aliosar im Portugiesischen.

Anhang.

Perlmutter, die Schaale mancher Conchylien, die zu Schmuckgegenständen dient.

kaupang im Malaiischen (eigentlich die Perlmuschel);—sedef im Türkischen;—sadaf im Arabischen;—dar im Hebräischen.

ζαμυψ, ζαμβοξ im mittelalterlichen Griechisch;—κογλυλη im Neugriechischen;—lasztura im Croatischen;—perlowa malka im Czechischen;—perlenova matiza, auch bisesski saklopnjak im Windischen;—perlumodir im Isländischen;—perlemor im Holländischen, Schwedischen, Dänischen;—nacre, nacre de perle im Französischen;—nacar de perlas im Spanischen;—madreperla im Italienischen;—mother of pearl im Englischen.


§. 3. Rothe Gemmen und verwandte Steine.

A. Unsere mineralogische Gattung.
Korund (Telesie, Corindon) mit den edlen Arten Rubin (roth), Sapphir (blau), so wie den unedlen Arten Demantspath und Smirgel.

a. Korund oder Sapphir im Allgemeinen.

Der Juwelier unterscheidet, als ganz verschiedene Edelsteine, nach den Farben: 1) Rubin (hellroth), 2) Balais oder Rubin balais (blassroth), 3) orientalischer Topas (gelb), 4) orientalischer Smaragd (grün), 5) Sapphir (schön blau), 6) Luchssapphir (dunkelblau), 7) Wassersapphir (hellblau und wasserhell), 8) Sternsapphir (mit einem sternartigen Scheine); aber in der neuern Zeit ist festgestellt: dass mineralogisch alle diese Edelsteine nur Arten Einer Gattung sind, gleiche Krystallform, Härte, Schwere und chemische Bestandteile haben, auch, dass sich diesen als unedlere Arten noch anschliessen: theils der indische Demantspath, theils der körnige Smirgel, welche als die härtesten Schleifpulver allgemeine Verbreitung haben. Die Mineralgattung hat verschiedene Farben, von denen Roth und Blau die häufigsten sind, am meisten geschätzt werden.

Im Oriente begriff man seit alter Zeit alle diese verschieden gefärbten Steine in einer grossen Gattung mit dem Namen Jakut, dem Hyacinthos der Griechen; daher stammt unser Name Hyacinth, den wir auf eine ganz andere Mineralgattung übertragen haben (auf den gelbrothen Zirkon), und wohl wäre es zu wünschen, dass wissenschaftlich der Name Hyacinth seine alte richtige Bedeutung wieder erhielte, diejenige Gattung bezeichnete, die wir jetzo Korund nennen. Als Hauptkennzeichen des Jakut führt der arabische Mineralog Taifasachi (der zwar im 13. Jahrh. lebte, sich aber auf ältere Mineralogien gestützt haben wird) an: dass er, mit Ausnahme des Diamantes, alle andern Steine ritze, nur von Diamanten geritzt werde und specifisch schwerer als die andern Gemmen sey.

Jakut im Malaiischen; Jakut und Joacht im Türkischen; man unterscheidet: a) kyzyl, den rothen; b) giök, den blauen; c) ak, den weissen; d) sary, den gelben.—Joachet im Tartarischen;—Jakut im Arabischen, auch elhum-muri [or: elhummuri], el giohar (der Edelstein), el asgiad genannt; hier unterschied man: a) achmaru und kyrmyzy, den rothen; b) azfaru, den gelben; c) samandschunijj oder esmanagiuni, auch sary und asrak genannt, den schwarzblauen; d) den blauen; e) abjadu, den weissen oder wasserhellen;—Jakent im Abessinischen, wo man unterscheidet: kajeh, den rothen, tzalin, den blauen;—Jakudno, aikantum im Syrischen;—Dijakint im Chaldäischen (der jarukt, jarok, jarket wird wohl fälschlich mit topazius übersetzt, dürfte hierher oder zum gelben Korund gehören);—najude im Amharischen könnte hieher gehören;—Jakut, Yaachet, Yankot im Persischen; hier unterscheidet man: a) den rothen (Rubin); b) den gelben (Topas unserer Juweliere); c) den dunklen (Luchssapphir); d) den weissen (Wassersapphir), e) den grünen (Smaragd unserer Juweliere), f) den blauen und rauchfarbigen (Sapphir); ferner den Adschemi natürlich krystallisirten und den mensu oder geschnittenen;—Jakut im Kurdischen, mit: keli dem rothen und schin dem blauen.

Jakinth im Armenischen; Hiatzinthos im Magyarischen;—

Yachante, Jachont im Russischen;—Jacinth im Illyrischen.

ὑακινθος[1], hyacinthus im Griechischen und Lateinischen, begriff die oben erwähnten Arten; man unterschied: a) roseus, den rothen, b) thalassites, den grünen, c) nativus (wohl der wasserhelle), d) channiaeus und perileucos (mit dunkelm Kern); hierher wird auch gehören der granatus, eigentlich hyacinthus granatus.

[1] Das Wort wird zunächst wohl von den Armeniern entlehnt seyn, die den indischen Edelsteinhandel in den Händen hatten; übrigens heisst ὑακινθος im Griechischen die Purpurfarbe, unser Violet, die aus der Purpurschnecke (helix jantina) gewonnen wurde.

ὑακινθος im Neugriechischen.

Jachant, Jacint im Alt-Hochteutschen.

In Indien sind die hierher gehörigen Edelsteine am bekanntesten, gleichwohl finde ich keinen dessfalsigen allgemeinen Gattungsnamen. Im Sanscrit ist der garud ein kostbarer Edelstein von theils blauer, theils grüner Farbe; der Name hat Aehnlichkeit mit Jakut, aber auch mit zmerud (Smaragd), und Wilson übersetzt ihn mit Smaragd; opala im Sanscrit bedeutet eigentlich Edelstein im Allgemeinen, aber man kann den Namen auch vorzugsweise für unsern Korund gebraucht haben, denn man unterschied: conitopola, den rothen, patalopala, den blassen, nilopala, den blauen.

Im Tibetanischen finde ich auch keinen besondern Namen für die Gattung im Allgemeinen; es wäre möglich, dass mya hierher gehörte, inya mea der rothe, mya raena phyina der blaue Korund wäre.

b. Unser Rubin.

Unser Rubin der Juweliere, d.i. unser edler, rother Korund oder Sapphir der Mineralogen, ist der rothe Jakut der Orientalen. An Abänderungen kann man unterscheiden: rosen-karmesin-koschenille-karminrothe, ferner dunkelgefärbte und blasse, welche letztere auch als Balais, Rubinbalais, Rubicell, Rubacel, Rubasse bezeichnet werden; die koschenille oder morgenrothe Abänderung nennen die Juweliere auch wohl hyacinthe oder vermeille orientale, die bläuliche aber amethyste orientale; der halb rothe, halb blaue heisst sapphir rubis.

Der Name Rubin kommt nicht im Alterthume und Oriente vor; erst im Mittelalter, (um das Jahr 1300) findet sich der Name rubisus, rubies, robinus; woher derselbe stammt, ist zweifelhaft, ob von dem persischen rutbi, der eine Art des benefch war (s. diesen), oder von der rothen Farbe (ruber im Lateinischen, rudhir im Sanscrit, rhudd im Keltischen und ähnlich in den meisten Sprachen). Der Name balais, Rubinbalais stammt von balaschsch der Araber (s. balchasch), der unser Spinell gewesen seyn wird.

Po-ma-lo-kia im Chinesischen; moey heissen die rothen Edelsteine im Allgemeinen.

manikja im Sanscrit, auch padmaraga (d.i. lotosfarbig, rosenroth), mahamulga (kostbarer Stein), patalopala (blassrother Edelstein), arunopala (dunkelrother), conitopala (rother), lohito (der rothe), conaratna, tanariratna (Sonnenwedelstein), kuruwilla, kuruwilwa, kuruwinda, lakshmipusha; alle diese—meist wohl dichterische—Namen übersetzt Wilson in seinem Wörterbuche mit Rubin, doch mögen auch hierunter andere rothe Edelsteine begriffen seyn, die mit kuru anfangenden Namen erinnern an Korund, korundun in Indien.

Im Tibetanischen finde ich im Wörterbuche von Körös keinen Namen für Rubin angeführt, obwohl man den Stein sehr wohl kennen muss; vielleicht gehört hierher mani (Edelstein), wegen des Zusammenhanges mit manik, auch mya-mena-phyena ein rother Edelstein.

manik, manika, auch tokes im Hindu;—manika, manikya, auch malia mülya (d.i. von hohem Werthe), padmaraga, padmaragamani im Bengalischen;—manikan, padma, padam im Malaiischen;—pata-mra im Malabarischen, auch kyaokoi (d.i. Rothstein) und elinges chogeppi;—lankaratte im Ceylonesischen.

Jakut der rothe im Persischen, mit den Abänderungen: a) wiridi, der rosenfarbige, b) erghiwani, der purpurfarbige; c) behremani, behremen, behreman, der gelbrothe, und diess ist jetzo im Persischen der gewöhnliche Name für Rubin im gemeinen Leben;—d) lami, der fleischfarbige, e) remani, der granatapfelfarbige; f) sumaki, der porphyrrothe (als sumaki bezeichnet man jetzo im Arabischen, Persischen und Türkischen auch den Granat und ähnlich gefärbte Steine).

Jakut kyzil (der rothe) und kyruizigi im Türkischen, auch aghdagi (zumbel wird auch mit hyacinthus orientalis übersetzt);—Jakut keli im Kurdischen;—Jakut achmara oder kyrmyzi im Arabischen, mit den Abänderungen: a) vardijj, rosenroth, b) chamrijj, purpurfarbig, c) achmaru tief roth, d) bahraman, vom schönsten Roth; Jakent kajeh im Abessinischen.

kachale im Chaldäischen (erinnert an kajeh im Abessinischen), auch samkan, simuka, simukta hängt wohl mit sumaki im Persischen zusammen.

aikantum, im Syrischen;—najude im Amharischen.

Jakinth, auch gaboudai im Armenischen;—ὑακινθος ῥοσιος im Griechischen;—ὑακινθος, auch ῥουπινε im Neugriechischen;—hyacinthus roseus der Römer, auch wohl hyancinthus granatus (d.i. der körnige, wohl wegen des Vorkommens in Körnern); der lichnis, lichnitis (λιχνιταριον im Mittelalter) gehört hierher oder zu unserm Hyacinth (s. Zirkon);—Jacinth, der brennende (d.i. der hochrothe) im Altteutschen, von dem man den bleichen unterschied.

Jachont krasnoi (von krasni roth) im Russischen, auch lal und wostotschoi roubine;—zargelgenak im Croatischen, czarlyenak im Ragusanischen;—rubin im Polnischen, Czechischen, Windischen.

rhuddem (von rhud roth und gem Edelstein) im Wälischen;—ruiteachan im Gälischen;—rubint im Magyarischen;—rubi im Spanischen;—ruby im Englischen;—rubin im Teutschen, Dänischen, Schwedischen;—rubis im Französischen;—rubino im Italienischen;—robyn im Holländischen;—rubi, rubin im Portugiesischen;—man unterscheidet hier den blassen balais und den brennend rothen espinel.

c. Unser Sapphir.

Unser Sapphir oder der blaue edle Korund, bloss durch die Farbe vom Rubin verschieden, ist der blaue Jakut der Orientalen, besonders in den semitischen Sprachen. Als Abänderungen unterscheiden wir: berliner-, schmalte-, indig-, lasur-, lavendelblauen und schwärzlichblauen, welcher letztere auch Luchssapphir genannt wird. Die Juweliere begreifen auch andere blaue, ähnliche Steine unter diesem Namen, besonders den Peliom und schwarzblauen Spinell (Zeilanit oder Pleonast). Manche Steine haben 2, auch 3 Farben, blau, roth und weiss.

In den neuern Sprachen heisst der blaue Jakut Sapphir; der Name stammt aus dem Alterthume, von sappir, sappheiros, womit man unsern blauen Lasurstein bezeichnete (s. diesen), von dem er, bey Entwickelung der neuern Mineralogie, irrthümlich entlehnt wurde. Zu wünschen wäre es, wenn das Wort, seiner jetzigen Bedeutung nach, in der Büchersprache unterdrückt werden könnte.

nila im Sanscrit (d.i. der blaue), auch nilamana (blauer Edelstein), nilopala (blauer Edelstein), indranila (vom schönsten Blau) und litirana; wohl auch mahanila (das grosse Blau), radschanila (Königsblau) und marakanta (die fälschlich mit Smaragd, der grün ist, übersetzt seyn dürften);—nilamani, nilakanta im Bengalischen; nila candi im Hindu ist der halb blaue, halb rothe;—nilam, batu nilam im Malaiischen;—nila, nilam, nilaralmak im Malabarischen; nila candi ist der halb rothe, halb blaue;—nile im Ceylonesischen;—idnu nila im Tibetanischen, kann hierher gehören; podia soll der Sapphir im Hindu, nach denn Fundorte heissen.

Jakut der blaue im Persischen, mit den Abänderungen: a) askan, der lichtblaue, b) ladschwerdi, der lasurblaue, c) nili, der indigblaue, welcher Name offenbar aus Indien stammt;—Jakut schin (der himmelfarbige) im Kurdischen;—Jakut asungan (der himmelblaue) im Türkischen, auch jak, giok; auch der seljan kann hierher gehören;—Jakut samandschunijj im Arabischen, mit den Abänderungen: a) asraku, der licht-und himmelblaue, b) asuradijj, der lasurblaue; c) der indigoblaue, d) chochlijj, der dunklere, e) siftijj, der schwärzliche, der dunkler ist als isatis d.i. Waid.

schabsis im Chaldäischen wird mit Sapphirus übersetzt;—schaphuegna im Armenischen, auch Sapphira, vielleicht aus den neuern Sprachen entlehnt;—Jachont sinii, auch wischnewii im Russischen.

hyacinthos der Griechen und Römer, mit den Abänderungen: θαλασσιτης der meerfarbige; περιλευκος (wohl mit dunkelm Kern, oder weiss und blau); auch granatus venetus, der blaue. Wahrscheinlich wird auch der nilion hierher gehören, den Plinius 37, 35 erwähnt, dessen Name wohl indischen Ursprunges ist.

samfiru im Walachischen, sapeir im Gälischen, zafir im Magyarischen, sind wohl neuern Ursprunges;—saphir telesie, Corindonhyalin im Französischen, saphir im Englischen; sapphir im Dänischen; saffir im Holländischen; zafir, zafiro im Spanischen; saphira im Portugiesischen; zaffiro im Italienischen; zafir auch modralek im Czechischen; szafir im Polnischen; safir im Windischen.

d. Der grüne Korund oder Sapphir.

Er findet sich seltener als die erwähnten Arten, meist von lauch- oder grasgrüner Farbe, heisst bey den Juwelieren meist orientalischer Smaragd, emeraude orientale, im Englischen oriental emerald; bey grünlich blauer Färbung wird er meist aigemarine orientale, auch corindon brillin genannt, bey mehr hellgrüner Färbung peridot orientale.

Jakut der grüne im Persischen, ähnlich wohl auch in den semitischen Sprachen.

padje-padian im Ceylonesischen und Malaiischen.

Im Sanscrit kommen als grüne Steine vor: herimanni (grüner Edelstein), haritasma (grüner Stein), die mit esmerald oder Smaragd übersetzt werden, daher grüne Edelsteine seyn werden, Indien hat aber keine Smaragde; aus Aegypten kamen zwar dergleichen nach Asien, ob diese aber im Sanscrit erwähnt werden, bleibt zweifelhaft; möglich ist es, dass man unter jenen Namen unsern grünen Korund verstand.

e. Der gelbe Korund oder Sapphir.

Er ist von citronen-, joquillen- und strohgelber Farbe, zwar nicht so häufig als der rothe, findet sich aber zum Theil in grösseren Stücken als dieser, ist zuweilen halb gelb, halb blau. Die Juweliere kennen ihn unter dem Namen von orientalischem Topas, topaze oriental.

Jakut der gelbe im Persischen mit den Abänderungen: a) mischmischi der aprikosenfarbige, b) narendschi der citronfarbige, c) kahi der strohfarbige;—Jakut sari im Türkischen, was meist mit Topas übersetzt wird;—Jakut azfaru (der gelbe) im Arabischen, mit den Abänderungen: a) rakik, b) chalukijj, c) dschollaharijj der citronfarbige; d) el sanuri und el zeiti hiessen die schlechtesten Varietäten von hellgelber und bläulicher Farbe;—Jarukt, jarok, jaroka im Chaldäischen, übersetzt mit topazius, wird hierher, wenigstens in die Gattung jakut gehören; der birselin aber, auch mit topazius übersetzt, ist wohl Beryll.

puresjeragen und manikang kuning im Malaiischen, mit Topas übersetzt, ist wahrscheinlich gelber Rubin oder Korund.

pusperagon im Ceylonesischen, mit Topas übersetzt, wird auch hierher gehören.

Im Sanscrit kommen als gelbe Edelsteine vor:

pita (gelb), pita sara (gelbe Essenz), pitaspatika (gelber Krystall), pitasman (gelber Stein), pitamana (gelber Edelstein), guratna und gometaka, die mit Topas übersetzt sind. Indien hat aber gar keine Topase; die gelben brasilianischen und sächsischen Topase kann man nicht gekannt haben; die siberischen Topase, die man gekannt haben mag, sind mehr grün als gelb. Die erwähnten gelben Edelsteine können nicht wohl zur Mineralgattung Topas gehören, wohl gelber Sapphir (Rubin) gewesen seyn, vielleicht auch zum Theil Flussspath, zu dem der topazion der Alten gehörte;—pitaçna und gomedaka im Bengalischen, auch mit Topas übersetzt, gehören zu den erwähnten Sanscrit-Namen;—pitdah im Hebräischen, mit topazion übersetzt, hat im Klange des Namens vollkommne Aehnlichkeit mit pita im Sanscrit und wird derselbe Stein gewesen seyn.

f. Der Wassersapphir.

Ist ein wasserheller Korund oder Sapphir; sapphir blanc im Französischen, white sapphir im Englischen.

Jakut abjadu im Arabischen, mit den Arten: a) mahijj, ganz wasserhell mit vielem Feuer, b) dsichr, der harte, mit weniger Strahlung, der in geringem Preise stehet.

Jachont scheltoi im Russischen.

g. Der Sternsapphir.

Er ist ein bläulicher Sapphir, der geschliffen, im Innern mit einem, meist milchweissen, sechsstrahligen, nach allen Seiten beweglichen Sterne spielt. Bey den Juwelieren ist der Stein bekannt als sapphir étoilé, arterié, Sonnenstein, Sternstein. Manche Stücke haben nur einen gefärbten schillernden Schein, besonders auf der convex geschliffenen Oberfläche; das ist der korindon girasole, girasole sapphire und girasole der Italiener.[2] Im Russischen und Polnischen heisst er kamin gwiazdzisti.

[2] Girasole heisst im Italienischen Sonnenblume, die aber mit diesem Steine in keinem Zusammenhange steht.

In den orientalischen Sprachen habe ich keinen besondern Namen dafür finden können; aber man schleift auch im Orient den Sapphir nur selten. Im Persischen wird ein pfauenfarbiger jakut angeführt, der hierher gehören wird; die Araber haben ihn vielleicht unter ainol hur Katzenauge begriffen.

Bey den Römern war der garamantites oder der männliche sandaresus ein indischer harter Edelstein, mit inwendigen Sternen, vielleicht unser Sternsapphir (der weibliche war eine Sternkoralle), zu dem auch astrios (verschieden von asteria unser Katzenauge) gehört haben wird, der ein indischer Stein mit Sternen war; der beli oculus mit einem pupillenartigen Scheine, der in Assyrien dem höchsten Gotte geweihet war, kann hierher oder zum Katzenauge gehören, vielleicht auch die solis gemma und ceraunia.

h. Unser Diamandspath [Diamantspath].

Der Diamantspath oder gemeine Korund ist eine unedlere Art dieser Gattung, krystallinisch, undurchsichtig, von unreinen schlechten Farben, findet daher keine Anwendung als Schmuckstein, ist aber wegen seiner grossen Härte, das wichtigste Schleifpulver für Edelsteine, hierzu seit der ältesten Zeit in und ausserhalb Indien verwendet. Er findet sich ziemlich häufig in Indien, als Gemengtheil des Granites (besonders in dem Ghatgebirge), wie ohnweit Seringapatan, in Salem und andern Gegenden, auch häufig in China. Der chinesische hiess früher allein Diamantspath, der indische Korund, beide sind nicht wesentlich verschieden. Grenville in England machte 1784 den Stein näher bekannt, gab ihm den Namen Korund (nach dem indischen Namen) und deutete schon seine richtige Stelle im System an, welche Klaproth's Analyse bestätigte. Den chinesischen Korund machte Dr. Lind zuerst bekannt, nannte ihn adamantine spar (daher Spath adamantine, Diamantspath).

pou-sa im Chinesischen (ist eigentlich das Korund-Pulver).

korundum, koorum in Indien, auch korundum galla (d.i. Zimmtstein). Korundon sane heisst bey den Tamulen in Ostindien ein Schleifrad aus Korund und Harz bestehend, dessen sie sich viel bedienen. In Madras nennen die Engländer den Stein grindingspar d.i. Schleifspath.

Wie der Stein im Sanscrit heissen mag, ist noch nicht ermittelt, da, so viel ich weiss, das Wort Korund, oder ein Ausdruck dafür, in den Wörterbüchern nicht vorkommt. Der Stein Caniprija wird mit Smirgel oder Sapphir übersetzt, kann hierher gehören. Die Edelsteinnamen kuruwilwa, kuruwinda können vielleicht mit korundum zusammenhängen.

senbade im Persischen, so hart fast wie Diamant, wird Korund seyn; man unterscheidet zwey Abänderungen: a) röthlichen, b) bläulichen;—sumpara im Türkischen;—zembara im Kurdischen;—sambadasch im Arabischen, auch sunbadadsch, sunbadensch, sümpadeg, sübade, samur, semiris (woher Smirgel in den neuern Sprachen) war der Stein zum Schleifen der härtesten Edelsteine.

samphurgana, samaphuregana, schamira, schamir im Chaldäischen;—schamir im Hebräischen;—semiris im Syrischen;—σμιρις λιθος im Griechischen, den die Steinschleifer (dactylioglyphi) zum Schleifen gebrauchten.

Arena indica und aethiopica der Römer wird Korundpulver gewesen seyn; hieher wird gehören der braune indica von Plinius 37. 16 erwähnt, wohl auch der chalazias, wahrscheinlich ein indisches oder semitisches Wort.

gyemant kovats im Magyarischen;—almasnoi schpat im Russischen;—spath adamantine, corindon harmophane im Französischen;—spatho adamantino im Italienischen;—espato adamantine im Spanischen;—common corundum im Englischen.

i. Unser Smirgel.

Mineralogisch verstehen wir unter Smirgel nur den körnigen bläulichen unedlen Korund, den man in ganzen Felsmassen bricht, der die Härte der übrigen Arten dieser Gattung hat und in Europa als hartes Schleifpulver dient. Dieser scheint in Asien gar nicht vorzukommen, ist von daher wenigstens zur Zeit nicht mit Sicherheit bekannt, weshalb ihn die Orientalen nicht kennen werden. Wir beziehen ihn vorzüglich von der griechischen Insel Naxos (wo er bey Calamitzia Gänge in Glimmerschiefergebirge bildet), auch findet er sich in Sachsen und an mehreren anderen Punkten in Europa. Die älteren Mineralogen setzten den Smirgel seiner Schwere wegen zu den Erzen, meist zu dem Eisen; erst 1791 gab ihm Werner seinen richtigern Platz. Im gemeinen Leben bezeichnet man fast jedes Schleifpulver mit dem Namen Smirgel und belegt die aller verschiedensten Substanzen mit diesem Namen.

Die harte Art des lapis ostracites der Römer, die zum Schnitte der Gemmen diente, und die blaue Cadmites können hieher gehört haben;—das naxium der Römer kam nicht von der Insel Naxos, sondern von der Stadt Naxia auf der Insel Creta, diente zum Schleifen des Marmors und war ein gepulverter, geschlemmter Wetzschiefer.

clach-smior im Gälischen;—σμεριλιον im Neugriechischen;—naschdak, naidach im Russischen;—szmergiel, szinergiel im Polnischen;—shelesnast kamen im Windischen;—smergel in [im] Magyarischen;—emeril corindon granulaere in [im] Französischen;—esmeril im Spanischen und Portugiesischen;—emery im Englischen;—smeriglio im Italienischen;—amaril, smergel im Holländischen, Dänischen, Schwedischen.

B. Die dem Jakut oder Korund verwandten Edelstein-Gattungen der orientalischen Schriftsteller, die wir noch nicht mit Sicherheit zu deuten wissen.

a. Der laal, balchasch, balax, balais.

Der laal[3] auch le-el im Persischen ist ein sehr harter Edelstein mit dem Glanze des Jakut und einer grossen Farbensuite, denn man unterscheidet: 1) den rothen laal mit folgenden Abänderungen: a) geschdimegi besonders anmuthig gefärbt und glänzend; b) piasegi vom Dorfe Piaseg; c) temeri der dattelartige; d) lami der fleischartig dunkelrothe; e) anabi der taubenartige; f) bakami der fernambuckrothe; g) edrisi der Stein Enochs; h) ekheb der dunkle; 2) den gelben laal; 3) den violetten laal; 4) den grünen laal, dem Smaragd ähnlich, zuweilen zur Hälfte grün, zur Hälfte roth;—laal im Arabischen ist nach Niebuhr ein feiner hellrother Edelstein;—laal, lä'l im Türkischen ist ein blasser rother Edelstein, doch ist jetzo in Constantinopel dieser Name wenig gebräuchlich; laal im Russischen soll unser Spinell seyn.

[3] laal im Persischen heisst auch der rothe Wein oder dessen Farbe.

In der arabischen Mineralogie von Taifaschi kommt der laal nicht vor, dagegen der balchasch, von dem gesagt wird: dass er dem jakut ähnlich, aber nicht so vollkommen und feuerbeständig sey. Er komme aus Balkhalcian in Asien, sey theils roth, dann el abrak (Skorpion) genannt, theils grün, theils gelb. Der Farbe nach gleiche der Stein zwar dem jakut, aber nicht in Hinsicht des Feuers, des schönen Wassers und der Farbenschönheit; schöne rothe Steine der Art stünden aber fast in demselben Werthe als der jakut.

Der balchasch oder balachsch, welcher letztere Name öfter in der arabischen Litteratur vorkommt, hat als Abänderungen:

a) balch. achmaru, von rother Farbe, auch abrak genannt;

b) balch. azfaru, der gelb, blass, selbst schwärzlich ist, auch dem blassen banfasch gleicht;

c) balch. acdaru von grüner Farbe, ähnlich dem sabardschad.

Ueber den Fundort dieser Steine geben auch europäische Schriftsteller einige Auskunft; der Venetianer Marco Polo (im 13. Jahrhundert) sagt: in Balachschian oder Badakschan finden sich die kostbaren Steine, welche Balassi heissen, sehr schön und von hohem Werthe sind, sie werden im hohen Gebirge, (an der Grenze der Tartarey) gegraben, aber es giebt nur Einen Berg, der Sikinen heisst, in welchem der König Gruben machen lässt und Bergbau führt. Niemand darf bey Todesstrafe diese Steine fördern, wenn er nicht besondere Erlaubniss dazu hat. Die Fremden bekommen wohl vom Könige solche Steine geschenkt, dürfen sie aber ohne Erlaubniss nicht kaufen und ausführen. Es giebt hier auch Gruben auf Lasurstein, Gold und Silber.

John Wood in seiner narrative of a journey to the source of the river Oxus, by the route of the Indus, Kabul and Badakshan 1841, ist einer der sehr wenigen Europäer, die das hohe Gebirgsland Badakshan besucht haben; er sagt hier: die Rubingruben befinden sich 20 englische Meilen von Ischkaschm im Distrikte Gharam, welches Wort Höhlen oder Minen bedeutet, auf dem rechten Ufer des Oxus, und der Eingang soll 1200' über dem Spiegel des Stromes seyn. Die Gebirgsart soll aus Sand- oder Kalkstein bestehen und sehr leicht zu bearbeiten seyn. Seit Badakschan in den Händen des Fürsten Kundus ist, werden die Gruben nicht mehr bearbeitet, denn dieser, über ihren geringen Ertrag erbittert, führte die Einwohner des Districtes, etwa 500 Familien, nach Kundus ab, wo er sie als Sclaven verkaufte.

Während man also in der neuern Zeit von hier gar nicht mehr diese Edelsteine beziehet, werden sie in älterer Zeit sehr häufig und verbreitet gewesen seyn.

Der balchasch oder balachsch des arabischen Mineralogen Taifaschi, der nicht in der persischen Mineralogie von Ben Manssur stehet, und der laal des letztern, der bey ersterem fehlt, gehören wohl ohne Zweifel derselben Mineralgattung, nur ist der persische Name von der Farbe, der arabische vom Fundort hergenommen; der Stein gehörte nicht zur Gattung jakut (Rubin), stand diesem aber am nächsten und kam nicht aus Indien. Da jetzo die balachsch-Gruben nicht mehr betrieben werden, so wird es zwar schwer seyn mit voller Sicherheit den Edelstein mineralogisch zu bestimmen, aber er wird entweder unser Spinell, oder wahrscheinlicher unser Zirkon (s. diesen), gewesen seyn, der auch dem Rubin nahe stehet, aber weniger schön und edel ist.

Der Name laal ist nicht in die neuern Sprachen übergegangen, wohl aber der balchasch oder balasch, aus dem balais, Rubin balais gebildet wurde, womit die Juweliere den rothen Spinel und überhaupt dem Rubin ähnliche, aber geringere Edelsteine bezeichnen.

Πελαζος, εμπαλασιος im mittelalterlichen Griechischen;—balax, balagius, balascius, balassius, balascus, palacius im mittelalterlichen Latein;—balax im Spanischen, ist der Spinell und blasse Rubin; balais im Portugiesischen desgleichen;—balais, rubin balais im Französischen desgl.;—ballas rubin im Holländischen;—ballaz rubin im Schwedischen;—balass rubin im Englischen;—ballasch im Russischen;—balas im Czechischen.

b. Der benefsch und banfasch.

benefsch im Persischen[4] ist dem jakut ähnlich, aber mehr violett, findet sich mit dem laal, hat 4 Arten: a) madai, vom rothen jakut (Rubin) kaum zu unterscheiden; b) rutbi (Knoblauch), woher unser Wort Rubin stammen kann; c) benefchi (schwarzroth?); d) itaseth von heller gelber Farbe (wie Hammer übersetzt);

[4] benefsch hängt offenbar zusammen mit benefcheh im Persischen, benaefsidi im Arabischen, venefscha im Pehlvi, das Veilchen, ähnliche Blumen und die entsprechende veilchenblaue Farbe; der benefsch ist daher wohl ein bläulicher, oder blaurother Edelstein. Was banfasch im Arabischen bedeutet, ist mir nicht bekannt.

banfasch, benfesc im Arabischen hat 4 Arten: a) madsinijj, madini (d.i. schlechter, als der jakut nämlich), auch sciams und rateb, blassroth, schön gefärbt, durchsichtig, die schönste Art; b) mortib, mortibon, von dunkelm, nicht schönem Roth; c) banafsadijj, schön blau mit etwas Roth; d) isbadschat, esbadet, essabade, etwas gelblich, dem balchasch sehr ähnlich.

Diese Arten im Persischen und Arabischen entsprechen sich einander derartig, dass nicht wohl zu zweifeln steht, benefsch und banfasch sey ein und derselbe Edelstein, von im Allgemeinen rother Farbe.

Man bestimmt diesen Stein theils als Amethyst, theils als Granat, doch dürfte beides irrthümlich seyn. Was von dem Steine gesagt wird, scheint mir nur auf unsern Spinell zu passen.

Nach einer Nachricht, die ich Hrn. Dr. Röhrig, damals in Constantinopel, verdanke, kennen die dortigen Juweliere den Stein benefsch als einen rothen Edelstem, derselbe lässt aber dahin gestellt seyn, ob er zum Hyacinth oder Spinell gehöre.

c. Der badschadi, basadi und madidsch im Arabischen, der bidschade, badensch, madensch im Persischen.

bidschade im Persischen ist ein rother indischer Edelstein, der erst durch den Schnitt Glanz und Durchsichtigkeit erhält (daher wohl im mittelalterlichen Griechischen πεζεπος, πεζεποτα wahrscheinlich Karfunkel, d.i. Granat);—

betschate im Amharischen ist ein Edelstein, der nicht näher bezeichnet wird, aber wohl derselbe seyn dürfte.

badensch im Persischen, auch madensch und madebensch ist dem bischade sehr ähnlich, aber lichter, das Roth spielt mehr ins Schwarze; der Stein erhält erst Glanz, wenn er von unten tief ausgeschliffen wird.

badschadi, basadi, baradi im Arabischen, wohin auch der madisch gehört, von sehr dunkelrother Farbe, der weniger geschätzt wird als die andern Arten von baschadi, weil er unten tief ausgehöhlt werden muss, wenn er Feuer zeigen soll. Taifaschi sagt: der basadi oder bagiadi, der von der Insel Ceylon kommt, ist von rother Farbe mit Violblau oder Pfaublau, von schönem Wasser und Feuer; die weniger schönen müssen unten hohl geschliffen werden um zu glänzen. Er hat auch die Eigenschaft, dass er, gegen Haare gerieben, leichte Körper anziehet (also electrisch ist);—bidschadet, bigiad, bigiade im Türkischen.

Aehnliche Namen finde ich nicht weiter in der orientalischen Litteratur, sind auch nicht in die neuern Sprachen übergegangen; Hammer von Purgstall (in seiner Uebersetzung von Ben Manssur) meint zwar, unser Wort Granat komme von bidschade her, doch dürfte man es wohl natürlicher von granatus ableiten.

Die starke electrische Eigenschaft, die Taifaschi anführt, passt nur auf unsern Turmalin, der häufig zwar roth, doch auch anders gefärbt vorkommt. Von allen rothen Edelsteinen ist es bey uns der edle Granat, besonders der ceylonesische, der unten ausgehöhlt oder, wie wir sagen, en cabouchon geschliffen wird, um den Glanz zu erhöhen, ihn durchsichtiger zu machen, was dafür sprechen dürfte: dass der bidschade unser edler Granat oder Almandin war, zu dem man auch wohl den ähnlich gefärbten Turmalin rechnete.

d. Der Kerkend.

kerkend im Persischen ist ein jakutartiger Edelstein von dunkelrother Farbe, der von Taifaschi in seiner arabischen Mineralogie nicht erwähnt wird, gleichwohl kommen sehr ähnliche Namen in mehreren semitischen und andern orientalischen Sprachen vor.

karkand, karkenad im Arabischen (übersetzt mit gemma similis rubino), auch karkedno karkodno (übersetzt mit carchedonia gemma);—karkedno im Syrischen und kokkenen (übersetzt mit calcedonia gemma, onyx) und kelidon (chalcedonius), kanire, kincire, kancerinum (mit lygurios übersetzt);—karkeden im Aethiopischen (carchedonius carbunculus), auch karkadam und ke'kedon (blutrother calcedonius);—kankire im Chaldäischen, auch kankine, kankerin, kadkedan, (alles mit lapis pretiosus übersetzt), kadkodin;—kadkor, cadcod im Hebräischen (meist mit carchedonius, chalcedonius übersetzt), karchuchum, carcheduchim;—karkehan im Armenischen (durch Karfunkel übersetzt), wohl nicht verschieden von gargékan;—karketana im Tibetanischen, auch ketaka, kekeru hat zwar eine Namens-Aehnlichkeit, soll aber ein Edelstein von weisser Farbe seyn.

Von diesem Steine wissen wir nichts, als dass er dem rothen Jakut verwandt seyn wird; ein diesem ähnlicher Stein ist unser Zirkon, der cerkon, gargum auf Ceylon, cerkars in Indien heisst, also eine gewisse Namens-Aehnlichkeit hat. Soll man eine Conjectur wagen, so könnte man wohl die erwähnten Steine auf unsern Zirkon beziehen.

Die griechischen und römischen Schriftsteller erwähnen die καρχηδονα, carchedon, als dem carbunculus (Granat) verwandt, oder Art desselben, und dieser Name scheint weit eher mit den erwähnten semitischen Namen, als mit Carthago zusammen zu hängen. Nach Plin. 37. 30. soll der Carchedonius Spreu anziehen, aber viel schwächer als die Ionia; der Zirkon wird durch das Reiben electrisch, konnte daher auch wohl leichte Körper anziehen.

e. Der Kerkin

kerkin ist im Persischen nach Ben Manssur ein schwarzrother, in der Sonne durchsichtiger Edelstein, der weder von Taifaschi noch sonst erwähnt wird, über dessen Verschiedenheit von kerkend sich keine Conjectur machen lässt.

f. Der Kuser.

kuser ist im Persischen nach Ben Manssur ein Edelstein, der alle Farben der verschiedenen Arten des Jakut hat (also roth, blau, grün, gelb, weiss). In keiner andern Sprache habe ich diesen oder einen ähnlichen Namen finden können.

Nur unser Turmalin hat eine so umfassende Farbensuite, als der Korund oder Jakut, er findet sich roth, blau, grün, hell, ist in Indien ein häufiger Edelstein, den man auch in Persien kennen musste, doch finde ich im Persischen keinen Namen dafür. Soll man eine Conjectur wagen, so könnte man den Kuser für Turmalin halten, obwohl es auffällig ist, dass seine bekannte electrische Eigenschaft nicht bemerkt ist.

g. Der Chamachan.

chamachan im Persischen, der mit senbade d.i. Diamantspath in Verbindung gesetzt ist, war ein sehr harter Stein, der nur durch Diamant gebohrt werden konnte.

chamachan, khamahan im Arabischen, ist nach den Wörterbüchern ein sehr harter Stein; Taifaschi sagt nur von ihm: er sey ein Stein für die Maler, von der Natur und Qualität des Eisens, komme von Carac und sey röthlich schwarz. Wein aus demselben getrunken schade der Gesundheit nichts.

chacamcam im Samaritanischen, auch chamcam, chacun (womit der Stein nophec im Hebräischen übersetzt wird), kann hieher gehören.

komedegun im Ceylonesischen, hat Namens-Aehnlickeit [Aehnlichkeit], soll Granat oder Zimmetstein seyn.

Man übersetzt den Chamachan meist durch haematites, d.i. Rotheisenstein, was jedoch sehr zweifelhaft seyn möchte; die grosse Härte und die Verbindung mit Diamantspath (sembade) machen es wahrscheinlich, dass man damit unsern Kaneelstein (Essonit) bezeichnete, der ein derber Hyacinth oder Zirkon ist (s. diesen).

h. Der Ebrendsche.

ebrendsche, abrendsche im Persischen, war ebenfalls ein sehr harter Stein, da man den laal nur damit schliff. Er wird mit Goldmarkasit (Eisenkies) wohl fälschlich übersetzt. In keiner andern Sprache finde ich einen ähnlichen Namen. Auf jeden Fall lieferte der Stein wohl ein sehr hartes Schleifpulver, gehörte wohl in die Nähe von Diamantspath, Korund, Smirgel.

i. Der Jarakan.

Jarakan im Persischen war ein Stein mit rothen und gelben Punkten, so hart, dass er nur vom Diamant gebohrt wird; die Schwalben tragen den kleinen schwarzen Stein in ihr Nest, um die Jungen von der Gelbsucht zu heilen.

In andern Sprachen finde ich keinen ähnlichen Namen; der Stein selbst scheint nur ein fabelhafter, magischer gewesen zu seyn.

C. Unsere Gattung Spinell.

Unser Spinell ist der erwähnten Gattung Korund (Jakut) sehr verwandt, besonders dem Rubine, aber weniger hart und edel; er unterscheidet sich durch etwas andere chemische Bestandtheile, ein etwas specifisch geringeres Gewicht, vorzüglich durch die Krystallform, denn er findet sich in Octaedern mit scharfen Spitzen, der Korund in Säulen. Beide Gattungen hat man erst neuerlich (seit Romé de l'Isle, Werner und Hauy) mineralogisch unterschieden und fixirt; aber die Juweliere kennen diese Gattung in technischer Hinsicht noch nicht, sondern belegen die hieher gehörigen Steine mit andern Namen, begreifen sie meist unter den balais. In Hinsicht der Farbe unterscheidet man:

a) den rothen, dem Rubin ähnlichen, nur ist die Farbe meist schmutziger, hat einen Stich ins Gelbe. Die Juweliere nennen diesen: Rubin-Spinell, rubis spinelle, wenn er dunkelroth ist; Rubin balais, Balas rubin, (rubis balais, balai ruby), wenn er blassroth oder rosenroth ist, goutte de sang, wenn er ganz blutroth ist; b) den blauen oder blaurothen, der am häufigsten und der gemeinste ist, bezeichnen die Juweliere meist als Almandin, almandine ruby; c) den seltnern gelben oder gelbrothen, als Rubicell, auch topaze orientale; d) der grüne von schmutziger Farbe ist sehr selten, findet kaum Anwendung; e) der sehr dunkle, fast schwarze ist den Mineralogen als Zeilanit oder Pleonast bekannt, wird selten technisch verwendet.

Der Spinell findet sich häufig in Indien, besonders in Ceylon und Pegu, war daher im Oriente gewiss stets bekannt; seltener und weniger schön kommt er auch in Europa vor.

Der oben erwähnte benefsch im Persischen und banfasch im Arabischen, der nicht vom laal verschieden seyn wird, könnte unser Spinell seyn, denn was davon gesagt wird, und die Arten, die davon aufgestellt sind, passen auf diesen ganz wohl, und wenn gesagt wird: das Rothe steche mehr ins Violette, als beym Rubin, so ist dies gerade bey dem Spinell wirklich der Fall, nicht aber beym Zirkon.

Wie der Stein in den indischen Sprachen heissen mag, habe ich noch nicht ermitteln können, ich weiss nicht, ob und in wie fern man ihn vom Rubin trennte.

Im Mittelalter erscheint der Name spinula, spinla, spinellus für Edelsteine, die nicht so dunkel sind als die Rubine, und nicht so hell als die balagii; wahrscheinlich ist er von spina, espina, die Spitze, entlehnt, wohl wegen der mit scharfen Spitzen versehenen Octaedern; der Name ging in die neuern Sprachen über und wurde dann mineralogisch auf unsere Gattung Spinell beschränkt, die von Romé de l'Isle und Werner (1790) fixirt, vom Rubin getrennt wurde.

espinella, auch rubicelo im Spanischen;—espinel im Portugiesischen;—spinelle im Französischen, eigentlich rubin spinel octaedre; spinel im Holländischen, Dänischen, Schwedischen;—rubino-spinello im Italienischen.

Im Russischen rechnet man ihn meist zum laal.

D. Unsere Gattung Zirkon und Hyacinth.

Diese Gattung stehet in Hinsicht ihres Glanzes dem Demant am nächsten, ähnelt auch sehr der Gattung Korund und Spinell, unterscheidet sich aber durch Krystallform, Härte, Schwere, chemische Bestandtheile, besonders durch weniger reine und schöne Farben.

Man unterscheidet: a) den rothen Zirkon, er ist seltener tief roth, häufig gelbroth, und heisst dann Hyacinth; dieser findet sich meist säulenförmig krystallisirt, während der Zirkon grösstentheils in Körnern vorkommt, und die Juweliere betrachten diesen gelbrothen, krystallinischen Zirkon als eine eigene Edelstein-Gattung unter dem Namen Hyacinth; auch Werner trennte ihn vom Zirkon, erst später ist er mit diesem mineralogisch ganz verbunden. Der Hyacinth dient häufig als Ringstein, wahrend [während] die übrigen Arten des Zirkons mehr zur Garnirung angewendet werden, da ihre Farbe meist ins Graue sticht; b) der gelbe Zirkon; c) der blaue Zirkon, meist dunkel gefärbt; d) der grüne Zirkon; e) der graue, weisse oder wasserhelle; dieser ist am häufigsten, wird sehr allgemein statt Diamant, und unter dessen Namen zur Garnirung angewendet; die gefärbten Arten brennt (glühet) man häufig, um sie zu entfärben.

Der Zirkon wie der Hyacinth sind häufig in Ceylon, finden sich auch in Europa, aber weniger schön.

Der Name Hyacinth stammt aus dem Oriente und Alterthume von hyacinthos im Griechischen, jakinth im Armenischen, jakut im Arabischen u.s.w., wo er aber den Rubin und Korund bezeichnete (s. oben), und fälschlich hat man diesen Namen auf den rothen Zirkon übertragen, der aber jetzo in allen neuern Sprachen denselben führt, als jacintho im Spanischen und Portugiesischen; giancinto im Italienischen, hyacinthe im Französischen, hyacinth im Englischen, Teutschen.

Der Name Zirkon ist indischen Ursprunges, cercars heisst der Stein in Indien, cerkon oder gargum auf Ceylon.

Die Zirkone waren den Juwelieren längst bekannt, als jargon de Ceylon im Französischen, sargone im Italienischen, circone, giargone im Englischen, cerconier im Teutschen; in die wissenschaftliche Mineralogie aller Sprachen ist der Name Zirkon übergegangen.

Wie der Stein in den orientalischen, besonders den semitischen Sprachen heisst, ist noch nicht ermittelt, obwohl man ihn gut gekannt haben muss. Der oben erwähnte kerkend im Persischen mit karkand, karkeden u.s.w., hat eine Namens-Aehnlichkeit mit cerkon; da er aber nur von dunkelrother Farbe angegeben wird, so ist darauf nicht viel zu geben. Der laal im Persischen, der balchasch hat eine Farbensuite wie der Zirkon, es wäre möglich, dass man unter diesem Namen den Zirkon begriffen hätte.

gargchhkan im Armenischen heisst ein Stein, der mit carbunculus übersetzt wird und eine Namens-Aehnlichkeit mit gargum hat.

zumbel im Türkischen wird mit hyacinthus orientalis übersetzt; ob er aber hierher gehört, muss ganz dahin gestellt bleiben.

λιχνιτης, lichnis, lichnitis der Griechen und Römer, mag vielleicht hierher gehört haben.

Die Jargons von Ceylon rechnete man früher stets zu dem Hyacinth; Werner fixirte sie 1783 als Gattung Zirkon, in welcher Klaproth 1789 die Zirkonerde entdeckte, die er auch bald im Hyacinthe nachwiess.

E. Unsere Gattung Kaneelstein oder Essonit.

Er ist dem Hyacinthe sehr verwandt, gelbroth, von meist unreinen Farben, findet sich nicht in vollkommnen Krystallen oder Körnern, sondern als krystallinische, eingewachsene Masse in granitischem Gesteine, ziemlich häufig auf Ceylon, auch in Indien, selten in Europa. Er wird wenig als Schmuckstein verarbeitet, häufiger dient er als Schleifpulver. Er scheint vom Hyacinthe nicht specifisch verschieden, sich zu diesem zu verhalten, wie der Diamantspath zum Korund.

Seit längerer Zeit ist er den Juwelieren bekannt als Zimmtstein, wegen seiner rothbraunen Farbe, cinnamon stone im Englischen, hyacinth brun im Französischen.

Im Oriente hat man ihn gewiss stets gekannt.

komedegan im Ceylonesischen soll Zimmtstein oder Granat seyn.

chamachan im Persischen und Arabischen kann hierher gehören, s. oben.

Hauy gab dem Steine den Namen Essonit von ἡσσον im Griechischen, d.i. geringer.

F. Unsere Gattung Granat.

Der edle Granat ist ein geschätzter Edelstein, doch von weniger Härte und geringerem Feuer als die erwähnten Edelsteine, der sehr häufig auf Ceylon, in Indien, auch in Europa ist, öfter von bedeutender Grösse, und in deutlichen Rhomboedern, am häufigsten in Körnern vorkommt. Er hat meist dunkelrothe Farben, gewöhnlich mit einem Stich ins Bläuliche, die mehr beym Durchsehen, als beym Daraufsehen hervortreten; man benutzt die Granaten daher mehr zu Ohr- und Halsschmuck als zu Ringsteinen, die dunkelrothen werden häufig en cabouchon geschliffen, d.i. halbrund und unten hohl, die dann auch Granatschalen heissen. Zu unterscheiden sind 2 Hauptarten:

a) der pyrop, granat pyrop oder rouge, von blutrother Farbe, der öfter einen Stich ins Gelbe hat, dem Hyacinthe sich nähert, dann vermeille im Französischen, giacinto gnarnecino im Italienischen heisst; seltener in Indien, häufiger in Europa, besonders in Böhmen vorkommt, als böhmischer Granat sehr bekannt ist;

b) der eigentliche Granat oder Carfunkel von sehr dunkelrother Farbe, die ins Blaue fällt, sich besonders beim Durchsehen schön ausnimmt. Dieser ist in Indien (bey Salem, Nellore) in Pegu, besonders auf Ceylon heimisch, als orientalischer Granat sehr bekannt, heisst carbuncle, oder rubino dirocco im Italienischen, escarboncle, grenat syrien (von einer zerstörten Stadt Sirian in Pegu) oder de sorane im Französischen, syrischer Granat, Karfunkel, Almadin im Teutschen.

rawa im Ceylonesischen;—rauwa im Malaiischen; auch wird pusma ragam hierher gehören.

badensch, madensch, madebensch im Persischen, der en cabouchon geschliffen wurde, wird hierher gehören;—

badschadi, basadi, baradi und besonders der madisch im Arabischen, von sehr dunkelrother Farbe, mit einem Stich ins Blaue, der meist en cabuchon geschliffen wurde, wird hierher gehören, doch kann man auch hierunter dunkele Turmaline mit begriffen haben (s. Turmalin);—betschate im Amharischen;—bidschadet, bigiad, bigiade im Türkischen (woher bigiazaek, was überhaupt Edelstein heisst).

sejlan, seljan lascht, hadschr seilan (d.i. Stein von Ceylon) sollen die türkischen Juweliere den Stein meistens nennen.

sumaki heisst jetzo der Granat im Allgemeinen, im Türkischen und Arabischen (nach einer gefälligen Notiz des Hrn. Dr. Rohrig in Constantinopel). Ben Manssur hat im Persischen einen jakut sumaki, d.i. einen porphyrrothen.

basch in der aegyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit Basalt; im Klange des Namens scheint Aehnlichkeit zu seyn mit basadi im Arabischen.

spu in der aegyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit Granat, aber in keiner andern Sprache finde ich einen ähnlich klingenden Namen.

nopek, nophech im Hebräischen, wird mit carbunculus übersetzt (hängt wohl zusammen mit pechan d.i. glühende Kohle);—im Samaritanischen ist nopeck mit chacum, chacan, chacamcam gegeben, was ganz mit dem arabischen chamachan übereinkommt (s. oben), der ein härterer Stein, vielleicht Kaneelstein gewesen seyn kann;—karkehan im Armenischen wird mit Carfunkel übersetzt, mjeghjesik mit Granat.

fehen im Aethiopischen ist carbunculus, auch carbo (die Kohle).

kebnoni im Koptischen (von jebs die Kohle, und one Stein), auch jebbes, jebs, jaibes, dschebbes und anthrax, ist carbunculus, anthrax.

ανθραξ im Griechischen ist Kohle und carbunculus (Granat), (wohl entlehnt und übersetzt aus dem Koptischen).

ανθρακα im mittelalterlichen Griechisch auch πεζεπος, πεζεποτα, Worte welche mit bitschade, betschate (s. oben) sehr verwandt zu seyn scheinen;—ανθραξ, auch γερανατα im Neugriechischen;—anthrax der Römer, nach dem Griechischen, eigentlich im Lateinischen carbunculus (von carbo die Kohle), wohl Uebersetzung aus dem Koptischen, mit den Abänderungen: a) indicus, b) garamanticus oder carchedonius, c) alabandicus. In Hinsicht der Farbe unterschied man: a) amethystizontae (bläuliche), b) lithezontae (blasse), c) sititae (dunkle). Der hier (sub b.) erwähnte carchedonius hat seinen Namen von dem oben erwähnten kerkend, dem karkeden im Aethiopischen, karkedno im Syrischen.

Im Mittelalter begriff man unter Carbunculus sehr verschiedene rothe Edelsteine; als Art auch die granati, und da unsere Granaten häufig in rundlichen Körnern vorkommen, so scheint man diesen Ausdruck allmählig auf die Granatkörner beschränkt zu haben; ich muss dahin gestellt seyn lassen, ob Hammer von Purgstall Recht hat, dass granate von bidschade herkomme.

Granatus kommt gar nicht im Alterthume vor; zuerst erwähnt Marbodeus (um 1100) einen hyacinthus granatus, also eine Art Rubin, wohl wegen der Form in Körnern. Auch pyropus, woher unser Pyrop, findet sich nicht im Alterthume.

carbunculus, auch alabandina, alamandina, alavanus im Mittelalter.

winussa, wenisa im Russischen, auch granat;—uhlik im Czechischen, auch karbunkut, granat;—oglik im Krainischen;—dragi, auch svietlikamen im Windischen;—amaursak im Grönländischen.

karfunkel im Altteutschen, auch granaat, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache der neuern Völker übergegangen ist;—escarboncle, grenat, almandine im Französischen;—carbuncle, granato, guarnaccio imItalienischen;—carbuncle, garnet im Englischen;—carbunculo, granato, piropo im Spanischen und Portugiesischen;—karbonkle, granaat im Holländischen;—granat im Schwedischen, Dänischen, Norwegischen.

Anhang.

Der gemeine, unedle Granat ist undurchsichtig, nicht schön gefärbt, dient nicht als Schmuckstein, kommt meist in derben Massen, selbst als Gebirgsgestein vor, ist theils schwarz (Menalith), theils roth und manganhaltig (Mangangranat), theils braun, gelb, grün und so eisenhaltig, dass er als Eisenerz verschmolzen wird.

Ich finde hierher gehörige Fossilien weder in der römischen und griechischen, noch in der orientalischen Litteratur erwähnt.

In der Krystallform ähnlich dem Granat, ist der Leucit der Mineralogen, der anfänglich vulkanischer, auch weisser Granat oder Schörl genannt wurde, bis ihn Werner 1791 als eigne Gattung aufstellte und Leucit (von λευκος, weiss) nannte, der aber Hauy den Namen Amphigene (d.i. von zweifachem Ursprunge) gab. Er findet sich häufig in den vulkanischen, Gesteinen, besonders in der Gegend von Rom, konnte kaum der Aufmerksamkeit des Alterthumes entgehen. Gleichwohl finde ich nirgends eine Notiz über denselben.

granato bianco im Italienischen; leucit in den neuern Sprachen; leizit, belaja wenisa im Russischen.

G. Unsere Gattung Turmalin und Schörl

Der Turmalin oder edle Schörl ist am häufigsten roth und braun, seltener grün und blau, zuweilen mehrfarbig in demselben Krystall, mehr oder weniger durchsichtig, und in dieser Hinsicht der Gattung Korund ähnlich, aber weniger hart. Characteristisch ist seine starke electrische Eigenschaft (die hier mehr als bey allen andern Steinen hervortritt), am stärksten bei der nelkenbraunen Abänderung aus Ceylon gefunden wird, da er erwärmt, auf der einen Seite leichte Körper anziehet, auf der andern abstösst, wesshalb er auch früher Aschenzieher oder Aschendrecker hiess.

In Ceylon kommt er meist braun und hyacinthroth, selten nur gelb und grün vor, in Siberien auch karmesinroth (edler Apyrit, Siberit, Rubellit), in Brasilien grün und blau (die anfänglich für Smaragde und Sapphire gehalten wurden), in Europa meist braun und schwarz, selten roth, aber undurchsichtig.

Er gehört zu den Edelsteinen, dient als Schmuckstein, ist jedoch wegen der dunkeln Farben nicht sehr geschätzt.

Die Juweliere nennen diesen Stein meist—seiner Farbe nach—sehr verschieden; den dunkelrothen: siberischen Rubin; den rosenrothen: Siberit, Rubellit; den blauen: Sapphir oder Indicolith; den grünen: Smaragd, emeraude de Bresil, esmeralda, auch Chrysolith; die indischen Smaragde gehören meist in diese Gattung.

In Asien war dieser Stein und seine Electricität seit alter Zeit bekannt, in Europa erhielt man erst seit etwa 1700 Kenntniss davon, nannte ihn Turmalin, Aschendrecker, auch borax electricus (seit 1768 durch Linné); Rinnmann entdeckte ihn 1766 in Schweden; allmählig wurde er an mehreren Orten gefunden; früher wurde er meist unter die Eisenerze gestellt, Rinnmann stellte ihn 1770 unter die Zeolithe, Romé de l'Isle 1771 unter Schörl, von dem ihn Werner 1780 als eigene Gattung trennte. Erst später erkannte man die Relation zu dem gemeinen Schörl.

trip soll er auf Ceylon heissen; aber Thunberg (Abhandlungen der schwedischen Akademie v.J. 1784) bemerkt: dass der elektrische Turmalin im Ceylonesischen kalla-palingu, im Malaiischen karte palingu (d.h. dunkler Krystall) heisse; was man dort aber turemali nenne, sey röthlicher oder bläulicher Quarz.

trinagraphin (d.i. Gras anziehend) im Sanscrit und trinamani (d.i. Grasstein) mag hierher gehören.

tournamal im Hindu; turnamali im Malabarischen;—turmala, auch hadschar albuzedi im Arabischen (den Serapio um 1080 ganz gut beschreibt), auch wohl der electrische basadi, bagiadi (s. oben bey Granat), die Wörter albuzedi und basadi sind wohl sehr verwandt.

kuser im Persischen gehört vielleicht hierher (s. oben).

lygirion im Koptischen;—λιγυριον, αιγυριον im Griechischen;—lincurios der Römer wird der rothbraune, ionia der blaue Turmalin seyn; der carchedon der Römer, καρχηδον der Griechen war auch electrisch, aber schwächer als die ionia scheint Zirkon gewesen zu seyn, doch kann man auch Turmalin darunter begriffen haben; der Name wird zusammenhängen mit kankire im Chaldäischen und Syrischen, der auch öfter durch lincurios übersetzt wird.

leschem im Hebräischen, meist mit λιγυριον übersetzt, kann hierher gehören.

turmalin in allen neuern Sprachen.

Der Schörl oder gemeine Turmalin ist ein sehr häufiges, überall verbreitetes, krystallinisches Mineral, von meist dunkelschwarzer Farbe, und undurchsichtig. Er findet keine technische Anwendung und wird im Alterthume und Oriente wohl nicht näher berücksichtiget seyn. Als die neuere Mineralogie sich zu bilden begann, wurde er basaltes und schörl genannt; aber unter diesen Namen begriff man eine grosse Menge von verschiedenen dunkelgefärbten Mineralien, in welche erst Romé de l'Isle und Werner einige Ordnung brachten. Henkel (1727) nennt den Schörl: Wolfram von Altenberg, Linné, Cronstaedt u.s.w. nennen ihn basaltes.

Woher der Name Schörl stammt, ist sehr zweifelhaft; Henkel leitet ihn daher, weil das Gestein in Wasser (bey der Erzwäsche) mit aufschörlt oder aufquillt (im Wendischen ist zorlo die Quelle, zorlin quellen), auch leitet man ihn von schor im Altteutschen, das Unreine, von skiörl im Schwedischen, das Zerbrechliche, von tscherd im Persischen, d.i. schwarz her. Wenn er im Czechischen skoryl heisst, so kann daher der Name entlehnt seyn, denn beim Bergbau sind viele Ausdrücke slawischen Ursprunges.

schörl, schurel, schürl, schrul in ältern teutschen Schriften;—skjorl im Schwedischen; chorlo im Spanischen; schörl, cokle im Englischen; schörl im Französischen; skoryl im Czechischen; scherl im Russischen.

H. Der Sard.

Der ächte, wahre Sard ist ein edler, schöner, unkrystallisirter Stein, der nur im Oriente vorkommt, in bedeutendem Werthe stehet, im Alterthume häufiger war, als er bey uns ist, und das Material lieferte, welches vorzugsweise von den Steinschneidern des Alterthumes zu den vollendetsten Werken der Kunst verwendet wurde. Aehnlich sind ihm unser Carneol, Calcedon, Achat und Onyx, die überall, auch in Europa häufig vorkommen, aber dem Sard an Schönheit der Farben, wie an Feinheit des Korns weit nachstehen, auch sonst verschieden sind. Im natürlichen Zustande findet sich der indische Sard nicht roth (wie unser Carneol), sondern weiss (milchfarbig) grünlich und schwarz; erst durch ein starkes Glühen oder Brennen erhalten die schwärzlichen Abänderungen das schöne Carminroth, welches den Sard vorzugsweise auszeichnet. Er ist theils einfarbig, theils mehrfarbig, heisst dann Sardonyx oder edler Onyx, der mit unsem Agath-Onyx nicht zu verwechseln ist.

Der ächte Sard erscheint gegen das Licht gehalten völlig klar und durchsichtig, nicht trübe und wolkig, hat ein gewisses Feuer, eine grosse Politurfähigkeit und eine solche Feinheit des Korns, dass er auf das zarteste geschnitten werden kann.

Die ausgezeichneten Sarden, die beym Durchsehen ganz blutroth, beym Daraufsehen mehr schwarzroth sind, das Hauptmaterial der antiken Gemmen, kannte man nur durch Stücke aus dem Alterthume, oder die einzeln aus Indien kamen; über den Fundort haben wir erst in der neuern Zeit bestimmte Nachricht erhalten, durch Copland: account of the Cornelian mines of Baroach (in den Transact. of the Bombay Soc. 4. I. 289) und Kennedy: of Boroda and the Cornelians of Guzurate (Transact. of the med. and phys. Soc. of Calcutta III. 1827. 428), auch ist zu vergleichen Ritter's Erdkunde VI. 1836. Pag. 603. In Ostasien liegt am Nerbudaflusse der District Turcasier, an der Grenze von Guzurate, eine der wildesten Berggegenden, und hier wird seit den ältesten Zeiten der Sard (wie es scheint, in Geschieben) erbeutet, 10 Stunden von Baroach, man legt ihn 1 bis 2 Jahre in die Sonne, und brennt ihn dann durch Ziegenmist, wodurch erst die schönen Farben hervortreten. Bey Kompurwunye und Ratampur in Guzurate wird auch Sard gewonnen und gebrannt. Ob in andern Gegenden der wirkliche Sard vorkommt, ist sehr zweifelhaft; nach Taifaschi soll er aus Arabien, besonders aus Jemen kommen, wenn das kein Irrthum ist (der Stein nur durch den Handel dahin kam), so werden vielleicht die dortigen Gruben noch aufgefunden.

Wir haben als Abänderungen zu unterscheiden: a) den rothen Sard (der durch Brennen aus dem schwarzen entstehet), bekannt den Steinschneidern als carniola nobile, cornaline de vielle roche; b) den milchfarbigen kacholong oder edlen Calcedon; c) den grünlichen, der selten angewendet wird.

kasch-tschilon (gesprochen dscholon), d.i. schöner Stein im Kalmückischen und Tartarischen, woher unser Name kascholong, auch wohl joholom im Hebräischen.

akika im Bengalischen. In den indischen Sprachen habe ich sonst keinen Namen auffinden können; im Sanscrit kommt dugdhakscha als milchfarbener Stein vor; ob er hierher gehört, muss ganz dahin gestellt bleiben. In Kaschmir heisst essm oder sank essen der Calcedon, der bey Iskordu in Stücken his zu einem Centner schwer gefunden wird, er scheint aber nicht der ächte Sard zu seyn.

akik im Persischen, mit den Abänderungen: a) leberroth, b) rosenroth, c) gelbroth, serd genannt (woher sardum in [im] Syrischen, σαρδιον im Griechischen, sarda im Lateinischen), d) weiss (unser Kascholong), e) schwarz, f) bläulich, g) zweyfarbig;—akyk im Türkischen; balghami scheint der weisse Sard zu seyn;—akik im Arabischen, mit den Arten: a) roth, b) fleischroth, c) bläulich, d) schwarz, e) weiss; besondere Abänderungen sind: jana, jemani, dschesi (unser Onyx);—akik im Chaldäischen (gewiss fehlerhaft mit topazius übersetzt); ob der arkin hierher gehört, ist zweifelhaft; samkan wird auch mit sardius übersetzt, kann mit sammok d.i. roth zusammenhängen;—akat im Armenischen, auch agathes (meist mit Achat übersetzt) wird hierher gehören;—agagi im Georgischen;—akates im Aethiopischen.

jakolom im Hebräischen, meist mit jaspis übersetzt, klingt ganz wie dscholon im Kalmückischen, kann hierher gehören; oden, d.i. roth im Hebräischen, meist mit sardius übersetzt, hat übrigens keine Relation mit den orientalischen Namen dieses Steines.

In der alten ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion: ammhet (amamhit) mit gemme de coeur, cornaline (von aham Edelstein und hit);—hms durch gemme rouge sombre;—schnm durch jaspe rouge (hat mit schoham und jaholon im Hebräischen Aehnlichkeit), das an dscholon im Tartarischen erinnert.

sardinon im Koptischen;—sardum, saridum im Syrischen, auch mag sordon hierher gehören, was mit hyacinthus übersetzt wird;—ethkjo, ethk jo (übersetzt mit alabandicus niger) scheint eine gewisse Aehnlichkeit mit akik zu haben, auch mit eskto im Syrischen, iska im Chaldäischen, was Siegelring heisst (der meist aus Sard bestand);—σαρδιον der Griechen, auch σαρξ, welcher Name von serd im Persischen (s. oben), sered, d.i. roth im Hebräischen, stammen wird;—σαρδιον im Neugriechischen;—sarda der Römer, besonders die männliche Art. Plinius 37. 31 irrt gewiss sehr, wenn er meint: der Name stamme von Sardes her, wo der Stein zuerst gefunden sey; man unterschied 3 Abänderungen bey dem indischen: a) den rothen, b) den dionum oder demium (was mit odem, d.i. roth im Hebräischen, zusammenhängen könnte) c) und eine Art, unter welche Silberfolie gelegt wird. Die weiblichen sind trübe und nicht hell;—sardion im Walachischen;—serdolik, golgasch, kascholong im Russischen;—sardyk im Polnischen.

In den neuern Sprachen und Mineralogien unterscheidet man nicht gehörig den Sard von dem unedlern Carneol, fasst beide zusammen (s. diesen).

I. Der Sardonyx und Onyx.

Der ächte Onyx im Oriente und Alterthume war wohl nur ein Sarder, von verschieden gefärbten regelmässigen Lagen, während wir unter Onyx meist nur einen ähnlich gefärbten Agath verstehen, der viel unedler ist, als der orientalische Sardonyx. Dieser, der gegenwärtig nur selten zu uns kommt, war vorzugsweise das Material, welches den Steinschneidern im Oriente und Alterthume diente zu den vollendetsten Werken der Kunst, zu Schmuck- und Siegelringsteinen. Am meisten liebte man die Abänderung, die aus einer schwarzen, weissen und rothen Lage bestand, welche scharf von einander geschieden waren; diese bezeichnete man vorzugsweise als Sardonyx. Wurde der Stein erhaben geschnitten, so bildete die Tornatur daraus unsere Cameen; wurde er vertieft geschnitten, so bildete die Sculptur daraus unsere Intaglien. Die untere dunkele Schicht diente meist als Grund, die mittlere, weisse Lage zur Figur, die obere, meist rothe Schicht zu Ornamenten der Figur. Aus den weniger regelmässig gezeichneten, meist mit concentrischen Lagen versehenen Onyxen arbeitete man vorzugsweise die kostbarsten Gefässe. Im ganzen Alterthume verstand man auch die Kunst, den Onyx auf das täuschendste nachzumachen, und mehrere berühmte antike Onyxe sind Glasflüsse.

Ob im Sanscrit und in den indischen Sprachen der Onyx einen besondern Namen hat, oder etwa unter anina (Sard) begriffen wird, habe ich noch nicht ermitteln können.

dschesi im Persischen, mit den Abänderungen: a) bakrawi (wohl von Boka in der Bucharei), b) habeschi (wohl von Abessinien), c) canebi, nach Verschiedenheit der Farben, welche die Sarden-Lagen haben;—dschez im Türkischen, auch sulimani, süleimani, baelghoemi, jetzo heisst in Constantinopel balghami der weisse Sard, balghami jesin der Onyx;—djisg im Bulgarischen;—dschede im Tartarischen wird hierher gehören;—jeghungen, jeghjen, jeghengnakhar im Armenischen (was auch der Nagel heisst);—dschas im Arabischen, auch gieza, gisch in der vulgären Sprache; als Abänderungen nennt Taifaschi: a) bokaravino (von Bokara), b) garavino oder gauri (vielleicht von der Stadt Gaur in Asien), c) persiano, d) abessinio, e) asal oder asale, f) iraki, d.i. persischen;—schesch, schaisch, schajich im Hebräischen, wird gewöhnlich mit Marmor oder Alabaster übersetzt, doch unverkennbar ist die Aehnlichkeit mit dschesi und den andern eben erwähnten Namen; aber diesen Namen des Onyx mag man auf streifigen Marmor und Alabaster übertragen haben, da auch im Griechischen ονυξ sowohl Alabaster als Onyx heisst;—jaholon, schoham wird gewöhnlich mit Onyx übersetzt und erinnert ganz an dscholon im Tartarischen.

som, jawen im Aethiopischen;—ount in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache wird durch Champollion mit pierre de couleur jaune übersetzt, ist aber wohl, wie das koptische ount, der Onyx; das hebräische oden kann hiermit zusammenhängen;—ount, onixon im Koptischen;—unch, uncha im Chaldäischen, auch schubl, schubla, mribach, meribagh; schajisch, schajerca, meist mit Marmor übersetzt, wird, wie das hebräische schesch wohl hierher gehören;—onektho, neketho im Syrischen, auch mag ethkjo hierher gehören;—ονυξ im Griechischen ist der Sardonyx, auch der durchscheinende, mehrfarbige Alabaster; aber es heisst so auch der Nagel. Der arabische Onyx wird Alabaster gewesen seyn;—σαρδονυξ im Neugriechischen;—onyx, eigentlich sardonyx der Römer, begriff auch Onyx und Alabaster, der Jasponyx oder Onychipuncta war ein grünes Plasma mit weissen Punkten oder Kreisen.

belchurica im Gälischen soll hierher gehören, hat eine gewisse Aehnlichkeit mit boelghoemi im Türkischen.

serdolik, golisch, oniske im Russischen;—sardonik, onich im Polnischen;—xyon soll der Name im Krainschen seyn.

camaeus im mittelalterlichen Latein, woher unser Name Cameen für die erhaben geschnittenen Onyxe. Das Wort hängt vielleicht zusammen mit camahu im Gälischen, das mit Email übersetzt wird;—camayen und camasil im Alt-Französischen;—camofeo im Alt-Spanischen;—camafeu im Portugiesischen;—comeo im Italienischen.

onyx im Teutschen und den neueren europäischen Sprachen, neben den erwähnten Namen.

K. Der unedle Sard, unser Carneol, Calcedon und Agath.

Der Calcedon ist ein unedler, weisser Sard, der Carneol ein unedler rother, der Agath ein unedler mehrfarbiger. Diese Steine gehören zur Mineralgattung des Quarzes, sind amorph (unkrystallinisch), nicht so fein, durchsichtig und politurfähig als der Sard, nähern sich theils dieser, gehen theils in die noch grobern Quarzarten, Jaspis, Hornstein, Feuerstein über. Viel häufiger als die einfarbigen Arten, ist der mehrfarbige, verschieden gezeichnete und vermengte Agath, der nach Farbe, Zeichnung u.s.w. sehr verschiedene Namen hat, als: Onyx-, Band-, Kreis-, Wolken-, Rohren-, Trümmerachat. Besonders der Agath wird sehr häufig zum Schmuck verarbeitet, hat aber nur geringen Werth. Der Agath kommt theils auf Gängen, meist in Agathkugeln oder Mandeln in Mandelstein vor, wie bey Oberstein am Rheine.

a. Unser Carneol wurde im Alterthume als unedler, weiblicher Sard bezeichnet; es scheint nicht, dass man dafür einen eigenen Gattungsnamen hatte.

clach-luchmhor, send dhath im Gälischen; serdolik im Russischen; krwawnik, karneol im Polnischen; scsiroh, karnyol im Czechischen.

Der Name Carniol, der in alle neuere Sprachen und ihre wissenschaftlichen Werke übergegangen ist, stammt aus dem Mittelalter, nicht von caro das Fleisch (wie man wohl wegen der fleischrothen Farbe des Steines gemeint hat), sondern von cornelius oder corneolus, wie man die seit langen Zeiten bekannten Agathkugeln, besonders von Oberstein nannte, welcher Name wohl eher zusammenhängt mit cor im Lateinischen, das Herz (wegen der herzförmigen Gestalt der Agathmandeln) als von cornaillen (im Bretonischen die Arterie), eher mag ein Zusammenhang Statt finden mit carnaid im Gälschen, was roth bedeutet; daher corneol im Altteutschen, cornuille, cornaline im Französischen, cornelian im Englischen, corniola im Italienischen, cornalina, corneria im Spanischen, cornelina im Portugiesischen;—karnyol im Magyarischen und in den slawischen Sprachen.

b. Unser Calcedon oder Chalcedon wird von den Orientalen als weisser Sard oder Akik, von den Römern und Griechen als weiblicher Sard bezeichnet seyn, auch kann vielleicht der hyaloides (Glasstein) und der exebenus hierher gehören.

sank essm in Kaschemir;—belghaemi, baelghoeme im Türkischen;—pepelnphmb, chalkidon im Russischen;—sipobled im Czechischen.

Der Name Chalcedon wurde vorzüglich durch Werner für diesen Stein eingeführt und aus dem Alterthume genommen, wo er aber eine ganz andere Bedeutung hatte; eine Gattung calcedonius kannte man nicht, der smaragdus calcedonius war unser Malachit; der carchedonius aber wird der kerkend der Orientalen gewesen seyn (s. diesen), unser Zirkon, Granat, Turmalin.—Daher in den neuern Sprachen: calcedoni im Italienischen, calcedoine im Französischen u.s.w.

Bey Verona in Oberitalien finden sich Calcedonkugeln, die einen Wassertropfen enthalten, die nach Plinius 37, 73 enhydri hiessen, welcher Name in die neuern Sprachen übergegangen ist. Mancher Calcedon hat feine concentrischen Streifen; wird dieser quer durchschnitten, so irisirt er, gegen das Licht gehalten, mit schwachen, aber schönen Regenbogenfarben, heisst dann Regenbogen-Calcedon; Plin. 37, 23 führt diese Abänderung bey Beschreibung des indischen Sarder an, und bemerkt die wie hingehauchten Regenbogenfarben (quaedam in iis caelestis arcus anhelatia est).

Nicht selten enthält der Calcedon feine baumförmige Zeichnungen, die theils Dentriten, theils wirkliche moosartige Vegetabilien seyn werden; man sieht diese häufig geschliffen, auch als Ringsteine, nennt sie Mochastein, Mokkastein, Cambaystein; nur Orpheus besingt den δενδροφυτος und αχατης δενδρηεις, Plinius nennt ihn Dendrachates.

c. Unser Agath hat seinen Namen aus dem Oriente, von akika im Bengalischen, akat im Armenischen u.s.w. (s. oben), was unser Sard war, daher

αχατης im Griechischen, für unsern Agath (da der mehrfarbige Sarder ονυξ hiess). Offenbar irrthümlich leiten Theophrast und nach ihm Plinius dieses Wort von einem Flusse gleiches Namens in Sicilien her, besonders, da Sicilien gar keine schönen Agathe hat; wohl aber enthält der dortige Alpenkalk Knollen und Lagen von Feuerstein, Hornstein und Jaspis, öfter in bunter Färbung;—achates der Römer mit sehr verschiedenen Abänderungen, als: jasp-, cer-, haem-, sard-, leu-dendr-, aut-, corallachates; hierher gehören auch wohl viele Steine mit besonderer Farbenzeichnung und manche figurirte Steine, als ophthalmos, triophthalmos, leucophthalmos, aegophthalmos (Augenachate), policonos, baropterus oder barippe, cepites, cenopatites, cepocapites, cepocatoprites, ceporamenes, myrmecia, mesoleucos, mesomales, bucardia, encardia, ariste und andere; auch pontia gemma mag hierher gehören, wie leoutios und pantera, von der Farbe des Löwen und Panther entlehnt (im Chaldäischen ist ein mehr erwähnter Edelstein panterin und aphantor, die zum Jaspis gerechnet werden).

agat im Gälischen, auch gaing, clachluachmhor, clachtheine;—agaet im Isländischen; agat im Altteutschen, Dänischen, Englischen; agaat im Holländischen;—agathe im Französischen, Italienischen;—agata im Portugiesischen; agater im Schwedischen; azavaje, azavache im Spanischen;—akatas im Litthauischen; akates, ayat im Magyarischen;—agatek im Polnischen; ahat im Cärnthischen.

Zum Agath wird gehören:

widuri, biduri im Malaiischen und auf Java;—bela im Sinesischen;—zi im Tibetanischen;—molo-kla-li im Chinesischen;—fiahan im Tartarischen;—djisg im Bulgarischen;—golysch im Russischen (wohl von dscholon im Kalmückischen; s. oben), auch achamb, agate;—bezdrak im Czechischen;—rakan, frengiräkam, baba kuri im Türkischen;—schebo im Hebräischen, durch achates übersetzt;—scheber im Persischen;—sebog, sebu, sabah, schavah im Arabischen;—abatim im Chaldäischen, wird mit achates übersetzt;—checlivaru im Walachischen, ist Agtstein, ich weiss nicht, ob Agath oder Gagat.

L. Die rothe Koralle, Isis nobilis.

Wissenschaftlich genommen gehört zwar die Koralle nicht in das Stein-, sondern Thierreich, aber der Korallenstock von Isis nobilis wird technisch als Edelstein betrachtet, hat stets als Schmuckstein gedient, wurde stets zu den Juwelen gerechnet. Die Korallengattung Isis hat mehrere Arten, manche, wie die Isis hippuris oder Königskoralle, wohnen im indischen Meere; aber nur die Isis nobilis oder Blutkoralle dient als Schmuckstein, findet sich allein im Mittelmeere, vorzüglich an der afrikanischen Küste, wo sie seit ältester Zeit gefischt wird und von hier viel in den Orient gehet, theils zum Schmuck, theils als Arzneimittel. Sie hat eine schöne blutrothe Farbe, die aber durch Kochen mit Milch weiss wird.

mürgjan in Nord-Afrika, im Szauekischen und Tigryschen, auch messigo im Burnu;—murdsjan, merdscham, margiam im Arabischen, auch almargen und based, was Koralle im Allgemeinen seyn mag;—merdschon im Persischen, auch büsed, bessed und kurul, was Koralle im Allgemeinen ist, mit chouru im Tartarisch-Mandschu zusammenhängen mag;—kroll im Maltesischen.

kurlon im Syrischen, auch keslo, belure;—kurlin im Chaldäischen; sandalchin, sanedalchin wird durch corallio und sandastros übersetzt;—coireal im Gälschen, auch croimheal, coradhan, groidheall;—gwylar, luchochr im Wälschen;—corail im Bretonischen;—κοραλλιον, κουραλλιον, κωραλλιον im Griechischen;—κουραλι im Neugriechischen;—coralium, corallium, corallum, curali im Lateinischen, ist die rothe Koralle, zu der auch der syrtites, wohl auch gorgonia gehören werden; der Astrios gehörte vermuthlich zur Sternkoralle. Als von sandaresus verschieden, aber dem Namen, nach ähnlich führt Plin. 37, 28 an: den sandasel oder sandaresion, sandastron, ohne etwas Näheres über diese zu sagen; eine ohngefähre Namensähnlichkeit mit dem erwähnten sandalchin im Chaldäischen scheint vorhanden zu seyn.

coral im Polnischen, Czechischen, Slowakischen;—koravda im Krainischen; koraglia im Bosnischen;—klariss im Croatischen;—kalaris im Magyarischen;—coral im Englischen, Spanischen; corallo im Italienischen;—corail im Französischen (corallain korallroth);—koral im Dänischen; koraal im Holländischen; coraller im Schwedischen.

balaradscha, prabala, angmarakamani im Sanscrit;—bala, ratnakandala im Bengalischen;—karang im Malaiischen; kalbahaar-pute-parampuam ist die Königskoralle, gelage der Korallenkörper überhaupt;—bjhi-ru, auch byi-ru, byui-ru im Tibetanischen;—chouru im Tartarisch-Mandschu (hängt wohl mit kurul im Persischen zusammen);—chan, chan-hout, lang-chan im Chinesischen; marmennils smide im Isländischen;—ramota, auch pennina (was eigentlich Zweig heisst), im Hebräischen, haben keine Beziehung zu den Namen in den andern Sprachen;—sarpargausaet im Grönländischen ist die Königskoralle.


§. 4. Grüne Gemmen und verwandte Gesteine.

A. Unsere Gattung Smaragd.

Die Mineralgattung Smaragd ist im Allgemeinen schön grün gefärbt, hat prismatische Krystalle, starken Glanz; aber die Härte ist wenig stärker, als beim Quarz. Zu derselben gehört a) der eigentliche, edle Smaragd, b) der Beryll oder gestreifte Smaragd (s. weiter unten) und c) der gemeine, der derb, undurchsichtig ist und keine technische Anwendung hat.

Der (edle) Smaragd, von jeher ein sehr geschätzter Schmuckstein, findet sich nicht in Indien (die sogenannten indischen Smaragde sind meist Chrysolithe); wir bezogen ihn seit der Entdeckung von Amerika nur aus Peru, kannten keinen andern Fundort, gleichwohl stand nicht zu leugnen, dass man im Oriente stets, auch vor der Entdeckung von Amerika, Smaragden gehabt hatte, von denen auch die römischen und griechischen Autoren reden, die aegyptische, wie scythische erwähnen, und mehrere arabische Schriftsteller sprechen von Smaragdgruben in Aegypten, von denen aber jede Spur verloren war, da sie seit 1358 ganz eingingen. Erst 1816 entdeckte der französische Reisende Cailliaud zwischen den ehemaligen Städten Berenice und Koptos die grossartigen Spuren der alten Smaragdgruben am Saburah im chloritischen Glimmerschiefer, und man überzeugte sich seitdem, dass hier wirklich edler Smaragd gewonnen wurde, welcher dann durch ganz Asien ging.

In der neuern Zeit haben die Russen bedeutende Smaragdgruben in Siberien, im Irkutzker und uralischen Erzgebirge eröffnet, die ausser grünen, auch blaue und gelbe Smaragde, neben Topasen liefern. Diese Gruben waren viele Jahrhunderte verlassen, werden aber schon im grauen Alterthume betrieben worden seyn und den smaragdus scythicus geliefert haben. Den smaragdhaltigen Berg im nertschiuskschen Gebirge nennen die Tungusen Tut-chaltui.

Der Juwelier begreift unter Smaragd meist alle smaragdgrünen schönen Edelsteine, wie den grünen Diamant, Sapphir und Turmalin (der in Ceylon, wie in Brasilien ziemlich häufig ist), die sich aber mineralogisch wesentlich unterscheiden. Wenn Taifaschi sagt: dass zu den wesentlichsten Eigenschaften des Smaragdes seine Theilbarkeit in glänzende Blättchen gehöre, so scheint diess mehr auf Beryll als Smaragd zu passen.

Weil Indien keine Smaragde hat, das Alterthum diese vorzugsweise aus Aegypten zog, so wird auch der Name daher stammen.

maragd, zamaragd im Aethiopischen;—smaragdos im Koptischen;—pauannese und pauappesse wird auch durch smaragdus übersetzt.

bareketh, barkat, barekat im Hebräischen, die Namen scheinen zusammen zu hängen mit barak, was in den semitischen Sprachen blitzen, glänzen heisst, womit maragd wieder in Verbindung stehet;—barkta, barkan, berakta im Chaldäischen, auch ismaragda, ismoradh, semargad;—borko im Syrischen, auch smargdo, semargedo;—samurod im Arabischen, auch sümrid, sommorod, semerid, somorods, sbaragd und salaki, mit den Abänderungen; a) dabbahni, zobabi, dsobab (von dabban, zabab oder dsobab die Canthariden, Fliegen mit schön grünen Flügeln), von dunkelm, reinstem Grün und schönstem Wasser; b) raichanijj (rihani), basiliengrün, lichtgrün;—c) silkijj und selongi, blattgrün, wie Grünkraut;—d) sabouni, zabunijj, seifengrün, auch arabijj, die arabischen genannt, die aus dem peträischen Arabien stammen, von ganz heller Farbe sind;—auch unterscheidet man: faz, fozz, fozzon, die aus dem Sande gewaschenen Smaragdkörner, und f[e]) kazab, den krystallinischen im Muttergestein;—zemerud im Türkischen, auch zümürid, zümird, zimbrut, samurat;—zmerud im Persischen, gewöhnlich zemeroud mesri (d.i. der ägyptische), auch semerud, mit den Abänderungen: a) subabi, hellgrasgrün, b) ribani, basiliumgrün, c) saluki blattgrün, d) sindschari, grünspanartig, e) kerasi, eiforbiumgrün, f) assi, myrtengrün, g) sabuni, seifengrün, auch der arabische, h) saikali, der helle, durchsichtige, i) sulmani, der undurchsichtige, k) kasaba (der Stab), der krystallisirte, l) astar, der zusammengehäufte.

marakta im Sanskrit (ganz wie maragd im Aethiopischen), auch asmagarba, asmajoni, apanica, lomasarara, haritasman (der grüne Stein), harinmani.—garuda im Sanscrit scheint ein sehr edler Stein gewesen zu seyn, da man ihn auch als the bird and vehicle of Vishnu bezeichnet; Wilson übersetzt ihn in seinem Wörterbuche mit emerald (Smaragd), so auch garudmata, garudottirna, garudaçmen; ob er hierher gehört, bleibt zweifelhaft, das Wort hat Aehnlichkeit mit jakut, auch mit zmerud;—marakata im Bengalischen, auch tsuni und harinmani (d.i. grüner Edelstein);—pachee soll er im Hindu heissen. In Peru (Südamerika) heisst der Smaragd pachel, pacha, was ein höchst merkwürdiges Zusammentreffen mit dem indischen Namen seyn würde. (pinga ist der gewöhnliche Name in Brasilien);—zemcrud, zamrud im Malaiischen;—smrucht im Armenischen, auch zmrroud, zmroukt;—σμαραγδος, μαραγδος der Griechen (zunächst wohl nach dem Armenischen und Aethiopischen);—smaragdus der Römer, aber nur zum Theil; der aegypticus ist der ägyptische, der scythicus der siberische (wenn er nicht Malachit ist); der bactrianus kann auch Smaragd seyn, die andern Arten waren Malachit oder chalcosmaragdus, der prasinus könnte vielleicht hierher gehören;—smiraldus und esmaraldus im Mittelalter;—smarag im Gälischen (Schottischen); amerand oder ameraud ist grün, woher vielleicht emeraude und emerald stammt, wie der Smaragd im Französischen und Englischen heisst;—smaragdu im Walachischen;—isumrud im Russischen, auch isoumrode, zmeroud, szmaragd im Polnischen;—smerald im Dalmatischen und Wendischen;—smaragd im Böhmischen, Magyarischen, Schwedischen, Dänischen;—smeraldo im Italienischen;—esmeroud, amarantsteen, smaragd im Holländischen;—esmeralda im Spanischen; esmaragdo, esmeraldo im Portugiesischen; emerald im Englischen;—emeraude im Französischen (wohl von emeraud, d.i. grün im Gälischen).

Anhang. Die von den orientalischen Schriftstellern angeführten, dem Smaragde ähnlichen Steine.

a) elmazat im Arabischen. Taifaschi bemerkt: dass man ihn auch in den Smaragdgruben von Aegypten finde; er habe die Farbe, Schwere und Härte des Diamantes, unterscheide sich von ihm aber durch folgende Eigenschaft: stellt man ihn auf (lorsque il est monté sur le ventre), so erscheint er schwärzlich oder gelblich, während der Smaragd in dieser Lage das schönste Wasser hat.

Mehrere Steine haben die optische Eigenschaft, dass sie nach gewissen Axen mehr als nach andern durchsichtig sind. Es wäre möglich, dass der elmazat zum grünen Turmaline gehörte, der im Darauf- und Durchsehen verschiedene Farben hat, er ist aber in Härte und Schwere wesentlich vom Diamanten verschieden.

elmasat wird der Pluralis von elmas, d.i. Diamant seyn, und unter elmazat können grüne, überhaupt gefärbte Diamanten verstanden seyn, die oben beym elmas nicht erwähnt sind; dann aber kann er nicht in Aegypten gefunden werden, diese Angabe ist vielleicht eine irrige.

b) yebb und c) yesem. Die Uebersetzer erwähnen nichts darüber; aber vielleicht wird der Stein zu dem jaschb im Arabischen, unserm Plasma (s. dieses) gehört haben, das Taifaschi nicht besonders erwähnt.

d) zeberjed, sabardschad im Arabischen. Taifaschi bemerkt: er sey weniger schön als der Smaragd, komme aus den ägyptischen Smaragdgruben; da diese aber zu seiner Zeit (640 der Hedgira) nicht mehr zugänglich wären, so finde man ihn nur noch als kleine Ringsteine in den Ruinen des alten Alexandriens. Er sey theils von tiefer, theils von lebhafter Farbe, theils von einem klaren Grün, dann von schönem Wasser, aber geringer Durchsichtigkeit, doch dem Auge sehr wohlthätig.

seberdsched im Persischen, Ben Manssur bemerkt: man halte ihn meist für eine Art des Smaragdes, er sey zuweilen selbst reiner und anmuthiger als dieser, komme aus den Minen des Smaragdes; er scheine aus gleichem Stoff, aber minder vollendet. Man unterscheide einen stark-, mittel- und schwachgrünen;—seberdsched im Türkischen, ist ein Stein von grüner und gelber Farbe;—siberget, auch bellur (d.i. Krystall) nennen—nach Bruce (Reise nach Abessinien), die jetzigen Einwohner von Aegypten den Stein der Insel topaze, welcher der topazion der Alten—wahrscheinlich unser Flussspath—gewesen seyn wird.

zabergad im Hindu, wird meist mit Chrysolith übersetzt.

taperzeta kommt mehrmals in den Schriften des Mittelalters vor, wird mit smeraldus übersetzt.

Zu welcher Mineralgattung dieser Stein gehöre, darüber sind verschiedene Ansichten ausgesprochen. Rozier (description de l'Egypte) hält ihn für Beryll; Raineri (Uebersetzung von Taifaschi) für Topas; Hammer (Fundgruben des Orients) für Chrysolith, und diess scheint richtig zu seyn.

Der seberdsched war offenbar ein grüner Schmuckstein, dem Smaragd ähnlich, aber weniger edel, und ein solcher ist unser Chrysolith, der von den Juwelieren auch zu den Smaragden gerechnet wird, theils in Indien, theils in einigen Küstengegenden des rothen Meeres vorkommt.

B. Unser Beryll und Aquamarin.

Mineralogisch ist unser Beryll nur eine Art des Smaragdes, aber in technischer Beziehung betrachtet man ihn als einen eigenthümlichen Edelstein. Er ist nicht so edel als dieser, lange nicht so hart, wird weniger zu Ring- als sonstigen Schmucksteinen verarbeitet, hat nie die dunkelgrüne Farbe des Smaragdes, ist blassgrün, auch blau, gelb und ganz wasserhell, findet sich in langen, durchsichtigen 6seitigen, meist der Länge nach gestreiften Säulen, die häufig mehrere Zoll, zuweilen bis gegen einen Fuss Länge und eine ansehnliche Dimension haben; er besitzt einen blattreichen Bruch und lässt sich erwärmt leicht der Quere nach in durchsichtige Blätter spalten, die concav-convex sind, daher als Brenn- und Augengläser dienen können. Er findet sich nicht in Indien, vorzugsweise in Siberien, hier in grosser Menge, besonders bey Nertschinsk, wo der Berg Odontschelon fast daraus bestehet, auch bey Mursinsk, wo die weingelbe Abänderung vorkommt. Diese Beryllgruben betrieb schon das hohe Alterthum, sie blieben dann liegen, wurden in der neuern Zeit wieder von den Russen aufgenommen. Als man diese Steine kennen lernte, nannte man sie anfangs Chrysolithe und Aquamarine, akwamarin im Russischen, im System stellte man sie zum Topas oder zum Schörl, bis Werner um 1788 sie als eigne Gattung unter dem Namen Beryll fixirte.

βηριλλος der Griechen ist offenbar unser Beryll, wie der berillus der Römer. Man unterschied hier: a) die meergrünen, qui viriditatem puri maris imitantes (unsere eigentlichen Aquamarine), b) chrysoberylli, die blässern goldgelben, c) chrysoprasi, blass grasgrünen, d) hyacinthizontes, e) aëroides, f) cerini, g) oleageni, von der Farbe des Oehles, (vielleicht unser Chrysolith), h) die dem Bergkrystall ähnlichen, wohl unsere wasserhellen. Die smaragdenen Augengläser des Nero, die Plin. 37. 16. erwähnt, können aus diesem Stein bestanden haben; wie man Augengläser aus Glas schliff, übertrug man auf diese den Namen beryllum, daher wohl das Wort Brille, brillier, brillare u.s.w.

Die analogen Namen in den orientalischen Sprachen werden denselben Stein bedeuten, wie berel im Aethiopischen;—beryllion im Koptischen, (woher der griechische Name stammen mag).

brulo, berulo, burlo im Syrischen;—birula im Chaldäischen, auch birla, burla, burl, auch könnte birselin hierher gehören, was mit topazius übersetzt wird; kerum jamma, wird mit beryllus oder chrysolithus übersetzt, mag aber nicht hierher gehören;—büregh im Armenischen.

Im Arabischen wird ballur, bilaur wohl mit beryllus übersetzt, aber die Richtigkeit dürfte zweifelhaft seyn, die Namen hängen wahrscheinlich mit belur (Bergkrystall), ballariji (krystallinisch) zusammen. Taifaschi erwähnt diese Namen nicht, überhaupt, wie es scheint, gar nicht den Beryll; wenn er aber bey dem Smaragde sagt: zu dessen Eigenschaften gehöre die Theilbarkeit in glänzende Blättchen, so passt diess auf den Beryll, nicht auf den Smaragd, vielleicht betrachtete man schon damals, wie jetzo, den Beryll nur als eine Art des Smaragdes.

Im Hebräischen wird schohan mit beryllus übersetzt.

Im Persischen soll der Beryll besady, auch ballur heissen, was ich ganz dahin gestellt seyn lasse; bey Ben Manssur finde ich, weder diese Namen, noch einen andern, der sich auf Beryll beziehen möchte.

In den indischen Sprachen ist mir auch kein hierher gehöriger Name vorgekommen.

akwamarin im Russischen. Es ist mir unbekannt, was dieses Wort bedeutet, und ob daher der Name Aquamarin stammt.

aquamarine, aigue marine de Siberie, beril im Französischen;—aquemarine, beril im Englischen;—aquamarina, beril im Italienischen;—agoas marinhas im Spanischen.

C. Unsere Gattung Chrysolith oder Peridot und Olivin.

Der eigentliche, edle Chrysolith oder Peridot der französischen Mineralogen, zeichnet sich durch seine schön pistazien-oder olivengrüne Farbe aus, die bey keinem andern Steine so rein vorkommt, ist durchsichtig, nicht sehr hart, findet sich meist in Geschieben, selten in Krystallen, in Indien, Syrien und Aegypten, aber nicht sehr häufig, dient als Schmuckstein, bekommt gewöhnlich eine Goldfolie, die einen angenehmen grünen Goldglanz ertheilt.

Eine unedle körnige Abänderung ist der Olivin, der in gelbgrünen, körnigen Massen häufig in unserm Basalte erscheint, aber nicht technisch benutzt werden kann, nur ein mineralogisches Interesse hat.

Wie vorher bemerkt ist, wird unser Chrysolith der zeberjed der Orientalen seyn, der zabergad im Hindu, zeberjed im Arabischen;—seberdsched im Persischen und Türkischen.

Dieser Name ist nicht in das Griechische und Lateinische übergegangen; aber der smaragdus olearius, d.i. der öhlgrüne, mag unser Chrysolith gewesen seyn, der sich eben durch diese Farbe auszeichnet.

Als die neuere Mineralogie sich wissenschaftlich begründete, begriff man unter Chrysolithus verschiedene grüne Steine, Werner beschränkte (1790) diesen Namen auf unsern Chrysolith, den er Krisolith nannte; die französischen Mineralogen nannten ihn aber Peridot, welcher Name hergenommen ist von peridot, peradota, pelidor, wie in den Schriften des Mittelalters ein grüner kostbarer Edelstein genannt wird, von dem wir aber nichts weiter wissen, den wir nicht zu deuten vermögen.

Der Olivin wurde früher meist mit Chrysolith verbunden; Werner stellte ihn als eigne Gattung auf, entlehnte den Namen von der olivengrünen Farbe; Hauy verband ihn mit peridot.

D. Der tharschisch der Hebräer und der Chrysolithos.

Einer der 12 Edelsteine im hohenpriesterlichen Schmucke der Hebräer war der tharschisch, den die meisten Bibelübersetzer mit χρυσολιθος geben, auch mit θαρσεις, θαρσις.

thorschisch im Syrischen; auch crum jamma (nach Onkelos), nach einer Vermuthung χρωμα θαλασσης, Meerfarbe; und crum jamma raba (nach Jonathan), das Köstlichste des grossen Meeres;—tarschin, tarsin im Chaldäischen, übersetzt mit lapides acuti, duri, kann hiermit in Verbindung stehen.

Wir wissen von diesem Schmucksteine nichts, als dass er mit χρυσολιθος übersetzt ist, was entweder Goldstein bedeutet, oder die Gattung χρυσολιθος.

kerosotholos im Syrischen, auch krosotholos, wird mit chrysolithus übersetzt;—kerosotolobi, kerelosotobe im Aethiopischen wird mit Chrysolithos übersetzt, der auch zobhera warek (von warek das Gold) heisst;—χρυσολιθος kommt, so viel ich weiss, bey den griechischen Autoren nicht vor; χρυσος ist Gold;—chrysolithos der Römer, kann mit kerosotholos, auch mit χρυσος zusammenhängen; Plinius 37. 42 spricht ausführlich über ihn, aber so confus, dass gar nichts Bestimmtes aus seiner Nachricht zu entnehmen ist; er redet von indischen, äthiopischen (aureo fulgore translucens), pontischen, arabischen, die alle als Ringsteine dienten, theils hart, theils weich und röthlich wären, in Spanien habe man sie bis zu 12 pondus Schwere gefunden; zum Theil hiessen sie auch Chryselectri, Leucochrysi, Melichrysi, Xanthi oder Xystion;—χρυσολιθος im Mittelalter, wohin auch gerechnet wird ετησιος, αιτησιος, etesius lapis.

Es scheint, dass unter Chrysolithus verschiedene gelbe, politurfähige Steine zusammengefasst sind. Die gelbe Farbe ist bey den Edelsteinen eine seltene. Der einzige eigentlich gelbe Edelstein, den wir haben, ist der Topas, der kommt nicht in Indien vor; wir erhalten ihn aus Brasilien, Sachsen, neuerlich auch aus Siberien; aber der Diamant und andere Edelsteine kommen zuweilen gelblich vor. Der Flussspath ist wohl der einzige gelbe politurfähige Stein, der sich in Massen findet. Der Bernstein ist eine Gemme von goldgelber Farbe; aber auf diesen passt nicht, was Plin. vom Chrysolithos sagt; er heisst im Arabischen karabe, ähnlich in andern orientalischen Sprachen; ein Zusammenhang mit kerosotolobi wäre vielleicht möglich.

Ueber den tarschisch herrschen sehr verschiedene Meinungen; Luther hat ihn mit Türkis übersetzt, dem ich nicht beypflichten möchte; Bellermann (Urim und Thumim), mit Chrysolith; Bredow (historische Untersuchungen II. 295) mit Bernstein; soll eine Conjectur gemacht werden, möchte ich diesem beypflichten.

E. Unsere Gattung Chrysoberyll oder Cymophane.

Diess ist ein gelbgrüner Edelstein, der meist einen eigenthümlichen, bläulichen Lichtschein hat, weshalb ihn die französischen Mineralogen cymophan, d.i. wogendes Licht, nennen. Er ist ein nicht geschätzter Edelstein, der wenig in Handel kommt, sich nicht häufig in Ceylon, Pegu und Siberien findet, meist aus Brasilien kommt. Man nannte ihn früher Chrysolith und Beryll. Werner fixirte den Stein als eigne Gattung, und entlehnte den Namen von Chrysoberyllus, der ein gelber Beryll gewesen seyn wird. In Brasilien nennt man die Steine agoas marinhas, auch Chrysolithas; im Russischen solotozwetnoi kamenj, auch Chrysoberyll.

Im Oriente und Alterthume dürfte er nicht unbekannt seyn; aber schwerlich hat man ihn als eigne Gattung herausgehoben, ihn vielleicht zum seberdsched (Chrysolith) oder zum Katzenauge gerechnet.

Plin. 37. 18 sagt: Zu den ägyptischen Smaragden rechnet man auch den hermeos, den man den Löwen-Statuen als Augen einsetzt und die persischen Smaragde; jene haben ein aufgeschwollenes Ansehn, diese sind nicht durchsichtig, doch von angenehmer Farbe, ähneln den Augen der Katzen und Panther. Der hermeos war daher ein grüner Stein, mit schillerndem Lichtschein, diess passt vollkommen auf unsern Chrysoberyll, weniger auf das Katzenauge, das nicht grün ist.

F. Unser Katzenauge.

Dieser Stein gehört zwar mineralogisch zur Gattung Quarz, technisch zu den weissen Gemmen; da er aber ein Schillern wie der Chrysoberyll hat, mag er hier folgen.

Unser Katzenauge, auch wohl gunuko genannt, ist ein höchst feinfasriger Quarz, von meist grauer, auch rother oder gelber Farbe, der, besonders convex geschliffen, einen eignen wandelnden Lichtschein hat, dadurch dem Auge der Katzen ähnelt. Er kommt schön und nicht selten in Indien und Ceylon vor, war den Orientalen stets bekannt, wird auch von Ben Manssur sehr richtig beschrieben.

mao-tsing im Chinesischen;—patamra-kaonywen auf Awa;—billi-ke-ankk im Hindu;—ainol-hur, auch mithrax im Persischen; sebedsch ist Augenstein, gehört wohl nicht hierher;—ain al hirch, ainu 'ihirri (Katzenauge) im Arabischen. Ob das Türkische ainischenes Teufelsauge hierher gehört, weiss ich nicht. Im Alt-Griechischen ist kein Name bekannt. Asteria der Römer, auch wohl der belioculus, so wie der astrolobon, den Augen der Fische ähnlich; der mithrax, der mit mehreren Farben glänzte, wird hierher gehören, wenn es richtig ist, dass der mithrax im Persischen unser Katzenauge ist. koschetschei glas, kosetchetscheg im Russischen;—kamin bialy im Polnischen;—matskaszem im Magyarischen;—oeil de chat im Französischen;—ojo de gato im Spanischen;—occhio di gatto im Italienischen;—cats-eye im Englischen;—katte-oege im Dänischen;—katt-öga im Schwedischen;—katten-oog im Holländischen.

G. Unsere Gattung Plasma.

Es ist diess: edler Jaspis, edle Jade, bey den Steinschneidern bekannt als: plasma dismeraldo, prime d'emeraude, Jade oriental, auch diaspro. Ein schöner Stein, der sich allein in der Bucharey an der chinesischen Grenze findet, sehr selten zu uns kommt, im Alterthume und Oriente mehr bekannt war, als es bey uns der Fall ist. Er ist unkrystallisirt, sehr hart, nimmt eine vorzügliche Politur an, hat eine reine, tiefe grüne Farbe, ist aber auch weiss, roth, schwarz, zuweilen gefleckt geadert, dem edlen Sard verwandt, aber fettiger, glänzender. Er eignet sich ganz vorzüglich zum Schnitt, kann erhaben und vertieft bearbeitet werden, dient noch jetzo, wie seit den ältesten Zeiten, zu herrlichen Kunstwerken, die in sehr hohem Werthe stehen. Am meisten verwandt scheint ihm der edle Nephrit (Punama-oder Beilstein, pierre de haches von der Insel Taraipunama, südlich von Neuseeland), ähnlich ist der gemeine Nephrit (Jade tenace) und unser Jaspis (diosporo), nur unedler. Wie unser Carneol zum Sard, so verhält sich unser Jaspis zum orientalischen Plasma. Scharfe Grenzlinien sind bey diesen unkrystallinischen Massen nicht zu ziehen.

Der Stein war in der neuern Zeit gänzlich unbekannt, man fand in Rom, Herkulanum u.s.w. geschnittene und rohe Stücke, die von den Archäologen prime d'emeraude, Jade (ein türkisches Wort seyn soll, dschede ausgesprochen wird) auch plasma dismeraldo genannt wurden. Werner nahm diese antiken Steine zuerst in sein Mineralsystem, als die Gattung Plasma auf. Marco Polo und einige ältere Reisende erwähnen die schönen meist grünen Steine aus der Bucharey; die wichtigsten Nachrichten darüber lieferte Timkowsky (Reise durch Sina II.), anführend; dass sie ohnweit Jarkin (früher Hauptstadt von Ost-Turkestan), theils im Flusse Choton, theils auf dem steilen Gebirge Mirtschai, zum Theil in bedeutenden Massen gefunden, und grösstentheils nach Peking geführt werden. Vortreffliche Zusammenstellungen über diesen Stein lieferten: Remusat in den recherches sur la pierre de You et le Jaspe des anciens (histoire de la ville de Kotan. 1820); und Hager in Pavia im pantheon chinois 1806, (auch im giornale di fisica II. 1810).

Im Sanscrit finde ich keinen Namen für diesen Stein in Wilsons Wörterbuche; möglicherweise könnte der garud hierher gehören, der mit emerald (Smaragd) übersetzt ist.

giök in Indien, wohl im Hindu;—giuk in Japan und Tana; tran in Tunkin;—kin in Siam; mra auf Ava.

yu, yü (d.i. kostbar) im Chinesischen, auch yu-sce (kostbarer Stein) und tusce, ick in Canton bey den Juwelieren.

jas, kas im Tartarischen; die Brüche für die hellen Steine heissen ak-kasch, für die dunkeln kut-kasch. Das Wort kann mit jaschil, d.i. grün, zusammenhängen.

jachem im Tibetanischen, auch ehel, schel, tschuj; auch kann gyu hierher gehören, was mit Türkis übersetzt wird; jeschin im Bulgarischen;—jaschb, jasb im Arabischen, auch jasf, jaschm, jesin, jaschaf, jischm, chabala. Nach Taifaschi ist der jasb meist grün und dann am schönsten, auch weiss und bläulich; sehr verwandt und von derselben Natur ist der iism oder iasm, aber von weisser oder gelber Farbe;—jeschim im Türkischen;—jaschm im Persischen, auch jascem, jiscem, jascheb, nassb.

nachm in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit spath verd; das Wort kommt ganz mit dem persischen nassb überein und wird hierher gehören, so auch nschtons (d.i. Naschstein), mit pierre dure übersetzt, ferner naschtone emme wie naschtone entme mit pierre precieuse übersetzt. Ob der ohngefähr ähnlich klingende baschm—übersetzt mit basalt verd—hierher gehören könnte, muss ich dahin gestellt seyn lassen.

jaspid, ijaspis im Aethiopischen;—jaspis, haspis im Armenischen;—ijaspis im Syrischen, ein ähnlicher Stein war der nephrtijos, woher nebrites, Nephrit;—jaschpe, jasp, jesp im Hebräischen;—ιασπις der Griechen, mit den Abänderungen: aerizusa, blau; capnia, rauchfarbig; assiri, mit weissen Linien; terebinthinae, meergrün. Auch wird hierher gehören der νιβριτης den Orpheus erwähnt;—Jaspis der Römer, zu dem auch ähnliche Steine gezählt wurden, mit den eben erwähnten Abänderungen und andere, als: grammatias, polygrammos, jasponyx u.s.w. Ein ähnlicher Stein war der nebrites (woher Nephrit in der neuern Mineralogie). Unsern Jaspis wird man zum achates gerechnet haben.

yaschma im Russischen, begreift auch unsern Jaspis;—jaspid im Polnischen, desgleichen plasma di smeraldo der Italiener, auch diosporo, bey dem man unterscheidet: giallo, verde, bruno, rosso, nero antico. plasma im Englischen, Französischen u.s.w.

H. Unser Jaspis.

Unter Jaspis verstehen wir ein grünes, gelbes, rothes, braunes, einfarbiges oder mehrfarbiges, fast undurchsichtiges, politurfähiges, quarziges Gestein, unedler als Plasma und Agath, jenen aber verwandt, das meist nur zu geringen Werken der Kunst verarbeitet wird, dem der noch unedlere Hornstein nahe stehet. Er ist häufig in Europa, am schönsten in Siberien, besonders der grüne von Orsk im Ural und der rothbandirte von Werch-Uralsk, der mehrfarbig bandirte heisst Bandjaspis, jaspe rubané-onyx-panaché-veiné, striped jasper.

In Syrien und Aegypten, besonders in den Wüsten, ist ein bandirter Kugeljaspis sehr häufig, welcher der dortigen Kalkformation angehört, bekannt als: Melonen vom Berge Karmel, aegyptischer Jaspis, ciotto d'Egitto im Italienischen, jaspe égyptien im Französischen; aegyptian peble im Englischen, bey dem man Augensteine, Brillensteine, Doppelaugensteine u.s.w. unterscheidet, der auch auf ähnliche Art in Sicilien vorkommt.

Im Oriente begriff man ihn unter Sard und jasb, er heisst auch bey den jetzigen Arabern jaschb, jaschm, auch roekoemi; bey den Griechen und Römern unter achates, sardonyx coecus; der Aegyptilla des Plin. ist unser ägyptischer Kugeljaspis, der achates aus Sicilien, der dortige Jaspis.

jaschma im Russischen;—jasma, auch drahule im Czechischen;—jaspid im Polnischen;—jaszpisz im Walachischen;—ιασπις im Neu-Griechischen;—diasporo im Italienischen und Alt-Spanischen;—jaspe im Französischen;—jasper im Englischen;—jaspis im Dänischen, Schwedischen, Holländischen;—sinopel oder zinopel hiess sonst in Ungarn der rothe Jaspis.

J. Der Heliotrop.

Heliotropium der Griechen und Römer war ein grünes Plasma mit rothen Punkten, auch wohl ein ähnlich gefärbter Jaspis, den wir jetzo mit diesem Namen bezeichnen; wie er bey den Orientalen heisst, muss ich dahin gestellt seyn lassen. Im Mittelalter findet sich auch dafür διαλιον.

eliotropio im Italienischen;—heliotrope im Französischen; —heliotrop im Englischen, Schwedischen u.s.w.;—geliotrop im Russischen;—szentkö im Magyarischen.

K. Der Chrysopras.

Der Chrysopasius der Römer und Griechen mag eine Art Beryll gewesen seyn. Der chrysoprasius (topazius) wird ein gelbgrüner Flussspath gewesen seyn. Diese Namen gingen in die sich bildende neuere Mineralogie über, man begriff darunter sehr verschiedene grüne gemmenartige Steine ohne bestimmten Begriff.

In den oberen Straten des Serpentingebirges in Schlesien, besonders bey Kosemütz, liegt eine weit verbreitete sogenannte Chrysopras-Ader, mit vielen Arten von verschieden gefärbtem Quarz, auch ein schön apfelgrüner, der eine gute Politur annimmt, sich zu Schmucksteinen eignet. Seit 1741 wurde man auf ihn aufmerksamer, gewann und verarbeitete denselben; Klaproth zeigte 1788, dass die Färbung durch Nickeloxyd bedingt sey. Allmäblig beschränkte man den Namen Chrysopras nur auf dieses Fossil; im Linnéischen Systeme hiess es nitrum, fluor viride; Werner setzte es erst zu dem Talk, seit 1791 zu dem Quarz.

L. Unsere Gattung Türkis oder Calait.

Diess ist ein geschätzter blaugrüner, undurchsichtiger, unkrystallisirter Edelstein, der gute Politur annimmt, in kleinen, wie in ziemlich grossen Stücken vorkommt, sich hübsch ausnimmt, seit ältester Zeit viel zum Schmuck verwendet wurde. Er findet sich nur in Khorasan (Persien), von wo aus er durch den Handel überall hin verführt wurde; aber erst in jüngster Zeit hat man seinen Fundort etwas genauer kennen gelernt.

Als Surrogat dafür benutzte man lange in Europa die von Kupfer durchdrungenen, grün gefärbten, fossilen Knochen, die man besonders im südlichen Frankreich findet, glaubte: dass der wahre Türkis ähnlichen Ursprunges sey, und entfernte ihn lange aus den Mineralogien; erst durch Chardin (voyage en Perse), Agaphi (1791) und Fraser (1830) wurde sein geognostisches Vorkommen ermittelt, man erkannte ihn nun für eine eigene Mineralgattung, die Calait genannt wurde; von diesem oder dem turqoise de vielle roche unterschied man die fossilen Knochen als turqoise de nouvelle roche-osseuse [or: rocheosseuse] und odontolithe im Französischen und turchina de rocca nova im Italienischen.

gyu im Tibetanischen, durch Türkis übersetzt, ist wohl unser Plasma; druga-mara und druga dakara wird auch mit Türkis übersetzt.

perose im Hindu;—perodscha im Sanscrit, auch haritaçman d.i. grüner Stein;—pirusa im Kurdischen;—piurjeh im Armenischen, meist mit berillus übersetzt, wird hierher gehören, wie auch der purjehham;—firuzeh im Persischen, auch firozah, firoze, firuz, firusae mit den Arten: a) abu ishaki;—b) escheri;—c) suleimani;—d) sermune;—e) chaki;—f) abd ol-medschidi;—g) andelibi. Bey den Juwelieren heisst er auch: mescha, und der zweyfarbige ebresch;—feruse im Arabischen, auch feruzegi, peruzegi, perosao, mit den Arten: buscechica, von der schönsten bläulichen Farbe; b) lahahica;—ferozeh im Türkischen, auch piruze, biruzeg, bihruz, peruse, peruze;—perosag im Chaldäischen, auch tarkja, tareja, torkei, torkeja (woher vielleicht der Name turcosa, Türkis).

καλλεινος der Griechen, von der meergrünen Farbe (die καλλαινος, bey den Römern venetus hiess);—callais, calleina der Römer.

turcosa im Mittelalter, auch turchina, turchesia, torcois, torques, lapis turcicus (wohl von torkeja im Chaldäischen, nicht weil man ihn von den Türken erhielt).

perudota, peritot, pelidor, ein kostbarer Stein im Mittelalter, von dem wir weiter nichts wissen, könnte vielleicht mit dem erwähnten peruse, perosao u.s.w. zusammenhängen.

turcia im neuern Latein, auch borea;—περυζε im Neu-Griechischen;—birjura, borivea im Russischen;—bronzusa im Windischen, von bron das Erz;—turchina im Italienischen;—turquesa im Spanischen;—turqoise im Französischen;—turkois im Holländischen;—turkes im Alt-Teutschen;—turkis im Schwedischen, Dänischen.

M. Unser Malachit.

Ein smaragdgrünes, kohlensaures Kupferoxyd, meist seidenartig glänzend; wenn es in festen, reinen, politurfähigen, grössern Stücken einbricht, so kann es zu sehr geschätzten Zierathen und Geräthen verarbeitet werden, als Schmuckstein dient der Malachit selten. Er findet sich in den Kupferbergwerken, am schönsten nur in Siberien, hier wird er viel verarbeitet. Uebrigens dient er als Kupfererz.

dehne im Persischen, wo man nach der Farbe den smaragd-knoblauch-basilicumgrünen, den dunkeln und hellen unterscheidet; der reine heisst auch schirin, der unreinere telch;—dehnedsch im Arabischen, auch dahnag, danadsch, dahanadsch (gemma similis smaragdo) wird hierher gehören, nicht zum Flussspathe, wie Raineri meint. Taifaschi sagt, dass er aus Kupfer entstanden sey, aus Kupferbergwerken komme und 4 Arten habe: a) efrandi, der schönste smaragdgrüne, b) indiani;—c) kermani;—d) caraki;—dana im Kurdischen, ist ein smaragdfarbener Edelstein.

χαλκοσμαραγδος der Griechen;—pseudosmaragdus der Römer, smaragdus atticus, cyprius, medicus und calchedonius (aus den Kupferbergwerken der Insel Demonesus gegenüber von Calchedon), der aus den Kupferminen kam; hierher mag auch gehören der tanos des Plin., wohl mit dehne im Persischen zusammenhängend; auch mag amphitane hierher gehören.

Malachit im Russischen, Polnischen und den meisten neuern Sprachen (wohl von molochites) (s. den folgenden §.), malagita im Italienischen;—malachite im Französischen.

N. Der Molochites der Alten.

Der Molochites der Römer (woher unser Name Malachit entlehnt seyn mag), wird als eine smaragdgrüne, undurchsichtige Gemme characterisirt, die auch zu Siegelringsteinen angewendet wurde; diese waren aber meist fein gravirt, wozu der Malachit wohl nicht taugen mag; daher scheint es sehr zweifelhaft, ob der molochites unser Malachit war; was er überhaupt für ein Stein war, muss ganz dahin gestellt bleiben. Ein ähnlicher Name fehlt in der alten und orientalischen Litteratur.

O. Der Omphax der Alten.

Theophrast erwähnt den ομφαξ als grünen Stein, der zu Siegelringen diente (der Name wird zusammenhängen mit omphacium, d.i. Oehl aus unreinen Oliven, oder Saft aus unreifen Weintrauben—onfak im Arabischen). Was dies für ein Stein war, stehet zur Zeit nicht zu ermitteln, da ein ähnlicher Name nicht weiter bekannt ist.

Von diesem omphax ist der Name omphacit in unserer Mineralogie entlehnt, für einen körnigen Augit in Gemenge mit Granat u.s.w., der besonders im Fichtelgebirge vorkommt, mit dem omphax gar keine Relation hat.

P. Unsere Gattung Idocras oder Vesuvian.

In den Laven des Vesuv kommen schöne grüne und braune Krystalle vor, die eine ziemliche Politur annehmen und geschliffen den Namen vesuvianische Edelsteine,—gemmes de Vesuv—auch Chrysolith, Hyacinth, Topas heissen. Diese Gattung kommt in andern Gegenden, zum Theil noch schöner vor, so vorzüglich in Siberien am Baikalsee u.s.w. Werner fixirte diese Gattung, die man früher zum Hyacinth oder Schörl rechnete, nannte sie Vesuvian, Hauy (1801) Idocrase, welcher Name in die neuern Sprachen überging; im Russischen bezeichnet man den Stein meist als Wiluit weil er sich am Wilui in Kamtschatka findet.

Wahrscheinlich war der Stein schon dem Alterthume bekannt, wurde auch wohl benutzt; aber wir wissen nicht, unter welchem Namen.

Q. Unsere Gattung Epidot, Pistacit, Thallit.

Ein kristallinisches grünes Fossil, zuweilen so schön gefärbt und politurfähig, dass es als Schmuckstein dient. Es findet sich ziemlich häufig in Europa, besonders in Schweden, auch in Indien, in Gesellschaft von Korund. Es wurde früher zum Schörl gerechnet, Werner fixirte die Gattung als Pistacit, Hauy nannte sie Epidot, auch gab man die Namen: Arendalit, Akantikon, Delphinit, Thallit, Oisinit u.s.w. Dem Alterthume mag die Gattung bekannt gewesen seyn, da sie auch in Indien vorkommt; aber wir wissen nicht, unter welchem Namen.

R. Unsere Gattung Augit oder Pyroxene.

Ein sehr verbreitetes krystallinisches Mineral von schwarzer und grüner Farbe, besonders häufig in den Basalten und Laven, wird aber technisch nicht angewendet. Es wurde früher zum Schörl gerechnet; Werner fixirte die Gattung als Augit, Hauy nannte sie pyroxène; sie hat viele Arten, die zum Theil besondere Namen erhielten, als: Diopsid, Sahlit, Malacolith, Alalit, Mussit, Kokkolith u.s.w.

Weil das Fossil in Italien sehr häufig ist, wird man es auch im Alterthume beachtet haben. Den schwarzen, an Augiten sehr reichen Sand und Trass der Gegend von Rom nannte man nach Vitruv: arena carbunculus; wahrscheinlich rechnete man daher die Augite zur Gattung carbunculus, d.i. zu unsern Granat.

Den Augites (woher der Name für unsern Augit entnommen) führt Plinius nur beyläufig an, bemerkend: dass man ihn meist verschieden von callais halte; er war daher unserm Türkis ähnlich, oder eine Abänderung desselben, hatte daher mit unserm Augit gar keine Relation.

S. Die Gattung Hornblende oder Amphibole.

Vom Augit kaum wesentlich verschieden, ein Fossil von schwarzer oder grüner Farbe, meist blättrich, auch strahlig, dann Strahlstein, Tremolith genannt. Hat keine technische Anwendung. Die Krystalle sind häufig in den Laven und Basalten. Die blättrige Hornblende erscheint häufig als Felsart, besonders mit Feldspath, Quarz und Glimmer, bildet hier den Syenit (s. unten Marmor), auch mit Feldstein den Diorit oder Grünstein, und wenn sie hier sehr vorwaltend erscheint, das Hornblendgestein, Amphibolith oder Aphanit, von fast schwarzer Farbe, das von den alten Aegyptiern vorzugsweise zu ihren Götterstatuen angewendet wurde, der basanites der Alten (basalte nero der Italiener) war. Auch in Kaschmir findet sich diess zähe Gestein häufig zu Bildwerken angewendet. Die labradorische Hornblende, auch Paulit und Hypersten genannt (dwulitschnewaja obmana im Russischen, ipersteno im Italienischen), von Labrador, aus Grönland u.s.w., zeichnet sich durch ein eigenthümliches Schillern aus, war aber dem Alterthume und Oriente wohl nicht bekannt, wurde 1789 von Werner characterisirt.

Die Hornblende wurde früher zur Gattung granatus und basaltes gerechnet, die man später Schörl nannte (die höchst verschiedene Fossilien umfasste); Wallerius nennt sie 1772 granatus vulgaris; Linné (1768), Borax margodes;—Romé de l'Isle 1783: Schörls en masse;—der Name stammt wohl aus dem Schwedischen, wo hornblände eigentlich Zinkblende bedeutet; in Schweden nannte man aber unsere Hornblende früher meist corneus spatosus. Werner fixirte die Gattung unter diesen Namen 1788, Hauy nannte sie amphibole (schwankend).

yu-tsing-chy ist der Tremolith im Chinesischen, auch yang-ky-chy und pe-yang-chy.—tsillampo im Magyarischen;—obmanka, rogowaja blenda im Russischen, ist Hornblende, lutschistoi kamenj ist Strahlstein, gimoraz, jinoraz im Czechischen;—hornblende in den neuern Sprachen.

T. Die Gattung Diallage und Smaragdit, sonst auch prisme d'emeraude genannt.

Ein grünes, blättriges, meist in Serpentin eingewachsenes Fossil, mit einem eigentümlichen Schillern, das für sich keine Anwendung hat. In dem Gemenge mit Serpentin und Feldstein bildet es ganze Felsmassen unter den Namen Euphotid, Gabbro, granito di gabbro, verde di Corsica, granito del impruneta. Dieses Gestein dient zu Werken der Kunst, ist häufig in Italien, wurde im Alterthume viel angewendet; aber wir wissen nicht, unter welchem speciellen Namen, im Allgemeinen rechnete man es gewiss zum Marmor.—Saussure hob die Gattung als Smaragdite heraus, Hauy nannte sie Diallage, Werner rechnete sie zum Strahlstein.


§. 5. Gelbe Gemmen und verwandte Gesteine.

A. Unsere Gattung Topas.

Der Juwelier bezeichnet meist alle gelben Edelsteine mit dem Namen Topas, wie gelben Korund, gelben Spinell u.s.w.; mineralogisch ist die Gattung durch Krystallform, Härte, Schwere und chemischen Gehalt scharf begrenzt, hat verschiedene Farben.

Ceylon, wie ganz Indien, so reich an allen andern Edelsteinen, hat merkwürdiger Weise gar keine Topase, oder wenn sie sich hier finden sollten, was hier und da behauptet wird, so erscheinen sie wenigstens als höchste Seltenheit; was der Juwelier orientalischen Topas nennt, ist meist gelber Korund, der sary jakut der Orientalen.

In Sachsen finden sich die schönen weingelben Topase (früher Chrysolith genannt), die dem Oriente und Alterthume wohl fremd waren. In Brasilien sind rothe, grüne und wasserhelle Topase ziemlich häufig, die im gemeinen Leben oft als Rubin und Sapphir bezeichnet werden. In Siberien gewinnt man in jüngster Zeit viel Topas, besonders im Ural bey Miask, der meist wasserhell ist, und bey Mursinsk von meist bläulicher und grünlicher Farbe. Diesen siberischen Topas wird das Alterthum gekannt haben, verband ihn wahrscheinlich mit Smararagd oder Beryll, mit welchem letztern er häufig zusammen vorkommt; da hier aber keine gelben Topase vorkommen, so wird das Alterthum und der Orient schwerlich gelbe Edelsteine mit dem Namen Topas bezeichnet haben. In Jekatharinenburg in Siberien, wo viel siberische Topase geschliffen werden, nennt man diese—ich weiss nicht weshalb—tjeschelowes, tjejelowjesi, was heissen soll: die schwerwiegenden (von wjes das Gewicht und tjesolui schwer); als topazi aber bezeichnet man die farbigen Abänderungen des Bergkrystalles.

In der Sanscrit-Litteratur ist ein Name für den gelben Topas (der Mineralogen) gar nicht zu erwarten; wenn daher Wilson, Pott und Andere den Namen von gelben Edelsteinen, wie: pita, pitasara, pitaspatica, pitamane mit Topas übersetzen, so wird diess—mineralogisch genommen—unrichtig seyn; diese Edelsteine werden zum gelben Korund oder einer andern Mineralgattung gehören; dasselbe ist der Fall mit pitaçma und gomedaka im Bengalischen, mit manikang, kunig, puresjeragan im Malaiischen, pusperajan im Ceylonesischen u.s.w., die alle wohl irrthümlich mit Topas übersetzt werden.

tobadsch heisst im jetzigen Türkischen unser Topas, welches Wort aus den europäischen Sprachen entlehnt seyn mag, obwohl top und adsch türkische Sylben seyn können, was ich nicht weiss; auch soll man ihn sofja taschi und sirtcha (welches Wort persischen Ursprunges seyn soll) nennen, auch kibris elmasi (Diamant von Cypern) und kibris taschi (Stein von Cypern), die zum Bergkrystall gehören werden.

Das Wort topas, das aus Aegypten stammen mag (wo es unsern Flussspath bezeichnet haben mag), ist in alle europäischen Sprachen übergegangen; topas im Englischen, Schwedischen, Magyarischen; topaas im Holländischen; topazio im Spanischen und Italienischen; topass im Polnischen, Windischen, Czechischen.

B. Der topazion der Alten und der pitdan der Hebräer.

paz im Hebräischen wird mit topazion übersetzt. tuphasjon im Syrischen. παζον (wie paz im Hebräischen), τοπαζιον (wie tuphasjon) im Griechischen, topazius der Römer. Ueber diesen Stein haben wir durch griechische Schriftsteller verständige Nachrichten, sind nicht allein auf den kritiklosen Plinius angewiesen.

Strabo 16, 198 sagt: der topazion von der Insel Ophiodes bey Aegypten ist ein goldgelber (χρυσοειδης), durchsichtiger Stein, welcher derartig glänzt (leuchtet), dass man ihn am Tage nicht sehen (unterscheiden) kann; nur während der Nacht wird er von den Einsammlern bemerkt. Diodor. Siculus III. 3 sagt: der topazion ist glasartig (ὑαλω παρεμεφρης), goldgelb (εγχρυσον), findet sich in Felsen; wegen des Sonnenlichtes kann man ihn am Tage nicht sehen, bey Nacht leuchtet er im Dunkeln. Agatharchides sagt dasselbe, nennt ihn einen undurchsichtigen, glasartigen, gelben Stein; Orpheus de lapidibus wiederholt das Gesagte, bemerkend: dass er zu magischen Zwecken diente.

Plin. 37. 32 führt aus dem Juba an: die Insel Topazon habe ihren Namen von topazin, oder—wie ein Manuscript liest—opazum, was in der Sprache der Trogloditen (d.i. in der ägyptischen) suchen heisse. Die Arsinoe, Gemahlin des Ptolomaeus Philadelphus habe aus diesem Steine eine Statue von 4 cubitus Höhe (5' 7" rheinländisch) erhalten, die in dem delubrum aufgestellt sey. Als Arten unterscheide man: den prasoides und chrysopteros von lauchgrüner Farbe.

In der neuern Zeit hat Bruce (Reise nach den Quellen des Nils I. Pag. 255) die Topasinsel (die in der Landessprache Jibbel siberget oder zumrud heisst) besucht; er fand hier Stücke von einem grünen, adrigen, wolkigen, zerbrechlichen Gestein, nicht so hart als Quarz, die siberget und bilur vom Volke genannt wurden. Ob hier ein neuerer Reisender genauere Untersuchungen gemacht hat, ist mir nicht bekannt geworden.

Der τοπαζιον der in grossen Massen vorkam, glasartig und weicher war, wie alle Gemmen, gelbe und grüne Farben hatte, zeichnete sich dadurch aus: dass er, von der Sonne am Tage beschienen, in der Dunkelheit leuchtete, d.i. phosphorescirte. Kein Fossil phosphorescirt so stark und so leicht als der Flussspath in gewissen Abänderungen, besonders der meist smaragdgrüne Chlorophan aus Siberien; liegt dieser im Sonnenlichte, und man bringt ihn dann ins Dunkle, so leuchtet er so stark, dass man nahe Gegenstände dabey erkennen kann.

Wohl ohne Zweifel war hiernach der topazion unser Flussspath, besonders unser Chlorophan oder stark phosphorescirender Flussspath; dieser hiess topazion, wenn er gelb war, chrysoprasius bey gelbgrüner Farbe (aus dem man auch Gefasse [Gefässe] und grössere Gegenstände verfertigte), und bey grüner Farbe pazion, prasion, prasoides.

Diese Namen sind allmählig auf ganz verschiedene Gesteine übertragen worden; der topazion auf unsern Topas; der Chrysopras auf unsern Chrysopras, einen politurfähigen grünen Quarz, und der prasion auf unsern Prasem, einen grünen gröberen Quarz.

Sonderbarer Weise stehen Flussspath und Topas in einer gewissen innern Relation, sie enthalten beide, wenn auch in verschiedenen Quantitäten, Flusssäure und nach den Beobachtungen von Freisleben (geognostische Arbeiten V. Pag. 232) gehen beide in einander über.

pitdah im Hebräischen war einer der 12 Edelsteine im Schmucke des Hohenpriesters bey den Juden, der im Griechischen mit τοπαζιον übersetzt wird, im Syrischen mit sorjo, im Chaldäischen mit jarkan, jarukta (d.i. grünlich), im Arabischen mit asphax. Braun (de vestitu sacerd.) sucht zu zeigen: wie durch eine leichte, in den semitischen Sprachen häufige Verwechselung der Buchstaben aus topaza, topza, topda, pitdah wird, welche Etymologie ich ganz dahin gestellt seyn lasse. War der topazion der Griechen unser Flussspath, so kann er nicht wohl der pitdah der Hebräer gewesen seyn, denn ein Stück Flussspath würde sich neben den andern kostbaren Edelsteinen im Schmucke des Hohenpriesters nicht gut ausgenommen haben.

Ich sollte meinen: es möchte ein Zusammenhang Statt finden zwischen pitdah im Hebräischen, mit pita im Sanscrit und den indischen Sprachen, womit man die gelben indischen Edelsteine bezeichnet, den gelben Korund, Spinell u.s.w. (der Topas der Juweliere, nicht der Mineralogen), dafür spricht auch: dass im Persischen der pitdah durch laal übersetzt wird, der unser Spinell oder Zirkon war.

C. Der Bernstein.

Der Bernstein, obwohl ein fossiles Baumharz, gehört doch zu den Mineralien, und vorzugsweise zu den Schmucksteinen. Er ist von gelber Farbe, die sich ins Weisse verliert, oft einen Stich ins Rothe hat; durchscheinend, oft ganz durchsichtig und stark electrisch. Er findet sich zwar in vielen Gegenden, am häufigsten, schönsten, und in grössten Stücken nur an der Ostseeküste, vorzüglich an der preussischen und bey Palmünken, theils in der Erde, meist als Auswurf des Meeres, hier ist er seit den allerältesten Zeiten gewonnen, und auffallender Weise scheint seit Jahrtausenden eine fast gleiche Quantität Bernstein ausgeworfen zu werden, der Ertrag sich nicht zu mindern. Die kleinen, schlechten Stücke dienen, besonders im Oriente, zu Räucherwerk; übrigens wird der Bernstein als Schmuck verarbeitet, der jetzo, wie in ältester Zeit, im Orient und Occident ein sehr gesuchter und verbreiteter Artikel ist. In den germanischen alten Gräbern findet man sehr vielen und sehr schönen Bernstein, der bey den Römern und bey den Griechen in allerältester Zeit sehr allgemein als Schmuck diente. Der Bernsteinhandel war vorzüglich in den Händen der Phönizier, die bis in die Ostsee schifften und dem ganzen Oriente diesen gesuchten Artikel zuführten. Der Bernstein umschliesst nicht selten kleine Insekten und Pflanzen, die sich auf das Vortrefflichste erhalten haben. Schon im Alterthume beachtete man diese, wie die electrische Eigenschaft.

pe im Chinesischen; mila-pe der gelbe, hue-pe und chu-pe der röthliche;—hupa im Mandschu, auch chupa und boissile;—bhour-len, burlem im Tibetanischen, auch wird spasa-schela hierher gehören.

Wie im Sanscrit der Bernstein heisst, habe ich nicht gehörig ermitteln können; tailasphatica (d.i. Oehlkrystall) soll Bernstein seyn, dieser ist aber nicht krystallinisch; auch tringrahin (d.i. Grasanzieher), was auch Turmalin seyn kann; mir scheint es wahrscheinlich, dass man den Bernstein unter pita begriffen hat, womit man gelbe Edelsteine bezeichnete.

ivgit kajungar saet im Gröländischen;—amber kerning im Malaiischen (ob aus dem Englischen?);—sath im Armenischen, auch kahribar (wohl aus dem Persischen), pazmakoum wird mit electrum übersetzt;—kawake im Japanischen;—kahruba, kuhroabo, auch kepur im Hindu (wohl aus dem Persischen);—kahrub, karabe, kahruba im Persischen (von kah und rubah, d.i. der Räuber von Spreu, wegen der electrischen Anziehung);—amber ist das wohlriechende Harz, der ambra ambrosiaca;—karabe, kahrab, karabah im Arabischen;—kehribar im Türkischen;—karaweh im Georgischen;—keherbai im Bucharischen;—charbe im Aethiopischen;—prud im Alt-Slawischen;—jantar, yantare im Russischen und Serbischen;—jantar im Polnischen, auch bursztyn;—gantar im Czechischen, auch cistee, czistec, aksteyn;—giantaras im Litthauischen;—sihtars, dsinters im Lettischen;—jantar im Illyrischen, auch kechribari (aus dem Walachischen);—gentar in der ausgestorbenen Sprache der alten Preussen, die an der Ostsee wohnten, von wo der Bernstein und mit ihm der Name in die entferntern Länder ging;—gyantar im Magyarischen, auch sarga gyenta;—cistec im Mährischen und Slavonischen.

burzhen im Kärnthischen, auch okstar (was mit jantar zusammenhängen mag);—bureen im Krainerischen und Windischen, auch smolski kamen;—burstin im Illyrischen, Bosnischen, Ragusanischen und Croatischen, hier auch burcham und okstar;—börnstein im Alt-Teutschen; gewöhnlich, vielleicht irrthümlich leitet man das Wort von bernen, d.i. brennen ab; ein Zusammenhang mit den erwähnten slawischen Wörtern scheint vorhanden, ob diese aber slawischen Ursprunges sind, lasse ich dahin gestellt seyn.—Auch agtsteen, aidstain, was von aiten, d.i. brennen herkommen soll;—bornsteen, barnsteen, brandsteen im Holländischen;—bernstein im Dänischen, auch rav.

raf im Lappländischen;—reef, rief im Alt-Finnischen; raf im Schwedischen;—gles, glys im Alt-Schwedischen;—rafur, rafr, raf im Isländischen; auch glar;—rypte in der Edda.

kichrimbar, chirimbaru, kirimbarjü im Walachischen;—kechrembari im Neu-Griechischen.

glesum in der Sprache der alten germanischen Aestyer (nach Tacitus, Germ. 46), die an der Ostsee wohnten und der keltischen Nationalität angehörten. Das Wort wird zusammenhängen mit glain im Wälschen, das Durchsichtige, das Juwel, die Hals- und Rosenkranz-Perle oder Kugel (als Halsschmuck diente der Bernstein vorzugsweise bey den keltischen Völkern);—gles, glas, glesum im Friesischen und längs der Ostseeküste;—glaes, glaere, glayre, glies im Angelsächsischen;—glesum im Alt-Esthnischen, nach neuerer Mundart: merre kiwwi d.i. Strandstein.

goularz im Bretonischen;—gwefer im Wälischen (von gwef, klar);—omar im Gälischen, ombra im Irischen;—ambar, ambre im mittelalterlichen Latein; αμπερ, αμπρα im mittelalterlichen Griechisch, damit bezeichnete man vorzüglich den nordischen Bernstein (den von der Küste des mittelländischen Meeres, mit σουκινον);—amber im Englischen;—amber jaune, auch succin im Französischen, früher auch carabe (der arabische Name);—ambar, auch succino, carabe im Spanischen;—ambra gialla, auch succino im Italienischen;—alambre, auch charabe und electro im Portugiesischen.

sakel im Alt-Aegyptischen, wie Plinius anführt;—sakal im Koptischen;—sakal im Hebräischen, war ein Ingredienz zum Räucherwerk, wohl ohne Zweifel Bernstein;—tharschisch im Hebräischen, wird—wie Bredow (historische Untersuchungen II.) auszuführen sucht, der Bernstein (als Schmuckstein) gewesen seyn; auch könnte vielleicht der schechlet hierher gehören.

Die jetzigen Bernsteinhändler sortiren ihre Waare nach der Grässe der Stücke; die vierte Art, wo die Stücke klein sind, unter einem Lothe wiegen, heisst cakon, sakon, tschakon, welche Namen Ähnlichkeit mit sakal haben; es könnte diess eine alte germanische Bezeichnung seyn, die nach Aegypten übertragen wäre.

sachal im Syrischen, nach Plinius auch harpax.

electro, ilectro im Phönizischen;—ηλεκτρον im Griechischen, wohl aus dem Phönizischen, da man durch die Phönizier den Bernstein erhielt; man unterschied: leyk-chry-electron und subalternikon, den weissen, gold- und feuergelben, μακατος scheinen grosse Bernstein-Klumpen gewesen zu seyn. Hiervon stammen unsere Namen: electrisch, Electricität u.s.w.;—electrum der Römer, auch succinum (vielleicht von succus der Saft der Gewächse, weil der Bernstein ein Baumharz ist), man unterschied den weissen (candidum), rothgelben (fulvus) und hochrothen; der myrmecites und cantharius, wird Bernstein mit Insekten gewesen seyn.

sacrium im Alt-Scythischen nach Plinius, aber wahrscheinlich ist dieser Name nicht correct geschrieben, er könnte mit sakal zusammenhängen; Schlözer schlägt vor satrium, was mit sihtars im Lettischen Aehnlichkeit hat.


§. 6. Blaue Gemmen und verwandte Gesteine.

Die wichtigste blaue Gemme ist der Sapphir, die aber mineralogisch nur eine Art des Korund ist (s. oben). Blaue Abänderungen haben auch andere Edelsteine, als der Spinell, Zirkon, Turmalin u.s.w.

A. Unsere Gattung Peliom.

Ein blauer, krystallisirter Edelstein, zuweilen mit einem sternfarbigen Lichtscheine, etwas weicher als Sapphir, diesem sonst höchst ähnlich und erst neuerlichst mineralogisch von ihm getrennt. Bey den Juwelieren heisst der hellere—Wassersapphir, der dunklere—Luchssapphir. Er findet sich in Indien, Siberien, Spanien, Brasilien u.s.w., war den Alten und Orientalen gewiss bekannt, aber nicht vom Sapphir unterschieden.

peliom, dichroite, cordierite, iolite im Französischen und ähnlich in allen neuern Sprachen.

B. Die Gattung Lasurstein mit Ultramarin.

Der Lasurstein ist ein, seit den ältesten Zeiten bekannter lasurblauer, unkrystallisirter, undurchsichtiger Schmuckstein, der zum Theil in bedeutenden Stücken einbricht, häufig krystallisirten Schwefelkies eingemengt enthält, sich nur in der Bucharey, am Baikal-See, im Badakschan findet. In den Mineralsystemen hat er einen sehr wechselnden Platz gehabt; Guyton glaubte zuerst 1801, dass das geschwefelte Eisen der färbende Stoff sey.

tschingt-chan im Chinesischen, ist der dunkle, zuisang der hellere.

nilaa (d.i. der blaue) im Hindu;—whidurga in Bengalen;—vaidurga, viduradscha im Sanscrit, auch nilopala (der blaue Edelstein), balaradscha, balawajadscha, balasurga, gawarka, kaitawa, keturatna, abrahoha.

lazuwerdi im Malaiischen, auch godschasm;—ladwery im Türkischen (latschmore ist Veilchenblau);—ladschiwerd im Persischen, auch langswerd und lazuard, mit den Arten: a) bedadschi;—b) gurdschi;—c) dermari;—d) kermar.—(lazur ist das Ultramarin). Am Fundorte, in Badakschan unterscheidet man 3 Arten: a) ladschword nili, den indig-blauen;—b) -asmani den hellblauen;—c) suvsi, den grünlichen;—landschiwer im Arabischen, auch asurad, zemech, zumelazuli (von azul, der Himmel), alzagur, hagiar alzemar, maha (lazur ist Ultramarin);—lasrad im Syrischen, auch satphiros (von saphilo, blau).

samper im Aethiopischen, auch sofor, sophor;—saphir im Chaldäischen, auch esphor; schabsis wird mit sapphirus übersetzt;—saphir im Hebräischen; bey den Rabbinen auch sampurian, sampurina;—σαπφειρος der Griechen (daher unser Name Sapphir für einen ganz andern Stein);—sapphirus der Römer;—ζαφιρυς im Mittelalter, auch ζηφυρος, ζαφηρη, cyaneus, lazur, lazurium, lapis armenius;—llasur im Wälschen, azura im Gälischen;—πετρα λαζουλη im Neu-Griechischen; lapis lazuli im neuern Latein.

iasurick im Russischen, auch lazourewoi kamene; lazur im Polnischen; lasura im Windischen;—sagasilje im Bosnischen;—lazukö im Magyarischen;—azur im Französischen;—azurstone im Englischen;—lazursteen im Holländischen, Dänischen, Schwedischen.

Anhang.

Unser Ultramarin.

Aus dem Lasursteine bereitet man die schönste, aber sehr kostbare blaue Farbe—das Ultramarin—die bey den Chinesen schon längst, besonders in der Porzellanmalerei angewendet wurde; die orientalischen Völker kannten sie, auch wahrscheinlich die alten Griechen, die sie λαζουριον genannt haben mögen; häufiger benutzte man ein blaues Kupferglas (s. unten Kupfer) und die Smalte, d.i. Kobaltglas (s. dieses). In der neuern Zeit war es Vanuccio Biringoccio, der 1545 die Bereitung des Ultramarin lehrte (den er sehr von der azurra del Alemagno (Schmalte), unterschied).

lazur im Arabischen;—λαζουριον, λαζουρι der spätern Griechen;—lazurium im mittelalterlichen Latein, auch color graecus;—ultramaro im Spanischen;—ultramarino im Portugiesischen;—outre-mer im Französischen;—ultramarine im Englischen, Schwedischen u.s.w.

C. Unsere Gattung Cyanit, oder Disthène, auch Sapphirspath, Sappare.

Ein krystallisirtes Fossil, meist von schön himmelblauer Farbe, auch weiss und geflammt, in langen rhomboedrischen Prismen, oft durchsichtig, stark glänzend, sehr hart und fast ohnschmelzbar. Aus Indien kommen, wenn auch nicht häufig, geschliffene Cyanite, die man gern für Sapphir verkauft, auch Sapphirspath nennt. In Europa findet er sich weniger schön, in Glimmerschiefer eingewachsen, hat keine technische Anwendung. Den sogenannten blauen Schörl aus Tyrol fixirte Werner 1785 als die Gattung Cyanit, entlehnte den Namen von Cyanos der Griechen, der unser Kupferlasur war. Saussure analysirte das Fossil, und nannte es 1789 Sapparre.

Der Orient und das Alterthum wird den Cyanit gekannt, und wohl mit dem Sapphir (dem nila und jakut) verbunden haben; wir wissen aber nicht, unter welchem speciellen Namen.

disthène der Franzosen, auch saparre, früher beril feullété und schörl bleu;—disteno im Italienischen und Spanischen;—kyanite im Englischen;—kyanit im Schwedischen, Dänischen, früher auch egkö im Magyarischen.

D. Der Amethyst.

Er ist ein violblauer, durchsichtiger, meist krystallisirter Quarz, der viel zu Siegelringsteinen und verschiedenen Schmuckgegenständen dient. Er ist häufig in Indien und Ceylon, wo er von besonderer Schönheit gefunden wird, auch, aber weniger schön, in Europa. Er hat nur geringen Werth.

tsi-chy-yng im Chinesischen;—sevandi im Ceylonesischen;—seandi, scuandi im Malabarischen; pudi und permata-puti heisst ein Edelstein, der wahrscheinlich auch Amethyst ist; zebugaong auf Awa.

dschamschat im Arabischen, auch giamest, dschamsat, dschemeat, gebellecum mit 4 Arten, a) wo lebhaftes Himmelblau und Roth gleichmässig vereiniget sind; b) wo das Rothe vorsticht; c) wo das Blau vorherrscht; d) wo die Farben getheilt sind. Wenn man Wein aus Bechern von diesem Steine trinkt, soll man nicht berauscht werden.

tabheagh, tabhaya im Chaldäischen, auch wird enegla, een egla (d.i. Kalbsauge) mit Amethyst übersetzt;—achlama, ahlama im Hebräischen.

amothostos, ametestinos im Aethiopischen;—amethystos, im Koptischen. (Aus Aegypten mag der Name zu den Griechen gekommen seyn, von diesen zu den Römern und zu uns);—dschemist im Türkischen, auch dschebellokun, dgebilkon, dschalzagum;—amyethos im Armenischen, mit Granat übersetzt, mag hierher gehören;—amothostos im Syrischen;—αμεθυστος im Griechischen, auch im Neugriechischen.

amethystus der Römer mit mehreren Arten, nach der Intensität der Farbe; die eine Art hiess nach einem indischen Worte (sacon) sacondion, sapenus, auch pharanites.

σοκονδιος hiess im Mittelalter ein Edelstein, der nicht näher characterisirt wird, aber der sacondion des Plinius seyn wird, vielleicht mit sevandi im Ceylonesischen zusammenhängt.

metist, ametist im Russischen;—amatyst, auch upren im Czechischen; ametyst im Polnischen;—ametiszt, közonseges, ametisztus im Magyarischen;—amethnit, amethistu im Walachischen;—amatisto im Italienischen und Spanischen;—ametisto im Portugiesischen;—amethyste im Französischen;—amethyst im Englischen, Schwedischen und übrigen neuern Sprachen.


§. 7. Weisse Gemmen und verwandte Steine.

Hierher stellt man gewöhnlich auch das Katzenauge, das schon oben erwähnt ist.

A. Der Opal, Edelopal.

Er ist ein unkrystallinisches Kieselhydrath, meist von weisser Farbe, ausgezeichnet durch das herrlichste Farbenspiel, das bey keinem andern Mineral derartig vorkommt, daher er ein beliebter Schmuckstein ist. Er spielt mit blauen, gelben, rothen und grünen Farben, kommt nur in kleinen Nieren vor, so, dass ein nussgrosser Stein zu den höchsten Seltenheiten gehört. Er findet sich nicht in Indien, sondern allein in Ungarn bey dem Dorfe Czerwenizka zwischen Kaschan und Eperies, in kleinen Partien eingewachsen in ein porphyrartiges Gestein. Ungarn (sonst Dacia) war in alter Zeit ein cultivirtes, blühendes Land, mit wichtigem Bergbau. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass vor der römischen Zeit schon die Opalgruben betrieben wurden; aber nachweisen lässt es sich nicht. Der Opal, der sich an ein Paar andern Punkten findet, ist ohne Bedeutung, nur eine mineralogische Seltenheit.

Ob man im Alterthume und Orient den Edelopal gekannt, ihn aus Ungarn bezogen hat, ist zwar wahrscheinlich, aber noch zweifelhaft. Wenigstens im Mittelalter (vermuthlich also auch früher) muss die Opalgräberei hier stark betrieben seyn, ging aber in der spätem Zeit ganz ein, denn der alte ungarische, walachische und moldauische Nationalschmuck der Frauen prangte stets mit den schönsten Opalen, diess ist auch der Fall mit den sehr alten Pocalen und Waffen der dortigen Gegenden. In jenen Zeiten (daher auch wohl früher) werden diese Steine durch griechische Kaufleute nach Asien verführt seyn, und von da kamen sie vielleicht, unter dem Namen der orientalischen Opale, auf andern Wegen nach Europa zurück. Die Opalgräberey hat dann Jahrhunderte hindurch gelegen, war fast ganz in Vergessenheit gekommen; erst seit 1775 begann sie wieder bey Cherwenitza (zwischen Kaschan und Eperies), wird seit 1788 regelmässig betrieben. Jetzo gehen fast alle gewonnenen Opale nach England, man kann sie fast nur von daher erhalten.

Aus der griechischen Zeit scheinen Opale auf uns gekommen zu seyn, werden wenigstens in manchen Sammlungen von Antiken erwähnt, auch hat man Glasflüsse, dem natürlichen Steine täuschend ähnlich.

Der Name Opal stammt wahrscheinlich aus dem Sanscrit, wo opalo, auch upala überhaupt ein Juwel, kostbarer Stein heisst; nur in Zusammensetzungen ein bestimmtes Mineral (wie nilopala, d.i. blauer, unser Sapphir).

Im Polnischen heisst upala das Feuer; aber daher kann der schon den Römern bekannte Name wohl nicht stammen.

pandumrittika im Sanscrit (d.i. blasse Erde) übersetzt Wilson mit Opal; wadschraba im Bengalischen übersetzt Carey mit the precious opal;—komala, kumala im Malaiischen (vielleicht mit opala verwandt) ist ein Edelstein von ausserordentlicher Schönheit, von Gestalt der Wassermelone, und dem Glanze der Sonne; aber es ist unbekannt, welchen Stein man damit bezeichnete.

οπαλυς, οπαλλιος der Griechen und opalus der Römer kann der Beschreibung nach nur unser Edelopal gewesen seyn, wenn wohl als Fundort vorzugsweise Indien angegeben wird, von woher auch wahrscheinlich der Name kam. Dass man in Griechenland und Aegypten Edelopale hatte, sie auch auf das Vollkommenste in Glas nachmachte, leidet wohl keinen Zweifel. paederos oder paederonta der Römer, der nach Plinius sangenon in Indien, tenites in Aegypten hiess, scheint ein ähnlicher, aber schlechterer Stein gewesen zu seyn; der hexecontholithus des Plinius hatte auch viele Farben, so auch der πανταρβας, den Ctesias erwähnt, über die sich gar keine Conjectur machen lässt.

Im Mittelalter hiess der Edelopal ορφανος, orphanus (vielleicht durch einen Schreibfehler aus opalus entstanden) und im Teutschen (wohl durch Uebersetzung) der Weese, Weise (d.i. vaterlose), Wieselstein, auch Firmamentstein.

Im Italienischen und Portugiesischen nannte man ihn früher auch girasole und scambia, womit eigentlich unser Mondstein und Adular, auch der Sternsapphir bezeichnet wurde.

opal, telköbanykö im Magyarischen;—opalul im Walachischen;—opal nastojaschtschi im Russischen, opal auch in den andern slawischen Sprachen;—opale noble im Französischen;—opalo nobile im Spanischen und Portugiesischen;—opal precious im Englischen.

B. Der Halbopal und Hydrophan.

Der Halbopal, gemeine Opal, Jaspopal ist ein Kieselhydrat ohne Farbenspiel, weiss, gelb, roth, braun, zuweilen mit Holzstructur, ein in gemeinen Opal versteinertes Holz (wood opal im Englischen); er nimmt eine ziemliche Politur an, wird aber doch nur sehr wenig technisch, zu Bijouterie-Gegenständen verwendet. Ob er im Alterthume und Orient benutzt, und wie er genannt wurde, wissen wir nicht.

opal fatty, opal jel im Magyarischen;—obyknowenny opal, polu opal im Russischen;—semio-opal; common opal, jasper opal im Englischen;—quarz resinite commun, jaspe opal im Französischen.

Der Hydrophan ist ein Kieselhydrat von weisser Farbe, das, in Wasser oder Oehl gelegt, dieses einsaugt, dann durchsichtig wird, und zuweilen mit den schönsten Farben wie der Edelopal spielt, nur aber eine Zeit lang. Wird er in Wachs getränkt, so erlangt er die Eigentümlichkeit beym Erwärmen durchscheinend zu werden, auch Farben zu erhalten.

Wohl wird der Orient und das Alterthum dieses Fossil gekannt haben, wir wissen aber nicht, unter welchen Namen.

Früher nannte man ihn lapis mutabilis, Weltauge, oeil du monde im Französischen, auch hydrophane.

C. Der Bergkrystall und Krystall.

a) Krystall im Allgemeinen.

Ein Mineral in bestimmten geometrischen Formen, abgesehen von dem Material und dem chemischen Gehalte.

spatika im Sanscrit, ferner katscha (was auch Glas heisst); agrigarbha, agrimani (krystallisirter Edelstein), atschtschha (durchsichtiger Krystall). Dem spatika sehr verwandt klingt das teutsche und französische spath, das englische spaad, spar, d.h. ein Fossil mit blättriger Textur, nach welcher es leicht theilbar ist; gleichwohl stammen diese Worte wohl schwerlich direct aus dem Sanscrit, sondern wohl aus dem Keltischen, hängen zusammen mit ysparth im Wälschen, der Theil, die Separation, ysparthu (W.) theilen, separiren.

spatika im Bengalischen.

palumban im Malaiischen, auch palingu, nilur, intang.

shela im Tibetanischen (was auch Glas heisst); auch rdo-shela (d.i. Steinglas); rana-shela, natürlicher Krystall (bazhu-shela ist ein künstlicher Krystall aus Glas);—wani im Armenischen.

balur, hablur im Persischen;—bulur im Bucharischen;—bellur im Kurdischen;—beluro, belurcho im Syrischen.

ebna barut im Aethiopischen (bedeutet auch Hagel);—mahewe im Abessinischen;—elgabisch im Hebräischen, auch gabisch (das zugleich Eis bedeutet.

kerustallin, keristallon im Chaldäischen; keristalinon ist krystallinisch;—kristall, krustall im Albanischen;—cristallu im Walachischen;—criostall im Gälschen;—crisial im Wälschen;—cristal im Bretonischen;—χρυσταλλος im Griechischen;—χρυσταλλι im Neugriechischen;—crystallus im Lateinischen;—kristall im Isländischen, Lappländischen, Schwedischen, Englischen, Französischen;—crystall im Portugiesischen, Spanischen, Dänischen, Holländischen;—cristallo im Italienischen;—krystal im Polnischen, Czechischen, Windischen und Croatischen;—kristoa im Bosnischen;—golot im Ragusanischen, auch im Windischen;—kristolas im Litthauischen;—krystally im Magyarischen.

b. Der Bergkrystall.

Ein reiner, durchsichtiger, meist wasserheller Quarz, der, sehr häufig als Schmuckstein dient, meist die falschen Diamanten (faux diamans) bildet, wenn sie nicht Glas sind. Häufig erscheint er gefärbt, und trägt dann verschiedene Namen; der violblaue heisst Amethyst, ist schon erwähnt;—der gelbe heisst Citrin, hyacinth d'Espagne, topaze occidentale; der rauchgraue Rauchtopas, topaze enfumé;—der fast schwarze morion;—der, welcher Amiath, Rutil oder dergleichen umschliesst: Haarstein, Nadelstein, cheveux de Venus, fleches d'amour. Im Alterthume brauchte man den Bergkrystall sehr häufig, besonders zu Petschaften, schliff auch Brenngläser u.s.w. davon.

pe-chy-yng im Chinesischen, der ganz durchsichtige;—tse-chy-yng, der bläuliche;—choui-tsing im Japanischen;—rdo-shela, auch tschujschel im Tibetanischen;—vellor im Kaschmirischen.

palinga, auch keys im Ceylonesischen; sudu palinga ist der wasserhelle;—kana palinga, der helle Rauchtopas;—tilla palinga, der dunklere;—taripo, der weisse, undurchsichtige Milchquarz bey röthlicher Färbung,

batu palumban im Malaiischen; wille palinga, der wasserhelle, mangel palinga, der helle Rauchtopas, tilia palinga, der dunkle.

spatica im Sanscrit;—spatika, phatika, katscha, kantscha im Bengalischen.

bulur im Bucharischen;—büllur, bellur im Türkischen;—balur im Persischen;—belur im Arabischen;—bellur im Kurdischen;—be'ur im Syrischen;—ibna barad im Syrischen.

abagjegh, wanakn, akn wani im Armenischen;—gabisch (was auch Eis bedeutet), und kerach im Hebräischen;—kerustallin im Chaldäischen.

criostal im Gälischen, auch gloine (d.i. Glas) shoillur und gloine shinealta;—κρυσταλλος im Griechischen;—κρυσταλλοπετρα im Neugriechischen;—crystallus im Lateinischen, mit vielen Abänderungen; iris war der dreiseitige Bergkrystall, der als Prisma diente; der erros oder zerios war diesem ähnlich; haephaestites waren Geschiebe, die als Brenngläser dienten;—morio war unser Rauchtopas, der nach Plinius in Indien prammion hiess, der alexandrinus und cyprinus waren röthlich;—crystallus montanns [montanus] im mittelalterlichen Latein;—kristallssteirn im Isländischen;—rockcrystall im Englischen;—bergkrystall im Schwedischen;—bjergkrystall im Dänischen;—bergglas im Holländischen;—cristall de roche im Französischen;—cristallo di rocca im Italienischen;—cristall de roca im Spanischen und Portugiesischen.

krystally, hegyi kristaly im Magyarischen.

krysztal gorny im Polnischen;—krysztal, auch prohleden im Czechischen;—kirchel beym böhmischen Bergmann;—hornoi chroustalle im Russischen; in Siberien nennt man die gefärbten Bergkrystalle topas; den Rauchtopas duim-tschatui [or: duimtschatui] topas (von duim der Rauch).

Es ist mir unbekannt, warum man in Teutschland den dunkeln Bergkrystall topas genannt hat, wie es auch in Siberien geschiehet.


§. 8. Die 12 Gemmen im Schmucke der Hohenpriester bey den Hebräern.

Da wir in der Bibel die ältesten schriftlichen Nachrichten über Schmucksteine finden, und zwar über diejenigen, welche die Hohenpriester der Hebräer bey feierlichen Gelegenheiten an ihrem Gewände trugen, so gewährt es ein wichtiges Interesse, diese näher zu erörtern.

Ueber der Kleidung trug der Priester ein gesticktes Brusttuch (Coschen), auf dem sich das Gemmenschild befand, mit 12 in Gold gefassten, farbigen, geschliffenen Edelsteinen, auf denen die Namen der 12 Stämme eingeschnitten sich befanden. "Aaron—heisst es—soll die Namen der Söhne Israels tragen auf dem Brusttuche des Gerichtes, wenn er ins Heiligthum gehet, zum Gedächtniss von Jehova jederzeit."

Da diese Steine durch die eingeschnittenen Namen gleichsam die 12 Stämme repräsentirten, und da sie 3 und 3 in einer Reihe in einem Schilde auf der Brust getragen wurden, so scheint es mir wahrscheinlich, dass man Steine gewählt haben dürfte, die ziemlich gleicher Grösse waren, denn es würde sich schlecht ausgenommen haben, wenn neben einem grossen sich ein kleiner Stein befunden hätte. Es scheint mir daher gar nicht wahrscheinlich, dass in dem Brustschilde sich die Edelsteine befunden hätten, die nur in kleinen Stücken vorkommen, für uns die kostbarsten sind, wie Diamant, Rubin, Sapphir, um so mehr, da man im Alterthume diese harten Edelsteine nicht in der Art künstlich schliff und facettirte, als bey uns, sie mehr als natürliche Krystalle trug; eher dürfte zu vermuthen stehen: dass hierzu vorzugsweisse sogenannte Halbedelsteine verwendet gewesen seyn mögen, die schön gefärbt waren, sich leicht bearbeiten liessen und eine gewisse Grösse hatten, wie edler Sard, Onyx, Plasma u.s.w.

Weil es heisst: dass kostbare Steine dazu verwendet werden sollten, so gehet Braun von der Meinung aus: dass die kostbarsten Edelsteine zu suchen hätte, wie Demant, Rubin, Sapphir u.s.w., die er bey zweifelhaften Namen präsumirt, was aber wohl nicht der richtige Gesichtspunkt seyn mag.

Diese 12 Steine lassen sich ohnmöglich mit scharfer Sicherheit mineralogisch bestimmen, nur aus den Namen und deren Uebersetzung ins Griechische, Syrische u.s.w.—bey denen aber zuweilen die Stellen oder Nummern der Steine verwechselt, selbst andere Namen dafür gesetzt sind—können wir die Deutung versuchen. Es ist nicht zu verwundern, wenn bey diesem dunkeln Gegenstande sehr verschiedene Ansichten geltend gemacht sind, und ein Paar neue Conjecturen zur Prüfung vorzulegen, wird erlaubt seyn.

Am ausführlichsten haben bey uns diesen Gegenstand behandelt: Braun: de vestitu sacerdotum hebr. 1680; J. Bellermann: Die Urim und Thummim. 1824.

Die 12 Steine sind folgende.

1. Odem. Sarder nach Luther und Braun, Karniol nach Bellermann.

Im Griechischen allgemein durch σαρδιον übersetzt; im Syrischen sumoko, samukta, d.i. roth; im Arabischen jakut akmar (d.i. rother jakut, unser Rubin); im Persischen jakut; im Samaritanischen samuk; im Chaldäischen samkan, achmon; im Koptischen sardinon.

Das Wort odem kommt nicht weiter im Alterthume vor; Braun will eine Aehnlichkeit mit demium oder dionium finden, wie Plinius eine Art des Sard nennt, die aber sehr zweifelhaft seyn möchte. Mit dem orientalischen Namen des Sard hat odem keine Relation, eher mit ount im Aegyptischen und Koptischen, unch im Chaldäischen, woher ονυξ im Griechischen, der Sardonyx oder mehrfarbige Sard. Die arabische Uebersetzung mit Rubin dürfte gar nicht passen.

Am wahrscheinlichsten dürfte seyn: dass der odem der edle rothe Sard aus der Bucharey (nicht unser gewöhnlicher Carniol) oder vielmehr der mehrfarbige Sard (unser edler Onyx) war, beide Gesteine sind mineralogisch gleich, nur durch die Färbung verschieden.

2. Pitdah. Topas nach Luther, Braun und Bellermann, was auf jeden Fall schon desshalb irrthümlich seyn wird, weil das Alterthum keine Topase, wenigstens keine gelben gehabt hat, die wir theils aus Sachsen, theils aus Amerika erhalten.

Im Griechischen durch τοπαζιον übersetzt, im Syrischen sorgo, jarkan, jarketa (d.i. grün), krustallos, im Arabischen azfar, im Persischen laal, im Samaritanischen dactab, im Koptischen topazion. Die Rabbinen nennen ihn grün.

Prüft man die Nachrichten über den παζιον und τοπαζιον der Griechen als Mineralog, so drängt sich die Ueberzeugung auf, dass hierunter nur unser Flussspath und zwar der stark phosphorescirende (der Chlorophan) verstanden seyn kann, der besonders auf der Insel Topaza im arabischen Meerbusen, auch wohl in Aegypten selbst vorkam, theils gelb, theils grün war. Die Phosphorescenz, das Leuchten im Dunkeln, wenn er von der Sonne beschienen war, machte ihn merkwürdig; aber als Schmuckstein auf einem pectorale, wo diese Eigenschaft nicht hervortreten konnte, möchte sich ein Stück Flussspath nicht gut ausgenommen haben.

Das Wort pitdah kommt nicht weiter im Alterthume vor, hat auch keine Relation zu einem andern Mineralnamen, als mit pita (d.i. der gelbe) im Sanscrit, und dass dieser Name in das Alt-Hebräische übergegangen seyn könnte, ist gar nicht ohnmöglich. Indische Edelsteine mit indischen Namen können ganz wohl über Aegypten nach Palästina gekommen seyn. Unter pita im Sanscrit scheint man gelbe Edelsteine zu verstehen, auf ähnliche Art, als unsere Juweliere unter Topas. pita im Sanscrit wird nicht unsere mineralogische Gattung Topas seyn, sondern vorzugsweise gelber Zirkon, gelber Spinell und gelber Kanelstein (Essonit), die auch in grösseren Stücken vorkommen, einen starken demantartigen Glanz haben.

3. Bareket. Smaragd nach Luther, Braun und Bellermann. σμαραγδος im Griechischen übersetzt, ismaragd im Syrischen, smaragdos im Koptischen, samurod im Arabischen, smorad und barketh im Persischen, barkad im Samaritanischen.

Der Zusammenhang mit bareket, barekat, barkat im Hebräischen, mit maragd, marakta, smaragdos (s. oben Smaragd) wie die Uebereinstimmung der Uebersetzungen, lassen nicht wohl zweifeln, dass hier wirklich unser Smaragd zu verstehen ist, und zwar der ägyptische, der in alter Zeit von hier aus durch den ganzen Orient verführt wurde. In Aegypten bricht der Smaragd in bedeutenden Säulen, die keinen weitern Schnitt bedürfen, leicht zu graviren waren, sich ganz in das Pectorale eigneten.

4. Nophec. Rubin nach Luther, Braun und Bellermann. Diese Deutung scheint mir schon desshalb unwahrscheinlich, weil Rubine nur in kleinen Krystallen oder Körnern vorkommen, etwas grosse Rubine ausserordentlich selten und kostbar sind, aber ein kleiner Rubin, wie man ihn an Fingern oder im Halsbande trägt, sich im Pectorale, zwischen grossen, flach geschnittenen Steinen, nicht besonders ausgenommen haben würde.

Uebersetzt im Griechischen durch ανθραξ, im Syrischen barkan, barkatha; im Koptischen anthrax; im Arabischen cochli; im Persischen caugeschem (Ochsenauge), im Rabbinischen cochalim.

nophec hat mit keinem andern Mineralnamen Aehnlichkeit; eine Verwandtschaft könnte vielleicht mit pecham Statt finden, wie die glühende Kohle im Hebräischen heisst, die im Griechischen anthrax ist.

Der Edelstein ανθραξ im Griechischen wird unser edler Granat gewesen seyn, der wohl das Ansehen von glühenden Kohlen hat, was beym Rubin nicht der Fall ist, der Granat kommt in grossen Krystallen und Geschieben vor, lässt sich leicht bearbeiten, ist nicht selten, und dürfte für das Pectorale passender als der Rubin erscheinen.

5. Sapphir. Nach Luther, Braun und Bellermann unser Sapphir, was aber ein offenbarer, völliger Irrthum seyn wird. Unser Sapphir, der sich schwer bearbeiten lässt, würde schon seiner Kleinheit wegen nicht wohl passend gewesen seyn.

Uebersetzt mit σαπφειρος im Griechischen, saphilo, schabsio, saphirinon im Syrischen, saphiros im Koptischen, maha im Arabischen.

Der sapphirus der Römer, Griechen, Chaldäer u.s.w. war ohne Zweifel unser Lasurstein, dieser passt vortrefflich zu den andern Steinen in das Pectorale, durfte wohl nicht fehlen.

6. Jaholon. Diamant nach Luther und Braun, Onyx nach Bellermann. Braun conjecturirt hier Diamant, vorzüglich aus dem Grunde, weil er meint: Einer der 12 Steine müsste doch ein Diamant gewesen seyn, weil man doch wohl den kostbarsten der Edelsteine mit verwendet haben würde, wogegen aber einzuwenden ist: dass sich ein kleiner Diamant zwischen den grossen bunten Steinen nicht besonders ausgenommen haben würde, daher im Gegentheile ein Diamant wohl nicht zu vemuthen steht.

Uebersetzt mit ονυχιον, σαρδονυξ im Griechischen, onixion im Koptischen, nekehto, sabchalon, cadcodin im Syrischen, baraman im Arabischen, jachlam im Persischen.

Jaholom hat mit keinem bekannten Mineralnamen Verwandtschaft, eine solche dürfte nur vorhanden seyn mit kas (d.i. Stein), dscholon oder tschilon im Kalmückischen (woher unser Name kascholong), wie der ein- und mehrfarbige Sard und Onyx heisst, der nur in der Kalmückei vorkommt; seit den ältesten Zeiten ging er von hier durch den ganzen Orient, wird auch unter diesem Namen nach Aegypten und Palästina gekommen seyn, die Araber bildeten den Namen in dschas, die Perser in dschesi um.

Wie dem auch sey, so werden wir uns an die griechische Uebersetzung halten müssen; ονυχιον und σαρδονυξ war unser Onyx, der gestreifte, mehrfarbige Sard. Odem und jaholom gehörten beyde zum Sard, es kann nicht viel darauf ankommen, welches der einfarbige oder mehrfarbige war.

7. Leschem. Lynkurer nach Luther, Hyacinth nach Braun und Bellermann.

Unser Hyacinth kommt nur in kleinen Krystallen und Körnern vor, wesshalb mir seine Verwendung im Pectorale nicht wahrscheinlich ist.

Uebersetzt im Griechischen mit λιγυριον (bey Versetzungen der Steine mit ὑακινθος), im Koptischen mit ligirion; im Syrischen koncenum; im Chaldäischen kinkire, kancirinon, kankarin; im Arabischen gasala, im Persischen jeschem, d.i. leschem.

Der Name leschem giebt nirgends ein Anhalten; wir können daher nur die Uebersetzung berücksichtigen. Der λιγυριον der Griechen war—wenn man die auf uns gekommenen Nachrichten mineralogisch prüft—unser electrischer Turmalin, meist von rother Farbe, der häufig in Indien, auch in ziemlich grossen Krystallen vorkommt, als Gemme dient, sich leicht bearbeiten lässt, sich hübsch ausnimmt, wohl in das Pectorale passte. Die Conjectur auf unsern Hyacinth scheint mir keinen einigermassen haltbaren Grund zu haben.

8. Sch'bo, schebo, Achat nach Luther, Braun und Bellermann.

Im Griechischen übersetzt mit αχατης, im Koptischen achates; im Syrischen karkedno (chalcedon) und targa (Türkis); im Arabischen sebog, sejag; im Persischen scheber, schebo.

Der hebräische Name giebt für sich gar kein Anhalten, möglich wäre eine Verwandtschaft mit schesch, das gewöhnlich mit Marmor oder Alabaster übersetzt wird, aber grosse Aehnlichkeit hat mit dschez im Türkischen, dschas im Arabischen, dschede im Tartarischen, wie der mehrfarbige Sard oder Sardachat heisst. Der αχατης der Griechen war unser Achat, und für einen Achat wird man daher den schebo wohl anzusprechen haben.

9. Achlama. Amethyst nach Luther, Braun und Bellermann.

In der griechischen Uebersetzung αμεθυστος, in der syrischen en eglo (d.i. Kalbsauge), in der chaldäischen en egla; in der arabischen pirusag (d.i. Türkis); in der persischen cangesehem (d.i. Stierauge und achlama); in der koptischen amethistus.

Vom hebräischen Namen findet sich bey keinem andern Steine und in keiner andern Sprache irgend ein Anklang, es bleibt daher nichts übrig, als die griechische Uebersetzung anzunehmen, und zwar um so mehr, da der αμεθυστος, d.i. unser Amethyst ganz gut hierher passt, und man denselben hier zu vermuthen hat.

10. Tharsisch. Türkis nach Luther, Chrysolith nach Braun und Bellermann, Bernstein nach Bredow (historische Untersuchungen II.).

Uebersetzt im Griechischen theils mit χρυσολιθος, theils ist θαρσεις beybehalten; im Koptischen chrysolidos; im Syrischen thorschisch, crum jammo, crum jamma raba (d.i. das köstlichste des grossen Meeres); im Chaldäischen perusag (Türkis) und krumtassim; im Arabischen asrak (d.i. blau), im Persischen marvarid (d.i. Perle).

Der hebräische Name hat in keiner andern Sprache ein Analogen, ist uns ganz unverständlich, wir haben daher die griechische Uebersetzung vorzüglich zu berücksichtigen; aber auch den Uebersetzern mag der Name schon unverständlich gewesen seyn, da mehrere derselben den Namen θαρσεις beybehalten.

Der χρυσολιθος ist auch ein ganz zweifelhafter Stein; aber der Name zeigt auf die gelbe Farbe, und es scheint, dass man verschiedene politurfähige Steine darunter begriffen hat, desshalb hat es einige Wahrscheinlichkeit, dass der tharsisch ein gelber Stein gewesen seyn mag.

Der Türkis hätte in das Pectorale gepasst, wenn wohl etwas grosse Stücke auch sehr selten sind; aber ihn für den tarsisch anzusprechen, scheint mir kein rechter Grund vorhanden zu seyn; der Chrysolith passt wohl wegen seiner Kleinheit nicht recht in das Pectorale, während der Bernstein hierzu ganz passend war; soll ich eine Conjectur aussprechen, so möchte ich den tarsisch mit Bredow für Bernstein halten.

11. Schoham. Onyx nach Luther und Braun, Beryll nach Bellermann. Im Griechischen übersetzt durch βηριλλιον; an andern Stellen, wo der Name vorkommt, und von andern Uebersetzern durch σαρδονυχον, ονυχον, σοομ (d.i. schoham); im Syrischen mit berulo, burlo, burlat chalo, im Arabischen und Persischen durch ballur, im Samaritanischen durch hhabar, hhacam.

Der hebräische Name hat nur etwa Aehnlichkeit mit schnm, den Champollion in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache liest und mit jaspe rouge übersetzt, der zum Sarder gehören wird. Hätte dies seinen Grund, so spräche es für die Uebersetzung von sardonyx, und, da der Sard roth, weiss, braun, schwarz und mehrfarbig ist, so könnte er auf dem Pectorale vielfach angewendet seyn. Braun leitet schoham her von schacham im Chaldäischen, d.i. schwarz (sachma im Arabischen), und es giebt auch schwarzen Sard.

Für die Uebersetzung mit βηριλλιον, d.i. unser siberischer Beryll, spricht zwar keine Analogie, aber sie ist vorhanden, und wir können sie nur aus wichtigen Gründen verwerfen. Der siberische Beryll war dem Alterthume auf jeden Fall gut bekannt, ist ein beliebter Schmuckstein, findet sich in grossen Krystallen, die auf das Pectorale wohl gepasst haben, und wir werden daher wohl zur Zeit den schoham als Beryll anzusprechen haben.

12. Jaschpeh. Jaspis nach Luther, Braun und Bellermann. Im Griechischen übersetzt mit ιασπις, im Syrischen mit jaschpeh, ziaspum, panture, apanturin (woher wohl unser avanturin); im Arabischen jaschaph, jazba, im Persischen jaschpeh.

Der Name lässt nicht zweifeln, dass hierunter unser Plasma oder edler orientalischer Jaspis verstanden wurde.

Uebersicht.

3. Bareket.
Smaragd nach Luther, Braun, Bellermann, Keferstein.
2. Pitdah.
Topas nach Luther, Braun, Bellermann,
Gelber Zirkon oder ein ähnlicher Edelstein nach Keferstein.
1. Oden.
Sarder nach Luther und Braun,
Carneol nach Bellermann,
Sard, d.i. edler Carneol nach Keferstein.
6. Jaholom.
Diamant nach Luther und Braun,
Onyx nach Bellermann und Keferstein.
5. Sapphir.
Sapphir nach Luther, Braun, Bellermann,
Lasurstein nach Keferstein.
4. Nophec.
Rubin nach Luther, Braun, Bellermann,
Granat nach Keferstein.
9. Achlama.
Amethyst nach Luther, Braun, Bellermann, Keferstein.
8. Schebo.
Achat nach Luther, Braun, Bellermann, Keferstein.
7. Leschem.
Lyncurer nach Luther,
Hyacinth nach Braun und Bellermann,
Turmalin nach Keferstein.
12. Jaschpeh.
Jaspis nach Luther, Braun, Bellermann,
Plasma (edler Jaspis) nach Keferstein.
11. Schohan.
Onyx nach Luther und Braun
Beryll nach Bellermann und Keferstein.
10. Tharsisch.
Türkis nach Luther,
Chrysolith nach Braun und Bellermann,
Bernstein nach Bredow und Keferstein.

Drittes Kapitel. Steine, Erden und Verwandtes.

§. 1. Quarz-Gruppe.

A. Quarz, gemeiner Quarz.

Der Quarz ist das Gestein, aus dem im Allgemeinen die festen Felsmassen grossentheils bestehen, das am meisten der Verwitterung widerstehet, das, von Felsen abgelöst, die Kieselsteine bildet. Chemisch betrachtet bestehet der Quarz vorwaltend aus Kieselerde; die Mineralien, die reine Kieselerde enthalten, mit Allem, was sich in engern oder weitern Kreisen an sie anschliesst, bilden die Mineralgattung Quarz. Die edlen, schön gefärbten, eine vorzügliche Politur annehmenden Arten dieser Gattung sind bereits erwähnt, wie der Bergkrystall, der Opal, Agath, der Sard, Carneol und viele andere.

Ausser diesen giebt es noch mehrere gefärbte Quarzarten, die, weil sie weniger schön sind, nur eine sehr beschränkte Anwendung finden. Es heisst: der rosenrothe—Rosenquarz, quarz rose im Französischen, wohin der rodites der Römer gehören mag;—der hochrothe—Manganquarz oder Rhodonit;—der sehr blassrothe, Milchquarz; milk quarz im Englischen, taripo im Ceylonesischen, molotschoi kwartz im Russischen; der rothe mit goldgelbem Schimmer (welcher durch feine Risse und eine Lichtbrechung bedingt seyn mag), den man sehr häufig in Glas nachmacht; Avanturin; avanturino im Italienischen; avanturine im Französischen;—der blaue, Sapphirquarz und Siderit; der chromhaltige, grüne, der nur in Schlesien einbricht, als Schmuckstein dient, Chrysopras (s. oben);—der von Strahlstein gefärbte grüne, der nur in Sachsen vorkommt, Prasem (welcher Name aus dem Alterthume genommen ist, wo er aber Flussspath bedeutet haben wird).

Unser Name Quarz ist ein technischer; Mathesius in seiner Bergpredigt (etwa von 1560) sagt: querze, quatertz nennen die (sächsischen) Bergleute die Kieselingsteine und was so hart als diese ist. Das Wort Quarz wird aus dem Slawischen stammen; aber ähnliche Wörter finden sich auch im Keltischen, desshalb vielleicht erhielt dieser Gesteinsname so weite Verbreitung, ist in alle neuern Sprachen übergegangen, also quarz im Englischen, Französischen, Schwedischen, quarzo im Italienischen und Spanischen, quarts im Dänischen.

kwartz im Russischen;—kwarzec, kwarcowy, kware im Polnischen;—kwar, kwarec, skwar, skwarec im Czechischen;—sotan soll der Quarz im Krainerischen heissen;—kotz, kötz banyavirrach im Magyarischen;—ukkunkiwi im Finnischen.

guixa, guija im Spanischen; chachamole ist ein zersetzter oder gehackter Quarz.

quarr nennt der englische Bergmann das feste Gestein, auch carrak, was zusammenhängen wird mit careg im Wälschen und car im Gälischen, der Stein; diesem sehr ähnlich ist: khar im Armenischen und kara in den kaukasischen Sprachen: der Stein.

B. Kiesel, Kieselstein.

Quarzige und ähnliche meist abgerundete Geschiebe und Stücke.

çila im Sanscrit;—kays im Ceylonesischen;—kallou im Malabarischen;—taharari im Tartarisch-Mandschu;—orksoviek im Grönländischen;—tidno, laiwark im Lappländischen;—baledete, ebena im Amharischen;—ezehe im Aethiopischen.—

alx, hrudschub im Koptischen;—salto im Syrischen;—kalah im Chaldäischen;—chalamisch im Hebräischen, auch calluc, selah;—ciakyl-tasi im Arabischen (heisst auch Feuerstein) und sawwan.

tschakyl, tschakmach, taschy im Türkischen, auch ajak, taschy, utsi, bilegi;—kaglachaz im Armenischen, auch gailachas;—ber im Kurdischen;—bakir im Afghanischen;—zrar im Maltesischen.

ghalidz, chalitz im Albanischen;—χαλυξ im Griechischen, χαλικε im Neugriechischen, auch καχλακε (wohl von cal im Keltischen);—careg, caregan im Wälschen;—cal, clachag im Gälischen (woher calculus im Lateinischen, caillou im Französischen), auch flynt, bilien, ailbhinn, airtein.

silex im Lateinischen (woher silice für Kieselerde im Französischen), bedeutet auch Fels, besonders den harten Alpenkalk der Gegend von Rom, der auch jetzo noch selce heisst. Schwerlich stammt das Wort direct von çela im Sanscrit—seixe im Portugiesischen;—ciottolo im Italienischen;—chinga, chingarra im Baskischen;—guigarro im Spanischen (aus dem Baskischen, auch pedernal).

flinte im Alt-Finnischen;—flint im Angelsächsischen, Ostfriesischen, Englischen (aus dem Gälischen);—flins im Alt-Hochteutschen.

bylien im Lettischen (wie bilien im Gälschen);—kyz, kremen, skremen im Czechischen;—kiz, kizel, krzemien im Polnischen;—kremen im Krainschen, Windischen, Slowakischen, Bosnischen, Croatischen, Ragusanischen;—kisel, kyssling, chiseling im Altteutschen (wohl aus dem Slawischen stammend);—kiesel im Schwedischen;—ciselstan im Angelsächsischen.

C. Hornstein.

Ein grauer, hornsteinfarbiger, grober, doch oft politurfähiger Quarz, der kaum eine technische Anwendung findet; zuweilen bildet er die Grundmasse von versteinertem Holz, heisst dann Holzstein, im Englischen woodstone.

Wird von den Römern unter silex begriffen; auch gehören hierher die palmati lapides des Plinius, versteinertes Holz, an dem man schon damals die Palmenstructur erkannte; das häufig in Aegypten und Syrien vorkommt.

hornberg im Schwedischen (woher wohl der teutsche Name stammt), auch haelleflinta;—hornstone im Englischen; cherl, caple des Bergmannes.

orlez im Russischen, auch rogowoi kamenj;—szarukö im Magyarischen.

panizo beym Bergmann im Spanischen.

D. Feuerstein.

Ein meist schwarzer, sehr scharfkantig brechender Quarz, der zum Feueranschlagen dient, wozu man auch Eisenkies brauchen kann.

arani im Sanscrit;—agniprastara, auch tschakmakipathara im Bengalischen;—ma-rdo, auch skrina-sklada im Tibetanischen;—hirha im Tartarisch-Mandschu;—zak-man-tash [or: zakman-tash] im Tartarischen.

sengi atesi, sengiates im Persischen;—zend, ciakyttasi, ciakmaktasi im Arabischen, auch moespuhet, myzaerret, chalnabus;—hhagra tazznyd im Maltesischen;—chaltamisch, calec im Hebräischen;—tanicha, tinichouen im Berberischen;—essan im Türkischen, eigentlich tschakmak-taschy (d.i. feuerschlagender Stein):—kowa, tüzko im Magyarischen.

ber, bersta im Kurdischen;—bakir im Afghanischen;—tali, kami, kach im Georgischen;—modjo, tschomu, atu, makatz in den kaukasischen Sprachen;—laiwask im Lappländischen (eigentlich Kiesel);—ingnektaut im Grönländischen;—fokischtah im Tscherkessischen;—jahkesnero parr in der Zigeunersprache.

gailachas im Armenischen;—chalitz im Albanischen;—χαλικας im Neugriechischen;—πυριτης, πυριμαχος im Griechischen, aber nur zum Theil, eigentlich war diess unser harter Eisenkies, mit dem man Feuer schlagen kann; dies heisst puritos im Syrischen (byritaes im Türkischen), woher der Name stammen könnte, wenn er nicht mit πυρ, das Feuer, zusammenhängt;—pyrites vivus und vulgaris im Lateinischen (aus dem Griechischen), der eigentliche Feuerstein war petra focaris (von fo im Bretonischen, das Feuer, focale der Feuerstein).

maen cellt im Walischen;—meinn delin im Bretonischen, auch flynt;—breo-chlach (von breo, das Feuer) im Gälischen, auch clach-theine, airtein, ailbhinn, callestr, spor im Gälischen, cloch-theineedh im Irischen;—flint, firestone im Englischen;—flinta, bössflinth, brynston, fyrsten im Schwedischen;—flintesten, fyrsteen im Dänischen;—flenstien, flanstien im Friesischen;—ullins im Altteutschen (hängt wohl mit flynt zusammen);—fyrstan im Angelsächsischen;—vuursten im Holländischen.

pedernal im Spanischen;—pedreneira im Portugiesischen;—pierre a feu im Französischen.

kreminea im Walachischen;—kremenj im Russischen;—krzemien, iskrzyc im Polnischen;—kremince, pazaurek im Czechischen;—kremer im Illyrischen;—kresaunik, ogjik im Windischen;—krams im Lettischen.

E. Probierstein.

Ein feiner schwarzer Thon- oder Kieselschiefer, der zum Probieren des Goldes und Silbers dient, indem man die Farbe des Striches, den das Metall auf dem Steine hinterlässt, mit dem Striche einer bekannten Composition vergleicht. Er findet sich häufig in Aegypten, Kleinasien und Europa.

akascha, kascha im Sanscrit;—kascha, raschana im Bengalischen;—phortsakhar, pportssagan im Armenischen;—akno im Syrischen;—moehhoek, mehenktasch im Arabischen;—λυθια, χρυσου λιθος im Griechischen, auch χρυσακονιον, λιθος βασανος (die Griechen erhielten ihre Probiersteine meist vom Gebirge Tmolus in Lydien);—lapis lydius, auch coticula im Lateinischen (nicht heracleia).

clach-dhearbhaidh, dearbhadh, deuchainn im Gälschen;—deuchainn ist probieren;—touchus im mittelalterlichen Latein;—pierre de touche im Französischen; touchan ist die Probiernadel, touche der Strich auf dem Probiersteine, toucher, streichen, probieren, welches mit deuchainn (Gl.) oder dem entsprechenden Worte im Bretonischen zusammenhängen wird.

touch stone im Englischen; touch ist die Probe auf dem Probiersteine;—piedra de toque im Spanischen;—piedra de tocar im Portugiesischen;—toczio im Dalmatischen und Bosnischen, eigentlich Schleifstein;—tocetsteen im Holländischen.

verdello, paragone im Italienischen.

profsteiern im Isländischen;—probiersteen im Dänischen.

osselon im Russischen;—oselka im Polnischen;—zkaussjcy kamen im Czechischen;—skusni kamen im Windischen;—pahrbauditjs akmins im Lettischen.

F. Wetzstein, Wetzschiefer, Schleifstein.

Feine Thonschiefer, theils auch feine Sandsteine, dienen zum Schärfen der stählernen Werkzeuge; die gröberen werden auf Schleifsteinen (aus Sandstein), die feinern auf Wetzsteinen, theils mit Wasser, auch mit Oehl geschliffen und abgezogen. Man findet sie in vielen Gegenden; der nördliche Fuss der Alpen, besonders im Salzburgischen, liefert Wetzsteine, die schon zur Römerzeit berühmt waren, auch jetzo durch ganz Italien und Teutschland verführt werden.

tsing-chy-py im Chinesischen, auch tchi-chy und piluti;—hadsena-hadsana-rdo im Tibetanischen;—kanacila, sanasila im Bengalischen;—gorinda, batu menchani im Malaiischen;—sisan im Persischen, auch ewsan, bete, senk fesan, hyesan im Armenischen;—sillit im Grönländischen;—saijem, tablja im Lappländischen.

bilu im Mongolischen, Kalmückischen, Tartarischen;—bilegi taschy im Türkischen (von billemek schleifen), auch asyane, und dejirmen tasch (was auch Mühlstein ist); hagiar almesin, haegrül-men im Arabischen, auch samiz, michaez, tsamajil;—meschno im Syrischen;—musches, masch cheseth im Chaldäischen;—jamaschale danegaja im Amharischen.

eztera im Baskischen.

clach-gheurachaidh, clach-fhaobhair, clach-liobharain im Gälischen;—clach-shaobhair ist ein feiner Wetzstein;—airtnewib im Irländischen;—careg hogi (von hogi schleifen), hogal, hogalen, agalen, galen, calen im Wälschen;—hogalen, higolen, higuiolenn, igolen im Bretonischen;—clach-gheuraiche im Wälschen, auch clach-fhaobhair der Abziehstein.

kuti im Walachischen;—ακονη, ακοη im Griechischen, von ακη die Spitze, auch (W.), ακοναειν schärfen, auchlym (Gl.); ακονι im Neugriechischen;—ακων, cos im Mittelalter;—cos im Lateinischen, die Römer zogen ihre Wetzsteine aus verschiedenen Gegenden; die noch jetzo berühmten aus den salzburgischen Alpen hiessen passerines; das naxium war nicht Smirgel, sondern feingeschlemmter Wetzschiefer, der in Naxia auf Creta (nicht auf der Insel Naxos) fabricirt wurde, das Material kam aus Cypern.

acerium (von acer, Stahl) im mittelalterlichen Latein;—pierre a aiguiser im Französischen, auch schiste novaculaire;—pietra da aguzar im Italienischen;—piedra de amolar im Spanischen, auch asperon und piedra aguzadera (was, wie die ähnlichen erwähnten Wörter aus dem Baskischen stammen wird).

wetzstein im Hochteutschen;—hwetstan im Angelsächsischen;—wetsteen, slypsteen im Holländischen;—whetstone im Englischen;—hvättjesten, hvatu, slipsten im Schwedischen;—hvaensesteen, hvaedsteen, slibesteen im Dänischen.

fenkö, atzel, atzelka im Magyarischen.

pustykle im Litthauischen;—gallods, trohts im Lettischen;—gatutuwelis im Schamaitischen.

britwennoi kamen, totiljnoi kamenj, totschilnoi kamen im Russischen.

brus, bruni kamen im Windischen und Wendischen;—brus, osla (d.i. Schiefer), oselka im Polnischen;—brus, brausek, osla, oselka im Czechischen;—brus im Kärntschen, Ragusanischen, Slowakischen, Bosnischen;—bruus, ostrillo, toczio im Dalmatischen und Illyrischen;—brussz im Croatischen.

G. Schiefer, Dachschiefer, Thonschiefer.

Der Schiefer oder Thonschiefer, von geringer Härte, der eine Hauptmasse der Gebirge bildet, zeichnet sich durch seinen schiefrigen Bruch aus, d.h. spaltet sich leicht in feinere oder gröbere Blätter, manche Massen spalten sich in so gerade und feine Blätter, dass diese zum Decken der Dächer benutzt werden; diess ist der Dachschiefer, ähnlich ist der Tafel- und der Griefelschiefer. Auch andere Steine werden zum Decken der Dächer in manchen Gegenden angewendet, wie der Kalkschiefer (Jurakalk) von Solenhofer, Kellheim u.s.w. in Bayern.

loh pato im Malaiischen;—kajaghan, gara tasch im Türkischen;—sisto im Syrischen;—fodelpala im Magyarischen; der Schiefer heisst übrigens: pallagkö und fisleng;—lespedea im Walachischen;—σχιστος kann das Gestein bey den Griechen geheissen haben, doch kommt der Name nicht vor; aber σχιστος ist schiefrig, gespalten; von σχιζειν spalten, ysglifu (W.), sgoill (Gl.);—αρδωσια, τσαπελα im Neugriechischen.

lapis schistus und ligusticus der Römer, der letztere ist der lavagna moderna, ein Thonschiefer (der Flischformation) von Genua;—artesia und tegula im Latein des Mittelalters.

artesia, lavagna im Italienischen;—ardoise, schiste im Französischen;—escailles im Alt-Französischen;—ardesia, pizarra im Baskischen;—pizarra, auch hoja de libro im Spanischen; pizzarral ist Schiefergrube;—pisarra, ardosia im Portugiesischen;—llech, llechen im Wälschen;—mein glasen im Bretonischen, auch sclent, skeltr;—sgliat, auch leachd im Gälschen;—sklait im Schottischen;—slein im Irischen;—slate, hellin stone, flatstone im Englischen, auch clay slate, roof slate; der grobe ist killas;—schnilgen im Belgischen;—skifver im Schwedischen;—schilfer, leysteen im Holländischen;—skifer im Dänischen.

slanez, slanzi im Russischen, auch aspidnoi kamen, glinistoi schimpher; der eigentliche Dachschiefer ist kroesljnoi schipher;—lupek im Polnischen, auch tupny kamien;—bridlice, sskridla im Czechischen, auch lupek; zher in Krain;—platizh, shibra im Windischen.

H. Sand, Grus, Grand, Schotter.

Feinere oder gröbere Körner, meist von Quarz.

cha im Chinesischen, auch lou, ting der grobe Sand;—djie-ma, bye-ma im Tibetanischen;—gasega-ma der grobe Sand;—schiga, schega im Afghanischen;—batuka, sikata im Sanscrit;—balu, balhud im Bengalischen;—balu in der Zigeunersprache;—karsik, pasir im Malaiischen;—suna im Japanischen;—elesu, ilisu, elehun im Mongolischen;—jara, kora, hura im Samojedischen;—kora im Ostiakischen;—keru, kair, kum in den kaukasischen Sprachen;—kwina im Georgischen;—pschachua, scapa im Tscherkessischen;—siorarak im Grönländischen.

rieg im Persischen;—rik im Bucharischen;—chun, kis im Kurdischen;—chum, kum, gum im Türkischen;—ekum im Tartarischen;—awas im Armenischen;—smis, ajmiesa im Ossetischen;—smiltis im Lettischen;—güda, lyn, lifwa im Finnischen;—oschma im Tscheremissischen;—jema im Wogulischen.

ramel, reml, clakyl im Arabischen;—remel im Maltesischen;—rmel im Berberischen und Cabylischen, auch sziwega, sziughe;—rot in der alten ägyptischen Hieroglyphen-Sprache nach Champollion;—mo im Koptischen;—chool im Hebräischen;—cholo im Syrischen;—chala im Chaldäischen.

homok, humok im Magyarischen;—legara, ondarra, arrichoa, arcoscosa (von ar Stein, co klein) im Baskischen;—casca ist Grand.

rerre, siour im Albanischen;—nasip, arena im Walachischen; puraseu ist Streusand; prod ist Grus.

gaineamb, geinmbeach im Gälischen, auch artene (von art, ar Stein);—grinneal, graian, gro im Irischen;—grain, gaincar, gro;—gro, graion im Wälschen; caregos ist Kies (von careg der Stein);—sablên, sable, auch gron, gru, grovanen im Bretonischen (von diesem gro, gru mag herstammen: unser Wort grus und das schweizerische grien für groben Sand).

αμμος im Griechischen, auch ψαμμος (woher in der neueren Geognosie der Name Psammit für einen groben Sandstein), αμμογη, αμαθος, κονις, κονιη; im Mittelalter auch αρηνα, αρινιον;— αμμος im Neugriechischen.

arena im Lateinischen (wohl aus dem Gälischen von ar, Stein, aren, artene kleiner Stein, Sand), auch sabulum (aus dem Bretonischen); arena fossitia war sandiger, vulkanischer Tüff, pulvis puteolanus, unsere Puzzolane;—gravella, gravera im Mittelalter.

sabbia, arena, renajo im Italienischen;—sable, arene im Französischen, auch gravois, gravier;—sablon, arena, arenilla im Spanischen; gravella, cascajo (aus dem Baskischen) ist Kiessand; cascajal Sandgrube;—saibro, area im Portugiesischen; calcalho ist Grus;—sand, savel im Englischen, auch gravel, grit;—sand, sandur im Isländischen, auch malm (was gothisch seynwird), mola;—sand im Angelsächsischen, auch myl;—sand im Dänischen, auch gruus;—sand im Schwedischen, auch mo (Flugsand), grus (grober Sand); kis;—malm im Gothischen.

pecobs im Russischen;—piaseczed im Polnischen, zwir ist Grus;—pisecek im Böhmischen, sut ist Schutt, prak ist Staub (woher vielleicht unser Wort prack);—pisek im Slowakischen;—picsk im Sorbischen;—peszek im Croatischen; auch salpum, parshina;—pesak im Dalmatischen;—pjesak, prrisgina im Bosnischen und Ragusanischen, auch xala.

I. Sandstein, Quaderstein.

Ein Stein aus verbundenen Sandkörnern, der oft quadratförmig oder in Quadern bricht.

bato passiran im Malaiischen;—gasith im Hebräischen;—kum taschy im Türkischen;—czonkor im Maltesischen; scylljl ist Quaderstein;—bilyen im Lettischen, heisst auch Kiesel;—föveny im Magyarischen.

clach ghainimbh im Gälschen, auch gaineamb-art;—lapis arenarius-arenaccus im Lateinischen;—ψαμμινος λιθος, αμμιτης im Griechischen;—arenatus im mittelalterlichen Latein; der in Italien herrschende Sandstein, der jetzo macigno heisst, war im Mittelalter macignus (von macinare mahlen, macina der Mühlstein);—der Quaderstein hiess cayronus, im Alt-Französischen queyron, im Belgischen querchiau, was zusammenhängen mag mit gwarthawr im Wälschen das Quadrat, und unserm Worte Quader.

clach-ghaireil, auch gaireal im Gälischen;—gres, grez, grais im Französischen, wohl zusammenhängend mit craig im Wälschen der Fels;—pietra renosa im Italienischen.

sandstone, gritstone im Englischen; quarr, squarestone, freestone ist Quaderstein;—sandsteen in den nordischen Sprachen, snidarsten, telgsten ist der Quadersandstein, gryt der grobe Sandstein;—biksteen, wallsteen im Holländischen.

kamin piaczysty im Russischen;—piskowy kamen, pjeskowec im Polnischen; ähnlich in den übrigen slawischen Dialecten.

K. Der Tripel oder Trippel.

Ein höchst feinkörniger Quarz, meist aus den Schalen von fossilen Kiesel-Infusorien gebildet, der als Schleifpulver angewendet wird, weniger hart, als Smirgel (Korund) ist. Er findet sich in vielen Gegenden, besonders auf der Insel Korfu. Ob er sich auch bey Tripolis findet, und von daher—wie man glaubt—der Name stammt, muss ich dahin gestellt seyn lassen, möchte es fast bezweifeln.

αγηρατος ist nach Galen ein Schleifpulver, womit auch die Frauenschuhe geglättet wurden, von dem wir nichts weiter wissen.

λιθος οστρακιτος der Griechen, und ostracites, ostracias der Römer, wird wohl meist hierher gehören, doch verstand man auch anderes hartes Schleifpulver hierunter.

sümpar im Arabischen.

gaineamb sgaiteah im Gälschen kann hierher gehören;—τριπολη im Neugriechischen;—tripolisifolo im Magyarischen;—tripoli im Französischen, Englischen, Spanischen;—trippel in den nordischen Sprachen;—trepel im Russischen; trupel im Böhmischen.

L. Bergmehl, Kieseljuhr, Mondmilch.

Eine ganz feinerdige, lockere, feuchte Kieselmasse, die sich zum Theil noch jetzo aus microscopischen Infusorien-Panzern bildet (wie seit 1836 Prof. Ehrenberg gezeigt hat), feucht und sehr leicht ist. In Zeiten der Noth dient sie als Nahrungsmittel, heisst Himmelsmehl, Mondmilch, lac lunae, latte di luna im Italienischen;—agaric mineral im Englischen;—lait de lune, farine fossile im Französischen;—manemiölk, guhr, larlesvamp im Schwedischen.

Hierher gehört auch (wie Fabroni 1791 zeigte) das Material zu den schwimmenden Ziegeln, die man neuerlich in Italien aus dem Bergmehle von Santa Fiora im Florentinischen fabricirt, die im Alterthume sehr wohl bekannt waren; Plinius 35, 49, Vitruvius II. 3, Strabo erwähnen solche Ziegel aus Kleinasien, der Insel Lesbos, von Calendum in Spanien und Massilia in Frankreich.

M. Der Essigstein.

Ein Stein, der in Essig gelegt, sich fortwährend bewegt. Im Oriente hat man ihn häufig, in Europa sieht man ihn sehr selten (mir ist er nur einmal vorgekommen). Wir kennen das Material nicht, aus dem er geschnitten wird, ob es Korallenmasse seyn mag, bleibt zweifelhaft. Andreas Baccius († 1600) und Marsilius Ficinus (geb. 1433) kannten den Essigstein sehr wohl, sahen ihn zu Rom und Florenz, wohin er aus Indien gekommen war, rechneten ihn auch zu Dracontia.

geje im Persischen;—geje, hadscharel kall im Arabischen.

N. Bezoar, Drachenstein, Schlangenstein.

Es sind diess theils Steine aus Antilopen und andern nicht näher bekannten Thieren, theils wirkliche Steine (oft Kalksteine), die vorzüglich geschätzt werden, theils aus Knochen gemachte Steine. Durch den ganzen Orient sind diese Drachensteine sehr verbreitet, hoch geschätzt, werden theuer bezahlt, da sie sehr berühmt sind als Heilmittel bey dem Bisse wilder Thiere und anderen Verletzungen. So waren sie auch bey den keltischen Völkern geschätzt und ein wichtiges Attribut der Druiden.

serpamani, auch garamand (d.i. Giftstein) im Sanscrit; auch bezar, wie er in den meisten indischen Sprachen heisst.

mantika, matika im Malaiischen;—djeghthaph khar im Armenischen.

badzehr (von bad, Stein, zahar vergiften), pazehr, paschir im Persischen, in Kerman auch muchati, scheitan. Nach Ben Mansur ist er theils ein gegrabener (der nach seiner Farbe 5 Arten hat), theils ein thierischer, der auch verschiedene Farben hat; er ist theils ein bakari (Kuhbezoar), theils schati (Schaafbezoar), soll meist aus den Augen eines Hirsches stammen. Nach Chardin (voyage en Perse) heissen die Drachensteine im Persischen icheb chirac (der Leuchter der Nacht); chamohoré (königlicher Stein) und chajewaeran (König der Juwelen).

badzhr im Arabischen, auch bzahar, pazar, mar-mohereh, hagia al haiyah, hagiar at tis ist der thierische. Auch Taifaschi unterscheidet einen thierischen und einen mineralischen, welcher in grossen Stücken vorkommt und ein weisses Pulver giebt;—belzaer im Hebräischen;—pazeher, bensaher, pajir im Türkischen.

dracontia, draconites im Lateinischen.

maen glain (der reine, heilige), innen magl; glain neidr (Schlangenstein), glain nadroedd (Nadderstein) im Wälschen;—bezoar, snakestone, adderstone im Englischen;—bezoar, pierre de serpent im Französischen;—bezoar, pietra del serpente,—de cobra im Italienischen;—bezoar in den nordischen Sprachen;—besoar im Russischen;—beslaj in Kärnthen.


§. 2. Feldspath-Gruppe.

Der eigentliche Feldspath wird durch Krystallform, Härte, Schwere und chemischen Gehalt characterisirt; um ihn gruppiren sich eine Menge verwandter Fossilien. Er ist spätig, d.h. ist nach gewissen Richtungen spaltbar, und bildet in Verbindung mit andern Fossilien ganze Felsen, woher der teutsche Name Feldspath entstanden ist, der an sich, oder in Uebersetzung in viele Sprachen überging, als Felspar im Englischen, feldispata im Italienischen, feldspath im Französischen, polewoi schpat im Russischen, szikrazo kovats im Magyarischen u.s.w. Der Feldspath hat zwar auch eine bedeutende Härte, zerfällt aber nicht wie der Quarz in Sand, sondern wird häufig zu Thon.

A. Edler Feldspath, Adular, Mondstein.

Krystallinisch, blättrig, von grauer Farbe, weniger hart als die Gemmen und ohne Feuer. Ein ziemlich häufiges Mineral im hohen Gebirge; der italienische Mineralog Pini machte auf diess Fossil aufmerksam, gab 1781 den Namen Adular, von Adula, wie früher der Gotthard hiess.

Häufig ist er, besonders in Indien, irisirend, zeigt unter gewissen Richtungen einen eigenen schönen Silberschein, wird dann meist halbrund—en cabouchon—geschliffen, dient als Schmuckstein, heisst bey den Juwelieren: Mondstein, pierre de lune, gira sole, pietra lunare, moostone, auch ceylonesischer Opal und Wasseropal. Der sogenannte indische Sonnenopal, pierre de la soleil, giebt einen braungelben Lichtschein, zuweilen ähnlich einer glühenden Kohle, ist wahrscheinlich ein cementirter geglüheter Opal. Einen ähnlichen Lichtschein geben auch andere Fossilien, wie das Katzenauge, besonders aber manche Arten von Fasergyps, der auch desshalb zum Halsschmuck verarbeitet wird.

In Indien ist der Mondstein gar nicht selten, war gewiss von jeher bekannt; wir wissen aber nicht mit Sicherheit, unter welchen Namen.

khaspatika im Sanscrit wird durch Mond- oder Sonnenstein übersetzt; tschdropala (von tschandra der Mond), durch Mondstein, so auch tschrakanta und sitasman, die wohl hierher gehören können.

komala, kumala im Malaiischen, ist ein Stein von grosser Schönheit, rundlicher Form und dem Glanze der Sonne, dessen Natur aber ganz unbekannt ist.

hagiar alchamar im Arabischen, wird mit lapis lunae übersetzt.

Die Griechen und Römer werden den Stein gekannt haben, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen; astrios, ceraunia, paederos können hierher gehört haben. Als ein Stein, der das Bild des Mondes darstellte, führen die römischen und griechischen Schriftsteller auch an: den σεληνιτη, lapis selenites (von selene der Mond), aphrose lenos, lapis lunaris, er kam aber aus Arabien und Aegypten; Dioscorides bemerkt: er sey dem Specularsteine (Gyps, Marienglas) ähnlich, wesshalb man veranlasst wird, den Stein für Fasergyps anzusprechen.

Der Name Adular ist in die meisten neuern Sprachen übergegangen.

B. Der Labrador.

Ein dunkler, blättriger Feldspath, der nicht in ausgebildeten Krystallen, sondern in krystallinischen Massen vorkommt ausgezeichnet durch das herrlichste Spiel von lebhaften blauen, grünen, gelben und rothen Farben, das einzig dastehet, in ganz anderer Art als beym Opal. Er wird weniger zu Ringsteinen, als zu Prunkgefässen und grösseren Kunstwerken angewendet; diese haben das Eigenthümliche, dass, wenn sie auch zerbrechen, jedes Stückchen noch Werth hat, zu einem Ringsteine dienen kann. Der Labrador ist ein Product des Nordens, den man erst seit dem Jahre 1780 kennt; man erhielt ihn zuerst und am schönsten von der Insel St. Paul an der Küste Labrador (der nordöstlichsten des amerikanischen Festlandes) durch die dortigen Colonien der Herrnhuter, wo er in Stücken zu 50 Pfd. und mehr gefunden wird; später hat man diess Fossil, wenn auch weniger schön, in mehreren Gegenden gefunden, wie am Baikalsee, in Norwegen, Grönland, Ingermannland u.s.w. Werner stellte ihn gleich (1780) neben den Feldspath.

Griechische und römische Schriftsteller erwähnen Prunk-gefässe aus einem Steine μορρινη, μυρρινη, murro, murreria, murrhina, der—wie alle Edelsteine, auch aus Glas nachgebildet wurde—dessen Beschreibung, meiner Ansicht nach, ganz gut und nur allein auf den Labrador passt; als Fundort werden die asiatischen Gebirge in Parthien uad Karamanien angegeben, die wir noch sehr unvollkommen kennen. Möglich, dass sich hier Labrador findet; aber es ist auch möglich, dass man ihn aus dem äussersten Norden brachte, mit dem stets ein starker Verkehr Statt fand; man holte den Bernstein von der preussischen Küste, man kannte den schwedischen krystallisirten Magneteisenstein, man fuhr wahrscheinlich schon zur alt-keltischen Zeit nach Grönland, man kann auch Labrador gekannt haben.

Murrhina wurde den Römern erst durch Pompejus (61 v. Chr.) bekannt, der sie aus Asien mitbrachte, gehörte nach Ulpian nicht zu den Gemmen oder Schmucksteinen, diente vorzüglich zu Prunkgefässen, die in sehr hohem Preise standen, da Nero für ein Trinkgeschirr 300 Talente oder etwa 25,000 Thlr. bezahlte. Nur Plinius liefert, aber—wie immer—eine sehr confuse Beschreibung. Der Hauptcharakter lag in einem ausserordentlichen Farbenspiel von Purpur, Weiss, Feuerfarbe und Roth, die sich in einander verlaufen; am schönsten ist auf der Aussenfläche (extremitas) der Wiederschein der Farben (colorum repercussus), die wir im Regenbogen sehen. Die Stücke von zerbrochenen Gefässen hatten noch hohen Werth, dienten zum Prunk. Das murrhina hat man für Mancherley, besonders für Flussspath angesprochen (der wohl verschiedene Farben, aber kein Farbenspiel hat), auch für Kaschalong, für chinesischen Speckstein und Porzellan.

Der Name Labrador ist in viele Sprachen übergegangen, sonst nennt man denselben auch Feldspath opalin im Französischen; feldspato opalino im Italienischen; opascent feldspar, labrador stone im Englischen.

C. Der Amazonenstein.

Ist ein grüner, schillernder Feldspath, der zu Kunstwerken verarbeitet wird. Er kam zuerst vom Amazonenflusse in Süd-Amerika—woher der Name—wird aber häufig und von besonderer Schönheit in Siberien gefunden, von wo er schon in ältester Zeit nach dem Oriente und Griechenland gekommen seyn wird. Auf jeden Fall kannte und benutzte das Alterthum diesen Stein, denn rohe und verarbeitete Stücke davon, meist mit Hieroglyphen bedeckt, haben sich in Aegypten und bey Rom gefunden (s. Faustino Corsi: delle pietre antiche v.J. 1828). Welchen Namen er trug, wissen wir nicht, vielleicht begriff man ihn unter smaragdus prasius u.s.w.

pierre des Amazones im Französischen;—piedra delle Amazoni im Italienischen;—green feldspar im Englischen.

D. Gemeiner blättriger Feldspath.

Meist krystallisirt, ein sehr häufiges, verbreitetes Gemengtheil des Granites und ähnlicher Felsmassen. Er findet keine technische Anwendung, als zur Porzellanfabrikation, wozu er seit den ältesten Zeiten von den Chinesen unter dem Namen petun-se gebraucht wird. Er war dem Oriente und Alterthume gewiss bekannt, da der in Aegypten sehr verbreitete Granit und Syenit oft sehr grosse Feldspathkrystalle enthält; wir wissen aber nicht, unter welchen Namen. Unsere ältern Mineralogen nannten ihn spathum scintillans.

feldspath in den neuern Sprachen;—szikrazokovats im Magyarischen.

E. Gemeiner dichter Feldspath oder Feldstein.

Die dichte, unreine Masse des Feldspathes, die oft quarzig wird (petrosilex), für sich keine technische Anwendung hat; bildet ganze Gebirgsmassen, selten allein, häufig als Grundmasse der Porphyre, oder in der Verbindung mit Hornblende wo grüne zähe Gesteine gebildet werden, wie Grünstein, Grünporphyr u.s.w., die zu schönen Werken der Kunst im Alterthume dienten (s. Marmor). Der Haelleflinta der Schweden gehört hierher, auch der petroselze der Italiener und deren Jade (eigentlich esada im Spanischen), ein Name, der wahrscheinlich aus Amerika stammt, woher der Stein als Amulet kam, wie Chiocco erwähut im Museum calciolarianum 1622 Pag. 333.

F. Zeolith.

Ist jetzo eine Familie von Gesteinen, die sich dem Feldspathe noch am meisten anschliessen (zu welcher auch der oben erwähnte Leuzit gehört), die meist in kleinen krystallinischen Massen, vorzüglich in vulkanischen Gesteinen vorkommen, gar keine technische Anwendung finden, im Oriente und Alterthume wohl stets übersehen waren, von den älteren Mineralogen auch wenig beachtet wurden. Axel von Cronstad machte 1756 zuerst auf diese Fossilien aufmerksam, die sich durch ein starkes Aufschäumen vor dem Löthrohre auszeichneten, und nannte sie zeolithes (von ζεω ich brause). 1780 lieferte Werner eine oryctognostiscbe Beschreibung dieser Gattung Zeolith; aber 1791 zeigte Hauy, dass aus krystallographischen Gründen dieser Zeolith mehrere Mineralgattungen bilde, man müsse unterscheiden den Mesotype, Stilbite, Analcime und Chabasie (den Werner Cubizit nannte). Diese Namen gingen in die wissenschaftliche Sprache über, allmählig reiheten sich noch viele neue Gattungen an.

Prehn entdeckte 1774 in England ein grünes Fossil, das zum Chrysolith, Prasem, Schörl u.s.w. gerechnet wurde; Werner gab 1785 den Namen Prehnit, der nun in die wissenschaftliche Sprache überging, und stellte denselben zu den Zeolithen.

Ein weisses Fossil vom Harze kommt meist in Zwillingskrystallen vor, die rechtwinklig der Breite nach durchwachsen, daher kreuzförmig sind; diese wurden von den älteren Mineralogen weisser Hyacinth genannt; Werner nannte die Gattung Kreuzstein, Hauy Harmotome.

G. Der Chiastolith.

Erscheint stets in eingewachsenen säulenförmigen Krystallen von grauer Farbe, die meist nach den Achsen von schwarzer schiefriger Masse durchsetzt werden, die daher ein schwarzes Kreuz auf hellem Grunde bildet, was etwas sehr Auffallendes hat. Es ist desshalb nicht unwahrscheinlich, dass schon das Alterthum auf dieses Fossil aufmerksam wurde; wir kennen aber darüber zur Zeit keine Nachricht. Die ältesten Mineralogen der neuern Zeit, Boetius de Boot 1609 und Chiocco 1622 beschreiben den Stein schon ganz genau, als lapis crucis oder crucifer. In Frankreich bezeichnete man ihn später als macle (ein Wort, das aus der Wappenkunde entlehnt ist, und ausgebrochene Raute bedeutet). Man setzte ihn früher in die Familie der cornuum, d.i. zu den Versteinerungen, dann zu den Talken und zu dem Schörl; Karsten gab den Namen Chiastolith, Werner nannte ihn Hohlspath, Hauy macle. Alle diese Namen sind in die wissenschaftliche Sprache der verschiedenen Völker übergegangen.

H. Obsidian.

Ein schwarzes vulkanisches Glas, mit höchst scharfkantigen Bruchstücken, theils in derben Massen, theils in Körnern, die man meist als Marekanit bezeichnet. Die Mexikaner wendeten es sehr allgemein zu schneidenden Instrumenten an, und wahrscheinlich schon die ägyptischen Priester zu ihren Opfermessern. Man fertiget aus diesem Steine Spiegel, auch andere Schmucksachen, besonders wenn er einen gewissen braunrothen Schein zeigt, wo er dann wohl Luchssapphir oder Pseudo-Chrysolith heisst.

Er ist nicht selten in Europa, auch in Aethiopien und Arabien, so auch im asiatischen Russland, besonders bey Ochozk im marekanischen Gebirge (woher der Name marekanit), eben so in Island. In Indien scheint er zu fehlen, war aber wohl wie in Aegypten bekannt; wir kennen aber noch nicht die Namen, doch sind mehrere Kunstsachen davon auf uns gekommen.

Herodot (II. §. 86) und Diodor erwähnen: dass beym Einbalsamiren der ägyptischen Leichen der Paraschistes den Leib mit einem scharfen äthiopischen Steine geöffnet habe, welcher nur Obsidian gewesen seyn kann, der sich hierzu allein eignet, und die alten Brüche in Aethiopien hat neuerlich Salt da aufgefunden, wo sie der periplus des rothen Meeres angiebt. Von hier kam er, wie es scheint, durch Obsidius nach Rom, wo man den Stein obsidianus nannte, verschiedene Kunstsachen daraus fertigte, ihn auch in Glas sehr gut nachmachte (vitrum obsidianum);—daher stammt unser Name. Uebrigens hiess der Stein bey den Griechen λιπαραιος, bey den Römern liparius, da man ihn von der Insel Lipari erhielt, wo er sehr verbreitet ist, mit Bimsstein wechsellagert.

sabach oder sandsch im Arabischen, von dem Taifaschi erwähnt: dass er ein schwarzer, schmelzbarer Stein sey, der sich ganz wie ein Spiegel verhalte, dünne Scheiben als Augengläser stärkten das Gesicht.

scheback und weschich im Persischen kann hierher gehören.

hraf-tinna, rafetinna, ravntinne im Isländischen (von hraur, raun der vulkanische Auswurf, Lava und tinna Stein).

In Teutschland nannte man ihn früher: Glasachat, Isländischen Agat, schwarzen Agtstein, Aidstein, dunkles Lavaglas, bis Werner den Namen Obsidian gab, der in die neuere Mineralogie übergegangen ist.

Im Französischen: agath noir, agathe d'Island, pierre de gallinace, obsidienne;—im Englischen: iseland agate, obsidian;—im Italienischen: agata d'Islanda, obsidianna;—im Spanischen und Portugiesischen: agatha de Islandia;—im Holländischen: glasacht;—im Russischen: islandskoi Agat, Obsidian.

I. Der Perlstein.

Ist ein Obsidian von körniger Structur, wo die Körner fast die Farbe und den Glanz der Perlen haben, kommt besonders in Ungarn vor.

Ob man im Alterthume diesen Stein auszeichnete und wie man ihn nannte, wissen wir nicht. In jetziger Zeit hob ihn Werner zuerst als eigne Gesteinsgattung hervor und gab den Namen, früher nannte man ihn: vulkanischen Zeolith, Obsidianmutter, zeolithartigen Obsidian.

obsidienne perlée, lave vitreuse perlée der Franzosen; pearlstone, perlite im Englischen; vulkanischer Zeolith der ältern teutschen Schriftsteller.

K. Pechstein.

Er ist ein ebenfalls vulkanisches oder vielmehr platonisches Gestein, das mit porphyrartig eingemengtem Quarz ganze Bergmassen bildet, und von seinem pechartigen Ansehen den Namen erhalten hat, recht ausgezeichnet in Sachsen vorkommt. Man rechnete ihn früher zum Opal, Schulz in Dresden lenkte 1759 auf ihn die Aufmerksamkeit, gab den Namen.

pierre de poix, retinite, petrosilex resinite, feldspath retinite im Französischen;—pitchstone im Englischen;—szuronkö im Magyarischen.

L. Bimsstein.

Ein schäumiges Lavagestein, das viel technische Anwendung findet, zum Glätten, Polieren u.s.w. Meist erhalten wir ihn von Campo bianca auf der Insel Lipari.

feou-chy im Chinesischen;—batu tumbul im Malaiischen;—angak im Grönländischen;—kunk khar im Armenischen;—jatek-kö, taitek-kö im Magyarischen.

pomsa, pomsa taschy im Türkischen;—penza, pemsa im Russischen;—zuzel kamienna (Schlackenstein) im Polnischen;—kamen morski im Polnischen.

naschfat, senech, famechi, fenec im Arabischen;—caffyf im Maltesischen.

κισσηρις im Griechischen;—κισσαρα im Neugriechischen, auch λαφροπετρα, κουφοτερα.

pumex im Lateinischen;—pumex im Walachischen.

minclach (leichter Stein) im Gälschen, auch blaithliag (Polierstein), fuilfiori, fuil siofraith.

pumice im Italienischen und Englischen.

ponce im Französischen;—espoja, piedra pomes im Spanischen und Portugiesischen.

pyms, byhms, bymestein im Altteutschen;—bimsten, pumiz im Schwedischen;—pimpesteen im Dänischen.

M. Lava, Basalt, Wacke, Klingstein.

Lava ist der Ausfluss der jetzo thätigen Vulkane, ein dunkles, festes Gestein, nach oben meist blasig; der dunkle Basalt, der Lava sehr ähnlich, stammt aus etwas älterer Zeit; ähnliche plutonische Gesteine älterer Epochen nennt man seit langer Zeit in England toadstone, auch whinstone, in Schweden trapp und wacke.

Das Wort Basalt, das ägyptischen Ursprunges seyn wird, stammt von basanites der Römer, woraus durch einen Schreibfehler basaltes wurde, wie die Manuscripte des Plinius lesen, womit ein schwarzes Hornblendgestein (nicht unser Basalt) bezeichnet wurde (s. Marmor). Agricola († 1555) übertrug den Namen auf unsern Basalt. In die Mineralgattung basaltes setzte man seit der Zeit eine Menge dunkle und säulenförmige Gesteine, die sehr allmählig in besondere Gattungen übergingen. In geognostischer Hinsicht wurde der Basalt ein wichtiger Wendepunkt, da ihn Werner und seine Schule für ein neptunisches Gestein hielt. Ein dem Basalt ähnliches, weicheres Gestein nannte Werner seit 1788 Wacke; ein anderes, etwas härteres seit 1791 Porphyrschiefer oder Klingstein.

Der Name lava ist unbekannten Ursprunges; im Mittelalter hiessen die lavaartigen Gesteine lavia, laveria, in Sicilien frita; auch nannte man sie piperinus, woher unser Name peperino, womit man vulkanischen Tuff bezeichnet.

Poröse, feste Abänderungen von basaltischen Gesteinen, liefern seit den ältesten Zeiten vortreffliche Mühlsteine in Griechenland, Italien, am Rhein u.s.w., daher man den Basalt und ähnliche Gesteine als Mühlsteine bezeichnete.

μιλοδης, μυλιαι (d.i. Mühlstein) im Griechischen, auch πυρομαχος λιθος, weil sie durch Feuer (πυρ) entstanden, und ῥυαξ, das Geflossene, von ῥεειν fliessen;—μυλαξ, μυλοπετρα im Mittelalter;—lapis molaris, auch silex niger, tusculanus im Lateinischen; der lapis anicianus, jetzo manziana, ist Lava mit vielem glasigen Feldspath.

selce (von silex) im Italienischen. Der selce romano ist offenbar der niger silex von Plinius, der tophus niger von Vitruv, eine Lava von monte albano und Capo di Bove, die als Pflasterstein dient.

gné-cloiche, air-dhath-dorch im Gälischen, soll hierher gehören.

neffet im Arabischen, auch niffet, nesifet, wie auch wohl der Bimsstein genannt wird.

salak im Magyarischen ist Lava, koromzo ist Basalt.

zuzel (Schlacke) im Polnischen, auch lawa, bazalt.

ravn, hravn im Alt-Nordischen ist vulkanischer Auswurf, braune im Isländischen sind grosse Lavaströme; steina ist Lava.

Seit Agricola ist der Name basalt in die wissenschaftliche Sprache aller Länder übergegangen; aber der basalte nero der Archäologen und Künstler ist nicht unser Basalt, sondern schwarzes Hornblendgestein.

N. Vulkanischer Tuff, Puzzolane, Trass.

Ist vulkanisch ausgeworfene, aschenförmige Lava, die zuweilen in sehr grossen Massen niederfällt, oft wieder zu ziemlich, festen Gesteinen zusammenbäckt, dann Tuff heisst, am Rheine tras, tarus, ein wichtiges Cement oder Material zum Wasserbau.

silex ruber, silex albus u.s.w. der Römer. Der silex ruber ist der piedre rosso der heutigen Römer, dessen Brüche noch vorhanden sind, den Brocchi als tufo lithoide beschreibt. Der lapis albanus ist der jetzige peperino tenero;—lapis gabinus (vom See Gabii; jetzo Castiglione ohnweit Tivoli) ist der peperino duro; der pulvis puteolanus war lockere Puzzolane; der tophus war theils verhärteter vulkanischer Tuff, theils auch unser Kalktuff.

tras, taras ist unbekannten Ursprunges.

taraz im Polnischen, was auch gepulverter Stein heisst.

O. Alaunstein.

Ein weisses, hartes, krystallinisches Gestein, in Verbindung mit vulkanischen Massen auftretend, welches gebrannt alaunhaltig und auf Alaun benutzt wird, als Felsmasse in Italien, Ungarn u.s.w. vorkommt. Der Alaunstein in der Umgegend von Rom scheint im Alterthume nicht benutzt zu seyn, man zog den Alaun aus Griechenland und Kleinasien, wie auch im Mittelalter. Schon im 13. Jahrh. bestanden Alaunwerke bey Neapel, seit 1460 wurde das grosse Alaunwerk Tolfa bey Civita Vecchia im Römischen angelegt, der dortige Alaunstein benutzt. Chiocco (1622) und die ältern Mineralogen nennen denselben minera aluminis roccae. Der λιθος ασσιος und φρυγιος, lapis assius und phrygius wird Alaunerz aus Kleinasien gewesen seyn, wo his ins 12. Jahrh. besonders bey Phocaea nova ohnweit Smyrna grosse Alaunwerke waren.

timsokö im Magyarischen (von timso der Alaun);—ailm clach im Gälischen;—alunite im Französischen; alunit im Englischen.

piedra alumbre im Spanischen;—piedra hume im Portugiesischen.

P. Aluminit.

Ein weisses erdiges Fossil, unter dem Microscop ein Gewebe feiner Nadeln, das aus basischem, kohlensaurem Thonwerke bestehet, keinen Geschmack hat. Es wurde 1730 von Jac. Lerche in der Stadt Halle entdeckt, lac lunae, 1759 von Schreiber creta gypsea, 1780 von Werner reine Thonerde genannt. Schon Schreber hatte 1781 kohlensaure Thonerde darin gefunden, was Buchholz 1806 durch eine genauere Analyse bestätigte; Haberle und Karsten (1801) nannten das Fossil Aluminit, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache übergegangen ist. Später ist derselbe an mehreren Punkten aufgefunden.


§. 3. Glimmer, Talk und Thon-Gruppe.

A. Glimmer.

Ist ein weiches, feinblättriges Fossil, aus Kiesel- und Thonerde bestehend, das in seinem krystallinischen und amorphen Zustande eine Hauptmasse der Gebirge bildet. Besonders in Ceylon und Siberien findet er sich in so grossen Stücken (die bis zu 1-3/4 Ellen in Quadrat haben) und so durchsichtig, dass man ihn als Glas benutzt, ist bekannt als russisches Glas, talk de Moscovie, verre de Moscovie, vitrum ruthenicum, auch Marienglas (wie der ähnliche, grossblättrige Gyps heisst), welchen Namen er erhielt, da er früher zur Deckung kleiner Heiligenbilder angewendet wurde. Der gewöhnliche Glimmer, in unsern Gebirgen sehr häufig, hat oft die Farbe und den Glanz theils des Goldes, theils des Silbers, heisst dann im gemeinen Leben Katzengold, Katzensilber, or und argent de chat, dient häufig als Streusand. Die ältern Mineralogen setzten zu dem Glimmer manche ähnliche Substanzen, wie den Uranglimmer, den Werner 1788 als Chalkolith absonderte.

fang-houang-chi, tsing-mong-chi im Chinesischen;—kin-mong-chi, auch kin-sing-chi ist der Goldglimmer.

abhruck im Hindu;—abhra, abhraka im Sanscrit;—miniram auf Ceylon.

keblekajak im Grönländischen (wie auch das Marienglas heisst).

talk im Persischen und Arabischen wird auch den Glimmer bezeichnen; der ajarisum im Arabischen (lapis specularis) kann auch hierher gehören;—ταλκ, ταλχ der spätern griechischen Chemiker (wohl aus dem Arabischen), nicht von ταλιχος, zerbrechlich.

Herodot III. 17. erzählt: die äthiopischen Völker stellen die einbalsamirten Körper in ein Gehäuse von ὑαλος, welches man bey ihnen in Menge und sehr schön gräbt; dieser hyalos war wohl Glimmer oder Marienglas, der lapis specularis der Römer war sowohl grossblättriger Glimmer als Marienglas; der chrisopis und chrysites oder phloginos können vielleicht zum Glimmer gehört haben. Der mica der Römer war Steinsalz, das in grossen durchsichtigen Stücken einbrach, und erst in späterer Zeit hat man diesen Namen auf unsern Glimmer übertragen.

mica im neuern Latein;—mica im Französischen;—mica, auch ammocriso im Italienischen;—mica, mica amarilla im Spanischen, espejuelo beym spanischen Bergmann;—mica im Englischen, auch goldglimmer; glist beym englischen Bergmanne, auch daze.

arany, matska, közbarsoniföld im Magyarischen, auch trillam puzokö.

airgiord chaorach,—chabbar im Gälischen.

blyskaez, dreswa im Russischen, slyuda ist der grossblättrige, siberische, okoschki sind die Scheiben aus Glimmer;—blyssicz, mica, jak moskiewski im Polnischen;—slida, djb, tripitinka im Böhmischen.

Im Mittelalter, bey den Alchemikern kommt der Name Glimmer vor (vielleicht zusammenhängend mit glimra, glimbr, glänzen im Nordischen);—glimmer, kateglimmer, katesly im Dänischen;—skimmer, kattgull, kattsilber im Schwedischen;—glimmer, kattezilwer, kattengoud im Holländischen.

B. Chlorit.

Ein grünes, dem Glimmer ganz verwandtes häufiges Fossil, ohne technische Anwendung, von Werner als Gattung fixirt, der den Namen aus dem Alterthume entnahm, wo chlorites beym Plinius als eine grüne magische Gemme erwähnt, aber nicht weiter characterisirt wird. Der Name ist in die wissenschaftlichen Werke des Auslandes übergegangen.—Der Bergmann in Cornwallis nennt das Gestein peach.

C. Talk.

Ein meist blättriges, stark glänzendes Fossil, sehr weich und fettig anzufühlen. Schön findet er sich in den neapolitanischen Gebirgen, von wo er über Venedig ausgeführt wird, unter dem Namen venetianischer Talch.—Er dient (wie der Speckstein) zum Schreiben auf Holz, Tuch, besonders zum Körper der Schminke (indem er die rothe Farbe durch seinen Perlmutterglanz erhöhet und der Haut eine sanfte Glatte giebt), zur Politur, zur Schmiere bey den Maschinen u.s.w. Die talkigen Fossilien bestehen, nächst Kiesel-und Thonerde, aus einer eigenthümlichen Erde, die man chemisch als Talkerde bezeichnet, diese nennen die Franzosen seit etwa 1707 magnesie (woher Magnesia), welcher Name von magnetis stammt, womit man im Mittelalter den Talk bezeichnet zu haben scheint.

swatschapaê im Bengalischen.

Im Sanscrit scheint er viele, meist dichterische Namen zu haben; Pott (etymologische Forschungen) führt den Talk unter den Halbmetallen auf und giebt viele Namen an, als: nirmala, amala (schmutzlos), giridsha (berggeborner), giridshamala, bhringa, ghana, abhra, abhraka (ist wohl Glimmer), antariksha, waikuntha, gauridsha.

talk im Persischen, auch sitarel semin (d.i. Stern der Erde). Ben Manssur bemerkt: dass man daraus Perlen auf das Täuschendste nachmache, und wenn man mit einer Auflösung davon die Glieder bestreiche, so würden diese vollkommen feuerfest.

talk im Arabischen, wo auch fette Thonarten darunter begriffen seyn werden; Avicenna bemerkt (422): der Name sey arabisch, man bezeichne damit auch den Aster des Theophrast und die terra samia aus Cypern. Aus dem Arabischen scheint das Wort in die neuern Sprachen übergegangen zu seyn, man bezeichnete damit früher sehr blättrige Steinarten im Allgemeinen.

talcus im Mittelalter, auch magnetis und argyralithus;—talc im Französischen, auch laret, suif de montagne;—talco im Italienischen;—talk im Englischen, Teutschen, Schwedischen.

mülowka, taljk im Russischen;—mastnek im Böhmischen;—köverkö im Magyarischen;—irsum im Türkischen.

steatites der Römer und Griechen (von στεαρ, das Fett) kann hierher gehören.

D. Asbest, Amianth.

Ausgezeichnet durch fettiges Anfühlen und fasriges Gefüge, zuweilen so zart und fein, dass das Mineral gesponnen und verwebt werden kann, zu feuerfester Asbest-Leinwand, die man schon in ältester Zeit kannte, auch jetzo noch zuweilen fabricirt. Eine klein- und verworren fasrige Abänderung nennt man Bergkork, Bergleder, Bergpapier, papier fossile, sughero montano, mountain leather. Die flachsartige Abänderung heisst Bergflachs, die festere Asbest, aus dem durch eine Art von Verwitterung der biegsame Amianth entstehet.

sung i bumbo (d.i. Baumwollenstein) in Hindostan.

aspest im Persischen (ob aus den neuern Sprachen übergegangen?).

iskustos im Arabischen.

anshidhanjeli, khar ankisjeli (der unverbrennliche) im Armenischen.

ystinos im Wälschen, auch urael (von ur das Unverletzliche, Heilige), diesen Namen trägt auch die Asbestleinwand;—liein difflam im Bretonischen.

αμιανθος und ασβεστος der Griechen, auch gehört der Stein von Scaptesyll hierher, der zu Lampendochten diente. ασβεστος kann vielleicht mit ystinos im Wälschen zusammenhängen.

καριστια im Neu-Griechischen vom Fundorte.

amianthos und asbestos der Römer;—amianto, asbesto im Spanischen, Italienischen und Portugiesischen, auch pedra de linho;—amianthe, asbeste im Französischen und Englischen;—asbest, kobör im Magyarischen, auch kölen foskö und fonalkö;—asbeste im Russischen; kamiene niezgorzisti (der unverbrennliche) im Polnischen;—skalnilen im Czechischen.

steenvlas (Steinflachs) im Holländischen;—federweiss, Erdflachs im Alt-Teutschen.

E. Speckstein, Steinmark, Magnesit.

Ein verhärteter Talk, ein fettiges, derbes unschmelzbares, durch Umbildung entstandenes Gestein, zuweilen voll Afterkrystalle, das verwendet wird zum Schreiben auf Zeug, Reinigen von Fettflecken, zur Politur von Marmor, Alabaster, Serpentin, Glas, zur Grundlage von Schminke, in China sehr häufig das Material liefert, aus dem Götzenbilder geschnitten werden, (welche Abänderung als Agalmolith bekannt ist), wo es auch zur Porcellanfabrikation dient.—Eine weichere Art, wenigstens im frischen Zustande, nennt man S einmark, lithomarge im Französischen; medulla im barbarischen Latein.

hoa-chy, kabasche im Chinesischen, und nach der verschiedenen Farbe: kan-chy-tchy den bläulichen; tchy-chy-tchy den röthlichen; kouang-sy-hoa-chy den weissen; sse-tchuen-hoa-chy den fettigen, der zum Fleckausmachen und zur Porzellanmanufactur dient; tao-hoa-chi der zu Götterbildern verwendet wird;—nanthsirr irdinai im Mandschu;—irdina im Mongolischen.

ballapam im Hindu;—hingwiasan in Indien, Provinz Tennasserim.

kodreti, isfidadsch im Persischen.

isfidadsch im Arabischen, auch hadschar lebenik und alhasi.

γαλαξιας (von γαλα die Milch) im Griechischen, auch γαλακτιταπρον (steinerne Milch), μοροξον, λιθος μοροχθος, ληδαιον, ανακτιτιν αδαμαντα, λευκογραφιδα (die weissschreibende);—αγαλυατιτη, πετροκολλα im Mittelalter;—galactites (aus dem Griechischen) im Lateinischen, auch leucogaea (Weisserde), leucographis (weissschreibende), sytiophites, sinochites, ananchites;—galaxia, estatita im Spanischen.

steatite, piedra di lardo im Italienischen;—steatite, pierre de lard,—du lait, smectin, craie de Briancon und d'Espagne im Französischen;—steatite im Englischen.

specteen im Holländischen und Dänischen;—spectein, seifenstein, spanische Kreide im Teutschen.

gis im Portugiesischen (von gisar liniiren);—sloninik, statyl im Polnischen;—tucek im Czechischen;—tutchnak, schirowik im Russischen;—balfanykö, szappankö im Magyarischen; kövölö ist Steinmark.

F. Magnesit, kohlensaure Talkerde.

Eine verhärtete, weisse, ziemlich reine kohlensaure Talkerde findet sich bey Castella monte, ohnweit Turin, in Mähren u.s.w., sie wurde von Mitschel entdeckt, von Buchholz 1806 analysirt, als Magnesit im Systeme aufgenommen, hat aber keine technische Anwendung.

Eine erdige, kreideartige, kohlensaure Thonerde, findet sich in mehreren vulkanischen Gegenden, auch in den Kalkstraten in Sicilien, besonders bey Palermo, die als terra di Baida zu häuslichem Gebrauche dient. Plinius 18. 29 erwähnt: das Mehl von zea (Spelz) wird nur dadurch zur feinsten alica, dass ihr eine creta aus der Gegend von Neapel zugesetzt wird, die in hohem Preise stehet, wodurch das Backwerk die ausgezeichnete Schönheit erhält, zu der verfälschten (adulterina) alica setzt man statt dessen Gyps. Diese creta leucogaica wird wohl natürliche kohlensaure Talkerde gewesen seyn, denn es ist bekannt, besonders in London sehr allgemein, dass man dem Waizenmehle etwas Alaun oder kohlensaure Talkerde zusetzt, wodurch es besonders weiss und locker wird.

G. Topfstein.

Ein unreiner Speckstein, ein grünlich graues, grobes talkiges Gestein, das in ganzen Bergmassen vorkommt, ist weich, unschmelzbar, wird im Feuer hart, wird viel zu Kochgeschirren und ähnlichen Gegenständen verarbeitet, besonders in Aegypten seit ältester Zeit, und in der Schweiz, im Canton Tessino, val maggia und in Graubünden, hier bekannt als Guglia, Giltstein, Lavetzstein (von lavezzo im Italienischen, der Topf), die graubündner Steintöpfe gehen über Como nach allen Theilen Italiens;—im barbarischen Latein lebetum, lapis, lapis ollaris.

ballapam im Hindu (wie Speckstein).

baram in Aegypten, eigentlich Stein von baram, wie der Ort in Oberägypten heisst, wo der Topfstein gewonnen wird. (In Syene macht man aus gestossenem Topfstein und Thon Gefässe, die gebrannt werden.)

Stein von siphnos der Griechen.

lapis comensis der Römer;—piedra di Como im Italienischen;—pierre de Come, -ollaire, -lavége im Französischen;—piedra ollar im Spanischen;—potstene im Englischen;—telgstene im Schwedischen.

H. Serpentin.

Dem Topfsteine ähnlich, hart, grün, verschiedenfarbig, nimmt eine gute Politur an, wird zu verschiedenen Gegenständen verarbeitet.

kelo, berkelo im Malaiischen;—ophites der Römer (s. Marmor);—Serpentin in den neuern Sprachen.

kigyokö im Magyarischen.

mar nathaer, lubach, cuairteagach im Gälschen.

smejewik, serpentin im Russischen;—memphites, vielleicht auch nephrites der Römer und Griechen, können hierher gehören.

uet in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit pierre verd, serpentine.

I. Meerschaum.

Ein thoniges, plastisches, weisses sehr leichtes Gestein, das viel Talkerde (Magnesia) enthält, wird vorzugsweise zu den bekannten türkischen Pfeifenköpfen, selten zu Thongeschirr verwendet. Der eigentliche Meerschaum, das Material der ächten Türkenköpfe, kommt aus Natolien (Kleinasien), wo er bey Konie und Brusa gegraben wird. Ein mineralogisch ähnliches Fossil findet man auch in andern Gegenden, in Mähren, Spanien, wird aber nicht derartig verwendet.

istife im Türkischen, auch kil (Thon), kile keffi, keffekil (Schaumthon). Die Arbeiter bezeichnen es auch mit myrsen, einem tartarischen Worte, das einen ähnlichen Thon bezeichnet, der auch zum Walken dient. Aus diesem tartarischen myrsen hat sich das teutsche Wort Meerschaum gebildet, der mit dem Meere gar nichts gemein hat, Lager in schiefrigem Kalkstein bildet.

morskaja pinka (von myrsen) im Russischen;—piana morska im Polnischen.

ecume de mer (Uebersetzung des teutschen Wortes Meerschaum) im Französischen;—schiuma del mare im Italienischen;—tajtek im Magyarischen.

K. Walkthon.

Ein fett anzufühlender milder, meist grünlicher Thon, der in Wasser zuweilen schäumt, begierig das Fett anzieht, daher zum Walken und Reinigen der Tücher angewendet wird, in vielen Gegenden vorkommt; zuweilen ist er schwarz, heisst Bergseife.

lucharidis im Arabischen (wie der ägyptische Name war), auch thin chimulia (der cimolische);—borith im Hebräischen (heisst auch Seife);—kill (Thon) im Türkischen;—ge kimulgo im Syrischen (die cimolische);—γη κιμολια der Griechen (von der Insel cimolis, jetzo kimolo), die γη πνιγιτις war wohl Bergseife. Die γη σαμια, γαε χια u.s.w., wurden in den Bädern zum Glätten der Haut gebraucht, wie noch jetzo bey den Türken der keffekil, der oft mit Rosenblättern vermischt wird.

creta fullonum,—cimolia,—thessalica,—sarda,—umbrica der Römer; diente sehr allgemein zum Walken und Reinigen der Kleider—fullare;—der Walker war fullo (im Gälischen ist fucadair der Walkmüller, fucadh das Walken). Die Walkerde der Insel Cimolis (meist aus zersetztem Trachit entstanden) wird noch jetzo über ganz Griechenland verführt.

criadh an fhucadair im Gälschen. Im Wälschen ist panu walken, paneor der Walker;—κιμολι, πιλο στιννιας im Neugriechischen (im Walachischen ist pio die Walkmühle, pioariu der Walker);—fullers earth im Englischen;—follatori, terra da follone im Italienischen;—terre a foulon, argile smectique im Französischen;—walklera, skifverler im Schwedischen;—volöarda im Holländischen;—wäscherdt, seiffenerde, füllererdt im Altteutschen;—folarda im Polnischen;—suknowaljnaja semlä im Russischen;—ruhatiszatoagyag im Magyarischen.

L. Thon im Allgemeinen, gemeiner Thon, Töpferthon, Porzellanthon.

Graue oder weisse, im Bruche erdige, weiche Gesteine, die durch Wasser plastisch werden, sich formen lassen, im Feuer hart werden, daher sehr viel zu Thongefässen verwendet. Die härteste und schönste Sorte der gebrannten Thongefässe bilden das Porzellan und Fayance, geringer ist Steingut; bey alle diesen ist die Masse glasartig geschmolzen, bey dem gewöhnlichen Thongeschirr nur erhärtet. Zu den ältesten und schönsten Thongefässen gehören die griechischen und die sogenannten campanischen, welche schon den Römern als vascula operis antiqui, in den sepulcris vetustissimis eben solche Antiquitäten waren, als sie es uns sind (s. Sueton in Jul. Cäsar. 18). Plastischer Thon ist in allen Ländern verbreitet.

kin im Chinesischen, auch gno und ka-olin, d.i. der Porzellanthon, welcher Name auch in die neuern Sprachen übergegangen ist.

hagima-pa im Tibetanischen, auch rdsa-sa, von sa die Erde (rdsa-makhana ist der Töpfer); dagara-rtse ist weisse Erde, als Kalk, Kreide; dakara-gona ist die Masse aus Thon und Feuerstein, aus welcher Porzellan (dakara-gola) gemacht wird.

dschambala im Sanscrit.

djabor, chabor im Mongolischen, auch baltschick, totcho;—tschabar, tschedo im Lesgischen und in den kaukasischen Sprachen, auch tapur, chjach, zerta, luchti; jata im Tscherkessischen;—ticha im Georgischen;—paitschig im Tartarischen.

sue, sjui, su, so in den samojedischen Sprachen, auch ja, sattu, tjum, tub, tal;—sjui im Permischen;—sau, sawi im Finnischen, auch klay (ist Marscherde);—sawwi im Ehstnischen;—kar, gaw im Armenischen;—ach, doi, toi im Kurdischen;—agyag im Magyarischen, auch fajaszagyag, közönseges; der Töpfer ist gerentser.

tina im Alt-Persischen; kil, gil, tobrak im Persischen, auch aerz und lime, was mehr Koth bedeutet;—tyn, thina, tit im Arabischen; fachar ist Töpfer; tinn armat oder —rumi ist der officinelle arabische Bol;—tin im Chaldäischen, auch tephel, tpel, haspa, gargusch, gargischta.

oue, ome, oome im Koptischen;—chomer im Hebräischen (pechar ist Töpfer);—arkega im Berberischen;—tzebur labekawi im Aethiopischen;—gil, kil im Türkischen, auch lay, balcik, baltschyk;—gil im Bucharischen.

glina im Russischen, pharphorowaja semlä ist Porzellanthon;—glina, gley im Polnischen; zdunska ist der eigentliche Töpferthon, gancarz der Töpfer;—gjl, hljna im Czechischen, hrncir ist der Töpfer;—glina, iju, iu, ilouza im Windischen;—lina im Wendischen;—hlina im Slowakischen;—gnyla im Dalmatischen;—ghgnilla im Bosnischen;—glina im Krainschen;—ilowacha in Croatien;—glihsda, auch mahls, mali im Lettischen (lonzhar ist Töpfer);—dohn im Mongolischen.

thaho im Gothischen;—thon, than, thann, auch klee, haffnererd im Alt-Teutschen, woher thonerde, welches früher meist die oberste Erdschicht—die Dammerde—bedeutete.

liime im Friesischen;—lime, lam, pottererd im Angelsächsischen.

laire, raire im Lappländischen;—leir im Isländischen;—leer, leerjord im Dänischen;—ler, lera im Schwedischen; der gemeine Thon ist lera gemen, bloter, sioler, murler; der Porzellanthon lera zellins oder eldfastler, der eigentliche Töpferthon krukmakarler, tärnigeler.

pri, bry im Bretonischen, auch courroi, courrez;—pridd im Wälschen (priddawr der Töpfer), auch llai, llaid;—criadh im Gälischen (daher creta im Lateinischen, Kreide im Teutschen), criadh gheal, criadh-chriadhadair (d.i. der Töpfer), auch clabar (ist mehr klebriges Erdreich).

creta figlinorum (d.i. der Töpfer) im Lateinischen; (creta überhaupt begriff mehrere weisse, erdige Substanzen; die creta melia—γη μελια856, mit melinum und paraetonium waren Kreide, so auch die creta annularis, selenusia und argentaria);—argilla war mehr ein weisser wirklicher Thon, stammt her von ar Erde, und cille weiss, geal im Gälschen, opera figlinorum war unser Töpfergeschirr.

αργιλλον im Griechischen (wohl von αργης weiss), meist πηλος (wohl aus dem albanischen palta), auch γη κεραμμιδης, κεραμιτης (der eigentliche Töpferthon), γλια, λυμα.

αργιλλος, πηλος im Neugriechischen; αγγεια, πηλινα ist das Töpferzeug.

palta, paigta im Albanischen;—pamentu de lutu, auch vierss im Walachischen; olariu ist der Töpfer.

argilla im Italienischen, auch creta, wie allgemein der blaue Thon der Apenninen heisst;—argilla im Portugiesischen, auch barro, was ein sehr fetter Thon ist;—arcilla im Spanischen, auch barro, greda;—argile im Französischen, auch glaise, brie, brou;—argielo im Provençalischen.

clay im Englischen (wohl schwerlich aus dem Finnischen, wohl von llai, llaid, Thon im Wälschen), in Schottland blaes;—klei, auch potoarda im Holländischen.

tafal, tafla, tfali im Maltesischen;—basacua im Baskischen;—tschikk in der Zigeunersprache.

M. Das Porzellan.

Die wichtigste Verwendung des Thones ist zu Thongefässen. Die schönsten und dauerhaftesten derselben bestehen aus Porzellan, dessen Masse eine Art Verglasung erleidet. Am besten hierzu ist der kaolin oder Porzellanthon, aus zerfetztem Feldspath, dem man noch andere Substanzen, meist frischen Feldspath zusetzt. In der Kunst sehr schönes, gewöhnliches Thongeschirr zu fertigen, hatte es das Alterthum sehr weit gebracht, besonders berühmt waren in Italien die vasa aretina von Arretum, dem jetzigen Arezzo (deren Töpferwaaren noch jetzo, in Hinsicht von Stoff und Form einen grossen Ruf haben). Offenbar verstand man auch eine Art Porzellan zu bereiten, denn die vasa samia waren an sich höchst geschätzt, und mit ihren Scherben wurde die Castration mancher Priester-Casten vollzogen (Plin. 35. 46), was auf eine harte, glasige Masse deutet; auch hat man (wie bey Salzburg) kleine Statuen von Porzellan oder Bisquit gefunden. Die Chinesen fabricirten seit den ältesten Zeiten Porzellan, das auch nach Europa verführt wurde; hier macht man es erst seit etwa 1703, wo die Erfindung in Sachsen durch Zufall (von Böttcher) gemacht ist. Dem Porzellan ähnlich ist das Steingut und die Fayance, die ihren Namen von der Stadt Faenza in Italien hat, woher man es zuerst bekam. Die signinischen Gefässe, bey welchen dem Thone gestossene Scherben und Thon zugesetzt wurden, waren offenbar Steingut.

tsee, tse-ky im Chinesischen;—dakara-gola im Tibetanischen;—hachdschapaki im Armenischen;—gehere im Tartarisch-Mandschu;—sanani im Arabischen.

Im Persischen heissen die Gefässe aus schönem Porzellan mertabani.

fagfuri im Türkischen (von fagfur, was der chinesische Königstitel ist);—farfuri im Kurdischen;—farfurie im Walachiscben;—γη κεραμμιδης, κεραμιτης im Neugriechischen;—pharfor im Russischen;—farfury im Polnischen;—majoleka im Krainschen.

filizanki im Portugiesischen, auch porcellana;—porzelach, porcellin im ältern Teutsch;—porcellan in den neuern Sprachen.

N. Siegelerde.

Im Alterthume brauchte man kein Siegellack, man siegelte mit Wachs, mit Kitt, Kleister, meist mit Thon, was schon bey den alten Aegyptiern gebräuchlich war, wie Herodot 1. §. 38 erwähnt. Der Thon (πηλος) zum Siegeln, der in Kleinasien, Italien u.s.w. angewendet wurde, scheint noch von den byzantinischen Kaisern und später gebraucht zu seyn. Der gewöhnliche Thon haftet aber nicht auf Pergament und Leinen, trocknet auch sehr schwer, wahrscheinlich musste der Thon hierzu eigends präparirt seyn, worüber wir gar keine Nachricht haben. Schon das Alterthum wendete manchen Thon in der Medicin an; sehr berühmt war bey den Griechen ein Thon von der Insel Lemnos, der unter Aufsicht der Priester gewonnen und besiegelt wurde, den man noch unter türkischer Herrschaft viel versendete; in der neuern Zeit wurden eine Menge Thonarten officinell, als terra sigillata, da sie geformt und mit einem Siegel bedruckt waren, was erst im vorigen Jahrhundert aufgehört hat.

thin macheum, auch choetem im Arabischen;—γη σφραγις, γη σημαντριδαν im Griechischen;—creta im Lateinischen, z.B. erythraea;—terra sigillata im Mittelalter und neuern Latein.

O. Mergel.

Ein kalkiger Thon, oder thoniger Sand, der an der Luft leicht zerfällt, überhaupt ein Erdstratum, das zur Verbesserung der Aecker dient. Schon seit ältester Zeit war das Mergeln der Felder für die Landwirtschaft wichtig.

mala im Sanscrit;—tanah lilling im Malaiischen;—gerenk im Türkischen;—parat jerkir,—hogh im Türkischen (d.i. fette Erde).

thin magara im Arabischen;—marg im Abessinischen;—marl im Wälschen;—marla im Gälschen;—marg im Bretonischen;—marga im Alt-Keltischen (Gallischen); eglecopala im Gallischen, der blaue Mergel hiess bey den Römern columbina.

marga der Römer (wie im Gallischen), von verschiedenen Arten und Farben, als rufa, alba, columbina, argillacea, tofacea, arenaria; wurde auch unter argilla begriffen; als leucargillon u.s.w.;—marla im mittelalterlichen Latein;—marlare, mergeln (to marl im Englischen), marlaria die Mergelgrube;—marl im Englischen, marle im Französischen;—marga im Spanischen und Portugiesischen;—marna im Italienischen;—merg im Angelsächsischen;—margilla im Isländischen;—mergel im Dänischen;—märgel, marlrekor, näkelroed im Schwedischen;—mal im Walachischen.

gluhds im Lettischen;—tsapodo im Magyarischen;—mergeli, tschernosem im Russischen, auch nowos, opoika, ruchläkj;—merk, sljn im Böhmischen;—margiel im Polnischen;—merglina im Krainschen und Windischen.

P. Lehm, Leimen, Letten.

Eine gelbliche grobe thonige Masse, ein Absatz von Gewässern, die vorzüglich zu geformten Lehm- oder Ziegelsteinen dient, theils bloss getrocknet, theils gebrannt, hierzu seit den ältesten Zeiten verwendet wurde.

mala im Sanscrit;—ledschm, lay, gil im Persischen; lime ist mehr Koth, medr unser Moder;—davidat im Arabischen;—boz, tit im Hebräischen;—rekak im Chaldäischen;—schino im Syrischen;—zot im Aethiopischen;—marg im Abessinischen.

λυμα, χους, τελμα, πηλος im Griechischen;—χωρα, πηλος im Neugriechischen.

lutu im Walachischen;—lutum im Lateinischen;—lehit, laid, leit, auch pri im Bretonischen;—pridd im Wälschen;—creadh im Gälschen;—clay, clat im Schottischen.

limo, auch barro, arcilla im Spanischen;—limo im Italienischen und Portugiesischen;—limon im Französischen;—lime, loan, brickearth im Englischen;—lom im Angelsächsischen;—lim im Isländischen;—lacm, lehm, lätt, laeste, letthen im Altteutschen;—lem, leim im Holländischen und Belgischen;—liim, leerjord im Dänischen.

il, ilowaty, glina, oblepa im Polnischen;—ilovacha im Croatischen;—illovacsa im Illyrischen;—g'luch im Slowakischen;—guillo in Dalmatien;—mahli im Lettischen.

Q. Ziegel, Ziegelstein, Dachziegel.

Ziegelsteine, bloss an der Luft getrocknet, theils im Feuer gebrannt, wurden im Alterthume mit ausserordentlicher Sorgfalt bereitet, wie aus Vitruv zu ersehen ist, mussten mehrere Jahre lang trocknen. Man hatte mehrere Arten; der λιδιον war 1½' lang, der πενταθορον diente zu öffentlichen, der τετραθορον zu Privatgebäuden.

so-phaga im Tibetanischen;—ischtaka im Sanscrit;—khapara im Bengalischen;—phey, tchouen, oua im Chinesischen;—mouke-faisé im Tartarischen;—sagh, kaschi, keluch im Persischen;—gghmindr, keghminter [?*], aghius im Armenischen;—tugla im Türkischen, ist der Ziegelstein; kernitsch der ungebrannte, kiremit der gebrannte Ziegel.

tabe im Amharischen;—tobs im Koptischen;—tobgelka im Berberischen;—lebena im Hebräischen;—lebena, taphk, karmid, kephis im Chaldäischen;—libn im Arabischen.

karamida im Walachischen; auch tegla, d.i. der Dachziegel;—keramida im Albanischen, auch tula und plaidari;—κερμιδε, τουβλον im Neugriechischen;—πλινθος im Griechischen;—βησαλον, bessalus im Mittelalter.

later im Lateinischen, ist theils crudus, der ungebrannte, theils coctilis, der gebrannte.

tivleen im Bretonischen; tivlereah ist Ziegelstreicherey;—brice im Gälischen;—priddell im Wälischen;—brick im Englischen (tile ist Dachziegel);—brique im Französischen (tuile ist Dachziegel);—ladrillo im Spanischen (teja ist Dachziegel);—mattone im Italienischen (tegula der Dachziegel).

zigelo im Altteutschen;—tigel, tigla im Angelsächsischen;—tegel im Holländischen und Schwedischen;—tigl im Isländischen.

cegla im Polnischen, cegielka ist Ziegelofen, dachowe ist Dachziegel, surowka der ungebrannte Ziegel;—cyhla, topynka im Czechischen;—cyhla, tehla im Slowakischen;—cigely im Illyrischen;—tihla im Mährischen;—cigla im Slawonischen;—zegl im Kärnthschen;—zegu im Windischen;—zyhel im Wendischen;—kegelis im Lettischen;—opeka, oppeka im Croatischen, Bosnischen, Dalmatischen, Ragusanischen;—teegla im Magyarischen.

R. Bolus, Röthel, rothe Kreide.

Ein rothes, eisenhaltiges, thoniges Gestein, das als Malerfarbe, Rothstift u.s.w. dient.

ou-sse-chy-tchy im Chinesischen;—atridscha, asmadscha im Sanscrit (Roth ist rohide im Sanscrit, ruden im Persischen, rudka im Slawischen);—gairika, geri, gerimati im Bengalischen;—gamrisch, susr im Armenischen;—wesni im Persischen;—gili sürch, kyzyl balcik, kil armeni im Türkischen;—misgh, moeghret, thin di almagra im Arabischen.

persch im Koptischen;—menis, mnis, odanto im Syrischen.

μιλτος im Griechischen, besonders der σινοπικη und λεμνια, zum Theil auch γη σφραγις (Siegelerde);—σινοπιδιων, σιρικον im Mittelalter;—βωλος im Neugriechischen.

rubrica, sinopis, auch terra lemnia im Lateinischen;—ruddela im Gälischen;—rhuddel im Wälischen;—rhuddela im Bretonischen.

wochra im Russischen;—smur, smarka, ogr, rudka cerwena im Czechischen;—rubryka, czerwieniec, glinka im Polnischen;—samija, erdenzha krida im Windischen; samija, kutmonka im Krainschen;—crrigljeno, zemglga im Bosnischen;—tzerwena kreda im Sorbischen;—zareljenizza im Ragusanischen;—serkana krithe im Lettischen.

petsetes agyag, veresvasagyag im Magyarischen.

rubrica im Spanischen und Portugiesischen, auch almagre, was eine besondere Art von Röthel ist, aus Almazarron in Murcia, der jetzo vorzüglich zum Rothfärben des Tabakes dient.

raud kryt im Isländischen;—rödjord, rötkrita im Schwedischen;—roodörde, roodzel im Holländischen;—rubrique, bol, sinopel im Französischen;—red chalk, bole im Englischen;—röd kride, bolus im Dänischen;—bools im Plattteutschen.

S. Ocker, Ockergelb, Gelberde.

Unter Ocker oder Ocher verstehet man im Allgemeinen das Eisenoxyd, das erdige Eisen, und was dem ähnlich ist, vorzüglich aber das gelbe Eisenoxydhydrath und den dadurch gefärbten Thon, der als Malerfarbe sehr allgemeine Anwendung findet.

artekan im Arabischen;—djeghnahogh im Armenischen.

οχρα im Griechischen, stammt von odhar im Gälschen, was fuscus, fahl, gefärbt bedeutet;—[Greek; ochra, kitrinochôma] im Neugriechischen;—ochra im Lateinischen, besonders sil mit mehreren Arten, als: atticum, marmarosum pressum, syricum u.s.w.;—creadh bhuidhe im Gälschen, die Gelberde;—ocre, terre jaune im Französischen;—ochre, ocre im Spanischen und Portugiesischen;—ocra, terra gialla im Italienischen;—yellow, oker im Englischen;—oker im Holländischen;—okker im Dänischen;—ogar, ochergelb im Altteutschen, auch gilbe und berggeel (buidhe, gel—gelb—im Gälschen, gilvus im Lateinischen);—yellow im Englischen;—ochra, schelt, wochra, scheltaja semlä im Russischen;—okra, ugie, glinka zolta im Polnischen;—ogr, ogrowly im Czechischen;—ogra im Krainschen.

T. Grünerde, Berggrün.

Eine grüne thonige Erde, die als grüne Farbe dient, besonders bey Verona in Italien am monte baldo vorkommt.

lo im Chinesischen;—creta viridis der Römer, die aus Syrien, von einer Besitzung des Theodotus hiess diodotion.—Wie creta, so ist auch viridis keltischen Ursprunges, ist gwyrdd im Wälschen, guirm im Gälischen, verde im Walachischen und Albanischen.

πρασινον της γης im Neugriechischen;—prasis im mittlern Latein, auch prasinum;—terra verde di Brentonico im Italienischen;—terre vert,—de Verone, talc chlorité im Französischen;—verdemontana im Spanischen;—verdemontanha, verdacre im Portugiesischen;—green-earth im Englischen;—grönkrita im Schwedischen;—berggroen im Holländischen;-sargaagyag im Magyarischen;—selenaja semla im Russischen.

U. Umbra.

Eine braune Erde, die als Farbe dient, zum Theil der Braunkohlenformation angehörig.

azzebaxe im Arabischen;—azeche im Spanischen;—azevixe im Portugiesischen;—umer im Englischen;—ombre im Französischen;—umbra im Schwedischen.

V. Anhang.

Nähere Bestimmung der Farben, die im Alterthume angewendet wurden, von den Autoren, besonders von Plinius erwähnt sind.

Im Alterthume, bey den Aegyptern, Persern, Griechen u.s.w. stand die Malerei, wie die Färberei auf einer sehr hohen Stufe der Ausbildung—wie die vielen, auf uns gekommenen Gemälde am besten lehren—war eben so verbreitet als bey uns, und wohl noch weiter. Unsere Oelmalerei scheint man nicht angewendet zu haben, dagegen hatte man viel dauerndere Wachsmalerei, die uns immer noch nicht recht bekannt ist, und die enkaustische Malerei auf nassem Kalk, die wir erst jetzo anzuwenden beginnen. Man benutzte natürlich höchst verschiedene Farben, aus allen Naturreichen, theils natürliche, mehr oder weniger präparirte, wie Grünerde, Gelberde u.s.w., theils künstliche, wie Bleiweiss, Grünspan u.s.w., theils die Farben an sich, theils an Kreide gebundene Pastellfarben, theils an reine Thonerde gebundene Lackfarben.

Nach unserer sehr unvollständigen Kenntniss der Farben des Alterthumes, benutzte man vorzugsweise, als:

A. Weisse Farben:

a) Das Bleiweiss (s. dieses), cerussa, μυλιβδος.

b) Die Kreide, creta annularis, selinusia, argentaria; terra melia, eretria, pnigitis, paraetonium; sie wurde theils präparirt, für sich angewendet, theils auch gefärbt mit andern Farben als Pastell.

Die reine Thonerde des (mit Natron u.s.w.) behandelten Alauns (alumen melinum) diente zwar nicht als Farbe an sich (so wenig wie bey uns), aber als Beize zum Färben der Zeuge und als Pigment zu verschiedenen Lackfarben.

B. Schwarze Farben:

a) Tintenartige Farbe aus aufgelöstem Eisenvitriol und Gallapfel oder einem ähnlichen Adstringens; Atramentum, Atranit; Sutorium.

b) Tusche, feinpräparirter Russ, Atramentum librarium. Um den hierzu nöthigen Russ zu gewinnen hatte man eigends construirte Oefen, die Vitruv VII. 10 und Plinius 35, 25 beschreiben, worin vorzüglich Harz (resina) verkohlt wurde. Griechische Künstler verwandten andere Substanzen z.B. Apelles Elfenbein (daher ελεφαντινον genannt), Micon Traster (daher τριγινον genannt, von τρυξ die Hefe); noch jetzo schätzt man sehr das Beinschwarz und das Hefenschwarz, le noir de vigne. Die feinere Tusche kam aus Indien, war das ινδικον μελας.

atramentum sepiae war die Schwärze des Tintenfisches.

C. Braune Farben:

Diese wendete man auf jeden Fall an, wahrscheinlich auch unsern Umbra, der in Italien sehr schön vorkommt; aber ich finde keine specielle Erwähnung. Melinos, μηλινος, ein color luteus, der auch ans Melos kam, könnte vielleicht hierher gehören.

D. Rothe Farben:

a) Bolus, Röthel, σινοπις, rubrica, miltos, terra lemnia.

b) Gebranntes Ockergelb, Preussisch Roth; ochra usta, puniceus, φοινιξ.

c) Zinnober, κινναβαρις, minium.

d) Vermillion, hochrother präparirter Zinnober, minium ustum.

e) Mennige, rothes Bleioxyd, sandyx, σανδυξ (wie auch eine Pflanze hiess, mit deren Saft hellroth gefärbt wurde), cerussa usta, sandaraka factitia, auch (versetzt mit Bolus) syricum.

f) Rothes Rauschgelb (Schwefelarsenik), sandaraka.

g) Kermes (die Scharlachbeere von der quercus ilex in der Levante, Spanien u.s.w.), coccus, κοκκος βαφικη, coccus ilicis, unser Vermeil (kermial, kermis im Persischen, woher Karmesin, Vermeil).

h) Drachenblut, das rothe Gummi einer Frucht, cinnabaris indica, δρακοντεον.

i) Krapp, rubia.

E. Gelbe Farben:

a) Ockergelb, Gelberde, οχρα, ochra, sil, siricum.

b) Eine ähnliche Lackfarbe wurde gemacht durch Kreide, die mit einem Aufgusse von getrockneten Lackviolen (viola) gefärbt war (s. Vitruv. XIV. 14).

c) Gelb Rauschgelb (Schwefel-Arsenik), auripigmentum, αρσενικον.

d) Safran; κροκος, crocus. Im Arabischen zafaran, im Hebräischen karnom.

F. Grüne Farben:

a) Grünerde, creta viridis, viride appianum; im Mittelalter prasina.

b) Berggrün, Kupfergrün, erdiges, oft thoniges Kupferoxyd; χρυσοκολλα, chrysocolla; auch cypria.

G. Blaue Farben:

a) Blaues Kupferglas (welches man erst in der allerneuesten Zeit wieder anwendet), caeruleum, coelon, lomentum, vestorium.

b) Schmalte, blaues Kobaltglas, wurde viel angewendet, wir wissen aber den Namen nicht, war vielleicht eine Art von caeruleum.

c) Armenium war vermuthlich präparirte Kupferlasur.

d) Ultramarin, aus Lasurstein präparirt, wir kennen den Namen nicht bey den alten Griechen, bey den spätern (im 6. Jahrh.) war es lazurion, λαζουριον.

e) Indig (aus der Indigpflanze) und blauer Carmin, ινδικον, indicum.

f) Waid oder Krapp, ισατις, ισαντιδον, vitrum, glastum.

g) Lackmuss, Orseille, von der Pflanze gleiches Namens (einer euphorbiacea, der croton tinctorium oder tournesol)—φυκος θαλασσιον, oder ποντικον, phycos thalassion.

H. Violet, Purpur:

Purpursaft der Purpurschnecke πορφυρα—ostrum, den wir nicht mehr anwenden; purpurissum war durch Purpur oder ostrum gefärbte Kreide; ähnliche Pastell- und Lackfarben machte man aus mehreren Pflanzen, als vaccinum (vielleicht Heidelbeere). Der Purpur ist ferfur im Arabischen.

Hysge, ὑσγη, war ein Kraut, das dunkelroth färbte, das hysginum war eine Mittelfarbe zwischen Purpur und Scharlach.


§. 4. Kalk-Gruppe.

Kohlensaurer Kalk in mannichfachen Formen, mit Marmor im Sinne des Alterthumes, d.h. den politurfähigen Gesteinsmassen.

A. Der Kalkstein und Kalk im Allgemeinen.

Der kohlensaure Kalk dient vorzugsweise zum Mörtel, zu dem er durch das Brennen geschickt gemacht wird; fast jeder ziemlich reine Kalkstein ist hierzu geeignet, wenn er auch geognostisch verschiedenen Formationen angehört. In Aegypten brannte man Kalk aus dem lapis troicus, einem zur Kreideformation gehörigen Nummulitenkalk;—in Griechenland benutzte man vorzugsweise den poricus oder megarensis und conchytes, d.i. einen tertiären Muschelkalk von Megara, aber auch andere Kalk- und Marmorarten;—in Rom den silex (daher selce, silici), der nicht Kiesel ist, sondern der graue, harte Alpenkalk, aber auch das saxum album oder tiburtinum, d.i. unser Travertin oder Kalktuff von Tivoli. In Indien braucht man viele Korallen. Diejenigen derben und krystallinischen Kalksteine, die einen bedeutenden Gehalt an Talkerde haben, mit Säuren wenig und schwer brausen, heissen Dolomit, welchen Namen Herr v. Saussure 1779 gab.

che-hoei im Chinesischen;—sikui, sniu im Japanischen;—rtsi im Tibetanischen, auch dakara-rtsi;—rdo—zho ist Kalkstein, sadagara weisse Erde;—ilpan im Mandschu;—toho im Tartarisch-Mandschu;—tsurma, khatica, khati im Sanscrit, auch pakasukla (d.i. sich weissbrennend), dhatupala (Mineralstein), dhavalamrithika (weisse Erde);—chunan, chinan im Hindu;—tschuna im Bengalischen;—thaung, thaum in Indien, Provinz Tennasserin;—bata kapor im Malaiischen;—kapur ist mehr der gebrannte Kalk.

burr, kir im Armenischen;—kir im Georgischen und den kaukasischen Sprachen;—kiretsch im Tartarischen;—kiretsch im Türkischen (kiretschlik bedeutet das, was wir Oxyd nennen);—kireg, kils, kedsch im Persischen;—ksel, spi (d.i. weiss), thrib im Kurdischen;—marak im Grönländischen (heisst auch weisse Erde).

mess im Magyarischen;—mescho in der Zigeunersprache.

st in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache nach Champollion;—nora im Aethiopischen und Amharischen, auch mura;—maret tzooda (weisse Erde) im Abessinischen;—szibbel im Berberischen.

gir im Hebräischen und Maltesischen;—dgir in Darfur (Nordafrika);—dschair, keg, chils im Arabischen; mü-kellis [or: mükellis] ist der Kalkbrenner, gaygarah der Kalkofen.

calsc, calasc im Syrischen;—kalaph im Samaritanischen;—titaos, auch kalbejo, kunjon im Syrischen.

τιτανος im Griechischen, auch χαλιξ der Kalkstein;—τεττανος im Mittelalter (ασβεστος war der gebrannte Kalk);—ασβεστι, ασβεστοπετρα im Neugriechischen;—asbesum der Alchemiker.

varul, auch kalkanniu im Walachischen;—var, war im Bosnischen;—iswestnoi kamen im Russischen;—wupno, auch kalk im Polnischen (wapien ist Kalkstein);—wapno, wapenny kamen im Böhmischen;—vapnu, apnu, apni kamen, apnjenik im Windischen;—apnu im Krainschen;—vapno, japno, krech im Croatischen, auch im Illyrischen und Slowakischen (wapenik ist Kalkstein);—kalk im Wendischen;—kalkis im Lettischen;—kalke im Litthauischen.

calch im Wälschen (calchur ist Kalkbrenner);—calc, cailc im Gälischen, auch caleh im Kornischen.

cawk, caulk im Schottischen; aol-clach ist Kalkstein.

calx im Lateinischen. Der Kalkstein zum Kalkbrennen in Rom hiess lapis albus, varius, durus, fistulosus, silex, mollior (nicht molaris, wie in den Ausgaben des Plinius stehet); der silex ist der dichte Apenninenkalk, der jetzo noch selce heisst;—calca, calcina im mittelalterlichen Latein; alahabar, alchonor, alastron, agar, algit, galerit, algerie bey den Alchemikern.

calce im Italienischen, calcare ist kalken;—cal im Spanischen; caliza, piedra de cal ist Kalkstein;—cal im Portugiesischen;—chalk im Englischen, ist vorzüglich der erdige, kreidenartige; lime ist mehr der feste (hängt vielleicht zusammen mit liomh polieren), limestone ist Kalkstein;—calch im Flammländischen;—chaux im Französischen, aber pierre calcaire ist Kalkstein, calciner verkalken;—chalk, auch ceali im Angelsächsischen;—kalk im Isländischen, Schwedischen, Dänischen, Friesischen, auch im Lappländischen.

carea, auch quisua im Baskischen; carabia ist der Kalkofen.

B. Der gebrannte Kalk.

Er heisst auch ätzender, lebendiger Lederkalk (der Sparkalk ist gebrannter Gyps). Das Brennen hiess im Lateinischen coquere.

wakharitschuna im Bengalischen;—rdo-zhuna im Tibetanischen;—kapor, kapur im Malaiischen;—kireg-tasi [or: kiregtasi] im Persischen;—nüret, zarudsch im Arabischen;—sid, sida im Chaldäischen;—kelscho im Syrischen.

κονια im Griechischen, was wohl eigentlich Kalkwasser war; der ungelöschte Kalk war ασβεστος (τιτανος), von σβεννυμι löschen, auslöschen; (ασβεσταριον die Kalkhütte, φυκος θαλασσιον der mit Kalk weiss anstreicht);—ασβεστêς, ασβυστος im Neugriechischen;—asbesum, annora im mittelalterlichen Latein;—albeston, schesten, rasis, gir, koma, komaertos bey den Alchemikern.

ras, raz im Bretonischen;—aol, aolgun bhatadh im Gälischen, aol schuirn ist Kalkofen.

calx extincta (der gelöschte), macerata (der mit Wasser angemachte) im Lateinischen;—cal viva im Spanischen (ahogar la cal ist den Kalk löschen);—chaux eteinte im Französischen;—caou im Provenzalischen;—quicklime im Englischen.

wapno wypalone im Polnischen;—palene wapno im Böhmischen;—japno, sgivo persginasto im Bosnischen;—krecs im Illyrischen.

C. Der Mörtel, die Tünche.

Der gebrannte Kalk, im Wasser sehr verdünnt, bildet die Tünche, das Kalkwasser, zum Weissen oder Tünchen; mit dem nöthigen Wasser und Sande in einen breiartigen Zustand gebracht, den Mörtel zum Bauen; hat dieser die Eigenschaft, dass er unter Wasser schnell erhärtet, heisst er Cement. Der Mörtel ist:

zaharudsch, sarug im Arabischen;—melel im Hebräischen;—schaghach, taghach im Armenischen;—messelo im Magyarischen;—kelkere im Albanischen;—κονια, αμμοκονια im Griechischen;—malta, χαλυξ im Mittelalter.

aol-phasel, -plasta, doib im Gälischen, auch moirteal (vielleicht aus dem Englischen).

mortarium im Lateinischen;—maltha war ein Mörtel oder Kalk, der am meisten erhärtete; zum Cementkalk brauchte man den pulvis puteolanus, die Puzzolane. Um den Mörtel ganz weiss zu machen und ihn glätten zu können, wie er zur encaustischen Malerei nothwendig war, setzte man gepulverten Marmor zu; er war dann marmoratum, da der gewöhnliche Mörtel arenatum hiess;—mortal parget, plaster im Englisclien;—mortier, beton, bleton im Französischen;—mortero, mezcla, argamasa im Spanischen (argamasar ist Mörtel bereiten);—morter in Altteutschen;—morter, moertel im Holländischen;—mort, murt im Windischen.

Tünche, tünchen wird aus dem Slawischen stammen.

tynk im Polnischen, tynkowak ist tünchen;—dynchowani im Czechischen. Die Tünche ist: polmaska im Russischen, mauz, lika im Wendischen, mauz, frajh im Krainschen.

D. Marmor nebst andern politurfähigen und verwandten Gesteinen.

Marmor bezeichnete und bezeichnet noch jetzo im gemeinen Leben alle politurfähigen Steinmassen, die zu Bauwerken, Statuen, Mosaikarbeiten verwendet werden; mineralogisch beschränkt man den Ausdruck nur auf politurfähigen kohlensauren Kalkstein. Die politurfähigen Steine wurden im Alterthume in den grossartigsten Brüchen und sehr rationell gewonnen; diese Steinbruchskunst hiess λιθουργικη (woher unser Name Lithurgik, der einen weitern Begriff hat), die Kunst der weitern Bearbeitung hiess λιθοτριβικη.

a) Marmor im Allgemeinen.

pandu kambula im Sanscrit;—maramara im Bengalischen;—mocrano im Hindu und andern indischen Sprachen, von dem Orte mocrano, wo er gewonnen wird.

ara-ka, araga, arca im Tibetanischen;—pualam, batopoan im Malaiischen;—alha-ouche (bunter Stein) im Mandschu;—okesiksak im Grönländischen.

kidsch, marmarion im Armenischen;—marmar im Kurdischen;—mermer im Türkischen;—mermer im Persischen (der balghami ist eigentlich der Tuffkalk von Schiramin);—mermer, balant, butcham im Arabischen, auch rokham (eigentlich harter Stein, daher rokham alabiad der persische Tuffkalk oder orientalische Alabaster);—rucham ist weisser Marmor;—ream, reom im Maltesischen, wohl von rucham im Arabischen.

balak im Abessinischen;—ketak, ktak im Syrischen, ist eine gewisse Art Marmor;—schajich im Hebräischen, auch schesch, shaich, meist mit Marmor übersetzt, wird auch auf Onyx angewendet seyn (s. oben). Als Marmorsteine, zur Verzierung des Fussbodens (wohl Mosaikarbeit) werden in der Bibel noch angeführt: 1) bahat, meist mit smaragdus übersetzt, scheint mit dem eben erwähnten balant im Arabischen Aehnlichkeit zu haben; 2) dar, übersetzt mit perlartiger Stein, ist vielleicht das chaldäische dur, übersetzt mit lapis pretiosus; 3) socherth oder sochareth, wahrscheinlich bunter Stein.

marmar, marmer, marmira, auch pudra, pidra (wohe [woher] vielleicht πετρος im Griechischen), im Chaldäischen; schajisch, schajercha, mit Marmor übersetzt kann auch Onyx gewesen seyn (s. diesen).

μαρμαρος im Griechischen (ψεφις sind die Steine zur Mosaikarbeit);—μαρμαρον im Neugriechischen;—im Mittelalter war δοκιμινον (der Marmor von der Stadt Docimeum in Phrygien) der gewöhnliche Name für Marmor;—recha der Alchemiker.

marmore im Walachischen;—marmari im Albanischen;—maen-mynor, mynor, marmawr im Wälischen;—mein-marbre [or:meinmarbre] im Bretonischen;—marmor, marmur, marbyr im Gälischen;—marmor im Lateinischen;—marble im Englischen;—marbre im Französischen;—marmo im Italienischen;—marmol im Spanischen;—marmore im Portugiesischen;—marmor im Schwedischen und Dänischen;—marmel im Holländischen;—marmul im Alt-Hochteutschen;—marmara im Isländischen;—marmari im Norwegischen;—marm im Angelsächsischen;—marmor im Russischen und den meisten slawischen Dialecten;—mramor im Böhmischen;—marmur im Polnischen;—marbel im Krain;—marvany im Magyarischen;—marmoras im Litthauischen.

b) Die bekanntesten, wahren, aus kohlensaurem Kalk bestehenden Marmorarten der Griechen und Römer.

marmor parius, auch lychnites und lychdinus, war ein schöner weisser Stein aus dem Gneisgebirge der Insel Paros (jetzo Paris), einer der Cycladen, der von den Griechen sehr geschätzt wurde. Die alten Brüche liegen jetzo unbenutzt, die jetzigen Künstler nennen den Stein marmora graeca duro.

marm. thasios, von der Insel Thasos, jetzo Tasso, im ägäischen Meere bey Thrazien, ausserordentlich weiss, fein und schön, war ein Hauptmaterial der alten griechischen Künstler.

marm. lebsius, von der Insel Lesbos, jetzo Metellino im ägäischen Meere, dem vorigen sehr ähnlich, etwas bläulicher,

marm. pentelicus, vom Berge Penteles bey Athen, wo die grossen unterirdischen Brüche noch vorhanden sind. Der marmor graeco fino der Archäologen, ein zarter, weisser Marmor. Aus demselben bestehen viele Statuen, auch sind das Parthenon und viele Prachtgebäude daraus erbauet. Er hat öfter grüne Stellen, heisst dann Cipolino (Zwiebelmarmor).

marm. lunensis, von den Künstlern jetzo bardiglio oder bigio di Carara genannt, ist der jetzo allbekannte Marmor von Carara in Toscana (sonst Luna in Hetrurien), der durch ganz Europa verführt wird, der im alten Rom zu Statuen und Prachtbauten vorzugsweise verwendet wurde.

marm. hymettus, vom Berge gleiches Namens, ohnweit Athen, ein weisser und grauer grossschuppiger Marmor, der beym Reiben etwas stinkt, jetzo marmo cipolla der Künstler.

marm. proconensis und cyziscecum von der Insel Proconensis im Hellespont, der Stadt Cyzicus gegenüber, das heutige marmora, weiss mit grauen und blauen Adern, wurde sehr allgemein in den griechischen Städten zu Säulen und Prachtbauten verwendet, wird jetzo wenig gebrochen.

marm. ephesius, ein blendend weisser Marmor von Ephesus in Ionien (Kleinasien), vorzüglich verwendet zu dem berühmten Tempel der Diana daselbst, mit Säulen von 160' Höhe. Unterirdische, unendlich ausgedehnte Steinbrüche sind noch vorhanden.

marm. phrygius, synadicus, docimenum, δοκιμευς, ein sehr schöner weisser, auch roth- und blauadriger Marmor, von Docimeum und Synada, ohnweit Nicaea in Phrygien; die ausgedehntesten alten Brüche findet man noch jetzo bey Eski-kara-Hissar (dem alten Synada), wo Blöcke über 100' Höhe gewonnen wurden. Er ging viel nach Griechenland, später besonders nach Rom, wurde so häufig angewendet, dass im Mittelalter der Marmor überhaupt δοκιμινον genannt wurde.

marm. coralliticus, wahrscheinlich aus Phrygien, war auch sehr weiss.

marm. tyrius, von Tyrus in Syrien, war weiss, aus ihm bestehen die Tempel in Tyrus, Jerusalem, überhaupt in Syrien.

marm. caristaeus, von Karisto auf Euboea (Negroponte), war von graugrüner Farbe mit grasgrünen Adern (ein marmo cipolino der Künstler), die alten Brüche werden noch jetzo betrieben.

marm. numidicus, von Berge Maurasido in Numidien, wird gelb gewesen seyn, bildet den Giallo antico der Künstler.

marm. chius von der Insel Chios, der schwarz gefleckt ist, und der —lucullus aus Aegypten, waren schwarz, sind der nero antico der Künstler.

marm. taenarius aus Lacedaemon war schwarz, vermuthlich aber kein Marmor.

marm. oder lapis megarensis, auch porinus, λιθος κογχιτης, conchites, war nicht eigentlich politurfähiger Marmor, sondern der, an Petrefacten reiche tertiäre Kalkstein, der bey Megara, wie in vielen Gegenden Griechenlands vorkommt, sehr häufig als Baustein diente, was auch noch jetzo der Fall ist; bey den jetzigen Griechen heisst er πορος.

c. Nicht aus Kalkstein bestehende, politurfähige Gesteine, die zum Marmor gezählt wurden, und hieran sich schliessende Gebirgsarten.

1. Alabaster, alabastrites, s. Gyps.

2. Serpentin (s. oben beym Talk);—verde ranocchia der Künstler. Ist der ophites der Römer, λιθος οφιτης der Griechen, welcher Name wahrscheinlich nicht von ophis die Schlange herstammt, sondern von der Insel Ophiusa (später Tenos, jetzo Tinos), wo seit ältesten Zeiten Serpentinbrüche betrieben wurden, wie auch noch gegenwärtig; das Gestein heisst: μαρμαρον πρασιον im Neugriechischen, und es ist wohl möglich, dass es diesen Namen schon im Alt-Griechischen führte, da πρασιον in Verbindung mit andern Wörtern grüne Steine bezeichnet;—Serpent in ininniger [inniger] Verbindung mit Kalkstein, kommt in Italien mehrfach vor, wie bey Genua, der bekannte marmo della Polcevera und pietra l'Avezzara, war den Alten ohne Zweifel bekannt, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen. Zu unserm Serpentin gehört grossentheils der gabbro der Italiener, auch der marmor de Valerano, der verde di prato u.s.w.

3. Grünporphyr, verde antico der Künstler. Eine Grundmasse von grünem, dichtem Feldstein, mit Einmengungen von Feldspath und mehr oder weniger Hornblende; ein sehr zähes Gestein, das aber häufig zu Werken der Kunst im Alterthume diente.—Der marmor lacedaemonicus und crociacus, λιθος κροκιατêς, ist ein schöner, ausgezeichneter Grünporphyr, der bey dem alten Crocos in Laconien gebrochen wurde (s. Expedition scientifique de Morée pag. 131). Der marmor augustum und tiberium wird der ägyptische Grünporphyr seyn, von dem sich mehrere Kunstwerke erhalten haben, der in Oberägypten bey Syene häufig vorkommt, die Künstler nennen ihn verde ranochia.

4. Grünstein, diabase, besteht aus Feldspath und Hornblende, wird oft feinkörnig bis zum Dichten, findet sich häufig in Oberägypten, ist der granitello verde d'Egitto, und bey feinerem Korn basalt vert oriental der Künstler. Zuweilen hat die Grünsteinmasse Trümmer von Granit und Porphyr eingemengt, das Gestein ist dann bekannt als Breccia d'Egitto. Viele ägyptische Kunstwerke bestehen aus diesen Gesteinen; wir kennen den speciellen Namen im Alterthume nicht; wahrscheinlich wurde sie wohl zu dem basanites gerechnet.

5. Hornblendgestein; melampyre, amphibolite, aphanit im Französischen; basalte nero der Künstler und Archäologen. Ist ein dunkelgrünes, fast schwarzes Gestein aus vorwaltender Hornblende, der mehr oder weniger schwarzer Glimmer, Feldspath und Quarz beygemengt seyn kann, bildet mit ähnlichen Trappgesteinen, besonders in Aegypten mächtige Einlagerungen im granitischen Gebirge. Es ist ein höchst zähes, ungemein schwer zu bearbeitendes Gestein; gleichwohl verarbeiteten es vorzugsweise die Aegypter zu Statuen und andern Kunstwerken.—Wenn sich in die ziemlich reine Hornblendmasse viel Feldspath einmengt, gehet das Gestein in Grünstein, und wenn Glimmer dazu tritt, in Syenit über, der dem Granite verwandt ist, welchem aber eigentlich die Hornblende fehlt. Um Syene im Nilthale bilden rother Granit und Syenit grosse Gebirgszüge, ihnen zur Seite stehen Felsen von dunkelm Ansehn, reich an Hornblende, in denen bedeutende Lager von rabenschwarzer, harter, zäher Hornblende vorkommen. Diese war der

λιθος βασανιτος der Griechen, der basanites der Römer, welcher Name mehrfach erwähnt wird. Nur einmal in der alten Litteratur, bey Plin. 36. 11. kommt das Wort basaltes vor, aber bey Vergleichung der hierher gehörigen Stellen kann man nicht im geringsten zweifeln, dass der Name basaltes bloss durch einen Schreibfehler für basanites stehet. Den Namen basaltes kannte das Alterthum gewiss gar nicht. Den fehlerhaften Namen basaltes übertrug Georg Agricola (der die neuere Mineralogie begründete) auf unsern Basalt, der von dem basanites der Alten wesentlich verschieden ist, in Aegypten gar nicht vorkommt. Aus dem Basanit (basalte nero) wurden Statuen, auch sehr grosse gefertiget, wozu unser Basalt gar nicht geeignet ist.

Der λιθος μελανος, oder der schwarze äthiopische Stein der Griechen und Römer, wurde unterschieden von dem basanites und von dem bunten äthiopischen Stein, unserm Syenit. Man wendete ihn an zu Reibsteinen, besonders zu Platten, mit denen auch der untere Theil der sogenannten dritten Pyramide belegt war. Diese Platten sind zum Theil noch vorhanden, bestehen meist aus Granit, theils aus dunkler Hornblende mit Quarz (s. v. Moll's Annalen I. v.J. 1802, Pag. 165), welches Gestein sich ganz wohl zu Reibsteinen eignet.

6. Granit, Syenit. Das körnige Gemenge von Feldspath, Quarz und Glimmer oder Hornblende, nannte man sonst Syenites, später Granit; Werner unterschied von dem eigentlichen Granit, der Glimmer (und keine Hornblende) führt, den Syenit, der Hornblende (und keinen Glimmer) enthält, aber in der Natur gehen beide Gesteinarten ohne Abschnitt oft in einander über, und da der Glimmer oft auch schwarz ist, sieht er der Hornblende sehr ähnlich. Je nachdem grauer Quarz, rother Feldspath, schwarzer Glimmer oder Hornblende, mehr vorwaltend wird, erhält das Gestein ein anderes Ansehen; die italienischen Künstler unterscheiden granito rosso,—bigio und—nero, der viel schwarzen Glimmer oder dunkle Hornblende enthält, und indem diese vorwaltender wird, bildet sich der Uebergang in den basalte nero. Die Uebergänge von Granit, Syenit, Grünstein, Hornblendgestein in einander sind sehr häufig in Oberägypten und Aethiopien. Das granitische Gestein nimmt eine sehr schöne Politur an, aber wegen seiner Härte sind Kunstwerke daraus in der neuern Zeit höchst selten, im Alterthume, besonders in Aegypten, waren sie äusserst häufig, zum Theil höchst colossal, wie z.B. die Obelisken, auch die Grösse der Steinbrüche setzt uns in Erstaunen.

syenites der Griechen und Römer war der ägyptische Granit und Syenit, der Name ist ein ägyptischer, hängt zusammen mit der Stadt Syene in der Thebaide, wo die wichtigsten Brüche waren. Nach Plin. 36. 13 trug das Gestein auch den griechischen Namen pyropaecilon, Herodot II. 137 bezeichnet es als bunten äthiopischen Stein. Diess Gestein, aus dem die Obelisken bestehen, kennen wir sehr gut, es ist ein wahrer Granit aus vorwaltendem rothem Feldspath, grauem Quarz und etwas schwarzem Glimmer, doch kommt wirklicher Syenit, mit viel Hornblende, auch im dortigen Gebirge vor.

Der Name Granit, mit dem man fälschlicherweise den syenites der Alten bezeichnet, stammt aus neuerer Zeit, hängt wohl mit granosus zusammen, wie man den Stein seines körnigen Gefüges wegen genannt haben mag; im mittelalterlichen Latein wird ein marmor granitum, quasi granis conspersum erwähnt. In der alten Bergwerkssprache heisst grintstein ein schlechter Stein, der aus verschiedenen Materien bestehet, woraus vielleicht Granit geworden seyn kann.

Der Name Granit ist in die wissenschaftliche Sprache der Völker übergegangen, übrigens heisst er: bato betul im Malaiischen;—λυβικος oder νουμικος λιθος im Neugriechischen;—graberg im Schwedischen;—schpatowoi dekoi kamene im Russischen;—zula im Böhmischen.

7. Gneiss, Gneus, dem Granit geognostisch sehr verwandt, ebenfalls aus Quarz, Glimmer und Feldspath bestehend, aber in fasrigem halbschiefrigem Gefüge, der keine Politur annimmt, im Alterthume nicht beachtet seyn mag. Der Name ist neuern, aber unbekannten Ursprunges; der Bergmann in Böhmen und Sachsen braucht häufig die Worte: Kneis, Geneis, Ginest, Gniest, Kniest, Knaust für hartes Gestein, auch gneisig für fest; sie mögen wohl slawischen Ursprunges seyn. Im Böhmischen heisst er übrigens rula, im Schwedischen mark groesten.

8. Porphyr. Porphyrartig nennen wir ein Gestein, wenn es aus einer vorherrschenden Grundmasse bestehet, in der krystallinische Mineralien eingemengt sind. Bey dem eigentlichen Porphyr bestehet die Grundmasse aus Feldstein, in welchem Feldspath, Quarz, etwas Glimmer oder Hornblende liegen. Am gewöhnlichsten ist das Gestein roth, zeigt sich aber auch grün oder schwarz. Das Gestein ist, besonders in manchen Abänderungen, sehr politurfähig; das Alterthum verarbeitete besonders den ägyptischen (aus den grossen Brüchen zwischen Berenice und Coptos, in dem mons porphyrites, jetzo Dschebel dochan, wo die ausgedehntesten Steinbrüche noch vorhanden sind). Jetzo sind grosse Schleifereien in Elfdalen (Schweden) und im Altai. Dieser, wie der antike Porphyr (porfido rosso der Künstler), hat eine bräunlich rothe Grundmasse, in welcher kleine röthliche Krystalle von Feldspath (Albit), von Glimmer oder Hornblende, auch wohl kleine Flitterchen von Eisenglanz, selten Quarzkörner liegen.

Es ist diess der πορφυριτης, porphyrites der Griechen und Römer (der den Namen von πορφυρα, die Purpurfarbe, hat), der auch leptosephos oder leucostinctus hiess. Der Name Porphyr ist in die wissenschaftliche Sprache aller Völker übergegangen. Im Türkischen heisst er sumaki oder sumaki mermer.

Anhangsweise mögen hier noch ein Paar ägyptische Gesteine erwähnt werden, die zwar nicht politurfähig sind, aber im Alterthume erwähnt werden.

λιθος τροικον, lapis troicus ist der in Unterägypten verbreitete, zur Kreideformation gehörige Nummulitenkalk, reich an Petrefacten, besonders Nummuliten, die man im Alterthume, wegen ihrer Form mit Linsen verglich, wie Strabo und Plinius erwähnen. Dieser Kalkstein lieferte das Hauptmaterial zu den Pyramiden und andern grossen Bauwerken. Der λιθος πορος, den Theophrast §. 15 erwähnt, mag auch hierher gehören.

Der lapis thebaicus, auch psarronium ist der, durch die Thebaide, über Aegypten, Abessinien, Syrien u.s.w. verbreitete Flötzsandstein, der hier mächtige Felsgebilde darstellt, auch zur Kreideformation gehören wird. Er ist meist ziemlich feinkörnig, manche Schichten sind grobkörnig und ausserordentlich fest (breche silicieuse); manche sind grobe Breccien, die zuweilen eine grüne Farbe haben (breccia verde d'Egitto). In diesem Sandstein liegen die Grabkammern der Aegypter, zuweilen ganze unterirdische Paläste, aus demselben bestehen die meisten grossen Bauwerke und Monolithen.

E. Kreide.

Ist ein weisser, erdiger, lockerer, schreibender Kalkstein; dient als Poliermittel, vorzugsweise als Farbe; besonders fein präparirt heisst sie: blanc d'Espagne, blanc de Bougival. Geognostisch bedeutet das Wort die, zur Kreideformation gehörigen Flötze, meist harter Kalk- und Sandstein.

kin im Chinesischen (ist auch Thon);—sadagara (weisse Erde) im Tibetanischen;—dhavalamrittika (weisse Erde), aus khati im Sanscrit;—khatika, khadimati im Bengalischen;—simie-chunamboo im Hindu.

kavidsch im Armenischen;—law, akuan, chack im Persischen;—hawwara, debesur im Arabischen;—tebaschyr im Türkischen;—maret tzaoda im Abessinischen.

criadh, cailc im Gälschen;—creye, cleiz im Bretonischen;—marm im Wälschen;—krida, creta im Walachischen.

κριθη, λευκογεα (weisse Erde), λευκογραφις im Griechischen; κρηδα, ασπροχωμα im Neugriechischen;—creta argentaria, auch -eretria, -melia, -selinusia, pnigitis und paraelonium im Lateinischen;—kreta im Magyarischen;—krita im Schwedischen;—kryt im Isländischen und Holländischen;—kridt im Dänischen;—kride im Plattteutschen;—kryda im Polnischen, Czechischen, Windischen, Slowakischen;—krayda in Coatien, Krain u.s.w.;—krihte im Lettischen;—creta im Italienischen;—greda im Spanischen und Portugiesischen;—craie im Französischen;—chak im Englischen.

clera im Baskischen;—mehl im Russischen;—parmi in der Zigeunersprache.

F. Stinkstein.

Ein meist bituminöser Kalkstein, der gerieben stinkt.

Man kannte im Alterthume diese Eigenschaft mancher Kalksteine ganz wohl, besondere Namen dafür finde ich nicht erwähnt.

lapis suillus im neuem Latein;—pierre de porc,—puante,—fetide im Französischen;—fötid stone, stinkstone im Englischen;—pietra fetida im Italienischen;—wonjutschü kamenj im Russischen;—bar puturos im Walachischen;—orsten im Schwedischen.

G. Kalktuff, Tuffkalk.

Ein kalkiger Absatz von Gewässern, theils grob, dann oft röhrenförmig von incrustirten Gewächsen (Osteocolla, Beinbruch u.s.w. genannt), theils auch feinkörnig, selbst politurfähig, dann von den Antiquaren meist alabastre Orientale genannt. Dient häufig als Baustein. Manche Gewässer setzen sehr viel und rasch Kalktuff ab, so der Anio oder Teveron bey Tivoli (dem alten Tibur) ohnweit Rom, und einige Gewässer in Persien.

choüe-ty-che im Chinesischen;—oufouhon-ouche im Mandschu;—bato-ajehr im Malaiischen.

balghami im Persischen ist der berühmte schöne Tuffkalk von Schiramin, olmweit Tabritz in Persien, der zum Theil in dünnen Blättern bricht, höchst durchscheinend ist, eine vortreffliche Politur annimmt, sehr allgemein als Marmor angewendet wird, den aber die Antiquare Alabaster nennen.

ajag tasch im Türkischen;—hirsemm im Arabischen, rokham alabiad ist der erwähnte persische Kalktuff.

πωρος, πωρινος λιθος, gehört zum Theil hierher, ist ein leichter, aber fester Kalktuff, der häufig, auch bey dem olympischen und delphischen Tempel als Baustein angewendet wurde, daher auch porus, porus lapis bey den Römern.

lapis tiburtinus der Römer, ist der travertino der jetzigen Italiener, der Tuffkalk des Anio, auf dem vorzüglich ohnweit Tivoli (dem alten Tibur) sehr grosse Brüche stets umgingen. Er diente zu allen Zeiten als ein wichtiges Material für die Prachtgebäude von Rom, wurde schon in den allerältesten Zeiten angewendet, da die uralten Ruinen von Pestum daraus bestehen. Den Kalkbrennern diente er als lapis albus; zur Tünche brauchte man besonders den fistulosus, der voll Röhren ist.—tofus, tophus bezeichnete lockere Gesteine, theils Tuffkalk, theils vulkanisehen, etwas verhärteten Tuff (jetzo peperino).

tufus, tophus im Mittelalter;—bartuf im Walachischen;—tuf im Bretonischen;—rusg, comhdach im Gälschen, sind die kalkigen Incrustationen;—tufa im Portugiesischen;—toba, piedra tosca im Spanischen;—tuf, tufeau im Französischen;—tuff, duckstein im Teutschen;—duifsteen im Holländischen;—ducksten, vattensten im Schwedischen;—tof, dziar im Polnischen.

travertino im Italienischen, zu dem auch gehört der pietra forte, tartari, osteocolla, confetti de Tivoli;—hassock im Englischen heisst auch Tuffkalk.

zemnity im Czechischen;—mesz rosda im Magyarischen.

H. Tropfstein, Sinter, Kalksinter.

Ein Kalkstein, der sich in den Höhlen bildet aus sickernden Wassertropfen, besonders in Zapfen, die theils nach unten, theils nach oben wachsen, die man sonst als Stalactiten und Stalagmiten hiernach unterschied. Zuweilen bildet er ein Gewebe von feinen, glänzenden Fäden, heisst dann Eisenblüth (weil diese meist in Eisenbergwerken gefunden werden), jernblom im Schwedischen, flores ferri. Bey den Autoren wird zwar der Tropfstein mehrfach erwähnt, aber ohne besondern Namen.

chy-tschoung-sju und tsing-tsuen-chy im Chinesischen.

stalagtites, stalagmites im neuern Latein, von stalagma, σταλαγμος der Tropfen, also Tropfstein im Teutschen, welches Wort wieder zusammenhängen wird mit driog, der Tropfen, im Gälischen;—stalactide im Französischen;—stalactiti, stalagmiti im Italienischen;—dropsteen, leckstein im Holländischen, Schwedischen, Dänischen;—sopleniec (von sopel der Zapfen) im Polnischen;—lodowiec (von lod das Eis), topienec, naciec im Czechischen, auch wapenek krapnikowity.

I. Roggenstein, Oolit, Erbsenstein.

Ein dichter, oft mergliger Kalkstein von körniger Form, theils feinkörnig, dem Fischroggen ähnlich, theils grosskörnig, wie die Erbsen.

Der Hammitis der Römer wird hierher gehören, von dem Plin. 37. 60 erwähnt: er sey dem Fischroggen ähnlich.

pisolithus im neuern Latein;—pisolite, oolite im Französischen;—oolit, roesstone im Englischen;—rämsten im Schwedischen;—borsokö, ikrakö im Magyarischen.

K. Faserkalk.

Ein Kalkstein von fasrigem Gefüge, zuweilen sehr fein, und Politur annehmend; er wird dann convex geschliffen, hat ein Schillern wie Faserkiesel (Katzenauge) und Fasergyps, heisst dann wohl Atlasspath.

tsing-tsuen-chy;—choui-tshong-pe-chy im Chinesischen.

Beachtete man das Gestein im Oriente und Alterthume, so wird man es wahrscheinlich zum Katzenauge gerechnet haben.

satin spar im Englischen;—chanx fibreuse im Französischen.

shilnowaloi iswestnoi kamen im Russischen;—weglan wapna wtoknisty im Polnischen;—wlaknowity im Czechischen;—bar fibros im Walachischen.

L. Kalkspath, Arragonit.

Ausgezeichnet durch spathige Struktur und Krystallform, aber ohne technische Anwendung. Der vollkommen durchsichtige Kalkspath, der besonders ausgezeichnet in Island vorkommt, hat die Eigentümlichkeit, dass er vollkommner und stärker als die andern Mineralien, beym Durchsehen nach gewissen Richtungen die Gegenstände verdoppelt, heisst daher Doppelspath, Isländischer Spath, dubbelsten im Schwedischen, welche Eigenschaft zuerst Erasmus Bartholini 1670 beachtete.

Dem Kalkspathe sehr verwandt ist der Braunspath (chaux carbonté magnesifère), der Talkerde enthält, und der Arragonit, der Strontianerde enthält, 1788 von Werner und Klaproth bekannt wurde, in welchem erst Stromeyer 1812 die Strontianerde nachwies.

Der Name Spath bedeutet bey uns blättriges Gefüge, mit dem aber sehr häufig Krystallform verbunden ist; er ist spath im Französischen, Schwedischen, Dänischen;—spar im Englischen;—espato im Spanischen und Portugiesischen;—schpat im Russischen;—szpat im Polnischen, welche Worte zunächst zusammenhängen mögen mit ysparth im Wälschen, theilen, spalten, entfernter mit spatika im Sanscrit, d.i. Krystall.

Die krystallinischen Fossilien der Kalkreihe, als Kalk-, Gyps-, Flussspath und andere, unterschied man früher nicht gehörig, konnte es auch kaum, da chemische Analysen fehlten, man begriff sie im Allgemeinen unter Spath und unter den fluoribus, wie Agricola, Boetius de Boot u.s.w.; erst seit Cronstedt (1758) wurde der Kalkspath näher fixirt. Nach der Form bekam er besondere Namen, als Schweinszahn, Nagelkopf, Hahnenkamm und viele andere.

Mit welchem Namen man ihn im classischen Alterthume bezeichnete, ist unbekannt, die von Plinius erwähnten: pangonius, ceponius, leucochrysos, melichrysos u.s.w. können hierher gehören.

Die Orientalen werden ihn unter den Namen für Krystall begriffen haben (s. diesen).—

spath culcaire im Französischen;—lime spar im Englischen;—meszkovalz im Magyarischen;—wapanec, uhlan wapnicity im Czechischen;—weglan wapna blaskowy im Polnischen.


§. 5. Flussspath-Gruppe.

Flusssaurer Kalk, theils derb, meist krystallisirt. Die Krystalle, meist ziemlich durchsichtig, sind verschieden, oft schön gefärbt, grün, gelb, roth, blau, daher man sie früher als falschen, unächten Smaragd, Amethyst, Sapphir u.s.w. bezeichnete, auch Topasfluss, Smaragdfluss u.s.w. nannte (fausse emeraude,—amethyste u.s.w. emeraudes morillon;—fluor viridis,—caeruleus u.s.w.). Der Androdamas von Agricola (1550) und Scheuchzer (1718) war in Würfeln krystallisirter Flussspath. Die Krystalle, als solche, können ihrer wenigen Härte wegen nicht zu Schmucksteinen angewendet werden, aber Flussspath kommt auch in grossen, hübsch gefärbten krystallinischen Massen vor, solche werden vorzüglich in England (in Derbishire und Buxton seit 1765) zu Gefässen, Vasen und dergleichen verarbeitet, die sich ganz hübsch ausnehmen, aber nur in geringem Werthe stehen. Auch im alten Aegypten hatte man schon Gefässe von Flussspath, von denen einige auf uns gekommen sind.

Manche Abänderungen phosphoresciren (d.h. eine Zeitlang dem Sonnenlichte ausgesetzt, leuchten sie im Dunkeln) von allen Mineralien am stärksten, diese kommen jetzo besonders und am schönsten in Siberien vor, heissen Chlorophan (früher spathum lucens, spath phosphorique). Diese Eigenschaft war schon dem Alterthume bekannt, und der pazon, topazion der Alten wird ein solcher Chlorophan von der ägyptischen Insel ophiodes gewesen seyn, woher unser Name Topas stammt. Die Phosphorescenz des Flussspathes überhaupt, in der neuern Zeit wird von Beckmann 1676 entdeckt seyn, er hiess daher auch phosphorus smaragdinus, hesperus, vesperugo.

Der krystallisirte und derbe (der ganze Felsmassen bildet) ist sehr leichtflüssig, wesshalb man ihn häufig beym Schmelzen des Eisens, Kupfers, als Flussmittel (flux, fondant, erbue, castine im Französischen) zusetzt, während man anderntheils hierzu auch Kalk, Thon—herbue—u.s.w. anwendet); desshalb bezeichnet ihn der teutsche Bergmann als Flösse, woher er lateinisch fluor, fluores genannt wurde; dieser Name ging in die Mineralogie über, und die Gattung fluores begriff, wie der basaltes, sehr verschiedene Gesteine. Als Scheele 1771 den Flussspath zerlegte, und die Flusssäure zuerst darstellte, wurde die Gattung speciell fixirt. Praktisch kannte man die Flusssäure bereits früher; schon Schwanhard 1670 ätzte damit auf Glas, und 1725 wurde bekannt: dass man dieses Aetzwasser aus böhmischem Smaragd oder Hesborus bereite.

tse-chy-yng im Chinesischen, ist blauer Flussspath; lou-fou-chy ist grüner.

παζιον, τοπαζιον der Griechen, von gelber und grüner Farbe, welcher, der Sonne ausgesetzt, stark im Dunkeln leuchtet, massig und glasähnlich auf der ägyptischen Insel Ophiodes vorkam, war gewiss ein Chlorophan oder Flussspath.

topazius der Römer, von theils goldgelber, theils grüner Farbe, daher unterschied man mehrere Arten: a) prasoides den grünen (von πρασον Lauch, πρασινος lauchgrün), b) den chrysopteros wohl goldgelb; hierher dürfte gehören c) der chrysoprasius (wohl verschieden von chrysoprasus, eine Art Beryll), der gelbgrün war, und in grossen Stücken brach, wie d) der chrysopastus und chrysolampes, auch wohl der chrysolithus der Römer und Griechen (s. oben unter Chrysolith), chryselectrum und xanthus. Zu den phosphorescierenden Steinen dürfte auch wohl die Ceraunia gehört haben.—belur (d.i. Krystall) und seberget. (d.i. wahrscheinlich Chrysolith) nennen die jetzigen Einwohner von Aegypten den Stein der Insel topaze, welcher unser Flussspath seyn wird.

paz im Hebräischen, und tuphasjon im Syrischen, wird mi [mit] παζιον und τοπαζιον im Griechischen zusammenhängen.

ssila im Persischen, heisst jetzo (nach Ebersmann Reise nach Buchara 1823 Pag. 74) auf dem Edelsteinmarkte von Buchara, der ungeschliffene Flussspath, finussa der geschliffene, der mit Lasurstein ans Badakschan kommt.

fzazejon im Aethiopischen, wird mit äthiopischem Topas übersetzt, so auch Warawere (von warek das Gold) und tankar (von tankara das Gold im Abessinischen);—zahebem wareke ist im Amharischen ein Stein von Goldfarbe mit Topas übersetzt; wohin diese Steine gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben.

Als man in der neuern Zeit gelbe Edelsteine (besonders unsern Topas in Sachsen) kennen lernte, suchte man nach einem etwa passenden Namen im Alterthume, nannte sie erst Chrysolithe, dann Topase, wendete freilich, wie so häufig, fälschlich den alten Namen auf den neuen Stein an.

Der practische Bergmann benutzte als gutes Flussmittel ein Gestein, das er daher Flösse, Flüsse nannte, bey dem oft hübsche gefärbte Krystalle einbrachen, die man Flussspath nannte; im Lateinischen fluores, die Agricola (im Bermannus 1546) als eigne Gattung heraus hob und deutlich charakterisirt, und die Mineralogen der spätem Zeit setzten in die Gatten der Flüsse oder Fluores vielerley ähnliche Gesteine.

fluor in England, auch fusible spath, sparry fluor, der Bergmann nennt ihn sugary spar (wohl Zuckerspath), in Cornwall auch kand. In Derbishire kommt er häufig und schön gefärbt vor, wird zu Gefässen verarbeitet, heisst bey den Arbeitern blue John, blueston, im gemeinen Leben Derbystone.

fluor im Französischen, auch spath fluor, flux, spath vitreux und —phosphorique; der Hüttenmann nennt ihn castine, auch erbue, wenn er als Zuschlag, d.i. Flussmittel dient.

fluor, espato fluor, espalto im Spanischen, auch castina, was überhaupt Zuschlag, oder Flussmittel ist;—fluor im Portugiesischen;—fluor, spato fluore im Italienischen.

flusspath im Schwedischen, auch oakte rubin, sapphir fluss u.s.w.;—flussjord im Dänischen.

plawik, plawnik im Russischen, topidlo rozdopidlo ist das Flussmittel beym Schmelzen; der Chlorophan heisst: isum-rudistoi [or: isumrudistoi] kamenj;—kaziwil im Czechischen;—szpat im Polnischen, auch roztop (das Flussmittel beym Schmelzen).

folyo im Magyarischen;—folyo kovacs ist Flussspath.


§. 6. Phosphorsaurer Kalk.

Der Apatit ist den Gemmen verwandt, krystallisirt, schön, meist grün, auch blau gefärbt, nimmt Politur an, wird wohl zu Schmucksteinen geschliffen, wurde früher meist Chrysolith genannt (Chrysolithe ordinaire von Romé de l'Isle); er ist weich, phosphoresciert stark, wie der Flussspath, bestehet aus phosphorsaurem Kalk, findet sich in Sachsen, Spanien, hat seinen Namen durch Werner erhalten, der ihn aus dem griechischen Worte απαταω (decipio) bildete, ihn als eigne Gattung (1788) fixirte, die in demselben Jahre von Klaproth chemisch festgestellt wurde. Eine Art hiess früher Spargelstein und Moroxit, die unkrystallisirte Art ist der Phosphorit, in welchem Proust 1788 die phosphorsaure Kalkerde nachwies.

Dem Alterthume kann der Apatit, vorzüglich der spanische, wohl bekannt gewesen seyn, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen, vielleicht wurde er zu prasoides u.s.w. gerechnet.

apalite, chaux phosphatée im Französischen;—apalit, phosphate of lime im Englischen, ähnlich in der wissenschaftlichen Sprache aller Zungen.


§. 7. Gyps oder schwefelsaurer Kalk.

Der Gyps ist zu allen Zeiten bekannt gewesen und angewendet worden, dass es aber Schwefelsäure ist, die ihn characterisirt, hat erst die neuere Chemie ermittelt. Der gewöhnliche Gyps ist ein wasserhaltiger, schwefelsaurer Kalk; der sehr häufig vorkommende wasserfreie heisst anhydrit, der einen etwas andern Charakter trägt; zu diesem gehört der marmo bardiglio di Bergamo der Künstler, welche Abänderung von den Mineralogen lange als Vulpinit bezeichnet wurde.

A. Gyps im Allgemeinen und der gemeine dichte Gypsstein.

Er ist unkrystallisirt, kommt in ganzen Bergmassen vor, gebrannt wird er mit Wasser plastisch, erhärtet dann bald, wird zu Fussboden, Stuckatur-Verzierungen, Bildwerken, auch als Düngmittel verwendet.

altschi, alci im Türkischen;—gadsch, gidg, pur im Armenischen, prel ist begypsen;—ghiez im Kurdischen.

dschibs, tschesspin, giaru im Persischen, dschespiden ist gypsen;—giebsin, gyss, giaess, cepsin, auch ciared, kaermed, scharuk im Arabischen; gabbasch ist Gypsofen;—gebsus im Abessinischen;—gubassus im Syrischen;—gubsin, gubsis, guphis im Chaldäischen.

gipsu, ipsos im Walachischen;—altsi (aus dem Türkischen) im Albanischen;—gyp im Bretonischen;—aol geal im Gälischen;—γυψον, γυπος, σκιρος, λατυπη (beide Worte haben keinen Anklang in den andern Sprachen) im Griechischen und Neugriechischen;—gyps, plaisterstone, parget im Englischen;—gypse im Französischen, platre ist der gemeine dichte Gyps (wird zusammenhängen mit Glas, plas im Keltischen—weiss, blass und tre Stein);—gesso im Portugiesischen;—yeso, yezgo im Spanischen;—yesso im Italienischen;—gips im Schwedischen, Dänischen.

ghipse im Russischen;—gips, siarczan wapna im Polnischen;—sadra, sadrowec, siran wapnicily im Czechischen, wodnaty ist der dichte Gyps;—ges, kamen bjeli in Bosnien;—bjelokan im Ragusanischen;—sirgu akmins im Lettischen.

maz, gipsz, gyantakö im Magyarischen;—gybs im Maltesischen.

hvit im Isländischen;—spaerstan, spaeran im Angelsächsischen.

B. Der gebrannte Gyps—Sparkalk—und der Gypsmörtel.

Er wurde auch im Alterthume vielfach angewendet, zum Estrich (pavimentum), zu Figuren, Modellen, Stuckaturarbeit (sigilla aedificiorum, coronae u.s.w.), welche unter der caelatura begriffen wurden.

ajend im Türkischen;—gief, auch ajende im Arabischen, sywa balzighy ist auch Gyps;—γυψον der Griechen;—gypsum der Römer;—πασαλειφαρ im Mittelalter;—aol, phlasd im Gälischen.

parget im Englischen; pleister ist der Mörtel von Gyps und Kalk;—pleister im Holländischen;—yesso mate im Spanischen;—stucco im Italienischen.

Sparkalk im gemeinen Teutsch, wird aus dem Angelsächsischen herkommen, wo der Gyps Spaerstein, das Marienglas spaerglass heisst, was mit lapis specularis zusammenhängen wird.

C. Alabaster.

Der Alabaster ist ein weisser auch hübsch gefärbter dichter Gyps oder Anhydrit (wasserloser Gyps, bardiglione im Italienischen), zum Theil durchscheinend, der stets viel zu Kunstwerken verarbeitet, im Alterthume unter die Marmorarten gezählt wurde. Was aber die italienischen Künstler und Archäologen jetzo orientalischen Alabaster nennen, ist meist ein schöner dichter Tuffkalk. Aegypten lieferte besonders schönen Alabaster; es sind Sarcophage auf uns gekommen, deren Gestein fast durchsichtig ist, und einen Silberklang giebt.

rdo-manyina, auch ka-ma-ru (d.i. weicher Stein) im Tibetanischen;—pualam im Malaiischen (ist auch Marmor);—obesiksak im Grönländischen (ist auch Marmor);—su mermer im Türkischen;—aghabast im Armenischen.

peka im Aethiopischen (ist auch weisser Stein);—schatiphto, schotiphjotho, dagugitho, bistho im Syrischen, was sowohl Alabaster, als eine Salbenbüchse bedeutet.

al-bassrah (d.i. weisser Stein), auch su mermeri im Arabischen; ballat ist ein dem Marmor ähnlicher, aber weicherer Stein, dschodsdsam ist der Name eines weichen Steines, lachfat ein dünner weicher Stein, ob aber diese Steine zum Gyps gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben;—rokham alabid wird mit orientalischer Alabaster übersetzt, wird aber wohl der persische, alabaster-ähnliche Tuffkalk seyn.

unch, uncha im Chaldäischen;—ount in der ägyptischen Hieroglyphensprache;—ount im Koptischen, ist eigentlich Onyx, wird auch mit Marmor übersetzt, kann auch den mehrfarbigen Alabaster bezeichnet haben.

ονυξ im Griechischen, ist unser Onyx, aber auch der mehrfarbige Alabaster (s. oben bey Onyx);—auch, besonders in der spätern Zeit, αλαβαστρος (was auch Salbengefäss bedeutet), αλαβαστριτης. Ob dieser Name von der Stadt Alabastron in der Thebaide herstammt, oder (wie vielleicht wahrscheinlicher) vom semitischen al bassrah, muss ich dahin gestellt seyn lassen, immer wird er semitischen Ursprunges seyn, wie auch Plinius 37. 18 bemerkt.

αλαβαστρον im Neugriechischen.

alabastrites der Römer, der vorzüglich zu Salbenbüchsen, auch zu Säulen verwendet wurde, auch χερτριτης, chermites, der zu Sarcophagen diente; ein sehr durchscheinender Alabaster, wird der phengites gewesen seyn, aus dem kleine Tempel und Hallen construirt wurden, der aus Cappadocien in Kleinasien kam.

clach-eiting im Gälschen (vielleicht von eith das Eis);—alabastro im Bretonischen (wohl aus dem Lateinischen).

alabatre im Französischen;—alabastro im Spanischen, Italienischen und Portugiesischen, wo effingites ein durchscheinender Stein ist, der hierher gehören wird;—alabast im Holländischen und Dänischen;—alabastursteiern im Isländischen;—alabastr im Englischen, Polnischen, Czechischen (hier auch sadrowec zrnaty) und Windischen;—alabastri kiwwi im Esthnischen;—alabastron-kö im Magyarischen.

D. Gypsspath, Marienglas.

Der Gyps erscheint häufig in Krystallen; diese sowohl, als grosse krystallinische Massen sind sehr ausgezeichnet spätig, oft sehr gross und dünnblättrig, liefern grosse, sehr dünne, ganz durchsichtige Blätter, die hierin dem grossblättrigen Glimmer sehr ähnlich sind, welcher aber derartig fast nur in Russland vorkommt, daher man ihn russisches Glas nennt, den Gyps im gemeinen Leben als Fraueneis bezeichnet. Da man die Heiligenbilder sonst häufig mit Fraueneis oder mit Glimmer bedeckte, so nennt man beide,—meist aber ersteres—Marienglas. Wie den Glimmer braucht man auch zuweilen das Fraueneis als Glas, was aber hierzu weniger geeignet ist. In den Apotheken nannte man früher das Fraueneis: alumen scagliclae oder scagliosum.

pe-ky-chy, huen-tsing-chy im Chinesischen;—keblekajak im Grönländischen (wie auch das russische Glas heisst);—hajelakhar im Armenischen;—büsakil-kaemer im Türkischen;—batzeka im Aethiopischen, selenites oder lapis albus splendens Arabiae kann hierher gehören;—ajarisum im Arabischen ist lapis specularis; locats oder lucats ist lapis resplendens in gypso, also Gypsspath; die arabischen Aerzte übersetzen selenites mit bozak lkamari und πετροσελινον mit batrasalijun.

λιθος σπεκλαρου der Griechen. Herodot III. 17. erwähnt: die äthiopischen Völker stellen ihre einbalsamirten Leichen unter ein Gehäuse von ὑαλος (Glas), das man bey ihnen in Menge und sehr schön gräbt;—dieses hyalos (Glas) wird wahrscheinlich Fraueneis gewesen seyn, doch war diess wohl nicht der wissenschaftliche Name.

lapis specularis der Römer, aber nur die weisse Art gehört hierher, die schwarze wird russisches Glas gewesen seyn; selenites war Fasergyps;—lapis specularis im Mittelalter, auch lapis arabicus, auch gypsum, den man auch zu Fenstern brauchte.

pierre speculaire, selenite im Französischen;—piedra espejuelo im Spanischen;—scajola, selenite im Italienischen;—selenite, spar, icing glas im Englischen;—spegelsten, selenit, gyps cristaller im Schwedischen;—spar, sperglas, unser frawn Eyss im Altteutschen;—ipsos spat im Walachischen.

selenit im Russischen;—sklo kamienne im Polnischen;—satrowec lupenaty im Böhmischen;—tükörkö im Magyarischen.

E. Strahl- und Fasergyps.

Der Gyps erscheint häufig ausgezeichnet strahlig und fasrig; der Fasergyps ist zuweilen so fein und hart, dass er zu Schmuckgegenständen, vorzüglich zu grossen Perlen für Halsbänder u.s.w. verarbeitet wird, die einen eigenthümlichen, schönen, wandelnden Lichtschein geben, wie das Katzenauge (Faserquarz), solche Sachen werden viel in China, auch in England gemacht. Dieses ausgezeichnete Schillern scheint im Alterthume vorzüglich die Aufmerksamkeit erweckt zu haben.

chy-kao, dshugan im Chinesischen.

hagiar alchamar im Arabischen, kann hierher gehören;—aphrus lainum im Syrischen, übersetzt mit talcum lapis ist offenbar das αφροσσεληνος der Griechen, welche ihr Wort wahrscheinlich aus der semitischen Sprache entlehnten.

σελενιτης, αφροσεληνος der Griechen; Dioscorides sagt: er stellt das Bild des Mondes dar (schillert), ist weiss, durchscheinend, leicht, wird in Arabien gefunden. Galen sagt: der aphroselenites kommt aus Aegypten; göttlicher Thau in die Helligkeit des Mondes gesetzt, coagulirt sich zu diesem Stein, der dem Specularstein ähnlich ist, daher auch der Name.

selenites, aphroselenites der Römer. Der Name selenites ging in das neuere Latein über, womit man den Gypsspath, auch die ganze Gattung Gyps bezeichnete, kam so auch in die neuern Sprachen.

fibrous gyps im Englischen;—gypse fibreux im Französischen;—stralgips im Schwedischen;—gyantokö szalas im Magyarischen;—sadrowec wlaknowity im Czechischen.


§. 8. Baryt-Gruppe.

A. Schwefelsaurer Baryt, Schwerspath.

Der schwefelsaure Baryt ist ein häufiges Fossil in den Erzgängen, es zeichnet sich aus durch grosse Schwere, blättrige Structur und schöne Krystalle, die aber nicht geschliffen werden können, auch giebt es derbe, strahlige, fasrige und körnige Abänderungen. Der teutsche Bergmann kannte das Fossil stets, nannte es schwerer Spath, bey den Mineralogen hiess es gypsum ponderosum, marmor metallicum. Da fand der Chemiker Bergmann (um 1780), dass dieses Gestein eine eigenthümliche Erde enthalte, die er Baryt (von βαρος, schwer) nannte, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging.

Aller Schwerspath phosphorescirt, leuchtet, wenn er erhitzt wird, in besonders hohem Grade ist diess der Fall bey Schwerspathknollen, die sich bey Bologna im Thon finden, was 1630 durch Vincent Cascarialo gefunden wurde; seit der Zeit kennt man diess Fossil als lapis illuminabilis und lucifer, pietra de Bologna, Bologneser Spath, phosphor de Bologne, phosphorus bononiensis.

In den Gewerben findet der Schwerspath manche Anwendung, zu Pastellstiften, weisser Farbe u.s.w.

Die Chinesen brauchen ihn zur Porzellanfabrikation, nennen ihn chekao.

Das Alterthum mag ihn gekannt haben, wir wissen aber nicht unter welchem Namen.

barytes im Englischen; beym Bergmanne heisst besonders der dichte: caulc, kauck, chaulk;—baryte, spath pesant im Französischen;—espajo pesanto im Spanischen;—baryte, barote im Italienischen;—barit, lysesten, tungspath (verschieden von tungsten, d.i. Schelerz) im Schwedischen.

tàscheloi schpat im Russischen;—siarkan baryty im Polnischen;—merotec im Czechischen;—nehez im Magyarischen.

B. Witherit.

Kohlensaure Baryterde, die nicht häufig, besonders in England, auch an einigen andern Punkten vorkommt. Sie ist ein starkes Gift, und schon lange wurde das Fossil als Rattengift in England gebraucht und Ratzenstein genannt. Der englische Chemiker Dr. Withering in Birmingham ermittelte zuerst (1784) die wahren chemischen Bestandteile, worauf ihm Werner den Namen Witherit gab, der in die wissenschaftliche Sprache überging. Das Alterthum und der Orient haben ihn schwerlich gekannt.


§. 9. Strontian-Gruppe.

A. Strontianit.

Dem Schwerspathe in mancher Hinsicht ähnlich, chemisch ganz verschieden, aus Kohlensäure und einer eigenthümlichen Erde—der Strontianerde—bestehend, wie besonders durch Klaproth dargelegt wurde. Wurde zuerst bekannt aus den Gängen von Strontian in Schottland, weshalb Sulzer und Werner (1791) ihm den Namen Strontianit gaben, der in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging, neben welchem auch die chemische Bezeichnung sehr üblich ist: schwefelsaurer Strontian, sulfate of Strontian, Strontiane sulfaté u.s.w.

B. Zölestin.

Der Zölestin ist schwefelsaurer Strontian, hat manche Analogie mit Gyps, zeigt sich krystallisirt fasrig und derb, kommt an vielen Punkten, aber nicht häufig vor; der krystallinische wurde für Schwerspath, der fasrige für Gyps gehalten. Der Chemiker Clayfield fand zuerst, dass die Krystalle von Bristol, und Klaproth (1797), dass der blaue sogenannte Fasergyps aus schwefelsaurem Strontian beständen, wegen der meist himmelblauen Farbe wurde ihm der Name Zoelestin gegeben, den Werner in sein System aufnahm, der in die wissenschaftliche Sprache überging, doch braucht man meist den chemischen Namen: schwefelsaurer Strontian, strontiane sulfaté, sulfate of Strontian u.s.w.


§. 10. Borax-Gruppe.

A. Borazit.

Der Borazit ist ein seltenes Fossil, das an wenigen Orten vorkommt, ausgezeichnet in dem Gypse bey Lüneburg. Die dessfalsigen Krystalle waren längst unter dem Namen Würfelstein bekannt; Lasius machte 1787 zuerst durch eine Notiz auf sie aufmerksam, nannte sie kubischer Quarz, dann wurden sie Würfelspath und Sedativspath genannt. Westrumbs entdeckte den Gehalt an Boraxsäure (1788), worauf ihm Werner den Namen Borazit gab (1789), der in alle Sprachen überging, aber häufig bezeichnet man auch das Fossil chemisch, als boraxsaure Kalkerde, Magnesie boraté, borate of magnesia u.s.w.

B. Datolith.

Der Datolith ist ein seltenes Fossil, welches ausgezeichnet in Norwegen vorkommt. Esmark in Schweden gab den Namen, fixirte die Gattung. Klaproth fand als chemische Bestandtheile Kieselerde, Kalkerde und Boraxsäure, man bezeichnet den Datolith auch meist chemisch als chaux boratée silicieuse, siliceous borate of lime u.s.w. Werner nahm ihm 1807 in das Mineralsystem auf.


Viertes Kapitel. Salze und Verwandtes.

§. 1. Kochsalz.

A. Kochsalz und Salz im Allgemeinen.

Das Kochsalz ist chemisch ein Chlornatron oder salzsaures Natron, zusammengesetztes Natron und Salzsäure oder Chlor; es bildet das Steinsalz, wird aber am meisten gewonnen aus dem Meerwasser, aus salzigen Quellen oder Soolen, aus Salzseen u.s.w., dient vorzugsweise zur Würze der Speisen. Der Name des Kochsalzes bedeutet auch in fast allen Sprachen das Salz im Allgemeinen.

lou, pe-tsai im Chinesischen, hien ist salzig;—tsha, za, tscha, charuza im Tibetanischen, lana-tsha ist die Soole;—hvyah im Javanischen;—ouppu im Tamulischen;—siwo, siro im Japanischen;—maschu auf den japanischen Inseln;—dabasu, tabassu, tabass im Mongolischen;—dabsum, tapsoun, nasan im Tartarisch-Mandschu;—da-wuszum [or: dawuszum] im Tungusischen.

tos, tus im Tartarischen;—tus, tuz im Türkischen, taslisu ist die Salzsoole;—tuss im Kirgisischen;—tus, tur, auch tschak, sirro, sak, ser, sir in den samojedischen Sprachen.

tus im Jacutischen;—tuch, tuchi, auch tschag, psu, zam, zon, sio in den kaukasischen Sprachen;—chuch, schugh, im Tscherkessischen;—chu, khu, choi, kohhe im Kurdischen;—mirilli, gim im Georgischen;—guimu im Lesgischen;—jumi im Mingrelischen;—tegjio, yamgan im Korjakischen.

tarrajok im Grönländischen;—turruka im Tungusischen;—teguin im Tschudischen;—tak im Lamutischen;—peipiem in Kamtschatka.

zach, zauche im Ossetischen. malahi, auch kemtcha im Pehlvi (Alt-Persischen);—malga im Afghanischen;—melach im Hebräischen;—melcho im Syrischen;—melcha, melach im Chaldäischen;—mihl, mehl im Arabischen;—mell im Maltesischen, mellyha ist Saline.

tshawe im Amharischen;—tzewe im Aethiopischen;—tzew im Abessinischen.

hmu im Koptischen;—umbuttk im Dongolischen (Nordafrika);—imitta im Berberischen;—orot in Darfur (Nordafrika).

sara im Sanscrit, auch lawana (der gewöhnlichste Ausdruck für Salz in Indien), dschalarasa, kschara (ist im Bengalischen eigentlich das Natron); waridsha ist das aus dem Wasser erzeugte Salz; wasira und kadaka ist Seesalz; cjama, kshardtshtsha ist das schwarze Salz.

sira auf Sumbava;—garan im Malaiischen;—cha in der indischen Provinz Tenasserin;—jot in der Kaffersprache und in Afghanistan.

nimaka, nuna, lona in Bengalen (samudra ist das Meersalz);—nemek im Persischen;—namek im Bucharischen;—sare im Walachischen (wie im Sanscrit), saratu ist gesalzen, ockna die Salzgrube.

cripa, criupa im Albanischen; cripesoig ist salzen, benticripes die Salzgrube.

salann, sal im Gälischen, slochd-shalainn ist Saline;—hal, halen im Wälschen, halenu ist salzen, halwyn die Salzsoole, hallu salzsieden;—halein, haloin im Bretonischen, haloiner, halenner ist Salzsieder;—halinn, holin, hol im Cornischen.

salt im Gothischen.

ἁλς, ἁλος, ἁλας im Griechischen, ἁλμιρια ist die Saline, αχμε war wohl der zerfliessliche salzsaure Kalk und die Mutterlauge, die im Mittelalter σαλαμουρα, ἁλμουρις, ταριχεια hiess;—ἁλας im Neugriechischen.

sal im Lateinischen, sal e puteis war das Salz aus Quellen; sal marinum Meersalz, salina die Meersaline, spuma maris was das Meer unmittelbar absetzte; sal coctus, auch favilla salis, das abgeknisterte, gebrannte Salz, ramentum salis wohl dasselbe; flos salis aus Aegypten war wohl Natron, rubigo salis vielleicht die Mutterlauge, salsugo wohl der zerfliessliche, salzsaure Kalk.

alos bey den Alchemikern, auch alic, esebom, alsebon, almene, ansirato, alcali.

sal im Portugiesischen und Spanischen;—salt im Isländischen, Dänischen, Angelsächsischen;—sale im Italienischen;—sel im Französischen;—salt im Englischen; seat im Schwedischen;—solt im Niederteutschen;—sout im Holländischen.

sel, salno, saline im Ostiakischen;—slal im Wotjakischen;—sahis im Lettischen;—salz im Krimm-Tartarischen.

sole im Russischen (wie im Teutschen das Salzwasser—Soole—heisst);—sol im Polnischen, zol, zola, surowika ist die Salzsoole, gora solnia ist Salzwerk;—sol im Slowakischen, Krainschen, Illyrischen; solina ist Salzwerk;—sol, su im Wendischen; murska sou ist Meersalz;—sool, sal, sula im Finnischen und Esthnischen;—szol im Croatischen und Sorbischen;—soo im Ragusanischen;—sul, soli im Czechischen, slany ist gesalzen, solni do Salzgrube;—ssel im Wendischen, szelowy ist salzig.

sow, sol im Permischen;—so, sukan auf Korea;—so, sou im Magyarischen, sobonya ist Salzwerk.

agh im Armenischen;—gatza im Baskischen;—druska mica im Litthauischen;—lohn in der Zigeunersprache.

B. Steinsalz.

Das Steinsalz ist ein natürliches, festes, meist ziemlich reines Kochsalz, welches in der Erde bedeutende Massen bildet, in vielen Ländern vorkommt.

yen im Chinesischen;—ouche-tapsoun im Tartarischen;—rdo-tsha, lgyama-tsha, rgyama-tsha im Tibetanischen;—airina im Sanscrit, auch tarkshja, manibandha, sindhudscha (d.i. in Sindhu erzeugt);—teberzin im Arabischen.

ἁλος ορυκτον (das gegrabene) im Griechischen, αμμονιακον war das Steinsalz aus der ägyptischen Wüste (aber auch unser gummi ammoniacum);—σαλγεμμα, γαγγρινον, ἁλισαχη der spätern Griechen;—σκαφτον ἁλας im Neugriechischen.

sal montanus und nativus der Römer, mica hiessen in Cappadocien die grossen, ganz durchsichtigen Stücke (woher der Name mica später auf unsern, zum Theil durchsichtigen Glimmer übertragen seyn wird);—andran, sal adron, sendar, sabachi im Mittelalter.

sal gema im Portugiesischen;—sal gemme im Französischen;—salpedres im Spanischen;—sal di pietra im Italienischen;—saltrock im Englischen;—steensalt im Dänischen;—bergsalt im Isländischen und Schwedischen;—bergzout im Holländischen.

kamenay und honaya sole im Russischen;—sül kamene und kopana im Czechischen;—sol kamiene oder kopalna (das gegrabene) im Polnischen, in Wielitzka heisst das reinste Steinsalz schibika, das mit Thon gemengte spica, welches man in den teutsch-österreichischen Salinen halda und hasselgebirge nennt;—kamenska sou im Wendischen;—leddaina sals im Lettischen.

köso im Magyarischen;—manda im Burnu (Nordafrika).

C. Chlor- oder Salzsäure.

Der Chlor ist nach der neuern Chemie ein eigenthümlicher, noch unzerlegter Körper, der in Verbindung mit Wasserstoff die Chlor- oder bisher sogenannte Salzsäure bildet, welche mit Natron das Kochsalz, mit andern Basen verschiedene Salze bildet.

sanmdramla (d.i. Säure aus dem Meere) im Bengalischen;—rkyana-tshahi-skyura-rtsi im Tibetanischen;—kwas solny im Polnischen.


§. 2. Salpeter.

A. Salpeter im Allgemeinen.

Der Salpeter ist ein salpetersaures Kaly, dem Kochsalze im Geschmacke ähnlich, es kommt nicht in festen Felsmassen vor, wie das Steinsalz, auch nur höchst selten in Quellen, wenigstens in der Menge, dass es aus diesen zu technischen Zwecken gewonnen werden könnte. Manche Gesteine, besonders manche Höhlen im Kalkgebirge effloresciren viel und fortwährend Salpeter; vorzüglich sind es manche Erdstraten, die Salpeter effloresciren, sehr reich an Salpeter sind; vor allen ist diess in Indien der Fall, auch in Kleinasien (wie bey Eregli, dem alten Heraklea) und in Spanien, auch erzeugt man Salpetererde, indem man animalische und vegetabilische Theile kalkigen Letten beymischt. Der Salpeter wird vielfach angewendet, vorzüglich aber zur Fabrication des Schiesspulvers (welches in Teutschland 1330 von B. Schwarz erfunden wurde), welches man im Alterthume, wenn auch wohl kannte, aber nicht derartig anwendete als jetzo; auch zur Gewinnung der Salpetersäure.

siao, mang-siao im Chinesischen.

jawakshare im Sanscrit, auch jawadsha, jawanaladsha, jawagrudsha, jawalasa, jawasuca, tarshya;—yan zein in der indischen Provinz Tenasserin.

shora, auch jawak shora im Hindu;—sora im Bengalischen;—shora im Afghanischen;—schur im Bucharischen;—schore im Persischen;—schire im Koptischen.

sandawa, mesiyu-mantan im Malaiischen;—gin-schugh im Tscherkessischen (heisst Pulversalz);—tschamsa, shanzau, tschek, pscha in den kaukasischen Sprachen;—tachs im Ossetischen;—jetso auf Korea;—alteri, altri, nitrum im Syrischen;—giöwertschile, gewhercile im Türkischen.

barud im Arabischen (wie jetzo auch das Schiesspulver heisst), ferner sure (wie im Hindu), mella hai, asijus, häufig auch telg-sini (chinesischer Schnee); bey den ägyptischen Aerzten barud und balachu lzini, d.i. dactylus sinensis;—boro im Burnu (Nordafrika);—schentsborak, aghborak im Armenischen.

λιθος ασσιος der Griechen, lapis assius der Römer kann hierher gehören, da der Araber Ibn Baithar dieses Wort mit barud übersetzt, das auch bey den Arabern asijus heisst (ob diess aus dem Griechischen entnommen, oder das griechische aus dem Arabischen, muss ich dahin gestellt lassen).

Das sal chaonicum der Römer mag hierher gehören, auch das nitrum chalastrium, von dem Plin. 31. 46 sagt: dass man es wie Salz zum Brodte essen könne.

σαλνιτρον im Neugriechischen, wird slawischen Ursprunges seyn, wie σαλονιτρον im Mittelalter, hier auch σαμετριον, salpetra, salpeta.

salitra, senitra im Russischen;—saletra, salitra im Polnischen;—sanytr, saneyter, salitr im Czechischen;—shaliter, shaniter im Wendischen;—salnitra im Illyrischen;—saliter, szalniter, szolnitra im Croatischen;—salnitar in Dalmatien;—shalintra im Slawonischen;—sanitra im Ragusanischen;—sejalitar in Bosnien;—saletran, saletron im Magyarischen;—salitre, salitrul im Walachischen.

natar im Gälischen, eigentlich salann ro ghear (scharfes Salz);—salpaestre im Bretonischen; salpestrereach ist Salpetergrube;—salpeter im Teutschen (was man mit Unrecht aus dem Lateinischen von sal und petra der Fels ableiten würde), salitter der teutschen Bergleute (aus dem Slawischen);—zalpeter im Holländischen;—salpetur im Isländischen;—salpeteries im Lettischen;—salitre im Spanischen; salitral die Salpetergrube.

niter, salpetre im Englischen;—nitro, salnitre im Italienischen;—nitro im Portugiesischen;—nitre im Französischen; nitrière die Salpetergrube;—niter im Schwedischen und Dänischen.

B. Salpetersäure, Königswasser.

Aus dem Salpeter wird mittelst Schwefelsäure leicht die Salpetersäure gewonnen, die—nicht gehörig gereinigt—gelbe Dämpfe ausstösst, dann Vitriolöl, spiritus nitri fumans heisst; gereinigt, mit etwas Wasser verdünnt, heisst sie Scheidewasser; mit 1/3 Salzsäure giebt sie das Königswasser, Goldscheidewasser, aqua regis, welche das Gold auflöst, von dessen Verfertigung wohl zuerst in dem Curriculo triumphalis antimonio die Rede ist, das man einem Basilius Valentin zuschreibt, der um 1500 verfasst seyn kann. Den Hindu war die Salpetersäure seit den ältesten Zeilen bekannt; ihren Namen habe ich noch nicht ermitteln können.

tinschnarasa im Sanscrit (d.i. die scharfe Essenz), mit Salpeter übersetzt, mag wohl hierher gehören.

ze-tshihi-skrura-rtsi, ze-tshahi-skyura-rtsi, auch sho-rahi [or: shorahi] im Tibetanischen.

Die Araber kannten diese Säuren ganz wohl, den Namen habe ich noch nicht ermitteln können.

ασημονερον im Neugriechischen;—aqua nitri, aqua stygia der Alchemiker.

aqua fuerte im Spanischen;—eau forte, esprit de nitre im Französischen.

szedwasser, serwasser, kwas salitri im Polnischen;—ssedwasser, lucewka im Czechischen;—lozhidna woda im Windischen;—ostrogrizna voda in Croatien.


§. 3. Glaubersalz.

Schwefelsaures Natron, ein sehr allgemeines Purgiersalz, welches einige Landseen absetzen, theils rein, theils in Verbindung mit Koch- und Bittersalz.

charee-muttee, chara-nun, khara-noon im Hindu;—daru im Bucharischen;—dermane-spi im Kurdischen (d.h. weisse Medicin) ist ein Salz, das mit sal nitron übersetzt wird, aber hierher gehören kann.

αλκυονιον der Griechen (worunter man auch Bittersalz begriffen haben kann), auch wohl μελεσιον und ἁλος αχην;— alcyonium und melesion der Römer.

φοκιοσκατον im Mittelalter.

guphradino im Syrischen ist mit alcyonium übersetzt.

tsudaso, termesz-saletrom im Magyarischen;—sjran sodicity im Czechischen;—glauberowa sole im Russischen; sulfate of soda im Englischen, und ähnlich in den andern Sprachen, sind die neuern wissenschaftlichen Bezeichnungen.


§. 4. Bittersalz.

Schwefelsaure Magnesia oder Talkerde ist ein bekanntes bitterlich schmeckendes Purgiersalz, das einige Quellen und Seen enthalten, auch absetzen, das dem Meerwasser den unangenehmen bittern Geschmack giebt. Berühmt sind die Quellen von Seidlitz in Böhmen, Epsom in England, Hignero in Spanien, woher die Namen: Seidlitzer-, Epsomer-, Higuernosalz. Im innern Asien sind eine Menge Seen, die Bittersalz absetzen, theils rein, theils mit Glauber- und Kochsalz.

αφρολιτρον der Griechen, aphrolithron der Römer kann hierher gehören. Oefter erwähnen die Autoren das bittre Salz der Seen, ohne dafür einen besondern Namen zu nennen;—sal Sodomae (aus dem todten Meere) im Mittelalter, sal amarum im neuern Latein;—sal amare im Italienischen;—sal amer im Französischen;—sal cataractica im Spanischen;—bittersalt im Englischen;—suursalt im Dänischen.

gorjkaja im Russischen;—horcen, sul horca im Czechischen;—sol horska, siarkan magnezyi im Polnischen;—keserü-so im Magyarischen.


§. 5. Alaun.

Der Alaun ist chemisch eine schwefelsaure Thonerde von bekanntem Geschmack, die aber nicht für sich, sondern nur mit Zusatz von etwas Kali krystallisirt. Er findet sich nicht häufig in der Natur, nur in einigen vulkanischen Gegenden, wird meist künstlich aus alaunhaltigen Gesteinen bereitet, was schon seit ältester Zeit geschehen ist. Der Alaunstein (s. oben), dem Feldstein verwandt, liefert nach heftigem Brennen, beym Auslaugen viel Alaun, der früher, auch im Mittelalter, vorzüglich in Kleinasien fabricirt wurde. Grosse Fabriken waren bey der Stadt Roche jetzo Edessa in Syrien wurde. Schon im 13. Jahrh. bestanden Alaunwerke bey Neapel, im 15. Jahrh. entstanden die grossen Alaunwerke bey Rom, und der römische Alaun ist auch jetzo noch sehr geschätzt. Manche Schiefer—Alaunschiefer—geben ebenfalls Alaun, so auch manche kohlige Straten der Braunkohlenformation—Alaunerde. Bey Friesdorf ohnweit Bonn am Rheine benutzt man gegenwärtig solche Alaunerde, und hat dabey die deutlichsten Reste einer Alaunfabrik gefunden, die hier zur Römerzeit von den Germanen betrieben wurde.

Der Alaun hat jetzo, und hatte stets und bey allen cultivirten Völkern, eine grosse technische Anwendung, besonders in der Färberey, auch zur Bereitung der Lackfarben, in der Medicin u.s.w.

pe-fan, hong-fan im Chinesischen; fan ist Alaun und Vitriol;—nü-pan auf Korea;—miobare im Japanischen; yatchin fekchoun im Tartarischen;—changuien-fe-choun [or: changuien-fechoun] im Tartarisch-Mandschu;—tawas im Malaiischen; poghljegh im Armenischen.

phitkara, auch spatika im Sanscrit;—phitkaree, phitkari im Hindu;—phatkiri im Bengalischen.

sak im Persischen;—schab im Türkischen;—schebba-spi [or: schebbaspi] im Kurdischen;—seb, schabbak, shub, zeme im Arabischen;—scebbo yl gmyl im Maltesischen:—σεπ, sebo, asep im Mittelalter;—alsech bey den Alchemikern, auch achachi, altach, azub, azama, calis, alume.

oben im Koptischen;—adlo im Syrischen;—timso, temso im Magyarischen, timso-föld ist Alaunwerk, timsokö Alaunstein.

stips im Albanischen;—stipse, auch petra acra im Walachischen;—stipsa im Illyrischen;—στυψη im Neugriechischen;—στυπτηρια im Griechischen (στυψις ist das Zusammenziehende, Herbe, auch die Beize der Färber, στυψειν zusammenziehen).

alm, ailm im Gälischen;—allawg im Wälschen;—alum im Bretonischen;—alumen der Römer, auch melinum (von der Insel Melos), der haarförmige (unser natürlicher Federalaun) war trichites, der feste strongyle, der flüssige phorimon, puraphoron, welche Arten häufig auf der Insel Melos sind;—alun im Französischen, Isländischen, Schwedischen, Dänischen;—alun, auch alumbre im Spanischen, auch xebe (aus dem Arabischen);—alum, allon im Englischen;—alumen im Portugiesischen;—aluin im Holländischen und Belgischen;—alun, halun im Polnischen;—galum im Windischen;—jelun im Illyrischen;—aluna, alun kedke im Lappländischen;—aluna im Finnländischen;—aluns, alluhns im Lettischen;—alet im Schweizerischen;—efne im Angelsächsischen.

kwastzy im Russischen;—kamenec, kameinjek, ledek im Czechischen.


§. 6. Mineralalkali, Natron, Soda.

Das Mineralalkali, oder das reine kaustische Natron, ist ein eigenthümlicher Stoff, ein chemisches Element, das als solches nicht natürlich vorkommt, aber mit Säuren mannichfaltige Verbindungen eingehet, von denen einige sehr häufig sich finden. Die Verbindung mit Chlor bildet das Kochsalz, mit Schwefelsäure das Glaubersalz, mit Kohlensäure das gewöhnliche Natron, dessen wahre Natur zuerst Hiorne 1712 ermittelt haben wird. Das (kohlensaure) Natron, das vorzugsweise und zu allen Zeiten zur Fabrication des Glases und der Seife verwendet wurde, gewinnt man theils durch Verbrennung gewisser Pflanzen, und heisst dann Soda, theils erscheint es als Ausblühung gewisser Straten, wie in Indien, Aegypten u.s.w., dieses bezeichnet man gewöhnlich als Natron; in der Berberey, vorzüglich bey Tripolis findet sich sehr häufig ein solches Natron, welches aber etwas weniger Wasser enthält, unter dem Namen Trona bekannt ist. Alle diese 3 Modificationen sind nicht wesentlich verschieden.

A. Das Natron.

Es blühet theils aus der Erde, wie besonders in Indien, und wird so direct eingesammelt, oder es wird von vorhandenem Wasser, in Landseen aufgelöst, und aus diesen gewonnen, wie besonders in Aegypten (aus dem Natron-See), Ungarn u.s.w.;—den alten Aegyptern diente es zum Einbalsamiren der Leichen, die 70 Tage in λιτρον eingesalzen wurden, wurde überhaupt viel zur Färberey, zu Glas, Seife u.s.w. angewendet.

kien im Chinesischen, und siao (wie auch der Salpeter heisst);—sedgy, sejji und miltee im Hindu;—sorjica im Sanscrit, auch sardshi, sajika, sardshika und saridshikashara, wadshraka, kapota, crughnikab, kschara (ist wohl Soda);—kschara in Bengalen (ist wohl Soda);—cudshiri im Mongolischen;—agh jegipto im Armenischen (d.i. ägyptisches Salz), auch wir und paragay wird mit nitrum übersetzt.

hasm, hosem, hasem in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;—hasm, hosm im Koptischen, hosm eftresthrosoch ist die röthliche Abänderung;—isar im Türkischen;—nusadir im Persischen.

nitrum, natrum im Arabischen, wo man rothes, weisses und graues unterscheidet;—nether im Hebräischen und Chaldäischen;—nitro im Syrischen;—νιτρον, λιτρον im Griechischen, νιτρον ερυθρον war das röthliche;—nitron, lithron der Römer; commune war das unreine, wie es aus den Natron-Seen kommt, halmyrhaga das reine, ausgeblühete Salz, spuma nitri, αφρονιτρον der Griechen (αξιλλησιον in späterer Zeit), das ausgeblühete mehlartige Salz; ammonitron war ein mit Sand zusammengeschmolzenes, eine Art rohes Glas, agrium war auch ein unreines Natron (könnte zusammenhängen mit agrum, wie im Türkischen die Trona heisst); nitrum ustum war das reine ätzende Natron. Die Schwefelleber, hepar sulphuris (durch Zusammenschmelzen von Natron und Schwefel) kannte man ganz gut, wie aus Plinius erhellet, doch wird kein Name dafür angegeben.—natar im Gälischen;—natron, sal vitri im neuern Latein;—natron in den neuern Sprachen;—glassalz im Altteutschen.

gatzua im Baskischen; gatzastea ist Alkali im Allgemeinen, gatza ist Salz;—szekisso, auch termesz szik so im Magyarischen.

stennaya sole im Russischen;—uhlan sodicity im Czechischen.

B. Die Trona.

Dasjenige kohlensaure Natron, welches in der Berberey, besonders in der tripolitanischen Provinz Suckena ausblühet, hier viel gesammelt und versendet wird, enthält etwas weniger Wasser als das ägyptische und indische, ist aber diesem sonst höchst ähnlich, bildet aber meist eine eigene Gattung oder Art in der Mineralogie.

trona in der Berberey.

borech im Persischen;—bouro, bure im Türkischen, auch agrum (woher vielleicht das vorher erwähnte agrium der Römer stammen könnte);—borak im Kurdischen;—borak im Arabischen, auch bora, baurach, burak (woher βορακη im Mittelalter, das Glas);—burao im Maltesischen;—barakon, baraka im Koptischen;—burko im Syrischen;—borith im Hebräischen, borith mechabsim ist das mit Oel verbundene Natron, das beym Walken statt Seife angewendet wurde.

C. Soda.

Viele Pflanzen, besonders am Meere wachsende, liefern beym Verbrennen viel kohlensaures Natron, welches gereinigt, dem mineralischen ganz ähnlich ist, unter dem Namen Soda sehr bekannt. In Spanien vorzüglich, auch in Frankreich, Aegypten u.s.w. wird sehr viel davon gewonnen, theils aus Arten von fucus (in Frankreich als varech, in England als kelp, in Teutschland als Tang bekannt), theils aus den Gattungen salicornia (in Frankreich soda genannt), salsola (in Frankreich salicoi), borago (boraggine im Italienischen, borretsch im Teutschen; bourache im Französischen, was offenbar mit borak zusammenhängt). Besonders geschätzt wird die spanische soda de barille, weniger die französische soda de varech.

kien im Chinesischen;—katshasauwartshala im Sanscrit, d.i. aus Asche—katscha—gewonnen, auch kshara, k'har, k'hari (wird unser Kali seyn);—garan alkali im Malaiischen (wird auch unser Kali seyn).

usne im Türkischen, ist eigentlich das Salzkraut, aus dem Soda gewonnen wird;—usham, auch kali im Persischen;—kali im Hebräischen (d.i. was gebrannt ist); das hierbey erwähnte borith wird unsere salicornia gewesen seyn;—kali im Arabischen, ist eigentlich das Salzkraut, das verbrannt wird (meist salsola), ähnliche hierzu dienende Pflanzen heissen oschnan (usne im Türkischen), hurz, huruz, chordat u.s.w.; das bey der Verbrennung gewonnene Salz, die Soda, heisst eigentlich safargel, das weiter gereinigte rob, auch wird hierher gehören: el-baki [or: elbaki], atharachic, adarachi. Von diesem Kraut kali mit dem Artikel al, stammt unser Wort Alkali, alkalisch u.s.w., das in alle neuere Sprachen überging.

ανθαρκος, ανθαρκη der Griechen, andarca, anderces, auch calomochus der Römer, es ist wahrscheinlich, dass jene griechischen Wörter aus dem Semitischen stammen, aber auch möglich, dass die ähnlich klingenden arabischen aus dem Griechischen entlehnt sind.

scebb im Maltesischen, ist die Soda und das Salzkraut, erinnert an das arabische seb (Alaun).

αλκαλη, alchali im Mittelalter und bey den Alchemikern, auch alaurat, acusto, atai, cabulator (worunter auch Natron begriffen ist).

almajo, barilla, tequesquite im Spanischen; sosa ist die Salzpflanze und daher wird unser Soda stammen.

soude im Französischen;—soda im Englischen und den neuern Sprachen;—solda im Portugiesischen;—solianua im Russischen;—solz-sody im Polnischen.

D. Das Glas.

Am häufigsten ist, und zu allen Zeiten das Natron verwendet zur Glasfabrication, wobey es mit Sand, oder überhaupt Quarz zusammengeschmolzen wird, im Alterthume, besonders in Aegypten, stand die Glasfabrication auf einer Stufe der Entwickelung, die wir in mancher Hinsicht noch nicht erreicht haben mögen, auch die keltischen Völker scheinen viel Glaswerk gehabt zu haben.

po, auch siao-tseu im Chinesischen;—kshara im Sanscrit, und katscha (was auch Krystall heisst);—kacha im Malaiischen;—shela im Tibetanischen (heisst auch Krystall).

abaki im Armenischen;—abajeini, abeseein im Koptischen;—abgine, dschesch, syrce im Persischen;—abgine, eser im Türkischen;—giag, zügiag, sadschdsch im Arabischen, zagiag ist der Glashändler.

segugitho, sechuchith, sgugitta im Chaldäischen;—sagugitho, saphungo, rugag im Syrischen;—mahewe im Abessinischen;—kesasa, chesaska in Darfur (Nordafrica).

kelke, kelkie im Albanischen;—stikla im Walachischen;—steklu im Windischen;—staklu, sklem, sklyn im Krainschen;—staklo im Bosnischen, Illyrischen, Slowakischen, auch serska;—zteklo, zklo, zaklo in Croatien;—zaklo im Ragusanischen;—sklo im Polnischen und Czechischen;—cmeklo im Russischen;—schklenza im Wendischen.

gwydr im Gälischen, gwydredd und gwydraue ist glasig (glas ist blass, grau, blau);—guitr im Bretonischen; guitreri ist Glashütte, guezrer Glasblaser;—gloine, glain im Gälschen.

ὑαλος im Griechischen; γυαλι im Neugriechischen; γιαλη, γυαλια im Mittelalter (welche Worte aus dem Gälschen stammen mögen);—vitrum im Lateinischen (aus dem Wälischen);—vitro im Italienischen;—vitrio im Spanischen;—vedro im Portugiesischen.

vidrioa, beira, beiraquia im Baskischen;—iiveg im Magyarischen;—wahlin in der Zigeunersprache;—liaegnak, auch glas im Lappländischen.

glas, gler im Isländischen;—glaes im Angelsächsischen und Alemannischen;—glas, gleez im Friesischen;—glass im Englischen, glassy, auch vitreous ist gläsern;—glas im Schwedischen, Dänischen, Holländischen.


§. 7. Kali, Potasche und Verwandtes.

A. Kali, Gewächsalkali, Potasche im Allgemeinen.

Das Kali, dem Natron sehr verwandt, ist in seinem reinen Zustande, in dem es in der Natur nicht vorkommt, ein chemisches Element, aus der Classe der Alkalier, von sehr ätzender Qualität (ätzendes Kali, kali causticum, pierre de cauterre); in Verbindung mit Säuren giebt es vielfache Salze, die von den Natronsalzen wesentlich verschieden sind. Das gemeinste von diesen Salzen, welches am meisten technisch verwendet wird, ist das kohlensaure Natron, zu dem die Potasche gehört. Dieses kommt im Mineralreiche wenig, nur als Bestandtheil einiger Mineralien vor, aber ausserordentlich verbreitet ist es im Pflanzenreiche. Die Asche der meisten Pflanzen, besonders des harten Holzes, der ästigen Farrenkräuter (pteris aquilina u.s.w.), der Weintrester u.s.w. enthält viel kohlensaures Kali, der Weinstein bestehet aus weinsteinsaurem Kali, beide Gegenstände werden vorzugsweise auf Kali benutzt. Die Asche wird ausgelaugt, enthält nur das unreine kohlensaure Kali oder Potaschesalz, das durch Abdampfung gewonnen und gereinigt werden kann. Dieses Salz wird vielfach, vorzüglich zur Seife verwendet, wozu aber auch kohlensaures Natron dient.

kien im Chinesischen, wird Soda und Potasche seyn;—k'har, k'hari im Sanscrit;—garan alkali im Malaiischen, wird auch hierher gehören;—scebbo im Maltesischen; wie man in den semitischen Sprachen das kohlensaure Kali von dem kohlensauren Natron unterschied, muss ich dahin gestellt seyn lassen.

ατισποδον (von σποδος, Asche) der Griechen, τριξ οινουοντη war das aus Weinstein gewonnene Salz, das auch φεκλη und πεφρυγμενη hiess;—antispodon und empireume der Römer; das künstlich fabricirte nitron agrium, aus verbranntem Eichenholz, war offenbar Kali; die Lauge machte man—wie bey uns—durch gebrannten Kalk ätzend (da dieser sich mit der Kohlensäure verbindet und das reine ätzende Kali frei wird), dieses hiess προταστακτον;—αλκαλη im Mittelalter;—alcali im Spanischen und den neuern Sprachen, was das Alkali überhaupt bedeutet.

luath rainich im Galischen; salann na groide ist das Alkali im Allgemeinen.

potasche im Teutschen, vielleicht aus dem gemeinen Leben entnommen, weil die Lauge in einem Topfe—Pot—abgedampft und geschmolzen wird, oder mit σποδος im Griechischen zusammenhängend;—potasse, sel lixiviel im Französischen, sal tartre ist das aus Weinstein bereitete;—potasse im Italienischen;—potashes im Englischen;—potaske im Dänischen;—potasz, sol lugowa im Polnischen;—potas, draslo im Czechischen;—potaschnajo soli, schtschelotschn ja soli im Russischen;—erusol in Krain;—hamuzser szalajka im Magyarischen.

B. Der Weinstein.

Aus dem Weine sondert sich der Weinstein (tartarus crudus) ab, der sich als eine krystallinische Cruste an die Fässer legt, ans weinsteinsaurem Kali bestehet (wie 1770 zuerst Scheele zeigte, der die Weinsteinsäure darstellte). Man benutzt den Weinstein viel, theils auf Kali, theils auf Weinsteinsäure (acidum tartaricum), die in der Medicin Anwendung findet.

samech im Arabischen.

τρυξ der Griechen, φεκλη (faecula im Lateinischen), πεφρυγνινη war das Kali aus dem gebrannten Weinstein;—ταρταρον, σκανδυξ im Mittelalter.

chwigl im Wälschen;—fion dheasgann im Gälschen (von fion Wein).

orchal, orgal, dregges im Englischen;—draegg im Schwedischen.

tartaro im Italienischen;—tartar im Französischen.

C. Die kalihaltige Asche der Pflanzen, welche durch Auslaugen die Potasche giebt.

tsin, yao im Chinesischen;—foulengui im Tartarisch-Mandschu;—katscho, tatsha, parghata im Sanscrit;—tschhai im Bengalischen;—adschium, moschir im Armenischen;—kuna im Lappländischen;—as, kakesther im Persischen;—ermida, kiuk im Türkischen.

ramel, rmyd im Arabischen, auch zana, bitsan, bils, ist vorzüglich die, welche auf Kali benutzt wird;—remmadij in Darfur (Nordafrika);—ramag der Alchemiker;—kerme, kürmi im Koptischen.

epher im Hebräischen;—ephra, dischun, ketam im Chaldäischen;—τεφρα, κονια, σποθος, αξιλια im Griechischen;—στακτη im Mittelalter und Neugriechischen.

luath, luaitthre im Gälischen;—ludu, isque im Bretonischen;—lliudw im Wälschen.

cenuça im Walachischen;—chi im Albanischen;—cinis im Lateinischen;—ceniza im Spanischen;—cinza im Portugiesischen;—cenere im Italienischen;—cendre im Französischen.

autsa, ausa, auscua, errautsa im Baskischen;—asja, azo im Gothischen;—asca, ahsa im Angelsächsischen;—aksa, eysa im Isländischen;—esk im Friesischen;—asko im Schwedischen;—ashes im Englischen;—as im Holländischen;—popiol, luzyna, machluga im Polnischen;—popel, luscja im Czechischen;—luxniza im Ragusanischen;—popel im Sorbischen;—pepel im Krainschen und Croatischen;—pepeu im Windischen;—pepeo im Bosnischen und Slowakischen;—parlug im Magyarischen.

D. Die kalihaltige Lauge; wird sie mit ätzendem Kalk verbunden, wie sie zur Seifenfabrication u.s.w. dient, so heisst sie Aescher.

sychar im Arabischen (woher der Name Aescher kommen soll);—kuna tjatse im Lappländischen;—ehea im Baskischen.

alsibe im Albanischen;—lesie im Walachischen (lesiu ist auslaugen);—lleisw im Wälschen, lleisw coed ist Lauge aus Holzasche von coed Holz, lleiswaw ist laugen;—leisu, licion, leisio im Bretonischen, coaeret ist die ausgelaugte Asche, charrée im Französischen;—αλισια, αντισποδος im Griechischen;—λησιβα, λιγδα im Mittelalter;—αλουσια, αλυβισα im Neugriechischen;—lix, lixivium der Römer;—lye, lie im Englischen; buck ist die Lauge zum Waschen, die Beuche;—lisciva im Italienischen, bucata die Lauge zum Waschen;—lessive im Französischen, auch lotion, boué, buguee, bugade die Beuche;—lixia, colada im Spanischen, bugelada die Beuche;—leah, laag im Angelsächsischen;—lud im Dänischen;—lut im Schwedischen.

lug im Polnischen, Krainschen, Croatischen, Bosnischen, Slowakischen;—lauh im Czechischen;—lun im Windischen;—lugh im Ragusanischen;—lungh in Dalmatien;—luygh im Magyarischen.

E. Die Seife.

Seife ist die Verbindung der Alkalien mit Oel, Talg u.s.w. Die Kaliseifen werden nicht fest, sind Schmierseifen.

saboon, savin in Indien;—sabum im Malaiischen;—sabon, savaun, odscharr im Armenischen;—sabon im Persischen;—sabun, saban im Arabischen;—sapon, ahala im Chaldäischen;—sapun im Maltesischen;—zub im Hebräischen;—samegma im Amharischen.

sapoun im Albanischen;—sapune im Walachischen;—siabunn, sebon im Gälschen;—sebon im Wälschen;—suan, suaon im Bretonischen;—σαπων, σαπονιον, σαπουνιν im Griechischen;—σαπουνι im Neugriechischen;—sapo im Lateinischen (die Römer und Griechen zogen ihre Seife meist aus Gallien und Germanien);—savon im Französischen;—sabon, xabon, azabon im Spanischen;—soap im Englischen;—sapa im Isländischen;—sape, saepe im Angelsächsischen;—sepe im Niedersächsischen;—saepa im Schwedischen;—saebe im Dänischen;—saape im Norwegischen;—zaepe im Belgischen;—zeep im Holländischen;—siep im Friesischen;—seife im Hochteutschen;—shefa, sopum im Windischen;—shaifo im Krainschen;—szapun im Dalmatischen;—saplun im Ragusanischen;—szopun im Croatischen;—szappan im Magyarischen;—chuboa im Baskischen.

meiydo, mydlo im Czechischen;—meydo im Polnischen;—midlo im Bosnischen und Slowakischen;—modioo im Sorbischen.


§. 8. Borax, Tinkal.

Der gewöhnliche Borax, wie er in Handel kommt, bestehet aus Boraxsäure (der ein eigenes chemisches Element zu Grunde liegt) und etwas Natron. Er kommt seit alter Zeit aus Indien, Tibet, China und Persien, wo er aus einer damit geschwängerten Erde gezogen und meist in Krystallen versendet wird, die unter den Namen Tinkal oder Swaja bekannt sind. In einigen Quellen von Italien hat man neuerlich Borax gefunden, auch sollen bey Babylon dergleichen seyn. Der Borax ist ausserordentlich leichtflüssig, befördert den Fluss der Metalle; vorzugsweise dient er zum Löthen des Goldes (heisst auch Goldloth), zum Zusammenschmelzen und Reinigen der Metalle, zur Fabrication feiner Gläser u.s.w. Die reine Boraxsäure war sonst unter den Namen Sedativsalz, sal sedatif bekannt.

pong, poun im Chinesischen, pon-che, poun-xa ist die Erde, aus welcher der Tinkal gezogen wird; bey letzterm unterscheidet man; pin-poun, die grössten Krystalle, my-poun, die kleinen Bohnen, noui-poun, die kleinen Körner.

tincar, tancar, tankana, tagara suhaya im Sanscrit, auch: malatitirandsha (d.i. von Malatiufer), dhatumarani (Metall flüssig machend), lohadrawin (Metallschmelzer), rasasodhana (Metallreiniger);—tankana, sohaya in Bengalen;—tinkal im Hindu;—tingkal, patari, pateri im Malaiischen;—tincal, tencal, borech im Persischen;—tingar, tancar, tengar im Arabischen.

swago, zala, tsha-le im Tibetanischen, tsha-lehi-sky-ura-rtsi ist die Boraxsäure.

In der griechischen und römischen Litteratur scheint diess Salz nicht erwähnt zu seyn; was von der χρυσοκολλα, chrysocolla (d.i. Goldloth) gesagt wird, passt nicht wohl darauf, diese war vielmehr theils ein Kupferoxyd, theils ein leichtflüssiges Metallgemisch.

anticar, ancinar, attincar bey den Alchemikern, auch alinzadir, anucar, anatron, denoquor.

burak im Armenischen, auch oskjeborak (d.i. Goldborak); burak im Turkischen;—burach im Syrischen;—borax, atincar, crisocola im Spanischen;—borax, tincal im Portugiesischen;—borace, tincal im Französischen;—borace, colla d'ora im Italienischen;—borace, tincal im Englischen;—borax, guldlun (Goldloth) im Dänischen;—boras, tincar im Holländischen;—bura, byra im Russischen;—olvaszioso im Magyarischen.


§. 9. Ammonium.

Das Ammonium hielt man für einen eigenthümlichen chemischen Grundstoff aus der Classe der Alkalien, der in reinem Zustande nur gasförmig erscheint, ausgezeichnet durch seine grosse Flüchtigkeit, stechenden Geruch und scharfen Geschmack, das sich rein nicht natürlich findet, in Verbindungen häufig im Thierreiche, auch im Pflanzenreiche, selten im Mineralreiche findet, vorzüglich in den Excrementen der Thiere. Berthollet zerlegte zuerst 1785 dieses Alkali in Stick- und Wasserstoff, neuerlich hat man, bey anderer Behandlung, daraus einen metallischen Körper reducirt, der daher ein chemisch componirter ist. Das Ammonium gehet mit den verschiedenen Säuren Verbindungen ein; mit Kohlensäure bildet es das Riechsalz, mit Chlor- oder Salzsäure den Salmiak, mit Schwefelsäure den Maskagnin, der sich bey einigen Laven als Ausblühung findet.

Nicht zu verwechseln mit Ammoniak ist unser gummi ammoniacum, ein Schleimharz, αμμονιακον der Griechen, hammoniacum, auch metopium der Römer, oshac und calai der Araber. Das sal ammoniacum der Römer ist Steinsalz.

A. Kohlensaures Ammoniak, Riechsalz.

Das kohlens. Ammoniak ist das bekannte Riechsalz, theils fest, theils in Wasser aufgelöst (Salmiakgeist), theils mit öligen Substanzen verbunden (Hirschhorngeist), das in der Medicin ein altes, wichtiges Reizmittel ist.